Schöner wohnen - leichter leben

SCHÖNER WOHNEN – LEICHTER LEBEN

 

MIT KATZEN NATÜRLICH!

Tipps für Hausfrauen und -männer

 

 

Wir lieben unsere Pelzkugel(n), tolerieren ihre Eigenheiten und häufig auch gewisse Dinge, die wir als Unart empfinden. Trotzdem kann das Zusammenleben manchmal zum Problem werden. Doch diesmal geht nicht um die unendliche Palette von Verhaltenskonflikten, sondern um Kernfragen ganz anderer Natur – denn heute, liebe Leidensgenossen, heute rücken wir Kratzspuren, Urinflecken & Co zuleibe ...

 

 

DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT

 

Heißt es. Wer mit Katzen lebt, sollte sie freilich zu Grabe tragen, denn dass unsere Leisetreter absolut und ganz und gar nie etwas, sagen wir mal höflich: sanierungsbedürftig umstylen, ist eine Illusion. Ausnahmen bestätigen die Regel. Denn meine Schätzchen machen nichts kaputt. Also: Nicht so kaputt, dass ich nicht mehr wüsste, was es in seiner Jugend mal gewesen ist. Quatsch, das ist natürlich maßlos übertrieben. Allerdings bin ich auch nicht der Prototyp der Superhausfrau und habe Designerstücken auch aus finanziellen Gründen längst abgeschworen ... Klar würde ich hin und wieder wirklich gerne in die so schön dekorierte Obstschale auf dem Esstisch greifen und genüsslich ein paar Kirschen verspeisen, ohne mir dabei Katzenhaare von den Lippen klauben zu müssen. Oder diesen schicken schwarzen Hosenanzug aus der angesagten Boutique wenigstens mal anprobieren - und mir nicht selbst das schon versagen, weil ich vermutlich ein paar hinterlistig lauernde Flusen darauf zurücklassen würde. Wär‘ peinlich. Und kaufen ist sowieso Utopie.

Aber man kann schließlich nicht alles haben und nach weit über 20 Jahren mit Vierbeinern (Katzen wie Hunden) im Haus sollte mir das Wörtchen Verzicht geläufig sein. Ist es auch und ich tue mir dabei nur manchmal ein kleines bisschen leid, indes - träumen wird man doch noch dürfen? Nun, immerhin machen sie wirklich nichts kaputt. Was in der Hauptsache wahrscheinlich daran liegt, dass es nicht ernsthaft etwas kaputt zu machen gibt, weil ich im Laufe der Jahre sukzessive Attraktivitäten unwiederbringlich zerstörbarer Natur aus meinem Haushalt verbannt habe. Was einer ziemlichen Umstellung meiner bisherigen Lebensgewohnheiten gleichkommt.

Aber: Nein, ich lebe nicht in ausschließlich gekachelten Wänden und bette mein müdes Haupt auf eine Zeitung, damit das feine Plumeau nicht angepinkelt wird. Nein, ich umgebe mich auch nicht mit ohne gröberen Kostenaufwand austauschbaren Plastikmöbeln aus dem Baumarkt oder hause sonstwie ungemütlich (im Gegenteil). Jedoch habe ich z.B. keine Teppichböden mehr, sondern eine Fülle bezaubernder kleinerer Läufer, die sich mühelos in die Waschmaschine stopfen lassen und die Prozedur auch noch unbeschadet überstehen. Mit einem ansprechenden und nicht minder robusten Holzfußboden darunter, dessen Schutzschicht nur alle Jubeljahre mal aufgefrischt werden muss, um Bremsspuren zu eliminieren, die sonst an mit besonderem Tempo frequentierten Stellen an eine Rennbahn für kleine Käfer erinnern ...

 

 

HAUSMONSTER

 

Eine meiner Freundinnen wiederum hat eine fixe Vorstellung vom Ambiente ihrer Wünsche und ist nicht bereit, davon abzurücken. Die Katzen müssen eben lernen, keine Haare zu verlieren, die Streukrümel zwischen den Pfoten gefälligst innerhalb der Toilette abzuschütteln und die Futterbröckchen nur auf die Plastikunterlage zu spucken. Was zur Folge hat, dass sie ständig mit Scheuerlappen und Staubsauger unterwegs ist und während der kargen freien Zeit, die dann noch bleibt, ihr Schicksal beklagt. Weil, das darf als besondere Strafverschärfung auch nicht unerwähnt bleiben, gelegentlich die Tapeten oder Möbelkanten als Kratzfläche herhalten müssen und das ist doch nun wirklich grob ungehörig. Besonders angesichts des großen Kratzbaumes! Welcher nun in der Tat beachtlich ist und sogar einen nur unwesentlich kleineren Bruder hat, aber primär in einem Mehrkatzenhaushalt geht’s dabei nicht nur ums Krallenschärfen, sondern um die soziale Position innerhalb der Gruppe. Welche übrigens auch bloß aus Solomieze und Mensch bestehen kann.

Mit der Nagelpflege jedenfalls nicht zu wechseln ist das Kratzen, welches lediglich eine Alibifunktion erfüllt, nämlich um die Duftstoffe aus den Schweißdrüsen der Fußballen aufzubringen. Das heißt, die Waffen werden zumeist nur marginal eingesetzt, aber mit der Zeit sieht das feine Mahagoni doch etwas ramponiert aus. Und das lässt sich nur schwer verhindern.

In einem anderen Haushalt gab’s nichts ernsthaft zu beanstanden außer der elenden Kleckerei beim Fressen. Weshalb die Hausfrau, Laura Ashley-verwöhnt, allmählich sämtliche Bestände an bestickten weißen Spitzendeckchen aufkaufte, weil die Dinger ja alle naselang gegen blütenfrische – selbstverständlich topgebügelt und auch noch gestärkt - ausgetauscht werden mussten. Bis es dem Finanzier der floralen Eleganz zu viel wurde und er einfach mit dem Hinweis auf alleinige, rigorose Benutzung eine große Kunststoffmatte anschleppte. Falls es Sie interessiert: Die Hausfrau, nicht verlegen, drapierte ihre Deckchen eben da drauf, vergaß allerdings einmal, sie rechtzeitig wegzuräumen und das Drama nahm dann doch mit einiger Verspätung ein frustriertes Ende. Übrigens: Die Katzen mochten die Dinger gern, weil man beim Einscharren ungeliebter Nahrung selbige gut damit zudecken konnte ...

 

 

AUSSICHT AUF EINSICHT

 

Was ich damit sagen will, ist: Man kann es sich auch künstlich schwer machen. Natürlich will – und muss – nicht jeder seine Wohnung und damit genauso sein Leben auf den Kopf stellen und die eigene Lebensqualität der Liebe zu seinen Fellmonstern opfern. Oder wie gar nicht mal so wenige, die zu resignieren scheinen und das traute Heim eben verlottern lassen. Wobei ich eigentlich überzeugt bin, dass die meisten von ihnen einfach nur schlecht sehen und gestörte Geruchsnerven haben. Andernfalls sie ja schreiend die Flucht ergreifen müssten ... Alternativ wird auch schon mal genervt das Handtuch geworfen und die Mieze weggegeben. Und DAS muss/darf nun wirklich nicht sein!

Aber wenn Sie z.B. einen begnadeten Pinkler im Haus haben, der sich bevorzugt dazu die sündteuren, kuscheligen Daunendecken aussucht, ist es einfach unsinnig, darauf zu beharren oder gar die Katze auszusperren. Mikrofaser tut’s auch, glauben Sie mir, und die kann unglaublich schnuckelig und angenehm sein. Sie lässt sich problemlos waschen, ist im Nu wieder einsatzbereit (selbst wenn Sie keinen Trockner haben) und rettet den unruhigen Schlaf Ihrer frustrierten Nächte. Und wer ohne Luxus trotzdem kein Auge zukriegt: Es gibt auch reichlich teure, die vermutlich sogar Schlaflieder in sämtlichen Tonarten singen können.

Vor längerer Zeit wurde mir die Weisheit eines in seinen Jugendjahren zwischen Nirwana und Apokalypse schwebenden Gurus zuteil, welcher mir mit dem Ausspruch „Man erobert die Welt immer dann, wenn man sich nichts daraus macht“ zu einer gewissen Erleuchtung verhalf. Heute ist er ein biederer Banker und der Zusammenhang mit unseren hausfraulichen Problemen war zweifellos nicht mehr gegeben. Abgesehen davon, dass diese Tiefsinnigkeit Lao Tse zugeschrieben wird. Wie auch immer: Es passt, denn die Botschaft lautet: Verbeiße dich nicht wie ein Terrier in ein Problem, das trübt Auge und Urteilsvermögen. Halte dir den Kopf frei für die Lösungen. Hier sind sie.

 

 

PROBIEREN & STUDIEREN

 

Ich habe - unter anderem natürlich – dafür auch eine Reihe toller Tipps aus Großmutters Erfahrungsschatz ausgegraben und auf Wirksamkeit überprüft. Teilweise, für alles konnte ich leider keine geeigneten Opfer auftreiben und mir selbst fehlt ja mittlerweile sozusagen das Potential. Einige wenige Vorschläge basieren dennoch auf dem Selbstversuch, die meisten jedoch stammen von Katzenhaltern in entsprechenden Nöten. Weshalb ich nicht versäumen möchte mich bei allen zu bedanken, die nicht genügend Widerstandskraft besaßen, mich und meine Ansinnen um Testergebnisse auf den Mond zu schießen.

Leider gibt’s jedoch ein Aber, weil moderne Einrichtungsgegenstände wohl zum Teil entweder nach einem anderen Verfahren hergestellt werden (oder gar nicht mehr) bzw. andere Materialien Verwendung finden und nicht zuletzt sich jeder eben anders einrichtet. Sie müssen’s also trotzdem selbst austesten und Gewähr gibt es logischerweise auch keine, weil sich besonders was Düfte anlangt nun mal nicht alle Katzen über einen Kamm scheren lassen. Die Ausbeute ist dennoch nicht so übel, wiewohl zweifellos nicht zwingend allheilend.

Freilich wird nicht nur Oma bemüht, es gibt genauso Hilfe aus dem Fachhandel (dessen Angebot wächst und meinen Tipps die Aktualität stehlen kann – aber wozu haben wir das Internet?) respektive von anderen Katzenhaltern – und den gesunden Menschenverstand habe ich gleichfalls mit einbezogen. Was jetzt nicht als untergriffige Beleidigung zu verstehen ist, sondern weil eine Lösung manchmal auf der Hand liegt, aber bisweilen als solche nicht erkannt wird. Von wegen Terrier und verbeißen ...

 

 

APROPOS MENSCHENVERSTAND

 

Wenn Sie Herkömmliches bevorzugen und lieber die Regale stürmen, achten Sie bei Reinigungsmitteln unbedingt auf das Kleingedruckte. Die Inhaltsstoffe von so manchem fulminanten und medial heftig angepriesenen Superhelfer sind für Haustiere nicht ganz ungefährlich. Und: Die im Handel relativ zahlreich angebotenen Cat-Stop-Sprays, die eine Katze davon abhalten sollen, an unerwünschten Stellen zu kratzen oder sich sonstwie zu verewigen, haben Sie höchstwahrscheinlich bereits als nutzlos abgehakt, sonst würden Sie diesen Artikel nicht lesen. Übrigens gibt es tatsächlich auch welche, die das Gegenteil bewirken sollen, nämlich Mieze durch das Aufsprühen an erlaubten Stellen zum Kratzen zu animieren, z.B. wenn sie diesbezüglich den Kratzbaum ignoriert. Tja, wenn Sie nicht wissen wohin mit Ihrem Geld ...

Als nicht nur unbedenklich, sondern erfreulicherweise auch enorm hilfreich für alle glatten Flächen (Boden, Fliesen etc.) hat sich Oranex (von Spinnrad) erwiesen, ein fabelhaftes Reinigungsmittel auf Orangenbasis. Tap Adrop (InTIERior) wird bewährt gegen Uringeruch eingesetzt und wer beim Betreten eines Raumes feststellt „hier stinkt’s“, aber nicht orten kann wo, findet Unterstützung durch den Stinkfinder (Catstuff), denn der lässt’s im Dunkeln fluoreszieren.

 

 

BESSER GEHT’S NICHT – KRATZBAUM

 

Dass eine Katze – selbstverständlich bereits als Jungtier - ein wirklich attraktives Kratz- und Klettermöbel braucht und dieses eine Vielzahl von Funktionen erfüllt, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Und dann hat man also ein richtiges Riesending angeschafft und das steht nun als nutzloses Objekt herum, weil Mieze trotzdem die Sofaecke oder was auch immer traktiert. Besonders Katzenhalter, deren Auge sich durch das notwendige Übel beleidigt fühlen, platzieren es an Orten, wo es das Ambiente am wenigsten verschandelt. Gehören Sie auch dazu? Nun, möchten Sie im Flur schlafen oder würden Ihr Lieblingssofa auch dann gern benutzen, wenn es in der Abstellkammer steht? Oder, andersherum, haben Sie Ihr Handy immer in der Nähe oder müssen Sie jedes Mal durch die halbe Wohnung laufen, wenn’s klingelt? Was hat das jetzt damit zu tun?

Nun, Katzen kratzen nämlich 1. bevorzugt auf mehr oder minder direktem Weg irgendwo zwischen Schlafplatz und Futterstelle. Außerdem schätzen sie 2. sowohl die Ungestörtheit der obersten Etage als auch, von dort die am meisten von ihren Menschen frequentierten Räume übersehen zu können, um sozusagen inkognito immer dabei zu sein. Könnte das Problem also auf dieser Ursache beruhen würde ich sagen: Glück im Unglück, denn ein neuer Stellplatz ist häufiger die Lösung als gemeinhin angenommen wird. Natürlich auch dann, wenn sich die Mieze lieber in den Schrank zurückzieht (und damit einen anderen Direktweg zum Futterplatz hat), weil beispielsweise durch das Getöse der Stereoanlage (oder ähnlichem) die Schrauben vom Klettermöbel schon von alleine herausfallen - das müssen Sie eben ergründen. Einen Versuch zumindest ist es wert, notfalls lassen Sie Ihr schickes Sofa im Endstadium vor dem geistigen Auge Revue passieren, dann kommen Sie bestimmt eher in die Gänge. Weil wir schon dabei sind:

 

POLSTERMÖBEL RETTEN

 

Kleinere Beleidigungen wie gezogene Fäden lassen sich mit etwas Geschick gut ausbessern bzw. mit einer weichen Bürste in Webrichtung passend platzieren und mit einem Stoffkleber oder Streifen aus Bügelsaum fixieren, sofern der Bezug die Hitze des Bügeleisens aushält. In der Regel ist dazu Dampf nötig und ein feuchtes Tuch zwischen Streifen und Bügeleisen hilft, damit die Gummierung nicht auf dem Stoff pappt oder mit der Bügelfläche verschmilzt. Hält der Bezugsstoff Dampf nicht aus, hilft ein Blatt Papier dazwischen. Weißes bitte. Eine Freundin griff mal forsch zur Zeitung und hat seither den Tagesspiegel auf der Ottomane. Bei etwas großflächigeren Beschädigungen helfen nur Flicken aus Ersatzstoff.

Ist gar nichts mehr zu retten oder Sie möchten vorsorgen, können Sie das Sofa mit einer Husse verkleiden. Wozu hab ich so ein Superteil und soll es dann verstecken? Nehmen Sie’s halt weg, wenn Sie draufsitzen wollen oder feiner Besuch kommt. Wird Sie aber bald nerven, denke ich. Außerdem gibt es diese Dinger nicht nur bereits fertig, sondern mittlerweile sogar in recht ansprechender Aufmachung und Auswahl, wenngleich nicht immer direkt billig - jedenfalls günstiger als ein neues Sofa. Und zwar in allen üblichen Normgrößen, ebenso für Sessel, aber Sie dürfen natürlich genauso Ihre Nähkünste unter Beweis stellen. Wie war das noch gleich? Alles kann man nicht haben ...

Das Haarproblem auf Polstermöbeln (und der Kleidung) bekämpft man am einfachsten mit einem Kleiderroller, was freilich häufig Richtung Kilometerbereich driftet und den Ankauf von Aktien des Herstellers sinnvoll erscheinen lässt. Alternativ für größere Flächen geht es nicht weniger gut mit einem feuchten Schwamm oder einer feuchten Nylonbürste, damit werde ich Ihnen kaum eine Neuigkeit verraten. Dass man mit Sauerkraut oder Sauerkraut-Saft aber nicht nur die Farben wieder auffrischen kann (und selbst etwas marode Kleidung ohne chemische Hilfe plötzlich wieder strahlt), sondern meine Testkatzen daraufhin beschlossen, in den nächsten zwei Wochen lieber einen anderen Schlafplatz aufzusuchen, wird Sie vielleicht freudig überraschen. Feucht wischen genügt, ertränken Sie das gute Stück nicht, sonst träumen Sie ständig vom dazugehörigen Selchfleisch ... Nein, ist nur ein Scherz am Rande, der Geruch verflüchtigt sich ziemlich rasch – Kleidung zum Lüften auf den Balkon (oder über Nacht vors geöffnete Fenster = ohne Gitter? = ohne Katze!!) hängen kann indes allemal nicht schaden.

 

 

FLECKENTEUFEL

 

Natürlich können Sie Ihr Schwerverdientes gerne in den Drogeriemarkt tragen und für irgendwelche Wässerchen oder sonst was dort lassen. Aber wenn Sie schon mal dort sind – geht kostengünstig auch ... Durch häufiges Frequentieren verschmutze Stellen, wenn z.B. Mieze die extra bereitgelegten Decken auf der Couch nicht goutiert oder ihr gerade dort mal (oder gern und häufiger) übel wurde, lassen sich fein mit Seifenlauge und etwas Gallseife beheben. Oma schwört auf die Beimischung von etwas Salmiak in der Lauge, den sollten Sie sich aber definitiv verkneifen, wenn Sie Pinkelflecken bearbeiten müssen. Die Bestandteile aller Ammoniakverbindungen, also auch Reiniger auf dieser Basis, sind dem Katzenurin ähnlich, d.h. sie riechen für Mieze nach fremder Katze und lösen logischerweise genau das entgegensetzte Verhalten aus: Sie pinkelt drüber! Und zwar so lange, bis der „Eindringling“ nicht mehr wahrgenommen wird. Da ist es weniger nervtötend, das Möbel gleich wegzuschmeißen.

Ist das Übel schon komplett eingetrocknet, wird’s schwierig. Bei frischen Urinflecken gilt: So lange mit maximaler Kraft Küchenrolle draufpressen, bis es keine Spuren mehr zeigt. Ideal wäre während dieses Vorgangs auch eine dicke Lage Zeitungen/Küchenrolle unter dem Fleck (um die Flüssigkeit nicht tiefer zu drücken), aber das wird sich bei einem Polstermöbel schwer bewerkstelligen lassen - bei Teppichen oder ähnlichem freilich schon. Dann erst wird gereinigt, so kleinflächig wie möglich, um das verbliebene Odeur nicht unnötig zu verteilen. Am besten geeignet sind Reinigungsmittel auf Zitrusbasis, aber Sie können auch einen Kräutersud versuchen: Salbei, Fenchel, Minze (DM, Apotheke). Ebenso kam ein Potpourri aus Wiesenkräutern (= Heublumen) bei den Testkatzen gut an, außerdem Blumendüfte wie Rose, Lavendel und Kamille. Verdünnte, ätherische Öle wurden interessanterweise allerdings weniger angenommen als ein Aufguss aus getrockneten Blüten, vielleicht weil es weniger intensiv ist und sich die Übeltäterin nicht bemüßigt fühlte, mit „eigenem Duft“ zu kontern. Für die Testphase standen zwar nur drei Wochen zur Verfügung, aber zumindest während dieser verging sich nur eine neuerlich (immerhin erst nach einigen Tagen) an den entsprechend behandelten Gegenständen.

 

 

DUFTER TYP – DAMPFREINIGER

 

Wer ohne Teppichboden oder Riesendingern (ohne Flor), die jedes Mal in die Reinigung müssten, nicht leben kann und noch keinen Dampfreiniger hat, ist eigentlich selbst schuld. Da muss man zwar etwas tiefer in die Haushaltskasse greifen, aber das lohnt sich allemal – selbstverständlich genauso für alle möglichen glatte Böden. Welche Unterlage auch immer, wenn sie die Hitze aushält (erkundigen Sie sich vorher unbedingt beim Hersteller!), dann düst der für jeden Katzenhaushalt unentbehrliche Assistent mit hundert Grad drüber und Sie haben’s absolut erstklassig sauber, ohne jeglichen Einsatz von Chemie und als Sahnehäubchen sogar noch haarlos und desinfiziert! Seit ich das Teil habe, könnten Sie allen Ernstes in meiner Küche (Laminat) auf dem Fußboden essen. Hätten wir weder Tisch noch Stühle.

 

 

ANDERE BODEN-TIPPS

 

Ist ein Erwerb des Wunderhelfers aus welchem Grund auch immer nicht angedacht, kommt Oma wieder ins Spiel, die Mineralwasser als wirksam zur Entfernung von Flecken bezeichnet, mit Testurteil „gut“ allerdings nur bei frischen Verunreinigungen. Ist das Problem schon älterer Natur, hilft eine duftmäßig zumindest anfangs gewöhnungsbedürftige Pampe aus drei Esslöffeln Essig und zwei Esslöffeln Waschmittel. Einreiben und mit einem sauberen Lappen trockenreiben bringt’s in der Tat. Falls Sie chemische Fleckentferner bevorzugen, sollten Sie diese erst dann verwenden, wenn der Fleck eingetrocknet ist! Und dann mit frischem Wasser nachbessern, falls Mieze der Geruch nicht „schmeckt“ ...

Kleinere Teppich lassen sich je nach Material und Anweisungen auf dem Pflegeetikett wie erwähnt gut in der Waschmaschine reinigen, etwas Apfelessig oder zwei Esslöffel Zitronensaft im letzten Spülwasser erfreuen nicht nur das Gewebe.

Wer seine Mieze versehentlich oder absichtlich mal ein- oder ausgesperrt hat, bezahlt das häufig mit aufgestellten Kanten von Teppich oder Teppichboden im Türbereich. Erst anfeuchten und bis zum Trocknen beschweren reicht meist aus, losen Teppichen können Sie aber zu mehr Halt verhelfen, wenn sie an den Unterkanten mit Tischlerleim „beschwert“ werden. Ist bei Teppichböden jedoch auch das Gewebe beschädigt, hilft bloß noch Spezialkleber, sowohl an der Oberseite, um aufgekratzte Fasern zu fixieren (wegschneiden geht auch), als auch am Rand der Unterseite, d.h. Sie müssen die Kante an den Fußboden kleben.

Holzfußböden, die eigentlich schon wieder mal neu versiegelt werden sollten und deshalb anfällig für Flecken sind, lassen sich gut mit kaltem, schwarzem Tee reinigen und auch behandeln. Bei lackiertem Holz hilft halb getrockneter Kaffeesatz besser: Mit einem Lappen gut verreiben und dann aufsaugen. Kratzer auf dem Holzfußboden entfernt man mit etwas Stahlwolle, die in Fußbodenwachs getaucht wurde.

 

 

TAPETEN ADE?

 

Tapeten sind in einem Katzenhaushalt nicht unbedingt eine übermäßig gloriose Idee, aber wenn sie glatt sind, minimiert sich offenbar der Anreiz unendlich – bei mir z.B. wechseln glatte Tapeten (Papier und Vlies) mit Mauer und das interessiert meine Katzen nicht die Bohne. Struktur-, vor allem aber Raufasertapeten hingegen wirken wie eine unverblümte Einladung. Manchmal ist der Katze bloß langweilig, manchmal geht es nur um die schon erwähnte Duftmarke, oft entdeckt sie den Funfaktor aber durch ein darauf sitzendes Insekt oder die Schatten, die Sonne oder Leuchtmittel werfen und meist nicht konstant sind, d.h. „sich bewegen“. Attacke! Und jeder Fussel oder noch so winzige lose Streifen verändert dieses Bild natürlich und gibt neuen Ansporn zum Weiterspielen.

Wenn die Tapete nicht schon in Fetzen herunterhängt, lassen sich kleine(re) Schäden mit Tapetenkleister oder Haarspray wieder begradigen. Flicken aus Tapetenresten leuchten normalerweise regelrecht heraus, weil die an der Wand mit der Zeit einer mehr oder minder leichten Farbveränderung unterworfen ist. Das gilt auch fürs Auswechseln einer ganzen Bahn. Wenn Sie nicht ständig neu tapezieren oder auf den Wand“schmuck“ trotz weiterer Lädierung nicht verzichten wollen, müssen Sie damit leben, weil hier die guten Ratschläge enden. Sie könnten die Stelle freilich auch mit einem passenden Möbelstück verbarrikadieren. Manchmal hilft‘s.

Kratzspuren neben einer Tür sind in der Regel allerdings eine andere Botschaft und könnten etwas mit nicht wunschgemäß garantiertem, ungehinderten Zugang zu tun haben. Das fällt im Rahmen dieses Artikels aber nicht in mein Revier. Nageln Sie ein Kratzbrett oder eine Matte drüber, wenn Sie die Ursache nicht ergründen können.

 

 

SCHÖNER WOHNEN – MÖBELPFLEGE

 

Die Idee, Möbelpolitur selbst herzustellen, fand ich anfangs nicht gerade berauschend, aber meine Neugier ließ es mich versuchen und so kam ich unvermutet in den Genuss einer zweifachen Erfahrung: Meine Möbel haben sich sehr gefreut, meine Katzen nicht – seither werden Sideboard und Anrichte nicht mehr bewohnt. Beim Esstisch war der Erfolg leider etwas weniger durchschlagend, denn hin und wieder rennt doch noch eine drüber. Wenn Sie’s mal probieren wollen: Ein Drittel Terpentin, ein Drittel Leinölfirnis (aus dem Farbenfachgeschäft) und ein Drittel Essig werden durch kräftiges Schütteln gut gemischt und genauso mit einem weichen Tuch aufgetragen wie herkömmliche Mittel. Nachpolieren!

Bei Bambusmöbeln funktioniert das freilich nicht, aber da einer meiner Senioren sich bevorzugt auf meinem Lieblingssessel unbekömmlicher Nahrungsbestandteile zu entledigen pflegt und stets zielsicher am Sitzpolster vorbeitrifft, habe ich nach einer Lösung gefahndet: Eine Bürste und ein Eimer mit zwei Handvoll Kochsalz machten mein Glück wieder perfekt.

 

 

KRATZSPUREN AUF MÖBELN

 

sind ein Kapitel für sich, denn die Reparatur hängt davon ab, um welches Holz es sich handelt. Wichtig ist, immer in Richtung der Maserung zu arbeiten! Ungeachtet des Materials verschwinden leichte Kratzer wie durch Zauberhand, wenn man sie mit etwas weißer Vaseline bestreicht. 24 Stunden einwirken lassen, dann abreiben und nachpolieren.

Bei tieferen Kratern hilft in der Regel nur Auffüllen mit entsprechendem Flüssigholz. Dann ist zwar normalerweise der Glanz weg, aber dem können wir nachhelfen: Dunkles Mahagoni wird nach dem Trocknen mit braunem Wachs poliert, bei rotem Mahagoni nehmen Sie farbloses und rühren ein wenig Jodtinktur ein. Wer hat heut noch Mahagoni? Na ja, manche wohnen tatsächlich noch mit Nussholz. Und wer dann möglicherweise kein passendes Flüssigholz bekommt, schält eine frische Walnuss, halbiert den Kern und reibt mit der Bruchstelle den Kratzer ein. Der ist dann zwar noch da, aber man sieht ihn nur mehr beim genauen Hinschauen. Teakholz wird mit einer Mischung aus (zu gleichen Teilen) Terpentin und Leinölfirnis wieder schön und Ahorn braucht eine Melange aus einem Teil Jodtinktur und einem Teil denaturiertem Alkohol, die mit einem Haarpinsel aufgebracht wird. Für Kiefer, Birne & Co wusste Oma keinen Rat, aber das Internet bestimmt. Übrigens: Vollholz ist ja heutzutage weniger verbreitet als Holz-„Optik“. Wird aber trotzdem kaputt. Und ändert nichts an der Hilfe.

 

 

TATORT TOPFPFLANZEN

 

Manche Katzen gärtnern einfach gern, weil man in der Erde so fein scharren kann, auch eine Missinterpretation ist möglich und manche benutzen das Gefäß als Toilette. Und da Sie ja die herausbugsierte Erde wieder brav zurückschaufeln bzw. durch neue ersetzen, wird daraus eine unendliche Geschichte. Platzieren Sie bis zur Höhe des Topfrandes einen schmalen Ring aus kleinen Steinchen um die Pflanze und legen Maschendraht drüber, ein gutes Stück über den Topfrand hinaus abwärts gebogen und mit unfallfreien Enden – damit sich die Katzen nicht verletzen kann. Weil nicht wahnsinnig schick, legen Sie dann hübsche Dekosteine drauf, flach und schwer genug, dass Mieze die Pfoten davon lässt. Aber nicht so schwer, dass sie das Gitter auf die Erde drücken. Wieso nicht gleich die Erde pflastern? Weil dadurch die Luftzufuhr unterbunden wird und sich Schimmel bildet. Der Zwischenraum gewährleistet, dass die Pflanze atmen und die Feuchtigkeit nach dem Gießen verdunsten kann.

Viele frische Zitronenscheiben können unserem Erdhörnchen auch das Umgraben verleiden, allerdings sollten sie die Säure nicht an die Erde abgeben und werden stehend nicht lange ihre Position halten, d.h. Sie müssten was basteln. Außerdem müssen sie relativ häufig erneuert werden, und wenn sie keine Plantage haben ...

Wird das Grünzeug aber auch angeknabbert, ist Vorsicht geboten, weil viele Pflanzen zwischen unbekömmlich und giftig rangieren. Die Liste wäre nicht nur lang, sondern auch kompliziert, weil es hinsichtlich der Schadwirkung auf die unterschiedlichen Teile ankommt, also ob Blatt, Blüte, Frucht oder Wurzel. Und zudem auf die jeweilige Menge bzw. darauf, ob Mieze bloß die Blätter mit den Zähnen perforiert oder Teile auch verspeist. Was kaum vorkommt, aber natürlich nicht auszuschließen ist (besonders bei neugierigen Jungtieren), dennoch werden Tierarztpraxen eher selten mit Vergiftungsfällen konfrontiert. Bei Giftpflanzendatenbanken im Internet kann man sich schlau machen – und m Zweifel auf den Grünschmuck verzichten.

Kleinere Pflanzen kann man indessen auch aufhängen. Heute ist das nicht mehr nötig, aber seinerzeit hatte ich einen halben Urwald auf attraktive Hängeampeln verteilt – wozu, das sei nicht verschwiegen, die drei Meter vierzig Raumhöhe natürlich entsprechend beigetragen haben. Und vermutlich der felide Privatgarten genauso: Meine Fensterbänke zierten Rosen, Bambus, Küchenkräuter, Katzenminze und Tomatenpflanzen. Letztere wurden als eklig eingestuft und das jeweilige Fenster gemieden ... Zum tröstenden Ausgleich gab’s freilich auch breite Blumenkästen mit Sportrasen (hält eindeutig am meisten aus). Wem das Aussäen (trotz unzugänglichem Nachwuchs-Ersatz-Kasten) zu lange dauert oder nichts dafür übrig hat: Rasenziegel tun’s auch. Super kühl und besonders beliebt in heißen Sommernächten!

 

 

GAME OVER

 

Konflikte mit Katzen, die an Vorhängen schaukeln, was diesen selten gut tut, entziehen sich im Grunde meinem heutigen Thema, denn das fällt in die Rubrik schlechte Angewohnheiten und ist ein Erziehungsproblem. Trotzdem ein Tipp: Dürfen wir dabei sein, bewährt sich zumeist ein harsches Pfui samt Katze mit einer Hand unterm Bauch arretieren und mit der anderen die Krallen vorsichtig aus der Gardine lösen, auf den Boden setzen und Begriffsstutzige mit einem kleinen Schubs am Hinterteil geordneten Rückzug anzuweisen. Manche schwören auf eine Dusche aus der Blumenspritze, meine Sache ist das nicht. Jedenfalls darf man die Katze dabei nie am Kopf treffen!

Sind wir nicht live dabei, und das ist eigentlich die Regel, hilft es manchmal, die Gardinen zur Seite zu schieben und mit einem Raffband zu halten. Auch ein auf halber Höhe an einer Querstange angebrachtes Panneau lässt sich seitlich fixieren. Bleibt dieser Maßnahme der Erfolg versagt, kann’s unerreichbar Hochbinden bringen. Das sieht nun total unwohnlich und hässlich aus, da es sich aber oft „nur“ um ein temporäres Dilemma handelt - d.h. wir unterbrechen damit für eine Weile eine Gewohnheit, bis Mieze (überwiegend Jungtiere, die ja generell leicht abzulenken wären) darauf (hoffentlich) vergisst – wäre es eine Überlegung wert.

War’s das auch nicht, bleibt nur alternativer Verzicht und ein Wechsel Richtung Raffrollo oder Scheibengardinen. Sind Letztere das Objekt der Begierde, geht es der Katze möglicherweise nur um ungehinderten Ausguck. In diesem Fall die Fensterbank lückenlos zu verbarrikadieren würde ich (auch als Katze) allerdings als impertinent einstufen und unverzüglich ändern. Hartnäckige Stubentiger lassen sich nämlich nicht mal durch Kakteen vertreiben ...

 

 

 

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