Augen auf beim Katzenkauf - Die Sache mit dem Papierkram

 

 

 

 

 

 

AUGEN AUF BEIM KATZENKAUF

 

 

Die Sache mit dem Papierkram

 

 

 

Eine Katze schiebt man nicht über den Ladentisch á la hier Ware, da Kohle. Was nicht heißt, dass es das nicht gäbe. Fühlt sich der Käufer hinterher freilich irgendwann mal selber über den Tisch gezogen, darf er sich nicht wundern und schon gar nicht nach dem Kadi rufen. Typischer Fall von selber schuld. Eine Misere, die leider oft die Katze ausbaden muss, also gehen Sie’s bitte mit der gleichen Seriosität an, die Sie auch vom Verkäufer erwarten. Und das ist nun mal auch mit Papierkram verbunden – würden Sie bei Ihrem Auto auch nicht ohne machen, oder?

 

 

 

DER STAMMBAUM

 

Wer eine Rassekatze erwirbt, hat Anspruch auf einen Stammbaum – und auch wenn Sie denken, der wäre ja so wichtig nicht, weil Ihnen keinerlei züchterische Ambitionen vorschweben und Sie der Mieze trotz umwerfender Schönheit niemals Ausstellungsehren zuzumuten gedenken: Er IST wichtig. Und er gehört zur Katze wie die Geburtsurkunde zu Ihnen, ist ein Nachweis der ordnungsgemäßen Registrierung sowohl des Tieres als auch des Züchters – und schlägt sich kostenmäßig eigentlich nicht zu Buche.

 

Ø                 Hüten Sie sich vor Züchtern, die Ihnen die Wahl lassen, ob Sie die Katze mit oder ohne Papiere kaufen wollen! Sie können davon ausgehen, dass es gar keinen rechtmäßig zur Katze gehörenden Stammbaum gibt und Ihnen lediglich Geld für etwas abgeknöpft werden soll, das weniger Wert hat als eine Rolle Klopapier. Und Sie können weiters davon ausgehen, dass Abstammung und “Rasse“ der Katze nicht weniger fadenscheinig sind.

Ø                 Bekommen Sie Fotokopien der Stammbäume der (vermutlichen) Elterntiere mit dem Hinweis, mit diesen könnten Sie beim Club selbst eine Ahnentafel beantragen, dann sollte Ihnen klar sein, dass Kätzchen wie Züchter mitnichten registriert sind und der Verein gar keine Ahnung davon hat – und selbstverständlich kein wie immer geartetes Papier ausstellt und auch gar nicht kann. (Ausnahme: US-Papiere)

Ø                Stammbäume in einer Sprache, die anderswo kein Mensch lesen kann, sind mittlerweile selten geworden und weder ein Züchter noch ein Händler, der alle Fünfe beisammen hat, wird Ihnen ein Pedigree mit kyrillischen oder sonst wie chinesischen Schriftzeichen unter die Nase halten. Aber sag niemals nie. Jedenfalls wird z.B. kein deutscher Club ein wie immer geartetes fremdsprachiges Papier ausstellen - aber sich mitunter bei im Ausland eingekauften Tieren das Umschreiben sparen. Das heißt, er schreibt die Nummer drauf, unter welcher die Katze bei ihm registriert ist und bestätigt das mit seinem Original-Stempel und Original-Unterschrift. Kommt Ihnen also was "spanisch" vor: Achten Sie darauf!
 

Gelegentlich wird ein Kostenersatz für die Ahnentafel verlangt, manchmal um den Kaufpreis zu schönen (obwohl die Clubs für die Erstellung der Stammbäume in der Regel nur sehr marginale Gebühren einheben), manche Züchter verrechnen je nach Aufwand generell getrennt, warum auch immer. Das sollte trotzdem kein Grund sein, vom Kauf des gewählten Herzensbrechers Abstand zu nehmen, denn dieser Betrag darf in keiner Weise ins Gewicht fallen.

 

 

ORIGINAL & FÄLSCHUNG

 

In Zeiten wie diesen entstehen Ahnentafeln schon mal in mehr oder minder künstlerischer Heimarbeit, weil heutzutage die Herstellung eines täuschend echten Pedigrees auf dem PC für Bastler ein Klacks ist – strapaziert aber nur das geduldige Papier und ist selbiges nicht wert. Ein zusätzliches Handicap für den Käufer ist, dass jeder Verein seine eigenen Formulare hat. Worauf also achten?

Zunächst: Der Stammbaum wird vom Züchter vermittels einer sogenannten „Wurfmeldung“ bei dem Club beantragt, bei welchem er Mitglied ist und der allein ist auch berechtigt, einen solchen auszustellen. Erkennbar am

 

Ø                 Original-Stempelabdruck des Zuchtbuchamtes (Zuchtausschuss) plus Original-Unterschrift des amtierenden Verantwortlichen. Achten Sie darauf!! Es darf sich keinesfalls um eine Farbkopie handeln oder um einen Computerausdruck ohne die erwähnten Signaturen – derlei wäre mitnichten eine Garantie auf die Richtigkeit der angegebenen Daten und keinen Pfifferling wert. Bei manchen Clubs werden (oft um Missbrauch zu verhindern) Stammbäume nur eingeschweißt ausgegeben, da wird’s bissel schwerer, aber das lässt sich bei diesem ja erfragen.

Ø                 Ausnahme: Von einem Züchter, der unter der Ägide eines amerikanischen Clubs züchtet – in der Regel CFA (Cat Fanciers Association Inc.) oder TICA – werden Sie nicht immer einen Original-Stammbaum bekommen, weil dieser mitunter nur vom Dachverband in den USA ausgestellt werden darf – und vom Züchter selbst häufig nur beantragt wird, wenn die Katze in die Zucht gehen soll. Aber Sie müssen eine Registrierungskarte bekommen = entweder einen so genannten „Green Slip“ (der auch blau sein kann), vom Züchter unterschrieben sein muss und zumindest garantiert, dass die Katze in die US-Zuchtbücher eingetragen wurde. Wenn Sie dann einen Stammbaum möchten, müssen Sie diesen Abschnitt samt einer Gebühr von (in etwa) $ 80,-- an den Club in die USA senden – oder den Züchter darum ersuchen.

Ø                 Ausnahme von der Ausnahme wäre (und ist heute vielfach gang und gäbe), wenn der Züchter auch bei einem heimischen Club registriert ist – zumeist um genau diese Problematik zu umgehen und auf seriöser Basis ist das absolut okay.

Ø                 Wenn Sie sich aufgrund welcher Details auch immer nicht sicher sind, wenden Sie sich – vor dem Kauf bzw. jeglicher Zahlung - an den Verein! Er wird Ihnen bestätigen, ob der Züchter bei ihm Mitglied und der Wurf ordnungsgemäß gemeldet ist und kann oft darüber hinaus mit aufschlussreichen Infos dienen.

 

Damit nicht genug tauchen gelegentlich mal Original-Papiere auf, die auch nicht so recht zur Katze passen. Vom schwungvollen Handel mit Stammbäumen sind zwar vermutlich Hundezüchter mehr betroffen, aber die felide Dunkelziffer ist zweifellos gegeben = weil kein Club live vor Ort jeden Wurf überprüfen kann, sind imaginäre eine leichte Sache, gerne von mittlerweile im Katzenhimmel befindlicher Eltern (von deren Ableben der Club keine Kenntnis hat). Auch um die Pedigrees verstorbener Kätzchen wär’s schade, bringen sie auf dem Schwarzmarkt doch immerhin ein wenig Zubrot. Sofern der züchtende Fiesling die entsprechenden Kontakte hat. Also sollten Sie nicht nur aufs Original achten, sondern auch auf den Inhalt.

 

 

„KLEINKRAM“

 

Ganz besonders auf die Stammdaten des Kätzchens und hier z.B. zuerst (aber nicht nur) auf das Geburtsdatum. Obwohl es, zugegeben, einen Laien durchaus schwer überfordern kann festzustellen, ob der Winzlings jetzt wirklich so alt ist, wie er’s nach dem Stammbaum sein sollte. Weil man eine stattliche Maine Coon von zehn Wochen mit einer fragilen Siam gleichen Alters nicht vergleichen kann ... Vorher umhören, informieren und Gehirn einschalten kann’s bringen ... Also, was muss in dem Papier nun drin stehen:

 

Ø                 Die Stammdaten des Kätzchens = Name, Geburtsdatum, Geschlecht, Rasse, Fellfarbe (sowie die Augenfarbe, sofern innerhalb der Rasse verschiedene erlaubt sind) und die Zuchtbuchnummer, unter welcher das Miezle im Club registriert ist;

Ø                 Name, Rasse, Farbe und Zuchtbuchnummer der Vorfahren = zumeist vier (bisweilen nur drei) Generationen, also Eltern, Großeltern, Ur- und Ururgroßeltern – sinnigerweise alle von der gleichen Rasse. Ausnahmen sind erlaubte bzw. bewilligte Rassekreuzungen, da wird’s schwierig und Sie müssten im Club nachfragen.

Ø                 Name und Anschrift des Züchters (manchmal auch dessen Mitgliedsnummer)

Ø                 Name und Anschrift des Clubs, der das Papier erstellt hat

Ø                 Nur zur Vervollständigung: Jeder Züchter darf berechtigt stolz auf Titel und Ehrungen sein und möchte die natürlich im Stammbaum wieder finden - eine für jeden Laien kryptische Buchstabenkombination (wie WW, SC, Ch. etc.) vor bzw. nach dem Namen der jeweiligen Katze. Gelegentlich ist auch die Wurfstärke vermerkt (1/3 z.B. heißt 1 Katerchen, 3 Mädels), eher selten Ausstellungsergebnisse der Eltern..

 

Die Rasse des Kätzchens wird in der Regel ausgeschrieben und ist somit leicht nachzuprüfen. Bei den Vorfahren verwendet man Codes wie SIA für Siamese oder MCO für Maine Coon. Schwieriger wird's bei den Farben: Auch hier gibt's Kürzel bei den Vorfahren und beim Jungtier wird's ausgeschrieben - kann freilich am Platzmangel scheitern, weil sich z.B. Cinnamon-tortie-silver-ticked-tabby mit Weiß und orange Augen mitunter einfach nicht ausgeht.

Die meisten Clubs listen auf Ihren Websites übrigens nicht nur die Rassen auf, die sie anerkannt haben, sondern bieten auch eine Beschreibung deren typischer Merkmale samt Farbschlüssel, wo man sich kundig machen kann.

Haben sie nun Ihr Herz verschenkt und es ist Ihnen einerlei, ob die Süße jetzt grün-kariert oder was auch immer ist, bedenken Sie: Ein korrekter Stammbaum ist eins der Kennzeichen für einen korrekten Züchter (der Sie z.B. auch nach dem Verkauf noch „kennt“) und beeinflusst auch die Preisgestaltung. Nicht weil das Papier an sich von Wert ist, sondern den der Katze hebt.

 

 

JETZT ODER GLEICH?

 

Europäische Clubs mit ernsthafter Gebarung übermitteln die Stammbäume dem Züchter noch bevor die Kitten das vorgeschriebene Abgabealter (mindestens zwölf Wochen!) erreicht haben, d.h. das Pedigree (samt Impfpass!!) wird dem Käufer zusammen mit dem Jungtier übergeben, wie sich’s für einen seriösen Züchter gehört. Manche Zuchtbuchämter glänzen freilich schon mal mit Säumigkeit ...

 

Ø                 Hat der Züchter die Papiere nicht parat und vertröstet Sie auf später: Erkundigen Sie sich beim Club, ob das auch seine Richtigkeit hat. So manche „Nachsendung“ ist nie angekommen ... Sollte der Verein den Züchter gar nicht kennen oder von diesem Wurf nichts wissen ... ja dann ...

Ø                 Aufgrund schlechter Erfahrungen mit kostengünstiger abgegebenen „Liebhaber“-Kätzchen, mit denen der neue Besitzer dann urplötzlich doch fröhlich züchtet, sind etliche Züchter dazu übergegangen, die Jungtiere entweder 1) bereits kastriert und mit allen Papieren abzugeben oder 2) den Stammbaum einzubehalten, bis der Käufer die erfolgte Kastration nachweisen kann. Sehen und prüfen können sollten Sie das Papier aber vorher schon ...

 

Übrigens: Ein registrierter Züchter kann Stammbäume nicht ablehnen, sie werden ihm nach Meldung des Wurfes automatisch zugestellt (zum Teil abgesehen von der erwähnten Ausnahme = USA), selbst wenn er seltsamerweise beabsichtigt, die Kitten zu verschenken. Wurde der Wurf nicht gemeldet, egal aus welchem Grund, d.h. der Club versteht bei Ihrer Anfrage nur Bahnhof, tja, wie gehabt – denn derlei Praktiken werden nicht toleriert und in der Regel mit Sanktionen geahndet, bei Wiederholungstätern bis hin zum Ausschluss!

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass die Ahnentafel wohl eine gewisse Garantie hinsichtlich der Seriosität bietet, jedoch nicht was die äußere Vollkommenheit der Grazie betrifft. Denn der Club kann natürlich nur die ordnungsgemäße und statutenkonforme Abstammung bestätigen, welche dem Jungtier das Recht auf einen Stammbaum einräumt. Unter bestimmten Voraussetzungen werden Zuchtbeschränkungen dokumentiert, aber auf die Schönheit hat das selbstverständlich keinen Einfluss. Wer die perfekte Vertreterin einer Rasse sucht, wird sich jedenfalls vorher mehr als umfassend kundig machen müssen - und möglicherweise trotzdem scheitern. Bekanntlich liegt Perfektion vor allem im Auge des Betrachters – so er nicht selbst Zücherehren anstrebt und eine satte Reihe darüber hinausgehender Kriterien zu beachten hat.

 

 

„PAKETGEBÜHR“

 

Der Stammbaum ist freilich nur ein Teil des Papierkrams, denn das gesamte Paket hat den absolut unerlässlichen Impfpass ebenso zum Inhalt wie einen Kaufvertrag, zu dem ich jedem rate (und den in der Regel jeder Züchter voraussetzt), der eine Rassekatze kaufen möchte. Ein Futterplan sollte eigentlich auch obligat sein. Beginnen wir dem zweiten Papier, das "anfällig" für Tricks ist, dem

 

Ø                 IMPFPASS, den jedes Kätzchen haben MUSS und welcher als Mindestanforderung die Grundimmunisierung nachweist = 1. und 2. Teilimpfung gegen Schnupfen und Katzenseuche, d.h. die Mieze muss danach nur jährlich zur Auffrischung antreten.

Ø                 Üblicherweise sollte der Impfpass auch darüber Aufschluss geben, wie oft das Jungtier bereits entwurmt wurde (zumindest vor jeder Impfung)

Ø                 Vielfach üblich ist heute auch ein Gesundheitsattest vom Tierarzt, welches an sich nur die Gesamtkonstitution betrifft und eine Momentaufnahme ist – weshalb es sinnvoll wäre, wenn das Kätzchen dem Doc am Tag vor oder kurz vor der Übergabe vorgestellt wird und das Attest damit neuesten Datums ist. Eine Garantie hinsichtlich jedweder Erbkrankheit etc. kann es selbstverständlich nicht sein!!

Ø                 Alles darüber hinaus ist ein zusätzliches Service, wie z.B. eine (Teil-) Impfung gegen Leukose. Beachten Sie, dass eine FIP-Impfung nicht vor dem 4. Lebensmonat und nicht ohne Antikörper Test erfolgen darf – mehr über FIP finden Sie in Haltung & Verhalten“ sowie unter „Zucht & Show“.

Ø                 Achten Sie unbedingt darauf, dass dieses so immens wichtige Papier alle Stammdaten (siehe vor) des Kätzchens enthält und nicht etwa nur den Vor- oder Kosenamen – was ihn beliebig austauschbar machen würde! Erscheint Ihnen etwas seltam, kontaktieren Sie den Tierarzt, der die Impfungen vorgenommen hat.

 

 

DER KAUFVERTRAG

 

Hätte eigentlich an den Anfang gehört, denn wenn der kleine Schatz noch zu jung zum Abgeben ist, wird er mittels Kaufvertrag und üblicherweise Anzahlung auf den Kaufpreis fix reserviert. Aber es gibt ja viele Fälle von „veni, vidi, vici“, wo wir antanzen, uns rettungslos verlieben und die Auserwählte gleich einpacken dürfen ... (Ich hoffe, sie ist wenigstens drei Monate alt?) ... Also

 

Ø                 Kaufvertrag: Ein wichtiges Papier, welches über eine Quittung für den Kaufpreis weit hinausgeht. Er sollte alle Stammdaten sowie sämtliche Impfungen, Entwurmungen und Tests des Kätzchen auflisten (natürlich übereinstimmend mit Stammbaum und Impfpass) und unter welchen Voraussetzungen es erworben wurde (Zucht/Show/Liebhabertier). Ebenso sollte drinstehen, welche Papiere Ihnen sonst noch übergeben wurden (Impfpass, Tests, Futterplan etc.).

Ø                 Klauseln im Falle einer Rückgabe oder (unberechtigter) Weitergabe an Dritte sind ebenso obligat wie hinsichtlich etwaiger Schadenersatzansprüche. Üblicherweise wird darin auch geregelt, ob bei einem vorzeitigen Rücktritt (also vor Abholung der Katze) vom Vertrag die geleistete Anzahlung verfällt oder wie viel/wann zurückgezahlt wird.

Ø                 Vermeiden Sie mündliche Absprachen!

Ø                 Besonders wenn Sie den Kauf vom nachgewiesenen Gesundheitszustand abhängig machen, denn erst nach Erfüllung dieses schriftlich festgehaltenen Vertragspunktes wird der Kaufvertrag wirksam. Bedenken Sie dann aber auch bitte, dass kein Attest der Welt eine Garantie für „später“ und den Fall der Fälle sein kann, selbst wenn der Doc dem armen kleinen Geschöpf massig Blut abzapft und es sonst wie auf den Kopf gestellt hat - heißt: Wurden keine Auffälligkeiten festgestellt, müssen Sie akzeptieren, dass der Züchter damit sein "Soll" erfüllt hat. Übrigens: Auch wer eine Katze zum Zwecke der Zucht erwirbt, kann sich nicht gegen alles und jedes absichern - das kriegt nicht mal der liebe Gott hin ...

Abgesehen von solchen Details haben mit ihrer Unterschrift beide Partner ein Rechtsgeschäft getätigt, also lesen Sie genau und fragen, wenn Ihnen etwas heftig vorkommt. Manches mag so klingen, dient aber in der Regel dem Wohl der Katze und wird dadurch verständlich. Seriöse Züchter versuchen immerhin, ihre Kitten so gut wie möglich abzusichern und schreiben keine „Schweinereien“ rein. Können Sie sich mit dem Papier so gar nicht anfreunden ... tja dann, Kätzchen ade!

 

 

ZÜCHTERSERVICE

 

Sicherlich zum guten Service zählt in jedem Fall auch der

 

Ø                 FUTTERPLAN, in welchem aufgelistet ist, an wie viele tägliche Mahlzeiten und welches Futter das Kätzchen derzeit gewöhnt ist, ab wann die Anzahl reduziert werden kann und welche Nahrung für die Wachstumsphase und das weitere Leben empfohlen wird (inklusive Bezugsquellen);

Ø                 häufig ergänzt mit einer kleinen feliden „Lebensmittelkunde“ (was ist generell verträglich, was nicht),

Ø                 Gewissenhafte halten darin oft Hinweise auf besondere kleine Eigenheiten des Kätzchens/der Rasse/Verhalten allgemein fest, Tipps wie man mit kleineren Wehwehchen umgeht, welche Einstreu am besten ist und wo Sie diese bekommen. Der Tierarzt ist zwar aus dem Impfpass ersichtlich, die Sprechzeiten oft nicht ... etc. pp

 

Die Ausführlichkeit ist natürlich unterschiedlich, wer ein „Gerüst“ im Computer hat und nur je nach Kätzchen adaptieren muss, kann leicht mit Wortreichtum glänzen. Andere Züchter halten sich kurz und bevorzugen telefonische Nachbetreuung – wirklich Wesentliches wie die Futtergewohnheiten sollten Sie in jedem Fall schriftlich bekommen (plötzliche Änderungen werden schlecht vertragen), denn selber mitschreiben endet gern in einem Desaster und einfach merken kann sich das auch kein Mensch.

 

Ø                 Manche Züchter geben ein bisschen Einstreu mit. Was sich, sofern teils „benutzt“ sehr bewährt hat, weil die Kleine dann das funkelnagelneue und überhaupt nicht Hinweis gebend riechende Kistchen sofort als DEN Ort interpretieren, wo’s soll, wenn’s muss;

Ø                 Auch Futterproben werden oft mitgegeben, sofern Sie nach Rücksprache nicht vorher schon einkaufen waren. Tipp: Bleiben Sie auf dem Teppich und leeren nicht die Regale, viele Katzen entwickeln nach dem Umzug andere Gelüste ...

Ø                 Da ja Werbung alles ist, verteilen einige Futtermittelhersteller nach Meldung eines Wurfes sogenannte „Babyboxen“ mit Kostproben und herzigen Werbeheftchen an die Züchter, damit sie diese dann an die Käufer weitergeben. Macht halt schon was her, muss aber nicht bedeuten, dass die kleine Katze das auch frisst ... und einfordern können Sie’s auch nicht ...

 

Last but not least sicher nicht unwichtig ist die glaubhafte (oft auch schriftlich dokumentierte) Versicherung, dass Sie sich jederzeit bei Fragen und Problemen an „Ihren“ Züchter wenden können – der sich dann auch tatsächlich zuverlässig Zeit dafür nimmt  ... sofern Sie ihn nicht jedes Mal beim Verlust eines Schnurrhaares nächtens aus dem Schlaf reißen ... Machen Sie Gebrauch von diesem Service, halten Sie auch ohne Probleme Kontakt, und sei es nur lose - auf diese Weise sind schon viele Freundschaften entstanden.

 

 

BESUCHERKNIGGE

 

Übrigens pflegen sich auch Züchter von den Interessenten ein Bild zu machen und da kann es in der Tat vorkommen, dass so mancher schon am Telefon abgewimmelt wird, weil das Benehmen anders ausfällt als gewünscht. Oder eMails wie „such ne kleine Katze, gibts welche?“ nicht beantwortet werden. Käufer haben Rechte. Züchter auch. Nicht alle müssen/wollen auf Teufel-komm-raus verkaufen und die „Guten“ hören genau hin und prüfen später nicht minder sorgfältig, wer oder was da zur Tür hereinspaziert.

Wie’s geht und was man tunlichst lassen sollte, steht in „WAS KATZEN WOLLEN“ – Einkaufstipps für (nicht nur) Anfänger. Schauen Sie mal rein – vielleicht bevor Sie auf „Tour“ gehen? Und wenn alles eitel Wonne und Waschtrog ist, lesen Sie auch gleich mal die Fortsetzung: „DER TAG, AN DEM DIE KATZE KOMMT“ – beide unter „Haltung & Verhalten“

Dann kann gar nichts mehr schief gehen (hoffentlich). Weil: Durch den gesamten Dschungel kann ich sowieso leider nur ein paar Schneisen schlagen, es gibt einfach zu viele verschlungene Pfade und es ist bissel wie im Lotto: Alles ist möglich. Leider. Aber: Komplett ohne Vertrauen, Bauchgefühl und Mitdenken geht’s ohnehin nicht ...

Viel Glück - und ein schönes Leben! Mit Katze, logisch.

 

 

 

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