Bausteine des Lebens: Vitamine & Mineralstoffe

 

 

 

BAUSTEINE DES LEBENS

 

VITAMINE & MINERALSTOFFE

 

 

 

Vitamine sind weder von ihrem chemischen Aufbau noch von ihrer Funktion her vergleichbar und wirken als Bindeglieder zwischen verschiedenen Stoffwechselvorgängen. Ähnlich den Spurenelementen benötigt sie der Körper zur Aufrechterhaltung seiner Leistungsfähigkeit. Und wie viel davon braucht eine Katze?

 

 

 

 

LIZENZ ZUM MITDENKEN

 

Ja nun, Patentrezepte gibt es keine, weil der Bedarf individuell verschieden ist. Ganz ohne Mitarbeit wird’s also nicht gehen. Nichtsdestotrotz lässt sich auch mit Richtwerten gut arbeiten, ohne dass man ständig den Rechenstift schwingen müsste. Weil einerseits kleine Abweichungen eine „normale, gesunde“ Katze nicht gleich aus den Schuhen kippen lassen und andererseits, sofern wir aufmerksam genug sind, Mieze durch temporär geäußerte Vorlieben sowohl einem eventuellen Überangebot als auch einer Mangelerscheinung gegensteuern wird/kann. Abgesehen davon bieten die nachfolgenden Tabellen eine Übersicht über Mangel- bzw. eventuelle Vergiftungserscheinungen, die sich allerdings weitgehend der Selbstdiagnose entziehen. Bei Auffälligkeiten oder Unsicherheit sollten Sie daher mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens reden, dem entsprechende Hinweise mitunter die Spurensuche erleichtern oder der zumindest Richtungweisendes beisteuern kann.

Unter normal und gesund ist übrigens nicht nur körperliche Unversehrtheit im Sinne fehlender Wehwehchen oder Unverträglichkeitsreaktionen etc. gemeint, sondern auch, ob die Katze etwas „leisten“ muss oder nicht. Zucht- oder Jungtiere z. B. haben somit einen wesentlich höheren Bedarf als ein Couchpotato.

 

BESSER DENKEN LASSEN?

 

Wer’s nun penibel und persönlich zugeschnitten wünscht, wird um einen studierten Ernährungsexperten nicht herumkommen. In welchem Zusammenhang übrigens nicht ganz uninteressant zu wissen ist, dass sich auch die Empfehlungen moderner Mediziner zu einem beträchtlichen Teil auf wenige und teilweise lange zurückliegende Untersuchungen stützen, da keine ausführlichen neueren Studien vorliegen. In aktuellen Empfehlungen zur Versorgung wird daher nicht zuletzt deshalb von einer „großen Schwankungsbreite“ gesprochen, weil sie im Analogieschluss zu anderen Spezies abgeleitet wurden. Um Verwirrung zu vermeiden, fußen die nachfolgenden Angaben indes nur auf speziesorientierten Veröffentlichungen mit geringfügigen Adaptionen aufgrund entsprechender Daten.

 

 

WER HAT’S ERFUNDEN?

 

Dass es Substanzen gibt, die wir unbedingt zum Leben brauchen, war schon vor 2500 Jahren bekannt – wie sie wirklich wirken, wurde aber erst vor etwa 100 Jahren entdeckt. Den Anfang machte 1909 das Vitamin A (Retinol), wofür die Fischleber hergehalten hat; 1912 fand der polnische Biochemiker Casimir Funk in Reiskleie den Wirkstoff Thiamin, heute als B1 bekannt, der auch für die Namensgebung verantwortlich zeichnet: „Vita“ für Leben und „amine“ aufgrund der Annahme, dass alle diese Stoffe Aminoverbindungen seien. Dass das bei weitem nicht auf alle zutrifft, stellte sich erst viel später heraus, ebenso, dass das Vitamin B aus mehreren Faktoren besteht und ab 1920 deshalb mit Zahlen belegt wurde. Weitere Meilensteine zwischen 1912 und 1941 waren die Entdeckung der Vitamine C (aus Zitronen), D (Fischleber), B2 (Eier), E (Weizenkeimöl), B12 (Leber), K (Luzerne) und B9 (Folsäure, Leber). Die Buchstaben-Bezeichnung geht auf den US-Biochemiker Elmer McCollum zurück und gilt seit 1913.

 

 

WENN NAHRUNG KRANK MACHT

 

Das kann an der falschen Zusammensetzung von Vitaminen und Mineralstoffen liegen, meist handelt es sich jedoch um Unverträglichkeitsreaktionen auf bestimmte Nahrungsbestandteile. Womit das industriell hergestellte Fertigfutter ins Spiel kommt, denn mit steigender Tendenz werden Allergien und/oder Intoleranzen diagnostiziert, die häufig auf dessen Konto gehen. Infolgedessen einige Futter-Multis diese Schiene bereits mit Spezialfuttermitteln abdecken, immerhin steht da, salopp gesagt, mächtig viel Geld dahinter. Und weil man besonders bei Tieren die Rechnung nicht ohne den Wirt machen kann, werden quasi keine Mühen und Kosten gescheut und dem heiklen Thema Akzeptanz vermittels „Testessern“ begegnet, was zudem etwaige Rückschlüsse auf mögliche Unverträglichkeiten erlaubt. Getestet und für gut befunden trifft freilich nur aufs tierische Personal zu, nicht auf jedes Individuum, daher sind vereinzelte unerwünschte Reaktionen nicht auszuschließen.

Mehrheitlich finden sich die Übeltäter bei qualitativ wenig Hochwertigem, bei welchem die Verdauung permanent mit allerlei bunt gemischten Zutaten, Geschmacksverstärkern und Konservierungsstoffen konfrontiert wird, die das System schlicht überfordern (können). Beschwerden und Auslöser sind unterschiedlich, häufig richtet sich die Immunreaktion des Körpers gegen bestimmte Eiweißstoffe (= Allergie) oder es entwickelt sich eine Intoleranz, eine Unverträglichkeitsreaktion auf einzelne Nahrungsbestandteile. Sie entsteht durch Mangel an oder komplettem Fehlen von Verdauungsenzymen, die diese Stoffe schlecht bzw. nicht aufspalten können – und sind mittlerweile drauf und dran, die Allergien vom ersten Platz zu verdrängen.

Trotzdem ist Fertigfutter vielfach besser als sein Ruf und kann uns, sofern wir auf Qualität schauen!, des Vitamin-Versorgungsdilemmas auch dann entheben, wenn wir z. B. Fertiges mit Frischem 50:50 reichen. Abgesehen davon gibt es viele Katzen, die Rohes einfach nicht mögen ...

 

 

 

KLEINER BLICK IN DIE DOSE

 

Denn Fertigfutter kann den Vitamin- und Mineralstoffbedarf von Minka Normalverbraucher durchaus abdecken, wenn als Alleinfuttermittel gekennzeichnet, qualitativ hochwertig und für die in diesem Zusammenhang besonders wichtigen Alterstufen gereicht – Kitten, Erwachsene und Senioren. Mittlerweile gibt’s zudem Fertiges für bestimmte Rassen bzw. Freigänger oder reine Sofatiger. Finden wir die richtige Balance hinsichtlich der Menge (auch die diesbezüglichen Angaben auf den Verpackungen sind nur Richtwerte!, weil der Bedarf u. a. von der Agilität abhängt) und füttern zusätzlich abwechslungsreich, indem Sorten UND Marken/Hersteller querbeet getauscht werden, können wir uns schon darauf verlassen, dass unsere Katze passend versorgt ist.

Muss leistungsorientiert gefüttert werden, kann Fertigfutter mit Zusätzen angereichert werden. Theoretisch lässt sich auch Billigpampe solcherart aufwerten, ist aber a) kompliziert, b) schwindet die Ersparnis und ändert c) nichts daran, dass derlei Produkte reine Dickmacher sind und nicht lange vorhalten. Indes muss „billig“ keineswegs zwingend gleichbedeutend mit „schlecht“ oder mangelhaft sein - das kommt auf die Inhaltsstoffe an. Möchten Sie’s überprüfen und blicken nicht durch, kann z. B. Qualitätsfutter kontra Schnäppchen einen schlüssigen Vergleich ermöglichen. In jedem Fall beachten Sie bitte die ...

 

 

GRUNDPRINZIPIEN DER ERNÄHRUNG

 

Das wäre theoretisch ein Artikel für sich, also hier nur die ultimative Kurzfassung: „Richtige“ Ernährung umfasst die Sicherstellung der gesamten materiellen und funktionellen Bedürfnisse des Körpers, um Wachstum, Erhaltung, Funktionstüchtigkeit und Leistungsfähigkeit zu gewährleisten. Wesentlich ist, dass Katzen von allen Haustierarten den größten Eiweißbedarf haben (doppelt so groß wie der des Hundes) und trotz Domestikation und Versorgung durch uns nach wie vor die gleichen Nahrungsbedürfnisse haben wie ihre wilden Vorfahren. Ausgehend von den Nährstoffanteilen im Beutetier sind mehr als 50 Prozent der Nährstoffe Proteine.

Als optimale Katzenernährung wird folgende Zusammensetzung empfohlen: 14 bis 20 Prozent Eiweiß, fünf bis zehn Prozent Fett, fünf bis sieben Prozent Kohlenhydrate, ein bis zwei Prozent Mineralstoffe und Vitamine. Woraus sich folgende Faustregel ableitet: Zwei Drittel bestehen aus hochwertigen Eiweißfuttermitteln, ein Drittel aus Beifutter. Mineralstoffe und Vitamine sind entsprechend hinzuzufügen.

Und nun geht’s zur Sache.

 

 

VITAMINE

 

Diese sind lebenswichtige organische Verbindungen, die in geringen Mengen als Teile von körpereigenen Enzymen und Hormonen benötigt werden. Die meisten Vitamine werden nicht selbst vom Organismus synthetisiert und müssen daher mit dem Futter aufgenommen werden. So kann die Katze im Gegensatz zu anderen Säugetieren die pflanzliche Vorstufe des Vitamin A (Karotin) nicht umwandeln und braucht zur Deckung ihres Bedarf tierische Nährstoffe (nur solche sind geeignet), z. B. rohe Leber – die, etwa vom Rind, allerdings einen dermaßen hohen Anteil an Vitamin A aufweist, dass eine wöchentliche Gabe von rund 100 Gramm völlig ausreichend ist. Wer übrigens sein Heil im Lebertran sucht – mit einem Anteil von 85.000 IE/100g an Vitamin A sollte er bereits als Medikament betrachtet werden ...

Wie erwähnt sind die in den Tabellen aufscheinenden

 

Ø                 Bedarfsnormen nur als Richtwerte anzusehen und beziehen sich auf gesunde, erwachsene Katzen, bei welchen Faktoren wie Wachstum, Trächtigkeit, Säugeperiode, Deckleistung, Körpergewicht, Alter und Krankheit – die ebenso wie bei den Mineralstoffen in direkter Beziehung zum Bedarf stehen – nicht berücksichtigt werden müssen.

 

So erfordern z. B. Trächtigkeit und Wachstum das anderthalb bis zweifache, die Milchleistung je nach Wurfgröße bis zum vierfachen des Erhaltungsbedarfs. Alte Tiere brauchen ein höheres Vitaminangebot, da die Resorptionsfähigkeit des Darms vermindert ist und nicht alle zugeführten Vitamine genutzt werden. Einen weiteren himmelweiten Unterschied hinsichtlich der Dosierung macht zudem die Aufteilung in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine:

 

Fettlösliche Vitamine sind A, D, E und K, deshalb so genannt, weil die Aufnahme in den Organismus an die Anwesenheit von Fett gebunden ist. Sie können in der Leber gespeichert und je nach Bedarf abgebaut werden. Das hat zwar den Vorteil, dass sie nicht täglich zugefüttert werden müssen, aber auch den Nachteil, dass bei längerfristigem Überangebot keine Ausscheidung überflüssiger Vitamine erfolgt – und durch die ständige Speicherung schließlich Vergiftungen auftreten. Im Wachstum und zur Reproduktion sind zwar erhöhte Mengen erforderlich, sollten jedoch die angegebenen oberen Werte nicht überschreiten.

Fettlösliche Vitamine sind im allgemeinen hitzestabil, jedoch lichtempfindlich.

 

 

Vitamin

fettlöslich

Täglicher Bedarf

Funktion im Organismus

Vergiftungs-erscheinungen

Mangelerscheinungen

besonders vorkommend in

A

Retinol

(1)

1500 ... 2100 IE

Schutz der Haut und Schleimhäute; Anpassung des Auges an die Dunkelheit; unterstützt das Wachstum und die Fruchtbarkeit

Leberdegeneration, Knochenneubildun-gen; Versteifung der Halswirbelsäule

Augen-, Haut- und Schleimhauterkrankungen, erhöhte Infektionsanfälligkeit, Nachtblindheit, Wachstumshemmung, gestörte Fortpflanzung

Leber, Niere, Butter, Milch, Eidotter, Lebertran

D

Kalziferol

(2)

50 ... 100 IE

Anti-Rachitis-Vitamin; fördert die Aufnahme von Ca und P im Darm und die Verkalkungsvorgänge im Knochen, reguliert den Ca und P-Umsatz im Organismus

Kalkablagerungen in Organen

Rachitis, Osteoporose, Knochenerweichung, Muskelschwäche; Erkrankung der Herz- kranzgefäße, Abwehr-schwäche des Immunsystems

Hering; Lachs, Sardinen, Hefe, Butter, Milch, Eidotter, Leber, Lebertran, Steinpilze, Gemüse

E

α-Tokopherol

(3)

0,4 … 4,0 mg

Fortpflanzungsvitamin

Erhaltung der Leberfunktion und der Fruchtbarkeit, Aufbau und Erhaltung der Muskulatur, Schutz der Fette vor Zerstörung infolge Oxidation

Leberdegeneration

Fruchtbarkeits- und Wachstumsstörungen, Schäden im Muskel-, Drüsen- und Nervengewebe, Gelbfettkrankheit (Steatitis)

Butter, Eidotter, Lebertran, Weizen und Haferkeimlinge, grünes Gemüse, Obst

K

Menadion

(4)

minimal

Sicherung der normalen Blutgerinnung

 

Erhöhte Blutungsneigung

Spuren in Leber, Gemüse

 

Besonderheiten:

(1)    Die in der Pflanze vorkommende Vorstufe des Vitamin A, das Karotin, kann nicht verwertet werden

(2)    Wird unter Einfluss ultravioletter Sonnenstrahlen in der Haut gebildet

(3)    Bei Verfütterung größerer Mengen ungesättigter Fettsäuren (besonders im Fett von Fisch, Pferdefleisch und Pflanzenölen) hoher Vitamin E-Bedarf, sonst kann die Gelbfettkrankheit auftreten

(4)    Eigensynthese im Darm

 

Zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören z. B. der Vitamin-B-Komplex, C und Vitamin H. Sie werden kaum gespeichert und leicht mit dem Harn ausgeschieden, was eine Vergiftung so gut wie unmöglich macht, allerdings bedeutet, dass sie täglich zugefüttert werden müssen. Mit Ausnahme von Biotin und Folsäure werden erhöhte Mengen im Wachstum und zur Reproduktion empfohlen, die angegebenen Grenzwerte dürften aber ausreichend sein.

Wasserlösliche Vitamine sind hitzeempfindlich, werden beim Kochen oder Erwärmen des Futters zerstört und sind daher jeweils vor Verzehr zuzusetzen (bzw. werden in Fertigfutter nach dem Haltbarmachen hinzugefügt).

 

 

Vitamin

wasserlöslich

Täglicher Bedarf

Funktion im Organismus

Vergiftungs-erscheinungen

Mangelerscheinungen

Besonders vorkommend in

B-Komplex

(5)

 

Förderung des Stoffwechsels als Bestandteil von Enzymen und Fermenten

Im Prinzip nicht auftretend, da bei Überangebot rasche Ausscheidung über die Niere erfolgt

 

 

B1

Thiamin

(6)

0,2 ... 1,9 mg

Beteiligung am Kohlehydrat-Stoffwechsel

Funktionsstörungen des ZNS und der Muskulatur, Magen- und Darmstörungen, Absinken der Körpertemperatur

Hefe, Eidotter, Weizenkeime, Leber, Niere, Herz, Getreideschrote und -mehle

B2

Riboflavin

(7)

0,15 ... 0,2 mg

Beteiligung am Fettstoffwechsel

Wachstumsstörungen, Hornhauttrübung, Haut- und Schleimhautveränderungen, embryonale Missbildungen

Hefe, Leber, Herz, Niere, Fleisch, Milch, Getreideschrote und -mehle

B6

Pyridoxin

(8)

0,2 ... 0,3 mg

Beteiligung am Eiweißstoffwechsel

Fressunlust, Anämie, zentral-nervöse Störungen, Verdauungsstörungen, Wachstumsstörungen

Hefe, Leber, Fleisch, Milch, Eidotter, Weizenkeime, Getreideschrote und -mehle

Niazin

Nikotinsäure

(9)

2,6 ... 4,0 mg

Beteiligung an Fermentreaktionen

Magen-Darmentzündungen, Wachstumsstörungen, zentral-nervöse Störungen

Hefe, Leber, Fleisch, Getreideschrote und -mehle

Panthothen-säure

 

0,25 ... 1,0 mg

Beteiligung am intermediären Stoffwechsel

Wachstumsstörungen, Pigmentationsstörungen

Leber, Niere, Magermilchpulver, Getreideschrote und -mehle

Biotin

Vitamin H

(10)

0,1 mg

Bestandteil von Fermenten

Gestörter Haarwechsel, Haarausfall, begünstigt Infektionen

Hefe, Leber, Niere, Fleisch, Fisch

Cholin

(11)

100 mg

Leberschutz vor fettiger Infiltration

Leberverfettung, Nierendegeneration

Eidotter, Leber, Hefe, Fleisch, Fisch

Inosit

10 mg

Beteiligung am Fettsäuretransport

Störungen des Wachstums und der Fortpflanzung

Eidotter, Weizenkeime, Getreidemehle und -schrote

Folsäure

20 μg/kg KM

Beteiligung am Eiweißstoffwechsel, Aufrechterhaltung der normalen Blutbildung

Störungen der Blutbildung

Hefe, Leber, Gemüse

B12

(12)

0,4 . μg/kg KM

Aufrechterhaltung normaler Blutbildung, Beteiligung an der Eiweiß- und Fettsäuresynthese

Störungen der Blutbildung und Fortpflanzung, Geburt nicht lebensfähiger Welpen

Fleisch, Leber, Fisch Quark

C

gering

Beeinflusst die Stoffwechselprozesse im Organismus

Verringerte Widerstandsfähigkeit, erhöhte Infektionsanfälligkeit

Gemüse, Leber

 

Besonderheiten:

(5)    Teilweise Eigensynthese

(6)    Die im rohen Fisch enthaltene Thiaminase zerstört Vitamin B1, ebenso wirkt ranziges Fett; bei Leistung besonders hoher Vitamin B1-Bedarf

(7)    Besonders hoher Bedarf bei Leistung und Fieber sowie bei sehr fetthaltiger Nahrung

(8)    Besonders hoher Bedarf bei Leistung und Fieber

(9)    Muss in der Regel immer zugefüttert werden, da nicht aus Tryptophan aufgebaut werden kann; besonders hoher Bedarf bei Infektionskrankheiten

(10)Das im rohen Eiweiß enthaltene Avidin bindet Biotin und macht es unwirksam, ranzige Fette zerstören es; Eigensynthese im Organismus

(11)Teilweise Eigensynthese

(12)Eigensynthese im Darm

(13)Eigensynthese, die aber bei Infektionskrankheiten vermindert ist; deshalb zusätzliche Gaben empfehlenswert.

 

MINERALSTOFFE

 

Darunter versteht man Mengenelemente, die in etwas größeren Mengen bzw. Spurenelemente, die nur in ganz geringen Dosen benötigt werden (weniger als 100mg/Tag) und zur Aufrechterhaltung von Stoffwechselfunktionen und als Bauelemente erforderlich sind. Unter Beachtung der Grundprinzipien der Ernährung sind die meisten Mineralstoffe (also Mengen- und Spurenelemente) in einem abwechslungsreich zusammengestellten Futter in ausreichendem Maße vorhanden. Hinsichtlich Wachstum, Leistung, Körpermasse und Alter gelten die gleichen Richtlinien wie bei den Vitaminen angeführt.

Besonders wichtig ist jedoch eine ausreichende Versorgung mit Calcium (Ca) und Kochsalz (NaCI). Mit 1,0g pro Tier und Tag wird der Kochsalzbedarf der Katze recht hoch eingestuft und kann nur abgedeckt werden, wenn das Futter minimal gesalzen wird. In der modernen Literatur wird NaCI nicht mehr beschrieben, allerdings ist bekannt, dass Fertigfutter in der Regel kein/kaum Kochsalz enthält und verschiedentlich Mangelerscheinungen darauf zurückgeführt werden. Selbstgekochtes muss in jedem Fall gering gesalzen werden, was auch die Wasseraufnahme erhöht. Ca wiederum steht im Stoffwechsel der Katze in engem Zusammenhang mit Phosphor (P). Beide sind in einem bestimmten Verhältnis am Aufbau der Knochen beteiligt und müssen daher auch passend zueinander gefüttert werden. Als optimal wird ein Ca-P-Verhältnis von 0,9:1 angesehen.

 

 

Täglicher Mengen- und Spurenelementebedarf einer erwachsenen Katze

 

Bedarf in mg

Mangelerscheinungen

Bemerkungen

Mengenelemente – (*) =erhöhter Bedarf bei Gravidität, Laktation und im Wachstum

Natrium - Na

20 ... 100

Reduzierter Appetit, Unruhe, Muskelzittern

Gilt als Mindestmenge (*)

Natriumchlorid - NaCI

... 1000

Haarausfall, Ekzemneigung

= Kochsalz

Kalium - K

80 ... 200

Störungen der Muskelfunktion

Ausreichend in Fleisch und Fisch enthalten (*)

Calcium - Ca

200 ... 400

Störungen der Skelettentwicklung im Wachstum (Rachitis), Osteomalazie bei Erwachsenen, verbunden mit beeinträchtigter Stabilität der Knochen, Lahmheit, Knochenverbiegungen und -aufreibungen

(*)

Phosphor - P

150 ... 400

Ausreichend in Fleisch und Fisch enthalten (*)

Magnesium - Mg

80 ... 110

Störungen der neuromuskulären Erregbarkeit, Krämpfe

(*)

Spurenelemente – generell erhöhter Bedarf bei Gravidität, Laktation und im Wachstum

Kupfer - Cu

0,1/kg KM

Muskelkrämpfe, Krampfhusten, Koliken

 

Eisen - Fe

5

Verminderte Bildung der Blut- und Muskelfarbstoffe sowie eisenhaltiger Fermente

Fe in Frischfleisch bzw. darin enthaltenem Blut wird verwertet

Iod - I

0,1 ... 0,2

Verminderung des Wachstums und der Leistung

Bei reiner Fleischfütterung ev. notwendig

Mangan - Mn

0,2

Störungen der Knochenentwicklung und der Fortpflanzung

 

Zink - Zn

0,25 ... 0,3

Hautveränderungen, Wachstumshemmung

Bei gemischter Kost ausreichend

Cobalt - Co

0,1 ... 0,2

Verminderte Vitamin B12-Synthese im Darm, Herabsetzung von Wachstum und Leistung

 

Selen - Se

0,002/kg KM

Herzrhythmusstörungen

Bei gemischter Kost ausreichend

 

 

 

KLEINE WARENKUNDE

 

Zweifellos ist es hilfreich zu wissen, was worin enthalten ist - angesichts eines Kilos Rinderhack erhebt sich dennoch die Frage, wie viel ... Weil in erster Linie das Calcium-Phosphor-Verhältnis eine Rolle spielt und möglicherweise die Sache mit dem Kochsalz Rätselraten hervorrufen könnte, noch eine kleine „gebrauchsfertige“ Übersicht:

 

 

Calcium- Phosphor- und Kochsalzgehalt in einigen Lebensmitteln

Nährstoff je 100g

Calcium in mg

Phosphor in mg

Verhältnis Ca-P

Kochsalz in mg

Rindfleisch, mager

12

208

0,9 : 15,6

178

Rindfleisch, mittelfett

10

180

0,9 : 16,2

178

Rinderherz

10

236

0,9 : 21,1

216

Rinderleber

8

373

0,9 :42,0

330

Rinderlunge

31

180

0,9 : 5,2

279

Rinderniere

10

280

0,9 : 23,4

625

Suppenhuhn

12

200

0,9 : 15,0

211

Magerquark

92

177

0,9 : 1,7

102

Dorsch

18

189

0,9 : 9.5

244

Hering (ohne Gräten)

36

150

0,9 : 3,8

---

Eidotter

147

586

0,9 : 3,6

216

Haferflocken

54

365

0,9 : 6,1

5

Vollmilch

120

92

0,9 : 0,7

153

 

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen nichts mit dem Erhaltungs- (Energie-), Protein- und Aminosäurebedarf zu tun hat. Für Letzteren fehlen zudem quantitative Angaben, fürs Taurin (weil da gern spekuliert wird) gibt’s eine Schätzung für den Erhaltungsstoffwechsel erwachsener Katzen: 25-50 mg/kg KM.

 

 

Quellen: BI-Lexikon Rassekatzen, C.Müller-Girard (Hg.)

Katzenkrankheiten, Horzinek/Schmidt/Lutz (Hg.)

Erklärung von Abkürzungen:

μg = Mikrogramm (1/1.000.000 Gramm)

IE = Internationale Einheit; international gültige Maßeinheit für bestimmte pharmazeutisch hergestellte biologische Wirkstoffe (wie u. a. Antibiotika, Vitamine oder Hormone), die nicht anhand ihrer Konzentration oder Masse, sondern aufgrund ihrer Funktion abgemessen werden. Die bekannteste nach IE dosierte Arznei ist z. B. das Insulin.

KM = Körpermasse

 

 

 

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