Was Katzen wollen - Einkaufstipps

WAS KATZEN WOLLEN

 

TRAUMKATZE STATT ALBTRAUM

Einkaufs-Tipps für Anfänger

 

 

Katzen sind Freunde fürs Leben und (wie jedes Haustier) kein Gebrauchsartikel, dessen man sich wieder entledigt, wenn man’s über hat, warum auch immer. Darum prüfe wirklich ernsthaft, wer sich zu binden bereit ist – und das beginnt keineswegs mit der Überlegung, welche am besten gefällt, sondern mit einer „Nabelschau“ ins eigene Selbst ...

 

 

WAS KATZEN WOLLEN

 

Theoretisch gäbe es Fragen wie Sand am Meer und allein Grundsätzliches würde schon ein Buch füllen. Liest kein Mensch, viel zu lang ... Also beginnen wir kurz und knackig damit, warum es eine Katze sein soll, was Sie über Katzen wissen, was Sie sich vom Zusammenleben erwarten, inwieweit Sie bereit sind, Kompromisse zu schließen ... und gehen davon aus, dass Sie bereits im Vorfeld abgeklärt haben, was Sie samt Familie zu optimalen Katzeneltern macht – d. h. (unter anderem)

 

Ø                 Sie haben sich ausreichend informiert, welche Bedürfnisse Katzen haben und sind in der Lage, diese sowohl zu respektieren als auch zu erfüllen – sie demzufolge liebevoll als gleichwertigen Partner zu behandeln, der wichtiger ist als Nippes oder Designermöbel;

Ø                 Sie haben Zeit, mit der Katze zu reden, zu spielen und sich mit ihr zu beschäftigen (auch wenn Sie ihr einen Gefährten gönnen) und nichts dagegen, dass sie die gesamte Wohnung als Revier benutzt – gefahrenfrei (siehe Kapitel Countdown);

Ø                 Sie sind sich klar darüber, dass Sie Geld in die Hand nehmen müssen und der Kaufpreis, so Ihnen der Sinn nicht nach einer exklusiven Rarität steht, sozusagen der kleinere Brocken ist im Vergleich zu allen notwendigen Anschaffungen wie z.B. den unabdingbaren Kratzbaum usw.?

Ø                 Sie sind sich dessen bewusst, dass die Traummieze über viele Jahre artgerecht und qualitativ bestens ernährt werden muss und sie auch als Sofatiger „passenden“ Impfschutzes und ärztlicher Versorgung (sowie Ihrer Pflege) bedarf, sollte sie mal krank werden;

Ø                 Sie wissen, dass Sie mangels Erfahrung Ihren Kids den richtigen und manierlichen Umgang mit der Katze vorleben bzw. zeigen müssen und dass das Zeit und Geduld erfordert;

Ø                 Sie haben einen Catsitter gefunden, der während Ihrer Urlaubszeit die Katze gut und verlässlich betreut.

 

Das ist zwar auch nur die Spitze des Eisberges, weshalb wir Fragen nach anderen Haustieren und wie die auf den feliden Familienzuwachs reagieren und umgekehrt etc., mal unberücksichtigt lassen ... von wegen zu lang und liest kein Mensch. Aber wenn Sie vorige Punkte positiv abhaken können, stehen die Chancen schon mal nicht schlecht, beim Eignungstest nicht durchzufallen.

Kurz gesagt: Was Katzen wollen sind Menschen, die es wert sind, geliebt zu werden ...

 

 

UND WAS WOLLEN SIE?

 

Präzisieren Sie Ihre Wünsche. Was erwarten Sie? Zumeist wird eine pflegeleichte Katze bevorzugt, was sich freilich oft weniger auf das Fellkleid bezieht als auf die Wesensart bzw. charakterlichen Eigenschaften. Nun, vom Grundgerüst der Spezies her sind alle einander gleich, daran lässt sich nicht rütteln. Das Faszinierende daran, und im Prinzip das, was wir an ihnen lieben ist, dass sie sich dennoch ihre Individualität bewahrt haben, weil sie sich nicht verbiegen lassen und sich selbst treu bleiben. Was schlicht bedeutet, dass sie nicht weniger vielschichtig sind als wir und/oder andere intelligente Lebewesen.

Schreiben Sie daher auf, was Mieze „können“ sollte und Ihnen wichtig ist und nehmen diese Liste mit zum Züchter Ihrer Wahl – um diesen kommen Sie nämlich definitiv nicht herum, wenn Sie besondere Vorstellungen realisiert sehen möchten, die über das Aussehen hinausgehen. Womit wir bei etwas wären, mit dem viele, deren Sinn nach einer Katze steht, anfangen: Ja, welche gefällt uns denn am besten?

 

 

DIE TRAUMKATZE

 

Es gibt verschiedene Wege, eine Katze zu finden, vom Tierheim über TV-Sendungen und Zeitungsannoncen bis hin zum Internet, in dem heutzutage quasi von der Klobürste bis zur Reise zum Mond alles angeboten wird. Natürlich auch Katzen sonder Zahl – was Vor- und Nachteile hat. Ideal ist, dass man sich in Ruhe ausgiebig umsehen und herausfinden kann, bei welcher das Herz höher schlägt. Andererseits sind Websites Werbung und kein Anbieter (egal ob Züchter oder „Züchter“) wird was Negatives reinschreiben, also aktivieren Sie bitte Ihren gesunden Menschenverstand: Wer Schnäppchen serviert oder mehrere Rassen „auf Lager“ hat, sollte besser nicht in die engere Wahl gezogen werden (vereinzelte Ausnahmen bestätigen die Regel)! Macht sich Begeisterung breit und Sie haben, soweit möglich, ein gutes Gefühl, müssen Sie freilich aus dem Pyjama raus und persönlich antraben – wer sich eine Katze quasi mit der Post schicken lässt, die er noch nie live erlebt hat und weder weiß, wie sie aufgezogen wurde noch welche Charaktereigenschaften sie tatsächlich hat, der darf sich nicht wundern, wenn die Ware nicht entspricht. Und was dann? Umtauschen wie ein Gewand, in dem man zu Hause seltsamerweise nicht mehr so gut aussieht wie vor dem Spiegel im Laden?

Also vereinbaren Sie einen Termin, tanzen da pünktlich an (ohne die Verwandtschaft) und lassen mal alles auf sich wirken. Macht sich gut? Dann halten Sie mit Ihren Absichten und Vorstellungen nicht hinterm Berg, andernfalls die Beratung eines seriösen Züchters nicht greifen kann. Sieht sich dieser nun außerstande, Ihren Träumen gerecht werden zu können, weil er zwar die angedachte Katze hat, diese aber nicht die verlangten Eigenschaften aufweist – dann machen Sie bitte keine Kompromisse bis zur Selbstverleugnung, nur um sie doch zu kriegen. Die Wunschliste lässt sich bis zu einem gewissen Grad relativieren, aber Ihr Leben auf den Kopf stellen zu wollen würde auf Dauer nicht gut gehen. Und die Katze muss es ausbaden!

In welchem Fall es natürlich auch andersherum ablaufen kann, das heißt der Züchter winkt ab und rückt die Zuckermaus nicht heraus. Das kann, weil ja Züchter genauso ein Bauchgefühl haben bzw. ihre Pappenheimer zudem am besten kennen und daher nicht jedem jede Katze anvertrauen, immer wieder mal passieren. Nicht beleidigt sein - Verständnis ist angesagt, weil es ja nicht abwertend gemeint ist, sondern „wer passt zu wem“ Vorrang hat.

Das andere Extrem wäre ein „Züchter“, der jede Frage auf Ihrer Liste zu Ihren Gunsten beantwortet, weil diese Ihre Wunschkatze schlichtweg allein für Sie maßgeschneidert just aktuell vorrätig ist. Zugegeben, das gibt’s in der Tat. Will er sie Ihnen auch noch gleich einpacken, sollten Sie’s aber doch erst mal überschlafen. Und/oder sich noch ein bisschen anderswo umsehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob Sie wirklich beim Richtigen gelandet sind, auf den Sie sich auch in Zukunft verlassen können, damit Sie später nicht allein im Regen stehen. Sie sind sich trotzdem nicht sicher? Dann helfen vielleicht die

 

 

„ANDEREN“ ZEHN GEBOTE

 

Kleiner Tipp vorweg: Wenn Ihnen das kleine Wunder nicht gleich um den Hals fällt á la „sie hat mich ausgesucht“, sollte das nicht überbewertet werden. Fremden mit Distanz zu begegnen ist an sich normal, hängt aber auch von der Rasse ab. Eine besondere Schreckhaftigkeit oder reihenweise Flucht ins Unterirdische lässt allerdings auf wenig Menschenkontakt schließen.

 

  1. Achten Sie nicht nur in einem für Ihren Geschmack eher schmuddeligen Haushalt (sondern in jedem) darauf, ob Futterplatz, Näpfe und Kistchen sauber sind;
  2. ob alle Katzen einen adretten und gepflegten Eindruck machen, ohne verschmutzte Hinterfronten, auffälligem Juckreiz, Niesanfällen oder Anzeichen einer erkennbaren Unpässlichkeit;
  3. ob die Katzen sichtlich am Familienleben teilhaben und sich frei bewegen dürfen oder Sie samt Auserwählter nur ins sonst katzenfreie Besucherwohnzimmer geführt werden – in welchem Fall Sie um einen Rundgang bitten sollten (einen kleinen!!, auch Züchter haben eine Privatsphäre!), um zu sehen, wie und wo die anderen leben;
  4. Auf jeden Fall sollten Sie Kontakt zu den Elterntieren bekommen und, sofern dort wohnhaft (in der Regel „riechbar“), den Vaterkater besuchen, weil dessen Haltung häufig insgesamt den Stellenwert der Tiere widerspiegelt (z. B. wenn der Raum eher Käfig-Charakter hat). Aber
  5. überbewerten Sie die Duftorgie nicht, die sich mit einem Deckkater im Haus selten vermeiden lässt. Weshalb der Stinker verschiedentlich mit einem Häuschen im Garten vorlieb nehmen muss. Was mitunter freilich bedeutet, dass er kaum Sozialkontakt hat.
  6. Womit wir beim Verhältnis der Katzen untereinander sowie zwischen diesen und dem Züchter wären: Mit Mutter und Geschwistern (samt eventueller Tanten und Onkel) aufgewachsen, wechselt eine Katze im Idealfall aus einer Geborgenheit in die andere, denn Harmonie und ein liebevoller Umgang innerhalb der Züchterfamilie prägen jedes Tier und machen es „bereit für die Welt da draußen“;
  7. weshalb Ihnen ein achtbarer Züchter auch kein Kätzchen a) ohne oder nur mit einem „halben“ Impfschutz übergeben wird und b) niemals vor der zwölften/dreizehnten Lebenswoche;
  8. außerdem wird er es als wünschenswert erachten, wenn Sie die Mieze vor dem Abgabetermin gelegentlich mal besuchen (dann auch mit Familie, bei einer größeren „Herde“ aber bitte schaumgebremst aufgeteilt), um sie kennen zu lernen und die Basis für ein gutes Vertrauensverhältnis herzustellen;
  9. zu einer mustergültigen Geschäftsgebarung gehören zudem ein Kaufvertrag, ein Stammbaum (auch wenn Sie den nicht so wichtig finden), ein korrekt ausgestellter Impfpass und ein Futterplan. Auch das Angebot, bei Fragen und eventuellen Problemen mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen, kennzeichnet einen vertrauenswürdigen Züchter, der damit Interesse am weiteren Schicksal seines Schätzchens bekundet – weil niemand in die Zukunft schauen kann, werden Sie sich da allerdings auf Ihr Bauchgefühl verlassen müssen. Der Züchter auch;
  10. Grundsätzlich gilt: Respekt und Höflichkeit auf beiden Seiten. Lassen Sie sich nichts aufschwatzen oder leisten eine Anzahlung, solange Sie noch in der Nachdenkphase sind. Ist die Entscheidung gefallen, dann feilschen Sie nicht. Seriöse Zucht kostet und erlaubt keine Schnäppchenpreise. Gute Züchter sind keine Trödler, die Ihnen für eine Rostlaube das Geld aus der Nase ziehen. Und in einem schicken Restaurant fein speisen wollen und hinterher mit dem Kellner verhandeln geht auch nicht. Qualität hat ihren Preis – und die geht in diesem Fall weit über die äußere Schönheit hinaus

 

 

DAS ELFTE GEBOT

 

Weil wir grad so schön bei Respekt und Höflichkeit sind: Kein korrekter Züchte wird es Ihnen verübeln, wenn Sie sich auch anderswo umsehen möchten – das ist allerdings nicht vergleichbar mit einer Tour quer durch die Shoppingmeile. Heißt: Bitte nicht die eine Tür schließen und mehr oder weniger kurz darauf auf der Matte der nächsten stehen. Auch wenn Sie ein gutes Gefühl haben und alle Katzen einen gesunden Eindruck gemacht haben, heißt das noch lange nicht, dass Sie dem Nächsten nicht irgendetwas einschleppen können. Eine Pilzinfektion im Anfangsstadium kann auch einem sorglichen Züchter noch nicht aufgefallen sein oder, steht den Katzen ein Gehege zur Verfügung, sich mal ein Floh oder eine Zecke auf die Wohlgepflegte verirren. Auch andersherum ist möglich, wenn Sie etwa an einer Erkältung laborieren und der Züchter zu den Viren kommt wie die Jungfrau zum Kind.

Ja, das mag alles überzogen klingen, ist aber leider traurige Realität und fällt daher in die Kategorie „Sag niemals nie“. Legen Sie also ein paar Tage/eine Woche zwischen die Besuche. Überstürzen ist nie gut. Nachdem Sie den Partner Ihrer schlaflosen Nächte gefunden haben, sind Sie ja auch nicht stracks aufs Standesamt geeilt. Gut Ding will Weile haben. Außerdem: Hat ein Züchter schon mal schlechte Erfahrungen gemacht (oder will vorbeugen), kann es gut sein, dass Sie weiter als bis zur Türmatte gar nicht kommen, wenn er fragt und erfährt, wo Sie vorher gewesen sind. Und Gedankengut á la „Hinter mir die Sintflut“ ist dem Traummensch, den Katzen sich wünschen, so fremd wie der Mann im Mond. Oder?

 

 

MONEY MAKES THE WORLD GO ROUND ...

 

Sind nun alle Präliminarien zur allseitigen Zufriedenheit erfüllt und Sie samt Familie fiebern dem Tag X entgegen, müssen Sie freilich zuvor noch wie eingangs erwähnt allerlei Bares unters Volk bringen. Lassen Sie sich Zeit, aber starten Sie die Einkaufsorgie rechtzeitig genug, damit von der Grundausstattung bis zum Futtervorrat alles empfangsbereit vorhanden ist – Tipps zur Eingewöhnung finden Sie übrigens im Beitrag „Der Tag, an dem die Katze kommt“

Und jetzt geht’s los:

 

Katzeklo macht die Katze froh

Wird’s benutzt, den Menschen nicht weniger. Ein guter Züchter wird Sie gern beraten und z.B. darauf hinweisen, dass je nach Größe des neuen Reviers ein einsames Kistchen zumindest anfangs nicht ausreichen wird. Folgen Sie auch hinsichtlich der Einstreu seiner Empfehlung und bitten für den großen Tag um ein bisschen frisch benutztes von zu Hause – es funktioniert wie ein „Hinweisschild“, weil einer neuen Toilette trotz Einstreu der „Leitgeruch“ fehlt und oft als Schlafplatz missinterpretiert wird, sodass sich die Mieze dann womöglich anderswo löst. Übler Start und schlecht aus dem Katzengedächtnis zu löschen, weshalb es sehr wichtig ist, dass „das“ von Anbeginn zielgerichtet klappt. Wesentlich ist auch, dass das/die Kistchen so aufgestellt werden, dass Mieze unbehelligt ihren Geschäften nachgehen kann und keine Weltreise zurücklegen muss.

 

Vom Wald und den Bäumen

Theoretisch können Sie sich austoben, das Angebot ist gewaltig, praktisch muss freilich jedes Kratzmöbel in erster Linie den Bedürfnissen der Katze entsprechen – ob es zum Interieur passt oder Ihnen gefällig erscheint, ist dabei zweitrangig! Anhand dessen, was beim Züchter so herumsteht und wie proper oder nicht seine Sofas etc. aussehen, lassen sich jedenfalls erste Rückschlüsse ziehen, was Sie wählen sollten. Genaugenommen ist freilich der Kratzbaum das einzige Möbelstück, das allein der Katze gehört, weshalb Knausern nicht angebracht ist, sofern Sie Wert darauf legen, dass Ihre Einrichtung unbehelligt bleibt. Wirklich groß ist spitze – aber ein dehnbarer Begriff. Es kommt nicht darauf an, wie viele Liegeflächen er hat, sondern wie hoch er ist und wo sich die Rückzugsmöglichkeiten befinden. Ein Häuschen in Bodennähe wird selbst ohne Kind/Hund höchst selten frequentiert, sollte also generell in luftiger Höhe außer Reichweite angebracht sein. Und: Ein halber Säulen-Wald ist weniger wichtig als hohe Stämme, die zum Klettern und Krallenschärfen einladen. Der ideale Ort für das Ding ist da, wo sich was tut, aber bitte nicht zuviel. Also weder im Flur noch im Abstellraum ...

 

Mahlzeit – es ist serviert

Welches Futter die Katze gewohnt ist, wann und wie viel gereicht wird, hat Ihnen der vorab ausgehändigte Futterplan schon verraten. Und dass weder Futter- noch Wasserschale nicht in unmittelbarer Nähe des Kistchens platziert werden dürfen, sagt Ihnen der gesunde Menschenverstand. Sie picknicken auch nicht neben dem Klo. Wählen Sie eine ruhige Ecke, wo die Katze ungestört ist und sorgen dafür, dass sie in einem lebhaften Haushalt beim Speisen nicht belästigt wird. Wählen Sie nach Möglichkeit Geschirr aus Alu oder Steingut, es ist hygienischer, lässt sich besser reinigen und ist unverwüstlich. Wenn Plastiknäpfe, dann nur qualitativ hochwertige, sie müssen weniger häufig erneuert werden und nehmen den Speisengeruch nicht so leicht an. Allerdings schmeckt das Wasser daraus trotzdem schnell schal.

 

Reisen und schlafen

Ob und wie viele Schlafbettchen und Kuschelhäuschen Sie anschaffen, bleibt Ihrem Portemonnaie überlassen. Die Benutzung hängt nicht zuletzt davon ab, wo sie hingestellt werden. Ist die Mieze (hoffentlich) im Bett erwünscht, darf auch das Sofa benutzen (was eigentlich selbstverständlich ist) und verfügt über einen feinen Kratzbaum (z. B. mit einer Hängematte ganz oben), wird sie den Kuscheldingern (außer eventuell im Winter) oft nicht allzu viel abgewinnen, sodass eins oder zwei ausreichen.

Definitiv unerlässlich ist ein Transportkorb. Outdoor zudem ein „sicheres“ Gehäuse in jeder Hinsicht, denn eine Katze auf dem Arm wohin auch immer tragen zu wollen, ist Nonsens und zudem brandgefährlich. Sie windet sich schneller heraus als Sie denken können und am Nackenfell arretieren ist ein absolutes No-Go, auch bei Jungtieren. Das Risiko – egal ob Sie mit einem öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs sind oder bloß von der Haustür zur Garage (im Auto sowieso) - kann sie entweder das Leben kosten, einen Unfall provozieren oder ihr bestenfalls ein Trauma bescheren. Außerdem wird sie mal (oder ist) erwachsen und da können Sie bei freihändig (in eine Decke wickeln bringt übrigens so was von gar nichts) wählen zwischen Panikattacke, Notarzt oder sonstigen Katastrophen.

Manche Katzen sind oder entwickeln sich übrigens zu wahren Ausbrecherkönigen, weshalb ein Weidenkorb, wiewohl hübsch luftig, nicht unbedingt empfehlenswert ist, solange Sie über solche Gewohnheiten nicht Bescheid wissen. Hartplastik-Kennels sind in der Regel ideal. Hat das Ding auch oben ein Gitter zwecks leichterem Einfüllen bzw. Herausnehmen, decken Sie es ab = „Gefahr von oben“ irritiert und kann Angst machen. Fällt das interessierte Auge auf eine Reisetasche, sollte Geld keine Rolle spielen und das Teil aus Leder oder einem so verstärkten Gewebe sein, dass es sich nicht verformt. Plastik riecht nicht nur total ungut, wenn es sich (durch die Katze) erwärmt, es kann sich auch leicht ein Wärmestau bilden. Außerdem ist, sollte es an einem stabilen, waagrechten Dach mangeln, die Klaustrophobie nicht weit, wenn die Griffe wie bei einer Handtasche nahe beieinander liegen, sodass die Katze darin eigentlich nur mehr liegen kann. Dann gäb’s noch diese hübschen gepolsterten Stofftaschen mit Schultergürtel, erfunden für Schoßhündchen, die vorn herausschauen können und mittels Geschirr innen angeleint werden müssen. Relativ warm da drin, mögen es trotzdem manche Katzen gern – bevorzugt schlanke Leichtgewichte. Eine große oder schwere (bzw. solches werdende) Katze würde allerdings durchhängen und das dann möglicherweise nicht mehr so lustig finden. Sozusagen wie die Füllung einer Canneloni ...

Für die Reise ins neue Heim wäre es nebenbei erwähnt nicht übel, sich vom Züchter zwecks Heimatgeruch eine weiche Unterlage zu leihen und das Behältnis zumindest in den ersten Tagen stehen zu lassen, weil beides dem Kätzchen am meisten vertraut ist.

 

Spielen und lernen

Spielen ist elementar und für Katzen DAS geistige und körperliche Training schlechthin, das sie ein Leben lang perfektionieren und sie fit und wach hält. Allein ist das auf Dauer ziemlich öde, wer trickst sich schon gern immer nur selbst aus? Und wenn der Tag sich in die Länge zieht, was er spätestens dann tut, wenn Mieze das neue Revier ausreichend erkundet hat, kommt sie auf allerlei unterhaltsame Gedanken. Die bei uns eher weniger auf Gegenliebe stoßen. Jetzt einen Berg Spielsachen vor ihre Nase zu kippen und denken, das wär’s – mitnichten. Wie bei Menschenkindern ist weniger mehr, dafür Abwechslung gefragt. Bällchen, Katzenminzesäckchen, Stoff- und Fellmäuse – die Grundausstattung – haben eine Neigung zum Unauffindbarwerden und verlieren irgendwann mal auch an Reiz. Also dosieren und wechseln. Beachten Sie den Sicherheitsfaktor, sodass die kleine Katze nichts abknabbern, verschlucken oder sich verletzen kann. Entfernen Sie Kleinteile aus Plastik oder Metall, vermeiden Weichgummi, Stanniol, Wolle, Geschenkbänder und andere dünne Schnüre. Und denken daran, dass es für eine Katze nichts Schöneres gibt, als einen Menschen – und einen Artgenossen -, der mitmacht ... Was spricht übrigens gegen ein Duo?

 

LETZTER CHECK VOR DEM COUNTDOWN

 

Alles eingekauft, vorbereitet und fein gemacht, damit der Staubsauger zumindest die nächsten Tage Urlaub hat? Fenster vernetzt, Kippfenster-Sicherung montiert? Freiliegende Kabel „verpackt“? (Manch Vorsichtiger klebt auch für einige Zeit offene Steckdosen zu) Abdeckung für Herdplatten aufgelegt? Türen von Waschmaschine und Trockner geschlossen? Bedenkliche Pflanzen der Oma geschenkt? Medikamente, Putzmittel, Strickzeug und sonstiges Kleinzeugs unerreichbar eingeschlossen?

Was ist mit Schlupflöchern = Zwischenräume zwischen Herd oder Schrank & Mauer etc. pp., wo eine kleine Katze reinschlüpfen, aber nicht mehr heraus kann? Sie wären nicht die bzw. der Erste, der die halbe Küche abmontieren musste. Oder den Einbauschrank zerlegen, weil sie via Hilfsmittel (Kratzbaum?) von oben hinter die Rückwand gerutscht ist ... Ja, auch das ist überzogen – ein wenig ... Die Neugier ist der Katze Tod – in erster Linie gefährdet sind natürlich Jungtiere, aber weil im fremden Revier, kann auch schon mal eine Erwachsene unliebsame Bekanntschaft mit dem Schicksal machen.

Auf Schritt und Tritt verfolgen wird’s nicht spielen, jeder muss auch mal schlafen. Während Mieze auf die Pirsch geht ... Übrigens: Nächtens deshalb allein irgendwo einsperren ist niederträchtig, mit ins Schlafzimmer nehmen hingegen nicht nur liebenswert, sondern ein Indiz dafür, dass das Schätzchen wirklich bei einem Traummensch gelandet ist. Aber vergessen Sie nicht aufs Kistchen, Futter & Wasser – oder die Tür offen zu lassen.

Wünsche wohl zu ruhen ...

 

 

 

 

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