Vampiralarm - Flöhe

VAMPIRALARM - FLÖHE

 

 

Ob ein Floh nun auf einer Ausstellung Sie oder Ihre Wohlgepflegte angepeilt hat, auf der Türmatte saß oder im Bus den Wirt gewechselt hat, sodass Sie ihn mit der Kleidung nach Hause getragen haben, ist – wenngleich nicht alltäglich, so doch möglich. Im Grunde freilich weniger wichtig als die Frage: Wie werden wir ihn (oder sie, wenn er Familie hat) wieder los? Noch besser: Wie können wir’s verhindern?

 

 

EIN FLOH MACHT KEINEN FROH

 

Logischerweise ist Vorsorge die Mutter der Weisheit in erster Linie dann, wenn Mieze auf welchem Wege auch immer „unter die Leute“ kommt oder ins Freie kann. Wobei ein Gehege oder Garten die größte Gefahrenquelle darstellt, aber auch eine für tierische Besucher (vom Igel bis zur Nachbarskatze) zugängliche Terrasse oder Balkon sollten nicht unterschätzt werden. Ebenso wenig das Urlaubsdomizil und schon gar nicht ein Spaziergang durchs Grün mit Family und/oder Mieze bzw. Bello an der Leine – Floh & Co ist das nämlich so schnurzpiepegal wie allen anderen Parasiten, Pilzsporen oder was sonst noch so auf einem Grashalm oder in einem Blumentopf Platz haben kann ...

Tatsache ist, dass Sie wesentlich beruhigter schlafen können, wenn Mieze eine reine Wohnungskatze ist und sich der Balkon in sehr luftiger Höhe befindet. Und sofern Sie keinen Hund haben, der natürlich trotz Prophylaxe Untermieter einschleppen kann, hauptsächlich allerdings Zecken, müsste es schon mit dem Teufel zugehen. Welcher sich indes bisweilen gern ans Sprichwort hält und nicht schläft. Blöd ist halt, dass Flöhe nicht ein bisschen wählerisch sind, was die Nahrungsquelle betrifft.

Die (am meisten vorkommenden) Katzenflöhe finden daher auch Hunde schmackhaft, besonders beliebt sind Igel, Ratten, Mäuse, Hühner. Ist Schmalhans Küchenmeister, gibt’s gerne mal Mensch = leicht erkennbar, weil das Biest probiert, bevor es sich zur Sättigung niederlässt. Heißt: Wenn Sie zwei, drei rote Pünktchen in gerade Linie nebeneinander auf sich finden, die schauerlich jucken, ist am Urheber Floh nicht zu zweifeln ...

 

SPENDABLE SPENDER

 

In Unkenntnis oder Missachtung ihrer „Talente“ werden Flöhe von manchen Tierbesitzern ungerührt als eine Art Kavaliersdelikt angesehen. Die Blutsauger sind indes keineswegs nur Lästlinge, sondern werden als Überträger von Krankheitserregern bzw. als Zwischenwirte für Parasiten diskutiert und können z.B. Virusinfektionen übertragen oder deren Ausbreitung beschleunigen. Zur „Auswahl“ stehen

 

Ø                 Virusinfektionen wie Katzenschnupfen (Caliciviren), Leukose (FeLV), Katzen-„Aids“ (FIV).

Ø                 Bakterielle Keime wie Salmonellose, Rickettsiosen = verantwortlich für infektiöse Katzenanämie, fieberhafte Infektionskrankheiten aus der Chlamydien-Familie – siehe dazu auch Zecken - oder

Ø                 Bartonellose = Bakterien, die über eine Woche im Flohkot aktiv bleiben und von der Katze bei der Fellpflege abgeleckt werden. Und auch den Menschen befallen können. Nicht immer sind klinische Symptome zu beobachten oder sie treten nur leicht auf: Anschwellen der Lymphknoten, reduzierter Tastsinn (Pfoten), Augenentzündungen (vordere Augenkammer) und Gleichgewichtsstörungen. Schwere Fälle gehen mit Blutarmut einher. Behandelt wird zumeist mit Antibiotika.

Ø                 Da erscheinen Bandwürmer, die bei der Fellpflege durch Abschlucken eines infizierten Flohs ihren Entwicklungszyklus in der Katze vollenden, noch als das kleinere Übel. Zumindest vordergründig: Verdauungsstörungen, Darmkrämpfe, Durchfall, wechselnder Appetit, Abmagerung und Blutarmut können bei massivem Befall vor allem junge/jüngere oder alte/kranke/rekonvaleszente oder sonst wie geschwächte Tiere schwerst beeinträchtigen. Eingefallene Flanken und ein Blähbauch können (müssen aber nicht) weitere Anzeichen sein, definitiv jedoch die reiskornähnlichen Bandwurmglieder, die die Katze mit dem Kot ausscheidet bzw. ihr rund um ihren After bzw. an den Höschen hängen.

Ø                 Flohspeichel kann pustelartige Schwellungen und übersteigerten Juckreiz hervorrufen. Überempfindliche Reaktionen wie nässende Ekzeme und Haarausfall sowie bakterielle Sekundärinfektionen durch ständiges Wiederaufkratzen entzündeter Stellen können die Folge sein. Eine Floh-Allergie-Dermatitis (FAD) entwickelt sich besonders bei längerem oder wiederholtem Flohbefall, und bereits wenige Flöhe genügen als Auslöser – sowohl bei Katzen wie Menschen (mit bei diesen zuweilen schwerem Verlauf). Bei geringer Flohanzahl werden Irritationen der Haut übrigens mitunter erst relativ spät bemerkt, sodass man sie gar nicht mehr mit der Ursache in Verbindung bringt.

 

 

EINER KOMMT SELTEN ALLEIN

 

Wenn Sie “etwas” hüpfen oder eiligst im Fell verschwinden sehen, können Sie davon ausgehen, dass es ein Floh ist und er/sie höchstwahrscheinlich bereits Familie hat. Ein Einzelgänger bzw. absoluter Neuzugang krabbelt im Verborgenen und ist leider kaum zu entdecken. Schließlich kratzt sich Mieze gelegentlich auch aus ganz harmlosen Gründen – artet das allerdings in eine Orgie aus, sind zweifellos Untermieter im Spiel. Freilich nicht immer Flöhe (Tierarzt).

Erfreut sich Ihre Katze guter Unterstützung bei der Fellpflege, haben Sie jedenfalls gute Chancen, eine Invasion zu verhindern. Ausgesprochen nützlich ist – immer! -, vor allem aber dann, wenn Sie sich nicht sicher sind,

 

Ø                 sie beim Kämmen und/oder Bürsten auf eine große weiße Unterlage zu stellen, auf der jegliches dunkle Krümel sofort zu sehen ist. Finden Sie mehrere/viele, feuchten Sie eins/ein paar an: Löst es sich auf und färbt sich rötlich-braun, ist es definitiv weder Mohn noch Erde oder was sonst Sie hoffen, sondern Flohkot, der aus getrocknetem, verdauten Blut besteht. Daher die Farbe. Sehen die Krümel wie zarte, kleine Kringel aus, ist die Diagnose auch ohne Wasser-Test klar.

 

Womit wir nahtlos bei der Bekämpfung angelangt wären.

Vorweggenommen sei jedoch, dass dieser

 

Ø                 ausnahmslos nur dann Erfolg beschieden sein wird, wenn Sie resolut zur chemischen Keule greifen! Trotzdem die meisten von uns nicht zu Unrecht zunehmend gegen Chemie eingestellt sind, müssen wir in diesem Fall unbedingt und mit gutem Grund sozusagen

 

 

MIT KANONEN AUF SPATZEN SCHIESSEN

 

Denn alles andere, egal worum es sich handelt, beeindruckt die flinken Springer nicht die Bohne. Teebaumöl, das sei hier explizit festgehalten, ist giftig für Katzen und bringt Flöhe genauso wie sämtliche Präparate auf natürlicher Basis (etc.) nicht mal zum Kichern. Sie sind hart im Nehmen und überstehen auch locker das Kochwäsche-Programm. Im Unterschied zu den Kuschelhäuschen, die nach der 95-Grad-Orgie verschrumpelt, farb- und formgeschändet auf dem Trockner baumeln.

ABER: Haben Sie beim Test nur ein oder zwei Kringelchen gefunden und es gibt auch nur ein einziges Pelztier im Haus, müssen Sie nicht zwingend sofort das große Kriegsgeheul anstimmen – versorgen Sie Mieze mit Spot On, Puder oder Spray (Halsband wäre in diesem Stadium zu unsicher), verhaften sie für ein/zwei Stunden z.B. in der Küche, sprühen derweil Schlafplätze und Polstermöbel mit einem Umgebungsspray ein – und hoffen, allerdings mit wachem Argusauge!! Zumindest zwei, drei Wochen lang, siehe letztes Kapitel!

Waren es jedoch eindeutig mehr, können Sie natürlich theoretisch genauso Scheitel für Scheitel das Pelzchen teilen und sich mit Tesafilm bewaffnet forsch auf die Jagd machen. Vom Glück begünstigt, werden Sie vielleicht einiger Hüpfer habhaft, aber in den meisten Fällen ist das ein unter „herzig“ einzureihender Versuch. Ebenso bedeutet ein elektronischer Flohkamm, der die Biester beim Kämmen mittels eines Elektroschlages brutal dahinraffen soll: Erst mal (alle) erwischen. Denn

 

Ø                 nur rund zehn Prozent der Population befinden auf der Katze, während der veritable Rest im Wohnbereich von einer Orgie in die andere taumelt.

Ø                 jeder einzelne Überlebende kann in Folge für ein Desaster ausreichen.

 

Sollten Sie erwägen, Ihrem Opfertier das Drama eines Desinfektionsbades zuzumuten, ein kleiner Tipp vorweg: Viele Flöhe werden sterben, keine Frage, zeigt sich aber nur ein einziger davon unbeeindruckt, war die gesamte Prozedur vergeblich. Und nicht nur einer kommt durch, glauben Sie mir. In dem Moment, wo die unglückliche Katze bis zum Hals im Flohshampoo versinkt (NIEMALS untertauchen!!) und ihrerseits ums Leben fürchtet, stürmt unter dem Motto “rette sich wer kann” eine mittlere Heerschar in Richtung ihrer Ohren, Nase und Maul, um dort sicheren Schutz zu finden. Oder hechtet los. Einfachstes Ziel: Der/die Bademeister/in. Alles schon erlebt. Sehr mühsam. Ziemlich nutzlos. Also

 

 

RAN AN DIE CHEMIE

 

Effektive Flohbekämpfung ist nichts für zaghafte Naturen! Falls Sie mir nicht glauben oder lieber “klein” anfangen wollen, sollten Sie wissen, dass

 

Ø                 Sie bei halbherziger Anwendung innerhalb kurzer Zeit zum Entwicklungshelfer für resistente Flohstämme werden können. Andererseits aber genauso

Ø                 bei zu reichlichem bzw. unreflektiertem Gebrauch Vergiftungserscheinungen und/oder Magen-Darmerkrankungen provozieren. Bestenfalls wird dem armen Pelziger kotzübel, aber wer weiß das schon im Vorhinein? Klatschen Sie also keinesfalls alles, was Sie finden können, auf die Katze, zumal diese wie erwähnt das kleinere Problem ist.

 

Wenn, dann bitte umfassend und richtig = IMMER unter Beachtung der Hinweise von Herstellern und Tierarzt, sodass die Strategie der jeweiligen Situation angepasst werden kann. Heißt unter anderem:

 

Ø                 Mieze darf nur mit einem einzigen Mittel behandelt werden! Also Puder ODER Spray ODER Spot On (noch einmal: Halsbänder eignen sich besser zur Vorsorge, weil sie dem bereits auf ihr wohnhaften Floh Zeit zur Flucht geben).

Ø                 Nur bei der (zusätzlichen) Entwesung des Wohnbereichs dürfen/sollten Sie sich austoben. Je nach Verdacht bzw. Befallsdichte.

Ø                 ABER: Umgebungs-Sprays etc. dürfen NICHT auf die Katze aufgebracht werden!

 

Bitte wedeln Sie also nicht mit irgendeinem Spray ein wenig in der Wohnung herum oder machen aus Ihrem Staubsauger eine Floh-Zuchtstation. Totale Vernichtung ist angesagt – wehret den Anfängen! Wird ein Großangriff nötig, entwerfen Sie einen Schlachtplan und stürmen danach die nächste Apotheke oder erwerben Empfohlenes beim Veterinär.

 

SCHWERE GESCHÜTZE

 

Zunächst: Machen Sie sich kundig bzw. holen Beratung ein hinsichtlich allem, was auf die Katze aufgebracht werden darf (siehe auch Vorsorge bzw. klicken Sie im Themenbereich „Gesundheit“ auf Parasitenbekämpfung, Wirkstoffe und Hersteller). Bei einem Spot On z.B. richtet sich die Dosierung je nach Produkt nach dem Körpergewicht bzw. ist nicht jedes für Jungtiere, Trächtige/Säugende, Kranke etc. zugelassen. Halten Sie sich strikt an die Gebrauchsinformation und bringen zusätzlich keine anderen Präparate auf die Katze/n auf!! Tut mir leid, aber das kann nicht oft genug wiederholt werden ...

 

Ø                 Für welche Methode Sie sich auch entscheiden  - alle Katzen/Hunde im Haushalt müssen gleichzeitig behandelt werden! Für Frettchen, andere Kleinnager oder sonstig Tierisches holen Sie Infos beim Doc ein!

Ø                 Einen (mehrere) FOGGER zum Ausnebeln der Wohnung. Wie viele davon Sie brauchen, richtet sich nach der Größe Ihrer Behausung – die Reichweite ist auf den Dosen ebenso wie die Anwendung genau angegeben. Sparen Sie nicht am falschen Platz, denken Sie daran: Keine Überlebenden!

Ø                 HAND- (Umgebungs-) SPRAYS (am besten vom gleichen Hersteller) für Ritzen, Winkel, Kratzbaum, Küche und Abstellkämmerchen etc. Wenn Sie nicht gerade in einem Schloss wohnen, werden Sie vermutlich mit zwei (= Wohnung) bis vier (= Haus) auskommen.

 

Tipp: Haben Sie eine derartige Prozedur schon mal gemacht, sollten Sie diesmal die Präparate/Anbieter wechseln. Immerhin könnte es damals einzelne Überlebende gegeben haben und die neue Generation ist immun. Ob der eingeschleppte Flohnachwuchs eine entsprechende Vorgeschichte hat, wissen wir freilich nicht ... Wie gesagt, lassen Sie sich beraten und achten darauf, dass die chemische Keule den wichtigsten Anforderungen entspricht: Nämlich nicht nur dem Floh ans Leben zu gehen, sondern seinen Entwicklungszyklus zu unterbinden.

 

 

UND NUN GEHT’S LOS

 

Wenn Sie den Großangriff nicht wiederholen wollen, planen Sie rechtzeitig: Sie brauchen einen freien Nachmittag (Wochenende?) und helfende Hände, falls Sie mehrere oder viele Katzen haben. Und erledigen bis zur Schlacht Punkt 1 und 2 ...

 

1.      Zählen Sie die Häupter Ihrer Lieben und sorgen für genügend Transportkörbe. Sprühen Sie mit dem Hand-(Umgebungs-)Spray alle (vor allem innen!) inklusive darin liegender Decken gründlich ein. Wann immer Sie Zeit dafür finden, spätestens aber am Abend vor dem Großkampftag, damit sie auslüften und weder Hustenfälle noch Übelkeit provozieren können. Wichtig ist natürlich, die Dinger danach in einer flohfreien Zone zu deponieren!

2.      Etwa eine Woche vor der Kriegserklärung behandeln Sie jede Katze mit einem Spot On. Haben Sie sich für Puder oder Spray entschieden (ein Halsband reicht zur Bekämpfung nicht aus), behandeln Sie die Katze/n am Tag X, bevor Sie

3.      die Meute für einige Stunden raus aus der Gefahrenzone bringen = gesamte Wohnung! Und z.B. ins Auto verfrachten (welches sicherheitshalber vorher ausgesprüht werden sollte), zur Schwiegermutter oder wen Sie halt sonst beglücken möchten.

4.      Beherbergen Sie auch andere Haustiere (Hamster, Vögel), müssen diese ebenfalls evakuiert und die Käfige gründlich gesäubert werden. Aquarien bitte extrem penibel abdecken, Fische pflegen nicht durch Widerstandskraft zu glänzen und sind gegen die Nebler nicht immun.

5.      Sind nachweislich alle Lebewesen in Sicherheit gebracht, machen Sie “die Schotten dicht” und schließen sämtliche Fenster. Danach öffnen Sie alle Türen, auch Schranktüren und Schubfächer. Drapieren Sie das Bettzeug über die Türflügel und stellen Sie die Matratzen von Bett und Polstermöbel hoch (damit der Fogger bzw. Hand-Spray auch die besonders gewitzten Vampire erreicht!)

6.      Schließen Sie alle Lebensmittel – und das Katzengras!! – weg.

7.      Sprühen Sie mit dem Umgebungs-Hand-Spray die Fußleisten entlang in alle Winkel und Ritzen und unter alle Möbel. Nach Möglichkeit auch unter jene, die am Boden aufliegen, irgendein Spalt wird sich schon finden. Auch deckenhohe Kratzbäume müssen oben damit behandelt werden, der Fogger reicht nicht so hoch!

8.      Sprühen Sie in der Küche vor dem Verlassen (je nach Größe) auch ein-/zweimal in die Höhe und schließen die Tür (NUR diese!). Flöhe lieben‘s warm und feucht, also vergessen Sie das Bad nicht.

9.      Danach bringen Sie laut Angabe des Herstellers die Fogger in Position und aktivieren sie in der Reihenfolge, wie Sie den strategischen Rückzug Richtung Haustür antreten. Wenn es viele Räume sind, halten Sie ein nasses Handtuch vor den Mund – der Nebel kann Ihre Mundschleimhäute “ankratzen” und Schluckbeschwerden verursachen. Dann verlassen Sie das Haus/Wohnung – bitte geistern Sie nicht mehr herum (falls Sie etwas vergessen haben), sobald die Fogger aktiviert sind!

10.  Am Ende der vorgeschriebenen Einwirk-Zeit lüften Sie gründlichst zumindest zwei Stunden! Werfen Sie den Staubsauger an und saugen alles ab, was irgend möglich ist. Verschließen Sie den Staubbeutel luftdicht, verbrennen oder entsorgen ihn sofort außer Haus und sprühen Sie sicherheitshalber das Gehäuse innen aus! Erst dann dürfen alle Tiere (und der Rest der Familie) wieder zurückkehren.

11.  Kämmen Sie Ihren Miezen einige Tage hintereinander sorgfältig die gekillten Untermieter aus dem Fell, achten auf herumtaumelnde zähe Überlebende (ohne viel Federlesen ansprühen und sofort außer Haus entsorgen) und verteilen prophylaktisch Bandwurm-Tabletten an die pelzige Crew!

12.  Genießen Sie Ihr neues Leben ... vergessen Sie aber nicht die Wiederholungs-Behandlung auf der Katze und je nach Präparat eine weitere Bandwurm-Tablette – und die Schlacht ist gewonnen.

 

 

VORSORGE: WUNDERWAFFEN, GIBT’S DIE?

 

Na ja, wie man’s nimmt. Erfreulich ist, dass die modernen Mittel überwiegend sowohl Flöhen als auch Zecken ans Leben gehen - sofern Sie den Arzneimittelriesen Ihr Vertrauen schenken und Qualität erwerben (was ich dringend empfehlen würde). Zur Wahl stehen

 

Ø                 Halsbänder mit Insektizidbeschichtung, deren Wirkung je nach Hersteller bis zu mehrere Monate anhält.

 

Zur Vorbeugung gut geeignet, reichen sie aber wie erwähnt bei bereits bestehendem Floh-Befall zur Bekämpfung nicht aus, weil sich die Wirkung nicht sofort voll entfalten kann und dem Floh daher Fluchtschancen einräumt.

Flohhalsbänder können zudem unterschiedliche Reaktionen auslösen: Nur zeitweilig angelegt verschaffen sie den Parasiten eine Atempause und die Wirkung ist gleich null. Ständig getragen kann Mieze eine Kontakt-Allergie entwickeln, vor allem weiße Katzen reagieren darauf sehr empfindlich. Sie merken es daran, dass sie sich den Hals wund schubbert oder gerötete Haut, Pusteln, Haarausfall beobachtet werden. Gleiches können Sie provozieren, wenn das Halsband zu eng anliegt. Was es sowieso nicht sollte, doch ist es zu locker, wird es gern verloren! Tipp: Kriegen Sie einen Finger lässig dazwischen, sitzt es gut. Zwecks Vorsorge können Sie die Innenseite mit Heftpflaster auskleiden.

 

Ø                 Puder oder Insektizid-Sprays (KEINE Umgebungssprays auf die Katze) haben eine deutlich begrenztere Wirkungsdauer und müssen in jedem Fall wiederholt (regelmäßig) angewendet werden.

 

Sie eigenen sich gut sowohl zur Vorsorge als auch zur aktuellen Behandlung. Mag die Katze das Spray-Geräusch nicht, verwenden Sie Pump-Sprays oder sprühen auf Finger und Handflächen und pflügen mit gespreizten Fingern gegen den Strich – das funktioniert auch exzellent mit Puder. Erfahrungsgemäß muss die Katze zur Vorsorge nicht unbedingt flächendeckend behandelt werden, oben herum klar, wichtig sind die Unterseite/Bauch und wo’s besonders warm ist (Achseln, Höschen). Leckt sie es sofort wieder ab oder Sie haben Kleinkinder im Haus, wählen Sie besser einen

 

Ø                 Spot On; die Präparate haben gleichfalls eine relativ kurze Wirkungszeit, meist wenige Wochen, sollten aber trotzdem nicht permanent erneuert werden

 

Sie werden gern genommen, weil die Anwendung denkbar einfach ist und die Katze bei richtigem Gebrauch mit der Giftwirkung nicht in Berührung kommt. Sie eigenen sich gut zur Vorsorge, reichen zur Bekämpfung in der Regel aber nicht aus: Weil jeder Parasit, egal ob Floh oder Zecke, zuerst andocken und die giftige Blutmahlzeit intus haben muss, bevor er ins Gras beißt. Ideal daher zur Prophylaxe gegen Flöhe, auch z. B. für Showtiere oder auf Reisen. Zur Vorsorge gegen Zecken bei Freigängern oder Garten-, Gehegenutzern hat sich diese Methode nicht so gut bewährt – mehr darüber im Frühjahr, wenn die Zeckensaison wieder voll im Gange ist.

 

 

LETZTE TIPPS

 

Hegen Sie für Mieze Heiratspläne, dürfen Sie vorher weder Spray noch Puder verwenden und schon gar nicht ein Halsband anlegen. Und einen Spot On mindestens etwa zwei Wochen vorher aufbringen, andernfalls sich der Galan in jedem Fall mit Grausen wendet – die Braut geht ihm schlichtweg nicht unter die Nase ...

Vorsicht bei Pyrethrum: Als sehr wirkungsvolles Insektizid ist es vielfach Bestandteil von Umgebungs-Sprays – an sich ungefährlich für Säuger und Warmblüter wird es jedoch heute vorwiegend synthetisch hergestellt, wodurch es seine Harmlosigkeit verloren hat: Über Haut oder Lunge aufgenommen kann es trotz geringer Toxizität zu einer Vergiftung führen. Mit Spät-Wirkung, da synthetische Pyrethroide/Pyrethrine vor Ausscheidung (mit dem Harn) in der Leber umgebaut werden, was sehr langsam vor sich geht. Achten Sie also darauf, dass Mieze mit keinen Restbeständen des Umgebungs-Sprays in Berührung kommt (Schlafplätze). Anzeichen einer Vergiftung sind Zittern, Erregung und Krämpfe. Sie sollten eilends den Tierarzt konsultieren.

Und: Sind Sie grad umgezogen, haben definitiv keine Untermieter mitgebracht und Mieze darf/durfte nie ins Freie – aber plötzlich hüpft was und sie fängt an sich zu kratzen (oder Sie?) ... und die Ursache ist klar ... dann waren die Biester wohl schon vor Ihnen da und freuen sich jetzt auf Highlife. Oh ja, schon vorgekommen. Es könnte daher nicht schaden, vor Abschluss des Vertrages/Kaufes zu fragen, ob die Vormieter/Vorbesitzer Haustiere hatten. Und wenn ja, sicherheitshalber vor dem Einzug mörderisch unterwegs zu sein ...

 

 

 

Falls es Sie interessiert – wäre immerhin nicht ganz unwichtig:

 

FLOH-FAMILIENPLANUNG

 

 

Die Daten entsprechen Experten-Angaben, aufgrund deren Uneinigkeit Abweichungen möglich sind. Aber da wir sowieso nicht wissen, wie alt und wes Geschlechts ein Floh ist, wenn wir ihn finden ...

Innerhalb von 48 Stunden nach der Hochzeit beginnt das Weibchen mit der Nachwuchs-Produktion: Fleißige sollen es auf 25 Eier täglich bringen, und dieses drei bis sechs Wochen lang – das bringt an die 1000 Eier pro Ehepaar Floh!! Welches dem gewählten Wohn-Wirt meist treu bleibt (außer Mieze verschluckt sie beim Putzen), akzeptiert bei starken Störungen aber auch einen Wechsel.

 

Ø                 Die Floheier jedoch fallen immer ab! Vorzugsweise während Miezes Ruhepausen, aber viele verliert sie genauso auf ihren Wanderwegen und verteilt sie somit im ganzen von ihr frequentierten Wohnbereich.

 

Die etwa vier/fünf Tage danach aus den Eiern schlüpfenden, augenlosen Larven (Erwachsene können hell/dunkel unterscheiden) sind ein lichtscheues Gesindel, das sich für weitere neun Tage bis zur Verpuppung in dunkle Winkel zurückzieht. Knappe zwei Wochen später beginnt das wahre Leben: Der Floh ist fertig entwickelt. Findet er’s ungemütlich kalt und trocken oder es kommt kein Wirt vorbei, kann er allerdings seinen Stoffwechsel drosseln und an die zwei Monate im Kokon verbummeln ...

 

Ø                 In diesem Stadium trotzt er jeglichem Insektizid!!!,

 

registriert aber sehr wohl Vibrationen, Luftbewegungen, Körperwärme, Kohlendioxid-Veränderungen (= Atemluft), wodurch er zum Schlüpfen animiert wird. Gefällt ihm, was er gefunden hat, sprintet er los: 20 Zentimeter hoch und 40 Zentimeter weit schafft sein drittes Beinpaar. Satt getrunken und nicht wählerisch bei der Partnerwahl bleibt er selten lange allein. Und der Zyklus beginnt erneut.

Hungers sterben kann ein Floh übrigens nur, wenn er bereits Blut geschmeckt hat: Zwei bis vier Tage ohne Nahrung und er gibt den Löffel ab. Wann die Hüpfer generell das naturgegebene Greisenalter erreichen, scheint noch nicht geklärt, aber wir können sie sowieso nicht nach dem Alter fragen. In jedem Fall haben sie ihre Zeitspanne bestens genützt ... zumal selten einer allein kommt ...

 

 

 

 

 

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