Katze & Single - ein Traumduo?

 

KATZE & SINGLE

 

 

Ein Traumduo?

 

 

 

Genau genommen treffen hier nämlich zwei Einzelgänger aufeinander – wie gut kann das gehen? Ist es tatsächlich eine ideale Gemeinschaft oder Funkenflug vorprogrammiert? Oder kommt es auf die Konstellation an?

 

 

 

JA, NATÜRLICH!

 

Jedenfalls wenn es eine geglückte Symbiose sein soll, denn nebeneinander her leben, sich arrangieren, ist immer noch eine Möglichkeit, wenn’s an der Chemie krankt. Und zumindest genügend Offenheit und Toleranz für ein Abkommen vorhanden ist, sonst könnte es eher mühsam werden. Für beide.

Die beachtliche Anpassungsfähigkeit unserer Katzen wird immer gern hervorgehoben – schon mal daran gedacht, dass es damit zusammenhängen könnte, weil sie im Grunde keine Wahl haben? Mal abgesehen von den Freigängern ... von denen immerhin hin und wieder mal einer nicht mehr zurückkommt, ohne Opfer eines Unfalls geworden zu sein, sondern sich schlicht anderswo eingenistet hat. Ganz zu schweigen von den „Pendlern“, die mehrere Haushalte frequentieren und auf diese Weise offenkundig die bestmögliche Lebensqualität analog einem Puzzle für sich zusammen “sammeln“. Etwas, das wir genau genommen ja auch tun ... wir pflegen Freundschaften, die uns auf die eine oder andere Weise „etwas geben“, gestalten unsere Freizeit nach Wunsch und können generell „raus“, wenn uns die Decke auf den Kopf fällt. Einer nur im Haus lebenden Katze bleiben alle diese Möglichkeiten verwehrt, also muss sie versuchen, das Beste aus dieser – überspitzt ausgedrückt – „Ghetto“-Situation zu machen, um ihr Dasein erträglich beziehungsweise so angenehm wie möglich zu gestalten.

 

 

ZWEI SEELEN, EIN TEAM

 

Die Sache mit der Chemie wird zwar ziemlich strapaziert, allerdings nicht zu Unrecht. Denn ganz besonders dann, wenn Mensch und Katze mehr oder weniger nur einander haben, kommt es auf jede Nuance an, damit aus einer eventuellen Zweckgemeinschaft ein Traumteam wird. Und das beginnt schon bei der Wahl des Gefährten, die in diesem Fall üblicherweise der Mensch trifft. Weshalb es in dieser Story fast ein bisschen mehr um die Zweibeiner – als Zünglein an der Waage – geht als um die Samtpfoten. Zu den besten Voraussetzungen gehört entweder eine gute Portion Glück, Liebe auf den ersten Blick oder ein mit Fingerspitzengefühl gesegneter Züchter/Betreuer/Vorbesitzer, der „eine Ader“ dafür hat, wer mit wem harmonieren könnte – immerhin ist nicht jeder auf tierischer Partnersuche befindliche Mensch sattelfest in der Interpretation seiner Gefühle und könnte schon beim Anblick einer Gruppe spielender Kätzchen so hin und weg sein, dass sich das Gehirn sozusagen von alleine ausschaltet. Durchaus verständlich ...

Aber nicht nur, weil eben alle so süß sind, sondern auch weil es sich um eine „fremde Spezies“ handelt, traut sich nicht jeder ein Urteil zu. Völlig berechtigt, schließlich irren wir ja bei der Wahl des menschlichen Lebenspartners auch schon mal ... hin und wieder, oder ... ? Und eine Katze ist weder ein Wegwerfartikel, noch können wir uns von ihr scheiden lassen, sollte die Misere unerträglich werden (was ja auch bei Menschen untereinander nicht immer so locker vom Hocker über die Bühne geht).

Haben wir uns für ein erwachsenes Tier entschieden, zum Beispiel aus dem Tierheim, hat ein Single selten effektive Hilfe, weil das Personal solch psychologischer Feinarbeit nicht wirklich gerecht werden kann. Jedenfalls in den meisten Fällen – denn im Prinzip ist ihm sowohl der Mensch fremd als bis zu einem gewissen Grad auch seine Schützlinge: Das Leben in einem Tierheim ist eine Ausnahmesituation, kaum geeignet, das komplette Ich zu präsentieren. Das heißt, die Pfleger können eigentlich nur eine Seite der Medaille kennen, weil die meisten Katzen sehr viel mehr gar nicht zulassen.

 

 

SPRICH, DAMIT ICH DICH SEHE

 

Eine schwierige Situation, aber kein Grund, sich abschrecken zu lassen. Sie müssen sich lediglich aufs eigene Feeling konzentrieren – das geht auch ohne Yogakurs oder Mentalcoach! Falls Sie sich überfordert fühlen sollten, versuchen Sie’s mal so:

Bitten Sie den/die PflegerIn, Sie allein zu lassen. Nehmen Sie sich Zeit, für jede Abteilung wenigstens einige Minuten. Machen Sie sich kleiner = gehen Sie in die Hocke, sozusagen als Signal „ich komme in Frieden“ und beobachten (mit gelegentlichem Blinzeln – nicht starren!), ob und welche Katze wie reagiert. Sprechen Sie anfangs nicht, man kann Chemie nämlich auch spüren ... es ist wie ein sanfter, warmer Hauch, eine winzige Welle der Harmonie, wie ein leises Lächeln oder der Austausch von Gedanken – Worte könnten es „zudecken“. Haben Sie nach diesen „Aufwärm-Momenten“ das unerklärliche Gefühl, Sie sollten noch bleiben, folgt nun verbale Kommunikation als nächster Schritt. Plaudern Sie ein bisschen, übers Wetter oder was auch immer, und hören Sie auf den Klang Ihrer eigenen Stimme = würden Sie ihr trauen? Klingelt dann rein gar nichts und auch Ihr Bauchgefühl schweigt, bleibt nur der höfliche Abschied und das Spielchen beginnt beim nächsten Käfig erneut.

Bis Sie eben auf Ihre Traumkatze treffen – die vielleicht weder schnurrt noch das Köpfchen an den Gitterstäben reibt und um Beachtung bittet, sondern womöglich irgendwo wo oben liegt, regungslos, aber deren Blick bei Ihnen genau „den“ Nerv trifft ...

Natürlich müssen Sie keine psychologische Meisterleistung anpeilen und können sich einfach für eine Mieze entscheiden, deren Äußeres Sie anspricht und die sich nett anschmiegsam benimmt. Es kommt eben darauf an, was Sie möchten – eine angenehme Partnerschaft ist allemal möglich, wenn man daheim Gelegenheit hatte, einander näher kennen zu lernen. Das Traumteam freilich ist der Olymp, die Übereinstimmung und Verbundenheit, in der sich die Grenzen der unterschiedlichen Spezies verwischen. Klingt blöd? Macht nichts, muss ja nicht jedem gefallen. Ich bin halt ein Idealist.

Andererseits – haben Sie schon mal einen Katzenhaushalt besucht, als Gast oder aus welchen Gründen immer und eigentlich nicht auf der Suche bzw. durchaus ohne Kaufabsichten ... und da saß eine Katze ... Sie gucken, die Mieze guckt. Und da war „etwas“. Vielleicht nur einen Flügelschlag lang, gleich wieder vorbei und nicht an der Oberfläche der Erinnerung haftend.

Schon mal erlebt? Nun, genau in dieser Sekunde hat eine Seele die andere berührt ... Und wenn ich da in meinem eigenen Nähkästchen krame, komme ich aus dem Schwärmen überhaupt nicht mehr heraus ...

 

 

KATZEN & FRAUEN

 

Dass zwischen Katzen und Frauen eine Seelenverwandtschaft besteht oder Frauen die „besseren“ Katzenmenschen sind, wird von den meisten vermutlich spontan bejaht und mag vordergründig wohl seine Richtigkeit haben. Im Allgemeinen sind Frauen nicht nur gefühlsbetonter, sondern können das auch deutlich offener zum Ausdruck bringen. Damit wird es schlicht einfacher, einander zu verstehen und aufeinander zuzugehen, weil Gefühle eben in jenem Zwischenbereich angesiedelt sind, in dem Katzen sich bewegen wie ein Fisch im Wasser. Was zwangsläufig nicht heißen muss, dass Katzen bei Frauen grundsätzlich besser aufgehoben sind.

Beleuchtet man die Sache andersrum, kommt nämlich nicht unbedingt nur Friede, Freude, Eierkuchen dabei heraus – so manche Business-Lady hat keinen Sensor für Untertöne (weil im Berufsalltag untergegangen oder weil keine „Zeit“, obwohl man die dazu gar nicht braucht), dann kann sich die Beziehung leicht unterkühlt gestalten und auf bestmögliche Versorgung und sparsame Zuwendung beschränken. Gibt sich die Katze damit zufrieden, funktioniert die Verbindung und kann für beide Beteiligten schon angenehm verlaufen. Akzeptiert sie es nicht, sind Probleme klarerweise vorhersehbar – die nicht selten mit Verbannung der Mieze geahndet werden. Dennoch sei vermerkt, dass es relativ viele Katzen gibt, deren Sinn gar nicht nach „mehr“ steht. Nicht jede ist ein Kuschelmonster, die verkümmert, wenn sie nicht mit Zärtlichkeiten überhäuft wird.

Das liegt am innerlichen Freiraum, den auch wir in unterschiedlicher Ausprägung haben und den wir geschützt wissen wollen, um ungehindert „atmen“ zu können. Allein Schwäche klammert, was freilich nicht nur negativ bewertet werden darf. Denn „Zuwendung“ ist eine sehr individuelle und vor allem subtile Sache und hat nicht unbedingt etwas mit Körperlichkeit zu tun. Einer der Gründe, warum auch „starke“ Menschen sich zu Katzen hingezogen fühlen, die mit Einengung nichts am Hut haben, sondern sich auch mal selbst genügen können. Wie es unabhängigen Einzelgängern eben eigen ist – dass Katzen, die dieses aufgrund ihrer natürlichen Lebensweise perfektioniert haben, mittlerweile auch gern im Clan leben, spricht sowohl für ihre Anpassung an unsere Kultur und die Veränderungen unserer Zeit insgesamt, als auch für den Einfluss, den beispielsweise Züchter darauf genommen haben: Rassekatzen wechseln von der Gemeinschaft ihrer Familie nahtlos in jene des neuen Besitzers über. Sie waren niemals auf sich allein gestellt und haben nicht nur gelernt, in Partnerschaft zu leben und als „normales“ Umfeld anzusehen, sondern wissen diese mittlerweile wohl zu schätzen. So sehr, dass viele – nicht alle – zum vollkommenen Glück nicht nur einen verständigen Menschen, sondern auch einen feliden Gefährten nicht missen möchten.

 

ERST ZOG SIE IHN, DANN SANK ER HIN ...

 

Miezes Verhältnis zu den Herren der Schöpfung wiederum ist ein recht ambivalentes. Könnte sie wie wir auf einen Haufen Geschichtsbücher zurückgreifen und daraus (oft im Unterschied zu uns) etwas lernen, hätte sie sich vielleicht schon vor der mittelalterlichen Hexenverbrennung aus dem Staub gemacht. So aber verschenkt sie ihr Herz nach wie vor wertfrei – egal ob an Künstler, Politiker, Normalbürger oder (aus menschlicher Sicht) irgendwelche Fieslinge. Sofern diese sie mit allem Drum und Dran das sein lassen, was sie ist: Eine Katze.

Andernfalls ist nix mit Herz und sie geht ihrer Wege. Indes wurde dem stets zu allen Zeiten erwarteten männlichen Bild der Stärke und Autorität im letzten Jahrhundert von der Gleichberechtigungswelle dermaßen das Wasser abgegraben, dass eine Neuorientierung in vielerlei Hinsicht sowieso unausbleiblich wurde – mit der naturgemäß nicht jeder gleich gut umgehen kann. Was übrigens genauso auf viele Frauen zutrifft.

So ist es vielleicht manchmal dem Erwartungsdruck zu „verdanken“, dass immer mehr Männer Heim und Leben mit einer Katze teilen. Die nicht ständig fordert, sondern gibt oder sich zumindest neutral verhält. Dazu kommt, dass sich die Herren zärtlichkeitsmäßig zwar nicht so leicht fallen lassen können, bei einer Katze jedoch deutlich weniger Hemmungen haben, weil keine Abweisung zu befürchten ist. Die bei einem menschlichen Partner schmerzhaft am Ego kratzt, bei einer Katze aber toleriert wird, sollte sie hin und wieder mal weniger entgegenkommend reagieren. Zudem kann Mann bei ihr auch mal seine gefühlvolle Seite ausleben, weil ja sozusagen keiner zuschaut, der’s ausplaudern könnte ... Männer haben auch sonst allerlei zu bieten, weil die meisten z.B. keine Veränderungen mögen, sich lieber in bekanntem Terrain bewegen und an Konventionen, Reglements und Liebgewordenem sehr viel mehr hängen als Frauen. Und: Sie können sehr viel länger stillsitzen/auf dem Sofa lümmeln und sind somit wesentlich bequemere Kuschelpartner – das alles kommt dem Wesen einer Katze ungemein entgegen und kann Katz‘ und Herrchen zu einem bemerkenswerten Team zusammenschweißen.

Interessanterweise scheinen Katzen gerade auch bei Männern ein besonderes Gespür für ausbaufähiges Potential zu haben, wie generell bei Menschen, die angeblich nichts für sie übrig haben. Dann startet Mieze ein Trainingsprogramm, Herrchen wird umworben und ganz subtil umerzogen – bis es schmilzt. Fast alle Männer, die mit einer Katze leben, bewundern ihre Intelligenz und zeigen sich sogar von ihrem vermeintlichen Dickkopf beeindruckt. Wie ihnen (zumeist) jedes Lebewesen Respekt abnötigt, das wirklich weiß was es will, sein Ziel ohne Kriegserklärung ansteuert und auf solch unvergleichlich sanfte Weise auch zu erreichen vermag. Hat Mieze nun den Dreh raus und weiß Herrchen „zu nehmen“, hat sie das Paradies auf Erden – wobei in der Tat beide eine bemerkenswerte Leistung an Anpassung hingelegt haben ...

 

          DAS ZÜNGLEIN AN DER WAAGE

 

Warum wird eigentlich so gerne gelästert, eine Katze (oder ein anderes Haustier) wäre bloß Kind-Ersatz? Es mag ja seine Richtigkeit haben, aber was ist schlecht daran? Besonders Singles werden tatsächlich durchaus schon mal angefeindet, als würden sie sich einer gottgewollten Verpflichtung entziehen. Wir sind aber schon lange nicht mehr auf der Erde, nur um sie zu bevölkern oder Nachschub für künftige Pensionsbeiträge zu produzieren.

Die Entscheidung, alleine zu leben (und sei es nur temporär), muss ja nicht zwangsläufig mit Einsamkeit bestraft werden. Schließlich leben auch in zahllosen Familien mit Kind/ern Haustiere, weil sich einfach (endlich) deren sozialer Nutzen herumgesprochen hat, um es mal cool auf einen Nenner zu bringen. Dass dabei die Wahl bevorzugt auf eine Katze fällt, liegt auf der Hand – sie muss nicht bei Wind und Wetter Gassi geführt werden und hat neben dem größten „Unterhaltungswert“ als Spielkamerad einen beachtlichen „Ruf“ als Lehrmeister für Toleranz, Verantwortung, Verständnis, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft. Und stets ein offenes Ohr für die kleinen und großen alltäglichen Kümmernisse, für die Erwachsene häufig keine Zeit finden. Ein kleines Mädchen hat das in einem Schulaufsatz kurz und bündig auf den Punkt gebracht: „Sie freut sich immer, wenn ich nach Hause komme“.

 

 

TIERISCH GESUND

 

Und genau das ist der Schlüssel, warum sich Mieze auch als idealer Partner für Singles etabliert hat und zudem ganz besonders im Leben älterer Menschen eine immens wichtige Rolle spielt. Der ursprüngliche Wunsch nach einem Haustier entsprang der Sehnsucht nach einer Bindung zur Natur, zu der in steigendem Maß die Funktion des Freundes, des Gefährten kommt. Senioren leiden in unserer auf „forever young“ getrimmten Welt oft unter Vereinsamung und mangelnden sozialen Kontakten, was selbst aufgeschlossene Gemüter schon mal „vertrocknen“ lässt. Die leicht erfüllbaren Anforderungen, die ein Haustier stellt - und auch hier wieder die Katze in vorderster Front – sind bestens geeignet, dem entgegen zu steuern. Die Sorge um das Wohlergehen des Schützlings bietet eine Aufgabe, die aktiv hält und tatsächlich oft als „Verpflichtung zum Weiterleben“ angesehen wird. Im Gegenzug steht Mieze der menschlichen Zuneigung uneingeschränkt zur Verfügung, gibt ihrerseits Wärme und Anteilnahme zurück und schafft so die bestmögliche Voraussetzung für eine befriedigende, ausgefüllte Lebensgemeinschaft.

Freilich müssen wir nicht auf unsere goldenen Jahre warten, um unser Leben mit einer Katze genießen zu dürfen. Zumal das seelische Wohlbefinden, das sie vermittelt, aufgrund der damit verbundenen positiven Wirkung auf die Gesundheit unsere Lebenserwartung in der Tat ziemlich in die Höhe schrauben kann. Tierbesitzer leben nun mal gesünder, das ist ja mittlerweile nicht mehr neu. Also ran an die Mieze. Nicht nur, aber ganz besonders, wenn Sie ein Single sind.

Auch wenn wir viel Spaß an unserem Beruf haben, sind wir froh, abends den Alltag und die Hektik abstreifen zu können. Aber zwischen der Ruhe, die wir brauchen, um abzuschalten und uns zu entspannen und der Stille einer leeren Wohnung liegen ganze Welten ... Es ist einfach schön, begrüßt zu werden, wenn wir die Tür öffnen. Sich „unterhalten“ zu können ohne besondere Ansprüche erfüllen zu müssen. Für ein Lebewesen sorgen zu können, das uns nicht ständig mit neuen Forderungen überfällt und seine Wünsche hinter unsere eigenen stellen kann, wenn wir mal schlecht drauf sind. Das uns jede Stimmung wertfrei ausleben lässt. Es ist immer schön, gebraucht zu werden, für jemand oder etwas wichtig zu sein, einen Fixpunkt zu haben wie ein Licht in der Dunkelheit. Eine Katze erfüllt unsere Seele und unser Heim mit Wärme und Leben. Und sie freut sich jemand, wenn wir nach Hause kommen ...

 

ÜBRIGENS ...

 

... von wegen Traumteam: Kennen Sie die Geschichte von Sir Cedric? Es ist zwar schon eine ziemliche Weile her und fällt in die beinahe steinzeitliche Ära „wie ich auf die Katze kam“: Wir hatten ein wirklich schönes Leben, keine Frage, gab nix zu meckern. Bis er auf einmal anfing, mir um fünf Uhr morgens ins Ohr zu pusten und eine Pfote aufs (noch reichlich verstorbene) Auge zu legen und dann langsam die Krallen auszufahren, wenn der Erstkontakt nicht zu seiner Zufriedenheit verlief. Gehorsam pflegte ich dann in die Küche zu taumeln, den Napf zu füllen und wieder Richtung Bett zu wanken – da Menschen ziemliche Langsamdenker sind (und ich um diese Uhrzeit sowieso völlig Out of Order), dauerte es eine beträchtliche Weile, bis ich begriff, dass ihn das Futter überhaupt nicht interessierte. Die Sonne schien, die Vöglein zwitscherten – völlig unnötig um diese Zeit, wer braucht das? – Sir Cedric aber war ausgeruht und fit for fun. Wofür ich mich beim besten Willen nicht begeistern konnte. Also kam nach langem Grübeln und etlichen Beratungsgesprächen mit Katzenleuten Tiffany ins Haus, in der Hoffnung auf entsprechende Entlastung. Ich brauchte zwei Wochen, um mich an das Getöse im Morgengrauen zu gewöhnen, aber seither stört nichts und niemand meinen Schlaf ... Ein Traum-Trio ist auch nicht übel - kann ich ehrlich empfehlen. Dass es später noch ein paar (!) Samtpfoten mehr geworden sind, ist freilich eine andere Geschichte ...

Katzen sind wirklich fabelhafte Partner mit einem sagenhaft großen Herzen für die Unzulänglichkeiten von uns Menschen – aber wer eine Katze als Ersatz wählt für etwas, was ihm/ihr das Schicksal vielleicht vorenthalten hat (egal in welchem Bereich), sollte sich dessen wenigstens bewusst sein. Und seine Erwartungen weder in den Himmel schrauben noch vergessen, seiner Katze täglich zu danken ...

 

 

 

©   KatzenJournal, all rights reserved

Site Originated 07.05.2013