Optimale Show-Vorbereitung für Perserkatzen

 

 

 

Wie bereite ich meine Perserkatze optimal auf eine Katzenausstellung vor?

 

von Gabriele Schumann

 

 

 

 

Ganz einfach, möchte ich fast lächelnd sagen, mit Ruhe und Geduld, mit ganz viel Freude und niemals in Hektik. Gut, das „richtige“ Shampoo, sowie entsprechende Pflegeutensilien, sollten schon bereit stehen, sonst ist es von Anfang an aus mit der Ruhe.

Nein, ganz so einfach ist es natürlich nicht, aber eines ist sicher: Niemand muss vor den Vorbereitungen einer Perserkatze für eine Rassekatzenausstellung Angst haben, die Katze selbst natürlich auch nicht! Die drei Verbündeten, Ruhe, Geduld und Freude, spielen natürlich sowohl im allgemeinen Umgang mit unseren Katzen als auch bei der sonstigen, ganz normalen, täglichen Fellpflege eine sehr wichtige Rolle.

Und die Vorbereitungen zu den Shows sollten von den Anfängern unter uns auch nicht erst am Tag vor dem großen Ereignis stattfinden, das überlassen Sie bitte den Profis unter uns Ausstellern.

Nun soll und darf dieser kleine aber wohl doch etwas tiefere Einblick in die sogenannte „Königsklasse“ unter den Show- Vorbereitungen bitte nicht als das Regelmaß schlechthin betrachtet werden, nein, denn jeder langjährige Aussteller und Züchter hat seine ganz eigene Herangehensweise der besten Vorbereitungen für seine Tiere und sich gefunden, jeder Handgriff sitzt und das ist selbstverständlich zu respektieren.

Ich kann auch nur das empfehlen und wiedergeben, was ich aus meinem langjährigen Umgang mit meinen Tieren beobachtet, meinen Möglichkeiten und Erfahrungen mir angeeignet, angelernt und mir von dem ein oder anderen Züchter und Aussteller abgeschaut habe.

Und da mir die Pflege des außergewöhnlich schönen Haarkleides unserer wundervollen Perser in allen beeindruckenden Farbvarianten sehr am Herzen liegt, möchte ich Sie, liebe Leser/Leserinnen einladen, einen kleinen Blick hinter die „Kulissen“ zu werfen.

Eines ist mir in diesem Zusammenhang der Showvorbereitungen von Perserkatzen und auch allen anderen Rassen sehr wichtig zu betonen: Alles, was wir mit unseren Katzen/Rassekatzen an Pflegeaufwendungen in Vorbereitung für Ausstellungen machen/zelebrieren, ist völlig ungefährlich und dient ausschließlich dem Wohl unserer Tiere!“

Erst einmal noch herzliche Glückwünsche, Sie sind stolzer Besitzer/stolze Besitzerin eines traumhaft schönen Perserkätzchens und der Wunsch, es auszustellen, hat Sie schon befallen - und da ist sie auch schon wieder, die Frage: „Wie mache ich das denn, wie bereite ich mein Kätzchen/meine Katze optimal auf eine Katzenausstellung vor?“

Das größte Glück haben Sie, wenn Ihnen Ihr Züchter/Züchterin vertrauensvoll seine Erfahrungen weitergibt und Sie auf dem Weg zum Ausstellen direkt von ihm/von ihr begleitet werden. Leider ist das nicht so oft der Fall! Denn, auch wenn sich Züchter untereinander immer wieder austauschen, so hat eben doch der eine oder andere ein Problemchen, seinen Erfahrungsschatz an „Neubesitzer, Neuzüchter bzw. Neuaussteller“, einfach so weiter zu geben. Ist aber nicht schlimm, deshalb beschäftigen wir uns heute genau mit diesem Thema.

 

KITTEN AUSSTELLEN?

 

Aus Respekt vor den Anforderungen für unsere Katzenkinder möchte ich auf einige  Anmerkungen dazu nicht verzichten!

Auch wenn immer wieder auf Ausstellungen Kitten/Babys im Alter von zehn Wochen gezeigt werden (leider hat man hin und wieder den Eindruck, dieses vom Veranstalter vorgeschriebene Mindestalter haben so manche dieser Kleinen noch nicht einmal erreicht!) und das mit z. B. folgenden Worten gerechtfertigt oder auch verteidigt wird: „Die Kleinen stecken das doch spielerisch weg“ oder „Die müssen das doch schon von klein an lernen, denn was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmermehr“, so treffen derart Aussagen bei mir auf keinerlei Verständnis!

Ein Ausstellungsbesuch für Kitten/Babys ist ab der 16. bis 20. Lebenswoche weiß Gott zeitig genug, vor allem in Bezug auf das „Verdauen“ der ersten Impfungen.

Lassen wir uns doch die Zeit nicht nehmen, um ganz in Ruhe die ersten Erfahrungen mit und über unsere Kitten/Babys in Bezug auf das Badeverhalten zu sammeln.

Immerhin ist es doch für uns wichtig zu wissen, wie sich welches Baby verhält, gerade wenn es sich um einen Kandidaten/eine Kandidatin für kommende Ausstellungen mit Zuchtambitionen handelt.

Nur mit charakterstarken Tieren sind Ausstellungsbesuche und deren Vorbereitungen eine Freude und mit wenig Stress für alle Beteiligten möglich.

Wir baden das ein oder andere unserer Babys das erste Mal mit der 11. Lebenswoche. Zu diesem Zeitpunkt haben alle ihre erste Impfung gut hinter sich gebracht und sind beim ersten Badevorgang stabil in ihrer Gesundheit. Sollte es einem Kitten, aus welchem Grund auch immer, am (Bade-) Tag X nicht gut gehen, wird es selbstverständlich nicht gebadet! Das gilt natürlich auch bei erwachsenen Tieren!

 

 

            VORBEREITUNGEN

 

Vor dem großen Ereignis sollte weder ein erwachsenes Tier noch unser Katzenkind harsch aus dem Schlaf gerissen worden sein, wie verrückt gespielt haben, noch gerade Nahrung zu sich genommen haben. Warum?? Unsere Lieblinge sollen vor dem Bade sich weder furchtbar erschrecken noch zu sehr aufgeheizt sein; und ihnen soll schon gar nicht übel sein oder werden, um sich vielleicht auch noch während des Badens übergeben zu müssen.

Gut, schauen wir uns unseren Schatz noch einmal ganz in Ruhe an, sehen in Augen, Ohren und Schnäuzchen, unter und rund um das Kinn, den Körper entlang bis zum Schwanz und bürsten und kämmen einfach noch mal durch (ein gerade noch kleines Knötchen kann durch das Einmassieren des Shampoos in das Fell zu einem unschönen Knoten werden!).

Zuvor sollten wir dafür gesorgt haben, das in Bad, Küche oder in welchem geeignetem Raum auch immer, eine wohlige Wärme herrscht. Während es dafür vielleicht noch etwas Zeit braucht, bereiten wir die für Kater/Katze/Kitten/Babys entsprechenden Shampoos vor (manche Shampoos sind Konzentrate und sollten nach Angaben/Empfehlung des Herstellers entsprechend verdünnt werden!) und legen handnah Waschlappen, Handtücher, eventuell noch einige Küchentücher und Wattestäbchen bereit. Die Badewanne selbst sollte natürlich auch bereit stehen. Haben Sie keine Wanne zur Verfügung, tut es eine Dusche auch und/oder ein anderes für dieses Vorhaben geeignetes Becken oder Behälter. Wir benutzen unsere „alte“ Babybadewanne, auf einem Lattenrost auf der großen Wanne stehend, in die wir extra Löcher in den Boden gebohrt haben, damit das Wasser ablaufen kann.

 

 

BADEN

 

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, wir lassen uns von nichts und niemandem mehr stören und wir stellen unsere Katze in die Wanne, sprechen freundlich mit ihr und streicheln sie. Lassen Sie dabei ruhig mal das Wasser laufen und machen Ihre Katze auch etwas nass, damit sie sich mit diesen „neuen“ Eindrücken vertraut machen kann. (Kitten, die frei nach ihrem Ermessen Zugang ins Bad haben, haben selbstverständlich viel weniger und/oder kaum Probleme mit dieser Geräuschkulisse. Deshalb lohnt es sich für unsere Babys, wenn wir Züchter sie, wann immer wir selbst uns im Bad aufhalten, mitnehmen.)

Ihr Fell wird mit warmem Wasser gut durchtränkt und als erstes wird ein Reinigungs- und Entfettungsshampoo entweder pur oder entsprechend verdünnt in das nasse oder auch trockene Fell eingearbeitet und sofort gut wieder ausgespült, so als würden wir uns unsere Haare waschen. Erst beim zweiten Waschgang gelangen Sie beim Einarbeiten des Shampoos bis auf die Haut, was auch notwendig ist! Vergessen Sie bitte die Beine, besonders die Pfoten und den Schwanz Ihrer Katze nicht! Ich beginne immer im Schulterbereich, Kopf, Hals, Brust, Vorderbeine, Rücken, Bauch, Hinterbeine, Po, Genitalien, Schwanz. In dieser Reinfolge arbeite ich das Shampoo gründlich ein, Gesichtsbehandlung gleich im Anschluss. Und jetzt warten wir drei bis fünf Minuten, spülen das Shampoo gründlich aus und wiederholen diesen Vorgang mit dem gleichen Shampoo und gleicher Einwirkzeit. Damit sich die Inhaltsstoffe des Shampoos optimal entfalten können und ein Klasse Ergebnis erzielt wird, wickeln wir unsere Katze in ein großes handwarmes Handtuch, damit sie während der Einwirkzeit auch nicht friert.

Sie haben natürlich eine dem Standard entsprechende Perserkatze mit einem typvollen Gesicht und hübschem, kurzem Näschen, und deshalb schenken wir dem GESICHT beim Baden besondere Aufmerksamkeit, und das geschieht genau immer jetzt, während dieser Shampoo-Einwirkzeiten. Für die Gesichtsreinigung gibt es extra Shampoos, die ganz schonend dunkle Verfärbungen (sofern vorhanden) um die Augen und neben der Nase (durch Tränenfluss eventuell entstanden) reinigen. Sie brennen nicht in den Augen und reizen diese nicht, aber man muss schon wissen, sie anzuwenden. Also, Sie nehmen ein Wattestäbchen, tauchen es vorsichtig in die Shampooflasche (weniger ist mehr!) und streichen und reiben mit dem Shampoo getränktem Wattestäbchen vorsichtig die verfärbten Stellen im Gesicht ein. Sie können natürlich auch einfach nur mit Ihren Fingern streichen und reiben. Nun kann auch dieses Spezialshampoo in der noch verbleibenden Zeit mit dem anderen Shampoo (ein)wirken.

Die Wartezeit ist um, und bevor Sie das Fell Ihrer Katze spülen, greifen Sie bitte zum Mikrofaser- Waschlappen, machen diesen gründlich nass (natürlich mit gut warmem Wasser) und waschen damit das Shampoo 2-3-4-5mal vorsichtig aus dem Gesicht. Mit einem zweiten Lappen trocknen Sie das Gesicht ab und schauen bitte nach, wie sauber die entsprechenden Stellen schon sind. Bei Bedarf müssen Sie die Spezialbehandlung für das Gesicht zwischen jedem Waschgang wiederholen, denn gerade hierbei sollten Sie keine Kompromisse dulden. Keine Angst, das Waschen des Gesichtes, während des Badens oder bei fast täglicher Pflege, ist nach meiner Erfahrung einfacher und angenehmer für Katze und Mensch, als das ständige Säubern mit entsprechenden Augenwassern.

Fast hätte ich es vergessen! Sollte Ihre Katze auch an den Innenseiten der Vorderpfoten Verfärbungen aufweisen (Katzen putzen sich nun mal mit ihren Vorderpfötchen das Gesicht und dabei bleiben eben auch Spuren der oft bräunlichen Tränenflüssigkeit im Fell der Innenseiten der Vorderpfoten!!), behandeln Sie diese genau wie die Verfärbungen im Gesicht. Vergisst man diese „KLEINIGKEITEN“, werden sie von so manchem Richter auf der Show nicht als solche gesehen!

Das Ausspülen des Felles am gesamten Körper muss nach dem zweiten Waschgang noch gründlicher sein, als nach dem ersten Waschgang! Spülen, spülen, spülen ...!! Sie gleiten am besten mit vorsichtigem Druck und der flachen Hand über den Rücken Ihrer Katze, und wenn Sie dabei ein „Quietschen“ spüren, Sie können es sogar hören, haben Sie beste Vorarbeit geleistet, um mit weiteren Waschungen für Pflege und Fellaufbau sorgen zu können. Kompliment!!

Aber Vorsicht bitte! Haben Sie beim Streicheln des nassen Rückens Ihrer Katze ein sehr ungutes Gefühl des Schmierens und sehen, wie das Wasser in großen Perlen an ihrer Katze heruntertropft, dann sollten Sie einen dritten, reinigenden, entfettenden Waschgang anstreben. Auch wenn Sie jetzt die Hände über dem Kopf zusammen schlagen sollten und eventuell beginnen zu fluchen, es hilft nichts anderes, als ein drittes – viertes? - Mal mit dem entsprechenden Shampoo zu waschen. Bewahren Sie bitte weiter Ruhe, denn Ihre Nervosität überträgt sich schneller auf Ihre Katze als Sie denken, und deren Haut kann auf die Stressübertragung mit einer erhöhten Fettproduktion reagieren. Und dann haben Sie den ZONK des Tages im Nacken!! Sollten Sie nach einem weiteren Waschvorgang kein besseres Ergebnis erzielen, brechen Sie das Badevorhaben an diesem Tag ab, versuchen bitte mit den Anregungen nach dem Baden weiter zu machen, damit Ihre Katze gut trocken wird und beginnen am kommenden Tag noch einmal. So viel Zeit muss sein!

Haben Sie die Prozedur des Reinigens und Entfettens mit einem tollen Waschergebnis hinter sich gebracht, widmen Sie sich mit den entsprechenden Shampoos des Fellaufbaus und  der Pflege. Das Gute daran ist, die Vorgehensweise des Waschens Ihres Lieblings ist die Gleiche, nur die Produkte sind andere.

Um Volumen in das gut gereinigte, entfettete Haarkleid zu zaubern, verwenden Sie ein extra Volumenshampoo, bitte von der gleichen Pflegeserie wie Ihr Reinigungs- und Entfettungsshampoo, das gleiche gilt für weitere, zusätzliche Waschungen mit extra Pflegeshampoos und oder Spülungen. Sie achten dabei bitte jedes weitere Mal auf vielleicht vorgegebene Mischverhältnisse zum Verdünnen der Produkte, auf die entsprechende Einwirkzeit und natürlich auf anschließend gutes Ausspülen der Shampoos und/oder Spülungen!! Das gute Ausspülen der angewandten Produkte spielt eine der wichtigsten Rollen beim Erfolg des Badens!! Deshalb prüfen Sie bitte nach dem letzten Waschgang, egal ob mit extra Pflegeshampoo und oder einer extra Spülung fürs Fell unbedingt noch einmal ganz genau ob das Fell gut quietscht. Sie dürfen zum Ende des Ausspülens auf keinen Fall mehr Shampoo- Bläschen sehen!!! Wenn Sie das schaffen, Hut ab!

Alle eventuellen Waschgänge zusammengenommen planen Sie bitte für das Baden insgesamt ca. eine ¾ Stunde ein, ein paar Minuten weniger oder mehr sind nicht wichtig.

 

 

TROCKNEN & FÖNEN

 

Das Baden ist geschafft, hurra! Nun müssen Sie Ihr Schätzchen nur noch trocknen. Ich weiß, dass dies in so manchem Fall die größere Herausforderung ist.

Im besten Falle lässt sich eine Katze fönen, bis sie richtig trocken ist . Dass dies nicht die Regel ist, ist klar und gerade deshalb ist es wichtig, schon mit Kitten zu beginnen, um von Anfang an unsere Miezen damit vertraut zu machen.

Aber bevor Sie einen Fön einschalten, trocknen Sie Ihre Katze erst einmal gut mit einem weichen (Tier)Handtuch ab, und wenn Sie vor dem Baden vergessen haben sollten, die Ohren zu reinigen, tun Sie es genau jetzt, wenn sie noch im Handtuch sitzt. Ohrreiniger ins Ohr träufeln, gut und vorsichtig mit den Händen am äußeren Ohransatz einmassieren und dann die Ohrmuschel im inneren, sichtbaren Bereich mit nicht fusselnden, weichen Papiertüchern oder Wattepads von Schmutz und Schmalz säubern.

Wenn Sie noch nicht wissen, wie Ihre Katze auf das Geräusch eines Föns reagiert, schalten Sie diesen auf kleiner Stufe ruhig mal nach dem Abtrocknen ein, streicheln Ihre Katze und reden mit ihr. Können Sie mit ihr reden und sie dabei auch streicheln, sieht es gut aus. Schalten Sie aber bitte trotzdem nach den ersten 3- 5 Minuten wieder aus. Jetzt bürsten Sie Ihr Schätzchen mit einer weichen Bürste, zuerst in Wuchsrichtung des Fells und dann entgegen der Wuchsrichtung. Jetzt schalten Sie den Fön wieder ein (kleine Stufe) und schauen, was Mieze sagt. Ist sie ruhig, richten Sie den Fön vorsichtig auf die Pfötchen und Beine, ohne dass sie die Pusteluft ins Gesicht bekommt und ohne dass Mieze verbrennt, also Abstand halten. Sie legen Ihre Hand auf die Pfötchen Ihrer Katze und prüfen, welchen Abstand Sie mit dem Fön halten müssen. Die Wärme muss angenehm sein, sonst können auch Sie das Fönen ganz schnell Ihrer Katze vermiesen.

Verhält sie sich nun weiter ruhig, dehnen Sie das Fönen auf den Ganzen Körper aus. Aber bitte vermeiden Sie es vorerst, Ihrer Katze die Luft ins Gesicht zu pusten. Manche Miezekatzen sagen dazu nichts, manche mögen es sogar, aber beim ersten Mal kann man seine Katze damit ganz schnell verärgern und das wollen wir auf keinen Fall. Versuchen Sie bitte Ihre Katze während des Fönens anzufassen. Ist das möglich, können Sie das Fell mit Ihrer Hand etwas aufwuscheln oder vielleicht sogar mit einer weichen Bürste entgegen der Wuchsrichtung vorsichtig aufrichten, das verkürzt die Fönzeit. Und ob Sie beim Fönen Ihre Katze auf Ihren Schoß setzen oder auf einen extra Pflegeplatz, entscheiden Sie selbst, denn Sie kennen sich am besten aus mit ihren Gewohnheiten.

Wichtig ist, lässt sich Ihre Katze ohne Aufregung fönen, fönen Sie sie bitte richtig trocken! Das heißt, das Fell darf nicht mehr klamm sein. Um zu prüfen ob es richtig trocken ist, geben Sie an zwei Stellen am Körper einfach etwas Puder ins Fell, ruhig bis auf die Haut, massieren diesen kurz ein und warten 1- 2 Minuten. Jetzt pusten Sie bitte gut ins Fell, und wenn sich der Puder in großen Wolken ohne Rückstands herauspusten lässt, haben Sie es geschafft, Kompliment. Will der Puder aber nicht so recht von Haut und Haar verschwinden, ist Ihre Katze noch nicht richtig trocken. Machen Sie weiter, das Ergebnis wird Sie überzeugen! Als Richtwert müssen Sie mit einer Fönzeit von 2- 3 Stunden rechnen, je nach Beschaffenheit des Haarkleides und natürlich mit kleinen Pausen zwischendurch.

Beherrscht man Baden und Fönen perfekt, kann man dies mit seiner Mieze auch am Tag vor der Ausstellung zelebrieren, ohne einen Krümel Puder und mit dem besten Ergebnis. Das ist dann der Idealfall und braucht viel Erfahrung und Übung und auch eine Mieze, mit der man es so machen kann.

 

 

ERSATZVARIANTE FÜRS FÖNEN

 

Haben Sie nun aber eine ängstliche Katze, die das Baden (Die meisten Katzen lassen sich trotz keinerlei Erfahrung doch recht gut baden.) und vor allem aber das Fönen nicht kennt und sich auch nicht fönen lässt, gibt es aus meinen Erfahrungen heraus eine gute Ersatzvariante des Trocknens. Sie brauchen dafür lediglich eine Rotlichtlampe oder einen guten Heißlüfter und Geduld. Den meisten von uns ist der Gebrauch mit einer Rotlichtlampe oder einem Heißlüfter nicht fremd, und nur in diesem Fall ersetzen wir den Fön, als bösen Feind unserer Katze.

Sie trocknen Ihre Katze gut mit einem weichen, saugfähigem Handtuch ab, setzen sie in Ihrer Nähe (ruhig und warm soll das Plätzchen sein) in einen nicht zu kleinen Transportkorb oder in einen anderen Korb, der gut belüftet ist, auf ein weiches, saugfähiges Handtuch oder ähnliches und stellen den Korb mit Mieze in entsprechendem Abstand zur Rotlichtlampe/Heißlüfter auf (ca. einen bis zwei Meter). Prüfen Sie aber bitte in welchem Abstand der Korb zu der Lampe/Lüfter stehen muss, denn zu heiß darf es für Ihre Katze nicht sein/werden und zu kalt darf es auch nicht sein, denn dann wird Ihr Liebling nur krank und nicht trocken. Beobachten Sie Ihre Katze! Schläft sie vielleicht sogar ein, lassen Sie sie einfach schlafen. Bleibt sie wach, nehmen Sie Ihre Katze bitte ungefähr aller ½ bis 1 Stunde heraus und bürsten sie gut durch, auch ruhig entgegen der Wuchsrichtung des Fells. Die Trockenzeit bei dieser Methode dauert natürlich noch länger, ca. 6- 8 Stunden.

Das heißt dann auch, dass Sie Ihre Katze ca. 12-16mal heraus nehmen müssen. Nur so stellen Sie fest, wie gut Ihre Katze schon getrocknet ist. Vergessen Sie bitte nicht, Ihr Schätzchen zwischen durch mit Leckerlis, Streicheleinheiten und kleinen Spieleinlagen zu motivieren und zu belohnen, Schätzchen dankt es Ihnen!!

Beim letzten Herausnehmen pudern Sie Ihre Katze nach dem Bürsten am ganzen Körper gut und trotzdem sparsam ein. Der Puder nimmt noch Restnässe auf und lässt sich am nächsten Tag ohne Probleme wieder herausbürsten. Nach nun so langer Zeit versorgen Sie Ihren Liebling erst einmal mit Futter und Wasser in einem gut warmen Zimmer und je nach Ihrer Einschätzung kann Ihre Mieze dann den wärmeren Raum verlassen oder eben noch nicht. Nach dieser Art des Trocknens Ihrer Katze wird Sie das Ergebnis noch nicht voll überzeugen. Das Fell ist noch nicht fluffig weich, hat noch nicht so recht Volumen und wird auch noch etwas lockig/wellig aussehen, nun ja, die Fönluft fehlt eben. Nicht traurig sein!

Sie sollten deshalb, wenn sich Ihre Katze nicht fönen lässt, diese schon eine knappe Woche, 6-7 Tage vor dem Ausstellungstermin baden. Das Fell Ihrer Perserkatze kann sich während dieser Zeit wieder richtig aufrichten und dann in schöner Fülle strahlen. Übrigens pudern und bürsten und kämmen Sie bitte Ihren Schatz bis zum Ausstellungstag täglich, ansonsten waren die ganzen Mühen umsonst!

 

 

DIE „KLEINIGKEITEN“

 

Ist Ihre Mieze, egal auf welche Art, jetzt richtig trocken, ihr Fell hat die Fülle oder fast, kurz Luft holen und dann geht’s weiter mit so einigen Kleinigkeiten, die noch gemacht werden müssen, bevor wir eine/unsere Perserkatze auf einer Show dem Richter/der Richterin vorstellen.

Und gerade „diese“ Kleinigkeiten sollten Sie bereits vor der Showvorbereitung mehrere Mal gut geübt haben, damit Ihre Hand am Tage X ruhig agieren kann und Ihr Auge gut geschult ist.

Nun kann man sich mit ganz vielen Kleinigkeiten ganz viel aufhalten. Davon halte ich nichts. Für mich müssen bei einer Showperser folgende Kleinigkeiten (her-) gerichtet sein/werden. Entsprechend der Haarpracht, Fellfarbe- und Zeichnung muss bei Mieze das „Grannenhaar“ gezupft sein/werden, Haarbüschel haben an den Ohrenspitzen um den oberen Ohrmuschelrand nichts zu suchen und die erste, zweite Wimpernreihe am Lidrand des Auges muss beschnitten sein.

Ja, so ist es nun mal, die oft langen Haare an den Ohrspitzen sind bei einer „Maine Coon“ so sehr erwünscht und bei der Perserkatze eben nicht. Die OHREN der Perserkatze sollen laut Standard klein und schön rund sein (keine spitzen Zuckertüten!) weit auseinander stehen - und deshalb haben diese langen Haare nichts an den Ohrspitzen einer Perser zu suchen, damit würden die Ohren groß und spitz wirken und das ist nicht erwünscht. Und wenn nun gerade Ihr Schätzchen nicht die perfekten Ohren hat, kann man, wenn man diese geschickt bearbeitet/herrichtet, sehr positiv aussehen/erscheinen lassen, und dabei haben wir nur ein paar Härchen entfernt ... Schön!

Und so wird’s gemacht:

Mit einer kleinen, für Kleinkinder und Babys geeigneten, abgerundeten Fingernagelschere lassen sich diese Härchen prima, entlang der Rundung des Ohres, also an der Ohrmuschel entlang abschneiden. Möchten Sie keine Schere benutzen, können Sie diese Haare auch abzupfen. Ihr Schätzchen sitzt entspannt vor Ihnen und Sie halten das Katzenohr gut mit einer Hand fest, dabei zeigen Daumen und Zeigefinger in Richtung Ohrspitze (dabei bitte nicht so fest drücken!) und mit Zeigefinger und Daumen der anderen Hand zupfen Sie diese Härchen einfach heraus, bis der Ohrenrand gut rund aussieht und kein langes Härchen mehr hervorsteht/zu sehen ist. Oder Sie schneiden diese Härchen mit ruhiger Hand und wie oben erläutert vorsichtig ab. Aber aufgepasst, der Ohrrand darf nicht zackig oder nackig geschnitten/gezupft sein/werden, das sieht unschön oder vielleicht sogar krank aus und lässt das Richterherz nicht höher schlagen!

Dieses Herauszupfen von Haaren (Fell) wendet man bei Persern auch fast am ganzen Körper an, wenn man ein Tier mit sehr vielen sogenannten GRANNENHAARE hat. Grannenhaare findet man auf dem Rücken, auf der Schwanzrückseite, also oben auf dem Schwanz, an Schultern und Flanken der Katzen am häufigsten, aber auch an Vorder- und Hinterbeinchen. Diese Grannenhaare machen das Fell schwer und lassen es nicht locker und weich aussehen. Grannenhaare sind sehr lang und dick/derb und man sollte, wann immer diese Haare sich gerade gut auszupfen/herausziehen lassen, das tun, also auch bei der ganz normalen Fellpflege. Das regelmäßige Zupfen macht durchaus Sinn, denn, ist das Grannenhaar gezupft, wächst das feine, weiche Wollhaar viel üppiger! Ich habe festgestellt, dass sich Grannenhaare nicht immer gleich gut zupfen/herausziehen lassen und wenn es wieder mal schwer geht, lasse ich es. Ich will ja meinen Katzen nicht wehtun. Wenn sie leicht zu zupfen/heraus zu ziehen sind, mache ich das oft auch einfach so nebenbei, gemacht ist gemacht. Häufig verwende ich sogenannte Gummifingerlinge, das geht prima und noch leichter. Sie werden auf Daumen und Zeigefinger oder Mittelfinger gesetzt und dann geht’s los. Wenn Sie eine Perserkatze mit Streifenzeichnung (Tabby/Lynx) haben, sollten Sie sich das Zupfen dieser Tiere unbedingt von erfahrenen Ausstellern zeigen lassen. Am besten auf vorigen Ausstellungen. Man kann, wenn man es nicht kann, die Zeichnung auch schnell kaputt zupfen, also Vorsicht bitte!

Kommen wir noch einmal zum Kopf zurück. Die Perserkatze hat sehr große, runde, weit offene AUGEN. Jetzt schauen Sie doch bitte Ihrer Perserkatze ganz genau ins Gesicht und konzentriert auf die Augen! Sehen Sie diese langen Haare, die mehr oder vielleicht etwas weniger gerade nach unten wachsen und damit das Bild von großen, runden, weit offenen Augen stören?! Ja, diese langen Haare/Wimpern müssen ab!! Wir benötigen auf jeden Fall wieder unsere Babynagelschere, die mit den gut abgerundeten Enden, damit wir unsere Tiere nicht verletzen. Angst müssen Sie auch davor nicht haben! Stellen Sie sich einfach das Ergebnis vor und freuen sich darauf. Allerdings sollten Sie das Schneiden der Wimpern nicht erst kurz vor der Ausstellung zum ersten Mal zelebrieren!! Bitte üben Sie auch diese Handgriffe bereits vorher mit anderen Tieren Ihres Bestandes, und wenn Sie nur eine Perserkatze haben, üben Sie dies dann bei dieser Katze, die Wimpern wachsen ja nach und können so auch mehrere Male an nur einem Tier geschnitten werden.

Täuschen Sie doch das Schneiden der Wimpern einfach immer wieder vor, dabei lernt Ihre Katze gleich das Stillsitzen.

Und so wird’s gemacht:

Sie setzen Ihre Katze auf den Schoß oder einen Tisch, mit dem Rücken zu sich, legen Ihren Mittelfinger (meist von der rechten Hand) unter das Kinn Ihrer Katze und fixieren mit Daumen und Zeigefinger das Auge Ihrer Katze. Bitte achten Sie darauf, dass das entsprechende Auge bei diesem Vorgang geschlossen ist, damit die abgeschnittenen Haare/Wimpern nicht in das Auge gelangen!. Nun schneiden Sie mit der (meist) rechten Hand am oberen Lidrand entlang, die erste und vielleicht auch noch die zweite Wimpernreihe vorsichtig ab. Ich streiche die abgeschnittenen Haare/Wimpern sofort mit dem Zeigefinger nach unten weg. Haben Sie bitte Geduld mit sich und Ihrem Schützling, Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut und Sicherheit geht vor!!

Für das Schneiden am anderen Auge können Sie Ihren Liebling so sitzen lassen oder einfach vorsichtig umdrehen, damit Sie nun das andere Auge bearbeiten können. Im Anschluss schauen Sie bitte Ihrem Schatz konzentriert ins Gesicht, so sehen Sie ob Sie gleichmäßig gearbeitet haben.

Ist das nun geschafft, müssen Sie nur noch die KRALLEN schneiden. Die Ausstellungsveranstalter (Rassekatzenzuchtverbände) verlangen hin und wieder, dass die Samtpfoten mit beschnittenen Krallen zur Show erscheinen. Das dient natürlich dem Schutz der Menschen, die am Tag der Ausstellung mit unseren Katzen unmittelbaren Kontakt haben, also die ZuchtrichterInnen und selbstverständlich auch wir, Sicherheit geht auch hier vor.  

Dafür benötigen Sie eine entsprechende Krallenschere. Sie setzen Ihren Liebling noch einmal mit dem Rücken zu sich, nehmen ein Pfötchen in die Hand, drücken vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger die Krallen nach und nach aus dem Nagelbett etwas heraus und kappen sozusagen mit der Krallenschere die Spitzen. Puh, geschafft!!

Jetzt schauen Sie Ihren Schatz noch einmal von allen Seiten an, um das Ergebnis Ihrer Arbeit auf sich wirken zu lassen.

 

Und um eines möchte ich Sie, liebe Rassekatzenfreunde und alle; die es noch werden möchten, bitten, nehmen Sie das Ganze - trotz einer gewissen Ernsthaftigkeit in den Vorbereitungen - nicht ganz soooooo ernst, denn spielerisch lernt es sich doch eh’ am Besten oder??

Und waren Sie später beim Vergleichen Ihres Schätzchens mit der Konkurrenz noch nicht zufrieden oder hatte sogar die Richterschaft etwas zu bemängeln, verzweifeln Sie bitte nicht!

Schon beim nächsten Mal gehen Ihnen die Vorbereitungen besser von der Hand, bis Sie dann eines Tages Ihre Perserschätzchen mit einem ganz zufriedenerem Lächeln und voller Stolz präsentieren.

 

Viel Glück dafür und alles, alles Gute!!

Ihre Gabriele Schumann

 

P.S.: Erst wenn Sie Profi sind - aber auch nur dann - können Sie es sich absolut leisten, Ihre Katze(n) am Tag vor dem großen Ereignis auf dieses vorzubereiten!

 

 

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