Katze & Senior - ein ideales Gespann

KATZE & SENIOR

 

EIN IDEALES GESPANN

 

... weil Katzen Lust aufs Leben machen

 

 

Unsere Lebenserwartung steigt, das ist schön, denn auch mit Sechzig und darüber sind wir meist noch vital genug, um die goldenen Jahre zu genießen - und uns den Wunsch nach einer Katze zu erfüllen. Nicht zuletzt, um mit ihr möglicher Einsamkeit zu trotzen. Dennoch ist gutes Überlegen gefragt, weil wir im Alter andere Gewohnheiten entwickeln, weniger belastbar oder doch nicht mehr so auf der Höhe sind, sodass nicht jeder Katzentyp gleicht gut geeignet ist. Wer zu wem und ob überhaupt wird dann, nennen wir das Kind beim Namen, auch eine Frage von Zeit ...

 

 

SENIOR AKTUELL

 

Weil alles Leben begrenzt ist und wir nicht wissen, wie viel wir noch übrig haben. Und deshalb im fortgeschrittenen Alter Neuanschaffungen mehr zu überdenken pflegen – unerlässlich, wenn es um ein Lebewesen geht, das uns überdauern könnte. Schließlich freut sich heutzutage oft nicht mal das einen eigenen Fernseher begehrende schulpflichtige Enkelkind über Omas Riesenkasten ... und eine Katze wird noch leichter als Altlast empfunden, so die Erben in die Pflicht genommen werden. Denn Versprechen wie “Mach dir keine Sorgen, wir kümmern uns schon darum“ sind schnell gemacht, aber häufig ein Lippenbekenntnis – genährt von der Hoffnung, sich freikaufen zu können von der Besuchsverpflichtung, weil Oma (der statistisch eine längere Lebenserwartung zugestanden wird als Opa) dann ja eh nicht allein ist. Verbunden mit der Zuversicht, das Versprechen nicht einlösen zu müssen ...

Kein nettes Szenario, aber Alltag. Denn Großfamilien gibt’s in Europa vielleicht noch in Ikea-Land, während unsere Altvorderen immer mehr auf der Strecke bleiben, weil die Nachkommen mit der Bewältigung ihres eigenen Lebens vollauf beschäftigt sind. Ausnahmen gibt es immer, aber die zunehmende Vereinsamung älterer Menschen (vor allem in den Städten) ist eine Tatsache, an der sich nicht rütteln lässt.

Was heißt das jetzt konkret? Dass Senioren sich nicht mehr trauen dürfen/sollten, ihre verbliebene Zeitspanne einträchtig mit einem geliebten tierischen Gefährten zu verbringen aus Sorge um dessen Zukunft, so er den längeren Atem hat? Quatsch!

 

 

ALSO HINTER MIT DIE SINTFLUT?

 

Natürlich nicht! Ein wenig Vorausdenken muss schon sein. Nicht zuletzt ob „für irgendwann“ ein Seniorenheim in Betracht gezogen wird oder nicht. Falls ja, und Oma keine Dogge hat (an der Leine großer Hunde hängt freilich nur alle Jubeljahre ein Senior), sind vor allem Katzen heute immer seltener ein Hindernis beim Umzug in ein Seniorenheim. Weil sie nicht Gassi gehen müssen und nicht bellen (verständliches Argument) und ihrer Rolle als anpassungsfähiges, ruhiges Haustier mit der ihnen eigenen Nonchalance gerecht werden, dürfen sie oft sogar bleiben, wenn ihr Lebensmensch abberufen wird. Nur bei einem Rudel könnte es haarig werden = eine Oma hatte sechs (!) Pelznasen mitgebracht, nach ihrem Hinscheiden allesamt vakant aufgrund der Auslastung von Personal und Mitbewohnern. Über die örtliche Tierschutzorganisation und weitere sieben Ecken fanden sich dann zügig milde Seelen. Zum Glück, denn die gesetzliche Erbin fühlte sich überfordert und (oder) war nicht gewillt, viel Federlesens zu machen und Inhaftierung im Tierheim stand am Tapet. Zwei der Miezen hatten bereits halbwegs rüstig das 18. Lebensjahr erreicht – welche Chancen hätten sie noch gehabt, die restliche vermutlich kurze Zeitspanne nicht auch dort „absitzen“ zu müssen? Stets behütet und umsorgt und dann Sterben in der „Fremde“? Und im Grunde allein. Kein Lebewesen hat sich das verdient, schon gar nicht ein Tier, das nicht versteht, wieso alles plötzlich anders ist.

Nun, einen alten Baum soll man nicht verpflanzen – das gilt auch für Katzen, allerdings mit Einschränkung, weil es natürlich davon abhängt, in welchen Händen sie landen. Diesem Motto getreu möchten indes auch die meisten älteren Menschen ihr angestammtes Zuhause gar nicht verlassen und verteidigen eisern ihren Verbleib (und den letzten Rest ihrer Selbständigkeit), selbst wenn Vitalität und/oder Mobilität mehr oder weniger rapide zur Neige gehen. Eifrig unterstützt durch die neuerdings wieder aufgeflammten Bestrebungen der Politiker, sich fürs „Altern daheim“ stark zu machen, ergibt sich daraus trotzdem eine andere Problemstellung. Tja, alle Möglichkeiten aufzuzählen würde wahrscheinlich ein Buch füllen, aber wer diese nicht selbst ausloten kann oder alle Bekannten und Verwandten schon erfolglos angebaggert hat (oder nicht will/kann) ... vielleicht mag ja der Enkel das letzte Weihnachtsgeschenk sinnvoll nutzen und das Internet abgrasen? Nicht nur Organisationen, auch Privatpersonen können helfen. Und Hilfe kommt oft aus einer Ecke, an die man gar nicht denkt.

 

 

MÄRCHENSTUNDE

 

Wie bei Therese und Kater Jonas, die gemeinsam in Würde gealtert sind. Letzterer vergleichsweise langsamer und noch rüstig, während Frauchen letztlich auf fremde Hilfe angewiesen war und aufgrund ihres sich ständig verschlechternden Zustandes doch im Krankenhaus gelandet ist. Mit nahtlosem Umzug ins Pflegeheim als Option. Ohne Jonas, der dort immerhin besuchsweise aufkreuzen durfte. Im Gepäck der „fremden Hilfe“, einer Studentin, bei der Jonas jetzt (er ist fast sechzehn) lebt und sich pudelwohl fühlt. Ja, klingt wie im Märchen, doch manche werden wahr.

Manche nicht. Vor etwa zwei Jahren klopfte eine frustrierte Enkelin bei mir an, um mir (m)eine knapp Elfjährige zurückzubringen, weil Oma nun verstorben sei und der Papa, der die Mieze in diesem Fall übernehmen sollte, ihr unerwartet vorausgegangen war (was ich nicht wusste) ... Dass Oma im letzten Jahr eine Heimhilfe hatte und selbige derart tierlieb, dass die arme Katze sowohl komplett verwahrlost (bei einer Kurzhaarkatze eine echte Leistung) als auch zutiefst verschreckt und verängstigt war, sei nur am Rande erwähnt.

Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend und noch haben Sie Zeit zum Überlegen. Bitte nützen Sie diese auch!

 

ALTER MENSCH – ALTE KATZE?

 

Grundsätzlich ein wirklich guter Gedanke. Natürlich ist es verständlich, wenn Oma/Opa sagt, alt bin ich selber, ich möchte mich mit was Jungem umgeben – aber sich mit Siebzig ein Jungtier zulegen sollte man maximal dann, wenn man fit wie ein Turnschuh und die Nachfolge wirklich!! verlässlich gesichert ist. Wobei mit „fit“ nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Beweglichkeit gemeint ist – weil Jungtiere nun mal einfach mehr beschäftigt werden müssen und vor allem mehr Anforderungen stellen, um sich artgemäß entfalten zu können. Natürlich lernen sie, sich ans Gemächliche anzupassen oder an die Einsamkeit, falls der Turnschuh fleißig unterwegs ist, aber ganz ehrlich: Ist das für ein Kitten nicht ein bisschen zu armselig und grenzt schon ans Verbiegen genau dessen, was wir an Katzen so lieben? Nämlich ihren einzigartigen, zum Knien liebenswürdigen Charakter samt aller Eigenheiten?

Klar, je älter eine Katze, desto eher wird sie – möglicherweise - auf ihren Gewohnheiten beharren, die zu ergründen durchaus mehr Mühe machen kann. Doch ohne Bemühen geht’s auch mit einer jungen Katze nicht und das Gefühl des Erfolges, einer älteren wieder einen Schritt näher gekommen zu sein, ist schöner als ein Lottogewinn. Und Sie wollten doch ein Wesen, das Leben in Ihr Dasein bringt und Sie fordert, oder hab ich da was verpasst? Nein? Nun, tatsächlich sind die meisten älteren Katzen überwiegend pflegeleicht (alles ist relativ), weil auch sie über die Jahre so ihre Erfahrungen gesammelt und unsere Spezies ziemlich gut einschätzen gelernt haben. Und wissen, was sie erwarten können, wo wir lernfähig sind und wo Hopfen und Malz verloren. Was uns allerdings nur jemand erzählen kann, der die Katze kennt ...

Als meine Freundin Erika vor etlichen Wochen diese Welt verließ und mein "Herzi" wieder zu mir zurückkam, wusste ich jedenfalls nur, dass die Mieze ihr Augenstern und war - und dieses Jahr ihren 18. Geburtstag ansteuerte. Keine Ahnung, wie rüstig oder nicht, war ich neugierig, wie sie sich einleben und mit meiner kleinen Crew zurechtkommen würde. Alles easy ... jedenfalls nachdem das alte Mädchen (das im Haus herumdüste wie eine kleine Rakete - von den anderen nur ungläubig bestaunt) mir altem Mädchen beigebracht hat, das zu tun, was sie will ... Ging übrigens ruckzuck. Seither haben wir's richtig fein. Die Moral von der Geschichte: Alter hat nichts mit Jahren zu tun.

 

 

WAHRE LIEBE – WO FINDEN?

 

Und das trifft z. B. auf sehr viele Mitarbeiter im Tierheim zu, die meistens beurteilen können, ob Sie und die Auserwählte zueinander passen - so Sie vorher gründlich darüber nachgedacht haben und Ihre Wünsche und Lebensumstände präzise formulieren. Was insofern immens wichtig ist, weil ein Retournieren für das Tier den seelischen Todesstoß bedeuten kann – also bitte nicht das Personal (und sich selbst) anschwindeln. Und die Ungeliebte oder Schwierige notgedrungen behalten ist auch nicht das Gelbe vom Ei, denn nicht nur Sie wünschen sich einen Partner, auch die Katze freut sich über mehr als ein warmes Plätzchen.

Das wahrscheinlich geringste Risiko stellt wohl eine Rassekatze aus Züchterhand dar, ja, das gibt’s, auch seriöse Züchter müssen sich aus unterschiedlichen Gründen mal von einem älteren Tier trennen – oder lassen sich unter besonderen Umständen dazu überreden ... Wenn’s zwischen Katze & Senior z. B. auf Anhieb funkt. Ist mir vor langer Zeit selbst ein paar Mal passiert, hat mir fast das Herz aus der Brust gerissen, war aber (mit einer Ausnahme, die mir auch nach 20 Jahren noch in Tränen in die Augen treibt) stets die richtige Entscheidung. Am eindrucksvollsten in Erinnerung geblieben ist mir Kater Nurmi, achtjährig und nicht einmal in meinen wildesten Träumen ein Kandidat, als sich ein junger Mann (Begleiter einer Besucherin = traue niemals einem Fremden!) á la reinstes Bollywood unsterblich in ihn verliebte. Hätte ich locker verkraftet. Dass sich ihm allerdings der Kater regelrecht an den Hals warf, und das bei jedem Besuch über mehrere Wochen, und mich dann jedes Mal beleidigt ignorierte ... ja ... schließlich gab ich nach. Sechs glückselige Jahre miteinander waren ihnen vergönnt, während dieser Herrchen die langjährige Freundin wechselte, weil der Kater sie nicht mochte ...

Jeder gute Züchter wird Ihnen stets gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen und sich bemühen, dass aus Ihnen und seinem reifen Schätzchen ein Dreamteam wird, das gemeinsam der Welt ein Schnippchen schlägt. Also keine Angst vor reifen Miezen!

 

 

68 UND KEIN BISSCHEN LEISE

 

Elfriede H. plagen zwar schon allerlei Wehwehchen („Mit 68 wartest du auf keine Wunder mehr“), lässt sich aber auch nicht unterkriegen, hält sich geistig fit durch Mentoring eines Berufsnachfolgers und geisterte einmal jährlich von China bis zum Nordkap („Mach ich jetzt aber nicht mehr, viel zu kalt. Und der Süden ist auch nicht mehr das, was er mal war“) durch die Weltgeschichte. Elfriede hat drei Katzen, zwei davon erst seit wenigen Jahren, und ist ein glühender Siam-Fan. Hier ist ihre Geschichte:

 

Wieso Siamesen?

Wir hatten immer Katzen, auch schon bei meinen Eltern. Hauskatzen, die oft nur zum Fressen gekommen sind – und manchmal gar nicht mehr, sodass wir nie wussten, was aus ihnen geworden ist. Ich hab immer Rotz und Wasser geheult, darum wollte ich später nur eine Katze haben, die es nicht nach draußen drängt. Und weil es damals geheißen hat, eine Hauskatze kannst du nicht einsperren, hat mir eine Bekannte einen Züchter empfohlen, der Perserkatzen hatte. Gefallen haben sie mir schon, na ja, eigentlich nicht. Zu viele Haare, lagen alle herum wie ausgestopft. Ich habe dann ein paar Adressen abklappern müssen, bis ich die Siamesen gesehen habe – mein Gott, ich hatte noch nie etwas so Schönes gesehen! Und so springlebendig, alle wuselten herum, ließen sich herumtragen und abküssen ... obwohl sie mich doch überhaupt nicht kannten. Ich hab gleich mein Herz verloren und zwei genommen, weil die Züchterin sagte, eine allein wäre arm.

 

Es sind aber noch mehr geworden ... ?

Ja. Erst drei, dann vier, weil ich anfangs beruflich doch oft weg war. Meine Mutter hat die Hände überm Kopf zusammengeschlagen, mein Mann Gott sei Dank nicht, aber ich hatte das Gefühl, erst dann waren sie richtig glücklich. Es war immer einer zum Spielen da, wenn ein anderer schlafen wollte. Sie sind ja auch so aktiv, nicht nur miteinander, du kannst ja fast nichts alleine machen, weil sie wie eine Klette auf deiner Schulter hängen, beim Kochen in jeden Topf schauen wollen. Kein Schrank ist zu hoch und nichts vor ihnen sicher ... deshalb liebe ich sie so sehr, weil sie wie kleine Kinder überall dabei sein wollen. Wir hatten ja keine, mein Mann ist viel zu früh gestorben ... na ja, schon lange her. Und sie reden so gern, können auch laut sein wie die Orgelpfeifen, solange sie nicht kastriert sind, aber das musste sowieso sein, weil der Pascha seine Schwester nicht in Ruhe gelassen hat (ehrlich gesagt: gestunken hat er auch), das war dann schon ein Segen. Aber sonst gab’s nichts Schöneres für mich, sie sind so lebensfroh, so zärtlich und so treu ...

 

Und wieso sind Sie dann doch „fremdgegangen“?

Zuletzt hatte ich nur noch den Omar und die Leila, und als dann die Leila auch noch gestorben ist und der Omar ganz trübsinnig wurde, sollte er nicht allein bleiben. Aber ich wollte auch kein Kleines nehmen, weil doch auch meine Tage schon gezählt sind. Wer soll sich dann kümmern? Meine Schwester ist tot, ihre Kinder und die Urenkel haben selbst Katzen, einen Hund oder kein Interesse, ach, und eigentlich möchte ich keines der Tiere zurücklassen. Beim Katzenclub hat man mir dann zu einem älteren Tier geraten. Siam war aber keine zu kriegen und bei einem Abessinierzüchter habe ich dann Gloria gesehen, eine Somali, die als ähnlich agil beschrieben wurde. Obwohl das eigentlich nicht mehr so wichtig war, der Omar ist ja schon ein alter Herr und recht ruhig. Kurz und gut, der Omar hat zwar aufgehört mit Trübsalblasen, aber die beiden konnten nicht viel miteinander anfangen, da hat mir die Gloria wieder leid getan ... Also habe ich eine ältere silberne Britin dazugenommen, weil die neben den Siamesen meine zweite heimliche Liebe gewesen sind und der Züchter meinte, mit der könnte es passen.

 

Und, hat es gepasst?

Was soll ich sagen? Die Kleine (ich sag immer die Kleine, dabei ist sie auch schon zwölf) ist ein Schatz, verträgt sich mit beiden, spielt mit der Gloria, kuschelt sich zum Omar und kann mindestens so gut schmusen wie meine Leila ... hätte ich nie für möglich gehalten. Jetzt muss ich nur noch ein paar Jahre durchhalten, dann können wir gemeinsam gehen ...

 

 

KLASSE RASSE

 

Dagmar, die ein bisschen Bammel hat, ihren Nachnamen veröffentlicht zu sehen („sogar bei den Mördern steht in der Zeitung immer nur der Anfangsbuchstabe“) wollte zeitlebens eine Katze, aber irgendwie wurde nie was draus. Meist lag es am Geld („Bei drei Kindern und nur einem Einkommen kann man nicht weit springen“) und der Haushaltsvorstand legte sich quer, denn Dagmar stand der Sinn nach einer Mieze vom Stamme der Maine Coon. Für sie die Schönheit in Perfektion schlechthin. Eine Freundin hatte eine „halbe“ und wurde trotzdem im Kreise der anderen Hausfrauen und Mütter heftig darum beneidet. Dagmar freilich kannte sich aus, wozu sonst hätte sie jahrelang alles Wissenswerte über Katzen aus sämtlichen Zeitschriften ausgeschnitten? Also degradierte sie „diese Halbangora“ kurz und bündig zum Mischling, was ja nicht ganz verkehrt ist.

Dagmars Stunde schlug, als die Kinder auszogen („Beruf? Ich hab die Friseurlehre gemacht, als ich den Herbert kennen lernte, und dann kamen gleich die Kinder“) und Herbert der aus der Verzweiflung geborenen Flut an Marmeladen und eingelegtem Gemüse endgültig überdrüssig wurde und die weiße Fahne hisste: Dagmar bekam ihre Perserkatze – und plötzlich ihre Familie wieder zurück: „Die Enkelkinder waren ganz wild auf die Sheila, weil sie selber kein Tier haben durften, gleich ein paar Mal in der Woche sind sie zu Besuch gekommen“, schwelgt sie in freudiger Erinnerung. Denn mittlerweile gibt’s auch Urenkel und irgendwie haben jetzt doch alle ständig was Wichtigeres zu tun. Und seit ihr der Herbert vorausging und die Trostbesuche nachgelassen haben, ist die Katze ihr Lebensmittelpunkt. Unterdessen sozusagen in dritter Generation. „Beim Kämmen und Bürsten tu ich mir halt schon schwer, weil ich Arthritis in den Fingern habe, darum hat sie der Tierarzt letztes Jahr kahlgeschoren. Da war die ganze Schönheit dahin, aber das ist meine ja auch. Ich liebe sie trotzdem.“

 

 

RASSEN, DIE PASSEN

 

Ein paar Infos konnte ich bis hierhin hoffentlich liefern – und jetzt würde sich natürlich eine praktische Auflistung „tauglicher“ Rassen anbieten. Tut mir leid, das geht nicht. Es wäre vermessen, den Charakter einer ganzen Rasse in eine Schablone zu pressen, weil es Perserkatzen mit Temperament genauso gibt wie ruhige Abessinier, Britisch Kurzhaar mit Pfeffer oder gemütliche Orientalen. Zum Beispiel. Natürlich tendieren sie oberflächlich gesehen in eine gewisse Richtung – aber beim Individuum spielen mehrere Faktoren eine Rolle, nicht zuletzt das Alter.

Einen kleinen Überblick können vielleicht die Rasse-Porträts auf den „Aristo Cat“-Seiten geben, aber wirklich zuständig ist einerseits der jeweilige Züchter, andererseits der persönliche Kontakt mit der ins Auge gefassten Rasse – mit Option auf Alternativen. Sie gehen ja eine Lebensgemeinschaft ein, die halten soll und Freude bringen ... und haben ja (hoffentlich) auch erst geheiratet, nachdem Sie Ihren Partner näher kennen gelernt haben ...

 

 

DAS LEBEN UND EINE KATZE DAZU ...

 

Unbestritten ist, dass eine Katze die Lebensqualität enorm erhöht und durch ihre wertfreie Zuneigung und Anteilnahme - weil alle gute Zuhörer sind und zudem sensibel auf psychische und physische Probleme ihres Menschen reagieren - (nicht nur) Senioren das Leben wieder lebenswert machen können. Und auf seltsame Weise die Herzen und die Türen zur Welt öffnen, sodass auch zurückgezogen lebende oder behinderte ältere/alte Menschen wieder Anteil am Draußen nehmen. Der Gegenwert für dieses Geschenk ist vergleichsweise simpel: Vernünftige, artgerechte Mahlzeiten, ein sauberes Kistchen, Gesundheitsvorsorge und individuelle, liebevolle Zuwendung. Für mich sind Katzen jedenfalls die Krone der Schöpfung ... und ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste ...

            Übrigens ist das nicht der einzige Artikel, der sich zumindest teilweise mit diesem Thema beschäftigt. Vielleicht „grasen“ Sie ein bisschen in den anderen?

 

 

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