Erste Hilfe: Sommer-Special mit Homöopathie-Tipps für Katz & Hund

 

ERSTE HILFE

 

SOMMER-SPECIAL

 

mit Homöopathie-Tipps

(die übrigens auch für Hunde gelten)

 

 

 

 

LEICHTER LEBEN

 

Dauerhitze belastet nicht nur unseren Kreislauf. Da Katzen nur am Nasenspiegel und den Fußballen Schweißdrüsen haben, können sie die Körpertemperatur auf diese Weise nicht regulieren und starten daher oft wahre Putzorgien, um sich durch Verdunsten des Speichels Kühlung zu verschaffen. Auch Hunde sind diesbezüglich nicht besser ausgestattet, aber mit dem Hecheln steht ihnen ein anderer Mechanismus zur Thermoregulierung zur Verfügung: Durch das flache Atmen mit heraushängender Zunge und verstärkter Atemfrequenz - bis zu zehnmal so viele Atemzüge wie im Normalzustand – wird das zirkulierende Blut abgekühlt und Luftfeuchtigkeit und Wärme abgegeben (was im überhitzten Auto allerdings nicht hilft).

Katzen ist dieses Hilfsmittel nicht gegeben. Denn extremes Atmen, das einem Keuchen ähnelt und teils mit kehlig fauchendem Spucken verbunden sein kann, ist Ausdruck starker Erregung und hat mit hecheln nichts zu tun. Hechelt eine Katze aufgrund starker Hitzeeinwirkung, brennt schon der Hut und der Kreislaufkollaps ist nicht weit ... Weshalb sie, wiewohl generell Meister darin, bei großer Hitze jegliche überflüssige Bewegung vermeiden und sich an kühle oder zumindest schattige Plätze zurückziehen, damit sich der Körper nicht so stark aufheizt. Vorbeugen ist ja bekanntermaßen besser als heilen, und da können wir schon was tun ...

 

Ø                 Mit einem kalt-feuchten Waschlappen streicheln oder mit nassen Händen kraulen lassen sich die meisten Katzen gern gefallen und Langhaarige fühlen sich mit einem schicken Kurzhaarschnitt wohler – wächst ja wieder.

Ø                 Sollten Sie in ihrem Heim tatsächlich geschlossene TÜREN haben, machen Sie so viele wie möglich auf, damit sie bei Bedarf einen Ortswechsel vornehmen kann – einzelne Räume heizen sich unterschiedlich stark auf und die Luft „steht“. Und auch oder besonders wenn z.B. die Rollos geschlossen sind, lassen Sie irgendwo Frischluft herein, und sei es nur durchs Klofenster ...

Ø                 ABER tackern Sie unbedingt ein Stück Maschendraht davor, damit die Katze nicht in den Luftschacht fällt oder auf andere Weise Schaden erleidet, je nachdem was sich dahinter befindet. Ungesicherte offene FENSTER oder BALKONE sind absolut tabu, ein Sturz kann Mieze das Leben kosten, der Aufprall Knochenbrüche, Gaumenspaltung oder innere Verletzungen verursachen, bleibende Schäden nicht ausgeschlossen. Auch KIPPFENSTER ohne entsprechenden Kippfensterschutz sind eine tödliche Falle. Die Katze bleibt stecken, die Minderdurchblutung der Organe ist sehr schmerzhaft bis tödlich, auch Tod durch Ersticken droht.

 

Tagsüber also (noch mehr) faulenzen und nachts aktiv werden lautet die Parole. Bei tropischen Temperaturen ist übrigens auch Zugluft willkommen und bleibt in der Regel ohne mögliche Folgen wie z.B. tränende Augen – jedenfalls sofern Mieze die Möglichkeit hat, dem direkten Luftstrom auszuweichen.

 

Ø                 Gilt auch fürs AUTO: „Gezielter“ Zugluft per geöffnetem Fenster oder Gebläse der Klimaanlage kann die Katze, weil ja im Transportkorb, nicht entgehen. Theoretisch könnte sie das Hinterteil vors Türchen halten, tut sie aber nicht, weil sich an der Rückwand die Luft staut ... Heißt: Anblasen geht gar nicht!

Ø                 Achten Sie darauf, dass das Gebläse nie auf den Korb gerichtet ist und/oder decken ihn mit einem leichten Tuch ab, falls Sie die Fenster öffnen. Tunlichst nicht rundherum abdecken, um dem Luftaustausch nicht zu unterbinden und einen Wärmestau zu provozieren.

Ø                 Kalkulieren Sie zudem den wechselnden Sonnenstand mit ein, egal ob Sie länger unterwegs sind oder sich grad ein halbes Stündchen durch den Cityverkehr quälen – irgendwann erreicht die Sonne den Korb. Oben und seitlich (ohne anzuliegen) überhängend hat sich da beispielsweise eine Zeitung sehr bewährt, mehrere Lagen davon geben eine prima Isolation. Wenn Sie ein Tuch nehmen und meinen, wenn’s nass ist, hilft es besser: Maximal oben, nie auch noch seitlich, sonst sitzt Mieze wie in der Sauna!

Ø                 Wenn Sie bloß mal kurz in den Supermarkt wollen, lassen Sie die Katze (oder den Hund) nicht im Auto! Bedenken Sie: Kurz und Supermarkt sind keine Freunde. Sie stürmen zum Zahnpasta-Regal und wurzeln dann an der Kassa. Oder düsen durch die Gänge, weil wieder mal alles umgeräumt wurde und das Katzenfutter jetzt anderswo wohnt. Und selbst wenn’s wirklich zügig geht und das Auto sorglich im Schatten abgestellt ist, verrinnen die Minuten und es kann wenig später schon in der Sonne stehen, sich rasch auf bis zu 70 Grad (!!!) aufheizen und zur tödlichen Falle werden.

 

Was übrigens nur wenige wissen: Passanten dürfen (zumindest in Österreich) bei „Gefahr im Verzug“ die PKW-Scheibe einschlagen. Traut sich wahrscheinlich keiner, aber da oft wenige Minuten ausreichen, um eine tödliche Überhitzung auszulösen, raten ÖAMTC, Tierschutzverein und Tierrettung, niemals zu zögern und sofort die Polizei zu alarmieren.

 

WASSER ist Leben. Hunde brauchen zum Ausgleich sehr viel davon und müssen immer welches zur Verfügung haben. Frisch und kühl ist Top, aber Hauptsache nass. Auch bei Katzen erhöht anhaltende Hitze das Durstgefühl, dennoch trinken sie sommers im Vergleich nicht um so viel mehr als es Hunde tun, sondern eher häufiger und auch dann meist nur in kleinen Mengen - hat sich die Flüssigkeit im Magen erwärmt, ist der angenehme Nebeneffekt dahin, der sich beim Schlabbern frischen, kühlen Wassers einstellt. Eine kurze Freude also, denn den Magen damit anfüllen, liegt ihnen weniger.

 

Ø                 Dass jede Katze mit „Personal“, ob Streuner oder Zimmertiger, jederzeit freien Zugang zum Wassernapf hat, wird nicht bezweifelt – im Sommer machen wir ihr aus vorerwähntem Grund allerdings besonders viel Freude, wenn wir das Wasser so oft wie nur möglich wechseln.

 

APPETIT: Wenn’s runterheizt, vergeht er auch uns, bei Katzen verlagert er sich häufig in die kühleren Nachtstunden, sodass sie tagsüber höchstens ein bisschen nippen oder Trockenfutter bevorzugen – welches übrigens „schwitzen“ kann, d.h. das darin enthaltene Fett wird ranzig, wenn es stundenlang offen herumsteht. Lagern Sie es daher im kühlsten Raum, den Sie haben (= Keller, Garage?) oder kaufen sommers nur kleine Packungen, die schnell verbraucht sind. Feuchtfutter kann im Kühlschrank aufbewahrt werden (definitiv, wenn nicht alles serviert [oder gleich gefressen] wurde) = rechtzeitig wieder herausnehmen, damit es zur Mahlzeit Körpertemperatur hat. Lässt sich das schwer organisieren, können wir’s auch mit ein wenig heißem Wasser verdauungsfreundlich machen. Die meisten Katzen schätzen es, wenn dadurch ein bisschen mehr Saft entsteht.

Und nun gehen wir’s gleich dramatisch an:

 

SONNENSTICH - HITZSCHLAG

 

Anzeichen:

 

Die Körpertemperatur kann bis auf mehr als 41°C ansteigen, die Katze fällt plötzlich einfach um, liegt auf der Seite, verliert das Bewusstsein und die Atemnot ist so beängstigend anzusehen, dass uns fast das Herz stehen bleibt. Der Puls rast, Zunge und Mundschleimhäute sind blau angelaufen, Krämpfe und epilepsieähnliche Anfälle möglich. Starrer Blick und möglicherweise starkes Erbrechen wären weitere Hinweise auf die Gehirnreizung. In Folge käme es zum Kreislaufschock, Leber und Nieren würden nicht mehr versorgt, denn alle Energie wird zur Aufrechterhaltung von Herz- und Hirntätigkeit genützt. Soweit lassen wir es natürlich nicht kommen.

Aber selbst wenn das Drama schon soweit gediehen wäre (was wir in der Regel nicht wissen), ändert das nichts an der Erstversorgung – hinterher würde ich aber doch zum Doc eilen ... Oder mit telefonischer Voranmeldung sofort, falls die empfohlene Versorgung nicht gewährleistet ist.

 

Behandlung:

 

-1- Der Körper muss sofort mit kalten Handtüchern gekühlt werden = Eiswasser (Wasser, Eiswürfel in eine Schale, Handtuch tränken, gut auswringen, ein zweites zum Wechseln z.B. derweil in den Tiefkühler legen). Sie können auch sterilen Alkohol verwenden oder Coolpads (Tierarzt). Ein kalter, nasser Waschlappen im Nacken kann zusätzlich ebenso helfen wie die Pfötchen damit zu umwickeln.

-2- Nach dieser Erstversorgung bekommt Mieze unverzüglich alle 10 Minuten eine Dosis ACONITUM D6 (gehört zur Grundausstattung jeder homöopathischen Hausapotheke), in etwa 4 bis 6, mit Besserung in größeren Abständen und unbedingt „innen“ = auf der Mundschleimhaut (Lefzeninnenseite), Zahnrand oder Zunge abstreifen. Siehe auch Kasten.

 

            Nachsorge:

 

Ø                 Falls sich später Symptome wie Taumeln beim Aufstehen bemerkbar machen und/oder die Katze bei den ersten Schritten schon mal stolpert (was auf Schwindelgefühl hindeutet), dann geben wir einige Tage land dreimal täglich eine Dosis GELSEMIUM D6;

Ø                 andere Folgeerscheinungen („irgendwie ist sie noch nicht ganz wie früher“), gehen wir mit NATRIUM CARBONICUM D15 an, zweimal täglich eine Gabe bis zur Wiederherstellung;

Ø                 wird zwar nur sehr selten beobachtet, ist indes dennoch möglich: Die Katze schreit hin und wieder urplötzlich auf, Ursache ist ein kurzer, stechender Schmerz infolge einer Schwellung der Gehirnhäute. Das erfordert APIS D3, drei Gaben täglich bis zur Erholung.

 

Spätfolgen:

 

Sollten bei rechtzeitiger und korrekter Behandlung wie vor nicht zu erwarten sein, aber bekanntlich schläft der Teufel nicht. Da Nieren und Leber schwerwiegend geschädigt werden können und diesbezügliche Spätfolgen die Katze unter Umständen sogar mit dem Leben bezahlen muss, sollte zumindest/spätestens wenige Wochen nach einem Hitzschlag die Funktionsfähigkeit aller Organe vom Tierarzt kontrolliert werden.

 

 

WÄRMESTAU – HITZESCHADEN

 

Natürlich ist der Verlauf nicht immer so dramatisch, einige Katzen scheinen auch regelrechte Sonnenanbeter zu sein und liegen in der prallen Sonne (in der Regel allerdings nur kurz!!). Andere haben im Schlaf den Wechsel des Sonnenstandes nicht mitbekommen und kriegen zuviel davon ab, vor allem auf der Fensterbank.

Eine Fensterscheibe kann übrigens Sonnenbrand nicht zwingend verhindern, welcher auch bei Tieren zu Hautkrebs führt! Ist Mieze vom Fenster nicht wegzukriegen, kann es bei haarlose Katzen zumindest nicht schaden, sie ganz dünn mit Kindersonnencreme einzuschmieren. Weiße oder Gescheckte mit viel Weiß sind an den (weißen) Ohren besonders empfindlich. Tupfen Sie einen Hauch Creme auf die Ohrränder und massieren ihn ein bisschen ein = Ohrmuscheln/-spitzen (innen und außen) – Speiseöl ist keine Alternative (da brät Mieze wie ein Spiegelei), auch Johanniskrautöl ist tabu, weil es mit der Sonne korreliert. Sie können indes Bachblüten Rescue-Creme verwenden, auch zur Linderung, wenn die Öhrchen schon gerötet sind. Je nach Befindlichkeit sind zudem einige Arzneigaben recht nützlich sein.

Bemerken Sie heftige Atmung, eine unnatürlich rote Zunge, Benommenheit bzw. Taumeln und heiße (an den Spitzen/Rändern oft auch gerötete) Ohren als Ausdruck stark erhöhter Temperatur, weist das auf einen Kreislaufkollaps hin. Manche wirken orientierungslos, halten den Kopf schief oder schielen ... was auch immer, jedenfalls ist die Katze (noch?) bei Bewusstsein.

 

Ø                 Dann geben wir ACONITUM D6 wie vor und kühlen mit kalten Umschlägen;

Ø                 Eine akute Kreislaufschwäche (kann in Folge zum völligen Zusammenbruch = Kollaps führen) kündigt sich in der Regel durch eiskalte Gliedmaßen an und die Katze wirkt sehr erschöpft – das allein wäre ausreichend, um den Kreislauf mit VERATRUM ALBUM D4, 3-5 Gaben im Abstand von 10-30 Minuten, zu stützen. Weitere typische Symptome, die auch fehlen können, wären heftiger Durchfall mit flüssigem (oft grünlich verfärbtem) Kot und rasch abnehmende Körpertemperatur. Überwiegend ausgelöst durch Stress, Panik, Aufregung, Anstrengung oder Schock nach Unfällen, kann auch ein Wärmestau (Transportkorb, Auto) diesen Zustand verursachen.

Ø                 Bei einem schwachen Kreislauf, wenn z.B. eine ältere Katze sozusagen einfach nicht gut drauf ist, können 2-3 Gaben CARBO VEGETABILIS D30, 2stündlich verabreicht, die Lebensgeister wecken. Die Arznei hat großen Einfluss auf den Venenkreislauf (weniger auf den der Arterien) und kann die Sauerstoffversorgung in Blut und Gewebe regulieren.

 

Was, wenn’s nicht wirkt? Gibt’s nicht, wenn Ihre Diagnose korrekt war und Sie nichts falsch gemacht haben. Spricht die Katze also nicht darauf an, ist die Ursache eine andere und Sie sollten unverzüglich den Veterinär aufsuchen.

Weitere Notfall-Tipps, nicht nur für die heiße Jahreszeit, finden Sie im Ratgeber HOMÖOPATHIE von A bis Z.

 

Ihnen allen einen schönen Sommer – und mögen Sie von keinem der Tipps Gebrauch machen müssen!

 

 

 

 

 

BITTE BEACHTEN

 

1 Gabe/Dosis = ½ gestrichener Mokkalöffel (entspricht einer gehäuften Messerspitze) Pulver oder 1 aufgelöste/zerpulverte Tablette oder 5-10 Globuli-Kügelchen (wie viele halt grad rausfallen – eine Überdosierung ist jedenfalls nicht möglich und schadet nicht).

Bitte keine Tropfen (enthalten Alkohol = eklig!)

 

Wie bringt man’s in die Katze rein?

Homöopathische Arzneien schmecken absolut neutral, abgesehen von einem Hauch von Süße (den Katzen jedoch nicht schmecken). Allerdings kann auch eine nicht durch Tabletteneingeben vorgeschädigte Katze beim Versuch, ihr etwas direkt „einzufüllen“, die Kiefer wie einen Schraubstock zusammenpressen. Es ist indes gar nicht nötig, sie derart zu vergrämen, denn jede Gabe lässt sich auch leicht auf die Innenseite der Lefzen aufstreichen, die bloß ein bisschen „gelüftet“ werden müssen.

BEI ALLEN AKUTEN ANLÄSSEN IST ES WICHTIG, DASS DIE ARZNEI DIREKT AUF DIE SCHLEIMHAUT AUFGEBRACHT WIRD (ohne Gegenwehr am besten auf die Zunge), allerdings muss sie vorher unbedingt zerpulvert werden (Globuli werden von einer Katze meist sozusagen deponiert und später ausgespuckt, wenn niemand zusieht. Und weil

homöopathische Arzneien nicht mit Metall in Verbindung gebracht werden dürfen, verwenden Sie bitte Plastiklöffel und zum Zerkleinern einen Plastik- oder Steinmörser oder machen sie mangels solcher in einem Papierbriefchen platt. Tabletten bringen aber auch 2 Tropfen Wasser zum Auflösen und kleben dann in der Regel "ausspuck-sicher".

 

 

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