Weihnachten

WEIHNACHTEN

NICHT OHNE (M)EINE KATZE

 

 

Engelshaar und Weihnachtsstern ... essen alle Katzen gern. Und weil so manche Mieze noch immer nicht begriffen hat, dass das Verspeisen von Lametta den Familienfrohsinn erheblich beeinträchtigen kann, ist das Fest der Freude nicht immer ein solches. Außerdem mag der rettende Veterinär-Engel in der Regel unziemlich irdisch auf seinen Weihnachtskarpfen am heimischen Porzellan nicht verzichten und lässt via Tonband ausrichten, man möge sich an die Praxisgemeinschaft XY wenden. Wo dann mitunter ein zum Sonderdienst verdonnerter Ersatzengel sitzt in der Hoffnung, dass eh nix passiert und keiner antanzt ...Wie auch immer: „Oh-du-fröhliche“ im Wartezimmer ohne Tannenbaum und Geschenke ist jedenfalls allemal total unfestlich ...

 

 

BRIEF AN DEN WEIHNACHTSKATER

 

Natürlich könnte man die Angelegenheit auch andersrum betrachten, und wenn’s der Katz‘ schon nicht dämmert, so möge ihr der Weihnachtskater doch zumindest einen lernfähigen Menschen bescheren. Der Unbekömmliches entweder nicht mehr ins Haus bringt oder entsprechend sicher verwendet. Als da beispielsweise wäre:

 

Ø                 Lametta und

Ø                 Engelshaar ersatzlos streichen, lebensgefährlich

Ø                 Keine Schnee- und Glitzersprays

Ø                 Keine Dekorationsperlen

Ø                 Wunderkerzen nur unter strenger Aufsicht

Ø                 gilt auch für echte Kerzen (die nicht tropfen)

Ø                 Keine kleinen Wachsfiguren oder

Ø                 Deko, die verschluckt werden kann

Ø                 Filigranes aus Metallfolie oder Stroh ebenso wie

Ø                 Glasschmuck nur gut fixiert in unerreichbarer Höhe

Ø                 Geschenkbänder nach dem Auspacken sofort sichern

Ø                 Kein Geschenkpapier oder Girlanden aus Folie!

Ø                 Hochgiftig: Weihnachtsstern (= Pflanze)

 

 

ADVENT, ADVENT, DIE KATZE BRENNT

 

Unfälle können das ganze Jahr über passieren, aber besonders zur Weihnachtszeit wird ein solcher zum „brand“ aktuellen Thema. Kann bei uns nicht passieren, beteuerte ein befreundeter Scherzkeks treuherzig, wir haben nur elektrische Kerzen. Bis einer ihrer sprungfreudigen Youngster den über dem Esstisch schwebenden Adventkranz im Flug erlegte ... der, weil ja doch außer Reichweite, hatte nämlich sehr wohl noch „richtige“ Kerzen. Nun, die Mieze kam mit relativ unerheblichen Schmauchspuren davon, nur die später abrasierten schwarzen Haarspitzen sorgten eine Weile für einen Mottenlöcher-ähnlichen Look. Das stimmungsvolle Grün (noch frisch = 1. Advent, weshalb auch nur eine der aus der Halterung gefallenen Kerzen brannte) gab ein paar glosende Rauchzeichen, der Schmuck war zerzaust oder zerbrochen. Das Tischtuch freilich hatte in paar schicke neue Luftlöcher und der Lack auf der Holzplatte darunter zwirbelte sich wenig attraktiv um einen schwarzen Brandfleck. Noch einmal gut gegangen. Eigentlich.

Brennende Wachskerzen pflegen sich mannhaft zu wehren und Mieze zur am häufigsten vorkommenden unfreiwilligen Verschönerung verhelfen: Sie hat entweder adrett eingeringelte Schnurrhaare oder so gut wie gar keine mehr. Interessanterweise scheint das manche Katze nicht zu stören oder sie bemerkt es nicht gleich – sie müsste es zwar riechen, verbranntes Haar verbreitet ja nicht gerade weihnachtlichen Wohlgeruch, doch das Begreifen von Ursache und Wirkung braucht so seine Zeit. Aber dann ist das kleine Katzengesicht vielleicht schon ein bisschen gegrillt ... oder die Sache nimmt ein fatales Ende und Mieze erleidet schwere Verbrennungen oder fackelt sogar das halbe Zimmer ab.

Weniger stimmungsvoll aber dafür ohne Feuerzauber sind Lichterketten oder elektrische Kerzen. Freilich kann kätzisches Interesse dafür einen Baum schon mal zu Fall oder zumindest mächtig ins Wanken bringen, denn das vielleicht attraktiv wippende Kabel eignet sich ausgesprochen gut zum abschleppen. Immerhin müssen Sie keine Kerzenwachs-Tropfen aus dem Pelzchen schneiden ...

 

 

OH TANNENBAUM

ECHT ODER LIEBER DOCH AUS PLASTIK?

 

Es gibt für beide Für und Wider. Tannennadeln sind ja nicht sonderlich bekömmlich für Katzen, obwohl sie ausgesprochen selten verschluckt werden und einzelne kaum eine wirkliche Gefahr bedeuten. Frisches Harz wiederum widersetzt sich glücklicherweise zumeist der waschenden Katzenzunge, muss aber per Schere aus dem Fell entfernt werden, denn heiß Herausbügeln wird nicht gehen .... Manche der eisernen Baumhalterungen haben in der Mitte eine Tasse für Wasser, damit der festlich Geschmückte ein bisschen langsamer das Zeitliche segnet und nicht gleich vergrämt alle Nadeln wegschmeißt. Decken Sie die Tasse bitte gut ab, denn genau wie Blumenwasser ist auch dieses nicht zum Verzehr geeignet und wirkt sich bestenfalls effektvoll auf die Verdauung aus! Wickeln Sie z.B. ein engmaschiges Gitter drum herum, dann können Sie immer noch nachgießen, aber Mieze kriegt ihre Zunge nicht durch. Finden Sie das unfeierlich, verstecken Sie‘s eben unter einigen Zweigen und spicken das Gitter damit. Es gibt auch Motiv-Bodendecken, speziell entwickelt zum Abdecken von Christbaumhalterungen.

Möchten Sie nun auf Nummer Sicher gehen und der ganze Baum entstammt jenseits aller Natur einer gewinnträchtigen Kunststofffabrik, so ist leider auch diesem nicht absolut zu trauen, denn hartnäckige Zähnchen sind durchaus in der Lage, die Plastikpracht (?) zu dezimieren. Außerdem fängt sie nach einigen Jahren gern ein wenig zu zerbröseln an und die „Nadeln“ lassen sich leicht verschlucken. Allerdings finden sie auf dem üblichen Weg wieder hinaus und richten ganz selten wirklich Schaden an – je nach Menge und was eben sonst noch dranhängt.

Nicht nur entsprechend große Bäume, egal ob echt oder nicht, werden als Erweiterung des Kratzbaumes für Kletterübungen missverstanden, das kann auch Winzlingen passieren – da brechen bloß die Äste leichter ab. Und einige Samtpfoten finden es ausgesprochen erheiternd, das putzige Ding mittels apartem Keulenschlag zu Fall zu bringen und die Festtagsfreude liegt wortwörtlich auf der Matte.

Seltsamerweise gibt es immer noch Leute, die eisern der Meinung sind, „sie wird’s schon noch lernen“ und dann verbissen jedes Jahr mit den Widrigkeiten des Geschickes kämpfen – oder ihre Katze brutal aus dem „Weihnachtszimmer“ verbannen. DAS soll Stimmung bringen??

 

 

ALSO SCHAFFEN WIR WEIHNACHTEN AB?

 

Mitnichten. Indes gibt es immer ein erstes Mal und eine Bescherung der anderen Art kann niemals definitiv ausgeschlossen werden – aber zumindest altersbedingt gibt‘s teilweise Entwarnung. Senioren oder sich im reifen Mittelalter befindliche Leisetreter, die das ganze Theater schon mehrmals erlebt haben, schenken dem gesamten Aufputz in der Regel bloß noch einen müden Blick und konzentrieren sich lieber auf die wirklich wesentlichen Vorzüge der Weihnachtszeit. Als da wären Stückchen vom festlichen Räucherlachs, Schinken oder Truthahn ... Bei Jüngeren aber, für die das alles noch neu und aufregend ist, heißt es freilich, mit dem Baum ohne Aufsicht niemals alleine lassen oder „Holzauge sei wachsam“. Letzteres allerdings jede Sekunde!

Trotzdem müssen Sie weder zum Heimwerkerkönig avancieren oder für eine eiserne Konstruktion einen Bauschlosser beschäftigen noch den Baum einzementieren, aufhängen et cetera und auch Mieze nicht aussperren. Sehr gut bewährt – auch bei Jungtieren – hat sich das Aufstellen des ungeschmückten Baumes mehrere Tage vor dem Fest. Geht’s dann endlich ans Dekorieren, hat das Interesse an diesem sonderbaren Ding schon deutlich nachgelassen. Ist er groß genug, dass er zum Klettern verführt, können Sie Unentwegte gefahrlos pflücken oder mittels Blumenspritze herunter gießen (Achtung: Niemals ins Gesicht sprühen!!). Dem Baum macht das nichts aus, aber Mieze könnte das nachhaltig die Petersilie verhageln ohne sie so zu vergrätzen, dass sie mit Migräne oder einer Baumneurose reagieren müsste und somit feierunfähig wäre.

Sind weitere Gipfelstürme auszuschließen, können Sie von der „Sprunghöhe“ aufwärts – also so weit die Katzenpfote ohne Klettern reichen könnte - Ihren Lieblingsschmuck, Wunderkerzen und Dekoratives ohne getestete Widerstandskraft (wie Glaskugeln) anbringen. Auch Wachskerzen sind erlaubt, sofern ein achtsames Familienmitglied immer dabei ist, so lange sie brennen! Im unteren Gefahrenbereich hängt ausschließlich kampferprobter, ungefährlicher Schmuck aus Holz oder Pappmaché und alles, was einer möglichen Attacke standhält respektive wovon nichts abgekaut werden kann.

Statt der Girlanden nehme ich beispielsweise meterlange „goldene Perlenschnüre“ - die wie alles in der „Katzenzone“ nach Lust und Laune abgeräumt werden dürften, aber nicht werden. Üblicherweise sind es nur zwei, drei Stücke, die eisern nach jedem Wiederaufhängen neuerlich dran glauben müssen – die lassen mich ruhig schlafen. Und die Miezen haben trotzdem ihren Spaß. Womit wir schon bei den Geschenken wären ...

 

 

HURRA! GESCHENKE!

 

Davon ausgehend, dass Ihre Katze/n mit dem Notwendigsten ausgestattet sein dürfte/n und vom rieselfreudigen Bio-parfümierten Katzenstreu bis zum Brillantbesetzten Platinflohhalsband alles hat/haben, löst die vorweihnachtliche Stresszeit erfahrungsgemäß wachsendes Unbehagen aus, das in der Frage gipfelt: Was schenke ich meiner Katze zum Fest?

Das, siehe vor, wäre schon mal eins – nämlich dem/den Pelztiger/n die untersten zwei Astreihen zu „schenken“, wo sie Baumelndes mittels elegantem Pfotenschlag ohne gröbere Anstrengung pflücken und ihrer wahren (!) Bestimmung zuführen können, etwa auch kleine Glöckchen. Könnte Ihren friedlichen Schlummer beeinträchtigen, erfreut aber das Katzenherz. Designerstücke – wiewohl selten belastbarer Natur - dürfen’s natürlich auch sein, aber bevor Sie ob deren künstlerischer Veränderung ständig in Weinkrämpfe ausbrechen, sollten Sie das lieber lassen. Die Schönheit des Baumes leidet nicht ernsthaft unter der teilweisen Benutzerfreundlichkeit und zeitigt dreierlei Erfreuliches: Der „Rest“ bleibt ungeschoren, Mieze hat Spaß und Sie keinen Stress.

Sowohl kostengünstig als auch weit oben auf der Katzen-Wunschliste könnte zudem eine „Unholy Night Action“ stehen. Was ist das jetzt wieder? Nun, wenn sich selbst die beste Hausfrau von allen zumindest einmal im Jahr dazu aufraffen könnte, zwar das Geschirr abzuwaschen und sonstige absolut unaufschiebbare Tätigkeiten zu erledigen, aber – ABER: Das von der festtäglichen Geschenkesflut mit Kartons und Papier verwüstete Wohnzimmer vor dem Zubettgehen nicht wieder auf Vorderfrau zu bringen ... DAS wär’ ein Geschenk! Natürlich empfiehlt es sich, die Kartons nicht größenmäßig feinsäuberlich ineinander zu schachteln und das Papier glättend zu schlichten ... nein, lassen Sie den krausen Haufen einfach so kreuz und quer herumliegen. Entfernen Sie aber bitte penibel alle Bändchen!! Es macht am nächsten Morgen zwar etwas Mühe, die Schnipsel wieder einzusammeln und möglicherweise schlafen Sie auch etwas unruhig ob der seltsamen Geräusche, aber das ist für viele Miezen die Nacht der Nächte, absolutes Highlife. Und sie soll ja – abgesehen vom zumindest sechsgängigen Gourmetmenü auf vergoldeten Schlemmerschälchen - auch etwas haben, worauf sich ein ganzes langes Jahr zu freuen lohnt, oder?

Einer Katze Freude zu bereiten ist nicht unbedingt schwierig, und wenn nicht sowieso endlich mal ein neues Kratzmöbel ansteht, bietet der Fachhandel auf jeden Fall weitaus mehr als eine Katze sich wünschen würde und wir uns leisten können. Wie bei kleinen Kindern wählen wir dann meist Spielzeug. Wobei der Unterhaltungswert freilich eine deutliche Steigerung erfährt, wenn Mensch endlich mal mitspielt, statt ständig vor dem Fernseher zu hängen oder sich hinter seinem Computer zu verschanzen. Vielleicht schenken Sie Ihrer Mieze also zur Abwechslung mal Zeit??

Und die Katzenfreunde selber? Die sind ja sowieso leicht zu beschenken. Figürchen, Kalender, Bücher (kann man ja nie genug haben), Bilder, Schmuck, Uhren, Kaffeetassen, Schlüsselanhänger, Puzzles, Seidentücher, Shirts, Mousepads – alles mit Katze drauf oder dank diverser Printshops vermittels Foto mit der eigenen Lieblingskatze ... bitte nicht schon wieder? Nun, dann auf ins festliche Luxusleben – wer im Internet stöbern kann, wird keine Hinweise brauchen (hier nur ein paar Beispiele), bloß ein randvoll gefülltes Sparschwein:

www.catsofchristmas.com

www.petcelebrations.com

www.kittycity.com

Von Seidenkrawatten und vergoldeten Feuerzeugen mit lächelnder Mieze oder (wer’s nötig hat) fauchendem Panther über Patchwork-Taschen, Katzen-Keksförmchen bis hin zu handgearbeiteten Christbaumkugeln als Katzenkopf aus Papiermaché oder Fingernägeln zum Aufkleben, für jeden Finger ein anderes Katzenbild (!) ... wer da nix findet, ist selber schuld.

Und alles auf jeden Fall besser als ...

 

 

EINE KATZE ALS WEIHNACHTSGESCHENK

 

Alle Jahre wieder häufen sich gerade in der Vorweihnachtszeit die Anfragen nach kleinen Kätzchen. Noch immer, obwohl der Trend glücklicherweise ein bisschen abgeflaut ist. Besonders gestresste Väter, Ehemänner oder Lover scheinen in letzter Konsequenz ihr Heil im lebenden Präsent zu suchen. Wobei mir „ich brauche eine kleine Katze, egal wie sie ausschaut, haben Sie eine?“ samt unüberhörbar mitschwingender, nervöser Zappeligkeit stets ungeheuer das Herz erwärmt ... vor allem kurz vor dem Fest oder, gab‘s in der Tat auch, nachmittags um fünf vor Heiligabend.

Tiere sind kein Spielzeug und dürfen als solches auch nicht verschenkt werden, weiß jeder, wird nur nicht immer beherzigt. Tiere haben unterm Weihnachtsbaum nichts verloren, sollte eigentlich auch jeder wissen – eine „eiserne“ Regel, der aber manchmal Ausnahmen zugestanden werden können, nämlich wenn das Fest im allerkleinsten Rahmen – etwa als Single oder à deux - begangen wird. Also ohne Verwandtschaft, Freundeskreis (selbst wenn nur handverlesen anwesend) oder generell vor Aufregung überschäumende Kinder. UND wenn die kleine Katze nicht eine Woche später ohne Schutz und Schirm der Silvesterknallerei ausgesetzt wird! – siehe dazu demnächst: Homöopathie für Silvester-stressgeplagte Tiere.

Sind Sie absolut sicher, dass das Geschenk auch ohne Wenn und Aber willkommen ist, bedenken Sie dennoch: Das kleine Schätzchen, das gerade Mutter, Geschwister und Zuhause „verloren“ hat, kann nicht nur im Festtagstrubel leicht untergehen, sondern sich genauso durch übersteigerte Aufmerksamkeit schnell überfordert fühlen. Und zum Beispiel mit Durchfall und Erbrechen kontern ...

Darum: Schenken Sie erstmal Zubehör plus/oder Gutschein (falls Sie nicht so Geschmackssicher sind) und eine liebevoll gestaltete „Zustimmungserklärung“, etwa wenn ein Schätzchen aus dem Tierheim angedacht ist. Persönlich würde ich das auch empfehlen, wenn es was Adeliges sein soll – weil am wenigsten schief geht, wenn der Beschenkte sich seinen neuen Hausgenossen selber aussuchen kann. Hat er das schon, freut er sich über eine schön verpackte „Besitzurkunde“, Stammbaum und Fotos (gleich im Album). Jeder Züchter wird Kittenbilder haben und außerdem nicht nur Verständnis dafür aufbringen, wenn Sie die kleine Mieze erst nach den Feiertagen abholen, sondern das von sich aus vorschlagen oder sogar nur unter dieser Voraussetzung vergeben! In der Regel werden dann alle Beteiligten sehr viel mehr Freude aneinander und miteinander haben!

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Fest!

 

 

 

 

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