Homöopathie-Lexikon
Christine Klinka

 

 

HOMÖOPATHIE VON A BIS Z

 

Ein Lexikon für Katzenbesitzer

Aufgelistet nach Leiden oder Symptomen mit darauf abgestimmten Therapievorschlägen, jeweils passender Arznei/en, Potenzhöhe und Dosierung

 

 

 

Zwei Sonderteile:

SCHÜSSLER SALZE

und 12 Ergänzungsmittel

 

UNFÄLLE, NOTFÄLLE &

manuelle ERSTE HILFE

 

 

 

Dazu ein „Kleines 1 x 1 der Homöopathie“:

Was sie kann, wie sie wirkt, was drin ist, was Potenzen sind und sonst noch für jeden Benützer wichtig zu wissen ist.

 

 

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INHALT

 

In Klammer & kursiv stehen „siehe unter“-Querverweise = z.B. Nasenbluten (Blutungen)

oder als Hinweis auf mehrere = z.B. Augen (ff)

 

Vorbemerkung, Hinweis & Impressum

Kleines 1 x 1 der Homöopathie

Wie Homöopathie wirkt - Die Heilmittel

Was Potenzen sind und wie sie wirken

Die Wahl der Potenz

Tabletten, Tropfen oder was? - Eine Gabe ist wie viel?

Wie bringt man’s in die Katze rein?

Arzneien eingeben – wie oft?

Arzneien eingeben – wie lange? Wirkung & Besserung - Nebenwirkungen

Arzneien aufbewahren – wo?

A = Abmagerung, Abszesse, Akne, Allergien, Alopezie, Analdrüsen, Anämie,

            Appetitlosigkeit, Arthritis, Arthrose, Asthma, Atembeschwerden, Augen (ff),

            Austrocknung

B = Bauchspeicheldrüse, Bindehautkatarrh, Blähungen, Blasenentzündung,

         Blutohr, Blutungen, Bronchitis, Brustdrüsenentzündung, Brustfellentzündung

D = Darmparasiten, Diabetes, Dickdarmentzündung, Durchfall

E = Ekzeme, Erbrechen, Epilepsie, Epilepsie-ähnliche Anfälle

F = Fettknubbel (= Gelbfettkrankheit), Fettsucht, Fieber, Froschgeschwulst

G = Gastritis (Erbrechen), Gefäßverschluss, Gelbfettkrankheit, Gelbsucht,

            Geschlechtstrieb, Geschwülste, Geschwüre, Grauer Star, Grüner Star

H = Haarausfall, Haarballen, Haarbruch, Haarzotten, Halsentzündung, Harnwege, Haut, Hautparasiten, Hautpilz, Herzerkrankungen, Hornhautentzündung, Husten (Bronchitis), Hysterie

I = Impfreaktionen, Infektionskrankheiten, Infektiöse Anämie, Inkontinenz

J = Juckreiz

K = Kastration (ff), Katerkrankheiten, Katzenräude (Ohren), Katzenschnupfen (Schnupfen, Infektionskrankheiten), Katzenseuche (Infektionskrankheiten),

            Kehlkopfkatarrh, Knochen, Kokzidiose, Kolik, Kondition (Stärkungsmittel),

            Krämpfe (ff), Kreislaufschwäche

L = Lähmungserscheinungen, Leberleiden, Lippengeschwür (Granulom),

            Lungen-Erkrankungen

M = Mandelentzündung, Mastdarm, Milz, Mittelohrentzündung, Mundgeruch,

         Mundschleimhautentzündung, Muskelentzündung

N = Nasenausfluss (ff), Nasenbluten (Blutungen), Nebenhöhlenentzündung,

            Neubildungen, Nervenleiden, Netzhaut, Nickhaut, Nierenerkrankungen

O = Ohnmacht (ff), Ohren, Operationen

P = Pankreas (Bauchspeicheldrüse), Pilzbefall (Hautpilz), Polypen (Neubildungen)

R = Reisekrankheit

S = Schlaganfall, Schnupfen, Schuppen, Stärkungsmittel

T = Toxoplasmose, Tränenkanal, Tumore (Geschwülste)

U = Unfälle & Notfälle (Sonderteil), Unsauberkeit (Inkontinenz)

W = Wunden und Verletzungen

Z = Zahnfleischentzündung, Zahnfleischtaschen, Zahnfleischgeschwulst,

            Zahnstein, Zahnwechsel

Die Schüßler Salze

            Einleitung, Unterschiede zur Homöopathie, Wirkung, Anwendung

Salz Nr.1 Calcium fluoratum (Gefäße), Nr. 2 Calcium phosphoricum (Aufbau)

Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum (Fieber)

Salz Nr. 4 Kalium chloratum (Entzündung)

Salz Nr. 5 Kalium phosphoricum (Nerven), Nr. 6 Kalium sulfuricum (Stoffwechsel)

Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum (Blitzmittel)

Salz Nr. 8 Natrium chloratum (Blut)

Salz Nr. 9 Natrium phosphoricum (Neutralisation), Nr. 10 Natrium sulfuricum

            (Entschlackung)

Salz Nr. 11 Silicea (Haut)

Salz Nr. 12 Calcium sulfuricum (Schleimhaut)

Ergänzungsmittel

Salz Nr. 13 Kalium arsenicosum

Salz Nr. 14 Kalium bromatum, Nr. 15 Kalium jodatum

Salz Nr. 16 Lithium chloratum, Nr. 17 Manganum sulfuricum, Nr. 18 Calcium

            sulfuricum Hahnemanni

Salz Nr. 19 Cuprum arsenicosum, Nr. 20 Kalium aluminium sulfuricum

Salz Nr. 21 Zincum chloratum, Nr. 22 Calcium carbonicum Hahnemanni

Salz Nr. 23 Natrium bicarbonicum, Nr. 24 Arsenum jodatum

Unfälle & Notfälle

Generalmittel, Bisse/Stiche/Schnitte, Blutungen,

Elektrischer Schlag, Erfrierungen, Fremdkörper, Gefäßverschluss,

Gehirnerschütterung, Hitzschlag, Insektenstiche, Kreislaufschwäche,

Schlaganfall, Verbrennungen, Vergiftungen

Manuelle Erste Hilfe

Annähern, Beruhigen, Bewusstlose wiederbeleben

Erste nähere Untersuchung, Transport, Blutungen stillen

Verbände anlegen

 

 

 

Anwendung & Dosierung homöopathischer Arzneien in Kurzfassung

 

Dosierung: 1 Gabe =

1 Tablette (kleine Kätzchen ½) oder

½ gestrichener Mokkalöffel Pulver (entspricht einer gehäuften MSP) oder

5 (kleine Kätzchen) bis 10 Globuli (Kügelchen).

Möglichst KEINE Tropfen!

Wie oft?

Die Häufigkeit ist sowohl für akute als auch chronische Fälle jeweils angegeben. Bitte ohne ärztliche Anordnung nicht verändern und nach der Heilung absetzen.

Verabreichung:

In akuten Fällen zwecks schnellstmöglicher Wirkung die Arznei auf die Mundschleimhaut aufbringen. In allen anderen Situationen können die regelmäßigen Gaben auch mit Futter-häppchen, Vitaminpaste etc. gegeben werden.

WICHTIG: Alle Arzneien niemals mit Metall in Berührung bringen (Plastiklöffel) und jede Gabe (auch bei einem Mix) vor dem Verabreichen direkt frisch entnehmen.

 

 

VORBEMERKUNG

 

 

Versierte Anwender wissen, dass Naturheilkunde kein Spielfeld ist, nur weil man die Arzneien übers Internet bestellen kann (= trau-schau-wem), ohne aus dem Pyjama steigen zu müssen. Oder rezeptfrei in der Apotheke bekommt. Doch mit diesem Lexikon in der Hand sollen auch Anfänger die ersten Schritte durch ein wenig bekanntes oder fremdes Land wagen können, ohne Kandidaten für den meistgehörten Satz „Bei mir hat das noch nie gewirkt“ zu werden ... dicht gefolgt von „Wir probieren es halt mal, was kann schon passieren“.

Allerlei, denn Sie hantieren mit Medikamenten.

Und die Katze muss es ausbaden.

Das Lexikon ist zwar so aufgebaut, dass auch Ungeübte nach Maßgabe quasi ohne Brimborium loslegen können, aber sie sollten schon ein bisschen mehr darüber wissen, was sie da eigentlich tun. Kein Heim-Homöopath fällt vom Himmel, jeder muss mal anfangen, insofern ist logisch, dass nicht alle Nutzer die wichtigsten Grundlagen herunterbeten können wie ein Mantra. Denn es braucht Zeit, bis alles mit der gleichen Selbstverständlichkeit gespeichert ist wie der automatische Griff zum Handy, wenn’s klingelt.

Weshalb ich Ihnen ans Herz lege: Lesen Sie das einleitende 1x1. Starten Sie keine halbherzigen Versuche im Blindflug und beschränken sich mangels Erfahrung zunächst vielleicht auf einfache Wehwehchen, bis Sie genügend sattelfest sind – zumal etliche Tipps teilweise weit über Alltagsprobleme hinausgehen. Und: Weichen Sie bitte niemals ohne ärztlichen Rat von den jeweiligen Behandlungsvorschlägen ab. Der Tierarzt wird mit gutem Grund immer wieder ins Spiel gebracht – und wenn er aufgeschlossen ist, arbeiten Sie bitte unbedingt zusammen!

 

Der erste Schritt zur Besserung ist bekanntlich die Erkenntnis. Der erste Schritt zur Erkenntnis jedoch ist der Zweifel – zögern Sie also niemals, bei Unklarheit, ausbleibender Besserung oder Verschlechterung den Veterinär zu kontaktieren!

Weil kein Buch einen Arzt ersetzen kann.

 

Last but not least: Ein Lexikon hat zwar im Grunde keine Grenzen, aber um das hier vorliegende sinnvoll anwenden zu können, muss es einigermaßen überschaubar bleiben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass nicht jegliche Unpässlichkeit Erwähnung gefunden hat (zumal nicht alle einer homöopathischen Behandlung zugänglich sind bzw. den privaten Heimwerker überfordern würden) und eine Auswahl unumgänglich war. Das schließt mit wenigen Ausnahmen auch sämtliche Tipps rund um das Thema Fortpflanzung ein, die in aller Ausführlichkeit im ZÜCHTERBREVIER behandelt wurden – wiewohl mir natürlich bewusst ist, dass auch Hauskater Männerprobleme haben können und Hauskatzen Kinder kriegen ...

Ich habe mich jedenfalls bemüht, ein leicht verständliches Handbuch zu liefern und wünsche Ihnen viel Erfolg – zum Wohle Ihrer Katze!

Christine Klinka

 

Wichtiger Hinweis

Alle Angaben in diesem Nachschlagewerk sind gewissenhaft geprüft. Aber sowohl Gesetzesregelungen als auch die Medizin sind, wie jede Wissenschaft, ständigen Entwicklungen unterworfen. Jeder Benutzer ist daher angehalten, sich durch sorgfältige Prüfung und gegebenenfalls nach Konsultation eines Spezialisten von der Korrektheit der gegebenen Empfehlungen und Ratschläge zu überzeugen. Jede Dosierung, Applikation oder Anwendung erfolgt auf eigene Gefahr.

 

Impressum:

© first published 2006/08 by Christine Klinka, update 2013/15 für KatzenJournal

Alle Rechte vorbehalten.

 

 

KLEINES 1 x 1 DER HOMÖOPATHIE

 

 

Homöopathie gilt als sanfte Heilmethode ohne Nebenwirkungen, was allerdings von der korrekten Anwendung abhängt – denn nichtsdestotrotz handelt es sich dabei um Medikamente. Weshalb sie auch nie unreflektiert gegeben werden dürfen. Homöopathie wird auch gern in den allgemeinen „Naturheilkunde-Topf“ geworfen und viele Laien sind deshalb wahrscheinlich der Meinung, auch Bachblüten wären Homöopathie – falsch gedacht, denn beide Heilverfahren haben absolut nichts miteinander zu tun. Homöopathie ist ein autonomer Zweig der Medizin mit sehr alten Wurzeln ... und folgt ganz eigenen Gesetzen ...

 

 

Humbug oder Hilfe?

 

Das Pro und Kontra dieser Heilmethode, wie in den meisten Veröffentlichungen zu lesen ist, um Zweifler zu überzeugen, möchte ich aussparen. Wer mag, findet im Internet mehr darüber, als ein einzelner Mensch vermutlich im Laufe seines Lebens lesen kann. Und wird am Ende feststellen, dass es seiner eigenen Entscheidung vorbehalten bleibt, was er davon hält oder glaubt – obwohl Homöopathie eines ganz sicher nicht ist: Eine Glaubensfrage! Sondern ungeachtet der Tatsache, dass nach wie vor reichlich Überzeugungsarbeit zu leisten wäre, eine längst auf dem Siegeszug befindliche Heilkunde mit sehr alten Wurzeln. Weshalb hinsichtlich der Entstehungsgeschichte nur kurz erwähnt sei, dass sie formell von Samuel Hahnemann im späten 18. Jahrhundert begründet wurde, in ihren Grundzügen jedoch bis in die griechische Antike zurückreicht. Von Hippokrates (um 460 bis 375 v.Chr.) über Paracelsus (1493-1541) bis zu Hahnemann hat sich jedoch am obersten Grundsatz nichts geändert:

 

Similia similibus curantur = Gleiches wird durch Gleiches geheilt

 

Seit Hahnemann haben viele Homöopathen das Prinzip der differenten Wirkung von Substanzen in unterschiedlichen Potenzen erforscht und jeden Schritt penibel dokumentiert. Für diese Arzneimittelprüfungen wurde einem Probandenkollektiv gesunder Menschen entweder ein Placebo oder das zu prüfende Mittel in der Ausgangssubstanz beziehungsweise in potenzierter Form verabreicht und jedes Symptom und jegliche körperliche Veränderung genauso protokolliert wie etwaige Veränderungen der Stimmung und der seelischen Befindlichkeit. Aus allen gewonnenen Erkenntnissen, der Gesamtheit der Symptome, setzt sich das sogenannte Arzneimittelbild zusammen – das aber, weil Forschung ja nicht Stillstand ist, nicht zwingend eine Konstante sein muss, sondern durch praktizierende Homöopathen hin und wieder ergänzt wird. Genauso kommen neue Mittel hinzu oder werden über die bekannte Wirkung hinaus geprüft, um das Bild kontinuierlich zu vervollständigen.

Wie auch immer man dazu stehen mag: Tatsache jedoch ist und bleibt, dass die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien bei der Behandlung von Tieren nicht einfach wegdiskutiert werden kann. Ein Tier steht dem völlig neutral, wertfrei und unbeeinflusst gegenüber und wird sich nicht besser fühlen, wenn es ein Placebo bekommen hat. Insofern kommt nicht nur den unzähligen Erfolgen homöopathisch arbeitender (und ständig forschender) Tiermediziner eine besondere Bedeutung zu, sondern auch den über einhundert Prüfungen eines französischen Tierarztes, dessen Ergebnisse zudem bestätigten, dass es in der Homöopathie keinen Unterschied macht, ob man ein Mensch ist oder eine Maus. Oder eine Katze ...

 

 

Wie Homöopathie wirkt

 

Das oberste Grundprinzip – nämlich Ähnliches/Gleiches mit ebensolchem zu heilen - bedeutet, dass eine Substanz, die beim Gesunden bestimmte Beschwerden hervorruft, in homöopathisch aufbereiteter Form bei einem Patienten mit (möglichst) exakt denselben Beschwerden die Wirkung ins Gegenteil verkehrt, also heilt. Ein vereinfachtes Beispiel: Nehmen wir nach einem Bienenstich das homöopathisch potenzierte Bienengift (Apis) ein, hebt es dessen Folgen auf. Homöopathie wird auch als Reiztherapie bezeichnet und das bedeutet, dass die Arzneien nicht Symptome wie Niesen oder Fieber unterdrücken sollen, sondern dem Organismus einen Anreiz geben, die körpereigenen Selbstheilungskräften zu aktivieren – ihm sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe bieten.

Auf dem Prinzip der Ähnlichkeitsregel basiert auch die sogenannte Signaturlehre, die verschiedenen der verwendeten Pflanzen ihren Namen gegeben hat: Beinwell wurde schon im Altertum genauso wie heute vor allem bei Knochenbrüchen eingesetzt, Blutwurz bei Blutungen und Augentrost bei Augenleiden, um nur einige zu nennen. Viele der Rohstoffe finden sich überdies auch in der Allopathie (Schulmedizin), wie etwa der Rote Fingerhut (Digitalis) bei Herzproblemen.

 

 

Die Heilmittel

 

Es gibt mittlerweile mehr als dreitausend geprüfte homöopathische Arzneien. Die am häufigsten verwendeten Ausgangsstoffe sind entweder pflanzlich wie Thuja (Lebensbaum), Arnica (Bergwohlverleih) oder Belladonna (Tollkirsche); aus dem Mineralreich wie Quecksilber (Mercurius), Sulfur (Schwefelblüte) oder Arsen; oder sind tierischen Ursprungs wie Apis (Honigbiene), Lachesis (Schlangengift) oder Spongia (Meerschwamm). Sie haben mit wenigen Ausnahmen ein relativ breit gefächertes Wirkspektrum und sind innerhalb dieses gezielt einsetzbar – wobei immer die individuellen Symptome und die Gesamtverfassung des Patienten Priorität haben. Liegt eine Grunderkrankung vor, etwa ein Leberleiden, kann dies zwar eine Entscheidungshilfe geben, dennoch stehen die Symptome im Vordergrund bei der Wahl des Mittels.

Das heißt, es gibt zwar Mittel wie beispielsweise Belladonna, das zu Beginn jeder Entzündung häufig eingesetzt wird, aber keins mit einer Breitbandwirkung wie wir es aus der Schulmedizin kennen. Etwa gegen allgemeine Schmerzzustände, egal ob Zahn, Kopf, Bauch oder was immer betroffen ist. Es geht immer um „wo sitzt das Leiden“ und „wie äußert es sich“, sodass es z.B. bei Schnupfen darauf ankommt, ob die Nase läuft oder verstopft ist, welche Konsistenz und Farbe das Sekret hat und ob auch die Augen tränen etc. Das hört sich mühsamer an als es ist, doch je sorgfältiger gewählt, desto schneller und sicherer wird sich der Erfolg einstellen – und: Sind wir einmal „drin“ im Umdenken, wird der Lernprozess fast zum Selbstläufer und die Anwendung geht uns von Mal zu Mal leichter von der Hand. Im Grunde verhält es sich damit ja nicht anders wie sonst auch: Was wir nicht kennen, erscheint zunächst immer schwierig oder kompliziert und beginnt sich zu relativieren, wenn wir unsere Nase erst einmal ins fremde Terrain gesteckt und uns damit beschäftigt haben.

 

Was sind Potenzen und wie wirken sie?

 

Ausschlaggebend für das Gelingen ist immer auch die Potenz. Damit wird der Verdünnungsgrad eines homöopathischen Mittels bezeichnet. Das heißt, jeder gewonnene Grundstoff, beispielsweise aus einer Wurzel oder dem Gift einer Kröte, wird nicht nur vielfach verdünnt, sondern auch in einer neutralen Trägersubstanz durch stufenweise Verschüttelung oder Verreibung „potenziert“ = das Potenzial der heilwirksamen Substanzen wird erhöht. Sie gewinnen an Kraft, werden leistungsfähiger – und verlieren dabei (korrekte Anwendung vorausgesetzt) ihre Giftwirkung!

Und in Umkehr dessen, was uns aus der Schulmedizin gemeinhin bekannt ist, zeitigt die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien eine Steigerung, je geringer ihr Anteil in der Trägersubstanz ist: Je häufiger ein Grundstoff verschüttelt/verrieben = verdünnt = potenziert wird, desto tiefgreifender wirkt sie – je höher die Potenz, umso gezielter der „Angriff“. Statt, wie wir es gewohnt sind, fünf Tabletten zu schlucken, weil die zwei vorher nicht geholfen haben, heißt es in der Homöopathie „weniger ist mehr“. Paradoxerweise sind daher, wiewohl es hier eben andersherum läuft, Hochpotenzen oft leichter erhältlich als tiefe ... weil eben „weniger drin“ ist. Hochpotenzen (in etwa ab D30 aufwärts) sollten daher nie ohne entsprechende Anweisungen verabreicht werden, um keinen unerwünschten Prozess in Gang zu setzen.

Auch Tiefpotenzen (D1 bis D4/5) sollten nur in bestimmten Fällen eingesetzt werden. Sie enthalten den größten Anteil einer Grundsubstanz und das erfordert gleichfalls einen gezielten Einsatz, etwa bei Knochenbrüchen. Oder um einen möglichst großen Komplex abzudecken, sodass z.B. Echinacea (Kegelblume) zur Steigerung der körpereigene Abwehr bei grippalen Infekten vorzugsweise in der D1 verabreicht wird. Bei anderen Mitteln wie z.B. Phytolacca kann sich die Wirkung ins Gegenteil verkehren: Milchstau erfordert D1, Milchmangel D3. Oder, wenn wir schon die „höheren Weihen“ der Homöopathie erreicht haben, noch ein Beispiel für sehr Geübte: Hepar sulfuris (Kalkschwefelleber) fördert in Tiefpotenzen die Eiterbildung, während durch Hochpotenzen (von D200 aufwärts) der Vereiterungsprozess gestoppt und die Auflösung des Eiters gefördert wird.

Mittlere Potenzen (in der Regel ab D6 und alle unter D12/15), können wiederum eine breitgestreutere Wirkung haben, sodass sie über ein bestimmtes Symptom hinaus auch Bereiche „rundherum“ erfassen können – je nach Arzneimittelbild! Sie werden bevorzugt eben dann oder auch bei unklarer Einschätzung der Ursache eingesetzt und man könnte sie sozusagen als „Einstiegsdroge“ für Anfänger bezeichnen – was die Wirksamkeit freilich in keiner Weise herabsetzt, aber negative Reaktionen weitgehend ausschließt. Soll heißen: Mit einer D6 z.B. lassen sich durchaus Berge versetzen (mitunter nur kleine, das hängt vom Leiden ab), bei nicht korrekter Diagnose können wir indes auch nicht wahnsinnig viel falsch machen – besser kein oder nur zögerlicher Erfolg, als Geister zu wecken, die wir nicht beherrschen können.

Einige Mittel werden auch als sogenannte Urtinktur verwendet, sind aber überwiegend nur für die äußerliche Anwendung gedacht. Seltene Ausnahmen bedingen eine konkrete Anweisung und sollten in Ermangelung einer solchen nie oral eingegeben werden.

Hinweis: Mitunter sind Arzneien nicht in D-(Dezimal)-Potenz erhältlich, sondern nur in C (Centesimal) – kein Problem, sie werden gleichermaßen eingesetzt.

 

 

Die Wahl der Potenz

 

Lange Rede kurzer Sinn: Nicht nur Anfänger, diese aber ganz besonders, sollten (ungeachtet des vorigen Kapitels) die in Folge angegebenen Potenzen und Dosierungen ohne gegenteilige Anweisung eines fachkundigen Mediziners unbedingt so beibehalten, wie hier angeführt! Ist eine Arznei zur Hand, aber nicht in der angegebenen Potenz, gilt generell:

 

Ø                 Bei akuten Beschwerden ist die Höhe der Potenz von sekundärer Bedeutung, weil jede einen Heilanstoß gibt. Das lässt sich schwer pauschal eingrenzen, aber vor allem für Anfänger ist es in ratsam, Tief- oder Hochpotenzen nur zur Überbrückung zu geben, bis der Apotheker die passende zur Verfügung stellen kann.

Ø                 Bei chronischen Erkrankungen werden Hochpotenzen bevorzugt, die einen kräftigeren „Schubs“ geben und auch nur seltener verabreicht werden müssen – und weil die Krankheit bereits eingegrenzt ist.

Ø                 Wenn wir das Übel anhand der Symptome wirklich präzise definieren können, dürfen wir auch in nicht chronischen Fällen gleichfalls Hochpotenzen verwenden.

 

Und: Die in den genannten Behandlungsvorschlägen angegebenen Potenzen UND Arzneien sind natürlich so gewählt, wie sie erfahrungsgemäß das bestmögliche Ergebnis zeitigen. Es macht also durchaus Sinn, sie nicht willkürlich zu verändern.

Achtung: Heutzutage werden Medikamente gern via Internet bestellt – bitte ausschließlich bei entsprechend vertrauenswürdigen Anbietern, denn missbräuchliche „Herstellung“ macht leider auch vor der Homöopathie nicht Halt. Logisch, dass dann sowohl die erwünschte Wirksamkeit infragegestellt ist als auch Nebenwirkungen auftreten können. Bestenfalls passiert gar nichts – aber was haben wir davon?

 

 

Tabletten, Tropfen oder was?

 

Homöopathische Arzneimittel werden je nach Trägersubstanz in verschiedener Form angeboten. Manchmal sind sie in Wasser gelöst, häufig in Weingeist (Dilution). Katzen mögen keine alkoholhaltigen Tropfen und sie sollten Tieren generell nicht gegeben werden, weil Alkohol lange gespeichert bleibt und von ihrem Organismus schlecht abgebaut wird. Die beste Trägersubstanz ist Milchpulver (keine Sorge, das hat nichts mit Durchfall auslösender Milch zu tun) und die Arzneien sind als Globuli (Korn, Kügelchen), Tabletten oder Pulver (Trituration) erhältlich. Abgesehen von einem unmerklichen Hauch von Süße sind sie vollkommen geschmacksfrei und werden in der Regel problemlos akzeptiert, weil sie die hochempfindlichen Sensoren der Geschmacksnerven nicht beleidigen.

 

 

Eine Gabe – wie viel ist das?

 

Hinsichtlich der Menge bei den einzelnen Gaben macht es keinen Unterschied, wie groß oder klein der Patient ist. Demzufolge wäre es absolut sinnlos, einem Pferd einen Eimer voll einzugeben, einem Kleinkind aber nur wenige Kügelchen. Wenn Beipackzettel solche Angaben enthalten, wird damit lediglich gewohnten Vorschriften entsprochen. Es macht unsere Katze auch nicht schneller gesund, wenn die Dosis überhöht ausfällt. Ausschlaggebend ist allein der Heilreiz, und der kann unter Umständen bereits durch ein einzelnes Globulus ausgelöst werden. Das heißt, die Dosis bleibt (fast) immer gleich. Eine Gabe bedeutet also:

 

Ø                 ½ gestrichener Mokkalöffel Pulver (entspricht einer gehäuften Messerspitze) oder

Ø                 1 Tablette (kleine Kätzchen ½) oder

Ø                 5 (kleine Kätzchen) bis 10 Globuli oder

Ø                 5 Tropfen (ausnahmslos nur, wenn die Arznei anders definitiv nicht erhältlich ist)

 

Die geringere Gabenmenge bei den Kleinen hat nichts mit der möglichen Gefahr einer Überdosierung zu tun (das gibt’s nur in der Schulmedizin) und beeinträchtigt auch die Wirksamkeit nicht. Theoretisch könnten wir, siehe vor, ein Vielfaches verabreichen – aber das Mäulchen ist einfach zu klein ...

Freilich sollten wir Erwachsene genauso wenig zukleistern und bei gleichzeitigem Verabreichen von mehr als zwei Arzneien (nie mehr als drei) die Gaben auf „Jungtier-Menge“ reduzieren. Oder kurz hintereinander einzeln verabreichen.

Achtung: Metall beeinflusst die Wirkung, daher bitte nie damit in Verbindung bringen (Plastiklöffel). Und: Die Arzneien können auch auf äußere Einflüsse sensibel reagieren, weshalb sie stets frisch entnommen verabreicht werden müssen – heißt: Niemals Vorräte herstellen. Also weder die Tagesration auf einmal zerkleinern, in Wasser lösen etc., und schon gar nicht einen Mix aus zwei oder drei Mitteln, weil damit außerdem das korrekte Mengenverhältnis der einzelnen Arzneien nicht mehr gegeben ist.

 

 

Wie bringt man’s in die Katze rein?

 

Auch wenn’s nicht eklig schmeckt, verhält sich trotzdem nicht jede Katze kooperativ, wenn sie etwas einnehmen soll, das auch nur entfernt irgendwie nach unfreiwillig riecht.

 

Ø                 Am einfachsten funktioniert es mit einem Mittel in Pulverform = eine Gabe auf ein Plastiklöffelchen, Klappe auf, reinrutschen lassen, Klappe zu. Das Pulver klebt auf Zunge und Gaumen und kann nicht ausgespuckt werden. Verweigert die Katze „Klappe auf“, wird die Gabe mittels leicht angefeuchteter Fingerspitze aufgetupft und auf die Innenseite der Lefzen/Mundwinkel oder das Zahnfleisch gestrichen.

Ø                 Das geht auch mit einer Tablette: Auf der Fingerspitze platziert mit zwei, drei Tropfen Wasser anfeuchten, warten, bis sie sachte Zerfallserscheinungen zeigt und dann abstreifen (Hauptsache „innen“).

Nie auf die Pfote etc. in der Hoffnung, sie schleckt’s beim Putzen eh auf. Klappt erstens nicht und wäre zweitens viel zu unsicher, ob die Gabe wirklich ihr Ziel erreicht hat.

 

Je nach Apotheke kann es bei Pulver oder Tabletten bisweilen zu Wartezeiten kommen, am schnellsten verfügbar sind in der Regel Globuli, und zumindest bei akuten Erkrankungen wird uns nicht anderes übrigbleiben, weil wir „auf Zeit spielen“. Das Handling ist freilich mitunter nicht so einfach ...

 

Ø                 Globuli (Korn, Kügelchen) quellen nämlich oft auch der friedlichsten Katze wieder aus dem Mäulchen – von ganz alleine ... und wenn wir nicht hinschauen, klar, aber irgendwann einmal entdeckte einsame kleine Verräter auf dem Sofakissen oder dem Teppich legen beredtes Zeugnis ab, auch davon, wie lange so manche Mieze die Dinger „aufheben“ kann. Wir zielen also in den Rachen, aber bitte nicht zu tief, weil das Würgereiz auslösen könnte! Ideal wäre der Zungengrund = kann man sie grade noch sehen, gibt’s an sich kein Zurück ... jaha, erst mal treffen.

 

Hier ein paar Alternativen:

* Wir können die Kügelchen in ein kleines Papierbriefchen packen und z.B. mit dem Messerrücken platt machen (ohne Kontakt mit dem Messer, also immer Papier dazwischen).

* Mit einem Stein- oder Kunststoffmörser (keine aus Metall!!) geht’s auch, er sollte aber groß/tief sein und/oder beim Zerkleinern abgedeckt werden, damit die Kügelchen nicht „wegspringen“.

* Wem das zu mühsam ist, kann in der Apotheke einen Zerkleinerer erwerben. Das Ding sieht aus wie ein kleiner Bleistiftspitzer mit Deckel, der mittels Drehen Brösel aus den Körnchen macht.

* Die Kügelchen in handwarmem Wasser aufzulösen kann zwar ewig dauern, manchmal aber auch das Eingeben erleichtern: Wasser & Gabe auf einen Plastiklöffel, warten, bis sie sich aufgelöst hat, die Mischung mit einer Einmalspritze aufziehen (natürlich ohne Nadel) und langsam!! hinter die Fangzähne spritzen = immer warten, bis Mieze geschluckt hat. Auch Tropfen, sollte ein Medikament anders nicht erhältlich sein (selten), müssen unbedingt so verdünnt werden!

* Klappt nichts davon, kann die Arznei in einer Leckerei (z.B. Vitaminpaste) oder einem Futterkügelchen versteckt werden. Die Katze bei der Vorbereitung nicht zusehen lassen – sie könnte den „Braten riechen“ und das Angebot verschmähen. Bei extrem Misstrauischen haben sich mehrere Futterkügelchen bewährt, wo dann das präparierte eben als Nr. 3 oder 4 gereicht wird. Sehr kleine Futterkügelchen, die sofort geschluckt werden ... und nicht lang gekaut werden oder zum Untersuchen einladen ...

* Geht nicht einmal das, müssen wir die Gaben via Mahlzeiten in die Katze bringen = nie über die volle Portion streuen, sondern zuerst quasi einen Appetithappen servieren, wurde der verputzt, den Rest nachreichen.

 

Achtung: Um bei akuten Erkrankungen eine schnellstmögliche Wirkung zu erreichen, sollte die Arznei direkt auf die Mundschleimhaut aufgebracht werden (Zunge, Innenseite der Lefzen/Mundwinkel, Zahnreihe etc.) – wenn möglich! In eine Vergewaltigung sollte das nicht ausarten. Bevor ein Drama draus wird, lieber mit Futter arbeiten. Das können wir jedenfalls auch dann, wenn die akute Phase vorbei ist. Oder generell bei chronischen Krankheiten, weil der Zeitfaktor hier keine Rolle spielt – die Regelmäßigkeit der Gaben schon!

 

 

Arzneien eingeben – wie oft?

 

Bei jedem der in diesem Ratgeber genannten Therapievorschläge ist die Häufigkeit genau angegeben. Soweit möglich, denn das hängt natürlich vom Verlauf, also von der individuellen Reaktion ab. Auch der Tierarzt/Homöopath wird von Fall zu Fall entscheiden. Wesentlich ist, auch die Abstände nicht wahllos zu verändern, sondern die Arznei annähernd zur jeweils gleichen Tageszeit zu geben, weil der regelmäßige Impuls die kontinuierliche Wirkung gewährleistet. Andernfalls würde sich der Heilerfolg verzögern, eventuell sogar ausbleiben.

Da allerdings nicht jede Erkrankung bilderbuchmäßig nach Schema F verläuft, kann es vorkommen, dass wir uns „selbst helfen“ und bestimmten müssen, in welchem Fall wie oft ein Heilreiz notwendig ist.

 

Ø                 Bei akutem Auftreten geben wir (wenn nicht anders angegeben) zu Beginn jede Stunde eine Gabe, in etwa 3-4(-5)-mal, mit einsetzender Besserung werden die Abstände auf zwei-/dreistündlich vergrößert und, wenn noch nötig, in den folgenden Tagen auf drei- bis zweimal täglich reduziert bis zur Heilung.

Ø                 Bei aggressivem Auftreten von Symptomen (beispielsweise eine heftige Niesattacke, die eine Erkältung ankündigt, oder auch Schmerzen nach Unfällen oder Verletzungen) kontern wir mit kürzeren Abständen und geben die passende Arznei 3-4(-5)-mal viertel- oder halbstündlich. Sonst wie vor, sollte danach eine Fortsetzung erforderlich sein.

Ø                 Bei chronischen Beschwerden werden anfangs häufig eine oder zwei Gaben täglich für etwa eine Woche (in Einzelfällen länger) gegeben und danach je nach Reaktion der Patientin langsam reduziert: Also zum Beispiel eine Woche lang jeden zweiten oder dritten Tag, danach einmal wöchentlich. Größere Abstände sind selten.

 

Tipp: Für werktätige Katzenbesitzer kann „dreimal täglich“ oft schwer realisierbar sein, weil sie mittags kaum zuhause sind. Alternativ morgens, dann gleich nach dem Heimkommen und vor dem Schlafengehen noch einmal tut’s auch. In gravierenden Fällen, wo in kurzen Abständen eine Gabe erforderlich ist, werden wir freilich auch nicht aufs Wochenende warten können und auf einen verständnisvollen Chef hoffen müssen ...

 

 

Arzneien eingeben – wie lange?

 

Grundsätzlich gilt: Homöopathie ist eine Regulationstherapie und was wieder im Lot ist, bedarf keines Heilreizes mehr. Das heißt, wir geben ein Mittel nur so lange wie die Symptome anhalten, aber keinesfalls „zur Sicherheit“ nach dem völligen Abklingen darüber hinaus. Bei einer Therapie mit Kurcharakter sollte die angegebene Dauer eingehalten werden.

 

 

Wirkung & Besserung

 

Wie bereits erwähnt, setzt die Wirkung am schnellsten ein, wenn die Arznei über die Mundschleimhaut direkt ins Blut gelangt = besonders wichtig bei akuten, plötzlich einsetzenden Erkrankungen! Beim Abschlucken dauert es länger, bis der Heilreiz via Magenschleimhaut einsetzt, weshalb das chronischen Beschwerden vorbehalten bleibt – nach Möglichkeit. Denn

 

Ø                 primär wählen wir jene Form der Verabreichung, welche die Katze am wenigsten aufregt. Kein Medikament kann umfassend seine heilende Wirkung entfalten, wenn es unter Zwang oder einem panischen Tier hineingedonnert wird!

 

Die einsetzende Besserung ist nicht schwer zu erkennen, wenn die Katze allmählich (oder plötzlich, das gibt’s) zu ihren Gewohnheiten zurückkehrt, die Symptome schwächer werden oder abgeklungen sind, sie reduzierte oder keine Schmerzen zeigt, wieder Appetit hat und so weiter. Häufig wird nach der Eingabe ein Nickerchen gemacht (der heilende Schlaf, das kennen wir von uns ja auch) und je nachdem, wie entspannt ihre Haltung dabei ist, können wir Rückschlüsse auf ihre Verfassung ziehen.

Bei einer Umstimmungs- oder Regulationstherapie, etwa um die Paarungswilligkeit anzuregen oder einen Abort zu verhindern, gilt natürlich an erster Stelle gutes Beobachten!

 

 

Nebenwirkungen – gibt’s die überhaupt?

 

Ja. Wird eine Arznei nach der Heilung weiterhin gegeben, können, je nach Dauer, die Symptome/das Leiden zurückkehren – sozusagen eine ungewollte Arzneimittelprüfung. Auch bei unsachgemäßem Gebrauch sind unangenehme Krankheitserscheinungen oder sogar Vergiftungen möglich. Etwa wenn unsere Eigendiagnose forsch „chronisch“ lautet und/oder eine Arznei das entsprechende Symptom zwar im Arzneimittelbild hat, aber unreflektiert und/oder viel zu lange gegeben wird – sodass, zum Beispiel mit Arsenicum album, eine Arsenvergiftung provoziert werden kann, den die Patientin womöglich mit dem Leben bezahlt. Im besten Fall bleibt „nur“ der Heilerfolg aus. Hilft es nicht, schadet’s nicht wäre somit ein ausgesprochen übler Ratgeber.

Die sogenannte Erstverschlechterung (die auftreten kann, es zumeist aber nicht tut) indes bedeutet, dass das Mittel an sich richtig gewählt war, obwohl die Symptome zunächst stärker werden. Relativ unverzüglich, in der Regel bereits nach der ersten oder zweiten Gabe, nur vereinzelt später. Das Mittel wird ausgesetzt, bis sich diese Reaktion verflüchtigt hat, was nie länger als einige Stunden (maximal ein Tag) dauern darf. Hält die Erstverschlechterung länger an (ausgesprochen selten) und/oder die Katze leidet sehr, ist unverzüglich der Tierarzt zu kontaktieren.

 

 

Arzneien aufbewahren – wo?

 

Homöopathische Arzneien reagieren wie erwähnt sehr sensibel und sollten weder Wärme noch (Sonnen-) Licht ausgesetzt werden und nicht in Nachbarschaft streng riechender Substanzen wie Parfums, Deodorants, Desinfektions– oder Reinigungsmitteln aufbewahrt werden. Auch nicht im Badezimmer (Wasserdampf ist ganz übel). Ein eigenes Schränkchen oder eine Schublade im Kühlen wäre gut geeignet, ebenso eine Kunststoffbox (die nicht zwingend luftdicht verschließbar sein muss) im Gemüsefach des Kühlschrankes. Besser: In der Kühlschrank-Tür (Kälte „fällt nach unten“), die Temperatur in der Tür ist idealer. Empfehlung: Die Eier anderswo deponieren, weil diese in Wahrheit nämlich das ständige Durchschütteln beim Tür auf/Tür zu überhaupt nicht leiden können. Famos wäre die Speisekammer, aber wer hat so was schon?

Die richtige Verwahrung bestimmt jedenfalls die Haltbarkeit und bei sachgerechter Lagerung können die Mittel jahrelang verwendet werden, weit über das (aus rechtlichen Gründen) angegebene Verfallsdatum hinaus, weil die Wirkung erhalten bleibt.

 

 

 

 

ABMAGERUNG

siehe auch Stärkungsmittel

 

Dass alte Katzen ganz allmählich etwas “abbauen“ (plötzlich: Tierarzt) ist nicht ungewöhnlich. Solange sie Interesse an ihren Mahlzeiten haben, Allgemeinbefinden und Verhalten weder verändert noch gestört erscheinen, besteht in der Regel kein Grund zur Besorgnis. Magert indes ein Jungtier oder eine Katze in den besten Jahren ab, muss der Tierarzt mittels eingehender Untersuchung die Ursache herausfinden. Ist absolut überhaupt nichts festzustellen, würde ich bei rapidem Verfall rasches Einholen einer zweiten Meinung empfehlen. Ohne derlei Dramatik können Sie Ihr Heil versuchen mit

 

Ø                 CONDURANGO D3, dreimal täglich eine Gabe über etwa zwei Wochen.

 

 

            ABSZESSE

            siehe auch Knochen (Osteomyelitis)

 

Kann eine Katze nicht ins Freie, sollte bei einem Abszess an der Kehle oder unter dem Auge an faule Zahnwurzeln gedacht werden, die natürlich unverzüglich in die Hand eines Tierarztes gehören. Kommt es innerhalb einer Gruppe mal zu Rangeleien, sind, sollten die Kontrahenten einander „nichts schenken“, Abszesse aufgrund von Kratz- oder Bissverletzungen möglich. Blessuren dieser Art gehören auch zu den „Freigänger-Leiden“ (wie eine Vereiterung des Krallenbettes, die bei Wohnungskatzen nur sehr selten auftritt), vor allem wenn etwa die Beute Gelegenheit hat und groß genug ist, sich zu wehren. Ratten zum Beispiel attackieren fast immer das Gesicht. Scharmützel mit einem Hund oder einem anderen Aggressor (etwa dem Kampfkater von nebenan) gehen in der Regel anders aus, je nachdem, ob die Katze sich stellt oder flüchtet, sodass jede Körperregion betroffen sein kann. Was hinsichtlich der Behandlung jedoch sekundär ist.

Waren Sie nun sozusagen live Zeuge des Attentates, kann das Problem tatsächlich im Keim erstickt werden mit

 

Ø                 HEPAR SULFURIS D30, eine Gabe, gefolgt von einer Gabe PYROGENIUM D30 eine Stunde später - keine Eiterbildung, kein Abszess!

Ø                 Zusätzlich einige Gaben ARNICA (D6, D12, D30, D200, in welcher Potenz auch immer es vorrätig ist) sind nie verkehrt: Dreimal eine Dosis im Abstand von je einer Stunde, am nächsten und übernächsten Tag je eine Gabe morgens/mittags/abends lindern den Schmerz, beugen einer Infektion vor und unterstützen die Wundheilung.

 

Meist sind wir jedoch nicht passend zur Stelle, weil sich Freigänger nicht grad prügeln, wenn wir vor der Haustür stehen, während sich bei häuslichen Gruppentigern das Gefieder schon wieder geglättet hat, wenn ihr werktätiger Mensch nachhause kommt. Und weil ihnen oft nichts anzusehen ist und sich außerdem die Wunde sehr rasch schließt, wird ein Abszess zumeist erst einige Zeit später bemerkt – dann aber ganz leicht an der lokalen Schwellung mit Eiterbildung, Röte, Hitze und Schmerz erkennbar.

 

Ø                 In diesem Fall greifen wir zu HEPAR SULFURIS D3. Alle zwei Stunden eine Gabe bringen den Abszess zum Reifen, er öffnet sich von alleine und der Eiter fließt ab. Der Zeitpunkt lässt sich nicht präzise eingrenzen, aber in aller Regel wird der Durchbruch innerhalb von zwölf, maximal 24 Stunden erfolgen. Nach meiner Erfahrung das beste Mittel der Wahl, gibt es eine Alternative,

Ø                 falls sich in seltenen Fällen die spontane Eröffnung verzögert. Dann können wir mit MYRISTICA SEBIFERA D3 das „homöopathische Messer“ ansetzen: Etwa fünf bis sechs Gaben gut über den Tag verteilt sollten ausreichen.

Ø                 Ein Abszess zwischen den Zehen oder eine Vereiterung des Krallenbettes ist eher ein Hundeleiden, kommt indes bisweilen auch bei Katzen vor: HEPAR SULFURIS D3, zweistündlich wie vor beschrieben. Symptome siehe auch Kontaktallergie.

Ø                 Äußerlich können wir die Heilung mit körperwarmen Kompressen unterstützen, welche normalerweise als sehr wohltuend empfunden werden: CALENDULA oder ECHINACEA, jeweils in der Urtinktur = 25 Tropfen auf ein Glas abgekochtes Wasser. Die Kompresse immer wieder mal dranhalten, solange die Patientin es duldet und die Kompresse noch warm ist. Sind die Zehen betroffen, tauchen wir das Füßchen ab und zu in eine Schale mit der warmen Lösung. Hinterher nur sachte abtupfen!

Ø                 Wichtig ist die Nachsorge: Nachdem sich der Abszess eröffnet hat, geben wir zur komplikationslosen und narbenfreien Abheilung (andernfalls sich Fisteln bilden können) einige Tage lang zweimal täglich eine Gabe SILICEA D6 (oder D12, oder einmal täglich D30).

 

Nur vereinzelt muss der Tierarzt einem Abszess mit dem Messer zuleibe rücken, meist spielen dann andere Komponenten eine Rolle, aber bei Unsicherheit sollten Sie selbstverständlich wie immer den Doktor aufsuchen.

Das gilt auch für

 

Ø                 kalte und kaum schmerzhafte Abszesse ohne Symptome einer Entzündung. Sie sind sehr selten und treten häufig als Begleiterscheinung ernsthafter Erkrankungen auf, das heißt, die Behandlung muss mit dem Doktor abgesprochen werden: Zur Wahl stehen MERCURIUS SOLUBILIS D6 oder HEPAR SULFURIS D6. Bei langwierigen Fisteln bietet sich SILICEA D12 an. Jeweils drei Gaben täglich bis zur Heilung.

 

Manchmal treten auch die Selbstheilungskräfte in Aktion und nach plus/minus einer Woche eröffnet sich der Abszess ohne Unterstützung. Weil der Patientin (häufig Freigänger) keine Beeinträchtigung anzusehen war, entdecken wir dann beispielsweise nur ein feucht-gelbliches Rinnsal im Fell – und bei näherer Untersuchung die Wundöffnung (Nachsorge!!). Oder aber die Katze (Freigänger wie Stubentiger) macht zwar einen unbeschädigten Eindruck, liegt aber relativ teilnahmslos herum, mag kaum etwas fressen und sich nicht bewegen - und gibt Rätsel auf. Sind die Augen klar und sie freut sich über Zuwendung, kommt bisweilen der Gedanke an Verstopfung auf – bevor wir das Opfertier entsprechend traktieren, zweierlei: Gründlich abtasten. Finden wir absolut gar nichts, ab zum Tierarzt.

 

 

AKNE

 

Auslöser sind Bakterien, die in die Haarbälge eindringen und dort Knötchen oder Pusteln bilden, seltener liegt die Ursache an Verdauungsstörungen oder (bei nicht kastrierten Tieren) an einer Störung des Hormonhaushaltes. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes gehört auch die relativ häufig beobachtete „Schmutz-Akne“ am Kinn dazu.

 

Ø                 Pusteln finden wir überwiegend im Kopfbereich oder auf der Brust und sie sind entweder mit einer wässrigen Flüssigkeit oder mit Eiter gefüllt: HEPAR SULFURIS D12, dreimal täglich bis zur Heilung.

Ø                 Stehen eher zahlreiche Knötchen im Vordergrund, kann SILICEA D12 sie sozusagen wegschmelzen: Drei Gaben täglich für etwa acht bis 14 Tage, bei schleichender Besserung auch darüber hinaus.

Ø                 Bleibt die Akne auf den Unterkiefer beschränkt, hilft auch KALIUM BROMATUM D12 sehr gut (dreimal täglich), besonders wenn es sich um ein reifes Semester handelt.

 

 

ALLERGIEN

 

Allergische Reaktionen: Darunter versteht man eine Überempfindlichkeit, die durch Kontakt (Hautkontakt und bekannte Auslöser siehe ff.) mit einem speziellen Antigen (unterschiedlich verträgliche Stoffe) ausgelöst wird, worunter zum Beispiel auch Seruminjektionen (meist zur passiven Immunisierung) fallen können. Dann ist ein anaphylaktischer Schock möglich, der in der Regel mehr oder weniger unmittelbar nach dem Kontakt auftritt: Die Katze reagiert mit häufigem Erbrechen, Durchfall und starker Mattigkeit. Ebenso können blasse Schleimhäute, erschwerte Atmung und Gleichgewichtsprobleme beobachtet werden. Manchmal kippt die reglos liegende Katze ohne weitere Anzeichen einfach weg und kann nur bei unverzüglicher Reaktion gerettet werden. Abgesehen davon sind die Symptome einer Allergie leider sehr weit gefächert – sie reichen von lokalen oder weit gestreuten Entzündungen über eine Verengung der kleinen Arterien bei gleichzeitiger Kreislaufschwäche bis hin zu schweren pathologischen Schäden -, also eindeutig nicht „unser Revier“, weshalb eine Abklärung durch den Tierarzt unbedingt notwendig wird.

 

Ø                 Das ideale erste Mittel bei plötzlichem Schock ist eine Gabe ACONITUM M10 direkt auf die Schleimhaut (Zunge, Mundwinkel-, Lippeninnenseite). In dieser Hochpotenz wird die Arznei vermutlich nicht vorrätig sein, alternativ gilt daher (weil es schnell gehen muss): Von anderen Hochpotenzen = D30 aufwärts drei bis fünf Gaben im Verlauf einer Stunde; von niedrigen Potenzen = D12 und darunter alle zehn Minuten eine Gabe, bis die Katze wieder bei Bewusstsein ist. Empfehlung: Zumindest die D30 sollte in keiner Hausapotheke fehlen!

Ø                 CAMPHORA D30 geben wir, wenn die Katze kollabiert, sich zudem die Haut eiskalt anfühlt und Durchfall (der ganz plötzlich einsetzen kann) beobachtet wird: Der Kot ist wässrig und dunkel. Drei- bis fünfmal in der ersten Stunde, falls (selten) erforderlich nach zwei/drei Stunden noch je eine Gabe.

Ø                 Sind die Symptome weniger stark ausgeprägt wie beim Camphora-Bild, ist VERATRUM ALBUM D30 ein wunderbares Mittel bei Kollaps mit Mattigkeit und (eher grünlichem) Durchfall: Vier bis fünf Gaben mit zwei bis drei Stunden Abstand dazwischen.

Ø                 CARBO VEGETABILIS D200 als hervorragendes Stärkungs- und Wärmemittel kann sogar hoffnungslos scheinenden Fällen wieder auf die Beine helfen und sollte unbedingt (wenn nötig einige Male in mehrstündigen Abständen oder alternativ zwei, drei Tage lang zwei-/einmal täglich) gegeben werden, besonders wenn die Katze Lufthunger zeigt (es ihr also z. B. neben dem offenen Fenster besser geht) oder sie an Atemnot leidet.

 

Kontaktallergie = allergische Reaktion aufgrund Hautkontakt mit unverträglichen Substanzen, die häufig erst mit zeitlicher Verzögerung auftreten. Je nach Reizstoff (und Neigung eines Tieres zu Allergien) kann eine Katze auch erst nach mehrfachem Kontakt allergisch reagieren. Wir sehen anfangs rötliche Schwellungen, die später zu Knötchen auswachsen und sich vorwiegend auf schwach behaarte Körperregionen beschränken, zum Beispiel die Leistengegend, die Innenseite der Oberschenkel oder auch die Zwischenräume der Zehen. Bei schweren Allergien oder wenn der Beginn unbemerkt bleibt, kann sich die Allergie auf den gesamten Körper ausweiten.

 

Ø                 Zunächst ist es meist der starke Juckreiz, der auffällt, und es sind noch keine oder nur wenige Knötchen zu sehen. Dem begegnen wir mit drei Gaben RHUS TOXICODENDRON M1 im Abstand von jeweils einer Stunde. Da Rhus in dieser Potenz selten eingesetzt wird, sei für die Hausapotheke die D200 empfohlen, wobei die Gabenmenge auf fünf erhöht werden kann und, je nach Reaktion und Besserung, eventuell mit einer Gabe täglich für wenige Tage fortgesetzt wird – wenn Sie es richtig „erwischt“ haben, kaum nötig.

Ø                 Haben sich indes bereits Knötchen gebildet, ist ANTIMONIUM CRUDUM D6 das Mittel der Wahl, weil es verhindert, dass sich die Knötchen zu Bläschen entwickeln. Nach drei Gaben täglich sollte nach drei bis fünf Tagen der Spuk verschwunden sein.

Ø                 Zur Nachsorge können wir THALLIUM ACETICUM D30 geben, eine Gabe etwa eine Woche lang, wodurch die normale Hautfunktion gefördert wird.

 

Um einer Allergie bleibend entgegenwirken zu können, ist es natürlich sinnvoll, die auslösende Substanz zu kennen. So eignet sich

 

Ø                 POLLENS D30, eine Gabe für etwa zehn Tage, wenn die Katze auf den Pollenflug im Frühjahr blühender Gräser/Bäume allergisch reagiert. Die Kur verlängern dürfen Sie nur, wenn die Symptome noch nicht abgeklungen sind.

Ø                 Bei vielen Katzen lösen Flohbisse (oder andere „Untermieter“) allergische Reaktionen aus – Details dazu unter Juckreiz.

Ø                 Eine Besonderheit stellen Steroide als Auslöser dar, insofern, weil allein der Tierarzt für die Diagnose zuständig ist = bitte niemals aus eigenem Ermessen auf Verdacht therapieren!! Werden nun Steroide als Ursache einer Allergie diagnostiziert, was gar nicht mal so selten vorkommt, können diese in homöopathisch aufbereiteter Form entzündliche Prozesse nebenwirkungsfrei wunderbar eindämmen.

So wurden CORTISONUM, PREDNISOLON und BETHAMETHOSON für solche Fälle entwickelt: D30, eine Gabe täglich etwa eine Woche lang. Weiters können bei bekannter Ursache NOSODEN eigens aus dem individuell Allergieauslösenden Agens hergestellt und gleichfalls in der D30 einmal täglich gegeben werden, meist zusammen mit anderen geeigneten Mitteln. In chronischen Fällen wird ein in der Homöopathie erfahrener Tierarzt eine Behandlung mit potenziertem Eigenblut empfehlen, womit sich exzellente Resultate erzielen lassen (nicht nur bei allergischen Anzeichen). Ein tiefer Griff in die homöopathische Schatzkiste – aber eben kein Spielfeld für Laien!

 

Über allergische Geschehen kann man ganze Bücher schreiben und hätte doch nicht alle erfasst, denn jeder Fall liegt anders. Die vorerwähnten Hinweise auf äußerst effiziente Anwendungsmöglichkeiten sind somit nur Beispiele für die häufigsten Quellen.

Nur so als Tipp am Rande: Besonders wenn ein Tierarzt mit seinem Latein am Ende ist, kommt als letzte (oder erste, je nachdem) Möglichkeit eine Nahrungsmittelallergie ins Spiel. Aktuell werden gern Bestandteile von Rind dafür verantwortlich gemacht, die (oder weil?) freilich so gut wie in jeder Fertignahrung vorkommen. Bevor Sie dem Opfertier nun eine komplette Futterumstellung zumuten (an der wir Katzenbesitzer ja gern scheitern), könnte eine „zweite Meinung“ von einem geprüften Homöopathen nicht schaden.

 

 

ALOPEZIE

 

Haarausfall, gehört eigentlich in die Rubrik Ekzeme. Da dieser in den meisten Fällen jedoch nur bei Katzen und Katern nach der Kastration beobachtet wird (manchmal erst Monate danach) und somit ursächlich in Zusammenhang mit der Hormonproduktion steht = hormonelle Alopezie, möchte ich es hier gesondert behandeln: In der Regel ist eine gewisse Unruhe, verbunden mit hektischer Fellpflege der erste Hinweis. Die Katze (Mädels häufiger als Kater) rasiert sich im Laufe weniger Tage sozusagen stellenweise das Fell ab, vor allem an den Flanken und an den Innenseiten der Beine, oft auch an der Brust. Bleibt das unbemerkt, bis aufs nackte Fleisch. Juckreiz ist möglich.

 

Ø                 Möchten Sie vorsorgen, beginnen Sie sofort nach der Kastration mit STAPHISAGRIA D3, drei Gaben am ersten Tag im Wechsel mit ARNICA D30 oder D200, und setzten danach mit je drei Gaben täglich an drei aufeinanderfolgenden Tagen fort. Damit kann gleichzeitig eventuell auftretenden seelischen Problemen entgegengewirkt werden.

 

Treten die geschilderten Symptome erst (lange) danach auf, kontern wir in der Anfangsphase gleichfalls mit

 

Ø                 STAPHISAGRIA D3, verlängern jedoch bei Bedarf die Kur auf bis zu einer Woche. Für eine darüber hinausgehende Behandlung ist das Mittel nicht geeignet, weshalb wir bei nicht zufriedenstellendem Verlauf (oder bei einem Rückfall) wechseln müssen zu

Ø                 FOLLICULINUM D3, zweimal täglich für 21 Tage, und setzen nach einwöchiger Pause mit FOLLICULINUM D30, dreimal wöchentlich je eine Gabe über vier Wochen lang fort. Der Wechsel zur höheren Potenz ist entscheidend, also bitte nicht schlampen! Falls nötig können Sie ohne Bedenken die Anwendung verlängern – oder wiederholen. Weil das Leiden (mangels oder) trotz korrekter Behandlung, wenn auch ausgesprochen selten, neuerlich auftreten kann. Etwa im Alter, wo sich die Hormonproduktion insgesamt in einer Umstellungsphase befindet.

Ø                 Manchmal wird auch OVARIUM D30 empfohlen, das auf ähnliche Weise wirkt, sich indes bisher weitaus als nicht so zuverlässig herausgestellt hat wie Folliculinum. Aber Katzen sind Individuen, keine Klone, sodass Ovarium durchaus eine Alternative sein kann. Es wird drei Wochen lang zweimal täglich gegeben, sofern sich nach der ersten Woche entsprechende Besserung einstellt.

Ø                 Beim Kater bietet sich TESTOSTERONUM BASICUM (D6 und D30) an, verabreicht wie Folliculinum, das sich allerdings auch bei diesen besser bewährt hat.

Ø                 Die lädierten Hautpartien freuen sich über ein, zwei Tropfen (juckreizstillendes und heilendes) JOHANNISKRAUTÖL und die Patientin über eine anschließende Spielsession, damit das Öl einwirken kann, bevor sie es vielleicht wieder ableckt (was ihr keineswegs schadet und sie meist auch nur tut, wenn wir zuviel Öl erwischt haben). Bei Freigängern wäre ein kontrollierter Hausarrest angeraten, falls die mit Öl betupften Stellen nicht vom Fell überdeckt werden, weil Johanniskraut auf direkte Sonneneinstrahlung reagiert. Alternativ eignet sich CALENDULA-Tinktur, zwei, drei Tropfen direkt auf die offene Hautstelle, oder CALENDULA-Salbe.

 

Tipp: Wenn Sie Johanniskrautöl kaufen, achten Sie auf die Farbe: Es muss dunkelrot sein, dann ist es frisch. Je blasser, desto älter und desto weniger wirksam. Dunkel und kühl aufbewahren!

 

Bisweilen ist der Erfolg fulminant und die Katze hört bereits nach wenigen Arzneigaben auf, sich selbst zu lädieren. Andererseits kann in den ersten Tagen etwas Geduld nötig sein und es sogar zur sogenannten Erstverschlechterung kommen. Das heißt, die Katze werkt noch hektischer als zuvor – in extremen Situationen wäre stundenweise ein Halskragen angeraten, der freilich nach meiner Erfahrung das Tier noch mehr irritiert. Diese Phase sollte indes sehr rasch wieder abklingen und die positive Wirkung spätestens nach ein, zwei Tagen deutlich werden: Die Katze wird ruhiger, sie wäscht sich „normal“ ohne sich zu verletzen, offene Stellen schließen sich und die Heilung schreitet zügig voran.

Wie erwähnt kann es manchmal nach unterschiedlichen Zeiträumen zu einem

 

Ø                 Rückfall kommen, dann beginnen wir sofort mit der FOLLICULINUM-Kur (in beiden Potenzen wie vor), und die D30 danach ein-/zweimal wöchentlich, bis sich die Katze vollends stabilisiert hat.

 

 

ANALDRÜSEN

 

Die Entleerung in den Mastdarm findet normalerweise durch das Pressen beim Kotabgang statt, manchmal verstopfen sich jedoch die Gänge und die Drüsen entzünden sich. Leicht erkennbar am “Schlittenfahren“, das heißt die Katze rutscht mit dem Hinterteil über den Boden (gerne Teppich) – was freilich auch Wurmbefall als Ursache anzeigen kann (unbedingt abklären) – und ständig heftig den After beleckt. Die Entzündung kann so starke, stechende Schmerzen (die ausstrahlen) verursachen, dass sogar eine zeitweilige Lähmung nicht ausgeschlossen ist. In der Regel sehen wir am After eine starke Rötung und eine Schwellung, manchmal

 

Ø                 entwickelt sich ein Abszess = siehe dieses.

Ø                 Bei Rötung und Reizung hilft AESCULUS D3, vier bis fünf Gaben täglich. Leidet die Katze gleichzeitig unter Verstopfung, geben wir das Mittel im Wechsel mit NUX VOMICA D6, bis alles wieder im Lot ist.

Ø                 Zur Unterstützung eignet sich Abtupfen der Analregion mit JOHANNISKRAUTÖL (das tunlichst nicht sofort wieder abgeleckt werden sollte, weshalb jeweils eine kurze Beschäftigungstherapie angezeigt ist). Funktioniert das nicht so gut, lässt sich die Mieze vielleicht warme Kompressen gefallen: CALENDULA- oder HAMAMELIS-Urtinktur, vier Teelöffel auf einen Liter warmes Wasser. Achten Sie darauf, dass das Fell nicht nass bleibt, sachte trocken tupfen oder bei Längerhaarigen rundherum vorsichtig abschneiden. Wächst ja wieder.

Ø                 Bei chronischem Verlauf der Entzündung (ohne Abszess) greifen wir zu SILICEA D30 und ECHINACEA D30 und geben beide Mittel zweimal täglich für etwa zwei Wochen.

Ø                 Falls die Analdrüsen häufig eitern, wählen wir CALCIUM SULFURICUM D12 und geben es dreimal täglich in der ersten Woche und zweimal täglich in der zweiten. Die Kur darf wiederholt werden.

Ø                 Verstopfte Drüsen, die immer wieder ausgedrückt werden müssten, brauchen täglich drei Gaben CAUSTICUM D12 in der ersten Woche und zwei täglich in der zweiten, wonach sie zu ihrer normalen, selbsttätigen Funktion zurückgefunden haben sollten. In hartnäckigen Fällen kann die Kur nach einiger Zeit wiederholt werden.

 

 

ANÄMIE

und mögliche auslösende akute Blutungen (siehe diese) sowie Infektiöse Anämie

 

Unter „Blutarmut“ versteht man generell eine Abnahme von Hämoglobin (Blutfarbstoff) im Blut, die immer mit körperlicher Schwäche und blassen Schleimhäuten einhergeht (gut sichtbar an Augen, Lippen). Als Ursache kommt plötzlicher starker Blutverlust infrage, oder wenn Blut über einen längeren Zeitraum langsam ausgetreten ist. Ebenso durch Parasitenbefall, Infektionen oder eine Erkrankung des Knochenmarks – das geht nicht ohne Tierarzt und häufig auch nicht ohne Labortest. Zumal Lungenblutungen oder Blutungen im Bereich der Lymphgefäße – unter anderem – weit über unsere Verantwortung hinausgehen und Sie daher entsprechende homöopathische Ratschläge hier nicht finden werden.

Bei einer nicht sehr starken akuten Blutung können die blutbildenden Organe den Verlust an roten Blutkörperchen schnell ausgleichen und die Anämie verschwindet von selbst. Um eine sie zu stillen und den normalen Gerinnungsvorgang anzuregen, stehen einige Arzneien zur Wahl. Aber Achtung: Blutungen sind kein Kindergeburtstag, denn jeder Blutverlust schwächt und die Folgen sind je nach Situation nicht abzusehen – bleiben wenige Gaben ohne erkennbaren Erfolg (= die Blutungen verringern sich, die Katze fühlt sich sichtlich besser etc.) reden Sie mit dem Doc!

 

Ø                 In allen akuten Fällen (mit meistens hellrotem Blut) ist immer ACONITUM D30 oder D200 das erste Mittel der Wahl, weil es auch das Schockgeschehen mildert und zusätzlich eventuell Fieber oder eine Entzündung im Anfangsstadium stoppt. Zum Arzneimittelbild gehören die empfindlichen Blutgefäße/Kapillargefäße direkt unter der Haut, weshalb Aconitum zum Beispiel Nasenbluten schnell zum Stillstand bringen kann: Drei Gaben im stündlichen Abstand sollten das Problem beheben.

Ø                 Bei Zahnfleischbluten oder wenn eine Katze erbricht und rostfarbenen (blutigen) Schleim aushustet, sind gleichfalls die Kapillargefäße betroffen (wobei die Blutungen auch am ganzen Körper auftreten können), dann ist PHOSPHORUS D30 eine großartige Hilfe: dreimal täglich eine Woche lang gegeben.

Ø                 Stoßweise herausspritzende Blutungen (hellrot), wie sie etwa nach einer Geburt vorkommen können, stillen wir mit IPECACUANHA D30, zunächst zwei Gaben viertelstündlich, dann zwei mit einer halben Stunde Abstand und eine fünfte Gabe nach zwei Stunden.

Ø                 Wenn Blut aus allen Körperöffnungen austritt, z. B. nach einem Unfall, oder es entsteht ein starker Blutstau, an schwachen Sickerblutungen (dunkles Blut) erkennbar, muss ARNICA D30 oder D200 her: Wir verteilen zur Erstversorgung drei bis fünf Gaben auf etwa vier Stunden, je nach Zustand und Besserung – und kontaktieren unbedingt auf jeden Fall den Doktor!

 

            Mit nachfolgenden Arzneien können wir nach entsprechender Diagnose durch den Tierarzt seine Therapie homöopathisch wirksam unterstützen respektive die Patientin stärken:

 

Ø                 Charakteristisch für den Einsatz von TRINITROTOLUOL D30, zweimal wöchentlich zwei Wochen lang, ist Anämie bei gleichzeitiger toxischer Gelbsucht und wenn die Katze schwachen Herzschlag, verstärkte Atmung und intensiv gefärbten Urin aufweist. Die Symptome allein sprechen schon dafür, unsere Beteiligung so ernst zu nehmen, wie sie gemeint ist, machen Sie also bitte keine private Spielwiese im Alleingang daraus! Das Mittel kann jedoch durch Wiederherstellung des ordnungsgemäßen Sauerstofftransportes einen ungemein wertvollen Beitrag leisten, weshalb es hier trotzdem angeführt wird.

Ø                 Ungleich großzügiger dürfen Sie mit SILICEA D200 verfahren, das zweimal wöchentlich in etwa acht Wochen lang gegeben jeder Patientin sehr helfen kann, wieder auf die Beine zu kommen. Besonders wenn sie unterernährt und/oder schwach ist und die Blutarmut infolge einer länger dauernden Infektion entstanden ist.

Ø                 Geht die Schwächung auf starken Flüssigkeitsverlust zurück, unterstützen wir die Genesung mit CHINA D6, drei Gaben täglich etwa sieben Tage lang.

Ø                 Das Arzneimittelbild von MERCURIUS SOLUBILIS kennzeichnet schwere Anämie, weshalb es hier gute Dienste leistet, wenn als Begleitsymptome schleimiger Durchfall, gelegentlich Hautausschlag und unterschiedlich starker Speichelfluss auftreten: D6 dreimal in viertelstündlichem Abstand, danach drei Gaben täglich etwa zehn bis 14 Tage lang.

Ø                 Erschöpfungszustände und starke Schwächung bei gleichzeitiger Unruhe mit Appetitverlust (die Katze zeigt nur Durst, nimmt aber lediglich kleine Mengen auf) weisen auf ARSENICUM ALBUM hin, das bei chronischer Anämie als ideales Mittel eingesetzt wird. Eine Hochpotenz ist Voraussetzung (nicht unter D200), am besten M1, eine Gabe täglich für drei Wochen.

 

 

APPETITLOSIGKEIT

       

Da es sich dabei um keine eigenständige Krankheit handelt, gehört eine von heut auf morgen jegliche Nahrung verweigernde Katze unverzüglich dem Tierarzt vorgestellt, um die Ursache abzuklären. Das gilt auch dann, wenn sie zwar Interesse zeigt, aber nur lustlos mümmelt. Bestenfalls geht ihr bloß das Angebot nicht unter die Nase, kann freilich genauso an schlechten Zähnen oder Halsschmerzen liegen oder Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein. Wie auch immer, der Ursachen sind leider viele, also muss der Doktor ran. Findet er absolut nichts, liegt zumeist eine seelische Disharmonie nahe und Sie als Besitzer müssen herausfinden, was der Katze so sehr aufs Gemüt schlägt. Das kann nun durchaus mühsam werden, aber wenn es an keinem medizinischen Leiden liegt, ist ja schon viel gewonnen. Für den Bereich Verhalten ist dieses Lexikon insofern nicht zuständig, als es den Rahmen bei weitem sprengen würde (lediglich einige Angst-Störungen sind unter Verhalten beschrieben).

Wer trotzdem zunächst den „einfacheren“ Weg wählen will, kann es immerhin versuchen = siehe Abmagerung und Aufbaumittel. Vorsorglich sei jedoch darauf hingewiesen, dass es damit allein wahrscheinlich nicht getan sein wird. Falls doch, haben Sie noch mal Glück gehabt, weil die Katze durch die Beschäftigung mit den Arzneigaben das erreicht hat, worum es ihr in erster Linie ging: Mehr Aufmerksamkeit.

 

 

ARTHRITIS

 

Eine akute Gelenkentzündung kann sich infolge äußerer Gewalt entwickeln, genauso nach einer Verstauchung oder Verrenkung. In den meisten Fällen aber sehen wir nur, dass die Katze plötzlich lahmt, ohne dass wir die Ursache kennen. Das Gelenk – Knie, Schulter, Hüfte – fühlt sich häufig auffallend warm an und/oder zeigt eine Schwellung und außerdem sind charakteristischerweise Passivbewegungen schmerzhaft, das heißt wenn wir oder der Veterinär das Gelenk bewegen.

 

Ø                 Wir geben BRYONIA D6 und RHUS TOXICODENDRON D12 zunächst stündlich im Wechsel, bis sich die Katze sichtlich besser fühlt, und setzen mit zweistündlich im Wechsel für einen (maximal zwei) Tag fort, NUR sofern erforderlich danach dreimal täglich bis zur Heilung.

Ø                 Bei chronischer Arthritis müssen wir die Potenz erhöhen und die Dosierung ändern: Eine Gabe BRYONIA D30 morgens und RHUS D30 abends, bis die Mieze wieder fit ist – was eine Weile dauern kann, sechs bis acht Wochen sind nicht selten, je nach Befindlichkeit kürzer oder länger.

 

Bei einer rheumatisch bedingten Arthritis ist meist nicht nur ein Gelenk entzündet, sondern mehrere, beispielsweise die Fußwurzelknochen. Die Katze fühlt sich lustlos, oft bleibt der Appetit aus, manchmal verliert sie an Gewicht und die Schwellungen können stärker ausgeprägt sein, weil sich häufig mehr Gelenkschmiere bildet, was mit heftigeren Schmerzen und oft mit Fieber einhergeht.

 

Ø                 Wir beginnen mit BRYONIA D30 und RHUS D30 wie vor bei chronischer Arthritis, wenn große Gelenke betroffen sind (Hüfte, Knie), oder

Ø                 wechseln, gleichermaßen verabreicht, RHUS D30 mit ACTAEA RACEMOSA D12 bei kleinen Gelenken (Metakarpal, Zehen).

Ø                 Der übermäßigen Gelenkschmiere begegnen wir zusätzlich mit APIS MELLIFICA D30, eine Gabe täglich.

 

 

ARTHROSE

 

Arthrose ist gleichfalls eine Gelenkerkrankung, basiert jedoch auf Abnützung und betrifft daher überwiegend Senioren oder Katzen, die den Zenit ihres Lebens schon überschritten haben. Freilich ein Schätzwert, weil wir die ihr beschiedene Lebensspanne nicht kennen, aber als Schützenhilfe mag gelten, dass in etwa ab dem siebten Jahr der Alterungsprozess einsetzt. Im Prinzip indes sekundär, weil die im Kapitel Arthritis genannten Arzneien auch bei Arthrose in der Regel die beste Hilfe sind. Allerdings werden sie etwas unterschiedlich eingesetzt:

 

Ø                 Der klassische Aufstehschmerz, das heißt wenn sich die Katze nach einer Ruhephase mühsam hochrappelt und erst „warm“ werden muss, es ihr also nach etwas Bewegung besser geht, braucht RHUS TOXICODENDRON D30, eine Gabe täglich, bis sie wiederhergestellt scheint – was natürlich praktisch nicht möglich ist, denn heilen können wir Abnützung nicht. Weshalb danach einmal wöchentlich RHUS D200 bis zum Lebensende nötig sein wird. Die Arznei ist außerdem ein wahres Wundertonikum für die Wirbelsäule und kann auch sehr alte Katzen wieder mobiler machen.

Ø                 Wenn Bewegung jedoch verschlimmert und sich die Patientin am liebsten gar nicht mehr rühren mag, sich außerdem bevorzugt auf die kranke Seite legt, dann wählen wir BRYONIA D30 und geben es wie vor täglich, danach wöchentlich in der D200.

 

Für beide Situationen gilt: War die Kur so erfolgreich, dass die Katze wieder herumspringt wie einst im Mai, kann die D200 sukzessive auf zwei-, drei und vierwöchentlich ausgedehnt werden – solange kein Rückschritt erkennbar ist! Andernfalls die Abstände wieder verkürzen, bis alles im Lot ist, und diese dann beibehalten. Notfalls zurück zum Start. Bei einer alten Katze würde ich diese Experimente übrigens nicht empfehlen, weil jeder schmerzfreie Tag doppelt und dreifach zählt (= bei wöchentlich bleiben).

 

 

        ASTHMA

       

Gehört selbstverständlich in die Hand eines Tierarztes. Mit seiner Zustimmung können wir bei einer Katze, die eine gewisse Anfälligkeit zeigt, einen Versuch wagen mit

 

Ø                 PTELEA D6, zwei bis drei Gaben täglich, weil diese Arznei als gutes Entschlackungsmittel gilt, die Ausschwemmung von Giftstoffen unterstützt und auf diese Weise einer Anfälligkeit entgegenwirken kann.

 

 

ATEMBESCHWERDEN

 

Atembeschwerden sind in der Regel Ausdruck respektive Begleiterscheinung einer ernsthaften Erkrankung und dürfen daher logischerweise nie auf die leichte Schulter genommen werden = Tierarzt! Siehe auch Allergie, Anämie, Asthma, Bronchitis, Herzerkrankungen, Lungenentzündung, Neubildungen, Rippenfellentzündung, Schnupfen.

Meist sind es alte Katzen (Gesundheitscheck okay?), manchmal betrifft es aber auch eine, die trotz Behandlung bisweilen Atemnot bekommen kann, z.B. bei Aufregung oder Wetterwechsel (Föhn). Wir sehen dann deutliches Heben und Senken der Brust bis hin zum „Pumpen“ im Sitzen oder Stehen, sie meidet viel Bewegung und auch  der Schlaf ist nicht entspannt, meist ruht sie auf den Vorderpfoten und/oder hält den Kopf leicht hoch.

 

Ø                 Das gehen wir mit CARBO VEGETABILIS D200 an; in der Regel reicht eine Gabe, nur selten wird eine weitere nötig sein. Das Mittel hilft auch gut bei allen Formen von Kreislaufschwäche und Kollaps. Mitunter kann auch BELLADONNA in Hochpotenz (D30 und höher, am besten D200) helfen.

 

 

AUGEN

Siehe Bindehautkatarrh, Hornhautentzündung, Grauer Star, Grüner Star, Netzhaut, Schnupfen und Tränenkanal

 

 

AUSTROCKNUNG

 

Ein ernsthaftes Problem, dass schneller lebensbedrohlich werden kann als wir bis drei zählen können. Austrocknung ist keine eigenständige Krankheit, sondern tritt in Folge einer solchen auf, beispielsweise aufgrund eines großen Flüssigkeitsverlustes nach starkem Durchfall oder heftigem Erbrechen, oder wenn die kranke Katze nichts oder zuwenig trinkt. Dem behandelnden Tierarzt wird eine beginnende Austrocknung nicht entgehen und er ist damit der beste Helfer in der Not. Sollte uns warum auch immer entgangen sein, dass die Katze nicht auf der Höhe ist – siehe auch die untenstehenden Symptome - können wir den Ernst der Lage testen:

 

Ø                 Den Haarbalg im Nacken oder Rücken vorsichtig mit zwei Fingern hochziehen (nicht zerren), rutscht er nicht wieder unverzüglich sachte zurück oder bleibt gar stehen, brennt der Hut!! und das Leben der Katze steht auf dem Spiel. Nicht fackeln, sondern wie die Feuerwehr ab in die Praxis.

 

Ist die Situation nicht ganz so dramatisch (der Haarbalg rutscht zurück, aber sehr langsam), greifen wir möglichst unverzüglich zu

 

Ø                 CHINA D6 und geben anfangs mehrere Gaben in relativ kurzen Abständen (etwa drei viertelstündlich, danach drei zweistündlich), ab dem Folgetag dreimal täglich, bis alles wieder im Lot ist.

Ø                 Mit dreimal täglich für wenige Tage können wir in Absprache auch die ärztliche Therapie unterstützen (je nach Zustand der Katze).

Ø                 China kann nicht nur bei Austrocknung oder Durchfall etc. gegeben werden, sondern hilft auch gut bei Blutverlust/Anämie, Schwäche und allen Erschöpfungszuständen.

 

Das China-Bild ist immer mit Mattigkeit, Schwäche oder sogar Lethargie verbunden, oft mit schwachem Puls, Fieberschüben, kalter Haut und Berührungsempfindlichkeit. Wenn Wärme und Frischluft bessern, Kälte und Zugluft verschlechtern oder eben eine Katze nach einer Krankheit viel Flüssigkeit verloren hat, ist es das erste Mittel der Wahl.

China lässt sich wunderbar mit anderen Mitteln kombinieren und kann ohne Bedenken auch häufiger gegeben werden.

 

 

 

 

BAUCHSPEICHELDRÜSE

siehe auch Diabetes

 

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sind immer sehr heikel und gewichtig und daher eindeutig Tierarzt-„Revier“, zumal vor der Behandlung abgeklärt werden muss, welche der beiden Funktionen gestört ist: Die Bildung von Verdauungsenzymen oder die Aufgabe im hormonellen Bereich (z. B. Insulin = Diabetes).

Bei Störungen der Enzymproduktion geht es zumeist um das Enzym Trypsin und seine Leistung bei der Verdauung von Proteinen. Nach Absprache mit dem Doc (der auch für eine Verlängerung des Medikationszeitraumes zuständig ist) stehen für den akuten (wird eher seltener bemerkt) oder chronischen (häufig aufgrund einer fasrigen Verhärtung des Pankreasgewebes) Krankheitsverlauf je nach Symptomen beziehungsweise Konsistenz und Farbe der Exkremente folgende Homöopathika zur Verfügung:

 

Ø                 Lehmfarbener Kot mit Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Leber und starken Schmerzen im Unterleib können mit dem Pankreas-„Allheilmittel“ CHIONANTHUS VIRGINICA D30 angegangen werden, eine Gabe täglich für gut zehn Tage.

Ø                 Bei ebenfalls starken Schmerzen im Unterleib, jedoch mit wässrigem, hellem Kot, der manchmal auch gründlich aussieht, wählen wir IRIS VERSICOLOR D30 und geben alle zwei Tage einen Monat lang eine Gabe.

Ø                 Täglich eine Dosis JODUM D30 über zwei Wochen kann sowohl bei akuten wie chronischen Fällen helfen, wenn der ausschließlich schaumige Kot fettig ist oder Fettpfröpfchen enthält. Charakteristisch ist, dass die Katze trotz enormem Appetit nicht zunimmt, eher mager ist und ein trockenes Fell hat. Häufig sind auch die Lymphknoten hart und etwas kleiner als üblich.

Ø                 BARIUM CARBONICUM D6, zweimal täglich eine Woche lang, kann älteren Katzen helfen, die sich in unregelmäßigen Abständen erbrechen müssen. Ein zusätzliches Indiz für dieses Mittel sind Schluckbeschwerden, die durch eine Vergrößerung der Mandeln entstehen.

Ø                 Besteht Verdacht auf eine fasrige Gewebsverhärtung, kann zusätzlich SILICEA D200 gegeben werden, um den Abbau erheblich zu unterstützen: Zweimal wöchentlich über sechs Wochen lang.

Ø                 PHOSPHORUS D200, dreimal wöchentlich vier Wochen lang, ist angezeigt, wenn der lehmfarbene Kot eine körnige Konsistenz zeigt und Futter und Wasser nach der Aufnahme spontan wieder erbrochen werden, außerdem können die Maulschleimhäute kleine Blutungen aufweisen. Häufig liegt zusätzlich eine Hepatitis vor.

Ø                 Unklare Symptome wie anfangs großer Appetit, gefolgt von Abmagerung und Austrocknung trotz starkem Durst und oft fettig-glänzender Kot weisen in der Regel auf eine Verdauungsschwäche der Bauchspeicheldrüse hin und wir geben (nicht aber bei einer Entzündung!) HARONGA D12 und IRIS D6 gemeinsam, dreimal täglich (möglichst vor den Mahlzeiten) über längere Zeit.

 

 

BINDEHAUTKATARRH

 

Bei akutem Auftreten ist auch der Homöopath nicht schlecht beraten, die Katze über wenige Tage mit Augentropfen, die Antibiotika enthalten, zu behandeln, um die Entzündung schnell zum Abklingen zu bringen – sofern Sie es gezielt angehen = einen Tierarzt konsultieren und nicht das Nächstbeste (womöglich schon geöffnete) aus dem Arzneischrank der Katze ins Auge pappen. Das kann nämlich durchaus gegenteilig ausgehen. Natürlich geht es auch homöopathisch – mit ziemlicher Sicherheit jedenfalls besser, wenn der Katarrh nach Absetzen eines verordneten Medikaments wieder aufflammt und/oder trotz Wechsel des Präparates wiederkommt.

Bitte beachten Sie: Alle Mittel werden (sofern nicht anders angegeben) dreimal täglich bis zur Heilung verabreicht. Verlagert sich im Verlauf der Behandlung der Schwerpunkt der Symptome, sollte die Arznei „mitziehen“, also gewechselt und dem nunmehrigen Krankheitsbild angepasst werden. Beispielsweise wenn der Tränenfluss zurückgeht, aber Halsschmerzen etc. dazukommen beziehungsweise nun im Vordergrund stehen. Siehe auch: Schnupfen.

 

Ø                 Bei dickem, wundmachendem Tränenfluss mit geschwollenen Bindehäuten und deutlicher Lichtscheue (häufig begleitet von einem moderaten, milden Nasenausfluss) geben wir EUPHRASIA D3.

Ø                 PULSATILLA D4 ist das Mittel der Wahl, wenn der Tränenfluss nach wenigen Tagen in gelblich grünen Eiter übergeht oder wir dann erst die Erkrankung bemerken. Die Katze hat weder Husten noch Schnupfen, nur die Lider sind rot und geschwollen, ohne die Umgebung zu reizen.

Ø                 ALLIUM CEPA D3 ist ideal bei auffällig heißen Tränen, die mild sind, also ohne starke Rötung und Berührungsempfindlichkeit. Ursache ist meist Zugluft oder Erkältung. Begleiterscheinungen (wie scharfer, den Nasenrand reizenden Nasenfluss, gelegentlich Husten) werden häufig bei Freigängern bemerkt: Besserung im Freien, Verschlechterung in der Wärme.

Ø                 Eine Entzündung der Augenlider mit gleichzeitigem Bindehautkatarrh, deren Absonderungen schleimig, eitrig, scharf und reichlich sind, ist gleichfalls zumeist ein „Garten-Katzen-Problem“. MERCURIUS SOLUBILIS D6 hilft hier zuverlässig, selbst wenn die Augen dick verquollen und geschlossen sind und – sofern sich die Katze Nachschauen gefallen lässt – die Hornhaut darunter mit Bläschen übersät ist.

Ø                 Gleiche Symptome können auftreten, wenn etwa ein Sofatiger dem anderen eins übergebraten hat. Reagiert die Katze hochempfindlich, beginnen wir mit HEPAR SULFURIS D6 und wechseln zu MERCURIUS CORROSIVUS D6, sobald sich die Augenlider wieder öffnen, Schwellung und Schmerzen abklingen.

Ø                 An MERCURIUS SOLUBILIS sollten wir auch bei chronischen Entzündungen denken, nicht nur, aber besonders wenn der Ausfluss leicht grünlich verfärbt ist und sich die Symptome nachts verschlimmern: D30 dreimal wöchentlich für etwa einen Monat.

Ø                 Ist die Bindehautentzündung allergisch bedingt, oft mit starker Reizung, wobei an den Augenrändern sogar die Haare ausfallen können, die Katze wirkt meist irritiert und unruhig, dann hilft RHUS TOXICODENDRON M1 (D200 tut’s auch), eine Gabe täglich etwa zehn Tage lang.

 

ALLE genannten Mittel geben wir selbstverständlich oral, NICHT ins Auge!! Zur Reinigung (nur tupfen, nicht rubbeln) eignet sich

 

Ø                 CALENDULA Urtinktur, 20 Tropfen auf eine Tasse warmes Wasser (alternativ CALENDULA-HYPERICUM-Lösung oder ein vergleichbares homöopathisches Augenwasser).

 

Zu den Sonderfällen zählt ein chronischer Bindehautkatarrh mit beidseitigem Tränenfluss und sonst völlig unbeeinträchtigtem Auge – in der Regel ein Anzeichen für unpassende Ernährung (kann zum Beispiel an zu viel Trockenfutter liegen), weil der Körper über die Augenschleimhaut Schadstoffe ausschwemmt. Gibt sich die Katze zudem ängstlich oder lässt sich nicht gerne anfassen, leidet womöglich auch noch unter Haarausfall, dann gehen wir‘s mit

 

Ø                 NATRIUM MURIATICUM D12 an, bei Bedarf über längere Zeit; gleichzeitig mit der Besserung verschwinden auch die Symptome. Eine moderate Futteranpassung scheint freilich angezeigt.

 

 

BLÄHUNGEN

 

Im Grunde ein Teilbereich von Durchfallerkrankungen (siehe diese), aber manchmal leidet eine Katze unter Blähungen bei sonst unauffälligem Stuhlgang. Trotzdem ist die Ernährung respektive sind die Nahrungsgewohnheiten „tatverdächtig“.

 

Ø                 Könnte es an einem zu hohen Pflanzenanteil in der Kost liegen, geben wir dreimal täglich CARBO VEGETABILIS D6, ein Mittel, das generell nicht von Übel ist, weil es die Verdauungswege kräftigt.

Ø                 CALCIUM CARBONICUM D6 kann helfen, wenn die Mieze zu den zügellosen Fressern gehört.

Ø                 Auch LYCOPODIUM CLAVATUM D6 leistet nützliche Dienste, wenn die Katze zum Beispiel ausgeprägten Appetit zeigt, aber oft nach wenigen Bissen satt scheint, einen aufgetriebenen Bauch hat und mühsam kleine, harte Kotbällchen herauspresst.

Ø                 Reichhaltige und zu fette Kost sorgt meist gleichfalls für Blähungen, in diesem Fall wählen wir NUX VOMICA D6 – das genauso ideal ist, wenn wir den Grund für die Blähungen nicht kennen. Nux ist ein wunderbarer Regulator für alle möglichen Magen- und Darmprobleme inklusive Erbrechen.

 

 

BLASENENTZÜNDUNG

 

Eine Entzündung der Harnblase ist in der Regel nicht schwer zu übersehen, weil die Katze quasi alle fünf Minuten das Katzenklo ansteuert und nur wenige (oft blutige) Tropfen absetzt, dabei der Rücken deutlich gekrümmt ist und sie sich auch sonst seltsam steif bewegt. Da die Erkrankung chronisch werden oder bis ins Nierenbecken aufsteigen kann, sollten Sie nicht lange fackeln – sagt sich leicht, denn wer hat seine Katze ständig im Fokus, besonders wenn er berufstätig ist. Daher schadet es generell nie (auch im Hinblick auf andere Erkrankungen), ihre Gewohnheiten alle paar Tage näher zu beäugen.

 

Ø                 Mit BELLADONNA D4 lässt sich fabelhaft eine akute Blasenentzündung bekämpfen, wenn es zweistündlich bis zur Besserung gegeben wird, danach drei Gaben täglich, was meist nur einige Tage nötig ist.

Ø                 Setzt die Patientin zwar häufig spärlichen Urin ab, mag aber nichts trinken, wird APIS D3 gleichermaßen verabreicht. Ein gutes Indiz für dieses Mittel ist, dass Wärme verschlimmert, die Katze bevorzugt bäuchlings platt auf kalten Flächen liegt und den Platz wechselt, sobald er sich erwärmt.

Ø                 Sehen wir aber schon beinahe mehr Blut als Urin, wobei die Katze meist stark presst, muss unbedingt CANTHARIS D4 (oder D6) her, ein- bis zweistündlich, bis die Beschwerden zurückgegangen sind. Mögliche Restbestände der Entzündung verschwinden nach wenigen Tagen, wenn wir dreimal täglich BERBERIS D3 geben.

 

Haben wir das akute Stadium schon verpasst, verdickt sich die Blase und die Katze hat ständig Beschwerden. Bei entsprechenden Symptomen können Sie trotzdem die gleichen Arzneien wie vor angegeben verwenden, andernfalls stehen zur Wahl:

 

Ø                 PAREIRA D6, dreimal täglich eine Woche lang, wenn der Urin nach Ammoniak riecht und sich Schleim ablagert, lässt man ihn stehen (= ein Pröbchen in einem Glas, wenn Sie der Katze z. B. eine komplett leere Streuschale hinstellen).

Ø                 CAMPHORA D30, zweimal täglich eine Woche lang bei gelbgrünem Urin, von dem sich nach einiger Wartezeit ein rötliches Sediment absetzt (Test mit Glas wie vor).

Ø                 Der süßliche Geruch von blutigem Urin gehört zu den Charakteristika von OLEUM TEREBINTHINAE D200, das wir dreimal wöchentlich über vier Wochen geben.

Ø                 CAUSTICUM HAHNEMANNI D30 hilft bevorzugt einem älteren Tier, bei dem es immer wieder zu Rückfällen kommt: Eine Gabe täglich gut zwei Wochen lang.

Ø                 Grünlicher, schleimig-eitriger Urin mit Blutspuren weist auf UVA URSI D6, wenn die Katze Schmerzen oder Beschwerden im gesamten Genitalbereich anzeigt: Dreimal täglich zwei Wochen lang.

 

Achtung: Da Blutspuren im Urin immer auf ein ernst zu nehmendes Problem hinweisen, das unverzüglich angegangen werden muss – und neben einer Blasenentzündung auch Anzeichen eines Steinleidens oder einer Erkrankung des Nierenbeckens sein können – sollten Sie ihre Patientin in jedem Fall dem Veterinär vorstellen!

Noch ein Tipp: Eine Katze auf dem stillen Örtchen zu beobachten ist nicht immer ganz leicht, detektivische Nachforschungen oft noch schwerer. Verwenden wir Klumpstreu, lässt sich anhand der Größe und Anzahl der Klümpchen zwar abschätzen, wie viel oder wenig und wie oft sie Harn absetzt – aber dessen Farbe herauszufinden ist selten möglich, vor allem wenn die Gute sorgfältig eingräbt. Und in einem Mehrkatzenhaushalt stehen wir sowieso von vorneherein auf verlorenem Posten, wer was produziert haben könnte. Bei Verdacht empfiehlt sich zweierlei: Wir legen eine leere Streuschale am gewohnten Platz mit weißem Küchenpapier aus beziehungsweise separieren einen Gruppentiger damit für 24 Stunden (möglichst in einem Raum, wo er nicht ständig alleine ist = Schlafzimmer?). Sind wir früher fündig geworden, kann die Verhaftung natürlich vorzeitig beendet werden.

Falls Sie dem obigen Testvorschlag mit dem Glas nichts abgewinnen können – der Schleim oder das rötliche Sediment kann unter Umständen auch auf dem Küchenpapier erkennbar sein. Jedenfalls wenn die Patientin keine Schnipsel draus macht. Natürlich können Sie’s auch bleibenlassen und zum Doc wandern.

 

 

BLUTOHR

 

Leben Stubentiger in Harmonie mit ihren Artgenossen, wird sie das Schicksal eines Blutergusses zwischen Haut und Ohrknorpel eher selten ereilen. Gibt’s aber hin und wieder Zoff oder die Katze darf ins Freie und verteidigt ihr Revier, kann ein Blutohr schon mal vorkommen. Schmerzhaft ist es zumeist nicht, kann aber, wenn das Ohr stark anschwillt, auch heiß und empfindlich werden. Unangenehm und störend ist es in jedem Fall. Die Katze kratzt zögerlich oder schüttelt wie in Zeitlupe den Kopf, also versuchen wir, den Bluterguss zur Resorption anzuregen:

 

Ø                 ARNICA D30, viermal täglich drei Tage lang, danach zweimal täglich, bis der Erguss verschwunden ist. Idealerweise unterstützt durch ARNICA-SALBE, womit mindestens zweimal täglich das Ohr ganz sachte massiert werden sollte.

 

ABER: Ein Blutohr kann auch entstehen, wenn die Katze permanent an den Ohren kratzt und damit ein Ohrenleiden anzeigt, beispielsweise eine Mittelohrentzündung, weshalb es nicht schaden kann, das durch den Tierarzt abklären zu lassen.

 

 

BLUTUNGEN

siehe auch Anämie, Gefäßverschluss, Erste Hilfe (= manuell Blutungen stillen)

 

Starker Blutverlust schwächt enorm und bedarf daher selbstverständlich unverzüglich der Hilfe eines Veterinärs. Besonders natürlich dann, wenn eine äußerliche Wundbehandlung erforderlich ist, Sie den Grund nicht kennen oder die Katze schwer angeschlagen scheint. Bei leichteren Blutungen richtet sich die homöopathische Behandlung nach der Natur des Blutes und der Blutung. Generell hilfreich sind folgende Mittel, je nach Beeinträchtigung beginnend mit ¼-stündlichen Gaben (etwa vier), danach ein- bis zweistündlich bis zur deutlichen Besserung. Für ein, zwei (maximal drei) Tage können wir danach mit dreimal täglich fortsetzen. In der Regel sollte das Problem damit behoben sein. Falls die Blutung wider Erwarten aber nicht zum Stillstand gekommen ist, sollte der Doc ran.

 

Ø                 Punktförmige Blutungen: LEDUM D4

Ø                 Nasenbluten: IPECACUANHA D6

Ø                 Hellrotes Blut: PHOSPHORUS D6

Ø                 Dunkelrotes Blut: HAMAMELIS D6

Ø                 Blutungen im Auge: SYMPHYTUM D6

 

Bei Nachgeburtsblutungen oder Blutungen rund um die Geburt müssen wir sehr viel differenter vorgehen, siehe „ZÜCHTERBREVIER“.

 

 

BRONCHITIS

 

Eine Entzündung der Bronchialschleimhaut wird durch Viren oder Bakterien ausgelöst und ist mit unterschiedlich starkem Husten, hohem (oder gar keinem) Fieber und Atembeschwerden verbunden. Manchmal hören wir rasselnde Geräusche beim Atmen, manchmal sind Appetit und Allgemeinbefinden nicht übermäßig gestört, manchmal aber liegt die Katze apathisch wie ein Häuflein Elend und will nur noch sterben. Die Homöopathie hat hier ein ganzes Arsenal an hilfreichen Arzneien zu bieten, die „Wundermedizin“ für jede Form der Ausprägung aber besteht bevorzugt aus

 

Ø                 BRYONIA D6 und PHOSPHORUS D12, die wir im Wechsel sowohl bei Bronchitis im Frühstadium als auch bei starker Beeinträchtigung Richtung Lungenentzündung sechsmal über den Tag verteilt geben = ideal (und häufig ausschlaggebend für den raschen Erfolg, weshalb ich Ihnen die Einhaltung der „Termine“ nur wärmstens ans Herz legen kann) sind drei Gaben am Vormittag: Um acht, zehn und zwölf Uhr, nachmittags je eine Gabe um 16, 18 und 20 Uhr. Danach wie immer mit zunehmender Besserung seltener, etwa fünfmal am Folgetag, am nächsten vier- und übernächsten dreimal, sodass bei korrekter Anwendung der Spuk in plus/minus drei Tagen vorbei sein sollte.

Ø                 Steht ein krampfartiger Husten mit starken Rasselgeräuschen im Vordergrund, können wir diesen zusätzlich (wie vor) oder alternativ mit IPECACUANHA D6 bekämpfen: sechs Gaben am ersten Tag, am nächsten fünf, dann vier und bei entsprechender Besserung (sofern noch nötig) dreimal täglich bis zur Heilung.

Ø                 Sollte die Besserung nur schleppend eintreten, können wir auf DROSERA D1, CUPRUM ACETICUM D3 und IPECACUANHA D3 umsteigen, was sich in hartnäckigen Fällen sehr gut bewährt hat. Wir kaufen die Mittel (immer) einzeln, entnehmen die Gaben jeweils direkt vor dem Verabreichen und dosieren wir vor 6-5-4-3mal täglich.

Ø                 Eine nicht ausgeheilte Bronchitis, bei der die Katze ständiger Husten mit schleimigem Auswurf quält, gehen wir mit dreimal täglich HEPAR SULFURIS D12 an.

Ø                 Alternativ hilft KALIUM BICHROMICUM D200, dreimal wöchentlich einen Monat lang, wenn die Katze Unmengen von gelbem Schleim abhustet, der auch aus der Nase quellen kann.

Ø                 Bei übermäßiger Flüssigkeitsbildung, gekennzeichnet durch Abhusten eines sehr flüssigen Schleims, leistet APIS MELLIFICA D6 gute Dienste, drei Gaben täglich bis zur Besserung.

 

Alternative Arzneimittelangaben beziehen sich auf dem Umstand, dass nicht alle Katzen auf jede Arznei gleich reagieren, respektive diese dem Krankheitsverlauf angepasst werden sollten, wenn sich die vordergründigen Symptome verlagern. Heißt: Wechseln die Symptome, wechseln wir auch das Mittel und geben ein, zwei Tage beide, lassen danach das „alte“ weg und geben nur noch das „neue“ Mittel. Die Richtung gibt immer das Leitsymptom vor = das am stärken hervortritt beziehungsweise die Katze am meisten belastet. Halten frühere und hinzugekommene Symptome einander die Waage, geben wir beide Arzneien - aber nie mehr als drei verschiedene.

 

 

BRUSTDRÜSEN -ENTZÜNDUNG

 

Nicht jede solche Entzündung betrifft ein Muttertier (= siehe ZÜCHTERBREVIER); denn besonders bei alten, längst kastrierten Katzen (auch wenn sie niemals geboren haben) können einzelne Brustdrüsen anschwellen und häufig zu Tumoren entarten oder sich Abszesse bilden. Bevor in diesem Fall nun der Veterinär die Messer wetzt, sollten Sie Ihr Heil mit einem Mittel von unschätzbarem Wert versuchen (das übrigens auch Katern hilft, die unter einer schmerzhaften Hodenanschwellung leiden):

 

Ø                 PHYTOLACCA DECANDRA D30, im Frühstadium dreimal täglich drei Tage lang, danach drei Gaben jeden zweiten Tag. Sind die Drüsen bereits verhärtet und schmerzen oder es hat sich ein Abszess (siehe diese) gebildet, kann eventuell eine längere Behandlungsdauer nötig sein.

Ø                 Sofern schneller zur Hand, kann auch dreimal täglich BELLADONNA D30 helfen (notfalls in anderer Potenz = höher: zweimal; niedriger: fünfmal am ersten Tag, bei sichtlicher Besserung dreimal täglich bis zur Heilung)

Ø                 In Ausnahmefällen sieht das rötlich verfärbte Gewebe wässrig und verquollen aus, Wärme verschlechtert und die Katze reagiert gleichfalls sehr empfindlich, dann greifen wir zu APIS D3 und nach Besserung zu LACHESIS D12, beides ein- bis dreistündlich, bis der Normalzustand erreicht ist.

Ø                 Bei einer chronischen Vereiterung mit eventueller Fistelbildung ist zweimal wöchentlich SILICEA D200 angezeigt, das sechs Wochen lang (selten länger) gegeben werden muss.

 

Da viele Katzen es nicht mögen, wenn sie am Bauch gekrault werden und selbst in entspannter Rückenlage kleinere Veränderungen vom Fell verdeckt werden können, fällt uns oft erst relativ spät auf, dass da was nicht in Ordnung ist – mitunter zu spät. Ein Indiz wäre zunehmend heftiges Belecken, ist aber zumeist auch erst im fortgeschrittenen Stadium zu beobachten. Ein Versuch lohnt sich dennoch. Bei der Wahl des Mittels ist es übrigens unerheblich, ob einzelne Brustdrüsen entzündet sind oder mehrere. Lässt sich das Übel indes nicht oder nur unzureichend mit einer der genannten Arzneien aus der Welt schaffen, bleibt nur der Weg in die Praxis und wir sollten auch keine Zeit mehr verlieren. Hat sich ein Tumor gebildet, pflegt er zu streuen und die Katze hat mit jedem Tag schlechtere Karten.

 

 

BRUSTFELL -ENTZÜNDUNG

 

Eine Entzündung der Brust- oder Rippenfellhaut (Pleuritis) entsteht häufig als Folge einer Infektion der Atemwege. Die Behandlung ist Sache des Tierarztes, denn die Katze ist sehr krank und bei zu langem Warten ist die Prognose nicht so günstig = das heißt, wenn die Katze bereits unter Atemnot leidet, weil die Entzündungsprodukte im Brustraum das Lungengewebe zusammendrücken und der Erguss beim Abhören am Plätschergeräusch erkennbar ist. Der Tierarzt wird versuchen, die Flüssigkeit abzusaugen, aber so weit dürfen wir es nicht kommen lassen. Die Symptome zu Beginn, also bevor der Erguss sich bildet, sind trockener, schwacher und sehr schmerzhafter Husten, hohes Fieber und beschleunigte Atmung, in der Regel ausgeprägte Bauchatmung.

 

Ø                 Der studierte Homöopath greift auch hier wieder zum “Wundermittel“ BRYONIA und spritzt eine Ampulle D30 unter die Haut und wiederholt am dritten Tag mit einer Ampulle BRYONIA D200. Und das war’s schon, wie am sich schnell und stetig bessernden Allgemeinbefinden erkennbar. Der Tierarzt Ihres Vertrauens kann das auch – oder auf Ihre Bitte hin seine Therapie damit ergänzen.

 

Bryonia ist generell das Mittel der Wahl, besonders wenn die Katze auf der betroffenen Seite liegt, weil Druck bessert. Aber Achtung: Mag sie sich nicht hinlegen und schläft sogar im Sitzen, sind zumeist beide Seiten betroffen!

Den Tierarzt unterstützen können wir auch bei einer eitrigen Brustfellentzündung:

 

Ø                 Passen die Symptome: BRYONIA D6, dreimal täglich etwa eine Woche lang oder (besser) wie vor angegeben.

Ø                 Löst Druck auf das Rippenfell Schmerzen aus (also umgekehrt wie bei Bryonia, wo Druck bessert), hilft HEPAR SULFURIS D30, eine Woche lang zwei Gaben täglich.

Ø                 Verläuft die Entzündung leichter oder auch schleichender, kann SILICEA D200, zweimal wöchentlich ungefähr vier Wochen lang verabreicht, Eiter auflösen und den Heilungsprozess fördern. Silicea zählt auch zu den Konstitutionsmitteln, sollten Sie es für notwendig erachten, schadet es nicht, wenn Sie es etwas länger geben.

Ø                 Besteht Verdacht auf eine Sepsis und die Diskrepanz zwischen Temperatur und Puls ist ungewöhnlich groß (z. B. hohe Temperatur und schwacher, fadenförmiger Puls), bietet sich PYROGENIUM M1 (notfalls auch D200) an: Vier Gaben im Abstand von jeweils einer Stunde sollten die Katze schnell wieder stabilisieren. Pyrogenium ist übrigens ein enorm wichtiges Mittel bei allen Entzündungszuständen, die ein untypisches Verhältnis zwischen Temperatur und Puls aufweisen!

 

 

 

 

DARMPARASITEN

siehe auch Kokzidien

 

Können Sie Darmparasiten als Durchfallursache nicht ausschließen, lassen Sie bitte eine Kotprobe untersuchen (Labor, Tierarzt), BEVOR Sie auf Verdacht Wurmmittel geben und die Katze – jeden Alters, vom Jungtier bis zum Senior - dadurch zusätzlich schwächen. Denn Darmparasiten verletzen die Magen-Darmschleimhaut sowohl manuell als auch chemisch, weil ihr Kot ein Nervengift ist, sodass Medikamente zur Wurmbekämpfung für den dadurch geschwächten Organismus meist ein ziemlicher „Hammer“ sind. Daher ist es wirklich wichtig, ZUERST den Durchfall einigermaßen in Griff zu bekommen und die Katze erst dann zu entwurmen, wenn sie wieder leidlich bei Kräften ist.

Da sich Darmparasiten zudem die aufgenommene Nahrung mit dem Wirtstier, der Katze, quasi teilen, führt eine größere Anzahl zu Abmagerung und aufgetriebenem, hartem Bauch. Kurzatmigkeit, Husten, wechselnder Stuhlgang, unwillkürlicher Harnabgang, Juckreiz in der Nase (und/oder am After) und Blutarmut wären einige weitere hinweisende Symptome für einen bereits massiveren Befall. Würmer werden mit dem Kot ausgeschieden (manchmal auch erbrochen), wobei einige am After kleben bleiben und beim Putzen wieder aufgenommen oder auf Schlafplätzen „verloren“ werden können. Die winzigen beweglichen (zumeist) Spulwurm- oder (seltener) Hakenwürmer sind bei genauerem Hinschauen mit freiem Auge erkennbar, finden wir glasig-weiße „Reiskörner“, handelt es sich dabei um Bandwurmglieder. Überträger Nummer eins für Bandwürmer (und einige andere teils beträchtliche Unerfreulichkeiten) sind Flöhe, sodass nach erfolgreicher Eliminierung aller Flöhe jede Katze immer auch eine Bandwurmkur bekommen muss.

Auf „Untermieter“ zu achten ist auch eine Frage der Hygiene, besonders in Haushalten mit kleinen Kindern. Wobei mit Hygiene keineswegs gemeint ist, dass Parasiten verlotterte Verhältnisse voraussetzen, denn auch die beste Hausfrau von allen kann derlei nicht immer verhindern. Bei Freigängern obligat, schadet eine zumindest einmal jährliche Vorsorge somit auch Stubentigern nicht. Für eine „maßgeschneiderte“ Wurmkur (der Doc kann beraten) sollte bei gesunden Katzen herkömmlichen Medikamenten der Vorzug gegeben werden, sie wirken schnell und effizient.

Ist die Katze zu krank dafür und wir wissen, um welchen Schmarotzer es sich handelt (Tierarzt, Laboruntersuchung), können wir in Zusammenarbeit auch auf homöopathische Mittel zugreifen. Sie kräftigen das Darmmilieu und bringen die Würmer zum Abwandern, wodurch Organismus und Patientin ohne zusätzliche chemische Schädigung schonend entlastet werden. Das heißt aber auch, dass die Parasiten nicht abgetötet werden, sondern, zum Exodus gezwungen, lebend im Kistchen landen. Weshalb dieses täglich komplett entleert und heiß ausgewaschen werden muss!!

 

Ø                 Spulwürmer – Jungtiere: ABROTANUM D3, dreimal täglich eine Gabe zehn Tage lang,

Ø                 Spulwürmer – Erwachsene: ABROTANUM D2 wie vor.

Ø                 Bei beiden sollten die Würmer bis spätestens zum neunten Tag abgewandert sein, gibt es Überlebende, bietet sich CUPRUM OXYDATUM NIGRUM D4 an, dreimal täglich etwa sieben bis zehn Tage lang.

Ø                 Hakenwürmer: CARDUUS MARIANUS D3, dreimal täglich eine Gabe einen Monat lang (bietet allerdings nur eine Siebzig-Prozent-Chance)

Ø                 Bandwürmer: Hier kommen wir um die chemische Keule nicht herum, können ihnen aber, bis die Katze dafür kräftig genug ist, mit CALCIUM CARBONICUM C200 (zu neunzig Prozent) oder NATRIUM MURIATICUM C200 das Dasein vermiesen: Wöchentlich eine Gabe vier Wochen lang.

Ø                 Mit CALCIUM CARBONICUM C200, gleichermaßen verabreicht, soll sich zudem eine Neuinvasion aller Wurmarten verhindern lassen (auch nach einer konventionellen Behandlung).

 

Achtung: Im Idealfall wandern alle Würmer ab, aber Überlebende sind möglich. Für eine durch Krankheit geschwächte Katze dennoch zunächst schon mal eine Erleichterung - hundertprozentige Sicherheit bietet jedenfalls nur die Kotuntersuchung nach Abschluss einer Kur. Und ist absolut unumgänglich, damit das Theater nicht wieder von vorn anfängt!

 

 

DIABETES

 

Mit Diabetes mellitus, landläufig Zuckerkrankheit genannt, wird eine Funktionsstörung der Langhans’schen Inseln bezeichnet, die für den hormonbildenden Bereich der Bauchspeicheldrüse verantwortlich sind. Diese sondert im Normalfall das Hormon Insulin ab, welches für den Kohlenhydrat-Stoffwechsel benötigt wird. Erfüllt sie diese Aufgabe unzureichend, entsteht Insulinmangel. Komplizierte Rede, kurzer Sinn: Vor Beginn eines Behandlungsversuchs muss medizinisch der Blutzuckerspiegel vermittels Blut- und Harntest abgeklärt werden, denn hier ist der Tierarzt gefragt, der bei starker Erhöhung den Insulinmangel durch gezielte Gaben dieses Hormons ausgleichen muss. Wir sind nur für die leichteren Fälle zuständig, bei welchen das Inselorgan noch nicht so stark geschädigt ist und sich die Eigenregulation eines homöopathischen Anreizes zugänglich zeigt.

Hinweis: Bei Katzen, die über längere Zeit mit Kortison behandelt wurden, konnte vereinzelt eine latente Anlage zu dieser Krankheit festgestellt werden, offenbar ausgelöst durch zu hohe Dosierung.

Als charakteristische Anzeichen gelten der große Durst und die erheblichen Harnmengen, die abgesetzt werden, und dass die Katze etwas abgebaut hat – da haben wir in der Regel noch Chancen. Allerdings immer nur in Verbindung mit einer ausgewogenen Diät!

Ob ein Mittel greift, sollte man spätestens nach einer Woche an der Menge des verbrauchten Trinkwassers (das gemessen werden muss) merken. Es sei denn, die Patientin ist kein Solotiger. In jedem Fall müssen Sie die Wirksamkeit jeder Kur nach einer mit dem Veterinär abgesprochenen Therapiedauer neuerlich testen lassen.

 

Ø                 Das erste Mittel der Wahl wäre SYZYGIUM D2, es wirkt ausnehmend positiv auf die Bauchspeicheldrüse, denn es vermag das spezifische Gewicht des Urins zu verändern, das Durstgefühl zu verringern und die Harnmengen zu regulieren. Wir geben es vier- bis dreimal täglich drei Wochen lang, lassen die Entwicklung via Test kontrollieren und können bei Erfolg die Kur nach zwei Wochen Pause wiederholen.

Ø                 Bei Altersdiabetes (die meist mit Juckreiz vergesellschaftet ist) wird dreimal täglich KREOSOTUM D6 empfohlen.

Ø                 In beiden Fällen unterstützt zusätzlich ACIDUM SULFURICUM D12, zweimal täglich = eine Gabe morgens, eine am Abend.

Ø                 Auch IRIS VERSICOLOR D30 hat wohltuenden Einfluss und wird in der Veterinärmedizin vielfach bei Pankreas-Beschwerden eingesetzt, besonders wenn als Begleitsymptom der Kot locker und hell ist: Eine Gabe täglich zwei Wochen lang.

 

Haben Sie die ersten Anzeichen verschlafen (!?), die Abmagerung ist schon fortgeschritten und die Krankheitserscheinungen weiten sich aus, wobei die Katze fast permanent über dem Wassernapf hängt und die Harnmengen eher zu einem Schäferhund passen würden, häufig Ekzeme, Linsentrübung (Grauer Star) und Schlafsucht beobachtet werden, dann hat die arme Mieze schlechte Karten und selbstverständlich allein der Tierarzt das Wort – weshalb Kooperation, der Ernsthaftigkeit des Leidens angemessen, in jedem Stadium empfohlen sei.

 

 

DICKDARMENTZÜNDUNG

 

Eine Kolitis ist eher selten, weil Durchfall in der Regel nicht unbemerkt bleibt und die Behandlung eine solche Entzündung verhindert, kann aber auch durch Geschwüre des Darmepithels hervorgerufen werden. Da indes Hauptmerkmal einer Dickdarmentzündung chronischer Durchfall ist, der unterschiedlich gefärbt und beschaffen sein kann, und auch Katzen darunter leiden können, die auf eine andere Behandlung nicht angesprochen haben, möchte ich eine mögliche homöopathische Unterstützung nicht ausklammern:

 

Ø                 Heftige Darmentleerung, wässriger Kot und starker Juckreiz sprechen für CROTON TIGLIUM D200, besonders wenn sich auch das Fell heiß anfühlt: Dreimal wöchentlich drei Wochen lang.

Ø                 MERCURIUS CORROSIVUS D30 geben wir zweimal täglich eine Woche lang, wenn die Katze heftig presst, der Kot schleimig ist, Blutspuren enthält und sich die Symptome nachts verschlimmern.

Ø                 COLOCYNTHIS M1 (oder D200), vier Gaben mit stündlichem Abstand, braucht eine Katze, die unter schweren, schmerzhaften Koliken leidet.

Ø                 Bauchschmerzen, Blähungen und Erbrechen nach dem Wassertrinken lindert URANIUM NITRICUM D30, eine Gabe täglich zwei Wochen lang.

Ø                 Bei Verdacht auf Geschwürbildung (Tierarzt!), vor allem im unteren Dickdarm oder auch im Mastdarm (Rektum) kann ACIDUM NITRICUM D200, drei Gaben wöchentlich vier Wochen lang, helfen bzw. eine Therapie unterstützen.

 

Diese Arzneien bieten sich auch als Folge an, wenn die Katze auf die unter Durchfall beschriebenen Kuren zwar gut angesprochen hat, das Problem aber nicht vollständig behoben werden konnte.

 

 

DURCHFALL (Darmkatarrh)

siehe auch Darmparasiten bzw. Kokzidiose

 

Durchfall (Diarrhö) ist nicht gleich Durchfall, denn es kann sich sowohl um eine mehr oder minder leichte Darmverstimmung handeln als auch um eine Entzündung der Darmschleimhaut, also einen Katarrh (Enteritis). Für die homöopathische Behandlung macht das freilich keinen Unterschied – Ausnahme: Darmparasiten, Kokzidiose (blutiger Durchfall) - denn wie immer steht im Vordergrund was wir sehen (respektive in diesem Fall auch hören und riechen). Das heißt sowohl die Konsistenz als auch der Geruch und die Farbe der Darmausscheidungen bestimmen die Wahl des Mittels. Siehe dazu auch den Tipp bei Blasenentzündung!

Bei völlig überraschend quasi von einer Minute zur anderen einsetzendem Durchfall, der mit einer rapiden Schwächung der Katze verbunden ist, die kraftlos und matt wie ein Häufchen Elend in einer Ecke liegt, sollten Sie allerdings nicht zögern, den Tierarzt aufzusuchen. Rasanter Kräfteverlust ist immer lebensgefährlich! Außerdem kann die Ursache infektiös bedingt durch Viren oder Bakterien sein und sogar im Zusammenhang mit einer Vergiftung auftreten, das sollten Sie abklären lassen.

Da jeder Durchfall dem Körper sehr viel Flüssigkeit entzieht, muss die Behandlung in jedem Fall unverzüglich angegangen werden – also bitte nicht warten in der Hoffnung, dass das von alleine wieder wird. Ein beleidigter Darm beruhigt sich maximal nach einer schwer verdaulichen Leckerei oder einer Portion unbekömmlichen, neuen Futters von selbst – aber schon Portion Nummer zwei könnte unter Umständen das Dilemma perfekt machen. Und: Bleibt eine Durchfallerkrankung mehrere Tage unbehandelt, kann die Katze dadurch relativ schnell austrocknen, was besonders kleinen Kätzchen massiv zusetzt und sogar ans Leben gehen kann. Dazu vorweg:

 

Ø                 Allgemein nützlich bei starkem Verlust von Körperflüssigkeit ist, wie bereits erwähnt, CHINA D6, das sich mit allen anderen Heilmitteln fabelhaft kombinieren lässt: Wir beginnen mit mehreren Gaben in relativ kurzen Abständen (etwa vier bis fünf über den Tag verteilt) und setzen entweder am Folgetag gleichermaßen fort (was häufig ausreicht, um das Problem aus der Welt zu schaffen), oder geben es danach dreimal täglich, bis alles wieder im Lot ist – gut daran erkennbar, dass der mit zwei Fingern hochgezogene Fellbalg am Rücken leicht wieder zurückrutscht.

 

Und nun starten wir auch gleich mit den Jungtieren, welchen wir zwar in der Regel mit den gleichen Arzneien helfen können wie Katzen jeden Alters – vergleichen Sie bitte genau die Symptome – aber für die Kleinen gibt es zusätzlich einige Mittel, die sich gut bewährt haben:

 

Ø                 Heller, teilweise unverdauter Kot, der säuerlich riecht, wobei die Schätzchen häufig einen deutlichen Blähbauch haben (Wurmbefall können Sie hoffentlich ausschließen? Siehe Darmparasiten), spricht gut an auf MAGNESIUM PHOSPHORICUM D6 oder D8, besonders (aber nicht nur) wenn der Durchfall hartnäckig ist: Wir verteilen fünf Gaben über den ersten Tag und setzen mit drei-/zweimal täglich fort, bis das Problem behoben ist.

Ø                 Kleine Kätzchen, die generell eine Neigung zu säuerlich riechendem Durchfall haben und nichts vertragen, das auch nur entfernt mit Milch zu tun hat (also auch laktosefreie Katzenmilch bzw. Aufbaupräparate), brauchen CALCIUM CARBONICUM D12. Wir beginnen mit drei Gaben täglich und reduzieren bei merkbarer Besserung auf zweimal täglich bis zur Heilung. In der Regel gibt es keinen Rückfall, bei labilen Naturen kann indes mit einmal täglich für einige Zeit fortgesetzt werden. Als zusätzlicher Hinweis mag gelten, dass die Kleinen trotzdem bei gutem Appetit sind und zumeist eher von ruhigem, tapsigem Wesen.

Ø                 Erinnert der flüssige Kot an Reiswasser mit gleichzeitig fortschreitender Verschlechterung der Krankheit, kann VERATRUM ALBUM D30 helfen: Am ersten Tag drei Gaben im Abstand von jeweils etwa drei Stunden, danach dreimal täglich je nach Besserung bis zu einer Woche lang.

Ø                 Spricht das Jungtier auf eine Therapie nur langsam an, geben wir als unterstützendes Mittel BARIUM CARBONICUM D6, jeweils zusammen mit der gewählten Arznei oder (natürlich gleichfalls zusätzlich) dreimal täglich.

 

Für erwachsene Katzen sowie genauso für Jungtiere, sofern die Symptome (besser) passen, sind nachfolgende Arzneien gedacht – die allesamt (wenn nicht anders angegeben!) je nach Heftigkeit am ersten Tag bis zu fünfmal gegeben werden, danach dreimal täglich bis zur Heilung.

 

Ø                 Lässt sich Beschaffenheit und Farbe des Kotes nicht wirklich eingrenzen und er sieht stets anders aus, mal fester, mal wässriger und/oder mal grünlich, mal eher gelb, dann greifen wir zu PULSATILLA D6. Ein gutes Indiz für die Wahl dieses Mittels ist weiters, dass der Stuhl immer schleimig ist und die Katze trotzdem auffallend wenig trinkt.

Ø                 ARSENICUM ALBUM D6 ist angezeigt bei Durchfall, der manchmal mit Blut und Schleim durchzogen ist und häufig, aber stets nur in kleinen Mengen abgesetzt wird. Als wichtigste Anhaltspunkte für die Wahl dieser Arznei gelten der faulige, an Aas erinnernde Geruch, schnelle Erschöpfung, Abmagerung und Unruhe, das heißt die Katze wechselt immer wieder mal ihren Liegeplatz. Zumeist sucht sie auch oft ihren Wassernapf auf, trinkt aber nur wenig; manchmal kann ängstliches Verhalten beobachtet werden.

Auslöser ist in der Regel verdorbenes Futter. Hier bietet Arsen zuverlässige Hilfe und die Wirkung ist bereits nach einigen Gaben, zweistündlich verabreicht, an der deutlichen Besserung zu sehen. Bleibt sie aus, sollten Sie die Arznei nach zwei Tagen absetzen, weil der Heilerfolg nicht mehr gegeben ist.

Ø                 Zum Arzneimittelbild von MERCURIUS SOLUBILIS D6 gehört grünlich-gelber, häufig sehr schwerer Durchfall mit schleimigem Kot, der manchmal auch mit Blut durchsetzt sein kann. Auffallend ist die wundmachende Wirkung, der After ist hochrot und entzündet, und dass der ständige (oft vergebliche) Drang die Patientin alle naselang ihr Kistchen aufsuchen lässt. In den sozusagen wenigen Momenten „dazwischen“ sitzt sie oft ratlos (oder schlecht gelaunt) herum und scheint in sich hineinzuhören. Erholsame Ruhephasen sind sehr selten und eher erschöpfungsbedingt, weshalb Sie am ersten Tag durchaus bis zu fünf Gaben verabreichen können.

Da Mercur generell eine effektiv Hilfe sein kann, sei ein Versuch auch in unklaren oder etwas diffusen Fällen empfohlen. Wenn die Katze darauf anspricht, gut erkennbar am Heilungsschlaf in zunehmend entspannter Lage und natürlich am selteneren Aufsuchen des Kistchens, ist es bis zur Heilung nicht weit, in der Regel reichen wenige Tage.

Ø                 Wenn der meist eher gelblich gefärbte, aber immer stark wässrige Durchfall aus der geplagten Katze herausschießt wie bei einem Wasserrohrbruch und sie womöglich unter Blähungen leidet, dann muss PODOPHYLLUM D4 her. Wir beginnen mit drei bis vier Gaben in zweistündlichen Abständen und verringern je nach Besserung auf dreimal täglich.

In der M1 (oder alternativ D200) leistet das Mittel auch gute Dienste, wenn die Katze auf andere Therapien nicht angesprochen hat und/oder sich ihr Zustand besonders morgens verschlechtert: Eine Gabe täglich eine Woche lang.

Ø                 PHOSPHORUS D12 wählen wir bei weißem oder weiß-grauem Kot, wobei die Katze weder geschwächt noch sonst wie stark beeinträchtigt wirkt.

Ø                 Ist der Durchfall auf Unterkühlung oder feuchte Nässe zurückzuführen, hilft DULCAMARA D4.

 

Da Durchfall oft von einer Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) beziehungsweise Erbrechen begleitet wird und einige Arzneien sozusagen in Breitbandwirkung sowohl bei Magen- als auch Darmproblemen von Nutzen sind, widmen Sie bitte auch dem Kapitel Erbrechen Ihre Aufmerksamkeit. Ebenso dem folgenden ...

 

 

 

EKZEME

siehe auch Alopezie, Haut

 

Die Auslöser für Ekzeme, Entzündungen der Haut, sind vielfältiger Natur und die Katze ist zur Behandlung in der Regel beim Veterinär gut aufgehoben. In jedem Fall ist es angeraten, zumindest Ursachen wie Parasiten oder Pilzbefall, chronische Magen/Darmerkrankungen aufgrund einseitiger oder falscher Ernährung, Störungen des Stoffwechsels, eine eventuelle Allergie oder Diabetes auszuschließen, bevor Sie selbst zur Therapie schreiten. Abgesehen davon richtet sich die Wahl des Mittels nach der Beschaffenheit des Ekzems.

Alle Arzneien werden dreimal täglich ORAL bis zur Heilung gegeben, normalerweise ist eine äußerliche Behandlung nicht nötig. Selbstverständlich spricht nichts gegen den zusätzlichen Einsatz von NUR aktuell tierärztlich verordneten (!!) Salben oder Tinkturen, sofern die Katze diese nicht ableckt. Was zumeist nur mit einem Halskragen verhindert werden kann, den Katzen hassen wie die Pest – und den wir ihnen durch die homöopathische Behandlung ersparen können.

 

Ø                 Ein schorfiges Ekzem mit borkigen Rändern behandeln wir (innerlich, nicht vergessen) mit MEZEREUM D6 im Wechsel mit PETROLEUM D6.

Ø                 Typisch für PETROLEUM D6 sind auch nässende Ausschläge mit rissiger, aufgesprungener und verdickter Haut in Bereichen, wo Haut und Schleimhäute aufeinander treffen, beispielsweise also Nasenspiegel, Lippen, After. Häufig ist eine Verschlechterung bei kaltem Wetter bzw. im Winter zu beobachten.

Ø                 Mit MERCURIUS SOLUBILIS D6 gehen wir bei einem nässenden Ekzem mit geröteter und entzündeter Haut vor.

Ø                 GRAPHITES D6 ist das Mittel der Wahl bei einem feuchten Ekzem mit klebrigen Absonderungen, die schlecht riechen. Bevorzugt betroffen sind die Gelenkbeugen. Das Mittel ist vor allem gut geeignet für die „Garfields“ unter den Katzen, also die viel zu dick und ständig hungrig sind, viel schlafen und sich kaum bewegen.

Ø                 Ein trockenes Ekzem, oft chronisch, wo die Haut blass ausschaut, mit Juckreiz, schütterem Haarkleid bzw. leicht ausfallenden Haaren und winzigen, staubähnlichen Schuppen braucht ARSENICUM ALBUM D6. Weitere Hinweise sind ein großes Wärmebedürfnis und die häufigen Besuche beim Wassernapf, wobei die Katze aber nur wenig trinkt.

Ø                 Bevorzugt die Patientin jedoch kühle Schlafplätze und wechselt, sobald es ihr zu warm wird, setzt festen und dünnen Kot sozusagen in einem Aufwasch ab – wobei die Symptome nicht alle und nicht immer auftreten müssen, dann spricht das für SULFUR D6. Denn in der Regel sind das die Begleiterscheinungen eines trockenen Ekzems mit schmutzig wirkender, geröteter Haut, ebenso wie die ziemlich großen Schuppen und dass die ganze Katze irgendwie schlecht riecht. Zusätzliche Anhaltspunkte sind stärker gerötete Körperöffnungen, also rund um die Augen und das Mäulchen, im Innenohr und in der Aftergegend.

Ø                 Häufiges Belecken des Krallenbettes kann auf ein Ekzem hinweisen, das heißt die Haut zwischen den Zehen ist verdickt und die Katze versucht diese Störung „wegzuwaschen“, dann hilft SILICEA D6 (wie bei jeder Hautverdickung) wunderbar. Allerdings müssen Sie und Mieze Geduld haben, das „Wegschmelzen“ kann längere Zeit in Anspruch zu nehmen, als Richtwert sind plus/minus sechs bis acht Wochen einzuplanen.

 

Ist das Ekzem, wie eingangs erwähnt, Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung und bessert sich durch die Behandlung nicht oder nur zögerlich, können Sie die vorgenannten Mittel zusätzlich oder ergänzend zu einer ärztlichen Therapie einsetzen.

 

 

ERBRECHEN

 

Primär versucht sich der Körper damit von Schadstoffen zu befreien, aber es kann natürlich auch Symptom für allerlei Krankheiten sein. Ein eigenständig Leiden ist Erbrechen jedenfalls nicht. Es wird vom Brechzentrum im Gehirn als Reaktion auf Unverträgliches (z. B. auch Medikamente) oder über Impulse von Rezeptoren in Magen oder Darm ausgelöst und tritt bei Magen/Darmentzündung, Lebererkrankungen, Wurmbefall, Gebärmutterentzündung oder als allergische Reaktion auf. Ebenso können Entzündungen im Rachenraum oder große Aufregung zu Erbrechen führen, um nur einiges zu nennen und damit wieder den Veterinär ins Spiel zu bringen! Den Sie bei heftigem Erbrechen mit Fieber oder bei Verdacht auf eine Infektion oder Vergiftung auf jeden Fall kontaktieren müssen.

Das macht uns freilich nicht arbeitslos und je nach Symptomen steht eine Reihe von Arzneien zur Verfügung, mit welchen wir der Mieze – je nach Ursache zum Teil verblüffend schnell - helfen können:

 

Ø                 NUX VOMICA D6 ist das Mittel, das am häufigsten eingesetzt wird, weil es nicht nur eine große „Bandbreite“ hat und rasch Linderung bringen kann, sondern auch immer dann angezeigt ist, wenn uns die Ursache Kopfzerbrechen macht. Nux reguliert wunderbar bei Erbrechen mit und ohne Durchfall, mit Blähungen und/oder hartem, gespanntem Bauch, Darmglucksen oder Problemen mit der Magensäure, ebenso bei undefinierbaren Unpässlichkeiten, Verdauungsstörungen jeglicher Art und genauso bei Verstopfung(siehe diese), deren Ursache auch Schock, Angst, Stress oder einem sogenannten „nervösen“ Magen zugeschrieben werden kann. Je nach Heftigkeit der Symptome beginnen wir mit drei Gaben in stündlichem Abstand und setzen, sofern noch nötig, in den Folgetagen mit dreimal täglich fort, bis alles wieder im Lot ist.

Bei einer nervösen Veranlagung zu zeitweiligem Erbrechen, die in der Regel mit einer sehr trägen Verdauung einhergeht bzw. bei Katzen, die generell nur alle zwei, drei Tage Kot absetzen, wird eine drei- bis vierwöchige Kur mit zwei Gaben täglich nötig sein. In seltenen Fällen ist eine Dauermedikation angezeigt, dann wechseln wir zur D30, geben sie einmal täglich und dehnen allmählich beispielsweise auf drei/zweimal wöchentlich aus – das müssen Sie testen bzw. die Arznei nur dann verabreichen, wenn das Problem erneut auftritt, wobei hier zumeist eine Gabe ausreicht.

Ø                 Bei einer akuten Reizung/Entzündung der Magenschleimhaut geben wir NUX VOMICA D6 mit PULSATILLA D4 im Wechsel,

Ø                 während bei der chronischen Form der Gastritis (siehe oben = nervöse Veranlagung) NUX VOMICA D6 abwechselnd mit CARBO VEGETABILIS D6 besser hilft, besonders wenn die Katze ein heikler Fresser ist und die Blähungen (mit/ohne Darmglucksen) stärker ausgeprägt sind.

Ø                 Kapriziöser Appetit kann sich auch anders äußern, nämlich durch normales Fressverhalten über einige Tage im Wechsel mit mäßigem bis fast gar keinem Hunger. Ursache ist zumeist eine Störung im Eisenhaushalt, deshalb gehen wir das mit FERRUM METALLICUM D6 an: Dreimal täglich bis zur Normalisierung.

Ø                 Ist die Ursache der Gastritis bekannt, und zwar verdorbenes Futter, begleitet von faulig riechendem Durchfall, Durst mit Erbrechen sofort nach dem Trinken und großem Bedürfnis nach Wärme, dann greifen wir zu ARSENICUM ALBUM D6 und geben einige Gaben in kurzen Abständen, damit es der Mieze rascher etwas besser geht, danach wie immer dreimal täglich bis zur Heilung.

 

Einige Arten von Erbrechen anderer Ursachen, die bei Katzen unterschiedlichen Alters auftreten können, seien hier gleichfalls erwähnt, weil die Homöopathie hier gut helfen kann:

 

Ø                 Kann ein junges Kätzchen keine Nahrung bei sich behalten, wäre ein sogenannter Magenpförtnerkrampf möglich, ein Spasmus, der sich hervorragend mit AETHUSA D3 lösen lässt: Vier bis Fünf Gaben am ersten Tag, danach dreimal täglich. Ist mehrmals täglich (etwa wegen beruflicher Abwesenheit) nicht möglich, wählen wir die D30 und geben es morgens und abends.

Ø                 Diese, an sich eigentlich seltene, Erkrankung kann indes auch im fortgeschrittenen Alter auftreten, allerdings gibt es unterschiedliche Krankheitsgrade zwischen einem zeitweiligem Krampf und einem Verschluss des Magenausganges – Sie sollten mit dem Tierarzt reden! Der Homöopath wird dann in erster Linie zu NUX VOMICA D6 und MAGNESIUM PHOSPHORICUM D6 greifen und es wie vor verabreichen.

Ø                 IPECACUANHA D6 ist neben Nux das zweite „große“ Mittel gegen Erbrechen und wird in der Regel mit gutem Erfolg eingesetzt, wenn die Katze wiederholt weißen Schaum erbricht – bitte nicht verwechseln mit gelegentlichem Erbrechen nach dem Grasfressen oder wenn Haarballen herausgewürgt werden: Das ist normal und keineswegs krankhaft!! Da das Allgemeinbefinden üblicherweise nicht gestört ist, müssten wir nicht eingreifen. Fühlt sie sich sichtlich blümerant, reichen zwei-, drei Gaben in kurzen Abständen.

Diese Arznei geben wir auch einer magenempfindlichen (nervösen?) Katze, die auf Nux Vomica nicht anspricht, in gleicher Dosierung, allerdings sollten Sie hier die D6 beibehalten.

Ø                 Eine Störung der Magensaftsekretion, d. h. ein Mangel oder ein Überschuss an Salzsäure kann vorliegen, wenn die Katze auch nüchtern erbricht oder nach einer Mahlzeit gleich mehrmals hintereinander. Sie fühlt sich unverkennbar mies und auffallend ist die Gier nach Gras oder anderem Grün (Zimmerpflanzen? Achtung!). Das bekämpfen wir idealerweise mit PULSATILLA D4 und NUX VOMICA D6, vier Gaben täglich im Wechsel bis zur Besserung – die zumeist nicht sehr lange auf sich warten lässt.

 

 

EPILEPSIE

 

Falls Sie nicht live dabei sind: Vor allem Bewegungs- und Sehstörungen (keine Lähmungen) können Anzeichen eines vorangegangenen epileptischen Anfalls sein, ebenso orientierungsloses Herumsitzen und das Fehlen jeglicher Reaktion, wenn die Katze angesprochen wird. Vorboten sind Zittern, einschließlich Kopf und Augenlider (Mieze blinzelt ununterbrochen) und plötzliches Hochspringen wie angestochen. Das dauert meist nur Sekunden, so dass wir das häufig gar nicht mitbekommen - die „klassischen“ Attacken freilich sind unübersehbar: Bestimmte Gehirnzentren verursachen dabei Krämpfe, während der die Katze mit völlig steifen, zuckenden Gliedmaßen und weit offenen Augen auf der Seite liegt, ruckartig röchelt wie bei einem Asthmaanfall und geistig komplett weggetreten ist. Oft klappert sie auch mit den Zähnen und die Zunge schnellt hervor, wobei sie so heftig darauf beißen kann, dass sie blutet und bei häufigeren Anfällen sogar die Spitze absterben kann.

Das ist die erste Phase, die immer aus heiterem Himmel kommt und während der die Katze z. B. wie ein Stein vom Kratzbaum fällt. Die zweite Phase sollten Sie gar nicht erst abwarten, denn wenn die Anfälle häufiger auftreten (alle paar Wochen ist schon sehr häufig) oder länger dauern als ein, zwei Minuten, ist Feuer am Dach. Jeder Anfall hinterlässt Schäden im Zentralnervensystem und Sie müssen unbedingt die Hilfe konventioneller Medizin in Anspruch nehmen, während Sie bei seltenen Attacken (wenige Male im Jahr) auf die Naturheilkunde vertrauen können. Mit dem Tierarzt absprechen sollten Sie’s trotzdem!

 

Ø                 BELLADONNA D200 oder M1 ist das bedeutendste Mittel bei Epilepsie - der Wirkstoff Atropin galt auch in der Schulmedizin seit altersher als die Nummer eins. Wir geben drei Gaben stündlich, wenn die Katze bewusstlos ist und geweitete Pupillen zeigt, und zwar beginnend noch während des Anfalls (eine einzige Gabe Belladonna kann der Katze auch wieder zurück helfen, wenn sie medizinisch eingestellt ist und trotzdem einen Anfall bekommt). Zusätzlich haben sich bewährt:

Ø                 CUPRUM METALLICUM D6 dreimal täglich zwei Wochen lang, wenn nach einem Anfall die Beweglichkeit eingeschränkt bleibt.

Ø                 Eine starke Schwächung (der Muskulatur) mit blaugrauer Haut und Schleimhäuten spricht auf PLUMBUM METALLICUM D30 an, einmal täglich für 21 Tage, das, wie viele Schwermetalle, bei unterschiedlichen Gehirnschädigungen erfolgreich eingesetzt wird.

Ø                 Extreme Koordinationsstörungen (Mieze stolpert umher wie betrunken) verlangen nach AMANITA MUSCARIA D6 bis D30, zweimal täglich für 15 Tage. Der Fliegenpilz hat bekanntlich einen besonderen Einfluss auf das Zentralnervensystem

Ø                 CICUTA VIROSA D30, einmal täglich zehn Tage lang ist besonders dann angezeigt, wenn die Katze den Kopf extrem verrenkt (nach hinten oder seitlich, sodass wir schon befürchten, sie würde sich das Genick brechen).

Ø                 Bei völliger Benommenheit und Ausbleiben aller Vitalreaktionen, starren Augen und zusammengezogenen (!) Pupillen hilft OPIUM D30, viertelstündlich drei Gaben, und wenn die Katze gut darauf anspricht gefolgt von dreimal täglich, bis sie wiederhergestellt ist.

 

Es gibt zwar verschiedene Formen der Epilepsie, und zwar die primäre, die keine organischen Ursachen hat, in der Regel angeboren und nicht heilbar ist, während die sekundäre mit ähnlichen Symptomen (die „mit freiem Auge“ nicht zu unterscheiden sind) auf eine schwerwiegende Erkrankung hinweist - aber für eine definitive Diagnose müsste die Katze klinisch und neurologisch sozusagen komplett auf den Kopf gestellt und auf alles untersucht und getestet werden, was nur überhaupt je erfunden wurde. Ob diese Tortur Sinn macht oder eine einfache tägliche Medikation (je nach Schweregrad homöopathisch oder allopathisch) für die Patientin nicht das kleinere Übel darstellt, sollten Sie mit Ihrem Tierarzt besprechen. Tun müssen Sie auf jeden Fall etwas, denn sie kann aus einem länger dauernden, schweren Anfall nicht mehr aufwachen und sterben. Oder auf fürchterliche Weise dahinsiechen!

 

 

Epilepsie-ähnliche Anfälle

 

Bei Eklampsie wäre eine Verwechslung möglich – allerdings nur, wenn es sich um eine Mutterkatze handelt: Anzeichen sind Koordinationsstörungen, Muskelzittern, Krämpfe bis hin zum Kollaps, erweiterte Pupillen, starkes Hecheln. Dabei wird der Kopf häufig krampfhaft nach hinten gezogen sowie die Beine schräg auseinander gespreizt. Zumeist beobachtet bei großen Würfen zwischen der dritten und sechsten Lebenswoche, Eklampsie kann aber ebenso später (selten) wie vor, während oder kurz nach der Geburt auftreten. Sie entsteht in der Regel, wenn Kalk- (und Magnesium-)gaben übers Futter nicht ausreichend verwertet werden können und daher direkt ins Blut injiziert werden müssen. Was der Tierarzt auch unverzüglich machen wird. Mangels Möglichkeit, ins homöopathische Schatzkästlein (ZÜCHTERBREVIER) greifen zu können, dürfen Sie bitte nicht lange fackeln, sondern auf dem Weg in die Praxis den Turbo einlegen! Sie retten der Katze damit das Leben.

Manche Katzen vertragen Reisen oder generell Ortsveränderungen schlecht und können darauf mit einer Art Anfall reagieren.

 

Ø                 Dann geben wir eine Gabe BELLADONNA D 200 und setzen stündlich mit insgesamt vier Gaben COCCULUS D6 fort. Dieses Mittel wirkt bei Krämpfen und Lähmungserscheinungen, die nicht von der Wirbelsäule, sondern vom Großhirn ausgehen. Ein zusätzliches (sehr wichtiges) Indiz ist Brechreiz, weshalb das Mittel häufig bei Reisekrankheit verwendet wird – siehe diese.

 

 

 

FETTKNUBBEL

im Bauchbereich – siehe Gelbfettkrankheit

 

FETTSUCHT

 

Viele Katzen legen nach der Kastration an Gewicht zu, aber diesen Einbruch ins hormonelle System trifft zumeist nur dann die „Schuld“, wenn er zu früh vorgenommen wurde. Überwiegend liegt’s an zu wenig Bewegung, und wenn wir es auch noch „zu gut“ meinen, schaffen wir ein Moppelchen, dessen Herz, Kreislauf und andere Organe überbeansprucht werden. Abspecken ist ein mühseliges Unterfangen, denn mehr als ein Fünftel der Gesamtmenge pro Tag darf man der Mieze vom Speisezettel nicht streichen. Leider gibt es auch kein homöopathisches Pülverchen, das gegen Fettsucht angehen kann. Warum wird das Leiden hier dennoch erwähnt? Weil es immer ernst genommen werden muss, und weil es Hilfe gibt,

 

Ø                 WENN es eine Erkrankung der Schilddrüse verursacht: THYREOIDINUM D30, eine Gabe täglich. Sie sollten’s mit dem Doc absprechen bzw. überwachen lassen.

 

 

FIEBER

 

Fieber ist logischerweise keine Krankheit, sondern Ausdruck einer solchen. Mit einer Erhöhung der Körpertemperatur zeigt der Organismus an, das etwas nicht in Ordnung ist und er sich bemüht, das in den Griff zu kriegen. Das heißt a) dass Fieber niemals “einfach so“ unterdrückt werden sollte, und dass b) die Grunderkrankung festgestellt und behandelt werden muss, worauf die Normaltemperatur wiederhergestellt wird.

 

Ø                 Bei Erkrankungen, die mit Fieber verbunden sind, werden daher zu Beginn einer Therapie einige Gaben ACONITUM in kurzen Abständen empfohlen. Am besten D30 oder höher, notfalls auch D6, entweder vor dem jeweiligen Medikament oder gemeinsam. Aconitum ist darüber hinaus in vielen Fällen hilfreich, Sie werden dem Mittel also noch häufiger begegnen.

Ø                 Wurde bei einer Erkrankung in Verbindung mit Blutarmut das Fieber unterdrückt (Muskelzucken, auch im Schlaf, Schwächeanfälle, häufig fällt die Katze auf die linke Seite), dann kann ZINCUM D6 helfen, dreimal täglich bis zur Besserung.

 

 

FROSCHGESCHWULST

 

Durch Verlegung eines Speichelganges entsteht eine Speichelzyste unter der Zunge, Ranula oder Froschgeschwulst genannt, die nach Erreichen einer gewissen Größe das Fressen erheblich behindert. Der Tierarzt wird einen Einschnitt machen, wodurch das Problem behoben, aber nicht geheilt wird. Der Homöopath empfiehlt, sobald eine derartige Verwachsung auftritt,

 

Ø                 THUJA D6, zwei bis drei Gaben täglich, bis der Speichelgang wieder durchlässig ist.

 

 

 

GASTRITIS

siehe Erbrechen

 

 

GEFÄSSVERSCHLUSS

 

Thrombosen in verschiedenen Arterien können bei Katzen jeden Alters vorkommen, wenngleich ganz junge Kätzchen weniger anfällig sind und in höherem Alter zumeist „nur“ auf ein/die Bein/e beschränkt bleiben! Ein Gefäßverschluss gehört grundsätzlich in die Hand eines Veterinärs – weil: Je nachdem welche Arterie in Mitleidenschaft gezogen ist, variieren die Symptome, meist bricht die Katze jedoch unter Schmerzen zusammen. Die sichtbaren Schleimhäute werden blass oder laufen blau an und Atembeschwerden treten auf. Ist ein Bereich betroffen, an dem normalerweise Pulsschlag zu fühlen ist (z. B. das Darmbein = oberer Teil des Hüftbeines), dann ist dieser nicht mehr zu spüren. Auch vergrößerte, harte und schmerzende Bauchmuskeln können als Anzeichen gelten.

Haben Sie keine Zweifel, das passende Mittel zur Hand und können in der Sekunde eingreifen, ist ein Whow-Erlebnis freilich keine Seltenheit. Mit dem Tierarzt reden sollten Sie trotzdem.

 

Ø                 CROTALUS HORRIDUS M10 ** (oder alternativ D200) kann Thrombosen in verschiedenen Bereichen erfolgreich auflösen, Leitsymptom ist eine (oft nur leicht) gelbliche Verfärbung der Haut: zwei Gaben täglich fünf Tage lang.

Ø                 Blutungen aus verschiedenen Körperöffnungen sind typisch für BOTHROPS LANCEOLATUS D200, dreimal täglich fünf Tage lang. Häufig liegt eine Thrombose der Hirnvenen vor.

Ø                 Für VIPERA M1 (alternativ D200) sprechen starke Lähmungserscheinungen und deutlich ausgeprägte Schmerzen im betroffenen Bereich: drei Gaben wöchentlich über vier Wochen lang.

Ø                 LACHESIS D30 **, zweimal täglich zehn Tage lang geben wir, wenn die erkrankten Bereiche violett oder blau anlaufen bzw. angelaufen sind und eher auf die linke Körperhälfte beschränkt bleiben. Manchmal weist der Rachen starke Schwellungen auf.

Ø                 SECALE CORNUTUM D200 geben wir dreimal wöchentlich einen Monat lang zur Nachbehandlung einer Thrombose im Darmbein oder Oberschenkel, da dieses Mittel nach Ausheilung den normalen Blutfluss zu Beinen und Füßen fördert.

Ø                 **  Ist eine Hautverfärbung nicht eindeutig erkennbar, können Sie Crotalus im Wechsel mit Lachesis geben. Beide Mittel werden bevorzugt bei Thrombosen eingesetzt, auch in etwas unklaren Fällen.

 

 

GELBFETTKRANKHEIT

 

Wird bisweilen mit Gelbsucht verwechselt, ist aber ein Leiden, das auf Fehlernährung beruht – nämlich auf zu viel (fetten) Fisch. Das heißt konkret, wenn die Katze ausschließlich mit Fisch gefüttert wird, entweder frisch zubereitet oder in Form von Fertigfutter, das NICHT als Alleinfuttermittel gekennzeichnet ist. Da steht dann z.B. „Ergänzungsfutter“ drauf oder „Ausgangserzeugnis“, bisweilen muss man nach der Bezeichnung suchen (und findet sie trotzdem nicht = sicherheitshalber Hände weg). Alleinfuttermittel sind jedenfalls immer als solche deklariert und können unbedenklich gegeben werden, weil die notwendige Versorgung rundum gewährleistet und damit die Gefahr einer Gelbfettkrankheit nicht gegeben ist. Auch dann nicht, wenn Sie beides ausgewogen füttern, um Mieze zwei-, dreimal die Woche die Freude an einer puren Fischmahlzeit zu gönnen.

Bei einem echten Fisch-Junkie, der für diese gesunde Abwechslung nicht zu haben ist, wird’s ohne sukzessive Futterumstellung allerdings nicht gehen und Folgeschäden sind vorprogrammiert.

Symptome sind Scheu vor Berührung im Bauchbereich, wo bisweilen Fettknubbel ertastet werden können, die Katze mag nicht hochgenommen und/oder getragen werden, Bewegungsunlust bis hin zur Apathie, verminderter Appetit und erhöhte Temperatur können beobachtet werden. Wir können folgende Arzneien einsetzen:

 

Ø                 ACONITUM M1 (oder D200), vier Gaben im Abstand von jeweils einer Stunde. Senkt auch mögliches Fieber,

Ø                 NUX VOMICA D6, dreimal täglich fünf Tage, reguliert eventuelle Appetitlosigkeit;

Ø                 mit CALCIUM FLUORATUM D6, dreimal täglich eine Woche lang, fördern wir den Abbau der Fettknötchen;

Ø                 BRYONIA D6, dreimal täglich drei Tage lang, kann Katzen helfen, denen es in Ruhe besser geht.

Ø                 SILICEA D200, zwei Gaben pro Woche sechs Wochen lang, geben wir, wenn die Fettknötchen sich bereits verhärtet haben, die Krankheit also bereits chronisch ist.

 

Freilich ist keins der Mittel für einen Dauereinsatz bis Ende nie geeignet, etwa als Ausgleich, um sich/der Katze die Umstellung zu ersparen. Leider stehen wir jedoch, besonders wenn’s um die Ernährung geht, zumeist auf verlorenem Posten im Machtkampf mit unserem Sturkopf Katze – bevor der zur Krise mutiert, sollten Sie daher nicht zögern, mit dem Doc zu reden oder einen Ernährungsberater aufzusuchen, der vielleicht eine alternative Königsidee hat.

 

 

GELBSUCHT

siehe auch Lebererkrankungen

 

Die Ursachen sind vielfältiger Natur und fallen in den Bereich Lebererkrankungen, weshalb die Katze in jedem Fall zwecks Abklärung dem Tierarzt vorgestellt werden sollte. Gelbsucht ist durch die Verfärbung aller Schleimhäute und Hautpartien mit wenig Behaarung nicht zu übersehen. Großer Durst, wenig bis kein Appetit, häufiges Erbrechen, eine belegte Zunge und ein insgesamt gestörtes Allgemeinbefinden sind weitere Anzeichen. Wir unterstützen mit

 

Ø                 NATRIUM SULFURICUM D6, zweistündlich eine Gabe, mit (relativ rasch einsetzender) Besserung viermal täglich, und zusätzlich CHELIDONIUM D30, eine Gabe täglich.

 

 

GESCHLECHTSTRIEB

 

Der lässt sich nun nicht ausknipsen wie ein Lichtschalter, doch so manche Katze/Kater ist recht frühreif und nicht jeder Tierarzt bereit, gleich zum Messer zu greifen. Bei jungen Katern eher schon, weniger weil sie sich in Aufreiten oder Onanie flüchten können, was Entzündungen oder sogar eine chronische Protatitis (Katerkrankheiten) zur Folge haben kann, sondern weil sie markieren und unser Heim in Windeseile zum Riesenklo mutiert. Bei den Mädels indes wird zumeist empfohlen, die körperliche Reife (die deutlich später erreicht und vom Sexualtrieb sozusagen überholt wird) abzuwarten. Damit die Gute bis dahin nicht die halbe Nachbarschaft zusammenröhrt oder dauerrollig wird, wird der Doc vermutlich zur „Pille“ raten – NUR zur Überbrückung bis zum nächstmöglichen Kastrationstermin, weil sich leicht Zysten bilden und dann wird’s grimmig – unter Umständen auch Suprelorin® (ein Implantat) empfehlen.

„Überbrückung“ ist auch das Zauberwort, wenn wir’s statt mit Chemie homöopathisch angehen wollen:

 

Ø                 Bei Dauerrolligkeit verabreichen wir der kleinen Nymphomanin einmal täglich PLATINUM D200 und zweimal täglich ARISTOLOCHIA D12 bis zum Abklingen der Symptome;

Ø                 eine weitere Möglichkeit zur Normalisierung besteht darin, Mieze entweder ab sofort einmal täglich etwa zehn Tage lang MUREX D30 zu geben oder – was ich eher empfehlen würde - ab Beginn einer Rolligkeit für den gleichen Zeitraum, weil dann leichter erkennbar ist, ob sie darauf anspricht. Das heißt, nach diesen zehn Tagen sollte Ruhe eingekehrt sein. Sind wir mit der Wahl der Arznei richtig gelegen, wird bis zur nächsten Rolligkeit etwas mehr Zeit vergehen bzw. wird diese deutlich milder ausfallen – worauf wir, sollte das Fräulein noch immer zu jung fürs Kastrieren sein, die Kur wiederholen können.

 

Aber wie gesagt: Das geht nicht bis Ende nie, denn Zysten sind auch hier die Folge. Übrigens genauso, wenn Sie vermeinen, die Natur ihren Lauf nehmen zu lassen, weil sie „ja eh so brav“ ist und unsere Nachtruhe nicht stört. Oder weil ein Katzenmädchen doch wenigstens einmal in ihrem Leben Mutter werden sollte (oder ein Kater Vater): Das sind (Entschuldigung) sentimentale Fisimatenten aus dem Reich der Ammenmärchen. In der Natur ist einmal keinmal und schnell wieder vergessen, ohne dass es die Katze oder den Kater glücklicher gemacht hätte. Häufig ist auch angedacht, dass Mama eins (von den wie vielen?) behalten darf, weil ein Mutter-Kind-Duo am besten harmonieren würde: Das kann sein, tut’s aber leider nicht immer.

Kurz und gut: Für jede Katze und jeden Kater bedeutet es Stress (und auf Zeit eine Gefährdung der Gesundheit), wenn sie wollen, aber nicht dürfen. Ich möchte das vor allem den Herren der Schöpfung ans Herz legen, weil sie zwar bei den Katzenmädels weniger Einwände haben, aber wenn’s um Kater geht beim Wort Kastration das kalten Grausen bekommen – nehmen Sie’s nicht persönlich ...

 

 

GESCHWÜLSTE (TUMORE)

 

Ob eine homöopathische Behandlung helfen kann, hängt in erster Linie von der Natur der Geschwulst ab, d.h. ob sie gut- oder bösartig ist. Dazu ist eine histologische Untersuchung unumgänglich und Mieze kommt um den Tierarzt nicht herum. Vor allem Geschwülste an der Milchleiste, gut- oder bösartig, können relativ häufig auftreten, besonders im höheren/hohen Alter - ungeachtet dessen, ob die Katze je geboren hat oder nicht, bzw. ob sie kastriert ist oder nicht.

 

Ø                 Gutartige sind natürlich im Anfangsstadium am leichtesten zu beeinflussen und wir geben – wenn’s der Doc absegnet! - PHYTOLACCA D6, dreimal täglich über längere Zeit, und zusätzlich CONIUM D12, wenn nach acht Tagen noch kein Schrumpfen zu beobachten ist.

Ø                 Bösartige müssen operativ entfernt werden, je schneller, desto bessere Chancen hat die Patientin (streuen sie z.B. in die Lunge, schaut’s übel aus). Wir können hinterher nur versuchen, eine Neuentwicklung zu verhindern/einzugrenzen: CONIUM D6 und CALCIUM FLUORATUM D12, zweimal täglich für längere Zeit, am besten mit dem Futter.

Ø                 ARSENICUM ALBUM D6 fügen wir hinzu, wenn die Patientin abmagert und nachts herumstreift, statt zu schlafen. Dadurch können zumindest für einige Zeit Schmerzen gelindert und das Wohlbefinden einigermaßen aufrecht erhalten werden.

 

Was „einigermaßen“ bedeutet, muss ich wohl nicht näher erläutern, und wenn die Katze keine Freude mehr am Leben hat (bitte belügen Sie sich dabei nicht selbst), sollten Sie sich vor der letzten Entscheidung nicht drücken.

 

 

GESCHWÜRE

            siehe auch Infektionskrankheiten

 

Die Möglichkeiten würden hier den Rahmen sprengen = Tierarzt! Im genannten Fall kann allerdings die Homöopathie auf wirklich besondere Erfolge verweisen:

Beim eosinophilen Granulom, einem Geschwür am oberen oder (seltener) unteren Lippenrand. Wir sehen eine rötliche, wuchernde und bei Ausdehnung ziemlich gruselig aussehende Wunde und gehen sie forsch

 

Ø                 zunächst mit SILICEA D30 an, dreimal täglich eine Woche lang; ab dem zehnten Tag setzen wir fort mit CALCIUM FLUORATUM D30, eine Gabe pro Tag für maximal drei Wochen. Sollte dann die Ausheilung noch nicht vollkommen sein, wiederholen wir die Kur nach einer Pause von vier Wochen.

 

Bilden sich an der Hornhaut (siehe diese) Geschwüre, können Geübte gleichfalls eingreifen und Anfänger sollten nicht zögern, falls der Doc nicht schnell erreichbar und die Arznei zur Hand ist..

 

 

GRAUER STAR (KATARAKT)

 

Eine Erkrankung = Trübung der Linse, die glücklicherweise nicht so häufig vorkommt und erworben (z. B. durch Kalkablagerungen, Diabetes, im Gefolge von Hautkrankheiten) oder auch angeboren sein kann bzw. überwiegend als sogenannter Altersstar auftritt.

 

Ø                 Im Anfangsstadium geben wir täglich eine Gabe CALCIUM FLUORATUM D30, zwei Wochen lang, um zu verhindern, dass die Schädigung der Linse weiter zunimmt.

Ø                 CINERARIA MARITIMA hat sich in der Urtinktur (zehnfach verdünnt) gleichfalls gut bewährt - oral selbstverständlich (ausnahmsweise): Zwei bis drei Tropfen der zehnprozentigen Urtinktur zweimal täglich etwa zwei Monate lang.

Ø                 Grauer Star in frühen Jahren liegt häufig an „falscher“ Ernährung (nicht grundsätzlich falsch, sondern für das Individuum). Bei unklarer Ursache sollte es einen Versuch wert sein: NATRIUM MURIATICUM D12, zwei Gaben täglich drei Wochen lang – gleichzeitig mit einer kompletten Futterumstellung (sukzessive nur wechseln, keine Diät).

Ø                 NATRIUM MURIATICUM in der D30 ist angezeigt, wenn auch die Nieren betroffen sind, die Katze großen Durst zeigt und in schlechter Kondition ist: Einmal täglich drei Wochen lang.

Ø                 In chronischen Fällen kann SILICE D200 Narben auf der Hornhaut auflösen: Zweimal wöchentlich eine Gabe zwei Monate lang.

Ø                 Altersstar begegnen wir mit SILICEA D12, zweimal täglich für drei Wochen, danach CALCIUM FLUORATUM D12, gleichermaßen verabreicht. Nach längerer Pause kann die Kur wiederholt werden.

 

 

GRÜNER STAR (GLAUKOM)

 

Infolge eines überhöhten Augen-Innendrucks (wenn z.B. die Flüssigkeit im Glaskörper zunimmt) werden Sehnerv und Netzhaut geschädigt, der Augapfel vergrößert sich, ein- oder beidseitig. Zu Beginn kaum schmerzhaft, sehen wir eine gerötete Bindehaut, klares Sekret fließt aus dem halb geschlossenen Auge, die Hornhaut ist milchig-trüb und die Katze duldet keinerlei Berührung am Auge. In der akuten Phase lässt sich ein Glaukom gut beeinflussen, wenn wir keine Zeit verlieren – manchmal auch nicht, weshalb Sie dieses Problem nicht ohne Tierarzt angehen sollten!

 

Ø                 Wir beginnen mit ACONITUM M10 (oder D200), drei Gaben in stündlichen Abständen, um zunächst den Stress zu lindern, und setzen je nach Symptom und ärztlicher Diagnose fort (auch im Wechsel) mit

Ø                 APIS D30, zweimal täglich über zwei Wochen, um die Resorption der überschüssigen Flüssigkeit im Glaskörper zu fördern;

Ø                 täglich einer Gabe BELLADONNA M1 (oder zweimal täglich D30/D200) für sieben bis 14 Tage, wenn die Pupillen geweitet sind und die Katze aufgeregt scheint;

Ø                 SPIGELIA D6 kann bei Schmerzen im Anfangsstadium gleichfalls helfen, dreimal täglich etwa zehn Tagelang, ebenso

Ø                 COLOCYNTHIS M1, einmal täglich zehn Tage lang, wenn die Mieze z. B. auch an Bauchschmerzen oder Koliken leidet.

Ø                 Tipp: Morgens und abends eine Gabe PHOSPHORUS D200, etwa acht Tage lang, kann (nach ACONITUM) mit BELLADONNA und APIS eine gute Kur sein.

 

Unbehandelt entwickelt sich daraus chronischer Grüner Star, das gesamte Auge und besonders die Blutgefäße sind deutlich vergrößert, es entstehen Verdickungen der Hornhaut oder Hornhautgeschwüre. Die Katze leidet dann erhebliche Schmerzen und erblindet.

 

Ø                 Hier können wir mit PHOSPHORUS D200, dreimal wöchentlich etwa einen Monat lang, der Katze nur noch Erleichterung verschaffen, denn das Mittel wirkt sehr intensiv auf das gesamte Auge.

 

 

 

 

HAARAUSFALL

siehe auch Alopezie, Ekzem, Hautparasiten, Hautpilz

 

Nicht jeder Haarausfall hat etwas mit den vorgenannten Problemen zu tun, aber irgendeine Ursache muss dahinterstecken – Stress? Manchmal liegt es daran, dass die Katze zu wenig Unterstützung bei der Fellpflege bekommt und dann halt die Büschel fliegen, relativ häufig ist auch das falsche Werkzeug die Ursache: Sind Kamm und/oder Bürste nicht passend auf das individuelle Haarkleid abgestimmt, bleiben entweder zu wenige abgestorbene Haare hängen oder zu viele, also auch gesunde. Was zwangsläufig zu einer falschen Einschätzung unsererseits führt. Kommt nun keiner der genannten Gründe infrage und die Katze ist außerdem weder in einer der jährlich auftretenden Phasen des normalen Fellwechsels noch nachweislich krank oder gerade Mutter – haart also das ganze Haar hindurch viel zu stark, dann können wir versuchen,

 

Ø                 das mit ACIDUM PHOSPHORICUM D6, zweimal täglich zwei Wochen lang gegeben, in den Griff zu bekommen.

Ø                 Bekommt eine Katze ausschließlich Dosenfutter, könnte das einen Salzmangel in Begleitung von Haarausfall nach sich ziehen = besonders am Unterbauch, in den Gelenkbeugen oder wenn man ihr über den Rücken streicht: NATRIUM MURIATICUM D12, drei Gaben täglich, können das ausgleichen.

Ø                 An eine hormonelle Ursache sollten wir denken, wenn eine Katze während oder nach der Rolligkeit stärker haart als normal. Jungen Mädels hilft hier LACHESIS D10, älteren SEPIA D12, zweimal täglich für ein bis zwei Wochen.

Ø                 Fallen stressbedingt die Barthaare aus, denken wir an KALIUM PHOSPHORICUM D12: Zweimal täglich etwa ein, zwei Wochen lang.

Ø                 Haarausfall am Schwanz(-ansatz) = „Fettschwanz“, der aufgrund übermäßiger Talgsekretion entsteht, ist an sich ein Leiden unkastrierter Kater, kann freilich auch bei Kastraten (beiderlei Geschlechts) auftreten. Gern wird dann mit Puder oder Kartoffelmehl hantiert - das freilich auch irgendwann wieder mal raus muss!

Sinniger wäre regelmäßiges Baden des Stimmungsbarometers (ideal: Goop-orange, in leichten Fällen Geschirrspülmittel – NIE ein Shampoo, das rückfettend ist wie Haarshampoo für kleine/große Menschen!). Ins trockene Fell einmassieren und dann mit der Katze auf dem Arm nur das „Ende“ unters warme, fließende Wasser halten, bis alle Seife wieder aus ist. Unbehandelt fallen übrigens der Katze später die Haare aus (unwiederbringlich) und der nackte Bürzel wird anfällig für Ekzeme.

Innerlich unterstützen wir mit CALCIUM CARBONICUM D6, drei Gaben täglich. Siehe auch: Schuppen.

 

 

HAARBALLEN

 

Dass unsere Sauberfrauen und –männer beim Putzen viele abgestorbene Haare verschlucken, die dann entweder mit dem Kot oder durch Erbrechen von Haarballen ausgeschieden werden, ist völlig normal und sollte Sie freuen, selbst wenn Letztere auf dem guten Sofa landen. Eine unerlässliche Unterstützung zum Herauswürgen ist frisches Gras, welches jeder Stubentiger zur Verfügung haben muss, andernfalls die Haarballen den Darm verstopfen können – und das kann verflixt böse enden! Bei manchen Katzen hilft dann ein Esslöffel (Sardinen) Öl, um das Pfröpfchen innerhalb einiger Stunden zu lösen, bei anderen bzw. wenn das länger dauert als acht Stunden, muss eilends der Tierarzt aufgesucht werden.

Haarballen entstehen in der Regel nur während der Zeit des Fellwechsels, und diese Periode können wir abzukürzen versuchen mit

 

Ø                 wöchentlich einer Gabe SULFUR D30, wobei Sie durchaus jeweils bereits vor dem Einsetzen damit anfangen können.

 

 

HAARBRUCH

 

Bricht ungeachtet von Rasse und Geschlecht das Grannenhaar, in der Regel am Widerrist, und fällt danach womöglich auch noch die Unterwolle aus, liegt dem zumeist ein latenter Leberschaden zugrunde. Tierarzt wäre absolut angeraten!! Sollte aber diese Störung bei einer Laboruntersuchung nicht nachgewiesen werden können (schwierig), besteht eine Möglichkeit der Heilung mit

 

Ø                 LYCOPODIUM D30, einmal täglich für zehn Tage. Die Kur kann bei Bedarf nach drei Wochen wiederholt werden.

 

 

HAARZOTTEN

 

Eine Verfilzung kann trotz ausreichendem Kämmen entstehen, sie beginnt oft hinter den Ohren bzw. im Nacken oder auch im Schwanzbereich und kann sich dann über den ganzen Körper ausbreiten, sodass wir dem nur mit Abscheren (Tierarzt, Narkose light) begegnen können. Auslöser für diese Trichombildung ist meist eine Störung im Kalkhaushalt, die wir (danach!! Das Mittel kann keine Haarzotten auflösen!) mit

 

Ø                 CALCIUM FLUORATUM D12 angehen, zweimal täglich für drei Wochen, um der Katze zu einem normalen Haarkleid zu verhelfen und eine Wiederholung zu vermeiden.

 

 

HALSENTZÜNDUNG

siehe auch Mandelentzündung

 

Eine landläufige Sammelbezeichnung für eine Reihe von Erkrankungen im Hals-Rachenraum, die ein Mediziner natürlich lokal zuordnet und danach unterschiedlich benennt, worauf ich der Einfachheit halber verzichten möchte. Zwecks richtiger Diagnose wird freilich eine Absprache angeraten. Bedenken Sie auch, dass eine „Halsentzündung“ nicht zwingend in Begleitung einer Erkältung etc. auftreten muss. Siehe auch Stomatitis = Entzündungen im Maul.

 

Ø                 Eine Mandelentzündung, die (genauso wie bei uns) als Abwehrreaktion des Körpers anzusehen ist, gehen wir mit BELLADONNA D4 an, zweistündlich eine Gabe bis zum Abklingen der Entzündung. Bleiben danach die Mandeln noch verdickt, setzen wir zwei bis drei Tage mit dreimal täglich CALCIUM JODATUM D6 fort.

Ø                 Weitet sich die Entzündung auf die Schleimhäute des Rachens aus, wofür als Ursache auch eine Virusinfektion infrage kommt, folgt eine Rachenentzündung. Die Katze hat ziemliche Schmerzen, würgt, hustet und speichelt, die Schleimhäute glänzen rot und sind häufig wässrig verdickt (sofern sie uns reinschauen lässt), oft ist ein fauliger Geruch aus der Mundhöhle zu bemerken, aber kaum oder nur mäßig erhöhte Temperatur.

Die beste erste Hilfe ist ein PRIEßNITZ-WICKEL (ich kennen keine Katze, die den nicht mochte): Ein nass-kaltes Taschentuch um den Hals, darüber einen trockenen, leichten Wollschal (o. ä.), zwei Stunden dran lassen, Fell trocken sachte rubbeln und eventuell nach etlichen Stunden wiederholen.

Zusätzlich streifen wir je nach sichtbaren Anzeichen und Heftigkeit das passende Mittel hinter die Lefzen oder auf die Zunge (zerpulvert, leicht anfeuchten, dann pappt es besser), zunächst einige Gaben in kurzen Abständen, mit sichtlicher Besserung seltener:

a)      FERRUM PHOSPHORICUM D12, wenn sich die Symptome schlecht zuordnen lassen und/oder die Entzündung weniger dramatisch verläuft;

b)      APIS D3, wenn die Schleimhaut verquollen und wässrig ausschaut;

c)      BELLADONNA, generell sehr hilfreich, entweder mehrmals D4 oder vier Gaben D200 in stündlichen Intervallen, wenn der Rachen hochrot glänzt (aber meist trocken ist) und die Katze geweitete Pupillen hat;

d)      MERCURIUS SOLUBILIS D6, wenn die heftige Entzündung mit starkem Geruch verbunden ist, das Maul schmutzig aussieht und starker Speichlfluss besteht;

e)      BAPTISIA D3, wenn sich die Entzündung auf die Zunge ausgedehnt hat = mehr oder weniger kleine, rote, glänzende Geschwüre, die Katze speichelt stark und sitzt hilflos vor dem Futternapf – Fressen wäre viel zu schmerzhaft! BAPTISIA ist übrigens in jeder Potenz bei allen Formen von Geschwüren oder Entzündungen von Zunge oder Zahnrand (z. B. in Begleitung von Katzenseuche, siehe diese) ein absolutes Wundermittel!

f)        MERCURIUS CYANATUS D3, dreimal täglich eine Woche lang hilft, wenn der Rachen einen Belag zeigt, der ihn überzieht wie eine Membran.

g)      Charakteristisch für RHUS TOXICODENDRON M1 (oder D200) ist, dass die Entzündung mit dunkelroter Verfärbung auf der linken Seite deutlich stärker ausgeprägt ist bzw. sich dort lokalisiert hat: Eine Gabe für zehn bis 14 Tage.

h)      LACHESIS D30, dreimal täglich für zehn Tage ist angezeigt, wenn der gesamte Halsbereich geschwollen und sehr druckempfindlich ist - bitte nicht verwechseln mit einem

Ø                 Kehlkopfkatarrh, der vorliegt, wenn Druck auf den Kehlkopf Schmerzen und Husten auslöst, die Katze Schluckbeschwerden hat und manchmal auch Fieber. Falls sie einen Ton von sich gibt, klingt er rau und heiser. Ergänzend zum PRIEßNITZ-WICKEL hilft hier SPONGIA D6 ganz wunderbar, zweistündlich bis zur Besserung, danach dreimal täglich bis zur Ausheilung.

 

 

HARNWEGE

siehe auch Blasenentzündung und Nierenleiden

 

Unterschiedliche Harnwegs-Erkrankungen kommen bei Katzen beiderlei Geschlechts relativ häufig vor, besonders bei Kastraten bzw. im höheren Alter. Da am Ende Harnvergiftung (Urämie, Kennzeichen sind Erbrechen und Untertemperatur) mit unweigerlicher Todesfolge drohen kann, sollte unbedingt ein Tierarzt hinzugezogen werden. Hat er nichts dagegen, legen wir los (bzw. unterstützen seine Therapie):

 

Ø                 Blut(spuren) im Urin = Blasenentzündung, Nierenentzündung oder ein Steinleiden können unter anderem die Ursache sein und bestimmt die primäre Behandlung. Bei unklarer Ursache (Tierarzt!) kann versuchsweise einmal täglich für zehn bis 14 Tage OELUM TEREBINTHINAE D200 gegeben werden, wenn die Katze Mühe beim Wasserlassen hat und/oder der Urin süßlich riecht.

Ø                 Eine Verletzung in der Beckengegend kann eine Lähmung der Harnblase nach sich ziehen, d. h. die für die ordnungsgemäße Blasentätigkeit zuständigen Nerven arbeiten nicht mehr richtig. Bei Verdacht (Tierarzt) beginnen wir mit ARNICA D30 (alternativ jede andere Potenz, wichtig ist, möglichst unverzüglich): Dreimal täglich drei Tage lang. Danach setzen wir mit täglich einer Gabe HYPERICUM D200 fort, eine Woche lang. In seltenen Fällen wird das Leiden chronisch, dann unterstützen wir mit dreimal täglich CONIUM D6 die Arbeit der motorischen Nerven.

Ø                 Harngrieß mit/ohne Steinbildung ist aufgrund der Anatomie eher ein Katerleiden, kommt aber auch bei Mädels vor. Durch Ablagerungen (auch im Nierenbecken) in der Harnröhre/Blase (die sich unbehandelt zu Steinen verdichten)

a)      scheidet die Katze entweder dickflüssigen Urin mit schweren Sedimenten aus oder hat offensichtliche Probleme beim Harnlassen, es „tröpfelt“ nur, und sie hat große Schmerzen: OCINUM CANUM D30, einmal täglich 14 Tage lang, wenn der Urin nach Moschus riecht und sich, lässt man ihn stehen, ein ziegelrotes Sediment bildet; LITHIUM CARBONICUM D6, dreimal täglich 14 Tage lang, wenn der Harn trüb, flockig, mit viel Schleim durchsetzt und das Sediment dunkelbraun ist; URTICA URENS D6, dreimal täglich zehn Tage lang, wenn der Urin dickflüssig wirkt und (gelegentlich) juckender Hautausschlag auftritt – Urtica verhindert nicht nur Steinbildung, sondern vermehrt die Harnmenge, ein Hinweis für die richtige Wahl dieses Mittels; LYCOPODIUM D12, zweimal täglich drei Wochen lang, ist typisch für dünne, etwas „eingeschrumpft“ wirkende Katzen, die leicht rötlichen Urin ausscheiden; BERBERIS VULGARIS D12, zweimal täglich drei Wochen lang, wenn die Katze im Lendenbereich empfindlich ist und der Urin gelb verfärbt ist.

b)      Ist die Harnröhre jedoch bereits verstopft, die Katze schlägt unruhig mit dem Schwanz, jammert viel, läuft mit nach oben gekrümmtem Rücken herum und äußert beim Berühren des Bauches große Schmerzen, weil die Blase so prall und gespannt ist, dann stehen zwei Therapievorschläge zur Wahl – die jedoch eilends angegangen werden müssen und nur erfolgreich sind, wenn es sich um eine leicht auflösbare Ansammlung handelt: SABAL SERRULATUM D3, stündlich eine Gabe auf Zunge oder Zahnfleisch zerpulvert, bis der Urin fließt – oft bereits nach einer Stunde, das hängt von der Größe des Grießklumpens ab.

Denselben Effekt erzielen wir mit einer einzigen Gabe LYCOPODIUM D30 und anschließend stündlich einer Gabe BERBERIS D3. Tut sich nichts, muss spätestens am nächsten Morgen der Tierarzt samt Narkose her, damit nicht durch Rückstau Urin ins Blut gelangt und der Katze nicht mehr zu helfen ist.

c)      Eine Anlage für Steinbildung, d. h. die Beschwerden wiederholen sich, können wir mit einer Kur aufzuheben versuchen, die schon bei vielen Katzen erfolgreich war: Eine Gabe MAGNESIUM CARBONICUM D30 morgens (oder dreimal täglich MAGNESIUM PHOSPHORICUM D12) und eine Gabe LYCOPODIUM D30 am Abend, insgesamt vier Wochen lang. Die Kur kann bei Bedarf nach einigen Monaten wiederholt werden.

 

Noch einmal: Gehen Sie kein Risiko ein. Trödeln Sie nicht herum, wenn Sie unsicher sind oder hierbei zu wenig Erfahrung mit der Wirkung homöopathischer Arzneien haben, sondern bringen das Sorgenkind ungesäumt zum Tierarzt.

 

 

HAUT

 

Probleme der Haut sind vielfältiger Natur und die Ursache sollte medizinisch abgeklärt werden. Je nach Diagnose können Sie dann entweder der Therapie homöopathisch zur Seite stehen oder in „einfacheren“ Fällen solo werken. Siehe auch Akne, Allergien, Alopezie, Ekzeme, Juckreiz, Wunden & Verletzungen und die folgenden Passagen = Hautparasiten und Hautpilz

 

Ø                 Indurationen = Verdickungen der Haut, entstanden z. B. durch ständiges Abkratzen des Heilschorfes, lassen sich gut auflösen mit SILICEA D30, dreimal täglich bis zu einer Woche lang, bei Bedarf auch länger.

 

 

HAUTPARASITEN

 

Um welche auch immer es sich handelt, das ist weder ein Revier für Homöopathie noch andere Mittelchen aus der Naturheilkunde, denn wirklich hilfreich ist nur Chemie – sofern Sie definitiv auf Qualität achten – bzw. der Tierarzt, dem je nach Schädling die Behandlung oder Beratung vorbehalten bleibt! Wir können der Katze aber – stets nur zusätzlich - sozusagen innerlich helfen, indem wir

 

Ø                 den Säureschutzmantel der Haut verstärken und aktivieren, wodurch z. B. Zeck & Floh durchaus etwas Paroli geboten wird: SULFUR D30, eine Gabe wöchentlich etwa einen Monat lang. Die Kur kann einige Male im Jahr wiederholt werden.

Ø                 SULFUR ist gleichfalls eine gute Unterstützung zur Gesundung der Haut, wenn die Katze unter einer durch Milbenbefall verursachen (ansteckenden!) Räude leidet (die unbedingt der Doc kurieren muss!!): SULFUR D6, dreimal täglich (alternativ SULFUR D30 einmal täglich, oder SULFUR D200 einmal wöchentlich) bis zur Heilung.

Treten zusätzliche Beschwerden auf, können wir bei Erbrechen und lockerem Kot ergänzend ARSENICUM ALBUM D30 geben, einmal täglich zwei Wochen lang. Oder, wenn die Katze bevorzugt warme Plätze aufsucht und starker Juckreiz vorhanden ist, einmal täglich über zwei Wochen PSORINUM D30.

 

 

HAUTPILZ (Mykosen)

 

Bei allen Mykosen = Pilzbefall MUSS der Tierarzt ran. Es stehen zwar einige homöopathische Behandlungsmöglichkeiten zur Wahl, aber hier hat die Schulmedizin eindeutig die Nase vorn und Sie sollten nicht lange fackeln, zumal Mykosen zumeist ansteckend sind. Wir können aber trotzdem etwas tun:

 

Ø                 Verordnet der Doc (zusätzlich oder solitär) eine Salbe für die erkrankten Hautbezirke, weshalb die Katze üblicherweise einen Halskragen bekommt, um ein Ablecken zu verhindern, können Sie wechseln und diese mit ECHINACEA-URTINKTUR bepinseln. Das heißt: Salbe und Halskragen drauf, und zwischendurch (z. B. nachts, damit die Katze durch den Kragen beim Schlafen nicht so behindert wird) pinseln. Ablecken schadet nicht, aber Sie sollten Mieze erst wieder laufen lassen, bis die Tinktur eingetrocknet ist.

Ø                 Innerlich helfen wir mit SEPIA D6, dreimal täglich für etwa zehn Tage (oder D200 zweimal wöchentlich bis zu einem Monat lang).

Ø                 Eine hervorragende Unterstützung anderer Arzneimittel bei MIKROSPORUM (die häufigste Pilzart) oder TRICHOPHYTON (Scherpilzflechte) ist die jeweilige homöopathische Aufbereitung: D30, einmal wöchentlich sechs Wochen lang.

Ø                 Zum (täglichen) Säubern der befallenen Hautpartien eignet sich eine zehnprozentige HYPERICUM-CALENDULA-LÖSUNG.

 

 

HERZERKRANKUNGEN

 

Tierarzt – keine Frage, denn nur er kann feststellen, ob der Herzmuskel oder die Herz- bzw. Mitralklappen geschädigt sind. Herzerkrankungen kommen nicht über Nacht, beim jährlichen Gesundheitscheck (Senioren: zweimal jährlich, weil anfälliger) wird das nicht verborgen bleiben, denn wir können die Symptome höchstens vereinzelt richtig zuordnen. Einige typische werden freilich trotzdem genannt. Je nach Diagnose können wir unterstützen oder solo unterwegs sein mit

 

Ø                 CRATAEGUS D1 bei einem Herzmuskelschaden = Mattigkeit, Atemnot, geringer Appetit, heftiger Herzspitzenstoß und unregelmäßiger, schnellerer Puls (mitunter auch nächtlicher Harndrang): Drei Gaben täglich, mit Besserung zwei. Der Weißdorn gilt als „das“ Herztonikum, weil er die Durchblutung des Herzens fördert. Braucht eine alte Katze regelmäßige Unterstützung, geben wir es in der D4 ein- bis zweimal täglich.

Ø                 Stehen starke Atemlosigkeit und der verstärkte, schnelle und unregelmäßige Puls im Vordergrund, können wir auch LYCOPUS VIRGINICUS D3 geben, zweimal täglich einen Monat lang.

Ø                 ADONIS VERNALIS ist eines der besten Mittel, das bei einer Erkrankung der Herzklappen eingesetzt wird. Die Herzarbeit ist erhöht und die Katze scheidet weniger Urin aus (der bei Untersuchung Albumin und Harnzylinder enthält). Wir geben D1 und D2 gemeinsam dreimal täglich etwa drei Wochen lang.

Ø                 Im fortgeschrittenen Zustand neigt die Katze dazu, den Kopf hoch zu halten, weil die Beschwerden im Liegen zunehmen: CONVALLARIA D3, dreimal täglich.

 

Für alle Mittel gilt: Sind die Begleitsymptome abgeklungen und die Katze kommt mit der Medikation durch den Tierarzt beschwerdefrei zurecht, setzen Sie die Homöopathika ab bzw. reduzieren nach Gefühl und Bedarf. Sollte sich ein Rückfall einstellen, der eigentlich nicht passieren sollte, können Sie fortsetzen, müssen aber unbedingt den Doc informieren!!

Wenn Sie die Katze nicht konventionell behandeln lassen möchten, sei erwähnt, dass es rund ums Herz eine ganze Reihe sehr effektiver homöopathischer Arzneien gibt, deren Anwendung aber Spezialisten vorbehalten bleibt - suchen Sie bitte unbedingt einen erfahrenen = studierten Experten auf.

Nur eine dieser Arzneien möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, einerseits weil sie quasi Wunder bewirken kann, andererseits mittlerweile sehr viele Tierärzte darauf zurückgreifen (auch wenn sie überwiegend allopathisch unterwegs sind).

Voraussetzung ist selbstverständlich seine entsprechende Diagnose:

 

Ø                 Bei Altersherz und Herzmuskelschwäche mit/ohne altersbedingten Kreislaufstörungen und erforderlicher Langzeitbehandlung, gilt CRALONIN ® (Heel) als ideal. Es ist ein Mix aus Crataegus Ø, Spigelia D2 und Kalium carbonicum D3.

Wir geben dreimal täglich 3-5 Tropfen bzw. alle 15 Minuten bei akuten Beschwerden.

 

Leider ist das Mittel nur flüssig erhältlich, d.h. die Tropfen enthalten Alkohol (der Katzen nicht schmeckt und den sie schlecht abbauen können). Die Injektionslösung enthält keinen, es wäre theoretisch möglich, der Katze die Gaben mit etwas Wasser verdünnt oral zu verabreichen oder in der Apotheke einen Mix (Pulver, Tabletten) herstellen zu lassen, wobei statt der Urtinktur Crataegus D1 genommen wird – das sollten Sie aber unbedingt mit Ihrem Doc abklären!

Das gilt übrigens logischerweise in jedem Fall.

 

 

HORNHAUTENTZÜNDUNG

 

Eine Keratitis = Abschürfungen oder Geschwüre auf der Hornhaut (Kornea) kann durch eine äußere Verletzung entstehen, durch eine Bindehautentzündung (siehe diese), durch eine Herpes-Virus-Infektion, einen Mangel an Vitamin A oder auch im Gefolge eines systemischen Leidens, d. h. den ganzen Körper betreffend. Bei einer Abschürfung verliert die Hornhaut ihren Glanz und schaut trübe, stumpf, blauweiß und wolkig getrübt aus. Meist tränt das betroffene Auge stark. Geschwüre sind auch ohne Beschreibung zu erkennen – sofern wir nachschauen dürfen. Denn die Katze hat große Schmerzen und lässt sich kaum untersuchen, meidet auch helles Licht. Sind beide Augäpfel betroffen, sieht sie kaum etwas bzw. die extrem geschwollenen Schleimhäute stülpen sich quasi nach außen und verschließen das ganze Auge, und sie sitzt teilnahmslos in einer dunklen Ecke. Tierarzt! Wer die Nerven behält, kann ein homöopathisches Wunder versuchen:

 

Ø                 HEPAR SULFURIS D6, wenn die Katze es zulässt, einige zerpulverte Gaben in kurzen Abständen (z.B. zwei viertel-, zwei stündlich) auf Mundschleimhaut oder Zunge streifen, danach dreimal täglich für wenige Tage = bis sich das Auge wieder öffnet. Die Besserung ist auch leicht erkennbar daran, dass eben die starke Schwellung nachgelassen hat. Dann wechseln wir zu drei täglichen Gaben MERCURIUS CORROSIVUS D6 (oder höher). Je nach Verletzung kann innerhalb einer Woche alles wieder gut sein, aber die Hornhaut regeneriert sich an sich nur langsam, es kann also auch Wochen dauern bis zur vollständigen Ausheilung. MERCUR ist in jedem Fall ein „starker“ und immens wichtiger Begleiter.

Bleiben danach Narben zurück, geben wir CONIUM D6 und CALCIUM CARBONICUM D6, beides hintereinander je dreimal täglich etwa zwei Wochen lang.

 

Damit wurden bis jetzt die besten Ergebnisse erzielt. Sollte es nötig sein bzw. bestimmte Symptome im Vordergrund stehen, können Sie mit folgenden Mitteln ergänzen bzw. abwechseln:

 

Ø                 PHOSPHORUS gilt gleichfalls als besonders wichtiges Augenheilmittel, vor allem wenn die Hornhaut blutunterlaufen wirkt und die Äderchen deutlich zu sehen sind: D30, einmal täglich etwa zehn Tage lang.

Ø                 Bei oberflächlichen Geschwüren kann dreimal wöchentlich vier Wochen lang ACIDUM NITRICUM D200 helfen, in erster Linie, wenn sich auch an Maul und Nase Geschwüre gebildet haben.

Ø                 Zu KALIUM BICHROMICUM D30 greifen wir, wenn die Geschwüre aussehen, als wären sie mit einem Locher gestanzt: Einmal täglich eine Woche lang.

Ø                 Insgesamt hilfreich ist RUTA GRAVEOLENS D200, weil es den Schmerz lindert und sich beruhigend auf alle Bestandteile des Auges auswirkt.

 

 

HUSTEN

siehe Bronchitis

 

HYSTERIE

 

Extreme Schmerzen, Todesangst, ein Schock- oder sonstiges Schreckerlebnis ... ein gepeinigtes Tier kann in unterschiedlichen Situationen in Panik bzw. Hysterie geraten, d. h. sie kriegt sich zum Beispiel nach Abklingen der akuten Bedrohung nicht und nicht ein. Manchmal auch bei für uns scheinbar mehr oder weniger harmlosen Konstellationen, wenn etwa auf einer Ausstellung eine Katze „ausrastet“. Theoretisch können wir helfen, praktisch wird es nicht immer möglich sein, ihr etwas auf die Lefzen oder die Zunge zu streifen, ohne dass wir den Notarzt brauchen. Erwähnen möchte ich es trotzdem, weil viele Katzen – je nachdem, was vorgefallen ist - danach in eine Art Starre fallen, sodass wir helfen können mit

 

Ø                 TARANTULA HISPANICA D30. Eine Gabe wird zumeist genügen, bei Bedarf nach einer Stunde wiederholen.

 

 

 

 

IMPFREAKTIONEN

 

Durch die stetig wachsenden Informationen und Erkenntnisse ist in den letzten Jahrzehnten auch das Spektrum der Vorsorgemöglichkeiten mittels Impfungen gewachsen und jeder Organismus kommt damit unterschiedlich zurecht. Soll heißen, es ist möglich, dass die Katze kann mit allergischen Reaktionen kontert (siehe auch diese). Nicht direkt selten kann aber auch beobachtet werden, dass sie sich zum Beispiel „danach“ in einen stillen Winkel zurückzieht. Was wir häufig mit beleidigt fehl interpretieren und so nicht immer mitbekommen, dass sie eigentlich

 

Ø                 unüblich müde ist und erst, wenn sie auch Stunden später noch irgendwie lustlos und tranig herumhängt, darauf aufmerksam werden. Dem kann abgeholfen werden, nämlich mit SILICEA D12, zwei bis drei Gaben für einige Tage.

Ø                 Das gleiche Mittel hilft, wenn nach einer Impfung Krämpfe auftreten: ¼-stündlich, mit Besserung seltener.

Ø                 Erfolgt die Reaktion jedoch lokal, sprich wir sehen eine örtliche Schwellung an der Einstichstelle, dann geben wir einige Gaben THUJA D12 in relativ kurzen Abständen (z.B. zweimal ¼-stündlich, danach ein- bis dreistündlich bis zum Abklingen, je nach Wirkung und Ausmaß der Schwellung). Die Potenz ist übrigens Nebensache, Sie können jede nehmen, wichtig ist der möglichst sofortige Beginn.

 

 

INFEKTIONSKRANKHEITEN

 

Nicht wirklich ein Revier für den Heim-Homöopath, jedenfalls wenn er noch wenig Erfahrung hat – die er sich selbstverständlich aneignen kann/sollte, freilich nicht auf Kosten der Katze. Sprechen Sie sich daher bitte mit Ihrem Tierarzt ab, der auch zuständig ist für eine eindeutige Diagnose!

Mit Viruserkrankungen verschiedener Art werden wir häufiger konfrontiert als uns lieb ist, heißt es nicht von ungefähr, dass man so viele findet, wie sich Katzen an einem Ort befinden ... Weshalb viele Züchter einen Neuerwerb erst mal in Quarantäne setzen und durchchecken lassen, während andere den Anblick des inhaftierten Schätzchens nicht ertragen und ihm das ersparen – und das kann mitunter heftig ins Auge gehen, denn jede Katzengruppe – heißt: das betrifft keineswegs nur Züchter, sondern alle Mehrkatzenhaushalte - hat sozusagen seinen eigenen internen Abwehrmechanismus, der zusammenbrechen kann, wenn die Katze (trotz Impfschutz) in eine andere Gruppe integriert wird. In erster Linie, wenn sie noch sehr jung ist, aber auch Senioren sind anfällig. Mit Homöopathie können wir hier ziemlich effektiv die ärztliche Therapie unterstützen – aber bitte keinesfalls ersetzen!!

 

1.      Katzenschnupfen

Bindehautentzündung, anfangs klare (später eitrige) Absonderungen aus den Augen, Schnupfen, Nasenausfluss (mit blutigem Schleim beim Niesen), Fieber, eventuell Rachenentzündung und Speichelfluss. Treten die Symptome (oder einige) nach etwa zehn Tagen auf, ist die Ursache relativ eindeutig. Wir geben

 

Ø                 im Frühstadium PULSATILLA D30, einmal täglich zehn Tage lang, wenn die Katze zu Stimmungsschwankungen neigt und die Absonderungen aus den Atemwegen sehr reichlich sind. Spricht die Katze ungenügend darauf an, geben wir abends zusätzlich BELLADONNA D30 bzw. wechseln ...

Ø                 Schleimhusten und spärlicher, schleimig-eitriger Auswurf weist auf Bronchien und Lunge hin, die Katze liegt häufig auf der rechten Seite: ANTIMONIUM TARTARICUM D30, einmal täglich zehn Tage lang.

Ø                 Blutungen sind charakteristisch für PHOSPHORUS, also wenn beim Niesen blutig-eitriger Schleim austritt, häufig sind auch Geschwüre an/in der Nase zu bemerken. D200, dreimal pro Woche einen Monat lang.

Ø                 KALIUM BICHROMICUM D200, zweimal wöchentlich sechs Wochen lang ist angezeigt bei dickem, zähem und gelblich (eitrigem) Ausfluss aus Nase und Bronchien. Auch hier können Geschwüre an der Nasenscheidewand auftreten.

Ø                 Ältere Katzen sprechen gut auf ACIDUM FLUORICUM an, wenn sie empfindlich auf Druck (Nebenhöhlen) reagieren, die Absonderungen unangenehm riechen und die Symptome periodisch auftreten = mal stärker, mal schwächer: D30 einmal täglich zwei Wochen lang.

 

2.      Caliciviren

Die Symptome sind relativ zahlreich, das hängt unter anderem von der Schwere der Infektion ab. Bei Symptomen wie vor geschildert, können auch diese Mittel gegeben werden. Meist ist die gesamte Schnauze betroffen mit Geschwüren an Zunge, Wangenschleimhaut und Nasenscheidewand, Fieber und starkem (Faden ziehendem) Speicheln.

 

Ø                 Wieder PHOSPHORUS D200, zweimal wöchentlich sechs Wochen lang, wenn die Katze wenig, aber blutverfärbten Auswurf absondert, an starken Atembeschwerden leidet (Lungenentzündung?) und (meist) kurz nach dem Trinken oder Fressen wieder erbricht. Häufig ist der Kot teigig und lehmfarben.

Ø                 BORAX D6, dreimal täglich zwei Wochen lang, gibt man bei starken Wesensveränderungen, die an eine Nervenerkrankung gemahnen (z. B. große Ängstlichkeit, weigert sich plötzlich Treppen zu steigen oder zu springen etc. – häufig aufgrund einer Empfindlichkeit der Zehenballen). Die Maulschleimhäute zeigen Geschwüre, der Speichelfluss ist stark.

Ø                 Starker Speichelfluss ohne Geschwüre spricht für MERCURIUS SOLUBILIS D30, einmal täglich zwei Wochen lang. Die Zunge sieht belegt aus und in der Regel verschlechtert sich nachts der Zustand.

 

3.      Chlamydieninfektion

Üblicherweise gleichfalls eine Erkrankung der oberen Atemwege und der Tränenkanäle, gekennzeichnet durch starken Schnupfen und klebrige Sekrete aus den stark entzündeten Bindehäuten, weshalb oft die Lider anschwellen und zusammenkleben. Kein Fieber.

 

Ø                 Bei klebrigen Sekreten und verklebten Augen sollte unbedingt GRAPHITES gegeben werden (auch wenn dieses Symptom bei anderen Erkrankungen auftritt): D6, dreimal täglich eine Woche lang.

Ø                 Schleimiger, eitrig-gelber, zäher Ausfluss, der die Nase verstopft, verlangt nach KALIUM BICHRONICUM D200, zweimal wöchentlich vier Wochen lang.

Ø                 Bei klebrigem, honigfarbenem Nasensekret (mit Schnupfen, selten mit Geschwüren an der Nasenscheidewand) geben wir HIPPOZAENNIUM D30, einmal täglich eine Woche lang.

Ø                 ARGENTUM NITRICUM D30 hilft, wenn bei Bindehautentzündung die inneren Augenwinkel rot und geschwollen sind. In chronischen Fällen können gleichzeitig auf der Hornhaut Geschwüre entstehen. Die Katze zittert aus Angst vor Berührung. Eine Gabe täglich etwa zehn Tage lang.

Ø                 ACIDUM NITRICUM D200, zweimal wöchentlich vier Wochen lang, ist das Mittel der Wahl bei Geschwüren auf der Hornhaut, besonders in der Nähe des Lidrandes. Ein Darmkatarrh mit losem Kot ist möglich, Das Mittel hilft besonders bei Schnupfen, chronischen Geschwüren (Nasenscheidewand) und wenn die Absonderungen aus der Nase gelb, scharf und reizend sind.

 

4.      Katzenseuche

Genau genommen ein Sammelbegriff für verschiedene Viruserkrankungen, die den Magen-Darmkanal sowie die Schleimhaut des Rachens befallen. Die Abwehrmechanismen sind blockiert und Sekundärinfektionen haben leichtes Spiel – weshalb unbedingt besonders auf das korrekte Impfschema geachtet werden muss. Betroffen sind überwiegend Jungtiere, die zu früh von der Mutter getrennt und nicht oder noch zu jung für eine aktive Schutzimpfung gewesen sind – eine Zeit, die in der Regel auch ein Tierarzt zu überbrücken weiß. Der bei den Kleinen immer das Sagen hat, weil sie schnell „verfallen“ (also bitte nicht zögern!!), den wir aber gut unterstützen können, falls es nötig ist. Die Symptome richten sich danach, in welchem Bereich sich die Infektion festgesetzt hat, aber die Homöopathie hat für beide Varianten exzellente Hilfe bereit.

 

Ø                 Im oberen Bereich steht am Anfang heftiges Erbrechen unter großer Anstrengung, der Schleim ist grünlich-gelb und zähe, und die Katze scheint sich gar nicht mehr einzukriegen. Fieber und starker Geruch aus dem Maul können hinzukommen. Geschwüre auf der Zunge und am Zungenrand lassen die Katze stark speicheln und mit zunehmender Verzweiflung vor dem Futternapf sitzen – sie möchte gern, kann aber nicht. Ein “klassischer“ Hinweis, der unverzüglich nach BAPTISIA verlangt –und ein kleines Wunder bewirkt: Die Potenz ist nicht so wichtig wie der möglichst sofortige Beginn (alles zwischen D3 und D30 ist okay, Sie können auch D200 geben): Am ersten Tag alle zwei Stunden eine Gabe, danach vier- bis dreimal täglich, bis es der Mieze wieder gut geht. Währenddem helfen Flüssignahrung (per Einwegspritze) und winzige, hinter die Mundwinkel geschobene Futterkügelchen – alles, was die Katze ohne Zungenbewegung schlucken kann.

Ø                 Im unteren Bereich löst die Infektion Durchfall aus, der wässrig bis blutig-schleimig ist, und MERCURIUS CORROSIVUS ist das Mittel der Wahl. Auch hier ist die Potenz Nebensache, wenn Sie schnell genug drankommen, sei D30 empfohlen, funktioniert aber mit der D6 genauso gut. Dosierung wie vor: Zweistündlich am ersten Tag, danach vier- bis dreimal täglich bis zur Heilung.

Ø                 Wenn Sie rasch genug zur Sache kommen, können Sie auch ein Dehydrieren vermeiden. Falls es jedoch notwendig sein sollte: CHINA D6, mehrere Gaben in kurzen Abständen, danach dreimal täglich – nähere Details siehe „Austrocknung“.

 

In seltenen Fällen können beide Bereiche betroffen sein, dann beginnen Sie mit der Behandlung von jenem, der im Vordergrund steht. Am Folgetag geben Sie das zweite Mittel zweistündlich und das erste vier Mal. Ab dem dritten Tag dann beide Arzneien im Wechsel.

 

5.      Wundstarrkrampf

Wundinfektionen kommen bei Katzen selten vor, da sie dem Erreger gegenüber recht widerstandsfähig sind (im Gegensatz zu uns oder anderen Tierarten), aber eine sehr tiefe Verletzung kann trotzdem dazu führen. Zunächst fällt eine Überempfindlichkeit auf Geräusche und Berührungen auf, später können sich die Muskeln so versteifen, dass die ganze Katze steif wirkt, und in der Regel ist ein Vorfall der Nickhaut zu beobachten.

 

Ø                 Wir geben HYPERICUM M1 (oder D200), einmal täglich etwa eine Woche lang, um die Nervenschmerzen im Wundbereich zu lindern und den Giftstoff abzubauen.

Ø                 Bei Stichwunden hat sich zusätzlich LEDUM D6 sehr bewährt, drei Gaben täglich einige Tage lang.

Ø                 In schweren Fällen, d. h. bei steifen Gliedmaßen, lindert STRYCHNINUM D200 die Krämpfe, einmal täglich etwa eine Woche lang gegeben.

Ø                 Eine steife Muskulatur mit wechselnden Lähmungserscheinungen braucht CURARE D6, dreimal täglich etwa zehn Tage lang. Das Mittel wirkt auch bei Kieferstarre (= Verkrampfung der Kaumuskeln), wenngleich das üblicherweise bei Katzen (im Zusammenhang mit Tetanus) nicht vorkommt.

 

 

INFEKTIÖSE ANÄMIE

 

Entgegen der „klassischen“ Blutarmut, hervorgerufen durch starken Blutverlust oder eine Fehlfunktion, wird diese Erkrankung durch den Blutparasiten Haemobartonella felis hervorgerufen, übertragen z. B. durch Flöhe. Diese Parasiten gehören zu den Rickettsien, zerstören die roten Blutkörperchen – und sind einer alleinigen homöopathischen Behandlung nicht zugänglich. Die appetitlose Katze muss bei den ersten Anzeichen allgemeiner Schwäche zum Tierarzt, der eine Blutuntersuchung veranlassen wird. Seine Therapie können wir in Absprache mit folgenden Arzneien unterstützen:

 

Ø                 Wird bei der Untersuchung eine erhöhte Anzahl von Leukozyten (weiße Blutkörperchen) festgestellt, geben wir ARSENICUM ALBUM M1 (oder D200), eine Gabe täglich für etwa zwei Wochen, um die Regeneration der roten Blutkörperchen zu fördern.

Ø                 CROTALUS HORRIDUS D200, dreimal wöchentlich einen Monat lang, hilft an sich bei allen Erkrankungen, bei welchen Blutkörperchen zerstört werden, gleichermaßen bei Gelbsucht mit bräunlich-gelber, fleckiger Haut und starken Blutungen. Ein mächtiges Mittel.

Ø                 Auch LACHESIS D30 wird bei Zerstörung von Blutkörperchen eingesetzt, mit Vorzug bei eher rötlicher Hautverfärbung und bei schwächeren Lebererkrankungen: Zweimal täglich etwa zehn bis 14 Tage lang.

Ø                 Wie bei allen Erkrankungen, die mit Schwäche und/oder Lethargie aufgrund eines starken Flüssigkeitsverlustes einhergehen, kann zusätzlich CHINA D6 nicht schaden. In diesem Fall sollten zwei Tage lang jeweils vier Gaben ausreichend sein, falls Sie es für notwendig erachten, dürfen Sie gefahrlos verlängern.

 

Dass Therapie und Wirkung medizinisch überwacht werden müssen, liegt auf der Hand!

 

 

INKONTINENZ (Unsauberkeit)

 

Über Unsauberkeit nicht medizinischer Natur wird ja häufig referiert und für die krankheitsbedingte Ursache ist natürlich der Tierarzt zuständig. Manchmal liegt das Problem aber sozusagen dazwischen, d. h. es ist möglich, dass uns eine Katze im Anschluss an eine Kastration damit konfrontiert, jedoch nicht aufgrund einer seelischen (diese siehe tiefer), sondern einer hormonellen Disharmonie. Die Chancen sind zwar nicht überwältigend, aber ein Versuch lohnt sich allemal:

 

Ø                 FOLLICULINUM D6 (zweimal täglich) oder D30 (einmal täglich) einen Monat lang, kann beiden Geschlechtern gegeben werden, die nach der Kastration unsauber werden.

Ø                 Bei Katern hilft gelegentlich STAPHISAGRIA D6 besser (vor allem, wenn sie vorher nicht markiert haben): Dreimal täglich eine Woche lang, bei Bedarf fortsetzen mit D200, drei Gaben pro Woche einen Monat lang.

Ø                 Kann sich ein Kater trotz Kastration nicht abgewöhnen, sein Territorium zu markieren, versuchen Sie Ihr Heil mit USTILAGO MAYDIS D200, dreimal wöchentlich vier Wochen lang. In einigen Fällen half das Mittel übrigens auch schon vorher, die „Markierfreude“ zumindest merkbar einzudämmen!

Ø                 Auch SABAL SERRULATA D6 kann „ihm“ helfen, da es sowohl bei Verlust der Zeugungskraft als auch bei offensichtlicher Reizbarkeit des Urogenitaltraktes eingesetzt wird. Das Pendant dazu für „sie“ ist SEPIA D6, das für Störungen im weiblichen Hormonhaushalt zuständig ist. Wir geben die Arznei entweder/oder zwei- bis dreimal täglich etwa einen Monat lang.

 

Körperliche Ursachen, die nicht unbedingt den Einsatz des Veterinärs erfordern, gibt es freilich auch. Da diese zwar in jedem Alter auftreten können, zumeist aber eher bei alten Katzen vorkommen, wird’s nachfolgend „bunt gemischt“. Für alle Arzneien gilt: Dreimal täglich, mit Besserung seltener.

 

Ø                 Bei unkontrolliertem Harnabgang, wenn also eine Katze sozusagen im Schlaf überrascht wird, geben wir PETROSELINUM D6.

Ø                 Hat ein Senior bloß vergessen, wo eigentlich das Kistchen steht, hilft BARIUM CARBONICUM D4.

Ø                 Liegt bei einer betagten Katze eine Schwäche des Blasenschließmuskels vor, gehen wir das mit CAUSTICUM D12 an,

Ø                 während wir bei einer Schwäche des Afterschließmuskels zu ALOE D4 greifen.

Ø                 Ist ein Freigänger zu lange im kalten Regen herumgelaufen oder liegt aus anderen Gründen eine Durchnässung vor (z. B. nach einem Bad ohne Trockenfönen) und die Katze kann den Urin nicht halten, hilft DULCAMARA D4 oder RHUS TOXICODENDRON D12. Können Sie im Zweifel abwechselnd geben.

 

Genauso gibt es eine Reihe seelischer Ursachen, Kummer lässt sich allerdings nicht aus der Welt schaffen, indem wir eine Arznei einwerfen und denken, das wär’s. Kommt indes schon auch aufs Problem an ...

 

Ø                 Bei Kränkung und Zurücksetzung (Ortswechsel, Verlust eines geliebten Gefährten) geben wir das „Heimwehmittel“ IGNATIA D30, drei Gaben NUR an einem Tag. Spricht die Katze darauf an, wird sie sich danach besser fühlen. Wenn nicht, können Sie es auch ein Jahr lang einwerfen ohne eine Änderung zu erzielen.

Ø                 Ist die Katze nicht gekränkt, sondern frustriert, wird ARGENTUM NITRICUM D12, dreimal täglich bis zur Besserung, das seelische Gleichgewicht eher wiederherstellen können.

Ø                 Gibt’s Zoff unter den Katzen eines Haushaltes, geben wir jeder (auch der/denen, die nicht beteiligt scheinen) eine einzige Gabe CHAMOMILLA D200 – und hoffen. Eine Wiederholung wird’s mit größter Wahrscheinlichkeit nicht bringen, aber wenn Sie möchten, geben Sie an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils eine Gabe, wichtig ist: gleichzeitig an alle!

Ø                 Manchmal reagiert eine Katze wirklich beleidigt auf einen Besuch beim Tierarzt und lässt uns mit einem Pfützchen „büßen“: THUA D12, zweimal täglich für einige Tage, ganz besonders wenn das Malheur nach einer Impfung erfolgt ist.

Ø                 Große Angst oder ein fürchterlicher Schrecken kann eine Katze unsauber werden lassen, was sich theoretisch von alleine gibt, wenn sie sich beruhigt hat. Praktisch gesehen könnte sie sich aber daran “gewöhnen“, weil manche einfach länger brauchen, um den inneren Aufruhr abzubauen. Das hängt von der jeweiligen Situation ab. Also sorgen wir vor mit OPIUM 30, drei Gaben in kurzen Abständen, falls nötig danach 3-2-1mal täglich, bis alles wieder im Lot ist.

Ø                 GELSEMIUM D6 kann helfen, wenn eine Katze aus Angst oder Nervosität (z. B. bei Gewitter) unter sich macht. Typisch ist, dass sie wie festgewurzelt dasteht. Manchmal wird Flankenzittern und eine Schwäche der Gliedmaßen beobachtet: Drei Gaben in kurzen Abständen, danach ein- bis zweistündlich bis zur Entspannung.

 

 

 

JUCKREIZ

 

Juckreiz ist keine Krankheit, nur ein Begleiter, und zwar von ziemlich vielen Erkrankungen, vor allem Ekzemen, bzw. kommt im Zusammenhang mit Parasiten vor. Mit Behandlung der Grunderkrankung (siehe jeweils diese) verschwindet auch der Juckreiz. Trotzdem hier einige Beispiele, wo der Juckreiz besonders ausgeprägt ist – geben Sie (sofern nicht anders angegeben) je nach Ausprägung einige Gaben in kurzen Abständen und setzen mit größeren Abständen (fünf- bis dreimal täglich) fort, wenn Sie die einsetzende Besserung abschätzen können.

 

Ø                 CORTISONUM D12 oder D30 hat sich gut bewährt bei Hauterkrankungen mit trockener Haut und Rötung.

Ø                 Als „Krätze-Mittel“ bekannt geworden ist PSORINUM D30, eine gute Ergänzung bei trockener Haut, Scherpilzflechte, Räudemilben, und wenn das Grundleiden von abstoßenden Absonderungen begleitet wird. Für dieses Mittel spricht auch, dass sich die Katze gern an warmen Orten aufhält: Einmal täglich zwei Wochen lang.

Ø                 Übermäßiger Juckreiz und ein sich heiß anfühlendes Fell als Begleitsymptom einer Dickdarmentzündung braucht CROTON TIGLIUM D200, dreimal wöchentlich drei Wochen lang.

Ø                 PULEX IRRITANS D8 (oder höher) hilft einer Katze, in erster Linie den von Flöhen verursachten Juckreiz zu erleichtern – dass das allein zur Bekämpfung der Parasitenplage nicht ausreicht, werden Sie ja hoffentlich wissen ...

Ø                 Trockener Juckreiz mit großen Schuppen, Hautrötung und einer Neigung zu kühlen Liegeplätzen braucht SULFUR. Entweder D200 einmal wöchentlich oder D6 viermal täglich.

Ø                 Bei trockener Haut und einem ausgeprägten Verlangen nach Wärme (besonders bei Verschlechterung nach Mitternacht) ist ARSENICUM ALBUM D6 das Mittel der Wahl. Häufig sind auch kleine, staubartige Schuppen zu sehen, typischerweise ist die Katze unruhig und wechselt ständig den Platz.

Ø                 Heftiger Juckreiz mit Pusteln, Ekzemen, Blasen, Geschwüren, Entzündungen des Unterhautgewebes – bei allen Stadien entzündlicher Hautveränderungen also, meist in Begleitung von wunden Schleimhäuten und übelriechenden Absonderungen – verlangt nach KREOSOTUM D4, beginnend mit sechs Gaben über den ersten Tag verteilt, fünf am folgenden, danach vier bis zur Heilung.

Ø                 Eher selten und meist nur bei Freigängern zu beobachten, die ein sehr großes Revier abklappern oder schon mal ein paar Tage nicht nach Hause kommen, ist Juckreiz an den Pfotenballen, die gerötet sind und durch häufiges Belecken wund werden: RHUS VENENATA D3 kann hier ausgesprochen gut helfen.

Ø                 Kann trotz ärztlicher Untersuchung keine Ursache für den Juckreiz festgestellt werden (die es nichtsdestotrotz geben muss), versuchen Sie ECHINACEA D1, DULCAMARA D2 und MEZEREUM D3 gemeinsam. Jeweils eine Gabe alle drei Stunden bis zur Besserung.

 

TIPP: Konnten Sie gute Erfolge erzielen, aber der Juckreiz ist durch einen Hautausschlag entstanden – bei dem in der Regel toxische Stoffe ausgeschieden und von der Katze beim Putzen aufgenommen werden (können) – ist es möglich, sozusagen dem Heilerfolg noch eins draufsetzen. Nämlich mit dem sogenannten Nebel’schen Drainagemittel, wodurch die ausscheidenden Organe des Körpers angeregt werden, sich der „innerlichen Verschmutzung“ zu entledigen. Sie können in der Apotheke einen Mix (be-) herstellen lassen oder die Arzneien einzeln kaufen und selber mischen (die niedrigen Potenzen sind wichtig, bitte keinesfalls verändern) – aber maximal eine Gesamttagesdosis auf einmal:

 

Ø                 CHINA D6, HYDRASTIS CANADENSIS D6, SOLIDAGO VIRGAUREA D2, TARAXACUM D3, CEANOTHUS AMERICANUS C2 und CRATAEGUS D6 ana. Wichtig ist die Langzeitbehandlung = mindestens 30 Tage, da der Beginn der Wirkung nicht abschätzbar ist. Und dass die Zeiten eingehalten werden: Zweimal täglich eine Gabe exakt zwischen fünf und sieben Uhr morgens, bzw. mittags zwischen 13 und 15 Uhr.

 

Diese Kur hat sich außerdem während der Genesungszeit nach längeren Krankheiten oder als Stärkungsmittel nach besonders schweren Operationen bewährt. Eine Verlängerung der Kur bzw. eine Wiederholung kann ohne Bedenken vorgenommen werden.

 

 

 

KASTRATION

Siehe auch Operationen

 

Abgesehen von der sehr empfehlenswerten Vor- und Nachsorge, um Komplikationen zu vermeiden bzw. zu behandeln (Operationen), können Katzen nach einer Kastration mit allerlei Problemen kämpfen. Ziehen Sie bei Verdacht und je nach Symptom bitte die entsprechenden Kapitel zurate (z.B. Alopezie oder Inkontinenz).

 

 

KATERKRANKHEITEN

 

Typische Katerkrankheiten sind relativ selten (Hunde scheinen wesentlich anfälliger zu sein), aber es gibt sie:

 

Ø                 Prostata = eine vergrößerte Vorsteherdrüse ist das häufigste Leiden. Die akute Entzündung könnte mit einer Lähmung der Hinterbeine verwechselt werden, weil jede Bewegung schmerzt, der Kater sich überhaupt ungern bewegt (schon gar nicht springen mag) und wenn, dann breitbeinig und steif daherkommt, als hätte er „die Hosen voll“:

a)      Wir beginnen mit BELLADONNA D6 und PULSATILLA D6 einstündlich im Wechsel, bis die Entzündung abgeklungen ist. Sollte die Drüse dann noch vergrößert sein, geben wir einige Tage lang jeweils drei Gaben BRYONIA D6 oder bzw. im Anschluss THUJA D6 (ein hervorragendes Drüsenmittel).

b)      Auch SOLIDAGO D30, zweimal täglich drei Wochen lang, kann helfen, besonders wenn die vergrößerte Prostata mit einer schwach arbeitenden Niere (Nierenisuffizienz) einhergeht. Typische zusätzliche Symptome sind spärlicher Harn von rötlicher Farbe, der Eiweißrückstände enthält – wozu Sie allerdings den Tierarzt konsultieren sollten.

c)      SABAL SERRULATUM D30 genießt gleichfalls einen exzellenten Ruf als Mittel gegen Beschwerden der Vorsteherdrüse: Zweimal täglich drei Wochen lang.

d)      Wurde der akute Zustand tatsächlich übersehen (was besonders bei wenig Kontakt mit inhaftierten Deckkatern leider vorkommen kann) und die Entzündung ist chronisch geworden, flackert immer wieder mal auf (z. B. bei einem Wetterwechsel oder beim Deckakt, sofern der arme Kater überhaupt Lust drauf hat), kann PULSATILA D30 rasch Erleichterung bringen: Dreimal täglich eine gute Woche lang.

e)      PULSATILLA D30, gleichermaßen verabreicht, hilft genauso alten Katern, die ohne vorangegangene Erkrankung unter einer vergrößerten Prostata leiden können. Ist der Erfolg nicht zufriedenstellend, bietet sich BARIUM CARBONICUM D30 an, zwei Gaben täglich drei Wochen lang.

f)        Bei einer Verhärtung der Prostata samt Vergrößerung der Drüse geben wir CONIUM D6, wenn der Kater schwach und unsicher auf den Hinterbeinen steht und großen Durst hat – oder THUJA D6 bei schier unstillbarem Appetit – oder MAGNESIUM CARBONICUM D12, MAGNESIUM CHLORATUM D12 und MAGNESIUM PHOSPHORICUM D12, wenn keines der Symptome zutrifft. Drei Gaben (letztere Arzneien im Wechsel) täglich drei Wochen lang.

 

Ø                 Eine Hodenentzündung könnte auf den ersten Blick vielleicht mit einer Erkrankung der Prostata verwechselt werden, weil auch hier jede Bewegung unendlich schmerzhaft ist und der gequälte Kater apathisch wirkt – und in der Regel auch Fieber hat. In den meisten Fällen ausgelöst durch eine Prellung oder Quetschung, sind jedoch auch andere Ursachen möglich (Tierarzt), welche den/die (logischerweise sehr berührungsempfindlichen) Hoden derart anschwellen lassen.

a)      Wir beginnen mit mehreren Gaben ARNICA D6 (oder in jeder anderen Potenz) in kurzen Abständen und setzen – jeweils dreimal täglich bis zur Heilung - fort mit

b)      PULSATILLA D6, wenn die Hoden rot und heiß aussehen. Geht es dem Kater nach wenigen Tagen nicht schon deutlich besser, wechseln wir ab mit SPONGIA D6.

c)      Bei nicht ausreichender Wirkung (oder wenn eine Geschwulst die Ursache ist (= Tierarzt) besteht der Verdacht, dass die Entzündung bereits chronisch geworden ist. Dann geben wir THUJA D6 oder, wurde eine Verhärtung festgestellt, CONIUM D6. Beide Arzneien können auch im Wechsel mit CALCIUM JODATUM D6 gegeben werden, da dieses Trio zu den vorzüglichsten Heilmitteln bei Drüsengeschwulsten gehört.

d)      Einseitige Hodenentzündung gibt’s auch: Rechts verlangt nach CLEMATIS D4, links nach RHODODENDRON D6 (natürlich immer vom Kater aus gesehen).

 

Ø                 Vorhautkatarrh: Noch seltener als selten, aber nicht ausgeschlossen, ist diese Entzündung der Schleimhäute mit meist übelriechendem Ausfluss, welche durch die Besiedelung mit Bakterien entsteht – und auf Antibiotika gern nicht reagiert bzw. einer ziemlich langen Behandlung bedarf. Je nach Ausfluss hilft hier (jeweils drei bis vier Gaben täglich)

a)      MEZEREUM D3, wenn der Katarrh mit einer Entzündung der Harnröhre vergesellschaftet ist,

b)      PULSATILLA D3, wenn der Ausfluss dick, gelb-grün und mild ist (also nicht wund macht),

c)      MERCURIUS SOLUBILIS D6 bei wund machendem Ausfluss und (manchmal) kleinen Geschwüren auf der Schleimhaut,

d)      HEPAR SULFURIS D6, wenn ziemlich viel – milder - Ausfluss abgesondert wird, dessen Geruch dem Arzneimittelbild entsprechend an alten Käse erinnert.

e)      Treffen alle Symptome nicht zu, greifen wir zu SILICEA D12, besonders wenn der Ausfluss bereits chronisch, quasi „schon immer da“ gewesen ist.

 

Hodenfehler, d.h. wenn der/die Hoden nicht in den ersten Lebenstagen von der Bauchhöhle über den Leistenkanal in den Hodensack einwandern bzw. nur einseitig absteigen (= Kryptorchismus) sind keine Krankheit, sondern überwiegend eine erbliche Belastung. Nur wenn keine genetische Disposition besteht, kann die normale Entwicklung – ausschließlich im Kittenalter – homöopathisch gefördert werden. D.h. das Problem ist „Züchter-Revier“ und alle Details stehen im ZÜCHTERBREVIER.

 

 

KATZENRÄUDE

siehe Ohr-Erkrankungen

 

KATZENSCHNUPFEN

siehe Schnupfen/Erkältung bzw. Infektionskrankheiten

 

KATZENSEUCHE

siehe Infektionskrankheiten

 

 

KEHLKOPFKATARRH (Laryngitis)

 

Eine leichte Entzündung, wie sie eine Katze ziemlich leicht bekommen und fast genauso leicht mittels Halswickel und einer Blitzkur mit SPONGIA D6 wieder loswerden kann, wurde bereits im Kapitel Halsentzündung beschrieben.

Sind jedoch die Würgegeräusche dermaßen erschreckend, dass man (an einen Fremdkörper in der Luftröhre) denkt, die Katze würde ersticken, sie nicht mal mehr zu einem Krächzen fähig ist, sich gegen Druck auf den Kehlkopf vehement mit allen Vieren wehrt, womöglich starke Atemprobleme hat und daher meist das Mäulchen offen hält – dann hat es sie voll erwischt und wir müssen bei der Behandlung differenzieren. Beachten Sie bitte, dass sich die Symptome im Verlauf der Krankheit verändern können und daher ebenfalls die Arznei gewechselt werden sollte – idealerweise mit „sanftem“ Übergang, d. h. den letzten beiden Gaben wird das neue Mittel zugesetzt. In der Regel zwar selten nötig, können Sie bei Bedarf die Dosierungsdauer um einige Tage verlängern. Begonnen wird jedenfalls immer mit

 

Ø                 zwei bis drei Gaben ACONITUM D30 in kurzen Abständen, wodurch die Katze weniger Stress hat, die Symptome aber nur gemildert werden können, weil sich die Entzündung bereits festgesetzt hat. Weshalb wir mit BELLADONNA D12 fortsetzen, vier Gaben im Abstand von je einer Stunde. Am nächsten Tag greifen wir entweder/oder zu

Ø                 APIS D30, wenn die Patientin einen geschwollenen Hals und möglicherweise auch Ödeme im Rachen hat (zusätzlich ein PRIEßNITZ-WICKEL, siehe Halsentzündung, kann sehr nützlich sein), starken Durst und eine Abneigung gegen Wärme: Dreimal täglich drei Tage lang;

Ø                 DROSERA D9 (oder D1), dreimal täglich eine Woche lang bei krampfartigem Husten mit Würgen, Erbrechen und Beeinträchtigung der normalen Atmung, Heiserkeit und festsitzendem Schleim;

Ø                 SPONGIA D6 bei heiserem, kruppartigem, trockenem Husten, also ohne Schleim. Manchmal entstehen beim Atmen pfeifende Geräusche (wie bei Asthma): Dreimal täglich eine Woche lang;

Ø                 CAUSTICUM HAHNEMANNI D30, zweimal täglich zehn Tage lang, wenn infolge einer temporären Lähmung des Kehlkopfnervs die Katze überhaupt keinen Ton mehr herausbringt, bei Hustenanfällen manchmal unkontrolliert Harn abgesetzt wird und sich der Schleim dermaßen im Hals ansammelt, dass sie ihn kaum noch aushusten kann;

Ø                 RHUS TOXICODENDRON D200, einmal täglich zwei Wochen lang, wenn der ausgehustete Schleim grünlich ist, faulig riecht und manchmal mit Blut durchsetzt ist. Der Kehlkopf ist tiefrot, gelegentlich bewegt sich die Katze eigenartig steif.

 

Wurde die Entzündung vernachlässigt, falsch therapiert oder die Behandlung zu früh beendet, wird die Krankheit chronisch, erkennbar an einer Vergrößerung des Kehlkopfes, einer (meist) verengten Kehlkopföffnung und häutchenförmigen Ablagerungen = was natürlich nur der Tierarzt eindeutig feststellen kann. Den wir freilich unterstützen können mit

 

Ø                 SILICEA D200, zwei Gaben wöchentlich sechs Wochen lang, weil es die Heilung von Fasergewebe fördert, Narbengewebe auflöst und weiteren Infektionen vorbeugen kann.

Ø                 Auch CALCIUM FLUORICUM D30 ist ein sehr gut geeignetes Mittel, der Bildung von Fasergewebe entgegenzuwirken: Dreimal wöchentlich einen Monat lang. Sie können auch mit Silicea wechseln!

Ø                 BARIUM MURIATICUM D6 ist angezeigt, wenn die Halsvenen wie Krampfadern stark hervortreten und (häufig) Vereiterungen beobachtet werden können: Dreimal täglich zehn Tage lang.

 

 

KNOCHEN

 

Wie „stabil“ und belastbar eine Katze vom Knochenbau her durchs hoffentlich lange Leben geht, hängt in der Regel sowohl von der genetischen Disposition wie auch von ihrer Aufzucht ab – von der Qualität Letzterer wir z.B. bei Hauskatzen, oft aber genauso bei Rassekatzen nicht direkt bestimmbarer Herkunft kaum etwas wissen. Weshalb es schon Sinn macht, sich Schnäppchenkäufe zu verkneifen und nicht minder auf die Güteklasse eines Züchters zu achten. Freilich kann dennoch z. B. ein Senior trotz perfekter Aufzucht so seine Probleme bekommen, wie in den Jahren „dazwischen“ gleichfalls allerlei Situationen den Einsatz homöopathischer bzw. tierärztlicher Hilfe erfordern. Grundsätzlich ist es immer wichtig, in jedem Alter auf den Bewegungsapparat zu achten, sodass sich nicht nur die Katze, sondern auch wir uns lange an der einzigartigen Harmonie ihrer Bewegungen erfreuen können.

 

Ø                 Störungen im Knochenaufbau sind eine üble Sache, bei Jungtieren landläufig meist immer noch unter Rachitis bekannt. Die ersten Anzeichen zeigen sich meist im Alter zwischen drei und sechs Monaten, wobei zuerst gewöhnlich auffällt, dass das Kätzchen z. B. jegliche Höhe vermeidet, ebene Liegeplätze bevorzugt und nicht mehr aufs Sofa klettert bzw. nach (je)dem Absprung lahmt, später auch Schwierigkeiten beim Laufen hat und sogar verkrüppelte Beine, schmerzhafte Schwellungen an den Gelenken oder eine deformierte Wirbelsäule bekommen kann. Das kann an falscher, also unausgewogener Ernährung liegen, genauso aber auch an einer Schwäche des Kalk- und Knorpelhaushaltes – in welchem Fall der Organismus die (auch zusätzlichen) Kalkgaben im Futter nicht dort deponieren kann, wo sie gebraucht werden. Weshalb Katzenmütter mit dieser Veranlagung wesentlich häufiger zu Eklampsie (siehe diese) neigen als andere. Wir MÜSSEN was tun! Nun, dem Kinde kann geholfen werden, weil homöopathisch aufbereitetes Kalzium sehr wohl dort landet, wo es soll:

a)      Wir geben zwei Mittel im täglichen Wechsel, also über den ersten Tag verteilt drei Gaben CALCIUM CARBONICUM D6, am zweiten drei Gaben CALCIUM PHOSPHORICUM D6, am dritten wieder CALC. CARB., am vierten CALC. PHOS. und so fort – so lange, bis das Miezlein wieder fröhlich herumspringt. Wobei zusätzlich einmal pro Woche eine Gabe SILICEA D200 den Heilungsprozess effektiv unterstützt.

b)      Bei einer anderen Form der unvollständigen Knochenbildung, wobei das Kätzchen gleichfalls lahmt, starke Schmerzen hat und sich ungern bewegt, kommt es aufgrund einer Sprödigkeit der Knochen leicht zu spontanen Frakturen. Die Behandlung beginnt wie vor angegeben, doch fügen wir HEKLA LAVA D12 hinzu, zwei Gaben wöchentlich in etwa einen Monat lang.

In beiden Fällen kann eine Langzeitbehandlung über mehrere Wochen (mindestens sechs bis acht oder darüber hinaus) erforderlich sein! Der Erfolg ist der Katze, die sich wieder normal und mit Freude (weil schmerzfrei) bewegt, unschwer anzusehen – wobei, das sei noch erwähnt, trotzdem eine Deformation der Wirbelsäule (sofern diese betroffen war) erhalten bleiben kann.

Ø                 Osteomalazie heißt bei den Senioren, was bei den Jungen Rachitis genannt wird, warum auch immer, denn es handelt sich in beiden Fällen um eine Knochenerweichung. Der einzige Unterschied mag sein, dass bei der Osteomalazie die Knochen kaum verformt sind, die Katze vielmehr lahmt. Weil der Laie den Unterschied schwer ausmachen kann, muss die Mieze trotzdem zum Tierarzt. Wir greifen dann zweimal wöchentlich zu je einer Gabe SILICEA D200, HEKLA LAVA D12 und ACIDUM PHOSPHORICUM D12.

Ø                 Osteoporose, zumeist auch gern als (mehr oder weniger) Altersleiden angesehen, bleibt freilich nicht auf die Senioren beschränkt, sondern kann genauso Jungtiere treffen. Man bezeichnet damit poröse oder zunehmend porös werdende Knochen, wodurch diese dazu neigen, leichter zu brechen = Röntgen! Die Ursache gründet zumeist in einer disharmonischen Funktion des Stoffwechsels. Hinsichtlich der homöopathischen Behandlung folgen Sie bitte exakt dem unter „Störungen im Knochenaufbau“ geschilderten Schema.

Ø                 Unter Osteomyelitis wiederum versteht man eine Entzündung des Knochenmarks, im akuten Fall eine Infektion, bei der Eiterbakterien über die Blutwege (oder auch komplizierte Brüche) in die Markhöhle eindringen. Die Katze lahmt, leidet unter Fieberschüben und die betroffene Gliedmaße schwillt an. Bei der chronischen Form wird z. B. durch Bisse oder Stichwunden die Knochenhaut infiziert, wodurch Zysten und Abszesse entstehen. Erste Symptome sind leichtes Fieber und Abszesse mit eitrigem Ausfluss. Auch hier bringt ein Röntgen Klarheit. An Arzneien stehen zur Wahl:

a)      Zunächst, wie immer bei Fieber bzw. einer Entzündung zu Beginn, ACONITUM D200, vier Gaben im Abstand von je einer Stunde. Bei Bedarf nach einer mehrstündigen Pause entweder wiederholen oder (nach der zweiten „Runde“) zu BELLADONNA D30 (D200) wechseln. Nach dieser Erstversorgung greifen wir zu

b)      HEPAR SULFURIS D30, wenn die Katze im akuten Stadium große Schmerzen hat und hochgradig schmerzempfindlich ist (ein typisches Anzeichen): Dreimal täglich eine gute Woche lang.

c)      RUTA GRAVEOLENS D6 heilt Infektionen bzw. Entzündungen der Knochenhaut und verhindert, dass die Erkrankung chronisch wird: Dreimal täglich etwa zwei Wochen lang.

d)      SILICEA D200 hilft, wenn das Leiden bereits chronisch ist und sich Abszesse im Knochen gebildet haben: Zwei bis drei Gaben wöchentlich, sechs Wochen lang.

e)      Zusätzlich wird eine Gabe STAPHYLOCOCCINUM D200 gute Dienste tun, wenn der Erreger an der Infektion beteiligt bzw. der Auslöser war (was sehr häufig vorkommt).

f)        Nach Wiederherstellung oder zusätzlich ab der zweiten Behandlungshälfte kann SYMPHYTUM D200 Knochenschwäche und Knochenbrüche verhindern helfen: Eine Gabe pro Wochen zwei Monate lang.

Ø                 Knochenbrüche (Frakturen) gehören insofern immer in die Hand eines Veterinärs, als dieser sowohl zur Feststellung als auch zur Reposition die Katze in Narkose legen und ein Röntgen machen muss. Manchmal ist außerdem eine Operation unvermeidbar, jedenfalls obliegen ihm Behandlung und Anweisungen über den Umgang mit der Patientin, die z. B. so wenig Bewegung wie möglich machen soll. Die Chancen auf Heilung, die in der Regel zwei bis drei Wochen in Anspruch nimmt, sind jedenfalls gut, und wir können den Heilprozess außerdem großartig unterstützen:

Am ersten Tag geben wir ARNICA in einstündlichen Abständen, an den Folgetagen vier Gaben täglich, wenn zur Hand in der D6, die Potenz ist allerdings unerheblich. Zusätzlich CALCIUM PHOSPHORICUM D4 und SYMPHYTUM D2, viermal täglich im Wechsel. Der Tierarzt könnte alternativ die Arzneien (mit Ausnahme von Arnica) in der C30 auch zweimal wöchentlich unter die Haut spritzen. Die Mittel bewirken eine kräftige Kallusbildung, kitten sozusagen die Knochenenden – und helfen z. B. auch bei

Ø                 Spontanfrakturen oder einer sogenannten Pseudoarthrose, wo aus unerfindlichen Gründen die Kallusbildung überhaupt ausbleibt. Auch ein Knochenriss (Fissur, gleichfalls nur im Röntgenbild erkennbar), wird auf gleiche Weise behandelt.

Ø                 Knochenveränderungen im Alter bleiben häufig über lange Zeit unbemerkt, weil sich die Katze eben weniger bewegt und viel schläft, was wir als naturgegeben hinnehmen. Alle Bewegungsstörungen aufgrund (meistens) einer Wirbelentzündung (Spondylitis), Bandscheibenschäden oder einem Defizit im Kalkhaushalt = Röntgen! sprechen gut an auf CALCIUM FLUORATUM D12, einmal täglich mehrere Wochen lang. Mit dieser Kur, zwei- bis dreimal im Jahr, können wir allerdings auch vorbeugen, wenn eine Katze in die Jahre kommt.

 

 

KOKZIDIOSE

 

Leidet die Katze unter blutigem Durchfall und die Diagnose mittels mikroskopischer Kotuntersuchung ergibt Kokzidien, wird der Tierarzt wissen (wie bei allen Darmparasiten), was zu tun ist. Die Schulmedizin ist diesbezüglich effektiver. Bei starkem Befall mit großer Schwäche können wir aber seine Therapie unterstützen, damit die Patientin wieder schneller auf die Beine kommt:

 

Ø                 ACIDUM PHOSPHORICUM D6, dreimal täglich eine Woche lang, wobei wir morgens eine Gabe MERCURIUS CORROSIVUS D200 hinzufügen.

Ø                 Nach Abschluss der Kur geben wir eine Gabe CALCIUM CARBONICUM D200, um den Darm zu sanieren und einen Neubefall zu verhindern.

 

 

KOLIK

siehe auch Krämpfe

 

Selten, und dann meist in Begleitung einer Virusinfektion, aber wenn, dann heftig und sehr ernst zu nehmen: Gekrümmter Rücken, ausgestreckte Hinterbeine, schwere Leibschmerzen, die die Katze aufschreien lassen, gefolgt von heftigem Erbrechen und raschen Verfallserscheinungen = Austrocknung, eingesunkene Augen mit starrem, ängstlichen Blick, eingesunkenes Brustbein, hohe Temperatur, großer Durst mit Schwierigkeit beim Trinken. In der Regel ist der Hinterleib aufgebläht, gespannt und bretthart. Ein Fall für den Tierarzt, keine Frage. Ist dieser nicht sofort einsatzbereit und die nachfolgenden Mittel ungesäumt zur Hand, können wir wichtige Vorarbeit leisten bzw. sogar das Problem beheben – bezüglich der möglichen Ursache sollten Sie dennoch in jedem Fall den Veterinär kontaktieren:

 

Ø                 COLOCYNTHIDIS D3, viertelstündlich im Wechsel mit MAGNESIUM PHOSPHORICUM D6, bis die Katze wieder wohlauf ist.

Ø                 Danach wird mit ASA FOETIDA D4 und NUX VOMICA D4, jeweils dreimal täglich für etwa zwei bis drei Wochen (je nach Allgemeinbefinden) und wöchentlich einer Gabe LYCOPODIUM D200 die geschädigte Darmflora wieder aufgebaut.

 

 

KONDITION (Konstitutionsmittel)

siehe Stärkungsmittel

 

KRÄMPFE, Krampfanfälle

siehe auch Epilepsie, Kreislaufschwäche (Kollaps), Kolik (Muttertier: Eklampsie)

 

Dieser Bereich der Medizin ist noch weitgehend unerforscht, weshalb bei einer Neigung zu Krampfanfällen in der Regel von Epilepsie ausgegangen wird – sofern der Tierarzt keine Ursache feststellen kann -, wobei sodann mittels Medikamenten die Anfälle unterdrückt werden. Nachfolgend finden Sie nun einige Arzneien, die in bestimmten Situationen von großem Nutzen sein können – wichtig ist, dass alle Mittel direkt auf die Mundschleimhaut aufgebracht werden müssen = Fingerspitze anfeuchten, zerpulverte Arznei auftupfen und seitlich innen hinter die Lefzen oder im Mundwinkel abstreifen.

 

Ø                 Wenn Angst/Schock die Ursache eines Krampfanfalles ist, geben wir ACONITUM D30 oder D200, einige Gaben viertelstündlich, bis Beruhigung eintritt.

Ø                 Wenn extreme Nervosität zu Krämpfen führt, kann MAGNESIUM PHOSPHORICUM oder PHOSPHORUS oder ZINCUM helfen, idealerweise in hoher Potenz (D30 und höher), aber nehmen Sie, um keine Zeit zu verlieren, was Ihre Hausapotheke vorrätig hat (Dosierung wie vor).

Ø                 Krämpfe nach einer Impfung (selten) verschwinden genauso wie eine gewisse Abgeschlagenheit (siehe auch Impfreaktionen) nach einigen Gaben SILICEA D12 in kurzen Abständen, bei Bedarf danach zwei- bis dreimal täglich für einige Tage.

Ø                 Krämpfe nach einer Narkose erfordern eine Gabe OPIUM D30, eventuell wiederholen.

Ø                 Krämpfe, die von starken Gerüchen ausgelöst worden sind, reagieren auf BUFO RANA D15, einige Gaben in viertel- bis halbstündlichen Intervallen.

Ø                 Folgt auf die Krämpfe Bewusstlosigkeit, hilft OENANTHE CROCATA D15, gleichfalls einige Gaben in kurzen Abständen (Tierarzt!).

Ø                 Krämpfe, die in einen Kollaps übergehen, wobei sich Zunge und Mundschleimhäute blau färben und sich Körper und Gliedmaßen unnatürlich kalt anfühlen, brauchen CUPRUM D15 (und den Tierarzt).

Ø                 Extrem selten sind Krämpfe, wo die Katze danach wie gehetzt herumläuft oder sonstwie einen völlig unüblichen, extrem starken Bewegungsdrang zeigt: STRAMONIUM D30.

Ø                 Haben Sie keines der Mittel zur Hand, versuchen Sie Ihr Heil mit BELLADONNA D200 (oder M1), drei Gaben in kurzen Abständen, mit Besserung stündlich. Wenn möglich im Wechsel mit CARBO VEGETABILIS D200. Eventuell kann auch ACONITUM D30 oder D200 helfen. (Wenn Sie diese Arzneien auch nicht haben, ist es um Ihre Hausapotheke ziemlich schlecht bestellt).

 

Kehren die Krämpfe jedoch wieder, egal nach welcher Behandlung, in welcher Form oder wie groß der Zeitabstand dazwischen war - vor allem wenn sie mit Störungen des Bewusstseins einhergehen - sollten Sie keinesfalls zögern, den Veterinär zu kontaktieren.

 

 

KREISLAUFSCHWÄCHE (Kollaps)

siehe auch Krämpfe (Mutterkatze: Eklampsie)

 

In jedem Fall kann bei einer akuten Kreislaufschwäche nach übermäßiger Anstrengung, bei rasanter Verschlechterung einer Krankheit wie etwa einem Darmkatarrh oder kolikartigen Durchfällen, infolge eines Schockgeschehens bzw. generell bei jeder Form von Schwäche

 

Ø                 VERATRUM ALBUM der Katze schnell und sicher helfen: Einige Gaben D4 in kurzen Abständen direkt auf die Mundschleimhaut aufgebracht, sorgen für rasche Normalisierung. Bei einer durch Krankheit geschwächten Katze wählen wir die D30 und geben drei Gaben täglich, je nach Zustand zwischen drei und fünf Tage lang.

Ø                 Einige Gaben CARBO VEGETABILIS D30 (oder 200, notfalls auch D6, dann bitte aber den Dosierungszeitraum verlängern), zweistündlich (oder vier- bis dreimal täglich einige Tage lang, das hängt vom Allgemeinbefinden ab), bringen bei einem schwachen Kreislauf Kraft und Wärme zurück. Die Arznei hat einen großen Einfluss auf den Venenkreislauf (weniger auf den der Arterien) und kann die Sauerstoffversorgung in Blut und Gewebe regulieren.

 

 

 

LÄHMUNGS- Erscheinungen

 

Wenn eine Katze lahmt, sollte das der Tierarzt untersuchen, denn der potentiellen Ursachen sind viele – siehe z. B. auch unter Arthrose, Arthritis, Knochen, Muskelentzündung (und um Verwechslungen auszuschließen) Epilepsie, Katerkrankheiten, Krämpfe. Ist der Auslöser bekannt, etwa ein Unfall, kommt die Mieze nach unserer Erstversorgung mit ARNICA (siehe Sonderteil) zwecks Abklärung innerer Verletzungen um den Doktor trotzdem nicht herum.

 

Ø                 Nicht gerade selten, dafür relativ unspektakulär, ist eine Radialislähmung, wie diese Art von „Betriebsunfall“ genannt wird: Wenn die Katze z. B. mit einer Pfote irgendwo hängen geblieben ist und sich der gequetschte Nerv beleidigt gibt, sie also nicht auftreten kann/mag und humpelt oder die Pfote nachschleppt. Da muss HYPERICUM D3 her, einige Gaben in kurzen Abständen, dann etwa fünf Gaben über den ersten Tag verteilt (je nachdem, wann es halt passiert ist), und im Anschluss dreimal täglich bis zur Heilung.

 

 

LEBER- Leiden

siehe auch Gelbfettkrankheit und Gelbsucht (Hepatitis)

 

Die Leber als “chemische Fabrik“ des Körpers gehört zusammen mit den Nieren zu den wichtigsten Organen, die für die Entgiftung zuständig sind und sich daher sozusagen permanent in Wachposition befinden, da sich eine Schädigung sehr gravierend auswirken kann. Nun ist die Leber an und für sich zwar hart im Nehmen, kann sich regenerieren und sogar trotz Erkrankung bzw. teilweiser Zerstörung ausreichend arbeiten, aber irgendwann ist logischerweise Schluss mit lustig.

Giftige Stoffe wie Reinigungs- oder Pflanzenschutzmittel, tierische Stoffwechselgifte, Würmer, Bakterien und Viren, Erkrankungen von Herz und/oder Nieren und sogar eine „simple“ Verfettung infolge Überernährung münden zumeist in einer Leberstörung.

Womit der Tierarzt ins Spiel kommt, weil wir einen Leberschaden nicht so einfach diagnostizieren können, zumal uns die Anzeichen leicht in die Irre führen können = variables Hungergefühl, mal viel, mal wenig, mal gar nichts, undefinierbare Verdauungsstörungen mit Erbrechen, dunkel gelber oder lehmfarbener Harn, häufig wirkt die Katze apathisch oder seltsam traurig.

 

Ø                 Ist die Diagnose gesichert, greifen wir zu FLOR DE PIEDRA D4, dem bewährtesten Mittel bei akuten oder auch schon länger bestehenden Fehlfunktionen der Leber: Dreimal täglich eine Gabe in der ersten Woche, zweimal täglich in der zweiten und danach täglich eine – über längere Zeit, denn je nach Schwere der Erkrankung kann die Wiederherstellung dauern.

Beachten Sie bitte, dass eine mögliche Erstverschlechterung nach wenigen Gaben (in Ausnahmefällen nach dem dritten oder vierten Tag) als Heiltendenz zu werten ist, also brechen Sie die Kur nur ab, wenn dieser Zustand länger als acht/zehn Stunden anhält bzw. die Katze über Gebühr belastet.

Ø                 Auch PTELEA D30 kann gute Dienste leisten, wenn die Leber nicht mehr ordnungsgemäß arbeitet, weil es den Körper von Schlackstoffen befreit: Zweimal täglich gute zwei Wochen lang, bei Bedarf zusammen mit Flor de Piedra.

 

Leberzirrhose nennt man eine chronische Verdickung des Lebergewebes, die in zunehmendem Maße zu einer Verhärtung führt. Zu den Symptomen gehören z. B. Verstopfung und Erbrechen. In schweren Fällen bildet sich eine große Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle = Bauchwassersucht (Aszites), die auf einer Störung im Pfortadersystem beruht (und mit FIP nichts zu tun hat). Die Katze hat leider trotzdem keine guten Karten, freilich kein Grund, bloß auf ihr letztes Stündlein zu warten, da wir das Allgemeinbefinden deutlich stützen und durchaus eine Besserung erreichen können – je nach Stadium, erkennbar daran, dass die positive Wirkung auf den Gesamtzustand nach längerer Kur anhält, auch wenn die Arzneigaben testweise ausgesetzt werden. Wir haben verschiedene Möglichkeiten zur Wahl:

 

Ø                 Eine (plus/minus) vierwöchige Kur mit einer Gabe NUX VOMICA D30 am ersten Tag, einer Gabe PHOSPHORUS D30 am zweiten und einer Gabe LYCOPODIUM D30 am dritten - danach fangen wir wieder von vorn an. Mögliche zusätzliche Symptome wären z. B. Erbrechen von Futter und Wasser direkt nach der Aufnahme, trockener und glänzender Kot, Verschlechterung am späten Nachmittag oder frühen Abend (vor allem bei älteren Katzen).

Ø                 Mit BERBERIS VULGARIS D30 regen wir den Pfortaderkreislauf an und reduzieren damit die Flüssigkeit im Bauchraum. Die Arznei hat außerdem eine positive Wirkung auf die Nieren: Eine Gabe täglich etwa zwei Wochen lang.

Ø                 CARDUUS MARIANUS D30 wirkt nachweislich positiv bei Leberzirrhose, weil das Mittel sowohl den Allgemeinzustand als auch den Appetit deutlich zu heben vermag, die Katze wacher und interessierter ist und sich einfach besser fühlt. Darum ist es selbst bei bereits enormer Vergrößerung der Leber einen Versuch wert, wenngleich mit einer Wiederherstellung nicht zu rechnen ist: Drei Gaben täglich etwa zwei bis drei Wochen lang. Bei Bedarf verlängern oder nach einer Pause die Kur wiederholen.

 

 

LIPPENGESCHWÜR

siehe Granulom

 

LUNGEN-Erkrankungen

Siehe auch Brustfellentzündung (Pleuritis) und Bronchitis

 

Beide, Bronchien und Lunge, gehören zum Krankheitskomplex der Luftwege bzw. können deren Erkrankungen eine Folgewirkung haben. Soll heißen, dass eine Bronchitis in die Lunge wandern und eine Lungenentzündung hervorrufen kann. Dass eine derart belastete Katze dem Tierarzt vorgestellt werden muss, versteht sich ja von selbst.

 

Ø                 Die idealen Arzneien bei Lungenentzündung wurde daher bereits im Kapitel Bronchitis ausführlich beschrieben = BRYONIA und PHOSPHORUS. Je nach Therapie des Tierarztes können Sie diese, den (zumeist wechselnden) Anzeichen entsprechend, außerdem unterstützen mit:

a)      ANTIMONIUM TARTARICUM D30, wenn sich als Leitsymptom besonders viel loser Schleim und Auswurf gebildet haben: Zwei Gaben täglich etwa eine Woche lang.

b)      ARSENICUM JODATUM D12 bei leichter oder wiederkehrend auftretender Entzündung und (meist) trockener Haut: Zweimal täglich etwa eine Woche lang.

c)      FERRUM PHOSPHORIUM D12, wenn der Hals durch viel losem Schleim wie verstopft scheint und dieser beim Aushusten manchmal rostfarben ist. Weitere Leitsymptome sind Schmerzen und sichtliche Angst beim Einatmen.

d)      LYCOPODIUM CLAVATUM D12 gibt man, wenn sich die Symptome am späten Nachmittag verschlimmern und/oder die Patientin ein mageres, bereits älteres Semester ist: Dreimal täglich eine gute Woche lang.

Ø                 Ein Lungenödem kennzeichnet schwere Atembeschwerden, oftmals verbunden mit feuchtem Husten. Die Katze liegt dann häufig mit vorgestrecktem Kopf platt auf dem Brustbein, um besser atmen zu können. Die übermäßige Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge geht ursächlich zumeist auf eine chronische Herzerkrankung zurück, wenn durch den verringerten Blutkreislauf Blutplasma aus den Venen der Lunge in deren Gewebe dringen. Tierarzt, keine Frage. Wir unterstützen – wenn dieser keine Einwände hat!! - mit

a)      APIS MELLIFICA D6, weil diese Arznei die Flüssigkeit in der Lunge resorbieren hilft und daher generell bei Ödemen eingesetzt wird, um der Katze Erleichterung zu verschaffen: Drei bis vier Gaben täglich etwa zehn bis 14 Tage lang.

b)      STROPHANTUS D3, eigentlich ein Herzmittel, das die Arbeit des Herzens fördert und zur Erhöhung der auszuscheidenden Urinmenge beiträgt: Zweimal täglich einen Monat lang.

c)      CRAETAEGUS D3, gleichfalls ein Herzmittel (für dessen Muskulatur), bewirkt durch Kräftigung des Herzschlages eine Zunahme beim Blutausstoß, das heißt der Kreislauf wird angeregt: Dreimal täglich einen Monat lang.

d)      CARBO VEGETABILIS D200, ein hervorragendes Mittel, das die Versorgung mit Sauerstoff unterstützt und somit der Katze das Atmen erleichtert: Einmal täglich (am besten abends) bis zur sichtlichen Besserung, die in der Regel spätestens nach einer Woche unverkennbar ist.

e)      ABROTANUM D6 ist eine Alternative, wenn andere Arzneien bei Erkrankungen mit Absonderungen offenbar nicht so wirken wie erhofft: Dreimal täglich zwei Wochen lang.

Ø                 Von einem Lungenemphysem spricht man, wenn sich die Lungenbläschen erweitern und nicht mehr zurückbilden können, weil sie ihre normale Elastizität eingebüßt haben. Reißt die Membran in ernsten Fällen, dringt Luft ins umliegende Gewebe – was bei chronischen Störungen der Atemwege (Bronchitis etc.) fast unvermeidlich ist. Und durch die schweren Atemprobleme (besonders beim Ausatmen) und die „Bauchatmung“ nicht zu übersehen ist = starke Kontraktionen der Bauchmuskulatur. Wir können zur ärztlichen Therapie etwas beisteuern – ABER: Die nachfolgend genannten Mittel sind bei völligem Verlust der Elastizität der Alvoleolenwände (die für den Gasaustausch zwischen Atemluft und Lungenblut zuständig sind) oder des Tonus (des Spannungszustandes des Gewebes) nicht mehr wirksam! Weshalb Sie den homöopathischen Einsatz mit dem Doc besprechen sollten.

a)      LOBELIA INFLATA D30 bietet hilfreiche Unterstützung in der funktionellen Phase, wenn also die Krankheit weder weit fortgeschritten noch chronisch ist: Zwei Gaben täglich zwei Wochen lang;

b)      Falls der linke Lungenflügel stärker betroffen ist als der rechte, geben wir zweimal täglich knapp zwei Wochen lang ANTIMONIUM ARSENICOSUM D30;

c)      Ein wunderbares Mittel bei allen Erkrankungen, wo die Sauerstoffzufuhr unterstützt werden muss, ist auch hier CARBO VEGETABILIS D200, das einmal täglich am Abend eingegeben der um Luft ringenden Katze Erleichterung bringt und ihr vor allem die Nachtruhe sichert.

 

 

 

 

MANDELENTZÜNDUNG (Tonsillitis)

siehe auch Halsentzündung

 

So wie wir haben auch Katzen Mandeln, deren Aufgabe es ist, Krankheitskeime abzufangen, die durch Mund und Nase eindringen. Das heißt, dass eine Entzündung als Abwehrreaktion des Körpers zu werten ist und somit relativ häufig vorkommen kann. Falls uns die Mieze bei entsprechender Beleuchtung einen Blick in die dunkle Tiefe gewährt, wir aber nicht konkret schlau draus werden, ob’s jetzt die Mandeln sind oder nicht, sollte da mal der Doc reinschauen.

Die akute Mandelentzündung wird häufig durch eine Infektion mit Streptokokken (Kugelbakterien, die keine Sporen bilden) hervorgerufen, Auslöser können aber auch bestimmte Viren sein. Die Mandeln schwellen an und röten sich aufgrund der stärkeren Durchblutung (nähere Details wird nur der Tierarzt feststellen können), der Katze fällt das Schlucken sichtlich schwer, der Speichel ist entweder klar oder schleimig. In letzterem Fall tritt häufig Brechreiz auf, womit sie versucht, übermäßigen Schleim zu entfernen. Der Appetit ist je nach Ausprägung gestört bis ausbleibend, ein leichter Anstieg der Körpertemperatur bei Jungtieren normal.

 

Ø                 Das beste Mittel bei jeder örtlichen Entzündung ist BELLADONNA, das wir in diesem Fall in der D4 zweistündlich zerpulvert auf der Zunge platzieren, bis die Entzündung abgeklungen ist. Womit, haben Sie z. B. am Vormittag begonnen, in der Regel am gleichen Tag zu rechnen ist. Bleiben danach die Mandeln noch etwas verdickt, sind einige Tage lang zwei bis drei Gaben CALCIUM JODATUM D6 sinnvoll.

Ø                 Als exzellentes „Halsmittel“ ist auch MERCURIUS CYANATUS bekannt, weil diese Verbindung von Quecksilber und Jod generell einen wohltuenden Einfluss auf Erkrankungen in Mund und Hals hat: D30 zweimal täglich drei Tage lang.

Ø                 Schichtartige Ablagerungen (Tierarzt), gelblicher Schleim und ein dunkelrot verfärbter Hals sprechen für PHYTOLACCA D30, zweimal täglich eine Woche lang.

Ø                 Sieht der Hals äußerlich geschwollen aus und die Rotfärbung der Mandeln (in deren Bereich sich erhebliche Mengen von Schleim angesammelt haben) ist von nahezu gespenstischer Unnatürlichkeit, dann greifen wir zu RHUS TOXICODENDRON D200 und geben es einmal täglich zwei Wochen lang. Für diese Arznei spricht auch, dass zumeist die Augenlider anschwellen und die Augen tränen.

Ø                 Glänzen die Mandeln rot oder in dunklem Purpur und die Schwellung ist enorm, bietet sich auch LACHESIS an, das bei Halserkrankungen häufig eingesetzt wird. Als zusätzliches Symptom wird oft eine Verschlechterung nach dem Schlafen beobachtet: D12 dreimal täglich etwa eine Woche lang.

 

Die chronische Mandelentzündung tritt gern (aber nicht nur) als „Nachhut“ einer gerade überstandenen Virusinfektion auf. Auch hier sind die Mandeln zwar vergrößert, indes nicht konstant, das heißt mal mehr, mal weniger stark.

 

Ø                 Um eine mögliche Eiterbildung zu begrenzen, geben wir SILICEA D200, zwei- bis dreimal wöchentlich etwa sechs Wochen lang. Die Arznei ist zudem ideal geeignet, Faser- und Narbengewebe abzubauen.

Ø                 Mit BARIUM CARBONICUM D6 wirken wir einer Vereiterung ganz besonders bei sehr jungen oder sehr alten Katzen entgegen: Dreimal täglich etwa fünf bis sieben Tage lang.

Ø                 KALIUM BICHROMICUM D200 ist dann angezeigt, wenn die vergrößerten Mandeln bereits gelblichen, zähen Eiter absondern: Zwei- bis dreimal wöchentlich etwa sechs Wochen lang.

Ø                 Wenn die Katze starke Schmerzen hat, erkennbar daran, dass sie bei Druck auf den Hals sehr empfindlich reagiert, diese Symptome jedoch in unterschiedlichen Abständen immer wieder auftreten bzw. abklingen, dann muss HEPAR SULFURIS D30 her, eine Gabe pro Tag etwa zwei Wochen lang.

Ø                 Als „klassische“ chronische Form könnte man permanent vergrößert bleibende Mandeln bezeichnen, die nur oberflächlich vereitern. Hier hilft CALCIUM JODATUM D30, einmal täglich etwa zwei Wochen lang (oder D6, dreimal täglich).

 

 

MASTDARM – Vorfall/Entzündung

 

Beides geht nicht ohne Tierarzt, der ganz besonders bei einem Vorfall von Mastdarm oder Scheide rasch hinzugezogen werden muss.

 

Ø                 Als Nachbehandlung bei einem Mastdarmvorfall eignen sich ARNICA D6 im Wechsel mit HYPERICUM D3 jedoch ganz ausgezeichnet: Viermal täglich, bis Mieze wieder ganz die “Alte“ ist.

Ø                 Eine Entzündung des Mastdarms entsteht meistens als Folge einer starken Durchfallerkrankung oder einer akuten Dickdarmentzündung (= chronischer Durchfall von unterschiedlicher Färbung und Beschaffenheit, ursächlich zumeist auf Geschwüre der Darmschleimhaut zurückzuführen), üblicherweise erkennbar an der stark angeschwollenen Rektalschleimhaut. Wir unterstützen die ärztliche Therapie mit NUX VOMICA D30, einmal täglich, und RUTA GRAVEOLENS D12 dreimal täglich, beides etwa eine Woche bis zehn Tage lang.

 

 

MILZ

 

Die Milz kann sich aus verschiedenen Gründen beleidigt geben, normalerweise jedoch aufgrund einer Virusinfektion (zumeist Leukämie: Tierarzt). Bei sicherer Diagnose oder auch Verdacht auf eine Milzerkrankung bzw. wann immer es sinnvoll erscheint, kann die Arbeit der Milz homöopathisch gefördert werden mit

 

Ø                 CEANOTHUS AMERICANUS D30, eine Gabe täglich zwei Wochen lang.

 

 

MITTELOHRENTZÜNDUNG

siehe auch: Erkrankungen der Ohren

 

Eine Entzündung des Mittelohres wird überwiegend durch Eiterbakterien ausgelöst und eher selten im Anschluss an eine Gehörgangsentzündung. Die Symptome sind zumeist im Bereich des Nervensystems angesiedelt, die Katze torkelt hin und her, macht viel zu große Schritte und/oder läuft im Kreis, manchmal kreist sie auch nur mit dem Kopf, jedenfalls ist sie deutlich gestört. Hin und wieder sind eitrige Absonderungen zu beobachten.

 

Ø                 Bei gesicherter Diagnose ist das „Wundermittel“ zur Eröffnung des Trommelfells (als Alternative zu massiven Antibiotikagaben) PULSATILLA D200: Zwei Tage lang eine Gabe am Morgen und eine Gabe am Abend – und dann ist Warten angesagt. Bisher hat das ausgereicht, um zunächst das Allgemeinbefinden zu heben und in Folge die örtliche Erkrankung zu heilen. Lässt sich wider Erwarten nach einigen Tagen keinerlei Besserung erkennen, bieten sich (abgesehen vom Veterinär) folgende weitere Mittel an:

Ø                 STRAMONIUM D30, wenn die Katze charakteristischerweise immer wieder auf die linke Seite fällt: Einmal täglich zehn Tage lang.

Ø                 CICUTA VIROSA D30, wenn die Symptome auf den Kopf beschränkt bleiben, die Katze diesen in den Nacken dreht oder schlangenförmig krümmt: Einmal täglich zwei Wochen lang.

Ø                 AMANITA MUSCARIA D200, wenn die Koordinationsstörungen im Vordergrund stehen, die Katze nicht aufrecht stehen kann und/oder wie betrunken wirkt: Zweimal täglich fünf Tage lang, bei deutlicher Besserung auf eine Gabe weitere fünf Tage lang reduzieren.

Ø                 BELLADONNA D200, wenn geweitete Pupillen und ein hüpfender Puls bemerkt werden. Diese Arznei wird zumeist bei Störungen des zentralen Nervensystems eingesetzt, auch wenn Verdacht auf einen leichten Schlaganfall besteht bzw. das Verhalten einem solchen ähnelt: Drei Gaben pro Woche, etwa drei Wochen lang.

Ø                 HEPAR SULFURIS D200, wenn bei Druck im Bereich des/der Ohren die Katze starke Schmerzen empfindet. Die Hochpotenz verhindert die Entwicklung einer eventuellen Blutvergiftung: Einmal täglich eine knappe Woche lang.

Ø                 Ist der Erreger bekannt (Tierarzt), kann zusätzlich das jeweils entsprechende Mittel = STAPHYLOCOCCINUM, PSEUDOMONAS oder PASTEURELLA in der D30 einmal täglich etwa fünf Tage lang verabreicht werden.

 

 

MUNDGERUCH

 

In der Regel liegt die Ursache des fauligen Geruchs in mangelnder Zahnhygiene, also an der Bildung von Zahnstein, schlechten Zähnen oder Geschwüren im Maulbereich. Da muss natürlich der Doc aufgesucht werden, und dieses bitte im Eiltempo, wenn der Atem süßlich und nach Urin „duftet“, denn das lässt auf eine Störung der Nieren schließen. Ist das Gebiss freilich vorbildlich in Ordnung, wird der Mundgeruch „nur“ von einer chronischen Störung von Magen, Darm oder Stoffwechsel ausgelöst (gerne unterstützt durch Billignahrung). Da können wir (neben mehr Qualitätsfutter) was tun:

 

Ø                 CARBO VEGETABILIS D6 und NUX VOMICA D6 regulieren die Verdauung und lösen damit auch das Geruchsproblem: Dreimal täglich zwei Wochen lang. Die Kur kann einige Male im Jahr wiederholt werden, falls tatsächlich nötig.

Ø                 Schlechter Mundgeruch, meist vergesellschaftet mit ebenso schlechtem Körpergeruch, z. B. während der Zeit der Rolligkeit oder bei sehr alten Katzen, rücken wir mit SULFUR D6 zu Leibe: Zwei- bis dreimal täglich entweder bis zum Ende der Rolligkeit bzw. bei den Senioren etwa zwei bis drei Wochen lang (Wiederholung erlaubt).

 

 

MUNDSCHLEIMHAUT -Entzündung

siehe auch Halsentzündung, Zahnerkrankungen

 

Eine Stomatitis entsteht aufgrund verschiedener Einflüsse, meist manueller Natur, also durch spitze Gegenstände wie z. B. Knochensplitter, Nadeln, Fischgräten, ebenso durch Schimmelpilze oder durch Ablecken reizender, scharfer Substanzen. In den meisten Fällen liegt die Ursache jedoch an einer sich ausbreitenden Entzündung des Zahnfleisches. Wenn wir der Katze ins Mäulchen gucken, schaut rundherum bis zum Rachen alles wund, rot und geschwollen aus, manchmal bilden sich Geschwüre und die Katze reagiert meist sehr schmerzempfindlich.

 

Ø                 Im Anfangsstadium empfiehlt sich zunächst eine Gabe ACONITUM in Hochpotenz, ideal D200, bei der D30 drei Gaben in Abständen von 15 Minuten. Haben Sie’s nur tiefer zur Hand, geben Sie es am ersten Tag gemeinsam mit den Folgemitteln

Ø                 für das akute Stadium: BELLADONNA D4 und ECHINACEA D1, beide zunächst in kurzen Abständen, danach etwa fünf-/viermal täglich für wenige Tage. Das sollte ausreichen. Falls doch nicht, können Sie fortsetzen mit

Ø                 MERCURIUS SOLUBILIS D6, dreimal täglich eine Woche lang, besonders bei starkem Speichelfluss und einem schmutzig aussehenden Maul bzw. wenn Grasspelzen oder Pilzbefall die Ursache sind/sein könnten.

Ø                 ACIDUM NITRICUM D30 bietet sich an, wenn sich an der Mundschleimhaut, besonders in Lippennähe, Geschwüre gebildet haben: Einmal täglich zehn bis 14 Tage lang.

Ø                 BORAX D6 hilft bei Bläschenbildung, die sich entzünden, dann platzen, häufig ineinander übergehen und so eine große Wundfläche bilden, wobei der Speichelfluss sozusagen in starkes „Dauersabbern“ übergeht. Manche Katzen vermeiden dadurch oft auch Sprünge abwärts: Drei Gaben täglich etwa eine Woche lang.

Ø                 Falls Sie BELLADONNA in einer Hochpotenz lagernd haben = ab D200 aufwärts, können Sie es auch allein damit versuchen, d. h. nach oder statt ACONITUM (siehe die ersten beiden Behandlungsvorschläge): Stündlich eine Gabe, allerdings sollte nach vier bis fünf Gaben (= Stunden) alles wieder im Lot sein, andernfalls Sie fortsetzen müssen wie angeführt. BELLADONNA in Hochpotenz wird in der Regel immer dann angewendet, wenn die Schleimhäute zwar rot glänzen, das Maul aber trocken ist, die Katze geweitete Pupillen und einen sprunghaften Puls hat und sich wärmer anfühlt als normal.

 

Steht ein roter, geschwüriger und geschwollener Zungenrand im Vordergrund, verbunden mit fauligem Geruch, Fieber, Erschöpfung und Apathie – manchmal erst (oder daran) erkennbar, wenn die Katze mit Speichelfluss wie ein Häufchen Elend vor dem Futternapf sitzt, aber nicht frisst, weil sie möchte, aber nicht kann – dann sollten Sie vor allem bei Jungtieren an Katzenseuche (siehe Infektionskrankheiten) und BAPTISIA denken. Das hat, Impfung hin, Impfung her, schon vielen derart geplagten Katzen bravourös geholfen.

 

 

MUSKELENTZÜNDUNG

Siehe auch Lähmungserscheinungen, Arthrose, Arthritis

 

Die Anzeichen am Beginn sind nicht immer leicht auszumachen, weil Mieze nichts anzumerken ist oder ein geschwollener Muskel eine Weile unbemerkt bleiben kann. Um den Schmerz auszugleichen, verändert sie je nach betroffener Region jedoch die Körperhaltung und macht z. B. durch einen ständig gekrümmten Rücken darauf aufmerksam, dass etwas nicht stimmt. In diesem Fall wäre es die Lendenmuskulatur. Manchmal fühlt sich auch der Unterleib bretterhart an und signalisiert Muskelschmerz – beide Symptome können allerdings auch eine andere (schlimmere) Ursache haben, weshalb Sie den Tierarzt hinzuziehen sollten. Auch dann, wenn die Katze – als weiteres Indiz – beim Bewegen oder Hochheben kläglich maunzt. Ist die Diagnose gesichert, können wir in folgenden Fällen helfen:

 

Ø                 Bleiben die Muskelreflexe aus, die betroffene Muskulatur ist teilweise gelähmt und die Katze allgemein schwach, greifen wir zu CURARE D30, eine Gabe täglich zwei Wochen lang.

Ø                 GELSEMIUM D12 geben wir bei gelegentlichen Lähmungen und wenn die gesamte Muskulatur betroffen ist: Einmal täglich gute zwei Wochen lang.

Ø                 Heftige Kontraktionen der Muskeln, die die Katze immens irritieren und die seltsamsten Stellungen und Lagen einnehmen lässt in der Hoffnung, dass „es“ dann aufhört, versuchen wir mit STRYCHNINUM D30 anzugehen, einmal täglich zwei Wochen lang.

Ø                 CAUSTICUM D12, zweimal täglich zwei Wochen lang, hilft vor allem Senioren, die nicht mehr so gut auf den Beinen sind, steife Muskeln haben und die Sehnen sich zusammenziehen. Da Wärme das Leiden lindert, ziehen sie sich bevorzugt an solche Orte zurück.

Ø                 Charakteristisch für RHUS TOXICODENDRON D6 ist, dass die Katze im Anfangsstadium völlig nassgeschwitzt ist und sich trotz Schmerzen nach Bewegung besser fühlt (der klassische Aufstehschmerz = siehe auch Arthrose, Arthritis). Rhus ist ideal, besonders wenn die Muskulatur auf der linken Seite stärker betroffen ist: Zweimal täglich drei Wochen lang.

Ø                 Auch bei den typischen Symptomen des BRYONIA-Bildes sollten Sie bei Arthrose und Arthritis nachlesen: Die Katze scheut Bewegung und liegt vorzugsweise auf der schmerzenden Seite, weil der Druck (und Wärme) bessert. D6 zwei Gaben täglich zwei Wochen lang.

 

 

 

NASENAUSFLUSS

siehe Schnupfen, Infektionskrankheiten/Katzenschnupfen, Nebenhöhlenentzündung, Neubildungen

 

NASENBLUTEN

siehe Blutungen

 

NEBENHÖHLEN -Entzündung

siehe auch Neubildungen

 

Infolge einer Infektion oder Entzündung in den Nebenhöhlen (Stirnhöhle) kann eine Vereiterung entstehen, eine sogenannte Sinusitis, hauptsächlich dann, wenn ein eitriger Schnupfen nicht rasch genug ausheilt. Kennzeichen ist ein hartnäckiger Nasenausfluss, in der Regel einseitig (Achtung: Kann auch ein Fremdkörper sein), der zudem meist schlecht riecht und bei dessen Behandlung Geduld erforderlich ist. Wenn sich die Symptome ändern, müssen Sie das Mittel wechseln, aber nicht abrupt, also etwa ein, zwei Tage lang der bisherigen die neue Arznei zusetzen bzw. im Wechsel geben – und die Reaktion darauf im Auge behalten.

 

Ø                 HYDRASTIS D6 geben wir bei dicken, gelben Absonderungen, die auch blutig sein können: Dreimal täglich bis zur Heilung.

Ø                 STICTA PULMONARIA D6 hilft, wenn der Ausfluss gleichfalls dick und gelb ist, aber kein Blut enthält, nicht übel riecht und mit Husten verbunden ist: Dreimal täglich bis zur Heilung.

Ø                 LEMNA MINOR D6 ist das Mittel der Wahl bei sehr abstoßendem Nasenausfluss und einer ständig schmutzigen Nase. Häufig wird auch Niesreiz beobachtet: Drei Gaben täglich etwa eine Woche lang bzw. mit Besserung seltener.

Ø                 Täglich drei Gaben CINNABARIS D6 über längere Zeit sind angezeigt, wenn die Absonderungen gelbgrün, eitrig und schleimig sind, übel riechen und (wie ein chronischer Schnupfen) immer wiederkehren.

Ø                 Bei einer chronischen Sinusitis mit honigfarbenen, klebrigen Absonderungen hat sich HIPPOZAENINUM D3 sehr bewährt: Eine Gabe täglich etwa zehn bis 14 Tage lang.

Ø                 In chronischen Fällen mit schwächer ausgeprägten Symptomen kann (auch zusätzlich) SILICEA D200 nützlich sein, dreimal pro Woche etwa einen Monat lang.

Ø                 Ein hervorragendes Mittel (bei allen Eiterprozessen) ist HEPAR SULFURIS, das in der Tiefpotenz D6 (dreimal täglich gegeben) hilft, den Eiter abzustoßen, während im Anschluss die Hochpotenz D200 die Heilung des Gewebes fördert (dreimal wöchentlich einen Monat lang).

Tipp: Im Anfangsstadium einer Eiterbildung, beispielsweise auch bei Wunden oder Zahnerkrankungen, können oft wenige Gaben D200 in den ersten beiden Tagen ausreichen, den Prozess zu stoppen.

 

Eine chronische Form von Nasenausfluss mit zumeist unklarer Ursache gibt es auch, die Absonderungen entsprechen dann „nur irgendwie, aber eigentlich doch nicht so“ den wie vor geschilderten. Da in diesem Fall eine Vergesellschaftung mit einem Katarrh des Dickdarms möglich wäre, sollte die Katze dem Tierarzt vorgestellt werden, der diesen bei entsprechender Diagnose zusätzlich behandeln muss. Als typisches Anzeichen gilt ein mit Schleim überzogener Kot, ähnlich wie eine Wursthaut.

 

Ø                 Den Nasenausfluss gehen wir mit KALIUM BICHROMICUM D4 und CINNABARIS D6 an, in den ersten Tagen beides sechsmal im Wechsel, danach reduzieren auf viermal im Wechsel.

 

Außerdem kann nach einer länger dauernden Behandlung mit Antibiotika die Bakterienflora resistent geworden sein und dem Nasenausfluss ist chemisch nicht beizukommen. Dann starten wir eine Kur

 

Ø                 mit PULSATILLA D30, eine Gabe täglich zehn Tage lang; anschließend HEPAR SULFURIS D30, gleichfalls einmal täglich zehn Tage lang, und verfahren danach mit SILICEA D30 auf die gleiche Weise. Nach diesen dreißig Tagen beenden wir mit einer einzelnen Gabe PHOSPHORUS D200.

 

 

NEUBILDUNGEN

siehe auch Geschwülste

 

Als sogenannte Polypen können Neubildungen sowohl im Bereich der Nasengänge als auch im Kehlkopf vorkommen.

Schnorchelnde Atemgeräusche und Atembeschwerden durch verlegte Nasengänge, häufig (nicht immer!) in Verbindung mit einem wässrigen, schleimigen Nasenausfluss, lassen jedenfalls auf Polypen im Bereich der Nase schließen. Manchmal schüttelt die Katze auch öfter mal den Kopf oder lässt ihn „hängen“ und man denkt, sie müsste was mit den Ohren haben. Beim Schlafen ist hin und wider kein Schnorcheln zu hören, wie die Beeinträchtigung generell variabel sein kann – und damit theoretisch auch ein Hinweis auf eine Neubildung im Kehlkopf möglich ist.

Letztere zu diagnostizieren ist jedenfalls schwieriger und nur unter Narkose festzustellen, weil die Anzeichen in der Regel unklarer und diffuser sind und verschiedene Behandlungsmaßnahmen daher bestenfalls zeitweise erfolgreich. Bis der Tierarzt eben an Polypen denkt. Würgegeräusche ohne Erbrechen, ein „hartes“ Schlucken und ähnliche Symptome wie vor beschrieben können jedoch als Hinweise gewertet werden. In Kombination mit fauligem Geruch ist außerdem ein bösartiges Krebsgeschwulst denkbar und die Katze hat normalerweise keine guten Karten.

 

Ø                 Gutartige Neubildungen hingegen, egal ob im Bereich der Nasengänge oder des Kehlkopfes, lassen sich fast immer mit THUJA D6 heilen, drei Gaben täglich für gut zwei bis drei Wochen. Bei Bedarf auch darüber hinaus, aber beobachten Sie den Heilungsverlauf genau und setzen das Mittel je nach Besserung dann eher in größeren Abständen ein.

Ø                 Muss die Katze jedoch häufig niesen und der Nasenausfluss wird blutig, können wir das auch im Wechsel mit TEUCRUM MARUM D1 angehen.

 

 

NERVENLEIDEN

siehe auch Epilepsie, Lähmungserscheinungen, Muskelentzündung, Schlaganfall

 

Zur vergleichsweise „harmlosen“ Variante zählen Neuralgien, für die manche Katzen empfänglich sein können. Kennzeichen ist ein plötzlicher Schmerz, der die Katze aufschreien lässt und nicht nur bei Bewegung (= langsam und steif), sondern auch in Ruhe auftreten kann.

 

Ø                 Bei einer Neuralgie sind meistens die Muskeln der Schulterpartien betroffen, die geschwollen sein können und den Hals plötzlich kürzer und dicker erscheinen lassen. Die mit Abstand häufigste Ursache ist Zugluft, weshalb wir mit einigen Gaben ACONITUM D30 in kurzen Abständen beginnen. Sollte es danach noch notwendig sein, setzen wir mit BELLADONNA D6 (D12, D30 oder D200, die Potenz ist nebensächlich) fort, zweistündlich bis zur Heilung. Bei den in Klammer genannten Potenzen dürfen die Abstände auch etwas größer sein.

Ø                 Ein ähnliches Verhalten ist zu beobachten bei einem Bandscheibenschaden der Halswirbelsäule (und meist älteren Tieren), dann geben wir zweistündlich NUX VOMICA D6. Oder

Ø                 CIMICIFUGA D6, wenn das Opfertier eine unkastrierte Kätzin ist, bei der sich aufgrund ihres höheren Alters die Eierstöcke zurückbilden.

 

Störungen des Nervensystems sind glücklicherweise relativ selten, gehören aber ausnahmslos in die Hand eines erfahrenen Veterinärs. Das muss uns aber nicht arbeitslos machen, zumal wir bei Funktionsstörungen, die auch das Nervensystem in Mitleidenschaft ziehen (wie etwa Ataxien) dessen Therapie in Absprache sehr gut unterstützen können – sofern die Erkrankung einer Behandlung überhaupt zugänglich ist!

 

Ø                 Kleinhirnataxie: Basiert auf einem Virus, überwiegend sind junge Katzen betroffen. Kennzeichen sind Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen, unsicherer Gang mit häufig viel zu großen, weit ausholenden Schritten und manchmal Komplikationen bei der Nahrungsaufnahme. Eine Behandlung ist nur möglich, wenn das Hirngewebe noch nicht zerstört ist. Sie können die Mittel wechseln bzw. auch zwei im Wechsel verwenden.

a)      STRAMONIUM D12, dreimal täglich eine Woche lang, geben wir, wenn zu den Symptomen die Katze häufig auf die linke Seite fällt. Ein weiteres Anzeichen sind weit geöffnete, starr blickende Augen. Das Mittel wird auch bei Schielen und Augenzittern eingesetzt.

b)      CICUTA VIROSA D30, zweimal täglich eine Woche lang, hilft besonders, wenn die Katze überhaupt oft umfällt. Manchmal tauchen Krämpfe (siehe vorsichtshalber auch diese) auf und/oder sie dreht den Kopf schlangenförmig nach hinten.

c)      SULFONALUM D6, dreimal täglich zwei Wochen lang, bei blutunterlaufenen Augen und Schwindelanfällen, spärlichem Urinabsatz und gelegentlichen Lähmungen.

d)      ZINCUM METALLICUM D30, eine Gabe täglich etwa eine Woche lang, braucht eine Katze, die plötzlich sehr schreckhaft ist und deren Symptome sich in solchen Situationen noch verschlechtern. Typisch für das Mittel ist Pendeln mit dem Kopf und dass sie mit den Pfoten rudert.

e)      Starkes Kopfschütteln, verbunden mit Muskelzuckungen (und Bauchschmerzen, durch Druck erkennbar), Unruhe und ständigem Wechsel der Liegeposition, spricht für HYOSCYAMUS NIGER D200, eine Gabe täglich eine gute Woche lang.

f)        Zeigt die Katze jedoch Kopfschmerzen, z. B. indem sie mit dem Kopf wiederholt gegen harte Gegenstände schlägt in der Hoffnung, den Schmerz dadurch zu lindern, greifen wir zu HELLEBORUS NIGER D6 und geben drei Gaben täglich, in etwa eine Woche lang.

g)      Ist indes die Zunge mitbetroffen, das heißt diese schnellt immer wieder mal aus dem Mäulchen und die Katze wird von unwillkürliche Zuckungen geschüttelt, geben wir CUPRUM AECETICUM D6, dreimal täglich eine Woche lang. Weitere – gelegentlich auftretende - Symptome sind eine harte, gespannte Bauchdecke und schleimiger, dunkelbrauner Kot.

h)      Ein gutes Zusatzmittel, wie immer, wenn es der Katze in Ruhe besser geht, ist BRYONIA D6, drei Gaben eine knappe Woche lang. Als Hinweis dafür gilt z. B., dass sie taumelt, weil ihr schwindlig wird, wenn sie aufsteht oder Sie versuchen, sie dazu zu animieren. Zumeist hat man’s ja einfach im Gefühl, dass ihr Bewegung nicht bekommt, und manchmal bemerkt man auch Probleme beim Trinken.

 

Ø                 Von einer lokomotorischen Ataxie spricht man bei einer anderen Form von Bewegungsstörungen, die durch eine Schwäche in den Hinterbeinen gekennzeichnet ist. In der Regel sind ältere Katzen davon eher betroffen. Als Ursache kommt eine Schädigung der Wirbelsäule, z. B. der Bandscheiben, oder eine Erkrankung des zentralen Nervensystems infrage. Auch hier bemerken wir übertriebene, unkoordinierte Bewegungen, dass die Katze unsicher auf den Beinen steht, torkelt, und meist nicht mal mehr eine Treppenstufe bewältigt, geschweige denn springen kann.

a)      Mit CONIUM MACULATUM D200, dreimal wöchentlich eine Gabe etwa einen Monat lang, bekämpfen wir eine Schwäche in den Hinterbeinen und stärken die Muskeln.

b)      Hilft diese Arznei nicht oder nicht ausreichend, weil verschiedene motorische Nerven gelähmt sind, greifen wir zu LATHYRUS SATIVUS D200 und verabreichen es wie Conium – eventuell auch im Wechsel mit diesem.

c)      AMANITA MUSCARIA D30, eine Gabe täglich für etwa zwei Wochen, kann dem wie betrunkenen Taumeln aufgrund eines Schwindelgefühls ebenso entgegenwirken wie dem übertriebenen Gang. Typisch ist das Fehlen jedweder Krämpfe.

d)      Ist bei einem Senior die Lähmung (siehe auch Lähmungserscheinungen) insofern begrenzt, als etwa „nur“ ein einzelner Nerv wie der Ischias- oder Radialisnerv betroffen ist, gehen wir das mit CAUSTICUM HAHNEMANNI D30 an, einmal täglich zwei Wochen lang.

e)      Wirken indes Nerven und Muskulatur insgesamt lediglich ein wenig geschwächt (siehe auch Muskelentzündung und Schlaganfall), bringt GELSEMIUM D200 die Vitalität wieder zurück: Drei Gaben wöchentlich etwa drei Wochen lang.

 

Ø                 Nervenbahnen, motorische wie sensible, sind auch bei einer Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) betroffen, für die üblicherweise eine Virusinfektion verantwortlich ist. Weshalb noch einmal darauf hingewiesen sei, dass Sie bei allen diesen Leiden einen Tierarzt hinzuziehen müssen, um der Katze nicht womöglich zu schaden! Die Symptome einer derartigen Entzündung sind zudem ungemein variabel und durch einen Laien nicht zuzuordnen. Zwischen einer Taubheit in Beinen und Schwanz über eine temporäre Querschnittslähmung bis zum Versagen der Schließmuskel von Harnblase und Mastdarm ist alles möglich. Außerdem: Ist die Entzündung schon zu weit fortgeschritten, geht gar nichts mehr. Also bitte nicht herumdoktern, sondern nur unterstützen, wenn der Vet nichts dagegen hat.

a)      Auch hier ist CONIUM MACULATUM in Hochpotenz (D200) angezeigt bei allen Formen einer Schwäche in den Hinterbeinen, also von leichten Störungen der Koordination bis hin zur Querschnittslähmung. Typisch für das Mittel (und die Krankheit) ist ein langsames Ausdehnen der Lähmung von den Fußspitzen nach oben: Drei Gaben wöchentlich drei bis vier Wochen lang.

b)      Treten die Lähmungen auch in anderen Bereichen des Körpers auf und es sind vor allem motorische Nerven betroffen, geben wir vier Wochen lang LATHYRUS SATIVUS D200, dreimal wöchentlich.

c)      GELSEMIUM D200 eignet sich, wie vor beschrieben, bei einer leichten Schwäche unterschiedlicher Nervenstränge und wenn die Katze sehr mitgenommen wirkt: Wir beginnen mit täglich einer Gabe etwa zehn bis 14 Tage lang und setzen bei sichtlicher Besserung mit dreimal wöchentlich drei Wochen lang fort.

d)      Diagnostiziert der Veterinär eine Verhärtung der Mylinscheiden bzw. äußert einen diesbezüglichen Verdacht, können wir wunderbar helfen mit SILICEA D200, drei Gaben pro Woche etwa sechs Wochen lang. Von dieser Arznei profitieren magere und/oder in einem schlechten Ernährungszustand befindliche Katzen am meisten.

 

 

NETZHAUT

 

Erkrankungen der Retina kommen überwiegend in Form einer Blutung oder Ablösung der Netzhaut vor bzw. als Grüner Star = Glaukom (siehe dieses). Das geht nicht ohne Tierarzt, dem wir freilich zur Seite stehen können:

 

Ø                 Eine Netzhautblutung kennzeichnen geweitete Pupillen und in schweren Fällen eine Beeinträchtigung des Sehvermögens. Das spricht für den Einsatz von PHOSPHORUS, idealerweise beginnend mit D200 dreimal wöchentlich zwei Wochen lang, danach dreimal wöchentlich einen Monat lang in der Hochpotenz M1.

Ø                 Da es in der Regel ohne Langzeitbehandlung nichts geht, bieten sich außerdem homöopathisch aufbereitete Schlangengifte wie CROTALUS HORRIDUS, BOTHROPS LANCEOLATUS oder VIPERA an, wodurch die Bildung von Blutgerinnseln verhindert und eine gute Durchblutung der Netzhaut gewährleistet wird. Die Arzneien halten somit die Gefäße der Netzhaut in gesundem Zustand: D200, zweimal wöchentlich eine Gabe für sechs Wochen.

Ø                 Eine Netzhautablösung hingegen kann nur operativ behoben werden, im Anfangsstadium bzw. bei einer leichten Erkrankung können wir mit PHOSPHORUS D200 zu den ärztlichen Maßnahmen etwas beisteuern: D200 dreimal wöchentlich zwei Wochen lang.

 

 

NICKHAUT

 

Schiebt sich die Nickhaut, das sogenannte dritte Augenlied vor und bleibt so, ist in der Regel „etwas im Busch“ und die Katze muss unverzüglich zum Tierarzt. Nickhautvorfall ist immer ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung. Bei Freigängern oder wenn Sie in Ihrer Gruppe eine (oder mehrere) Kampfkatze haben, sind Verletzungen im Augenbereich nicht selten. Allerdings kaum an der Nickhaut, da müsste eine Kralle schon sehr blöd dahergekommen sein – die Nickhaut wird dann zumeist nur ein wenig bzw. nur zeitweise zu sehen sein und anzeigen, dass die Mieze lädiert ist.

 

Ø                 Alle diese kleinen Verletzungen versorgen wir äußerlich mit CALENDULA, geben 20 Tropfen der Urtinktur in eine Tasse warmes Wasser, feuchten damit einen Wattebausch gut an und tupfen die Wunde mehrmals täglich ab, bis sich das Terrain beruhigt hat. Um einer möglichen Vereiterung vorzubeugen, geben wir innerlich HEPAR SULFURIS D12, drei Gaben täglich bis zur Abheilung.

 

 

NIEREN -Erkrankungen

 

Eine akut auftretende Entzündung der Nieren wird meist seltener beobachtet als die chronische Form. Vorkommen tut sie trotzdem, Auslöser kann eine Infektion mit Viren oder Bakterien sein, ebenso ein Unfall, bei dem die Nieren so gravierend erschüttert werden, dass sie sich entzünden. Symptome sind Appetitverlust und Störungen von Allgemeinbefinden und Gemüt, häufig großer Durst mit anschließendem Erbrechen, ein gekrümmter Rücken, Berührungsempfindlichkeit im Lendenbereich, ein steifer Gang, oft nur geringer Harnabsatz und eine erhöhte Temperatur im Frühstadium – und das alles innerhalb ganz kurzer Zeit! Tierarzt, und das bitte eilends!!

 

Ø                 Und wir greifen unverzüglich zunächst zu ACONITUM D200 (notfalls auch D30), um Angst und Schmerz zu lindern: Drei Gaben im Abstand von jeweils einer Stunde.

Ø                 Gleichzeitig ein- bis zweistündlich APIS D3, mit Besserung seltener, (oder vier Gaben D200, ebenfalls in stündlichem Abstand), bei Harnverhalten und wenn die Katze keinen Durst zeigt und offenbar Wärme meidet.

Ø                 BELLADONNA D4, wie vor ein- bis zweistündlich und mit Besserung seltener (oder D200, zwei Gaben täglich etwa vier Tage lang) hilft bei blutigem Harn, geweiteten Pupillen und erhöhter Temperatur.

 

Das sind die „Generalmittel“ für unseren Einsatz im akuten Fall. Ist nun jedoch eine weitere Behandlung angezeigt, stehen folgende Arzneien zur Wahl:

 

Ø                 ARSENICUM ALBUM D200 (oder M1), wenn die Unruhe im Vordergrund steht und sich die Symptome gegen Mitternacht verschlechtern, die Katze kaum etwas trinkt, trotzdem gelegentlich erbricht und lockeren Kot ausscheidet: Drei Gaben täglich für drei Tage.

Ø                 Bei Harnverhalten und erhöhtem Eiweißgehalt im Urin kann SERUM ANGUILLAE D30 den Urinfluss fördern: D30 dreimal täglich drei Tagelang.

Ø                 Werden nur geringe Mengen dunklen Urins (meist durchsetzt mit Schleim, Eiter und gelegentlichen Blutspuren) ausgeschieden, obwohl die Katze einen starken Drang zeigt und ständig zum Kistchen läuft, ist CANNABIS SATIVA D30 das Mittel der Wahl: Dreimal täglich drei Tage lang.

Ø                 Geringe Mengen von dunklem Urin mit Sedimenten sprechen für CHIMAPHILA UMBELLATA D30, besonders wenn es der Katze bei Bewegung besser geht: Dreimal täglich fünf Tage lang.

Ø                 Typisch für OLEUM TEREBINTHINAE ist gleichfalls eine deutliche Besserung bei Bewegung, die Symptome können sogar vorübergehend verschwinden. Die Katze setzt häufig Harn ab, der süßlich riecht und Blut enthält: D200 zweimal täglich eine Woche lang.

Ø                 BERBERIS VULGARIS D30 geben wir, wenn sich die Symptome bei Bewegung verschlechtern, die Katze den Rücken krümmt und im Lendenbereich empfindlich auf Berührungen reagiert. Und wenn der Urin dunkelgelb ist, aus den Tierarzt auf eine Störung der Leberfunktion schließen lassen kann/wird: Dreimal wöchentlich eine Woche lang.

 

Bakteriengifte z.B. von Eiterherden an schlechten Zähnen oder anderen Entzündungen sind in der Regel für die chronische Nierenentzündung verantwortlich, die über die Blutbahn zustande kommt. Überwiegend sind ältere Katzen betroffen. Kennzeichen sind ein rapider Gewichtsverlust, wobei die Abmagerung im Hals- und Rückbereich besonders auffällig wird, zeitweiliges Erbrechen, großer Durst, große Mengen von wasserklarem Urin (was darauf hinweist, dass die Niere zu stark filtert und Abfallstoffe im Gewebe zurückgehalten werden), Austrocknung, trockenes (bis struppiges) Fell und schließlich Apathie. So lange dürfen Sie natürlich nicht warten. Als Unterstützung zur ärztlichen Therapie gibt es auch hier zwei „Generalmittel“:

 

Ø                 MERCURIUS SOLUBILIS D6, wenn der übelriechende Harn trüb, schmutzig und eiweißhaltig ist, häufig Blutspuren enthält, die Katze empfindlich in der Nierengegend ist und sozusagen zwischen Harndrang und Harnverhalten pendelt. Diese Symptome sind zwar oft nicht sehr ausgeprägt zu beobachten, aber MERCUR gehört dennoch zu den wichtigsten Mitteln:

Ø                 ARSENICUMALBUM D6 ist der zweite „beste Helfer“, wenn Abmagerung und rasanter Kräfteverfall im Vordergrund stehen, das Gesichtchen der Katze eingefallen und hohläugig, die Nase spitz wirkt. Sie ist unruhig, ängstlich, wechselt häufig ihren Liegeplatz und sucht eindeutig die Wärme, die Haut ist trocken und schuppig, der Kot riecht nach Aas und sie trinkt oft, aber wenig: Wie vor zweistündlich eine Gabe am ersten Tag, mit Besserung seltener bzw. wechseln zu D30, drei Gaben täglich etwa zehn Tage lang.

 

Bei chronisch kranken Nieren eine Besserung zu erzielen grenzt schon ein bisschen an ein Wunder und ist unschwer am Verhalten der Katze abzulesen: Das Allgemeinbefinden wendet sich ins Positive, sie legt an Gewicht zu und trinkt deutlich weniger. Der Tierarzt wird die Patientin für gewöhnlich zu einer Diät verdonnert haben und entscheidet nicht zuletzt über den möglichen Erfolg der Therapie. Nur wenn’s die Katze nicht mal Häppchenweise im Gewohnten versteckt akzeptiert, müssen Sie gemeinsam heftig grübeln – denn das ist Stress pur und das wiederum gefährdet jegliches Gelingen.

Weil wirklich „haarig“, sei deshalb die unverzügliche Konsultation des Veterinärs sowohl bei den genannten Symptomen bzw. jedwedem Verdacht in diese Richtung nochmals dringend ans Herz gelegt. Denn:

 

Ø                 Bei ständigem Erbrechen, Durchfall, nach Urin riechendem, süßlichem Atem und Geschwüren an den Mundschleimhäuten kommt jede Hilfe zu spät, weil dies Anzeichen für eine totale Zerstörung der Niere und den Zustand einer Urämie sind. Die Katze leidet beträchtliche Schmerzen und es gibt keine Rettung!

 

Eine Nierenbeckenentzündung ist in der Regel die Folge einer (verschleppten) Blasenentzündung oder eine solche entsteht gleichzeitig als Sekundärerkrankung. Der Harnfluss ist gehemmt und dieser enthält Blut und Eiter. Aber auch Bakterien kommen als Auslöser in Frage. Wir könnten lediglich im Anfangsstadium unser Heil versuchen, das wir aber mangels Kenntnis üblicherweise nicht wahrnehmen. Zumal, wie Sie anhand der Symptome feststellen werden, diese den vorab geschilderten sehr ähneln. Also Tierarzt, keine Frage! Den wir bei Einverständnis unterstützen können mit

 

Ø                 HEPAR SULFURIS, stets die primäre Arznei bei der Bekämpfung einer eitrigen Infektion, wobei hier der Wechsel der Potenzen ganz besonders wichtig ist: D30 einmal täglich eine Woche lang, danach D200 dreimal wöchentlich einen Monat lang.

Ø                 MERCURIUS CORROSIVUS D30 hilft, wenn Urin und Eiter grünlich gefärbt sind und der sich zumeist nachts verschlechternde Durchfall schleimig blutig ist: Dreimal täglich eine Woche lang.

Ø                 PAREIRA D 6 ist angezeigt, wenn aus der Harnröhre Schleim und Eiter fließen und die Katze den Urin nur mit großer Mühe herauspressen kann, wobei sie tief in die Hocke geht. Intensiver Geruch und eine Empfindlichkeit im Nierenbereich sind weitere Symptome: Dreimal täglich zehn Tage lang.

Ø                 Typisch für das Arzneimittelbild von UVA URSI D6 ist gleichfalls heftiges Pressen beim Harnabsatz, der dunkelgrün ist, extrem stark riecht und außerdem fast nur aus Blut zu bestehen scheint: Eine Gabe pro Tag etwa zehn bis 14 Tage lang.

Ø                 Sollten Kolibakterien an der Entzündung beteiligt sein, lässt sich COLIBACILLINUM D30 hervorragend mit jedem der anderen Mittel kombinieren: Einmal täglich etwa fünf Tage lang.

 

 

 

OHNMACHT

siehe Unfälle (Sonderteil), Schlaganfall, Epilepsie (ev. Krämpfe)

 

OHREN Erkrankungen

Bluterguss zwischen Haut und Ohrknorpel = Blutohr

Koordinationsstörungen = Mittelohrentzündung möglich (Tierarzt)

Gesunde Katzen haben gesunde Ohren, heißt es, trotzdem ist eine Erkrankung so selten auch wieder nicht. Während bei Jungtieren die Ohrräude eher im Vordergrund steht und bei den älteren Katzen häufig ein Zuviel an Ohrenschmalz auftritt (und durchaus Vorbote einer Erkrankung sein kann), kennt die Gehörgangsentzündung keinen Altersunterschied. Vernachlässigen dürfen Sie Auffälligkeiten jedenfalls definitiv nicht, weil katastrophale Folgen nicht auszuschließen sind – weshalb Sie bei Unklarheit hurtig den Doktor aufsuchen sollten.

 

Ø                 Gehörgangsentzündung (Otitis externa) akut, parasitär: Kopfschütteln, Ohrwackeln, Ohr/en auf Halbmast klappen und ständig dran kratzen (wodurch sich die Haut verdickt und verfärbt), das kann man einfach nicht übersehen. Auslöser ist in vielen Fällen eine Infektion mit Milben, erkennbar am grau-weißen Belag, der später zu einer großen Menge dunklen Ohrenschmalzes führt, das den Gehörgang gänzlich verstopfen kann – daher NIEMALS im Gehörgang herumstochern, sondern nur den sichtbaren Teil der Ohrmuschel säubern! Der Juckreiz wird zumeist in der Wärme schlimmer. Milben haben zudem zwei besonders üble Eigenschaften:

1.   Sie sind ansteckend, weshalb alle Tiere eines Bestandes (auch Hunde) behandelt werden müssen. Und zwar mindestens über sieben Tage, weil bereits nach zwei Tagen die Larven aus den Eiern schlüpfen.

2.   Besonders bei Jungtieren kann ein starker Befall fürchterliche Auswirkungen haben, da die Entzündung auf das Mittelohr übergreifen und nervöse bzw. Störungen des Gleichgewichts (z. B. Torkeln, Im-Kreis-Drehen, Schiefhalten des Kopfes), Krampfanfälle, große Unruhe = Bewegungsdrang etc. verursachen, wobei die Katze nichts mehr sehen kann und mit nachfolgender Abmagerung ihr Leben auf dem Spiel steht – sofern es in diesem Stadium noch zu retten ist. Erwarten Sie keine Wunder, sondern lassen es bitte erst gar nicht so weit kommen. Das heißt, rasches Handeln ist unabdingbar! Und der Tierarzt definitiv nicht die schlechteste Wahl, weil viele aufgrund ihrer Erfahrung unter anderem auch „selbst-gebraute“ Mixturen haben, die beste Wirkung garantieren. Arbeitslos müssen wir trotzdem nicht sein:

a)      CALENDULA-URTINKTUR zwei- bis dreimal täglich ins Ohr tropfen und dieses anschließend massieren, damit sich die Arznei gut im Gehörgang verteilt. Danach gehen Sie am besten in Deckung, weil die Katze durch heftiges Kopfschütteln den ganzen Schmutz herausbefördert. Wie erwähnt: NUR die Ohrmuschel säuberm!

b)      Auch innerlich ist CALENDULA das Mittel der Wahl (aber nicht die Urtinktur!!): D3 dreimal täglich oral verabreicht.

c)      Zusätzlich ist die Katze gut bedient, sofern sie starken Speichelfluss zeigt und die Haut eine bräunliche Pigmentierung aufweist, mit täglich einer Gabe CINNABARIS D12, zehn bis 14 Tage lang;

d)      Bei einer starken Verdickung des Ohrrandes ist SILICEA D30 angezeigt, das zusätzlich einer Vereiterung vorbeugt: Einmal täglich zwei Wochen lang bzw. bis zur Normalisierung.

e)      Auch CALCIUM FLUORICUM D30 bietet sich hier an, da es auf (Narben-) Gewebe wirkt und den Heilprozess beschleunigt: Dreimal wöchentlich etwa einen Monat lang.

Ø                 Gehörgangsentzündung akut, aber nicht parasitär: Überwiegend gleiche Symptome und gleiche Behandlung wie vor, in erster Linie CALENDULA innerlich und äußerlich, Dauer je nach Stadium drei bis sieben Tage. Verlängern, sofern nötig bzw. bei „chronisch“ nachlesen:

Ø                 Gehörgangsentzündung, chronisch: Die Behandlung richtet sich hier nach der Konsistenz der Absonderung bzw. unterschiedlichen Begleiterscheinungen. Dosis: Dreimal täglich, sofern nicht anders angegeben. Die Dauer der Behandlung kann sich je nach Besserung über Wochen hinziehen. Zur Reinigung empfiehlt sich auch hier CALENDULA URTINKTUR, siehe vor.

a)      NUR wenn die Katze so empfindlich ist und an den Ohren keinerlei Berührung zulässt, geben wir zunächst so lange viermal täglich eine Gabe HEPAR SULFURIS D6, bis die Schmerzen verschwinden und sie sich behandeln lässt. Begleitsymptom ist in der Regel eine dicke, gelbliche (oft blutige) Absonderung, die übel riecht wie vergammelter Käse.

b)      Schlechter Geruch wäre ein auch Indiz für TELLURUM D30, sofern (nur oder stärker) das linke Ohr betroffen ist, weil das Mittel rechts weniger gut wirkt: Einmal täglich, drei Wochen sind zumeist ausreichend.

c)      MERCURIUS SOLUBILIS D6 hilft Patienten, deren Gehörgang geschwollen und mit dicken Krusten bedeckt ist. Gelber Eiter und starker Juckreiz sind weitere Anzeichen dafür, dass diese Entzündung schon längere Zeit unbemerkt (!) geblieben sein muss.

d)      Bei Fissuren und Schrunden analog einem trockenen Ekzem ist PETROLEUM D6 angezeigt.

e)      Erinnern Aussehen und Konsistenz des Ohrenschmalzes an Honig, gehen wir das mit GRAHITES D6 an. Häufiges Begleitsymptom sind Ekzeme um die Lippen und Augen – und dass diese Form des Leidens überwiegend bei kräftigen und gefräßigen Katzen beobachtet wird, die zudem leicht erkältet sind und nicht selten Verstopfung haben.

f)        Auch die PSORINUM-Katzen (D15 zweimal oder D30 einmal täglich) sind sozusagen ein Kapitel für sich, weil die Erkrankung zumeist mit besonderen Verhaltensweisen gekoppelt ist: Sie frieren leicht, futtern über die Maßen und haben einen schlechten Körpergeruch. Die Absonderungen aus den Ohren sind gelblich-bräunlich-eitrig, riechen wie gekochter Fisch – und bestehen oft schon jahrelang! Verschlechterung in der kalten Jahreszeit mit stärkerem Juckreiz gehört ebenso zu den Symptomen wie eine zeitweilige Besserung der Beschwerden. Verschwinden sie ganz von alleine, ist die Entzündung „abgewandert“ Richtung Lunge und Bronchien.

g)      Zum Abschluss jeder Behandlung sollte nach der Heilung einige Tage lang SULFUR D6 gegeben werden, um ein Aufflackern der Entzündung zu verhindern.

 

Ø                 Ohrrandgeschwüre entstehen in der Regel durch Pilzbefall (abklären lassen!) oder infolge einer Entzündung des Gehörgangs bzw. Kratzwunden, und die Katze schüttelt dabei andauernd den Kopf. Heilsalben würden‘s bringen, aber das geht nicht ohne Halskragen, also greifen wir zum Wund- und Hautpflegemittel Nummer eins:

a)      JOHANNISKRAUTÖL, und tupfen damit mehrmals täglich sparsam die offenen Stellen ab. Das beruhigt und stillt den Schmerz und wirkt auf Bakterien und Pilze wie ein Antibiotikum – leckt es die Katze beim Putzen ab, hilft es auch innerlich, also darf sie das unbeschadet - aber damit nicht in die Sonne, weil Johanniskrautöl auf direkte Sonnenstrahlen reagiert.

b)      Zusätzlich geben wir innerlich SILICEA D12, zwei- bis dreimal eine Gabe täglich, bis alles wieder säuberlich verheilt ist. Sollte der Hautgrund stark verdickt sein, ist die D30 besser geeignet: Dreimal täglich bis zu zehn Tage lang müsste genügen.

 

Ø                 Ohrräude: Auch hier Ohrenwackeln, Kratzen und die Bildung von übermäßig Ohrenschmalz (deshalb brauchen Sie ja zur Differenzierung der Erkrankung den Doc). Im Unterschied zu den Ohrrandgeschwüren verschorft bei diesem Krankheitsbild durch das Kratzen oft die ganze Ohrmuschel und Sekundärinfektionen können zu deren Vereiterung führen:

a)      Mit einer Lösung aus zehnfach verdünnter CALENDULA-URTINKTUR (= Wasser bitte lauwarm) oder je nach Empfehlung des Doktors wird gereinigt, so weit wir sehen können (nicht ins Ohr schütten). Innerlich bieten sich an:

b)      ARSENICUM JODATUM D30, wenn es sich um eine Entzündung ohne Ausfluss handelt und sie im Anfangsstadium ist: Einmal täglich etwa zehn Tage lang.

c)      RHUS TOXICODENDRON D200, wenn sich auf der geröteten, entzündeten Ohrmuschel kleine Bläschen gebildet haben. Weitere Symptome sind große Unruhe und besonders starker Juckreiz: einmal täglich etwa zwei Wochen lang.

d)      TELLURUM D30, wenn (nur oder stärker) das linke Ohr betroffen ist, Ekzeme auftreten und der aggressiv reizende, wässrige Ausfluss ekelig riecht – Achtung: Unbehandelt kann das Trommelfell vereitern! Eine Gabe täglich zwei Wochen lang.

e)      HEPAR SULFURIS D30 ist ein gutes Mittel fürs Frühstadium, weil es eine Vereiterung verhindert bzw. sich positiv auf eine bereits bestehende auswirkt. Auch der Juckreiz wird gedämpft: D30 einmal täglich etwa eine bis zwei Wochen lang.

 

Ø                 Entzündung der Ohrspeicheldrüse: Ursache ist zumeist große Kälteeinwirkung, aber auch durch eine Infektion ausgelöst werden (z. B. durch Katzenschnupfen) und bleibt in den meisten Fällen auf eine Seite beschränkt: Die Drüse schwillt an, wird hart und schmerzt. Wir behandeln je nach Symptomen

a)      im Anfangsstadium mit ACONITUM D200 (oder D30), wenn Zugluft oder kalter Wind (Freigänger, Transport) als Auslöser in Betracht kommen: Drei Gaben im Abstand von je zwei Stunden. Tipp: Dieser “Einstieg“ kann in keinem Fall schaden!

b)      Gleiche Ursache = Kälte und/oder Zugluft, verbunden mit trockenen Schleimhäuten im Maul und einer Verhärtung der Drüse, die bei Berührung nicht schmerzt, spricht für BRYONIA D30, zwei- bis dreimal täglich eine Woche lang.

c)      BELLADONNA D200 (oder D30), wie immer das beste Mittel bei einer beginnenden Entzündung, besonders wenn die Pupillen geweitet sind und sich die Drüse heiß anfühlt. Manchmal tritt auch leichtes Fieber auf: Vier Gaben im Abstand von jeweils einer Stunde.

d)      PULSATILLA D6, wenn die rechte Drüse betroffen ist und die Katze ein trocken3es Maul und eine belegte Zunge hat: Dreimal täglich etwa zehn Tagelang.

e)      BARIUM CARBONICUM D6 eignet sich am besten für sehr junge oder sehr alte Katzen, besonders wenn hin und wieder auch die Mandeln entzündet sind: Zweimal täglich eine Woche lang. Tipp: Diese Arznei können Sie mit anderen kombinieren, wenn die Symptome passen.

f)        CALCIUM FLUORICUM D30 ist ideal, wenn sich die Drüse so hart anfühlt, als hätte die Katze einen Stein verschluckt, wobei der benachbarte Lymphknoten gleichfalls entzündet ist: Zwei- bis dreimal wöchentlich einen Monat lang.

g)      PHYTOLACCA DECANDRA D30, generell ein fabelhaftes Mittel bei Drüsenerkrankungen im Anfangsstadium, vor allem wenn die Katze Schluckbeschwerden hat, weil die Schwellung bis zum (oft hochroten) Rachen reicht: Zweimal täglich etwa zehn Tage lang.

h)      RHUS TOXICODENDRON D200, wenn die Entzündung links lokalisiert ist, auch der Rachen betroffen ist und sich auf der Haut rund um die Drüse kleine Bläschen bilden: Einmal täglich etwa zwei Wochen lang. Tipp: Bei schwerer Beeinträchtigung der Patientin empfiehlt sich eine höhere Potenz: M1.

 

 

OPERATIONEN

 

Um den Schock zu mildern, starke Blutungen bzw. andere Komplikationen zu vermeiden, den Schmerz zu nehmen, den Kreislauf zu stützen und damit hinterher die Narkose schneller abgebaut werden kann und die Heilung zügig voranschreitet, gibt’s eine wunderbare Hilfe:

 

Ø                 Beginnend zwei Tage VOR der Operation dreimal täglich ARNICA D6 (oder jede andere Potenz)

Ø                 am Operationstag morgens eine Gabe PHOSPHORUS D200 und nach der OP über den Tag verteilt drei Gaben ARNICA D30 (oder höher)

Ø                 zur Nachsorge ebenfalls ARNICA D30, dreimal täglich drei Tage lang.

Solcherart versorgt, ist weder ein Verband noch Halskragen nötig, weil die Patientin kaum Neigung zeigt, an der Wunde zu knabbern oder zu lecken, schnell wieder Appetit hat und so gut drauf ist, als wär’ nichts gewesen.

Sind Vor- und Nachsorge ausgeblieben oder in besonderen Fällen kann eine darüber hinausgehende Behandlung erforderlich werden,

 

Ø                 die wir mit 5-3 Gaben über den ersten Tag verteilt angehen, danach 3-2mal täglich bis alles wieder im Lot ist:

Ø                 Hat die Patientin bei der OP viel Blut verloren, unterstützen wir mit CHINA D6

Ø                 erbricht die Katze ihr Futter: FERRUM METALLICUM D30

Ø                 leidet unter Verstopfung: STAPHISAGRIA D6 oder

Ø                 starken Blähungen: CARBO VEGETABILIS D6

Ø                 sollte die Wunde eitern: PYROGENIUM D30, einmal täglich

Ø                 oder z.B. nässen: STAPHISAGRIA D4, ideal kombiniert mit SILICEA (ab D30 reicht zweimal täglich).

Ø                 schleppende Heiltendenz: SILICEA D12 (und eventuell CALENDULA-Salbe)

Ø                 ist Wildwuchs entstanden oder ein Wulst auf der Narbe: SILICEA D12 (oder höher) löst ihn auf. Falls erforderlich, bietet sich als Folgemittel ACIDUM FLUORICUM D12 an, beide Mittel können auch im Wechsel gegeben werden (morgens/abends)

 

 

 

PANKREAS = Bauchspeicheldrüse

PILZBEFALL = Hautpilzerkrankungen

POLYPEN = Neubildungen

 

 

 

REISEKRANKHEIT

Siehe ev. auch Epilepsie ähnliche Anfälle

 

Katzen können bei Autofahrten relativ häufig unter Reisekrankheit leiden. Viele äußern bereits ihren Unmut, wenn wir sie in den Korb setzen und das Türchen schließen – weil sie es einfach hassen, eingesperrt zu sein. Das hat natürlich nichts mit Reisekrankheit zu tun, sondern bloß mit schlechter Laune. Oder schlechter Erfahrung im Sinne von wenig Zutrauen zu unseren Fahrkünsten, je nachdem.

Macht sich jedoch Unruhe breit und die Katze beginnt zu hecheln (oft bereits kurz nach Beginn der Fahrt) und zeigt Symptome von Übelkeit wie starken Speichelfluss und/oder Würgereiz bzw. Erbrechen, manchmal wird auch spontan der Darm entleert, dann leidet sie tatsächlich sehr und wir müssen etwas tun ... Wobei sich zunächst, siehe vor, empfiehlt, die eigenen Fahrgewohnheiten unter die Lupe zu nehmen, da abruptes Starten, Ausscheren, Überholen, Bremsen etc. via Gleichgewichtssinn auch die Eingeweide über Gebühr beleidigen. Die menschlichen genauso, weshalb viele Leute nicht auf der Rückbank sitzen wollen – wo in der Regel der Katzenkorb steht. Außerdem sollten Sie überprüfen, ob die Übelkeit nicht in der Enge des Reisekäfigs = mangelnde Luftzirkulation, Wärmestau begründet liegt. Wobei es definitiv auch nichts hilft, wenn Sie das Gebläse auf den Korb richten ... damit provozieren Sie bestenfalls Augenentzündungen und eine Erkältung. Jedenfalls löst sich bei vielen Katzen das Problem von selbst, wenn sie frei auf der Rückbank oder Hutablage = mit Geschirr und Sicherheitsgurt liegen dürfen, was Sie freilich austesten müssen bzw. ein aufmerksamer Zweibeiner daneben sitzen sollte.

Abgesehen davon sowie einer magenfreundlicheren Fahrweise sollte jedenfalls eine Katze – nicht nur, aber ganz besonders, wenn sie sich dafür anfällig zeigt – in erster Linie kurz vor Reiseantritt nicht gefüttert werden und, wenn’s ohne Transportkorb nicht geht, nicht aus dem Fenster sehen können, weil schnell vorbeiziehende optische Reize die Symptome oft erst auslösen bzw. verstärken. Aus homöopathischer Sicht bieten sich folgende nützliche Arzneien an:

 

Ø                 NUX VOMICA D30 ist ein generell hilfreiches Heilmittel, wenn Magen und Darm rebellieren oder sich die Katze nicht beruhigen kann und ständig im Korb herumtigert. Beginnen Sie mit ein bis zwei Gaben eine halbe Stunde vor Antritt der Fahrt und setzen währenddem stündlich mit einer Gabe fort.

Ø                 COCCULUS D6 oder D30, zwei Gaben in kurzen Abständen vor Antritt der Reise können bei gemäßigter Fahrweise einer Übelkeit vorbeugen. Speichelt oder erbricht die Katze trotzdem und/oder setzt unwillkürlich Harn oder Kot ab, geben Sie das Mittel ebenfalls stündlich.

Ø                 Kriegen Sie eine gleichmäßig ruhige Fahrt nicht hin bzw. Übelkeit und Erbrechen liegen tatsächlich am Anfahren und Bremsen, versuchen Sie es mit einer einzigen Gabe STRYCHNINUM PHOSPHORICUM D200 – die mit etwas Glück für viele Monate wirkt (tatsächlich), manchmal sogar fürs ganze Leben ...

Ø                 Besteht der Verdacht, dass der Katze durch den Benzingeruch blümerant wird (halten Sie beim Tanken Fenster und Türen geschlossen!), hilft PETROLEUM D30, eine halbe Stunde vorher bzw. je nach Bedarf verabreicht.

Sollten es die bisher angeführten Mittel doch nicht bringen (was sehr selten ist, aber vorkommen kann), lassen sich die Probleme unter Umständen mit wöchentlich einer Gabe PETROLEUM D200 lösen.

Ø                 Begeisterte Skipper, die ihre Katze auch mit aufs Boot/Schiff nehmen, können der feliden Seekrankheit mit einigen Gaben TABACUM D30 begegnen.

Ø                 IPECACUANHA D30 ist ideal, wenn der Brechreiz im Vordergrund steht respektive die Katze häufig erbricht und ihr schwindelig wird (= unkoordinierte Bewegungen, Sabbern, auch Augenrollen oder leichtes Schielen können darauf hinweisen).

Ø                 Plötzlich einsetzendes, schweres Erbrechen, das nicht und nicht aufhören will und in der Regel von starkem Speichelfluss begleitet wird, verlangt nach APOMORPHINUM HYDROCHLORICUM D6. Etwa drei bis vier Gaben in kurzen Abständen auf die Schleimhaut im Mundwinkel gestrichen plagen die lädierte Mieze nicht zusätzlich.

 

Unruhe, Brechreiz, Appetitlosigkeit und/oder Durchfall können übrigens, wie bei uns auch, noch einige Zeit nach Beendigung der Reise fortdauern, weshalb Sie ein Mittel, das sich bewährt hat, auch dann noch einige Male geben können. Im Zweifel greifen Sie zu NUX VOMICA, COCCULUS oder IPECACUANHA, da diese Arzneien auch auf den Darm wirken und die Befindlichkeit insgesamt unterstützen.

 

Ø                 Tipp: Alle drei Mittel können (einzeln natürlich) auch als Kur vorab gegeben werden: Dreimal täglich, beginnend zehn Tage vor Reiseantritt.

 

 

 

 

SCHLAGANFALL

siehe auch Nervenkrankheiten, Krämpfe, Epilepsie, Lähmungen

 

Weil, so wie wir, auch unsere Haustiere immer älter werden, steigt bei diesen gleichermaßen die Möglichkeit von altersbedingten Leiden, und dazu gehört der Schlaganfall. Homöopathisch relativ gut behandelbar, liegt das Problem vermutlich eher am richtigen Erkennen, das aber wesentlich ist für den Erfolg. Denn in der Regel setzt der Schlag unter (Epilepsie-ähnlichen) Krämpfen ein, die Katze fällt plötzlich um und verliert das Bewusstsein, wobei sich das Augenweiß rot verfärbt und die Zunge dunkel wird. Der Anfall kann unterschiedlich lang sein und nach der Erholung mehr oder weniger starke Lähmungserscheinungen hinterlassen. Um zwecks korrekter Diagnose keine Zeit zu verlieren, macht es daher Sinn, bei Verdacht (telefonisch?) eilends den Tierarzt zu konsultieren.

Nichtsdestotrotz sollten Sie sicherheitshalber sofort mit der Behandlung beginnen, wobei sich zur Erstversorgung generell am besten Aconitum, Arnica und Belladonna eignen und die weiteren Arzneien als Folgemittel respektive zur Nachsorge eingesetzt werden sollten:

 

Ø                 ACONITUM D200, eine Gabe direkt nach der Attacke mit Wiederholung nach einer halben Stunde. Gleichzeitig geben Sie

Ø                 ARNICA D3 und BELLADONNA D4 viertelstündlich im Wechsel (notfalls auch in höherer Potenz), auf die Zunge oder Mundschleimhaut aufgebracht. Mit Besserung, wie immer, seltenere Gaben.

Diese Kombination ist (sofern heilbar) definitiv ideal bei einer Hirnblutung, die vereinzelt bei sehr alten Katzen in Form eines Schlaganfalls vorkommen kann. Anzeichen (je nach Ausmaß der Blutung): Störungen im Bewegungsablauf (mit Neigung, im Kreis zu laufen) und einseitige Lähmungserscheinungen.

ARNICA in Hochpotenz = D200 eignet sich jeweils auch gut zur Nachsorge: Eine Gabe täglich etwa drei Tage lang.

Ø                 Verbleibt die Katze trotzdem in Bewusstlosigkeit und atmet schwer und röchelnd, ist OPIUM D200 angezeigt, wobei die Dosis nach zwei Stunden wiederholt werden sollte. Haben Sie’s nur in Tiefpotenz zur Hand, z. B. D6, sind einige Gaben in ein- bis zweistündlichen Abständen nötig.

Ø                 Erscheinen nach der Genesung die Hinterläufe geschwächt und die Patientin ist schon ein älteres Kaliber, wirkt CONIUM MACULATUM D30 besonders gut: Eine Gabe täglich etwa zehn bis 14 Tage lang.

Ø                 BUFO RANA D30 ist ideal, wenn die Katze während des Krampfanfalls aus der Nase blutet und sich die Symptome durch Licht und Lärm verschlimmern. Als weiteres Indiz für dieses Mittel gilt, falls Sie sozusagen live dabei waren, dass die Katze vor dem Schlaganfall den Kopf nach hinten oder zur Seite gedreht hat: Zweimal täglich etwa sieben bis zehn Tage lang.

Ø                 Bleiben Lähmungen zurück - siehe diese.

Ø                 Leidet indes in der Folgezeit die Katze an Schlummersucht, scheint apathisch und/oder abgestumpft, Reaktionsvermögen und/oder Gedächtnis wirken mangelhaft, dann wird eine Nachkur nötig: Dreimal täglich eine Gabe HELLEBORUS NIGER D6 und dazu täglich eine Gabe BARIUM CARBONICUM D30 – so lange, bis es ihr wieder gut geht, was eine Weile dauern kann, also werfen Sie nicht zu früh das Handtuch.

 

 

SCHNUPFEN (Erkältung)

 

Siehe auch Nebenhöhlenentzündung = eine eitrige Entzündung der Stirnhöhle (Sinusitis), die auftreten kann, wenn ein eitriger Schnupfen nicht rasch genug ausheilt.

Schnupfen ist ziemlich leicht erkennbar für den aufmerksamen Katzenfreund, wenn dem ersten Mal Niesen gleich ein paar weitere folgen. Das muss zwar trotzdem nicht der Auftakt für einen Schnupfen sein und kann eine andere Ursache haben, aber wir wollen’s nicht vergeigen, zumal die Erstversorgung in keinem Fall schadet

 

Ø                 ACONITUM D30 ist nämlich nicht nur das erste Mittel bei jeder akuten, fieberhaften Entzündung, sondern eignet sich auch gut zur Vorsorge. Also besser einmal zu viel gegeben als einmal zu wenig. Mehrere Gaben in kurzen Abständen, in der Regel reichen zwei bis fünf aus, um den Schnupfen sowohl zu stoppen als auch die gesamte sich anbahnende Entwicklung. Rechtzeitig erkannt, Gefahr absolut gebannt! Aber merke: Die Aconitum-Phase ist kurz, stürmisch – und schnell vorüber, die Arznei wirkt daher nur bei den ersten Anzeichen.

Ø                 Haben wir’s verpasst und die Entzündung hat sich bereits lokalisiert - z.B. wenn zum häufigen Niesen bereits leichter Nasenausfluss hinzu kommt und die Katze mit der Pfote ständig die Nase scheuert, oder auch die Augen bereits leicht tränen - dann ist BELLADONNA D4, D6 oder höher das beste (Folge-) Mittel der Wahl: Zu Beginn einige Gaben in kurzen Abständen, danach dreimal täglich (mit Besserung seltener) bis zur Heilung.

Ø                 Ging auch diese Phase unerkannt vorüber, wird der anfangs wässrige Ausfluss schleimig oder sogar schleimig-eitrig, und weil die Nasengänge anschwellen, kann die Katze nicht mehr gut atmen und schnorchelt vor sich hin. Da muss LACHESIS D12 her, zwei bis drei Gaben in kurzen Abständen und danach dreimal täglich für wenige Tage, in der Regel reichen drei bis vier aus. Als weiteres Symptom kann hin und wieder eine Mandelentzündung oder ein Anschwellen der Lymphknoten am Rand des Unterkiefer beobachtet werden.

Ø                 Hat’s die Mieze aber voll erwischt und die Nase ist so verstopft, dass kein Ausfluss möglich ist, sie so gut wie gar keine Luft mehr bekommt und durch das Mäulchen atmen muss, dann ist HEPAR SULFURIS D12 das Mittel der Wahl. Wie vor einige Gaben in kurzen Abständen – am besten anfeuchten und in die Mundwinkel pappen, danach drei- bis viermal täglich, mit Besserung seltener.

Ø                 Bleiben danach „Restbestände“, d. h. der Katze geht es an sich gut, aber die Erkrankung ist nicht vollständig abgeklungen, versuchen wir mit LUFFA D12 unser Heil (Dosierung wie vor) – ganz besonders wenn der Schnupfen wieder aufzuflackern scheint, wobei heftiger Ausfluss mit Stillstand im Wechsel typisch ist für die Wahl dieser Arznei.

 

Nun ist freilich in der Regel kein Schnupfen wie der andere, ergo gibt es verschiedene Krankheitsbilder, wie etwa

 

Ø                 ein sehr wässriger Schnupfen, wo die Nase läuft und läuft wie ein Wasserhahn, wobei die Absonderungen die Nasenlöcher und Lippen wund und rot machen. Zumeist kann auch beobachtet werden, dass die Katze Wärme meidet (weil‘s verschlimmert) und es ihr im Kühlen besser geht. Das spricht für ALLIUM CEPA D3, wie vor wenige Gaben in kurzen Abständen und danach dreimal täglich – wobei ich empfehle, zu Beginn mit BELLADONNA zu mixen.

Ø                 Ist der schleimige Ausfluss jedoch dick, manchmal grünlich, manchmal gelblich und quillt in beachtlichen Mengen aus der Nase, dann greifen wir zu PULSATILLA D4 und dosieren wie vor. Wichtiges Indiz für dieses Mittel: Der Ausfluss ist mild und nicht reizend wie beim Allium-Bild.

Ø                 MERCURIUS SOLUBILIS D6 hilft, wenn der Ausfluss grünlich ist und Blut enthält und sich die Symptome tagsüber verschlechtern. Manchmal ist auch das Nasenbein angeschwollen. Dreimal täglich etwa eine Woche lang müsste das Problem beheben.

Ø                 Schubweiser Ausfluss mit tränenden Augen und vergeblichen Versuchen zu niesen spricht für KALIUM JODATUM D6, dreimal täglich bis zur Besserung, die in der Regel nicht länger als fünf Tage auf sich warten lässt.

Ø                 KALIUM BICHROMICUM D30 ist das Mittel der Wahl, wenn der hellgelbe Nasenausfluss zähe Schleimpfropfen enthält, die zähe und faserig ausschauen und manchmal mit Blutstreifen durchsetzt sind: Eine Gabe täglich etwa ein bis zwei Wochen lang.

Ø                 Eine Besonderheit stellt die Anwendung von ACIDUM FLUORICUM D12 dar, nämlich wenn der Verdacht besteht (Tierarzt!), dass Auslöser des Schnupfens Veränderungen (z.B. Geschwüre) an der Nasenscheidewand sind: Zwei Gaben täglich etwa zwei Wochen lang.

 

Schnupfen ist nicht nur lästig und bisweilen auch recht hartnäckig, sondern er belastet das Allgemeinbefinden der Katze sehr – genauso wie unseres, wenn wir trotz triefender Nase und Brummschädel ins Büro wanken. Zum Abschluss des Schnupfen-Kapitels daher noch einige Tipps:

 

1.      Sollten Sie die genannten Mittel in der angegebenen Potenz nicht vorrätig haben, können Sie auch eine höhere verwenden, zumindest zu Beginn der Behandlung, müssen dann aber die Reaktion der Katze sorglich beobachten = das heißt, die Symptome müssen genau zutreffen, weil Hochpotenzen sozusagen punktgenau zielen, während Tiefpotenzen eher eine Breitbandwirkung haben!

2.      Zur effektiven Bekämpfung ist es sehr hilfreich, wenn Sie auf Veränderungen im Krankheitsbild mit einem Wechsel der Arznei reagieren – mit fließenden Übergang, also der neuen Medizin noch einige Male die vorherige beigeben. Falls Sie sich dadurch überfordert fühlen, können Sie es mit einer

3.      Routineanwendung versuchen: Jeweils dreimal täglich drei Tage lang LACHESIS D12, danach drei Tage lang HEPAR SULFURIS D12.

4.      Wenn Sie mehrere Katzen haben und sich (berechtigt) sorgen, weil ein Schnupfen ja „wandert“ – oder aber, wenn Sie häufig mit diesem Problem konfrontiert werden oder die Schnupfenwelle nicht in den Griff bekommen – bietet sich jeweils eine Alternative an:

a)      Zur Vorsorge generell zu Beginn der kalten Jahreszeit ACONITUM D30 ins Trinkwasser, anfangs täglich, im Verlauf des Winters einmal wöchentlich. Wobei es unerheblich ist, wie viel Wasser eine (jede) Katze täglich zu sich nimmt bzw. ob die Schale geleert wird, denn homöopathisch gesehen hat die Menge der aufgenommenen Arznei keine Bedeutung. Das gilt genauso für Variante zwei:

b)      Ist der Schnupfen schon reihum im Gange und Sie haben womöglich längst die Übersicht verloren, wer gerade woran leidet, können Sie es mit einer Kur versuchen und reichern das Trinkwasser zur körpereigenen Abwehr mit ECHINACEA D1 an (das können Sie den Winter über beibehalten). In den ersten drei Tagen fügen Sie LACHESIS D30 hinzu, danach drei Tage lang HEPAR SULFURIS D30 und abschließend drei Tage lang SILICEA D30. Voraussetzung ist allerdings, dass jede Katze zumindest mal daran nippt, andernfalls geben Sie die Mittel sowohl ins Trinkwasser als auch unters Futter. Als Dosierhilfe gilt: Pro Liter Wasser je Mittel drei Tabletten.

 

 

SCHUPPEN

 

Schuppen sind zwar an sich keine Krankheit, können indes durchaus als Anzeichen einer solchen auftreten, von Hautpilz bis Gebärmutterentzündung, weshalb es nicht schaden kann, das ärztlich abklären zu lassen. Vorkommen können Schuppen jedenfalls quasi in den besten Familien, oft im Zusammenhang mit der Hormonproduktion, und da besonders bei älteren Kastraten. Bestenfalls handelt es sich „nur“ um eine Störung im Stoffwechsel, wobei in der Regel freilich eine langsame Futterumstellung in Erwägung gezogen werden sollte (sofern das den Oldie nicht total irritiert). Wir versuchen unser Heil mit

 

Ø                 SULFUR D6, wenn sich die Haut wärmer anfühlt als üblich, etwas gerötet ist und die Schuppen relativ groß sind: Zweimal täglich eine Gabe etwa zwei Wochen lang.

Ø                 Gleiche Dosierung und Dauer bei winzigen, fast staubig aussehenden Schuppen und einer blassen, relativ trockenen Haut: ARSENICUM ALBUM D6.

 

Die Kur kann wiederholt werden, ist aber nach dem drittem Mal noch immer keine Besserung zu erkennen, muss der Tierart her.

 

 

STÄRKUNGSMITTEL

 

Aufbau- oder Stärkungsmittel gelten in der Homöopathie als Konstitutionsmittel und sind an den Charakter der Symptomatik und den jeweiligen „Katzentyp“ gebunden. Diese näher zu erläutern würde hier den Rahmen sprengen, aber sie sind, kurz gesagt, individuell zugeschnitten nicht nur Stärkungsmittel, die den gesamten Organismus kräftigen und die körpereigene Abwehr unterstützen, sondern können auch „typische“ Leiden und charakterliche Disharmonien positiv beeinflussen, wenn bei einer Katze aus unterschiedlichen Gründen etwas aus dem Ruder gelaufen ist.

Ohne derart in die Tiefe zu gehen und da es hier eben nur um eine allgemeine, breiter gefächerte Wirkung gehen kann, bleiben die Arzneien auf einige begrenzt. Wir können sie sowohl unbeschadet geben als auch hervorragende Aufbauarbeit leisten, zumal die Mittel zur Kräftigung eines angeschlagenen Organismus chemischen Medikamenten häufig überlegen sind, zumindest aber ebenbürtig. Sofern, wie immer, sorgfältig gewählt.

Am Ende finden Sie außerdem eine Wirkstoffkombination zur Revitalisierung von alten Tieren.

 

Ø                 Anwendung, wenn nicht anders angegeben: Ein bis zwei Gaben täglich über längere Zeit. Bitte verwenden Sie nur die genannten Potenzen! Wenn sich das Arzneimittelbild überschneidet, können zwei Mittel gegeben werden, eines morgens und das andere abends. Aber nicht mehr! Auch ein Wechsel ist nicht sinnvoll, solange die gewählte Arznei sozusagen noch gar keine Gelegenheit hatte, ihre Arbeit zu tun. Haben Sie Geduld und machen Sie die Patientin nicht zum Versuchskaninchen.

Ø                 Als klassisches Aufbaumittel gilt CALCIUM PHOSPHORICUM D6 (bis D12), weil sich dieses Mineralsalz in allen Zellen, auch im Blut, befindet und somit ein sehr wichtiger Baustein ist. Ideal bei Schwächezuständen nach akuten und chronischen Krankheiten leistet die Arznei auch gute Dienste, wenn junge Katzen unter Ernährungsstörungen leiden bzw. im Zahnwechsel sind. Ebenso wird es nach Knochenbrüchen gegeben und immer dann, wenn bei einer Harnuntersuchung viele Phosphate gefunden werden. (D12) Zwei- bis (D6) dreimal täglich.

Ø                 Bei einer insgesamt schlechten körperlichen Verfassung kann PHOSPHORUS helfen und auch im Wechsel mit SILICEA gegeben werden, wobei eine Hochpotenz (D30/D200) und seltenere Gaben empfohlen werden = drei Tage lang Phosphorus abends und Silicea morgens, bei sichtlicher Erholung danach (ebenfalls im Wechsel) zwei- und später (falls erforderlich) einmal wöchentlich, bis die Katze wieder auf dem Damm ist.

Ø                 SULFUR D30 ist ein Konstitutionsmittel, das immer nach einer langwierigen (chemischen) Behandlung gegeben werden sollte, weil es den Organismus von belastenden Fremdstoffen befreit: Eine Gabe nach Abschluss einer Therapie ist in der Regel ausreichend.

Ø                 CHINA D6 – Eine unschätzbare Hilfe, wenn Schwäche und Müdigkeit als Folge von Flüssigkeitsverlust auftreten, z. B. also nach Durchfallerkrankungen, häufigem Erbrechen, Blutverlust, Eiterungen oder einer Gebärmutterentzündung.

Ø                 KALIUM PHOSPHORICUM D12 – Das Mittel der Wahl, wenn die geschwächte Katze unruhig und/oder reizbar ist. Auch ängstliche Katzen sprechen darauf sehr gut an.

Ø                 Gleichfalls überwiegend während der Genesungszeit eingesetzt wird eine großartige Mischung, die Sie unter Juckreiz, letzter Absatz, finden.

Ø                 Sehr jungen Kätzchen, die ohne erkennbare Ursache irgendwie nicht so recht werden wollen, können wir mit SILICEA einen „Vitalitäts“-Schubs geben - genauso wie älteren Tieren, die lieber philosophieren als was für die Fitness zu tun. Die Potenz ist zweitrangig: D6 bis 12 = zweimal täglich, D30 bis 200 = 3-2-1mal wöchentlich, bis sich die Kleine wieder gefangen hat bzw. der Senior mehr macht als Augengymnastik (dem D200 1-2mal im Monat aber nicht schaden kann).

Ø                 Alten Katzen können wir aber auch eine „Verjüngungskur“ zuteil werden lassen und geben AMBRA D12 und BARIUM CARBONICUM D12, jeweils täglich eine Gabe über längere Zeit.

Und in Zusammenarbeit mit dem Veterinär (der die Mittel unter die Haut applizieren muss) können wir dem noch eins draufsetzen: ACIDUM FORMICICUM D30 bei Katzen mit schmalem, schlankwüchsigem Körperbau, oder CALCIUM CARBONICUM D30 beim kräftigen, gedrungenen Typ (mit Neigung zum Fettansatz): Eine Spritze, die (jeweils) nach vier Wochen wiederholt werden kann.

 

 

 

TOXOPLASMOSE

 

Eine Infektion mit dem Toxoplasma gondii Erreger kommt bei Katzen zwar deutlich seltener vor als bei Hunden – ist aber insofern unerfreulicher, weil nur Katzen (über den Kot) Menschen anstecken können, Hunde jedoch nicht. Viele Katzen zeigen gar keine Symptome oder nur wenige, normalerweise analog einer milden Erkältung. In seltenen (akut bedingten) Fällen kam es indes zu Entzündungen der Lunge, der Nieren oder der Gehirnhaut, da in erster Linie das Lymphsystem betroffen ist. Die Diagnose kann aber nur durch zwei parallele Blutuntersuchungen (Sabin Feldmann-Test und Komplementbindungsreaktion) festgestellt werden, die beide positiv ausfallen müssen – was zweifellos Sinn macht, wenn Frauchen guter Hoffnung ist. Nichtsdestotrotz kein Grund, die Katze wegzugeben!! Nicht nur aufgrund möglicher Begleitkrankheiten an sich ein „Fall“ für den Doc, können wir homöopathisch unterstützen mit einer

 

Ø                 mehrwöchigen Kur: Täglich eine Gabe TOXOPLASMA D15, dazu dreimal täglich eine Tablette ECHINACEA D1. Zwei- bis dreimal täglich eine Tablette OKOUBAKA D2 kann zusätzlich nicht schaden.

 

 

TRÄNENKANAL

 

Normalerweise laufen die (zur Befeuchtung der Augen unerlässlichen) Tränen durch den Tränenkanal in die Nase. Ist hingegen der Kanal verstopft, z. B. durch ein Staubkorn, eine Verwachsung oder eine Lähmung der Nickhaut, fließen sie außen entlang der Nase ab – und wir sehen eine bräunliche „Spur“. Bei sonst normalem Auge gehen wir das an mit

 

Ø                 SILICEA D12, drei Gaben eine Woche lang, danach zweimal täglich bis zur Heilung.

 

In Verbindung mit Symtomen wie auffallend starker Bindehautentzündung, klebrigen Absonderungen und/oder Schnupfen, sollte – bei normaler Temperatur – auch eine Infektion mit Chlamydien (siehe Infektionskrankheiten) in Betracht gezogen (und der Doc kontaktiert) werden. Vor allem bei jungen Kätzchen.

 

 

TUMORE

siehe Geschwülste

 

 

UNFÄLLE & NOTFÄLLE = Sonderteil

UNSAUBERKEIT = Inkontinenz

 

 

 

 

 

VERHALTENSSTÖRUNGEN

In Verbindung mit Unsauberkeit siehe Inkontinenz

 

Seelische Probleme sind zwar auch homöopathisch sehr gut beeinflussbar, aber eine besonders heikle Mission, weil die jeweilige Arznei (ein sogenanntes Konstitutionsmittel) „maßgeschneidert“ auf die Katze als Gesamt-Individuum passen muss. Und die Seele ist ein weites Feld ... Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, das psychische Ungleichgewicht zu beeinflussen. Zumindest in bestimmten Situationen bzw. in Fällen, wo wir wenigstens nichts falsch machen können – ohne, logisch, garantiertem Erfolg. Ein Versuch lohnt sich freilich allemal.

Ø                 Angst vor dem Tierarzt: Eine Gabe PHOSPHORUS D200 eine Stunde vorher zeitigt die besten Ergebnisse. Eine gute Hilfe ist zudem, wenn eine solche Mieze nicht ewig im Wartezimmer inmitten anderer tierischer Patienten aufs Drankommen warten muss. In der Regel schätzen sie es auch, auf dem Behandlungstisch vom Besitzer gehalten zu werden (falls sie sich selber die Seele aus dem Leib bibbern, nehmen Sie die Arznei treulich vereint): Streichen Sie ihr dann mit den Fingerkuppen sachte immer wieder von der Stirn bis zum Hinterkopf, das beruhigt. Mitunter kann auch eine leichte Ohrenmassage helfen, mögen aber nicht alle, das müssen Sie testen.

Ø                 Angst auf Ausstellungen: ARGENTUM NITRICUM D30, eine Gabe täglich, beginnend etwa eine Woche vor dem Ereignis. Besser: Daheimbleiben. „Explodiert“ Mieze eher nur auf dem Richtertisch, geben Sie eine Stunde vorher eine weitere Gabe.

Ø                 In gleicher Weise mit derselben Arznei können Sie verfahren, wenn Sie umziehen. Im neuen Zuhause wechseln Sie dann für einige Tage zum „Heimwehmittel“ IGNATIA D6 (zwei-, dreimal täglich), um ihr (falls nötig) die Eingewöhnung zu erleichtern.

Ø                 ARGENTUM NITRICUM D30 hilft auch, wenn eine Katze Angst vor allem Neuen hat, weshalb es z. B. auch gegeben wird, wenn die Handwerker Ihr Heim überfallen oder ein Logiergast ansteht. Je nach Reaktion eine Gabe täglich.

Ø                 Angst vor Gewitterdonner: BORAX D3, mehrere Gaben in kurzen Abständen oder eine Gabe PHOSPHORUS D200.

Ø                 Angst vor der Silvesterknallerei: BORAX D3, beginnend zwei Wochen vor Silvester mit täglich drei Gaben.

Ø                 Angst vor Männern (oder Hosenbeinen) ist nicht selten, wenn eine Katze schlechte Erfahrungen gemacht hat (oder es glaubt). Reagiert sie eher aggressiv, können drei bis vier Gaben LYCOPODIUM D30 helfen, Gäste in Hosen den Besuch unbeschadet zu überstehen bzw. kann die Katze lernen, dass keine Gefahr besteht und ihr Verhalten sogar auf Dauer (ohne Medikation) ablegen. Verkriecht sie sich lediglich, passt das folgende Mittel vermutlich besser:

Ø                 Schreckhaftigkeit: Ein generell eher bängliches oder schüchternes Naturell kann durch KALIUM PHOSPHORICUM D12 oft wieder ins Lot kommen bzw. ist zumindest eine Besserung möglich. Dreimal täglich eine Gabe oder, weil unter Umständen ein Langzeitprojekt, dem Trinkwasser zugesetzt.

 

 

VERRENKUNG (Luxation)

 

Damit wird ein dauerndes Auseinanderweichen von Gelenkflächen (Unterkiefer, Ellenbogen, Hüftgelenk) bezeichnet, wobei Muskeln, Sehnen, Gefäße zerreißen oder Knochen absplittern. Oder sich Gelenkflächen unvollständig verschieben = Subluxation. Hochgradige Lahmheit, Veränderungen von Form und Lage eines Gelenks (wie abstehende Extremitäten) gehören selbstverständlich in die Hand eines Tierarztes!! Der homöopathische Beitrag ist nichtsdestotrotz eminent wichtig:

 

Ø                 ARNICA D30 (oder D200) alle drei bis vier Stunden eine Gabe, circa drei Tage lang gegeben, nimmt nicht nur die Schmerzen, sondern unterstützt (wirklich) wundersam die rasche Wiederherstellung.

 

 

VERSTAUCHUNG (Distorsion)

 

Im Gegensatz zur Verrenkung verlagern sich hier Gelenkflächen nur zeitweise, d.h. sie kehren – nach einem Sturz oder Fall aus großer Höhe, beim Hängenbleiben einer Gliedmaße oder durch andere gewaltsame Einwirkungen – wieder in die ursprüngliche Stellung zurück. Durch Überdehnung werden Gelenkbänder gezerrt (oder reißen teilweise), Blutergüsse und eine Schwellung der betroffenen Region führen zu Lahmheit, Empfindlichkeit und natürlich ziemlichen Schmerzen.

Ø                 Wir greifen selbstverständlich zuerst nach ARNICA (in jeder Potenz) und geben es mit RHUS TOXICODENDRON D30, zunächst ein- bis zweistündlich im Wechsel, danach viermal täglich, bis die Katze wieder wohlauf ist.

Ø                 Dazu wohltuend kühlende Umschläge mit ARNICA URTINKTUR, 25 Tropfen auf ein Glas Wasser.

Ø                 Bei Verdacht auf einen Bänderriss oder eine Verletzung der Knochenhaut (Tierarzt), fügen wir den genannten Arzneien RUTA GRAVEOLENS D4 hinzu und geben alle drei Mittel stündlich bis zur Besserung, danach zwei-, dreistündlich mehrere Tage lang.

Ø                 Gleichermaßen sehr bewährt hat sich auch ein Mix aus ARNICA D3, RUTA GRAVEOLENS D3 und HYPERICUM D3: Zunächst in kurzen Abständen wie vor, nach deutlicher Erholung drei bis vier Gaben täglich bis zur Heilung.

 

 

VERSTOPFUNG

 

Häufig aufgrund mangelnder Bewegung oder seelischer Disharmonie, hat Verstopfung auch mit den Fressgewohnheiten/der Ernährung zu tun. Kommt es nur gelegentlich vor, muss das nicht beunruhigen und kann – bei sonst normalem Allgemeinbefinden

 

Ø                 z. B. bei Bedarf durch ein Löffelchen Sardinenöl im Futter oder etwas roher Leber leicht wieder behoben werden. Da Wasser die Verdauung anregt und Katzen nicht viel trinken, kann auch das Futter damit angereichert werden und wird, weil dadurch á la Soße mit Geschmack, gern genommen – es sollte aber bitte nicht „schwimmen“.

Ø                 Ist der Erfolg nicht zufriedenstellend, wird ein Regulativ notwendig, weil Verstopfung an sich auch eine Schwäche des Darms voraussetzt: NUX VOMICA D6, CARBO VEGETABILIS D6 und OKOUBAKA D2, im Mix dreimal täglich für etwa drei Wochen.

 

In jedem Fall sollten Sie auf regelmäßige Entleerung achten = einmal täglich, mindestens aber jeden zweiten Tag. Denn wird der Dickdarm durch die sich stauenden Kotmassen überdehnt, bildet er sich selten auf seine normale Größe zurück und leistet bleibend weniger „Widerstand“.

Und: Wird nun eine akute Verstopfung nicht rechtzeitig behoben, stauen sich die nachkommenden Futtermengen im Dickdarm zusammen (bis nichts mehr geht und die Katze nichts mehr frisst = Lähmungen und weit aufgetriebener Leib), wodurch sich der Druck auf den Harnleiter erhöht und der Urin in den Nieren staut – zu den Lähmungen der Hinterhand kommt Erbrechen hinzu. Gelangt durch den Rückstau Urin ins Blut (Urämie), ist die Katze nicht mehr zu retten!!

Grund genug, es nicht soweit kommen zu lassen.

Bei zusätzlich erkennbaren Symptomen stehen je nach Katzentyp weitere Arzneien zur Verfügung, die im akuten Fall bis zur Besserung zweistündlich eine Gabe erfordern bzw. zwei bis drei täglich, wenn’s weniger gravierend daherkommt. In der Regel wird eine Kur von bis zu zwei Wochen notwendig sein, sollte sich ein Rückfall einstellen, genügt eine Gabe täglich für einige Zeit:

 

Ø                 CALCIUM CARBONICUM D12 reguliert nicht nur den Stuhlgang, sondern häufig auch noch andere Probleme, die mit dem Kalkhaushalt in Zusammenhang stehen – wenn es sich um eine gemächliche und eher gefräßige Katze á la Garfield handelt, die sich ungern bewegt und zu viele Kilos auf den Rippen hat.

Ø                 GRAPHITES D6 bewährt sich bei Phlegmatikern, die träge und schwerfällig sind, irgendwie traurig dreinschauen, oft auch ängstlich sind und sich leicht erschrecken. Als zusätzliches Symptom kann ein trockenes Fell beobachtet werden und/oder eine Neigung zu Ekzemen mit klebrigen Absonderungen oder anderen Veränderungen der Haut, z. B. Krusten oder Schrunden. Manche Katzen haben regelrecht „Schweißfüße“.

Ø                 BRYONIA D6 geben wir einer Katze, die sich zwar lösen kann, aber nur unter großer Anstrengung, wobei die trockene, harte (oft wie verbrannt aussehende) Beschaffenheit ebenso auffällig ist wie die Größe, die quasi eher an einen Schäferhund erinnert ... Als weitere Symptome können trockene Schleimhäute und großer Durst auftreten.

Ø                 Kleine Mengen von hartem Kot, die erst nach mehrmaligen Versuchen abgesetzt werden können, d. h. die Katze rennt ständig aufs Klo und es tut sich nichts, verlangen nach NUX VOMICA D6. Das Mittel hilft auch bei einem Krampf des Afterschließ-muskels oder wenn der Verstopfung zu viele Medikamente vorausgegangen sind.

Ø                 Alte Katzen, die an einer chronischen Verstopfung leiden (und die zuvor genannte Kur mit NUX, CARBO und OKOUBAKA hat’s nicht gebracht), brauchen ALUMINA D8.

Ø                 Abwechselnd ein Tag Durchfall und ein Tag Verstopfung? PULSATILLA D6.

Ø                 Durchfall mit Verstopfung gemeinsam gibt’s auch: SULFUR D6.

Ø                 Scheint der Darm wie gelähmt, wobei der Kotstau durch die Bauchdecke nicht tastbar ist, ebenso keine Darmbewegungen, muss eilends OPIUM her, D6 wie eingangs beschrieben oder eine Gabe D30.

 

 

 

 

WUNDEN & VERLETZUNGEN

Siehe auch Sonderteil Unfälle & Notfälle

Manuelle Versorgung (Verbände etc.) siehe Sonderteil Erste Hilfe

 

Ø                 Dosierung, sofern nicht anders angegeben: Wir verabreichen ¼-stündlich eine Gabe (3 bis 4), danach dreimal täglich bis zur Heilung

Ø                 Bienen- oder Wespenstiche sind wie alle Punkt- und Stichwunden (siehe tiefer) gut versorgt mit LEDUM D4, alternativ eignet sich auch APIS D3 ¼-stündlich eine Gabe (bis zu 5 insgesamt) wunderbar. Sollten Sie in der Nähe eines Imkers logieren, können sie vorsorgen: Jährlich zu Beginn eine Gabe APIS D200 immunisiert gegen das Gift und bannt die (Lebens-) Gefahr (z.B. einer allergischen Schockreaktion oder wenn’s mehrere Insekten auf die Katze abgesehen haben)

Ø                 Bisswunden: CALENDULA D2 innerlich und CALENDULA Salbe äußerlich

Ø                 Bisswunden durch eine Schlange (auch Gartenbenutzer kann mal eine Kreuzotter über den Weg schleichen): LEDUM D4 und LACHESIS D8 (notfalls höher) ¼- bis ½-stündlich, mit Besserung seltener

Ø                 Bluterguss im Auge nach Stoß oder Schlag: SYMPHYTUM D3, gut kombinierbar mit ARNICA

Ø                 Gelenk-, Bänder-, Sehnenverletzungen: RUTA GRAVEOLENS D3 und äußerlich CALENDULA Umschläge (ideal: Urtinktur verdünnt, notfalls Salbe); siehe auch Verstauchung, Verrenkung, Arthritis

Ø                 Hautabschürfungen tupfen wir mit dem fabelhaften JOHANNISKRAUTÖL ab (ablecken erlaubt), innerlich unterstützt HYPERICUM D3 die schnelle Heilung.

Ø                 Punkt- und Stichwunden (Nadeln, Insekten, spitze Gegenstände): LEDUM D4 (besonders dann, wenn der starke Schmerz in keinem Verhältnis zur kleinen Wunde steht) – ohne Schmerz: ARNICA (kann auch im Wechsel gegeben werden)

Ø                 Quetschungen mit Verletzung der Nervenenden, wenn z.B. eine Pfote eingeklemmt wurde, brauchen HYPERICUM D3 – das Mittel ist bei allen Wunden angezeigt, die mit einer Nervenverletzung einhergehen

Ø                 Quetschwunden mit Hautblutungen gehen wir mit ARNICA D4 (oder höher) im Wechsel mit HAMAMELIS D3 an. Äußerlich wird CALENDULA Salbe nicht schaden.

Ø                 Schnittwunden brauchen ARNICA (D6), keine Frage, ideal ergänzt (im Wechsel) mit STAPHISAGRIA D6

Ø                 Schusswunden können bei Freigängern durchaus vorkommen und da muss der Doktor ran – und wird bei Schrotkugeln zu tun haben. Zur Sicherheit sollte hinterher SILICEA D3 gegeben werden: Drei Wochen lang dreimal täglich, um das Einkapseln der/einer Kugel zu forcieren, falls er nicht alle findet oder entfernen kann.

 

Wen wir’s nicht rechtzeitig bemerkt haben, z.B. bei einem Freigänger: Weil bei Verletzungen der Haut durch Artgenossen oder wehrhafte Nagetiere Bakterien ins Gewebe der Unterhaut gelangen, kann eine eitrige Entzündung entstehen, die sich sogar flächig ausbreiten kann = eine sogenannte Phlegmone. Wir sehen eine Schwellung, die Katze hat Schmerzen, oft auch Fieber und das Allgemeinbefinden ist ziemlich beeinträchtigt. Der Tierarzt wird Antibiotika verordnen, der Haushomöopath hingegen wählt

 

Ø                 LACHESIS D10 und gibt es dreistündlich bis zum Abklingen. Bei gravierenden Verletzungen geben wir ECHINACEA D1 und PYROGENIUM D15 dazu.

Ø                 Bei stark infizierten Bisswunden hat sich ANTHRACINUM D200 sehr bewährt, zwei Gaben am ersten Tag, danach eine bis zur Heilung.

 

 

 

 

ZAHNFLEISCHENTZÜNDUNG

 

Beginnt in der Regel mit einem geröteten Zahnrand, der weder schmerzhaft noch wegzukriegen ist. Handelt es sich dabei um ein Kitten vor der ersten Impfung (wenn die mütterliche Immunabwehr via Milchbar nachlässt), sollten Sie an Katzenseuche denken und bei Infektionskrankheiten nachlesen (ohne die Krise zu kriegen, die Homöopathie hat hier eine wahre Wunderwaffe parat).

Ø                 Einen roten Zahnrand mit schlechtem Geruch, wobei die Schleimhaut leicht bluten kann bzw. wund und/oder geschwollen aussieht oder, in schweren Fällen, wo schon leichter Druck auf die Lippen oder das Abheben vom Kiefer Schmerzen auslöst, gehen wir mit KREOSOTUM D6 an, drei- bis viermal täglich für etwa drei Wochen.

Ø                 Gleiche Symptome = Zahnfleisch entzündet, geschwollen, blutet leicht, mit zusätzlich starkem Speichelfluss, geschwollen Ohrspeicheldrüsen und Kieferlymphknoten und einer grau-weiß belegten Zunge spricht für MERCURIUS SOLUBILIS D6, verabreicht wie vor. Manchmal zeigt die Katze großen Durst und/oder neigt zu lockerem, Durchfall ähnlichem Kot.

 

 

ZAHNFLEISCHTASCHEN

 

Entstanden durch die Bildung von Zahnstein, sammeln sich darin Futterreste und Krankheitskeime und übler Mundgeruch macht sich bemerkbar – Zeit, endlich die Beißerchen sanieren zu lassen! Zumal faule Zahnwurzeln nicht nur die Lebenserwartung einschränken, weil sie mit Organschädigungen einhergehen, unter anderem an Nieren oder Herz. Uns bleibt nur,

 

Ø                 zur Nachbehandlung ARNICA D30 zu geben

 

 

ZAHNFLEISCHGESCHWULST

 

Eine sogenannte Epulis kann aus einem oder mehreren Wucherungen des Gewebes bestehen und der Tierarzt ist gefragt. Hat er keine Einwände, kommt die Homöopathie zum Zug, die das Gewebe schrumpfen und abfallen lässt: Zweimal täglich über längere Zeit, da braucht’s Geduld.

 

Ø                 THUJA D6 bei einer Wucherung auf der Schleimhaut bzw. weichem Gewebe;

Ø                 SYMPHYTUM D6, wenn Ausgangsbasis die Knochenhaut ist bzw. das Gewebe einen derben Festigkeitsgrad aufweist;

Ø                 CALCIUM FLUORATUM D6 bei hartem Gewebe bzw. wenn die Neubildung vom Knochen ausgeht.

 

 

ZAHNSTEIN

 

Mundgeruch, Zahnfleischschwund, wackelige Zähne, Geschwüre, Abszesse und jede Menge Schmerzen gehen auf das Konto von Zahnstein. Ein homöopathisches Heilmittel gibt es nicht, da muss der Tierarzt ran. Rechtzeitig. Die Häufigkeit ist individuell, weil Kalksalze im Speichel, Härtegrad und Zusammensetzung ebenso wie die Schnelligkeit, mit der sich Kolonien von Bakterien ansammeln (was auch davon abhängt, wie viele Kohlehydrate das Futter enthält), bei jedem Organismus verschieden sind. Aber wir können vorsorgen! Bereits bei den Jungtieren, wenn sie in den Zahnwechsel (etwa ab dem vierten Lebensmonat) kommen, während wir bei den Erwachsenen zu

 

Ø                 FRAGARIA D30 (oder D200) greifen: Jeden zweiten Monat täglich eine Gabe etwa eine Woche lang. Einer Solomieze können Sie’s mit einem Löffel Futter verabreichen, d.h. die komplette Mahlzeit erst, nachdem sie das aufgegessen hat. Leidet sie generell unter schlechten Zähnen, behalten Sie das Verfahren lebenslang bei. Und natürlich können Sie diese Wunderkur jederzeit beginnen, am besten direkt nach einer erfolgten Zahnsanierung.

 

 

ZAHNWECHSEL

 

Da Hauskätzchen meist relativ früh und auch Rassekatzen überwiegend den Besitzer wechseln, bevor die neuen Beißerchen sprießen, geht das natürlich alle Besitzer an. Um nun dem Schätzchen ein Gebiss von bleibender Güte zu ermöglichen, bieten sich zwei respektive drei Versionen an. Welche Sie wählen, hängt (sofern bekannt bzw. zu erfragen) nicht zuletzt von der erblichen Disposition ab, manche Katzen/Rassen neigen zu schlechten Zähnen, manche weniger, manche kaum bis gar nicht. Schaden anrichten können Sie jedenfalls keinen!

 

Ø                 Die „Light“-Version: CALCIUM PHOSPHORICUM D6, beginnend im vierten Lebensmonat, drei Gaben täglich, bis die zehn Gramm Packung aufgebraucht ist.

Ø                 Version Nr. 2, wobei außerdem alle die Zähne und Knochen betreffenden Erbanlagen optimal gefördert werden, ist etwas aufwendiger:

a)        Vom vierten Monat an CALCIUM CARBONICUM D3, CALCIUM PHOSPHORICUM D6, CALCIUM FLUORATUM D6. Drei Gaben täglich drei Wochen lang, wobei das Mittel täglich gewechselt wird;

b)        Nach einer zweiwöchigen Pause setzen wir mit den gleichen Arzneien, aber in einer höheren Potenz fort: CALCIUM CARBONICUM D6, CALCIUM PHOSPHORICUM D12 und CALCIUM FLUORATUM D12 – Darreichung wie vor. Aber: Bei „mittlerer“ Zahnqualität können Sie diese Fortsetzung weglassen.

 

Probleme während des Zahnwechsels werden damit sozusagen im Keim erstickt, können aber nichtsdestotrotz vereinzelt auftreten (häufig infolge falscher Ernährung):

 

Ø                 Feuerrotes Zahnfleisch, Speichelfluss und Berührungsempfindlichkeit verschwinden nach einigen Gaben BELLADONNA D4 (oder D6), zweistündlich gegeben.

Ø                 Kleineren Wehwehchen, auch die Gemütsverfassung, die beim Zahnen gelegentlich aus dem Ruder läuft, begegnen wir mit CHAMOMILLA D6, anfangs einstündlich einige Gaben und, sollte es danach noch notwendig sein, zwei bis drei Gaben, bis das Miezlein wieder wohlauf ist.

Ø                 Sollten sich die bleiben Zähne bereits einstellen, bevor die Milchzähne ausgefallen sind, wobei besonders die Hakenzähne dann nebeneinander stehen und an Dracula erinnern, können wir das Extrahieren verhindern: CALCIUM PHOSPHORICUM D6, einen Monat lang viermal täglich gegeben, reguliert die Wachstumsstörungen und lässt die Milchzähne von alleine ausfallen.

 

 

ZÄHNE, lockere

 

Auch gesunde Zähne können sich lockern, in der Regel zwar erst in höherem Alter, was aber keinen Unterschied macht, wollen wir sie der Katze auf jeden Fall erhalten. Wackelt also ein Zahn und bereitet keine Schmerzen (Schmerzhaftigkeit spricht für einen Wurzelschaden, d. h. der Zahn muss entfernt werden), bietet sich eine hervorragende Arznei an:

 

Ø                 SYMPHYTUM D3 (oder D30), drei Wochen lang zweimal täglich gegeben (oder dem Futter beigemischt) festigt den Zahn und kann ihn noch längere Zeit erhalten – bei neuerlichem Bedarf und Wiederholung der Kur (nachweislich) sogar über Jahre!

Ø                 Auch ARGENTUM NITRICUM D6 wird diese Wirkung zugeschrieben: Drei Gaben täglich über vier Wochen lang, mit Wiederholung bei Bedarf.

 

 

Das war’s nun mit dem Lexikon – und ich hoffe, Sie konnten etwas damit anfangen und es wird Ihnen auch in der Zukunft gute Dienste leisten. Weiterbildung schadet freilich trotzdem nie, denn mehr Wissen bedeutet auch Unabhängigkeit. Und da passen die Schüßler-Salze samt Ergänzungsmittel wunderbar dazu – nicht zuletzt, weil für viele Freunde der Naturheilkunde Homöopathie und Schüßler-Salze ein und dasselbe sind. Mitnichten, liebe Leser, mitnichten ...

 

 

 

 

 

Dass bei beiden Heilverfahren die gleichen Arzneien auftauchen, kann schon verwirrend sein und Fragen aufwerfen. Angefangen von „Gibt’s einen Unterschied“ (ja) bis hin zu „Wer hat’s erfunden“ (beide, gewissermaßen), finden Sie die Antwort in der Einleitung – die da (höchst unzulänglich vereinfacht) lautet:

Schüßler konzentrierte sich nur auf körpereigene Mineralsalze (von Biochemikern später ergänzt), ihre Auswirkungen bei einem Ungleichgewicht und die Potenzen D6 und D12 als Regulativ. Hahnemanns wiederum verwendete viele Ausgangsstoffe, z.B. aus dem Pflanzen-, Mineral- oder Tierreich, und heute können wir mit mehr als dreitausend geprüften Arzneien in unterschiedlich wirksamen Potenzen allen möglichen Problemen zuleibe rücken. Bei beiden Methoden werden die Arzneien homöopathisch aufbereitet, abgesehen davon sind sie nur sehr bedingt miteinander vergleichbar.

 

 

 

DER KLEINE BRUDER DER HOMÖOPATHIE“

DIE SCHÜSSLER SALZE

 

 

EINLEITUNG

Hahnemann war nicht allein

 

Medizinmänner, Schamanen und Priester sowohl vergangener als auch bis zu einem gewissen Grad noch existenter Hochkulturen, wie etwa China, bedienten sich der vielfältigsten Methoden, um die Heilaspekte der Naturmedizin auf die Kranken zu übertragen. Das mag jetzt ein bisschen nach „Woodoo“ klingen, hat aber in keiner Weise etwas damit zu tun – nur weil ein Mensch keinen weißen Kittel trägt, sondern ein Baströckchen und Federn auf dem Kopf, muss er deswegen kein schlechterer Arzt sein. „Solche und solche“ gab und gibt es überall. Bleiben wir in unserem Kulturkreis, so gilt wohl der unter dem Namen Paracelsus (1493-1541) bekannte Arzt, Naturforscher und Philosoph schwäbischer Abkunft als namhaftester Vorläufer westlicher Naturheilkunde. Egal nun woher, Tatsache ist, dass Akupunktur, Akupressur und Kräuterkunde – um nur einige der geläufigsten alternativen Heilverfahren herauszugreifen – eine weit über tausendjährige Tradition haben und als „sanfte Medizin“ mittlerweile auch in unseren Breiten mit gutem Grund immer mehr Fuß fassen.

Ganz so weit zurückgehen müssen wir freilich nicht, denn unter diesem Aspekt ist die mit Homöopathie bezeichnete Methode eine vergleichsweise junge Wissenschaft. Ihr Begründer und „Vater“ ist der sächsische Arzt und Chemiker Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843). Sein Vermächtnis bestand aus etwa eintausend homöopathischen Arzneien, ein gewaltiges Erbe und in gewissem Sinne auch eine Bürde für jeden Nachfolger, der sich dieser Methode zu verschreiben gedachte. Und er hatte und hat eine ganze Reihe davon, sodass sich dieses Erbe mittlerweile nicht nur verdreifacht hat, sondern auch um weitere, in vielen Zügen ähnliche, Heilmethoden erweitert wurde.

Zum Beispiel durch Edward Bach (1886-1936), ein britischer Bakteriologe und Homöopath, dem wir die in den 1930er Jahren entwickelten „Bach-Blüten“ (es gibt 38) verdanken, die ihren festen Platz im naturheilkundlichen Repertoire haben. Am meisten bekannt werden vermutlich seine Rescue Remedy Notfalltropfen sein. Seine Methode grenzt sich genauso eigenständig von anderen ab wie die von Hahnemann oder Schüßler, der den Unterschied selbst auf den Punkt brachte:

 

Biochemie ist nicht Homöopathie

 

Zwar begann der Oldenburger Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1889) als praktizierender Homöopath, zäumte im Vergleich zu Hahnemann allerdings sozusagen das Pferd andersrum auf und beschäftige sich mit dem, was wir „schon in uns haben“ - nämlich mit jenen sich ständig im Blut befindlichen Mineralstoffen. Davon überzeugt, dass sich Gesundheit ganz besonders auf exakt im Verhältnis zueinander stehende, also ausgewogen vorhandene Mineralsalze im Blut und in den Körperzellen gründet, fand er heraus, dass es zwölf sind (später reduziert auf elf). Und konzentrierte sich auf die Erforschung ihres Aufgabenbereichs, ihr Zusammenspiel und die Auswirkungen, die ein Ungleichgewicht nach sich ziehen.

Schüßler verwendet also aus dem reichhaltigen homöopathischen Arzneimittelschatz ausschließlich jene Mineralstoffe, die im Organismus bereits vorhanden und für diesen als wesentliche Zellnährstoffe unverzichtbar sind. Sie entstehen durch die chemische Vereinigung von Metallen und Nichtmetallen und sind aus elektrisch geladenen Atomen, den Ionen (Schüßler nannte sie Salz-Moleküle) aufgebaut. Und der Erfolg machte ihn sicher, denn er hatte recht: Diese Ionen sind an allen Funktionen im Körper beteiligt und durch sie wird der geordnete physiologische Zellstoffwechsel überhaupt erst ermöglicht. Weshalb sie auch als biochemische Funktionsmittel bezeichnet werden. Wesentlich ist allerdings nicht nur ihre bloße Anwesenheit, sondern vor allem die Balance dieser Salze zueinander. Ein Missverhältnis (nicht nur ein Mangel) führt mit der Zeit zu einer Fehlfunktion und schlussendlich zu einer erkennbaren Krankheit. Sind demzufolge Defizite oder Störungen in der Verteilung bestimmter Salze in den Zellen die Ursache für krankhafte Zustände, so können sie durch die biochemische Behandlung sowohl ausgeglichen werden als auch einen Heilreiz vermitteln.

Schüßler rüttelte also weder am Wirkspektrum der Arzneien noch am Verfahren ihrer Herstellung (sie werden wie in der Homöopathie verdünnt und verschüttelt = potenziert), änderte jedoch sowohl den Blickwinkel als auch die Herangehensweise. Weshalb er auch mit einer gewissen Berechtigung vehement eine Unterscheidung zu dieser wünschte: „Ein nach dem Ähnlichkeitsprinzip gewähltes Mittel ist ein homöopathisches. Eines, dessen Anwendung sich auf die physiologische Chemie gründet, ist ein biochemisches. Mein Heilverfahren basiert auf physiologisch-chemische Vorgänge im Organismus.“

 

Aha. Aha?

 

Zwecks besserer Unterscheidung zu Hahnemanns Prinzip, Ähnliches mit Ähnlichem zu bekämpfen, ein Beispiel:

Beim Zerschneiden einer Zwiebel werden Inhaltsstoffe freigesetzt, die uns in der Regel „zum Weinen“ bringen = die Augen tränen und brennen. Treten die gleichen Symptome im Verlauf einer Erkältung auf, gehen wir mit der Zwiebel – in homöopathischer Aufbereitung natürlich, also ALLIUM CEPA - dagegen an. Je nach Leit-Symptom (= welches im Vordergrund steht) wird so eine Erkältung entweder Schritt für Schritt kuriert – was bisweilen eine gut bestückte Hausapotheke erfordert – oder in Summe effektiv aus der Welt geschafft. Weil viele Mittel ja eine breiter gefächerte Wirkung haben (können), sodass „Leitsymptom“ lediglich bedeutet, dass es auf dieses einen ganz besonderen Einfluss hat.

Ein klassischer Homöopath wird übrigens in der Regel immer nur EIN ganz gezielt gewähltes Mittel verordnen und das hat auch seine Berechtigung. In der modernen Medizin werden indes auch Mixpräparate herangezogen, abhängig vom Leiden natürlich. Einerseits weil eine perfekte Mischung die besten Voraussetzungen zur Heilung bietet, andererseits vermutlich auch als Reaktion in Kenntnis der menschlichen Natur ... Wir sind ungeduldig. Das näher zu erläutern würde jetzt zu weit führen, Tatsache ist, dass fertige Mischungen die Bequemlichkeit und die Annahme, damit auf „Nummer sicher“ zu gehen und schneller Erfolg zu erreichen, unterstützen. Letzteres ist, sofern nicht gezielt verordnet, freilich ein Irrtum.

Im Zusammenhang mit dem vorerwähnten grippalen Infekt wäre beispielsweise. Echinacea compositum, Gripp-Heel oder Engystol angezeigt – um nur einige herauszugreifen. Aber: Die Heilwirkung setzt aufgrund des logischerweise breiter gestreuten Spektrums meist mit Verzögerung ein, weil der Organismus sozusagen die Arzneien erst nach Brauchbarkeit „sortieren“ muss. Vor allem, wenn sie nicht über die Mundschleimhaut aufgenommen, sondern geschluckt werden. Da sie zudem mehrere Symptome abdecken, die nicht zwingend alle gleichzeitig auftreten, müssen Mixmittel in der Regel auch über einen längeren Zeitraum verabreicht werden. Und manchmal bleibt auch die gewünschte Wirkung insofern aus, als die Symptome zwar schwächer werden, aber nicht völlig abklingen - weil eben nicht spezifisch genug. Bei Einzelarzneien wiederum sind in der Regel nur wenige (manchmal sogar nur eine oder zwei) Gaben erforderlich um zu sehen, ob sie greifen. Zwar ist nichts dagegen einzuwenden, beides zu geben, also den Mix gezielt zu unterstützen – klingt aber ein bisschen nach „Schuss von hinten durchs Knie ins Auge“ ...

Da macht eine Kombination aus Homöopathie & Biochemie vermutlich mehr Sinn, wiewohl die Sache nicht einfacher.

 

Warum also jetzt Schüßler Salze - können die mehr?

 

Im Sinne von Schüßlers Gesunderhaltung durch Gleichgewicht – ja. Denn wir verwenden die gleichen Arzneien nach Hahnemann ebenso zur Behandlung von allerlei Wehwehchen. Jedes Mittel hat seinen eigenen, teils relativ breit gefächerten Wirkungskreis – wie genau genommen fast alle Homöopathika sehr viel mehr „können“, als im Lexikon zuvor genannt wurde, weil es ja jeweils nur um einzelne, ganz spezifische Anwendungsgebiete ging. Mal abgesehen davon, dass auch dieser Zweig der Medizin eines mehrjährigen (Zusatz-) Studiums bedarf.

Bei den Schüßler Salzen plus Ergänzungsmitteln aber gehen wir nun insofern ins Detail, als sie in der Folge einzeln beschrieben und alle Möglichkeiten aufgelistet werden, bei welchen sie eingesetzt werden können. Damit haben Sie die Wahl, sowohl ein (vom Tierarzt festgestelltes) Ungleichgewicht als auch eine im jeweiligen Bereich liegende Unpässlichkeit oder Erkrankung zu behandeln. Den Veterinär „ersparen“ können Sie sich freilich auch hier nur, wenn Sie sich Ihrer Sache wirklich sicher sind. Zum Trost sei immerhin vermerkt: Schaden anrichten können Sie keinen. Steht also nicht grade Miezes Leben auf dem Spiel oder sie leidet unsägliche Schmerzen, ist gegen Eigenregie nichts einzuwenden und mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit wird Sie der Erfolg verblüffen.

Sofern Sie – wie immer – Ihre Katze kennen und wirklich gut beobachten.

 

Anwendung

 

Dem Grundgedanken der Schüßler Therapie zufolge müssen einer kranken Zelle, die von sich aus nicht mehr imstande ist, Mineralien oder Spurenelemente aufzunehmen, entsprechende Reize = die homöopathisierten Stoffe angeboten werden, um sie wieder zur Arbeit zu motivieren. Das dauert. Und macht ein regelmäßiges Wiederholen dieser Reize über einen längeren Zeitraum notwendig. Bis das Missverhältnis aufgehoben ist. Nur wenn ein Mittel zur Linderung bzw. Behebung von akuten Beschwerden eingesetzt wird, ändern sich Dosierung und Dauer. Im Prinzip also ziemlich ähnlich wie in der Homöopathie.

 

Potenzen: Die Salze werden als Tabletten (auf Laktosebasis, wie alle Homöopathika nicht flüssiger Form) angeboten, allesamt in der Potenz D6, mit Ausnahme von Nr. 1, 3 und 11, für welche D12 erforderlich ist. Ein ganz wesentlicher Unterschied zur „normalen“ Homöopathie ist, dass die angegebenen Potenzen strikt einzuhalten sind, Sie dürfen also weder auf eine höhere noch eine niedrigere ausweichen, wenn nicht passend zur Hand. Das ist wirklich wichtig! ABER wo Schüßler draufsteht, ist auch Schüßler drin, soll heißen, seine Salze sind in anderen Potenzen gar nicht zu haben.

 

Dosierung: Geben Sie 3mal täglich eine Gabe (1 oder ½ Tablette) zerbröselt (nicht mit Metall in Verbindung bringen) oder angefeuchtet auf die Zunge/Mundschleimhaut, damit das Mittel schneller in den Blutkreislauf gelangt. Zur Anregung, zur Balance und zum Zellaufbau zwischen zwei und acht Wochen lang, je nach Situation eben (in Ausnahmefällen auch Monate, was Sie mit dem Doc absprechen sollten), weshalb ich den Zeitraum nicht näher eingrenzen kann und Ihrer Intuition überlassen muss. Kleine Hilfe = zur kurz reicht nicht und zu lang schadet nicht.

Bei akuten Erkrankungen geben Sie alle zehn Minuten eine Gabe, in etwa bis zu fünf, und wechseln danach zu 6-5-4-3 Gaben täglich. Also am ersten Tag sechs Gaben, am zweiten fünf und so fort. 3mal täglich dann so lange, bis es Mieze wieder gut geht.

Ist die Katze noch klein oder sie kann sich für das Zeug trotz neutralem Geschmack so gar nicht erwärmen, finden Sie im Lexikon (Seite 7: Wie bringt man’s in die Katze rein) verschiedene Tipps.

 

Und jetzt geht’s los.

 

 

 

 

SALZ Nr. 1 – das Gefäß-Mittel

CALCIUM FLUORATUM D12 (Flussspat)

 

96 Prozent des Fluors vom „gewöhnlichen“ Flussspat sind in den Knochen eingelagert, die restlichen vier Prozent verteilen sich über den gesamten übrigen Körper und seine Organe. Er ist zuständig für die Gesundheit der Knochenoberflächen, des Zahnschmelzes, der Zellen der Oberhaut und für die Elastizität der Blutgefäße und sämtlicher Fasern. Das heißt, er ist maßgebend für die Festigkeit und Härte von Knochen und Zähnen, beeinflusst aber auch die Haut und das Haarkleid. Außerdem ist dieser Mineralstoff für die ordnungsgemäße Funktion vieler innerer Organe wie Herz, Lunge, Leber, Nieren sowie das

Gehirn und die Augenlinsen außerordentlich wichtig – ein sehr mächtiges Mittel!

 

Indikation:

Ø                 Arterienverkalkung

Ø                 Erschlaffung der elastischen Gewebe, Bindegewebsschwäche

Ø                 Knochenhautentzündung

Ø                 Knochenkrankheiten, Exostosen (Knochenauswüchse)

Ø                 pathologische Erscheinungen an der Wirbelsäule

Ø                 Verschleiß der Gelenke (Arthrose), Rachitis

Ø                 Drüsengeschwülste und Verhärtungen in Drüsen

Ø                 unterstützend bei der Tumorbehandlung (harter Konsistenz)

Ø                 heilt Hautrisse

Ø                 Augenlinsen = Star. Bei abwechselnder Einnahme von Calciumfluorid und Kalium chloratum (Nr. 4) ist eine positive Beeinflussung des Grauen Stars zu erreichen

Ø                 Zahnanomalien und –erkrankungen, Karies

Ø                 Kropf

Ø                 Afterfisteln

 

 

 

SALZ Nr. 2 – das Aufbau-Mittel

CALCIUM PHOSPHORICUM D6 (phosphorsaurer Kalk)

 

In Verbindung mit Calcium befindet sich Phosphor in allen Zellen des Körpers. Es ist das wichtigste Knochenaufbaumittel, denn weit mehr als die Hälfte des Skeletts besteht aus diesem Mineralsalz. Es unterstützt das Wachstum der Knochen und Zähne und ist auch im Blut enthalten. Phosphor ist ein ausgesprochen wichtiger Zellbaustein, besonders der Zellkerne, Blut-, Ei- und Samenzellen. Außerdem ist Calciumphosphat enorm bedeutend für die Muskelarbeit und die Schleimhäute.

Bei der Wahl dieses Mittels spielt gelegentlich auch der „Typ“ eine Rolle, womit in diesem Fall freilich nicht standardgerechtes Outfit gemeint ist, sondern der „Arzneimittel-Typ“ = das Temperament und die Körperform, denn vor allem sprechen sehr lebhafte und schlankere Tiere besonders gut darauf an.

 

Indikation:

Ø                 Wird bei Knochen- und Zahnproblemen vielfach in Kombination mit Nr. 1 gegeben

Ø                 zur Festigung von Knochen und Zähnen

Ø                 Erkrankungen des Binde- und Stützgewebes, Bänderschäden

Ø                 Wachstumsstörungen bei schlanken Typen

Ø                 Rachitis

Ø                 gegen sämtliche Gliederschmerzen

Ø                 Demineralisation (Mineralstoffmangel allgemein)

Ø                 beruhigt nervöse Störungen und damit verbundenen Juckreiz

Ø                 hilft gut bei oberflächlichen (teils eitrigen) Entzündungen

Ø                 Eklampsie

Ø                 Epilepsie

Ø                 Blutarmut

Ø                 gute Unterstützung bei allen „Frauen“leiden

Ø                 Kopfschmerzen und Wetterfühligkeit

Ø                 in Phasen der Schwäche und Rekonvaleszenz zur Kräftigung und Regeneration

 

 

 

SALZ Nr. 3 – das Fieber-Mittel

FERRUM PHOSPHORICUM D12 (phosphorsaures Eisen)

 

Gleich vorweg: Ferrum wird zwar in erster Linie bei Fieber eingesetzt, es kann aber noch sehr viel mehr und findet ebenso als Infektionsschutz, Entzündungs- und Schmerzmittel sowie bei Muskelbeschwerden Anwendung. Es ist das Salz für das erste Entzündungsstadium (z.B. Insektenstich, Schürfwunden, Fließschnupfen), hilft also besonders bei allen akuten, „schlagartig“ auftretenden Störungen, die das körpereigene Abwehrsystem in Alarmzustand versetzen und dessen Arbeit unterstützt (wie Aconitum in der Homöopathie).

Ferrum phosphoricum kommt im Blut, den Muskeln, in der Leber, im Darm, im Gehirn und in vielen Drüsen vor. Es ist an verschiedenen Stoffwechsel- und Entgiftungsvorgängen (fördert die Ausscheidung von Giftstoffen) beteiligt und wichtig für die Stoffe Hämoglobin und Myoglobin, die für den Sauerstofftransport im Blut unerlässlich sind. Das heißt, es unterstützt das Blut bei der Aufnahme von Sauerstoff. Je mehr Sauerstoff in die Zellen gelangt, desto mehr Nährstoffe werden verbrannt, wodurch der Körper über mehr Energie verfügt. Die Verbindung von Eisen und Phosphat beeinflusst außerdem die Spannung (den Tonus) von Blutgefäßen und damit die Durchblutung. Ferrum phosphoricum hilft dem Körper, das Eisen im Organismus dorthin zu bringen, wo es benötigt wird – bei einer Erkältung etwa wird es vermehrt in der Milz gebraucht, wo die Fresszellen gebildet werden, die die eingedrungenen Krankheitserreger zerstören.

Die wesentlichste Erkrankung, die durch einen Mangel an diesem Mineral entsteht, ist die sogenannte Eisenmangelanämie. Häufigste Symptome sind allgemeine Müdigkeit, Infektionsanfälligkeit, Appetitlosigkeit, blasse Haut und brüchiges Haar.

Die Anwendung von Ferrum phosphoricum kann man in drei Bereiche unterteilen:

 

Ø                 Fiebermittel und Infektionsschutz:

Entgegen der heute leider häufig angewandten, eigentlich eher leichtfertigen Methode, Fieber mit Medikamenten künstlich zu unterdrücken, unterstützt Nr. 3 die Abwehrkräfte durch die Zufuhr von Eisen und Sauerstoff, so dass sich der Körper selbst helfen kann und das Fieber sinkt. Ferrum phosphoricum eignet sich auch besonders gut zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten bzw. bei Abwehrschwäche, wenn Mieze (oder Mensch) etwa von einer Erkältung in die andere fällt.

Ø                 Entzündungs- und Schmerzmittel:

Alle Entzündungen im Anfangsstadium – von Schnupfen, Husten, Mandel- und alle anderen Halsentzündungen über Durchfall und Magenschleimhautentzündung werden günstig beeinflusst. Ebenso frische Wunden und alle Schmerzen, die sich auf Druck oder Berührung verschlimmern.

Ø                 Als Muskelmittel:

Ferrum phosphoricum kann bei allen Muskelerkrankungen eingesetzt werden: Schwäche der Augenlidmuskeln, Herzmuskelschwäche, bei Überanstrengung, Muskelkater, Muskelrheuma, Muskelzerrung und Schwäche der Schließmuskel.

 

Weitere Anwendungsgebiete sind

Ø                 Störungen im Eisenstoffwechsel

Ø                 leichte Verletzungen (äußerlich und innerlich)

Ø                 Verbrennungen ersten Grades (z.B. Sonnenbrand bei weißen Katzen)

Ø                 Durchblutungsstörungen

Ø                 niedriger Blutdruck

Ø                 Wachstumsstörungen von Haut, Haaren und Nägeln

Ø                 Eklampsie

 

 

 

SALZ Nr. 4 – das Entzündungs-Mittel

KALIUM CHLORATUM D6 (Kaliumchlorid)

 

Kalium chloratum regt den Zellstoffwechsel an und kommt insbesondere in allen Gehirn- und Nervenzellen, im Blut und in den Muskeln vor. Es unterstützt und beeinflusst den Zucker- und den Eiweißstoffwechsel und wirkt steuernd auf den Herzrhythmus, die Magen- und Darmtätigkeit sowie die Harnbildenden Organe. Kalium chloratum ist außerdem das Mittel für alle Entzündungen im zweiten Stadium – wird also nach der Ferrum-Phase gegeben (vergleichbar mit Belladonna als Folge von Aconitum), wenn bereits die Gefahr einer chronischen entzündlichen Erkrankung besteht = z.B. Schleimabhusten bei Bronchitis, Magenschleimhaut- und Nebenhöhlenentzündungen. Durch seine aufsaugende Wirkung kann Kalium chloratum außerdem Gewebeflüssigkeit abtransportieren (beispielsweise bei Gelenkwasserstau).

Ein Mangel kann sich durch Senkung des Blutdruckes, Appetitlosigkeit und Muskelschwäche bemerkbar machen.

 

Indikation:

Ø                 Erkrankungen der Harnbildenden Organe (besonders wenn ein blutdurchsetzter, eiweißreicher Harn produziert wird

Ø                 chronische Nierenentzündung

Ø                 Hautausschläge (Ekzeme) mit mehlartigem Belag

Ø                 Haarausfall nach Medikamenten

Ø                 Bronchitis, Stockschnupfen, Tubenkatarrh

Ø                 Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut, der Augenbindehaut, der Gelenke und Sehnen sowie alle Entzündungen mit Fieber

Ø                 weißgraue Absonderungen auf Zähnen und Zunge

Ø                 fauliger Atem

Ø                 Geschwüre im Maul

Ø                 Blutungen mit schwärzlichem, dickem, mitunter klumpigem Blut

Ø                 jede Art von Drüsenentzündung

Ø                 Erkrankungen der seriösen Häute wie Herzbeutel, Rippenfell und Bauchfell

Ø                 jeglichem Krankheitsbefall der Schleimhäute

 

 

 

SALZ Nr. 5 – das Nerven-Mittel

KALIUM PHOSPHORICUM D6 (Kaliumphosphat)

 

Phosphorsaures Kali befindet sich in den Gehirn- und Nervenzellen, im Blut, den Muskeln sowie der Interzellularflüssigkeit und sorgt für die reibungslose Funktion von Nerven und Muskeln. Das Phosphat ist an der Energiegewinnung in den Zellen beteiligt und verhilft bestimmten Eiweißen (Myoglobin) im Muskel, Sauerstoff aufzunehmen und bei Bedarf wieder abzugeben. Kalium phosphorisum gilt daher als das „Nervensalz“ der Biochemie, das die Verteilung der Kalium- und Phosphat-Ionen reguliert und dadurch stabilisierend auf Nerven, Seele und Körper wirkt. Als „Generalmittel“ für alle Erschöpfungszustände körperlicher und seelischer Natur hilft es bei allen Fehlsteuerungen des vegetativen Nervensystems, also allen Beschwerden, die aufgrund von Nervosität und Überängstlichkeit entstehen. Außerdem verhindert es den Zerfall von Zellgewebe.

Ist die Verteilung der Kalium- und Phosphat-Ionen im Körper gestört, kommt es zu Muskelschwäche, Muskelschmerzen oder gar Muskellähmungen.

 

Indikation:

Ø                 Jede Art von Stress, Erschöpfung bzw. Schwächezustände

Ø                 jede Folge von Nervosität (z.B. Durchfall, Verstopfung, Atemnot), auch Hyperaktivität

Ø                 Ängstlichkeit, Schreckhaftigkeit

Ø                 Ausfall der Barthaare

Ø                 Gliederzittern

Ø                 Krämpfe

Ø                 Blutungen, wenn das Blut sehr dünn ist und schlecht gerinnt

Ø                 Muskelschwäche und Muskellähmungen, insbesondere im Gesicht, auch Schließmuskel

Ø                 bei hohem Fieber infolge schwerer Infektionskrankheiten

Ø                 Entgiftungsmittel

 

 

 

SALZ Nr. 6 – das Stoffwechsel-Mittel

KALIUM SULFURICUM D6 (Kaliumsulfat)

 

Die Sulfat-Ionen helfen dem Körper, Cystein (eine Aminosäure) zu bilden. Kaliumsulfat ist in erster Linie in den Schleimhäuten und in der Oberhaut zu finden, kommt aber auch in Knochen, Muskulatur und Nägeln vor und spielt bei der Verarbeitung von Eiweißen im Stoffwechsel eine Rolle. Durch seine austreibende Wirkung ist es auch an Entgiftungsprozessen maßgeblich beteiligt. Neben Nr. 3 = Ferrum phosphoricum, ist Kalium sulfuricum der wichtigste Sauerstoffträger in den Zellen und sorgt für eine regelmäßige Zellerneuerung. Sein Einsatz ist überall dort notwendig, wo der Stoffwechsel behindert oder zu träge geworden ist – besonders in hartnäckigen Fällen. Der Blutkreislauf in den Venen wird angeregt und es zeigt sich eine günstige Wirkung für Herz, den Pfortaderkreislauf und die angeschlossenen Organe, aber auch bei Gesundheitsstörungen oder Krankheiten, die nicht so recht „heraus wollen“. Es bewährt sich weiters bei verschiedenen Nervenschmerzen, Haut- und Schleimhauterkrankungen und steigert die Leistungsfähigkeit der Leber. Kalium sulfuricum ist zudem das Entzündungsmittel der 3. Stufe.

Ein Mangel kann zur Abstoßung von Zellen und der Haut führen.

 

Indikation:

Ø                 Basismittel bei allen Haut- und Leberkrankheiten

Ø                 Belastung der Leber durch Gifte

Ø                 alle Schleimhautentzündungen (Rachen, Bindehaut, Magen-Darm),

Ø                 alle Entzündungen mit schleichendem Verlauf

Ø                 chronischer Schnupfen

Ø                 chronische Ohrenentzündung

Ø                 Störungen des Haar- und Nagelwachstums

Ø                 Wandernde rheumatische Schmerzen

Ø                 Nervenschmerzen

Ø                 Gliederschmerzen und Mattigkeit

 

 

SALZ Nr. 7 – das Blitz-Mittel

MAGNESIUM PHOSPHORICUM D12 (phosphorsaures Magnesium)

 

Blitzmittel deshalb, weil Magnesiumphosphat auch als „heiße Sieben“ bezeichnet wird und innerhalb der Schüßler Salze eine Besonderheit darstellt – und zwar in akuten Fällen sowohl hinsichtlich der Wirkung als auch der Dosierung:

 

Ø                 Die entkrampfende und schmerzstillende Wirkung setzt schneller ein, wenn fünf Tabletten in heißem Wasser aufgelöst werden und die Lösung schluckweise nach und nach verabreicht wird – wie auch von der Homöopathie schon bekannt, dürfen Sie keinen Metalllöffel verwenden, da Metall die Wirkung negativ beeinflusst. Und selbstverständlich soll sich Mieze nicht die Zunge verbrühen, also testen Sie (erstmal auch an sich selbst), welche Temperatur ihr genehm ist. Die Prozedur kann ohne Probleme mehrmals über den Tag verteilt wiederholt werden, bis die Schmerzen verschwunden sind.

 

Magnesium phosphoricum ist am Aufbau von Knochen, Muskulatur, Nerven und allen Energie liefernden Prozessen der Zellen beteiligt. Seine Eigenschaft, die zur Muskulatur gehenden Nervenimpulse dämpfen zu können, also die Aktivität von Nerven und Muskeln zu mindern, macht Nr. 7 zu einer idealen Arznei bei allen plötzlich auftretenden, krampf- und kolikartigen Schmerzen, die oft sogar innerhalb kürzester Zeit verschwinden. Das gilt sowohl für die willkürliche Muskulatur = Gliedmaßen, Kaumuskeln, als auch für die unwillkürliche = wie Magen Darm, Herz und Gefäße.

Die ersten (von leider relativ vielen) Anzeichen eines Magnesiummangels sind daher Muskelkrämpfe, Krämpfe oder Koliken der Hohlorgane = Darm, Magen, Blase, Gallenblase, die sich rasch verschlechtern. Magen-, Darm- und Herzerkrankungen können gleichfalls auf einen Mangel deuten, ebenso Gehirnstörungen. Ein zusätzlich nützlicher Hinweis für die Anwendung dieses Mittels ist auch, dass sich Schmerzen durch sanfte Berührung verschlimmern, durch Druck und Wärme aber verbessern.

Auch das „Zittern“ von Katzenmüttern (vor wie nach der Geburt) gehört in der Regel zu diesem Arzneimittelbild und hat nichts mit einem Kältegefühl zu tun – allerdings sollten Sie auf Signale Richtung Eklampsie achten (siehe Lexikon) = mit Tempo zum Tierarzt. Oder Nr. 2 und Nr. 3 im Wechsel wie unter „akut“ beschrieben). Magnesium phosphoricum kann in diesem Falle (zusätzlich) durchaus nützen, reicht allein aber keinesfalls aus!

 

Indikation:

Ø                 alle Krampfzustände wie Krampfhusten, Zahnschmerzen, Bauchschmerzen, Magen- und Darmkrämpfe, Verkrampfungen der Atemmuskulatur,

Ø                 nervöse Herzbeschwerden

Ø                 Muskelzuckungen, Zittern

Ø                 Überdrehtsein, Unruhe und Nervosität

Ø                 zur Linderung rheumatischer Schmerzen

Ø                 auch Juckreiz spricht meist sehr gut drauf an

 

Schwere Schmerz- und Krampfzustände = Tierarzt! Zur Unterstützung seiner Therapie ist Magnesium phosphoricum aber allemal von großem Nutzen.

 

***

Den nachfolgenden drei Natrium-Mitteln gemeinsam ist, dass sich ein Mangel (abgesehen von den jeweils genannten Symptomen) durch ein Ansteigen oder Absinken des Blut-pH-Wertes zeigen kann, ebenso durch Erhöhung der Herzfrequenz, Appetitlosigkeit, Blutleere, mangelnden Durst, Erbrechen, Übelkeit und stark verminderter Harnausscheidung.

 

 

 

SALZ Nr. 8 – das Blut-Mittel

NATRIUM CHLORATUM D6 (Natriumchlorid)

 

Auch als Natrium muriaticum bekannt handelt sich dabei um schlichtes Kochsalz, das der Körper braucht für die Funktion von Nerven und Muskeln, zur Unterstützung der Enzyme (Steuereiweiße) bei Stoffwechselreaktionen und zur Steuerung des Stoffaustausches in den Körperzellen. Es reguliert den Wasserhaushalt und ist daher besonders angezeigt bei Störungen der Körperflüssigkeit, also bei „zu viel“ wie Schwellungen (Ödeme) ebenso wie bei „zu wenig“ infolge erhöhter Absonderung vorwiegend „salziger“ Natur – siehe Indikation. Natriumchlorid ist auch für die Zellteilung und damit für die Bildung neuer Zellen als auch für die Produktion von Magensäure bedeutsam. Außerdem vermehrt es die Zahl der roten Blutkörperchen, weshalb es bei Anämie samt Folgeerscheinungen mit Erfolg gegeben wird.

Ein Mangel zeigt sich häufig an einer besonderen Vorliebe für „menschliche“ Nahrung, also salzige oder stark gewürzte Speisen, besonders wenn die Mieze nur Fertigfutter bekommt – bei manchen Katzen reichen die enthaltenen Mineralstoffe nicht aus. Aber auch ein nicht direkt näher definierbares „unschönes“ Fellkleid wäre ein Hinweis auf Salzmangel.

 

Indikation:

Ø                 Abmagerung

Ø                 Austrocknung (= wenn Sie am Rücken/Nacken die Haut hochziehen und sich die Falte nicht rasch wieder glättet, sondern sich nur sehr langsam senkt oder gar stehen bleibt – da brennt der Hut!! – siehe auch Lexikon)

Ø                 Anämie

Ø                 Zahnschmerzen mit Speichelfluss

Ø                 wässriger Fließschnupfen

Ø                 Hautausschlag mit Bläschen wässrigen Inhalts,

Ø                 Neigung zu Ekzemen, besonders in den Gelenkbeugen

Ø                 Magenkatarrh mit wässrigem Erbrechen bzw. oftmaliges Erbrechen

Ø                 wässriger bis wässrig-schleimiger bzw. häufiger Durchfall

Ø                 Verstopfung

Ø                 Blasen- und Nierenenleiden

Ø                 Haarausfall, Haarbruch und andere diesbezügliche Auffälligkeiten

Ø                 Schwellungen verschiedener Ursache (ein Insektenstich könnte schon reichen)

Ø                 Kräfteverfall und allgemeine Schwäche

Ø                 kann auch bei Milchstau helfen

Ähnlich wie Ferrum als erstes Mittel generell bei Entzündungen (analog Aconitum aus der Homöopathie) gilt Natrium chloratum als hilfreiches

 

Ø                 Schnupfenmittel, wenn Sie Mieze schon nach den (möglichst) ersten paar Mal Niesen alle zehn Minuten ¼ Tablette einwerfen

 

Am besten zwei Tropfen Wasser drauf und diese Paste der Katze auf die Zunge pappen. Klingt das Notarzt-reif, werfen Sie’s eben ein. Binnen einer Stunde muss der Spuk vorbei sein, falls nicht, hören Sie trotzdem auf, denn dann wirkt es nicht mehr.

 

 

 

SALZ Nr. 9 – das Neutralisations-Mittel

NATRIUM PHOSPHORICUM D12 (Natriumphosphat)

 

Natriumphosphat ist im ganzen Körper verteilt und gilt als „Generalmittel“ für fast alle Erkrankungen, die dem rheumatischen Formenkreis zugerechnet werden, wird aber auch für Magen und Darm eingesetzt. Seine Natrium- und Phosphat-Ionen spielen bei vielen Stoffwechselprozessen eine wesentliche Rolle, lösen die Harnsäure im Blut und sind mitverantwortlich für den Kohlensäureaustausch des Blutes in der Lunge. Außerdem sind sie an der Verarbeitung von Fettsäuren beteiligt, fördern den Abbau von Milchsäure (die bei Muskelanstrengung vermehrt gebildet wird – wir kennen das als Muskelkater) über den Stoffwechsel und regen auch die Ausscheidung an.

Ist die Verteilung dieser Ionen gestört, verändert sich beispielsweise der Harnsäure-Stoffwechsel und es kommt zu rheumatischen Gelenkserkrankungen oder Gicht. Ist der Fettstoffwechsel nicht im Lot, folgen Verdauungsbeschwerden, z.B. in Form von Blähungen oder Koliken. Das beste Leitmerkmal wäre alles, was in Richtung „sauer“ geht = saures Erbrechen, saures Aufstoßen oder saurer Schweiß. Die Freude solch präzisen Hinweises wird uns unsere Mieze aber kaum geben (weshalb ich sie bei den Indikationen nur begrenzt aufgelistet habe), allerdings ist, wenn Sie die Nase in ihr Fell stecken, in der Tat oft ein leicht säuerlicher Körpergeruch erkennbar.

 

Indikation:

Ø                 Verdauungsbeschwerden

Ø                 gelblich-grüner, sauer riechender Durchfall

Ø                 Blasen-, Nieren- und Magenschleimhautentzündungen

Ø                 Gicht, besonders an kleinen Gelenken

Ø                 rheumatische Beschwerden

Ø                 Asthma-bedingte Atemprobleme

Ø                 kann auch bei beginnender Milchdrüsenentzündung helfen

 

 

 

SALZ Nr. 10 – das Entschlackungs-Mittel

NATRIUM SULFURICUM D6 (Natriumsulfat = Glaubersalz)

 

Natriumsulfat gilt als DIE biochemische Arznei zur Entschlackung und Entgiftung und damit als beste Unterstützung für die Reinigungsorgane Leber und Galle. Es regt außerdem die Bauchspeicheldrüse, den Darm und die Nierentätigkeit an, indem es die Ausscheidung von Verdauungssekreten fördert und somit eine indirekt entgiftende Wirkung hat. Das Salz wird auch als Abführmittel verwendet, weil es die Wasserrückgewinnung (Resorption) im Darm einschränkt und generell überschüssige Flüssigkeiten aus dem Körper schafft. Selbst aus den Zellen wird damit Wasser ausgeschieden, die auf diese Weise gereinigt werden. Es ist daher wie Nr. 8 an der Regulierung des Wasserhaushaltes beteiligt. Natrium sulfuricum wirkt auch entzündungshemmend und unterstützt die Verbrennung von Nährstoffen in den Zellen, was zur Wärme- und Energiebildung beiträgt.

 

Indikation:

Ø                 Asthma

Ø                 Durchblutungsstörungen im Gehirn

Ø                 Durchfall (vor allem morgens) mit hellem Kot

Ø                 Blähungen, Verstopfung

Ø                 Erbrechen

Ø                 erkältungsbedingte Entzündungen mit gelblich-grünem Schleim

Ø                 nässende Hautausschläge

Ø                 Akne (z.B. am Kinn) aufgrund Fehlernährung

Ø                 Lebererkrankungen und Gallestau, Gelbsucht

Ø                 Erkrankungen an Niere oder Blase

Ø                 rheumatische Beschwerden, besonders wenn sie sich bei Kälte und Feuchtigkeit verschlimmern

Ø                 Übergewicht, Fettsucht

Ø                 unterstützend bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Ø                 zu starke Milchbildung

 

 

 

SALZ Nr. 11 – das Haut-Mittel

SILICEA D12 (Kieselsäure)

 

Die Kieselsäure und ihre fabelhafte Wirkung (vorwiegend, aber nicht nur) bei allen Hautproblemen wird Ihnen vermutlich aus der Homöopathie schon hinlänglich bekannt sein. Sie ist beteiligt an der Eiweißsubstanz Kollagen, die zur Bildung und Stabilisierung von Knorpel, Bindegewebe, Sehnen und Knochen gebraucht wird. Außerdem ist es hauptverantwortlich für die Elastizität und Festigkeit der Haut, Haare und Nägel, ein hervorragendes Mittel für Gefäße und Augen – und beinahe unentbehrlich bei eitrigen Entzündungen und Blutergüssen. Silicea regt zudem die Fresszellen des Immunsystems zum verstärkten Angriff auf eingedrungene Krankheitserreger an (was es zu einem ungemein wichtigen Mittel für „kümmernde“ Kätzchen macht), hält die Blutgefäße elastisch und schützt somit vor Arterienverkalkung. Sein großer Wirkungskreis verbessert die Heiltendenz der Haut nach Verletzungen und verhindert Störungen der Knochenbildung während des Wachstums. Eine wahrhaft mächtige Arznei, die zu den ältesten bekannten Heilmitteln überhaupt gehört, denn sie wird schon in den Papyri der alten Ägypter erwähnt!

Ein Mangel oder ein Ungleichgewicht lässt sich häufig am Zustand von Haut und Haar ablesen.

 

Indikation:

Ø                 alle Hauterkrankungen,

Ø                 alle Eiterungen wie (kalte) Abszesse, Pusteln, Knötchen, Fisteln chronischer Natur

Ø                 alle Hautverdickungen, Narbenbildung

Ø                 Haarbruch, Haarausfall

Ø                 Wachstumsstörungen, Vereiterungen oder Bruch der Nägel

Ø                 rheumatische Gelenkerkrankungen, Bandscheibenschäden, Knochenschwund

Ø                 Störungen der Knochenbildung, Knochenhautentzündung, Sehnenerkrankungen, Gefäßverkalkung (bei Rachitis über Monate abwechselnd mit Calcium phosphoricum = Nr. 2

Ø                 Erschlaffung des Bindegewebes und der Gefäßwandungen

Ø                 Abwehrschwäche

Ø                 Blutergüsse

Ø                 Nierengrieß

Ø                 Starerkrankungen

Ø                 Epilepsie

 

 

 

SALZ Nr. 12 – das Schleimhaut-Mittel

CALCIUM SULFURICUM D6 (schwefelsaurer Kalk)

 

Calciumsulfat ist eigentlich Gips, das muss Sie aber nicht beunruhigen, denn er ist genauso ein „innerer“ Baustein und kommt überwiegend in Leber, Galle und den Muskeln vor. Er wirkt schleimlösend, fördert die Ausscheidung und kann daher bei allen Schleimhautkatarrhen, wo Sekretabfluss möglich ist, eingesetzt werden. Calciumsulfat beschleunigt überdies die Blutgerinnung, indem es vorübergehend Vitamin-K-Mangelerscheinungen ausgleicht.

 

Indikation:

Ø                 Analdrüseneiterung

Ø                 Eiterfisteln

Ø                 Umstimmung bei allen eitrigen Erkrankungen wie Hals- und Mandelentzündung, Nebenhöhlen- und Mittelohrentzündung, Zahnfleischentzündung etc., erweicht und fördert aber auch die Resorption alter, eitriger Prozesse (Abszesse, Furunkel u.dgl.)

Ø                 hilft bei chronischer Bronchitis

Ø                 löst Fließ- und Stockschnupfen

Ø                 regt den örtlich stagnierenden Stoffwechsel an

Ø                 unterstützt bei Hautproblemen

 

 

Tipp: Da alle Salze ja in Wechselwirkung zueinander stehen, finden Sie immer wieder mal gleiche oder ähnliche Beschwerden bei verschiedenen Salzen angeführt. Geben Sie trotzdem nicht mehrere Arzneien gleichzeitig in der Hoffnung auf mehr Breitbandwirkung, sondern beginnen mit dem Salz, das am besten „passt“ und warten die Wirkung ab. Bei Unsicherheit wie bei allen akuten Erkrankungen sollten Sie den Veterinär konsultieren – was generell sowieso niemals schaden kann!

 

 

 

 

12 ERGÄNZUNGSMITTEL

 

 

Zusätzlich zu Schüßlers Salzen wurden zunächst zwölf Ergänzungsmittel genannte Arzneien in den Heilschatz der biochemischen Medikamente aufgenommen, später folgten noch drei weitere und danach (ohne Anspruch auf die Bezeichnung Ergänzungsmittel) kamen durch die Arbeit verschiedener Biochemiker immer wieder welche hinzu. Weil ...

 

 

Die Forschung schläft nicht

 

Kurz vor seinem Tod reduzierte ja Schüßler selbst seine Salze auf elf, weil er dachte, Calcium sulfuricum (= Nr.12) wäre entbehrlich, aber er irrte sich, denn die medizinische Wissenschaft entdeckte Jahre später nicht nur weitere Mineralstoffe, die für den Organismus von Bedeutung sind, sondern rehabilitierte auch das von ihm ausgeschlossene. Neun der Ergänzungsmittel gehen auf den 1876 geborenen Biochemiker Dieter Schöpwinkel zurück, der in Mühlheim/Ruhr praktizierte und lange Jahre die internationalen Forschungsergebnisse über Mineralstoffe und Spurenelemente studierte. Seine Arbeit wurde mit einer Vielzahl ausländischer Doktorgrade gewürdigt, die ihm Universitäten von Frankreich bis Indien verliehen. Und seine Nachfolger machten das Dutzend komplett, auf das ich mich hier beschränke.

Hinsichtlich der Anwendung gibt es keine Unterschiede.

 

 

Salz Nr. 13

KALIUM ARSENICOSUM D6

 

Die meisten Kaliumsalze der Biochemie haben eine regulierende, stabilisierende Wirkung auf Herz, Haut und Schleimhäute (Lunge, Magen, Darm, Nieren). Kaliumarsenit ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das auf alle Körperzellen Einfluss hat und die natürlichen körperlichen Funktionen unterstützt – grobstofflich ist es ein Gift (= Arsen, aus der Homöopathie bekannt). Es ermöglicht die Arbeit von Nerven und Muskeln und wird bevorzugt bei chronischen Hauterkrankungen eingesetzt. Bei einem Mangel oder Ungleichgewicht verursacht es Störungen der Magen/Darmfunktion, eine Schwächung der Muskulatur und kann zu reduzierten Reflexen, niedrigem Blutdruck und Ödemen führen.

Charakteristik: „Trockene“ Symptome, periodisches Auftreten der Beschwerden, die sich bei Tiefdruckwetter oft verschlimmern.

 

Indikation:

Ø                 Hartnäckige Hautausschläge (Ekzeme) mit schuppiger, trockener Haut

Ø                 Schleimhautentzündungen = Schnupfen mit wenig/ohne Absonderungen, Bronchitis mit trockenem Husten, Entzündungen der Mandeln und des Rachens

Ø                 Magen/Darm-Katarrhe

Ø                 Bindehautentzündung mit trockenem Auge

Ø                 Muskelzuckungen, Krämpfe

 

 

Salz Nr. 14

KALIUM BROMATUM D6

 

Kaliumbromid wurde in allen Organen nachgewiesen, kommt aber vor allem in der Leber, der Schilddrüse, im Rückenmark und im Gehirn vor. Aufgrund seiner regulierenden Wirkung auf das Zentralnervensystem wird es bevorzugt in diesem Bereich eingesetzt = es beruhigt bei Erregung und stimuliert bei Erschöpfung. Außerdem hemmt es Entzündungen von Haut und Schleimhäuten (z.B. Magen/Darm).

Charakteristik: Unterstützt ideal andere Salze und sollte daher in Kombination gegeben werden.

 

Indikation:

Ø                 Schleimhautentzündungen (Mund, Nase, Rachen, Magen, Darm)

Ø                 Kehlkopf- und Mandelentzündung

Ø                 Schnupfen mit scharfen, wundmachenden Absonderungen

Ø                 Bronchitis mit Atemnot

Ø                 Akne

Ø                 Seh- und Hörstörungen

Ø                 Stresssymptome = Erschöpfung und nervöse Unruhe

Ø                 Lymphknotenschwellungen und Funktionsstörungen der Schilddrüse – zur Unterstützung der ärztlichen Behandlung

 

 

Salz Nr. 15

KALIUM JODATUM D6

 

Die Jod-Ionen wirken in erster Linie regulierend auf die Schilddrüse, das heißt, das Mittel wird bei allen durch eine Unter- oder Überfunktion entstandenen Störungen mit Gewinn eingesetzt. Die häufigsten Symptome sind schnelle Ermüdung, Erregung, Zittern, eine Bereitschaft zu unerklärlichen Durchfällen, erhöhter Pulsschlag, Haarausfall, Muskelschwäche – definitiv abklären kann das nur der Veterinär. Kaliumjodit hat außerdem eine entzündungshemmende bzw. schmerzstillende Wirkung auf Muskulatur, Sehnen, Bänder, Schleimhäute und Haut.

Charakteristik: Beschwerden, die sich durch Kälte oder Feuchtigkeit verschlimmern, sprechen besonders gut darauf an.

 

Indikation:

Ø                 Augenentzündungen (auch Erkältungskrankheiten) mit wund machendem, wässrigen Sekret

Ø                 Erweichung des Zahnschmelzes

Ø                 Schleimhauterkrankungen wie Durchfall oder Brochialkatarrh

Ø                 allergisch bedingte Atemprobleme und Schnupfen

Ø                 Gelenkschmerzen

Ø                 Funktionsstörungen der Schilddrüse

 

 

Salz Nr. 16

LITHIUM CHLORATUM D6

 

Lithiumchlorid beeinflusst den Eiweißstoffwechsel durch Vermehrung der Eiweißmoleküle, was den Gewebeaufbau unterstützt. Außerdem kann das Salz krankhafte Ablagerungen an den Gelenken (wie bei Arthrose) und Hautwucherungen (Narben) auflösen, fördert die Auflösung und Ausscheidung von Harnstoff und Harnsäurekristallen und erhöht die Leistungsfähigkeit des Immunsystems.

 

Indikation:

Ø                 Rheumatische (chronische) Erkrankungen aufgrund Harnsäureablagerungen

Ø                 Verdauungsstörungen mit Blähungen und Krämpfen, Entzündung der Magenschleimhaut

Ø                 Harn- und Blasenleiden (schleimiger, dunkler Urin mit rot-sandigen Sedimenten)

Ø                 Verhärtung und Verdickung von Gewebe oder Gewebeschwund (besonders nach einer Kortisonbehandlung)

Ø                 Hautkrankheiten aufgrund gesteigerter Absonderung der Talgdrüsen

Ø                 Abmagerung und allgemeine Schwäche

 

 

Salz Nr. 17

MANGANUM SULFURICUM D6

 

Das fast überall im Körper vorkommende Mangansulfat ist am Stoffwechsel von Kohlehydraten, Cholesterin und Aminosäuren (= wichtige Eiweiß-Bausteine) sowie an der notwendigen Energiegewinnung der Zellen beteiligt und aktiviert Enzyme. Die Mangan- und Sulfat-Ionen helfen beim Aufbau von Knorpel, Knochen und Bindegewebe.

Charakteristik: Ein Mangel fördert die Ausscheidung von Histamin und damit die Entstehung allergischer Symptome.

 

Indikation:

Ø                 Allergiebereitschaft

Ø                 Abwehrschwäche

Ø                 gerötete, geschwollene Augen, Entzündung der Augenlider

Ø                 trockene Schleimhäute

Ø                 Speichelfluss

Ø                 Ekzeme wie Schuppenflechte

Ø                 Gelenk- und Knochenerkrankungen (Arthritis, Arthrose), Bandscheibenschäden, Knochenwachstumsstörungen, Knochenhautentzündung

 

 

Salz Nr. 18

CALCIUM SULFURATUM HAHNEMANNI D6

 

Kalziumsulfid wurde bereits in der Homöopathie mit Erfolg bei Asthma, eitrigen Prozessen und als Gegenmittel bei Quecksilbervergiftungen genannt/eingesetzt. Die Sulfid-Ionen unterstützen die Verbrennungsprozesse in den Zellen (wichtig für die Energiegewinnung) und fördern die Ausscheidung = Entgiftung.

Charakteristik: Durch die Verbindung von Schwefel und Kalk wirkt dieses Salz bei den nach genannten Erkrankungen besser als andere Schwefelpräparate. Wird effektiv unterstützt von Nr. 6, 9 und 17.

 

Indikation:

Ø                 eitrige Entzündungen, meist chronischer Natur (Mandeln, Bronchien)

Ø                 Neigung zu Erkältungskrankheiten

Ø                 hartnäckige (auch eitrige) bzw. nur zögerlich heilende Hautausschläge

Ø                 gerötete, (berührungs-)empfindliche Haut

 

 

Salz Nr. 19

CUPRUM ARSENICOSUM D6

 

Als Bestandteil von Enzymen beschleunigt Kupfer den Stoffwechsel und ist wichtig für das Wachstum, außerdem wirkt es auf die Reifung der roten Blutkörperchen. Ein Mangel oder eine Störung kann zu Anämie, Abwehrschwäche und Haarausfall führen. Cuprum wird bevorzugt (auch in der Homöopathie, unter anderem) bei Krampfzuständen vieler Organe eingesetzt. In Verbindung mit Spurenelementen von Arsen unterstützt es physiologische Prozesse.

Charakteristik: Ist aufgrund der krampflösenden Wirkung eine ideale Ergänzung jeder Therapie.

 

Indikation:

Ø                 Krampfhusten bis zum Ersticken

Ø                 Durchfall mit Bauchkrämpfen

Ø                 Magen-Darm-Entzündung mit Krämpfen

Ø                 Muskelkrämpfe und Lähmungserscheinungen

Ø                 Gefäßkrämpfe im Bereich der Zehen

Ø                 Epileptiforme Anfälle

Ø                 Anämie

Ø                 Appetitlosigkeit

Ø                 Schwäche des Immunsystems

 

 

Salz Nr. 20

KALIUM ALUMINIUM SULFURICUM D6

 

Alaun fördert die Eiweißgerinnung und wirkt adstringierend (= zusammenziehend) auf Schleimhäute und Wunden, wodurch Entzündungen gehemmt und die Blutgerinnung beeinflusst werden. Wird manchmal unterstützend auch bei zersetzenden (faulenden) Prozessen eingesetzt.

Charakteristik: Kleine Blutungen (wie Kratzer) lassen sich mit einem Alaun-Stift stillen

Indikation:

Ø                 Chronische Katarrhe mit starker Schleimabsonderung

Ø                 verringert die Bildung von Sekreten

Ø                 Blasenschwäche

Ø                 Tränen- und Speichelfluss

Ø                 unterstützend bei Magen/Darmkoliken mit Durchfall

 

 

Salz Nr. 21

ZINCUM CHLORATUM D6

 

Zink-Spurenelemente kommen in allen Organen vor, es beschleunigt als Bestandteil von Enzymen den Stoffwechsel und ist an der Neubildung der Knochen beteiligt. Durch Stabilisierung von Zellmembranen wird der Aufbau von Proteinen gefördert, die unverzichtbar sind bei der Bildung von Antikörpern, Hormonen, Knorpeln und Knochen, weshalb Zink für das Immunsystem besonders wichtig ist.

Ein Mangel kann zu Störungen der Enzymbildung im Verdauungssystem, der Insulinbildung in der Bauchspeicheldrüse und auch zu Hauterkrankungen führen. Hahnemann hat Zinksalze auch bei nervlichen Beschwerden eingesetzt.

 

Indikation:

Ø                 Schwäche des Immunsystems

Ø                 Schlechte Heiltendenz bei Wunden, chronische Ekzeme

Ø                 Krämpfe, nervöse Zuckungen und Schwächeanfälle

Ø                 Wachstumsstörungen (auch der Haare und Nägel)

Ø                 niedriger Blutdruck, Blutarmut

Ø                 zur Unterstützung bei Diabetes mellitus

Ø                 Neuralgien

 

 

Salz Nr. 22

CALCIUM CARBONICUM HAHNEMANNI D6

 

Das wichtige Kalziumkarbonat werden Sie schon aus der Homöopathie kennen, das bei einem Mangel bzw. einer Störung für eine Vielzahl von Erkrankungen sorgen kann. Kohlensaures Kalzium schützt Haut und Schleimhäute bei Entzündungen und unterstützt (wie alle Kaliumsalze) vor allem das Wachstum von Knochen und Zähnen, weshalb es ein enorm wertvolles Mittel gegen Skelettmissbildungen bei Jungtieren ist, aber genauso einer Knochenerweichung bei älteren Tieren vorbeugt. Durch seinen stabilisierenden Einfluss auf die Zellmembran ist es an der Impulsübertragung von den Nerven zu den Muskeln beteiligt, weshalb es auch bei Schmerzen und Krämpfen hilft.

Charakteristik: Konstitutionsmittel, besonders wichtig für ganz junge und alte Tiere:

 

Indikation:

Ø                 Knochenwachstumsstörungen, Rachitis

Ø                 Krämpfe der glatten Muskulatur (Hohlorgane, Gefäße)

Ø                 Verdauungsstörungen unklarer Ursache (besonders bei Jungtieren)

Ø                 Epilepsie

Ø                 Fettgeschwülste und Warzen

Ø                 chronische Ekzeme

Ø                 chronische Mandelentzündung

Ø                 Allergieneigung

Ø                 Infektanfälligkeit

 

 

Salz Nr. 23

NATRIUM BICARBONICUM D6

 

Natriumbikarbonat = Natron im Blut spielt als Säurepuffer bei Körperflüssigkeiten und Geweben eine wesentliche Rolle und ist für den Zwischenstoffwechsel im Organismus unerlässlich. Eine Änderung des Säureverhältnisses (pH-Wert) im Blut kann lebensbedrohlich sein. Das Salz wirkt regulierend auf den Stoffwechsel und kann überschüssige Säure sowohl binden als auch neutralisieren, weshalb es besonders bei Magenproblemen verordnet wird. Es kommt auch in der Bauchspeicheldrüse vor und ist an der Bildung von Pankreassaft beteiligt.

Charakteristik: Altes Hausmittel bei Verdauungsstörungen, das schon die Ägypter kannten.

 

Indikation:

Ø                 Schleimhautreizung von Magen/Darm

Ø                 Verdauungsstörungen aufgrund Fehlernährung (chronisch wie akut = wenn Mieze die halbe Sahnetorte gemopst hat)

Ø                 alle Erkrankungen, die mit Störungen des Stoffwechsels einhergehen, auch rheumatische Beschwerden

Ø                 harmlose Insektenstiche mit Schwellung und Schmerz

 

 

Salz Nr. 24

ARSENUM JODATUM D6

 

Arsentrijodid wirkt auf den gesamten Organismus, vorwiegend jedoch auf Haut und Schleimhäute und unterstützt bei der Herstellung des Schilddrüsenhormons. Ein Jodmangel kann zu allgemeiner Schwäche führen. In Verbindung mit Spurenelementen von Arsen wird es vorwiegend bei Atemwegsproblemen eingesetzt.

Charakteristik: Besonders hilfreich, wenn die genannten Beschwerden zwar schon im Abklingen sind, sich aber die komplette Heilung nicht einstellen will.

 

Indikation:

Ø                 Hartnäckig gereizte und entzündete Schleimhäute mit scharfen, wund machenden Ausscheidungen (Nase, Darm = Durchfall)

Ø                 Nasennebenhöhlen-Katarrh

Ø                 chronischer Schnupfen, Bronchitis, Bronchialasthma

Ø                 zähe Ausheilung einer Lungenentzündung

Ø                 rote, geschwollene Schleimhäute mit Ödemen (Atemwege, Bronchitis, Lunge)

Ø                 nässende Hautausschläge, Akne

Ø                 Funktionsstörungen der Schilddrüse

Ø                 körperliche Schwäche, Gewichtsverlust

 

 

 

 

 

UNFÄLLE & NOTFÄLLE

 

Maßnahmen für die manuelle Erste Hilfe finden Sie im Anschluss. Und der besseren Übersicht wegen gibt’s für Probleme, die nicht so kurz und bündig abgehandelt werden können, jeweils einen Querverweis.

 

Je nach Ernst der Lage gehört jeder Unfall oder Notfall in die Hand eines Tierarztes – entweder sofort oder nach unserer Erstversorgung. Mit Vorzug auch dann, wenn wir bereits Hilfe geleistet haben, einfach weil uns solche Situationen in Angst und Aufregung versetzen und Behandlungsfehler nicht auszuschließen sind. Oder weil wir innere Verletzungen bzw. Folgeschäden nicht abschätzen können.

Um nichts zu versäumen und die Patientin nicht zu gefährden gehen Sie also lieber einmal zu viel zum Veterinär als einmal zu wenig. Und dieses, je nach Situation, recht hurtig!

Glücklicherweise bleiben Katastrophen auf Leben und Tod Einzelfälle und meist werden wir mit weniger Dramatik konfrontiert. Trotzdem hat kaum ein Tierbesitzer den hilfreichen Doktor im Nebenzimmer gelagert und oft genug ist in der Eile nicht mal einer telefonisch zu erreichen. Zumal ein „Unglück selten allein“ kommt und seltsamerweise vorzugsweise auch noch nachts. Wobei es zur Frage der Priorität = renne ich sofort zum Telefon oder soll ich zuerst bestmögliche Hilfe leisten, keine festen Regeln gibt und der gesunde Menschenverstand entscheiden muss. Zumindest Restbestände werden ja trotz Panik hoffentlich noch vorhanden sein ...

Eine allgemeinen Gebrauchsanweisung für Notfälle gibt es übrigens nicht, denn jeder Fall liegt ein bisschen anders.

 

Ø                 WICHTIG ist, dass die Arzneien unverzüglich ihre Wirkung entfalten können und daher auf die Mundschleimhaut aufgebracht werden müssen: Zerpulvern, eventuell anfeuchten und die Brösel/feuchte Paste hinter die Mundwinkel, zwischen Lefzen und Zahnrand (notfalls auf der Zunge) abstreifen. Natürlich auch, wenn die Katze nicht bei Bewusstsein ist.

Ø                 Das Generalmittel ist ARNICA D6 (oder in jeder anderen sofort verfügbaren Potenz), das wir möglichst unverzüglich bei jeglicher Form von Unfall mit (ohne) äußerer Gewalteinwirkung (Stoß, Sturz, Schlag, Verletzung etc.) geben: 4 x 1 Gabe im Abstand von je 10-15 Minuten, danach halbstündlich, bis es der Katze deutlich besser geht bzw. Sie die Praxis erreicht haben = innere Verletzungen/Blutungen!

Das Mittel hilft zudem vorzüglich bei Schock, Kreislaufversagen (= Seite 68), stillt Blutungen und darf in keiner Hausapotheke fehlen!! Falls doch, kann zur Überbrückung ACONITUM (in jeder Potenz, gleichermaßen verabreicht) Angst und Schock mildern.

Ø                 Biss-, Stich-, Schnittverletzungen siehe Wunden & Verletzungen Seite 96

Ø                 Blutungen siehe Seite 25 zw. Manuelle Erste Hilfe im Anschluss

Ø                 Elektrischer Schlag (meist Jungtiere, weil Kabel nicht gut genug versteckt): Strom abstellen, bevor Sie die Katze wegziehen (oder Gummihandschuhe tragen). Die Bewusstlose auf die Seite legen und künstliche beatmen – siehe Erste Hilfe, Seite ... Oder: Zunge herausziehen, Hals strecken und mit der flachen Hand rhythmisch die Rippenwand drücken (nicht zu fest) = alle zwei bis vier Sekunden, sodass die Luft aus den Lungen aus- und wieder einströmen kann. Solange wiederholen, bis die Katze zu sich kommt. Einige Gaben ACONITUM hinterher können nicht schaden (Potenz unerheblich).

Ø                 Erfrierung/Unterkühlung: Wickeln Sie die Katze in dicke, warme Tücher (aber NIE im Transportkorb neben die Heizung stellen!!) und lokale Erfrierungen (z.B. Ohren, Zehen, Schwanz) mit einem in warmes Wasser getauchtem Tuch. Innerlich helfen Glukoselösung = Traubenzucker und einige Gaben ACONITUM. Mit zunehmender Blutzirkulation rötet sich die Haut wieder. Sehr hilfreich wäre auch AMANITA MUSCARIA, wird aber kaum vorrätig sein. Bei schweren Erfrierungen können die betroffenen Stellen brandig werden, also gehen Sie sicherheitshalber zum Tierarzt!

Ø                 Fremdkörper unter der Haut (z.B. Grannen, Dornen), die „Wandern“ können und an die man schlecht drankommt, gehen wir mit SILICEA D200 an (die Hochpotenz ist hier wichtig): Dreimal täglich eine knappe Woche lang, worauf der Fremdling heraus geschoben wird. Kann auch helfen, wenn sich z.B. ein Grashalm in die Nase verirrt hat.

Fremdkörper in Rachen oder Mundhöhle (Speichelfluss, Husten-, Brechreiz, Würgen, Kratzen am Hals/Mäulchen mit der Pfote im Versuch, das lästige Ding loszuwerden: Wenn entfernen mit der Pinzette nicht geht: Tierarzt!

Ø                 Gefäßverschluss (Thrombose) siehe Seite 39. Anzeichen: Lähmung, Kälte (vor allem der Gliedmaßen), Gefühllosigkeit und dunkle Verfärbung.

Ø                 Gehirnerschütterung braucht ARNICA (D3 oder was die Hausapotheke hergibt) im Wechsel mit HYPERICUM D3: ¼-stündlich eine Gabe (insgesamt etwa acht) auf die Mundschleimhaut, danach einstündlich, mit Besserung seltener.

Anzeichen: In leichten Fällen nur ein kurzes Taumeln, Umfallen, wieder Aufstehen. Schwer(er): Erbrechen, Bewusstlosigkeit, Augäpfel sind zur Nase fixiert oder rollen unkontrolliert, erweiterte Pupillen, schwere, tiefe Atmung, unwillkürlicher Kot- und Harnabgang.

Hält die Bewusstlosigkeit zu lange an, fügen wir bis zum Erwachen stündlich OPIUM D30 hinzu (sofern Mieze nicht aufgrund einer Hirnblutung in den Tod hinein schläft).

Ist es scheinbar noch mal gut gegangen und Mieze wirkt nur leicht beeinträchtigt (oder eventuell gar nicht), sollte trotzdem ARNICA gegeben werden = nach den ersten vier Gaben dreimal täglich für wenige Tage (beugt Folgeschäden und Narbenbildung im Gehirn vor)

Ø                 Hitzschlag (Sonnenstich, bei großem Wärmestau im parkenden Auto) braucht unverzüglich ACONITUM D6 (notfalls höher), eine Gabe alle 10 Minuten, mit Besserung seltener. ACHTUNG, die Symptome können nicht nur unterschiedlich stark ausfallen, sondern oft erst Stunden später auftreten: Von heftiger Atmung/Atemnot, schnellem Puls, Taumeln und starker Benommenheit bis hin zu plötzlichem Umfallen, Bewusstlosigkeit, starren Augen, blauer Verfärbung von Zunge und Mundschleimhaut, hohem Fieber, eventuell starkem Erbrechen (= Gehirnreizung). Kalte Umschläge (Brustkorb, Nacken, Pfoten) unterstützen.

Spätfolgen möglich: Schwindel/Taumeln beim Aufstehen. GELSEMIUM D6, dreimal täglich für wenige Tage. Andere Nachwirkungen: NATRIUM CARBONICUM D15, zweimal täglich bis die Symptome verschwinden.

Ø                 Insektenstiche siehe Wunden & Verletzungen, Seite 96

Ø                 Kreislaufschwäche siehe Seite 66: Anzeichen: Kollaps mit Darmschwäche/Durchfall.

Ø                 Schlaganfall siehe Seite 87: Anzeichen: Krämpfe, die Katze fällt plötzlich um, wird bewusstlos, die Zunge verfärbt sich dunkel, das Augenweiß rot. Bei Hirnblutung: Bewegungsstörungen mit Drang, im Kreis zu laufen, Lähmungen.

Ø                 Verbrennungen: Legen Sie auf die Brandwunde einen Wattebausch, getränkt mit 70-90%igem, angewärmtem Alkohol (notfalls Brennspiritus) und einen leichten Verband darüber. Eine Stunde lang bei leichten Verbrennungen, bis zu zwölf bei schwereren. Danach, falls noch etwas zu sehen ist, tupfen Sie Johanniskrautöl oder Calendula-Salbe auf. Innerlich hilft ECHINACEA D1, wenn es stündlich gleichzeitig gegeben wird, der geschädigten Haut, sich zu regenerieren.

Ø                 Vergiftung: Sofern Sie nicht live dabei gewesen sind und nur einen Verdacht haben: Allen Vergiftungen eigen ist, dass sie kein Fieber erzeugen und dass Sie in jedem Fall rasch handeln (und unverzüglich den Doc aufsuchen) müssen.

a) Anzeichen bei in der Regel unklarer Ursache wäre von jetzt auf gleich auftretendes heftiges Erbrechen, schwerer Durchfall (auch blutig) und hochgradige Empfindlichkeit im Unterleib. Zudem wirkt die Katze irgendwie eingefallen bzw. abgemagert. OKOUBAKA D2 (oder D3) wirkt entgiftend und wird alle 15 Minuten bis zur Besserung gegeben, danach seltener – das Mittel kann auch gut die ärztliche Therapie unterstützen (3-2-1mal täglich).

b) Anzeichen bei Vergiftung mit Insektiziden, Sprays, Lackgeruch etc.: Speichelfluss, Zittern (manchmal Krämpfe), Taumeln, unkoordinierte Bewegungen, Durchfall und Angst: OKOUBAKA D2 in kurzen Abständen. Hat Mieze das Zeug auf dem Fell/Pfoten, unverzüglich mit Wasser und Seife entfernen bzw. in die Praxis fliegen (Halskragen, Katze auf dem Arm halten oder sonst wie verhindern, dass sie sich putzt.

c) Anzeichen, wenn Rattengift die Ursache war: Die Schleimhäute werden erst blass, färben sich dann blau – und alles blutet: Blutiges Erbrechen, blutiger Kot, blutiger Urin (innere Blutungen): Rasen Sie los und rufen unterwegs den Doc an (damit Sie nicht warten müssen). Er wird Vitamin K spritzen und der Homöopath würde a) mit 1 Ampulle PHOSPHORUS D30 (gespritzt) unterstützen sowie b) für Herz/Kreislauf ¼-stündlich mit einen Mix aus CACTUS D1, CRATAEGUS D1 und VERATRUM D3 die Chancen erhöhen.

Alternativ, wenn Sie es selber angehen möchten, hilft LACHESIS wunderbar (D12 bis D30): ¼-stündlich, mit Besserung seltener. Um die Vitamin-K-Spritze und den Doktor kommt Mieze trotzdem nicht herum!!!

d) Unstillbares Erbrechen, das nach einer chemische Behandlung mit Sulfonamiden oder bei Überdosierung von Antibiotika beobachtet wird (und einer Vergiftung nahe kommt), bekämpfen wir erfolgreich mit IPECACUANHA D6, stündlich eine Gabe, bis die Katze wieder wohlauf ist.

e) Unklare Vergiftungserscheinungen bei Verdacht auf Missbrauch/Überdosierung von Antibiotika: SULFUR D6. Kortison oder chemische Beruhigungsmittel: PHOSPHORUIS D12. Arzneimittel generell: NUX VOMICA D6. Drei bis vier Gaben in kurzen Abständen, danach 4-3-2mal täglich.

 

Falsche Potenz?

Manchmal ist zwar das passende Mittel zur Hand, aber nicht in der angegebenen Potenz. Frei nach dem Motto „besser als gar nicht“ können Sie es trotzdem verwenden, wenn Sie folgendes beachten:

 

Ø                 Bei Tiefpotenzen = D3 (selten darunter) bis D12 ist die präzise Übereinstimmung zweitrangig und Sie können wie angegeben verfahren;

Ø                 gleichfalls unwesentlich ist, wenn Sie statt der D (= Dezimal) eine C (=Centesimal)-Potenz haben sollten;

Ø                 bei Hochpotenzen (von D30 aufwärts) geben Sie drei Gaben zur Erstversorgung und warten danach die Reaktion ab ...

 

... während Sie die Apotheke stürmen, falls eine längere Behandlungsdauer ins Auge gefasst werden muss. Nur zur Überbrückung - falls das Mittel nicht vorrätig ist und bestellt werden muss – kann im Ausnahmefall eine Hochpotenz zwei bis drei Tage lang 3mal täglich eingesetzt werden.

 

 

            Äußere Anwendung

 

Ø                 BACHBLÜTEN Notfalltropfen (Rescue Remedy) können Sie sowohl innerlich wie äußerlich verwenden = 5 Tropfen auf die Lefzen oder hinter den Ohren verreiben kann bei Panik, Schock oder Hysterie helfen.

Ø                 JOHANNISKRAUTÖL (Hypericum) sollte in keinem Haushalt fehlen, weil es für alle (kleinen und größeren) Fälle DAS beste Wundöl schlechthin ist, besonders aber bei Verbrennungen, Hautabschürfungen, Wunden mit bloßliegenden Nervenenden (Vorteil: Darf von der Katze abgeleckt werden und hilft dann quasi auch innerlich)

Ø                 CALENDULA (Ringelblumen) Salbe ist ebenfalls eine ausgezeichnete Wundsalbe (nicht gut geeignet zum Ablecken) z.B. bei Quetsch-Verletzungen, Insektenstichen, Blutergüssen; gibt’s auch als Puder, darf aber niemals in offene Wunden gestreut werden !!

 

 

Für ein Quantum Trost ...

 

 

Manuelle

ERSTE HILFE

 

Erfordert beherztes Eingreifen und das ist nicht jedermanns Sache, aber es gibt Situationen, wo wir uns einfach überwinden müssen ... Um dann zumeist festzustellen, dass es einfacher war als befürchtet.

 

 

         WIE NEHMEN WIR SIE DENN?

 

Nachdem uns zuerst mal das Herz stehen geblieben ist, folgt als automatische Reaktion hinstürzen und helfen wollen – nicht gut. Holen Sie ein paar Mal tief Luft und sammeln Sie Ihre inneren Energien, denn unsere Panik überträgt sich auf das Opfer.

 

Annähern

Langsam und vorsichtig, Mieze könnte beißen oder kratzen oder, noch schlimmer, zu flüchten versuchen – außer natürlich, sie ist bewusstlos. BEVOR Sie sie berühren, achten Sie darauf, ob

 

Ø                 die Katze bei Bewusstsein ist

Ø                 ob sie blutet oder Blut in ihrer näheren Umgebung zu sehen ist

Ø                 ob Wunden oder eventuell Knochenbrüche zu erkennen sind

Ø                 wie ist die Atmung? Normal, schwer, schnell, schwach oder gar nicht erkennbar

Ø                 zeigt sie sich aggressiv – fauchen, angelegte Ohren, gesträubtes Fell (Nackenhaar), geweitete Pupillen

 

Beruhigen

Murmeln Sie leise Beruhigendes, vermeiden Sie tiefe „brummende“ Töne.

 

Ø                 Wenn sie sich anfassen lässt, streicheln Sie sie ganz leicht, sanft und ruhig mit dem Handrücken

Ø                 drücken Sie einige Male mit Mittelfingerkuppe und Daumen die Spitze der Ohren = den Schockpunkt. Versuchen Sie’s zuerst leicht, ohne Gegenwehr kräftiger

Ø                 lässt sie es zu, machen Sie einen leichten Ohren-TTouch: streichen Sie ein, zwei Minuten lang mit ganz leichtem Druck von der Ohrbasis zur Spitze, wobei mit jedem Strich eine andere Partie berührt werden sollte. Danach ein paar kleine Kreise: Der Daumen bildet den Ruhepunkt, während der Zeige- oder Mittelfinger die Kreise bildet – lindert Schock, Stress und Kreislaufprobleme!

Ø                 zeigt sie sich jedoch aggressiv und lässt Sie nicht in die Nähe, versuchen Sie ihr eine Decke/Jacke etc. überzuwerfen, wenn KEINE schweren Verletzungen zu vermuten sind. Sonst: Suchen Sie etwas Gerten-ähnliches (Weiderute, lange Feder), setzen Sie sich in einem Abstand, den sie zulässt und streichen Sie mit der Gertenspitze langsam und sachte vom Kopf zum Hinterteil, bis sie sich beruhigt und Ihre Annäherung duldet (machen Sie sich möglichst klein dabei).

 

 

Wenn Mieze bewusstlos ist ...

 

Ø                 und atmet: Drehen Sie sie vorsichtig auf die rechte Seite und achten Sie darauf, dass der Hals gestreckt ist – dadurch wird die Atmung nicht behindert, Sie können feststellen, ob sie erbrochen hat oder aus dem Maul blutet. Eventuell zudecken!

Ø                 nicht atmet (blaue Zunge?): überprüfen Sie 1. ob Fremdkörper oder Speisereste die Luftzufuhr behindern und 2. ob das Herz schlägt. Auf die rechte Seite legen und

 

Wiederbeleben

 

Ø                 Atemstillstand: Halten Sie das Katzenmäulchen unbedingt geschlossen und pusten sie ihr 5-6 Mal in die Nase (beachten Sie ihre geringere Lungenkapazität!), wiederholen Sie die Atemspende 1 x alle 2-3 Sekunden. Atmet sie nach zehnminütiger Beatmung nicht wieder, müssen Sie davon ausgehen, dass sie nicht mehr lebt (zusätzlich: Blauverfärbung von Zahnfleisch und Zunge, Pupillentrübung, keine Reaktion bei Berührung der Augenoberfläche).

Ø                 Herzstillstand: Legen Sie Zeige- und Mittelfinger beider Hände gekreuzt übereinander, zwischen die 3. und 6. Rippe hinter dem linken Ellenbogen und drücken Sie mäßig stark 10 x alle 6 Sekunden. Erfolgt nach 10 Minuten keine Reaktion (plus obige Beobachtungen), lebt sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr.

Ø                 Atem- & Herzstillstand: 10 Herzkompressionen und danach 2 Mund-zu-Nase-Beatmungen. Beides 10 x pro Minute wiederholen. Keine Reaktion nach 10 Minuten, ist ihr nicht mehr zu helfen.

 

 

Erste nähere Untersuchungen

 

Ø                 Überprüfen Sie, ob das Zahnfleisch (oder die Lidbindehaut) blass oder weiß ist = Schock (Ohr-TTouch anwenden); innere Blutungen möglich. Tierarzt! Rosafarbenes Zahnfleisch/Lidbindehaut weisen darauf hin, dass keine inneren Blutungen vorliegen!

Ø                 Tasten Sie den Körper nach Wunden, schmerzenden Partien oder Schwellungen ab

Ø                 bewegen Sie vorsichtig ihre Gliedmaßen: schlaff hängend, unnatürlich abgewinkelt, Schmerzreaktion oder Knirschgeräusche – fabrizieren Sie eine Bahre und ziehen Sie (am Nackenfell) ganz vorsichtig darauf

Ø                 nichts Ungewöhnliches zu bemerken: stellen Sie sie auf die Beine und ermutigen Sie zum Laufen: Hinken, Stolpern, Zusammenbrechen – vorsichtig einwickeln und zum Tierarzt. Gleiches wenn sie nicht stehen bzw. stehen, aber nicht laufen kann. Hechelt sie dabei stark: Ohr-TTouch.

 

 

Transport

 

Ø                 Wenn sie laufen kann, legen Sie ihr etwas über oder wickeln sie ein. Macht ihr das Angst, bedecken Sie ihre Augen

Ø                 kann sie sich nicht bewegen, versuchen Sie ihr sachte irgendetwas unterzuschieben: ein Brett, ein Stück Karton, mehrere dicke Lagen Zeitung, Fußmatte. Gibt’s nur Weiches (Jacke, T-Shirt), halten Sie diese „Trage“ möglichst so waagrecht, dass die Katze nicht in der Mitte zusammenrutscht

Ø                 haben Sie nur Ihre Hände zur Verfügung, schieben Sie eine ganz flach vom Kopf bis unter die Schulterblätter, die andere vom Hinterteil zur Mitte, bis Ihre Finger sich berühren. Kopf und Körper ruhen waagrecht auf Ihren Armen

 

 

Erstversorgung – innerlich

 

Spätestens jetzt wäre Mieze sehr geholfen mit BACHBLÜTEN Notfalltropfen oder ARNICA wie im Kapitel Unfälle angegeben. Ist’s zu Hause passiert und Sie haben’s bei der Hand, selbstverständlich schon viel früher, so schnell es eben geht.

Und auch wenn’s nicht extra dabeisteht: ARNICA kann in jeder dieser Situationen nur helfen!!

 

 

Blutungen stillen

Starke Blutungen sind lebensbedrohlich!

Katze möglichst absolut ruhig halten. Blutende Wunden zunächst nicht abtupfen, die Blutung könnte sich verstärken. Sonst

 

Ø                 pressen Sie mit Fingerdruck für 10 Sekunden einen Mulltupfer (oder was halt so zur Verfügung steht) auf die Wunde. Blutet es danach erneut, für 30 Sekunden wiederholen und den Tupfer stramm (aber nicht zu fest!) mit Heftpflaster verbinden

Ø                 bei Arterienverletzung (hellrotes Blut spritzt aus der Wunde) nach 30-Sekunden-Druck ebenso einen Druck(Heftpflaster)verband anlegen und (falls blutdurchtränkt) einen zweiten Verband darüber – düsen Sie zum Veterinär! Dauert das länger als ½ Stunde, prüfen Sie auf Kälteentwicklung oder Schmerzunempfindlichkeit und lockern ggf. den Verband

Ø                 ist die blutende Stelle nicht zugänglich (z.B. in der Nase), legen Sie ein mit Eiswasser getränktes Tuch auf

 

 

Verbände anlegen

Kürzen Sie die Haare rund um die Wunde und reinigen Sie diese unter fließendem Wasser oder mit einer dafür geeigneten Lösung. Mit einem Mulltupfer sauber trocken tupfen. Bei oberflächlichen Schürfwunden mit Johanniskrautöl versorgen.

 

Ø                 Brust- und Bauchbereich: Nach dem Reinigen Mulltupfer mit Heftpflasterstreifen befestigen und Mullbinde 4-5mal um den Körper wickeln – nicht zu fest, damit die Atmung nicht beeinträchtigt wird

Ø                 Ohren: Reinigen, Mulltupfer, Heftpflaster. Ohr flach an den Kopf anlegen und eine Mullbinde über das verletzte Ohr und unter dem Hals herumführen

Ø                 Pfoten: Reinigen, saugfähige (Medizin-)Watte zwischen die Zehen legen, Mulltupfer auf die Wunde, Pfote bis über das Vorderfußgelenk mit Watte polstern und mit einem Mullverband umwickeln. Hält besser, wenn man’s nach jeder 2. Wicklung einmal um sich selbst dreht

Ø                 Beine: Reinigen, Mulltupfer aufbringen, Bein mit Watte polstern und mehrmals mit der Mullbinde umwickeln – nach etwa ½ Stunde kontrollieren, ob sich das Gelenk kalt anfühlt oder geschwollen ist = Bandage sofort lockern!

 

Und spätestens jetzt ab zum Doktor!

Den in einer freien Minute zwischendurch zu kontaktieren definitiv nicht falsch ist!

 

Dass der Sonderteil keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, ist hoffentlich ebenso selbstverständlich wie die Tatsache, dass sich nicht alle Hilfeleistungen realisieren lassen, wenn Sie ein verletztes Tier auf der Straße finden ... Zum Tierarzt bringen ist freilich das Mindeste. Oder, wenn Sie aller Mut verlassen hat, wenigstens die Tierrettung zu verständigen und bis zu deren Eintreffen beim Opfer auszuharren. Gelebter Tierschutz, sozusagen ...

 

 

 

 

 

Quellen (u. a.):

Dr.med.vet. Wolfgang Becvar, Naturheilkunde für Katzen (Kosmos); H.G. Wollf, Unsere Katze, gesund durch Homöopathie (Sonntag); Dr.med.vet. Barbara Rakov, Der homöopathische Katzendoktor (Kosmos); Das große Hausbuch der Homöopathie (Orbis); Dr. Hans Martin Steingassner, Homöopathische Materia Medica (Maudrich); Christopher Day, Homöopathischer Ratgeber Heimtiere (BLV); George McLeod, Homöopathischer Ratgeber Katzen (BLV); Hartwig Gäbler, Gesund durch Heilpflanzen (Paracelsus); Roth/Daunderer/Kormann, Giftpflanzen/Pflanzengifte (Nikol); Ch. Schwartz, TCM für Hunde und Katzen (Sonntag); www.dhu.de, www.heel.de

Illustrationen: CatStuff & Privat

 

 

 

 

 

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