erzählt von "Arnulfi  of Penobscot"

 

 

weitere handelnde Personen :

 Mami .......................  Bugs von Hexispuarox, MCO 5 f 22
 Papi .........................  A Eli's Barnabas, MCO  2 n 09
 Opa .........................  Benjamin, "PerCoon" 
 Gini..........................  Old Possums Gina, NFO 6 f 23 09
 Menschenmami.............  Silvia Geringer, Ernährer des gesamten Clans
 Gina und Bianca ...........  ebenfalls menschliche Wesen, Töchter der oben angeführten
 fremde Frau/Mann ........  Familie Peimpolt aus Innsbruck/Austria
   
     
 

as ist denn hier los? Warum sind alle so hektisch? Bevor Gina in der Früh das Haus verließ, war sie ganz

nass im Gesicht. Pfui, schmeckte das salzig! Noch dazu hat sie mich ganz fest gedrückt und dabei unverständliche Dinge gemurmelt. Und dann hat sie beinahe fluchtartig die Szene verlassen.

 
In der Zwischenzeit ist der Rest der Familie aufgestanden. Es wird eifrigst allerhand Kram in einen Rucksack gesteckt und der rosa Katzenkorb hergerichtet, in dem ich so gerne mit meiner Mami kuschle. Mit dem lustigen Ding, das meine Menschen Bürste nennen, darf ich auch wieder spielen. Hui, ist das spaßig – und ganz supertoll angenehm – wenn sie mir dabei durchs Fell streichen. „Seht mich alle an, bin ich nicht ein Prachtkerl ?!“ Aber das interessiert niemanden. Mami und Papi schlafen noch, und mein Opa ist auswärts. Der darf nämlich als einziger in den Garten.
 
Doch was passiert nun? Bianca schnappt mich, knutscht mich ganz heftig ab und macht dabei sehr eigenartige Geräusche. Auch sie schmeckt so nass und salzig im Gesicht, wie ihre Schwester in der Früh. Meine Menschenmami setzt mich nun in den Tragekorb und wir verlassen das Haus. Ich weiß nicht, ob mir das gefallen soll. Ich bin etwas aufgeregt und skeptisch. Doch die Neugierde sagt mir: Lass Dich überraschen !
 
Wir fahren mit dem Auto. Das kenn ich schon. Zu der bösen Frau, die mich immer so piekst mit ihren Spritzen fahren wir aber nicht. Da wären wir nämlich schon lange angekommen. Wir haben einen längeren Weg vor uns.
 
Doch, wo sind wir denn hier gelandet? Das ist mir aber ganz fremd. Wir befinden uns in einem sooooo großen Raum - viel größer als ein Wohnzimmer - in dem ganz viele fremde Menschen hektisch herumlaufen. Dort und da stehen sie in einer Schlange angestellt, und fast alle haben irrsinnig viel Gepäck dabei. Aus den Lautsprechern höre ich Worte, die ich oft gar nicht verstehe. Meine Menschen sprechen so nicht mit mir! Außerdem finde ich es hier nicht gemütlich. Ich möchte hier nicht wohnen !
 
Gott sei Dank geht mein Frauchen mit mir weiter. Lange Gänge, hinauf und hinunter, dann stehen wir plötzlich in einem engen Raum, der sich schließt, und ich fühle, wie wir uns abwärts bewegen. Sehen kann man das allerdings nicht. Das ist mir sehr unangenehm.
 
Nach kurzer Fahrt mit so einem großen Auto, in dem viele Leute stehen und sitzen können, befinden wir uns nun wieder wo anders. Und wieder ist mir das ganz fremd und unheimlich. Es ist ein großer Raum, aber nicht in einem Haus! Es sind nicht allzu viele Menschen da, und die sitzen jeweils zu zweit nebeneinander. Mein Frauchen sitzt alleine, und ich darf zu ihr auf den Schoß. Mein Gott, wie aufregend ! Irgendwie sieht dieses Zimmer von außen aus wie die Vögel auf unserer Terrasse, nur viel, viel größer. Ich kenn mich überhaupt nicht mehr aus. Jetzt wird es laut. Es schmerzt in meinen Ohren. Ich habe das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. So etwas habe ich noch nie erlebt. Die Situation macht mich unsicher. Zum Glück kann ich mich an meine Mami kuscheln, und sie tröstet mich !!!

 

ald entspannt sich die Lage. Neben unserem Sitzplatz befindet sich ein kleines Fenster und man kann
erkennen, dass jemand die dicken Schlagoberswolken vorbeizieht. Wir sind ganz hoch oben im Himmel. Und wenn ich hinunterschaue sehe ich etwas, das mich an unseren Garten erinnert. Ganz groß, und doch so klein. Irgendwie ganz weit weg ! Ich bin ja soo aufgeregt!
 
Plötzlich schaukelt und rumpelt es ganz heftig! Ich fühle das Unbehagen der Leute. Meine Mami legt schützend ihre Arme um mich und spricht ganz ruhig mit mir. Ich solle mich nicht fürchten, und es sei ja ganz bald vorbei. Ich vertraue ihr. Sie hat mich noch nie belogen. Ich grabe mein Gesicht zwischen meinen Vorderpfötchen ein. Mein Gott, ich habe solche Angst! Gott sei Dank - ich muss nicht alleine reisen! Doch bald ist alles vorbei, und wir gehen fort von da.
 
Fremde Leute haben wir nun getroffen. Mami hat sie begrüßt, und war freundlich. Wahrscheinlich sind diese Menschen nett . . . Wir steigen mit denen in ihr Auto und nach einer kurzen Fahrt gehen wir mit in deren Wohnung. Während dieser Fahrt musste ich aber wieder in meine Transportbox. Ich bin neugierig, wir dieses Abenteuer weitergeht:

        

eine Menschenmami öffnet nun den Katzenkorb. Langsam wage ich mich aus meiner vertrauten Behausung
heraus. Alles ist mir fremd.; die Umgebung, die Menschen, die Gerüche, und ............ "Um Himmels Willen, was ist denn das?! Mami, bitte hilf mir!"  Um die Ecke lugt neugierig ein anderes Pelztier, welches aus Unsicherheit gleich einen riesengroßen Buckel macht. Na das kann ich aber auch !!! Irgendwie sind mir diese Gesten vertraut. Ich glaube, ich muss mich nicht wirklich fürchten. Ein wenig Vorsicht  ist aber allenfalls angebracht. Langsam kommen wir einander näher. Dieses  "etwas"  knurrt mich doch tatsächlich an. Ich fauche einfach zurück. Eigentlich würde ich ja sehr gerne mehr über mein  Gegenüber erfahren, doch es benimmt sich ja so zickig. Die Menschen stehen auch so planlos herum und wissen scheinbar nicht so recht, was sie tun sollen.
 
Mir ist das jetzt zu dumm. Ich tu' einfach so, als ob mich das alles gar nicht interessiert, und setze meinen Rundgang durch diese Wohnung fort. Gesagt, getan. Supertoll finde ich es, dass ich überall hineinschauen kann, alle Türen sind geöffnet. Hurra, das ist ja wie daheim!  "Schaut mal alle her, ich habe was sensationelles entdeckt!"  Ich bin zu einem Raum vorgestossen, der wie ein riesengrosser Katzenspielplatz eingerichtet ist. Viele Möglichkeiten zum Kratzen und zum Klettern gibt es da, sowie Höhlen und Kuschelkörbe. Das will ich jetzt erforschen!  Doch hoppla, dieser kleine Quälgeist rückt mir schon wieder auf den Pelz.
 
Hallo, wer bist denn Du?"  frage ich höflich und stelle mich gleich vor. "Ich bin Arnulfi. Meine Menschen nennen mich aber liebevoll  Nuffi, und Du .....?".  - "Ich bin Gina, der Star des Hauses. Ich gehöre zur Familie der Norwegischen Waldkatzen, und Du bist in mein Revier eingedrungen!"  Ich erzähle dieser affektierten Göre, dass es in meiner Familie auch eine Gina gibt, und dass es sich dabei um den Menschen handelt, der meinen Namen ausgesucht hat. Der ist nämlich französisch, und stammt aus einem Roman eines berühmten Dichters. Weiters erkläre ich ihr, dass ich auch eine Waldkatze bin; eine amerikanische zwar, aber der Ähnlichkeit nach müssen wir wohl verwandt sein. Gina überlegt kurz, dann stubst sie mich an. War das freundschaftlich gemeint? Ich mache einen Satz zur Seite. Sie folgt mir. Vielleicht ist sie gar keine so dumme Nuss, und ich kann mit ihr ein wenig spielen?! Ich werde es auf jeden Fall versuchen.
 
Wie die Verrückten laufen wir durch die ganze Wohnung und spielen Fangen. Das gefällt mir sehr gut. Ich glaube, Gina hat auch Freude daran. Die Menschen habe sich hingesetzt und beobachten uns unter freudigem Gurren. Ich mache hier eine ganz neue Erfahrung: noch nie habe ich mit gleichaltrigen Katzenkindern gespielt. Ich hatte nämlich keine Geschwister. Diese Gina ist so alt wie ich, und ich würde gerne viel öfter mit ihr herumtollen.
 
Sie hat mir auch schon das Klo gezeigt, und wir haben es gemeinsam benutzt. War das lustig, als ich  "Ihres"  und sie  "Meines"  vergraben hat!  Wir saßen plötzlich in einer riesigen Staubwolke. Später hat uns die fremde Frau Futter gegeben. Eine Schale für mich, und eine Schale für Gina. Erst jetzt habe ich bemerkt, wie hungrig ich eigentlich war. In beiden Schüsselchen befand sich das gleiche Futter. Ich weiß das so genau, weil ich bei Gina nachgeschaut und gekostet habe. Sie ist übrigens gar nicht neidig!   Jetzt bin ich aber müde. Ich möchte mich gerne ein bisschen ausruhen.
 
Dieser fremde Mann hat es sich auf dem Sofa bequem gemacht. Ob ich mich hier wohl dazukuscheln kann? Ich versuche es einmal. Niemand scheint etwas dagegen zu haben. Ich mache mich ganz klein und schließe meine Äuglein. Eigentlich gefällt es mir ganz gut hier. Ob ich wohl etwas länger hier bleiben dürfte? Ich habe meine Familie ja ganz toll lieb, aber dieses bunte Norwegermädchen hat es mir angetan. Die ist ja zum Verlieben süüüüüß!
 
Ich weiß nicht, wie lange ich so vor mich hingeträumt habe. Jedenfalls konnte ich einem Gespräch zwischen meiner Menschenmami und dieser Frau hier lauschen. Ich glaube gehört zu haben, dass sie vereinbarten, dass ich ab jetzt ganz hier wohnen bleiben sollte. Es war ein sehr emotionales Gespräch. Mami war sehr betroffen, die andere Frau schien richtig glücklich zu sein. Mir wird ganz bang, denn ich kenn mich gar nicht mehr aus. Nun aber steht Gina vor mir, um mich zum Spiel aufzufordern. Da kann ich nicht widerstehen.
 
Als der Tag zur Neige geht bekomme ich Gewissheit über meine Zukunft. Meine Menschenmami packt ihre Sachen zusammen und zieht Jacke und Schuhe an. Sie wird jetzt nach Hause fahren. Alleine. Ich darf hier bei diesen neuen netten Menschen bleiben. Gina, dieses hübsche, sanftmütige Katzenmädchen wird meine Spiel-, Spaß- und Lebensgefährtin sein.
 
Beim Abschied schmecke ich wieder diese salzige Nässe im Gesicht meines Frauchens, welche mich schon am Morgen irritiert hat. Ich glaube, sie ist traurig. Aber das muss nicht sein. Ich beginne nun einen neuen Lebensabschnitt. Immer wieder werden wir von einander hören, und und nicht aus den Augen verlieren. Ich geb ihr noch eine Botschaft mit auf den Weg: "Grüß mir alle bei Dir daheim; meine Mami, meinen Papi, meinen Opa und Deine Menschenkinder. Und vergesst mich nicht, ich hab' euch alle ganz toll lieb!"

Ciao, ciao und lebt wohl

 

 
 

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