Feng Shui

FENG SHUI

 

FÜR KATZEN UND IHRE MENSCHEN

 

Autorin: Wendy Mie-tze

 

 

Menschen empfinden die heutige Zeit als extrem hektisch und scheinen aus dem ständigen Hinundherhetzen überhaupt nicht mehr herauszukommen. Wir Katzen wissen aufgrund Jahrtausende langer geduldiger Beobachtung, dass sie eigentlich immer schon ziemlich betriebsam gewesen sind – sie können’s eben nicht anders. Darum, Schwestern und Brüder, sollten wir ihnen endlich aus dem Schlamassel helfen. Und sie in die Geheimnisse von Feng Shui einweihen.

 

 

DIE STUNDE DER WAHRHEIT

 

Denn die Lage spitzt sich zu und nimmt mittlerweile bedenklich ernste Formen an. Bisher haben die Zweibeiner ihre Tage mit Katzenfüttern, Katzenstreicheln, Katzenfüttern, Katz-und-Maus-Spielen und Katzenfüttern ausgefüllt und sich nebenher halt ein bisschen um Job und andere Mitbewohner gekümmert. Aber seit einiger Zeit gehen sie Radfahren, Joggen, Walken oder verplempern unsere!! wertvolle Zeit in Fitnessstudios, planen ständig irgendwelche Wellness Urlaube und labern uns den Pelz voll mit Beteuerungen, wie gut sie sich fühlen ... während ihre Gelenke knirschen und sie über ihren Tellern mit dem Hasenfutter fast zusammenbrechen. Und dafür, dass wir auf unserem Lieblingsplatz zusammengerollt derweil meditieren, sprich ein Schläfchen halten, ernten wir auch noch neidvolle Blicke und gelegentlich ein atemloses Japsen á la „so gut möchte ich‘s auch mal haben“. Ja, Leute! Seid ihr denn total mit Blindheit geschlagen? Meditieren ist Schwerstarbeit! Denn, das muss jetzt endlich einmal gesagt werden, wir sind eure Energielieferanten, ohne uns würdet ihr keinen Fuß vor den anderen kriegen! Weil wir es sind, die das ultimativ beste Feng Shui bringen!

 

 

WER HAT’S ERFUNDEN?

 

Ja gut, in den Büchern werden wir diesbezüglich zwar zusammen mit den Hunden auf eine Stufe gestellt, aber die sind von Menschen geschrieben und somit ist tiefere Einsicht nicht zu erwarten. Feng Shui basiert auf dem Studium des Zusammenhangs von kosmischem und irdischem Leben, lehrt den Umgang mit Energiefeldern und ist, kurz gesagt, eine Art Harmonielehre. Und wer ist zuständig für die Harmonie in dieser Welt? Richtig, wir Katzen, und zwar schon seit Jahrtausenden. Die alten Ägypter und die Chinesen wussten noch um unsere Gabe, doch etwa 200 v.Chr. fingen sie an, alles aufzuschreiben – und da begann der ganze Ärger. Denn es waren ja Menschen, die diese Aufzeichnungen später übersetzten, und die bezogen natürlich alles auf sich, als wären sie der Nabel der Welt. Von wegen.

Nur wenige erkannten, dass wir Katzen die Hüter der kosmischen Ordnung sind. Wie zum Beispiel Konfuzius, der sagte: „Wenn der Himmel Unglück bringt, kannst du ihm nur entkommen, wenn du dein Schicksal einer Katze anvertraust“. Okay, bevor jetzt wieder Missverständnisse aufkommen: Wörtlich hat er sich nicht so ausgedrückt. Gleiches gilt für die wichtigsten philosophischen Werke wie das Tao Te Ging und das I Ging, worin es (sinngemäß) heißt: „Der Mensch folgt der Erde. Die Erde folgt dem Himmel. Der Himmel folgt dem Tao. Das Tao folgt der Natur und damit der natürlichen Weisheit der Katze.“

Erklärend sei hinzugefügt, dass Tao mit „Weg“ übersetzt wird, zum einfacheren Verständnis der Zweibeiner aber auch „Hinweis“ bedeuten kann, und das I Ging als Buch der Wandlungen gilt. Simpel übersetzt ist damit gemeint, dass der Mensch unseren Hinweisen zu folgen hat – beispielsweise wenn wir das Dosenfutter wieder auf den Teller spucken, weil wir tatsächlich Rinderfilet bestellt haben. Auf dem Weg zum Fleischer wiederum wandelt sich der Mensch (vom irregeleiteten zum gesegneten Futterlieferanten) und so schließt sich der Kreis. Denn wir sind (und bestimmen) nun mal Anfang und Ende.

 

 

YIN & YANG IN BALANCE

 

Damit das Tao aber nicht zum Irrweg wird (und etwa in den Supermarkt statt zum Fleischer führt), bedarf es präziser Wegweiser, bekannt als Yin und Yang. Sie verkörpern sowohl die Gegensätze, die einander anziehen, als auch ihre eigentliche Entsprechung – darum werden sie auch als zwei Hälften dargestellt, die eben nur zusammen ein Ganzes ergeben können und den Rhythmus des Lebens bestimmen. Somit gibt es kein Glück ohne Unglück, kein Licht ohne Dunkelheit, kein Mauseloch ohne Katze. Für die Menschen symbolisiert Yin die Erde und den Schatten, Yang den Himmel und das Licht. Das stört unsere Kreise nicht, also belassen wir’s dabei.

Treffen nun Yin und Yang in Harmonie aufeinander, entsteht infolge des Gleichgewichtes perfektes Tao und die Kräfte des positiven Chi (= Energiefluss) können ungehindert fließen = kurz und bündig: Mensch hat begriffen, was Katze meint und richtet sich danach. Katze hat nix zu beanstanden und kann ihre Zeit nutzen, um Kraft zu sammeln, die sie ihrerseits wieder auf den Menschen überträgt. Worauf es dem wieder gut geht. So einfach ist das mit den kosmischen Energien.

 

 

CHI MUSS FLIESSEN

 

Vereinfacht wäre das mit „der Strom von Rinderfilet darf niemals abreißen“ zu übersetzen, aber es gibt einige Nebenformen, wovon eine in den Menschenbüchern als „Platz schaffen“ bezeichnet wird und nichts anderes heißen soll als „schmeiß dein Gerümpel weg“. Nun haben die Menschen haarsträubende Ansichten darüber, was Gerümpel ist und was nicht. Obwohl das nun wirklich glasklar auf der Pfote liegt: Kühlschrank, Bett, Kratzbaum und ein paar Möglichkeiten zum sich Zurückziehen respektive zum Erleichtern wie Wäscheschubladen und eine Reihe großer Blumentöpfe mit klettertauglichen Pflanzen, wenn‘s denn schon keinen Garten gibt. Ich will jetzt nicht allzu weit ausholen, denn es ist sowieso verlorene Liebesmüh' – die hängen nun mal an ihrem Plunder und schalten da echt auf stur. Auf viel Grünzeug aber; liebe Schwestern und Brüder, solltet ihr unbedingt bestehen, es hat schlicht multifunktionsmäßig gutes Chi, weil die Erde fabelhaft geeignet ist zum Graben und Reinpinkeln, während das Gemüse zudem relativ dauerhaften Unterhaltungswert aufweist beziehungsweise jederzeit ganz leicht durch neues ersetzt werden kann.

Unbedingt standhaft solltet ihr auch bleiben, wenn es um die adrette Gesamtansicht eures Lebensraumes geht, also räumt penibel immer alle Spielsachen weg. Menschen neigen nun leider dazu, hinter Sofas und unter Schränke zu kriechen, um die Legionen von Fellmäusen, Papierkugeln und sonstiges hervorzukramen, weil sie denken, das hätte was mit Ordnung zu tun. Hat es nicht, zeugt bloß von Geiz (= gaaanz schlechtes Chi), weil sie nichts Neues kaufen wollen. Aber Ordnung ist natürlich wichtig und irgendwann werden sie’s vielleicht begreifen, ergo vergrabt euer Zeug in die absolut hintersten Winkel, in Blumentöpfen, Bücherregalen, im Klo oder unter Teppichen, Kopfkissen, Bettdecken und notfalls im Kuchenteig. Kleine Hartgummibälle machen sich besonders gut unter Sitzkissen und in Schuhen.

Ich weiß, dass das mühsame Sisyphusarbeit ist, Freunde, aber nehmt euch bitte auf jeden Fall der Schreibtische an! Räumt sie ab, gnadenlos! Büroklammern sind einzeln im ganzen Haus gut verteilt fein aufgehoben, diese silbernen flachen Computerdinger passen unter jeden Teppich oder Schrank, ebenso wie Bleistifte. Zerreißt, zerkaut oder knuddelt alles Papier. Bei kleinen Haufen hilft es oft, darauf zu schlafen und sie ein bisschen anzusabbern, damit euch der Mensch die Arbeit des Wegräumens abnimmt. Sind sie jedoch zu groß, könnt ihr in letzter Konsequenz nur einen von euch produzierten ... obenauf platzieren – wartet aber, bis ihr ein wenig Durchfall habt, denn dann ist die Wirkung schlichtweg grandios! Denkt immer daran, dass nur spiegelblanke Schreibtischplatten mit einem Schlafnestchen drauf gutes Chi haben. Womit wir auch schon beim nächsten Kapitel angelangt wären:

 

 

SCHLECHTE SCHWINGUNGEN

 

Parallel zum guten Chi muss es konsequenterweise auch ein negatives geben, es wird Sha genannt und ist absolut gar nicht gut. Wie etwa ständig nur billige Dosenpampe, ein Klo, das nicht täglich gereinigt wird oder Schlafzimmerverbot. Da schießen die spitzen Pfeile des bösen Sha nur so herum wie von uns aufgescheuchte Vögel im Käfig. Randvoll mit Sha sind auch sogenannte Energieautobahnen, womit lange Flure gemeint sind, wo das Chi zu viel Tempo kriegt, nicht mehr rechtzeitig bremsen kann und beim Aufprall in Sha verwandelt wird. Noch schlimmer wird’s bei Fenstern und Türen, die einander in direkter Linie gegenüber angeordnet sind = das Chi fließt zur Tür herein und flutscht beim Fenster gleich wieder raus. Was in erster Linie Schlafplätze mit Zugluft bedeutet – wer braucht das? Türen und Fenster stets geschlossen zu halten bringt natürlich rein gar nichts, außerdem können wir das nicht leiden. Und schade um die lange Flure wäre auch.

Da braucht’s ein vernünftiges Hindernis. Wirkungsvolle Gegenmaßnahmen sind, wenn von jedem Türrahmen in der Mitte eine Schnur (vorzugsweise zumindest teilweise aus Gummi) bis zum Boden hängt mit einem netten Spielzeug unten dran – wir lassen’s zappen, das Sha fürchtet sich und entfleucht. Bei einem langen Flur wird empfohlen, die Schnur an der (stabilen) Deckenlampe zu befestigen. Recht hilfreich ist auch, solche Flure aufzusuchen, wenn euch übel wird, allerdings sollte dann dort ein Teppich liegen. Sonst geht lieber ins Bad, das meist unaufgeräumt und vollgepfropft als beliebter Aufenthaltsort für Sha gilt, das sowieso genauso vertrieben werden muss.

Merke: Die Welt ist auf einem polaren Prinzip aufgebaut, weshalb wir immer wieder auf Sha treffen werden. Allem, was zu schnell (ausgenommen wir auf der Jagd), zu gerade, zu spitz oder zu scharf ist, muss die negative Energie genommen werden. Setzt eure Kreativität ein, damit Sha niemals dominieren kann und wetzt eure Krallen an Tischkanten, pinkelt auf Steckdosen und elektrische Geräte und kratzt die Kanten der Tapeten ab. Und lasst die Menschen Spiegel, Kristalle und Klangspiele aufhängen – sie möchten ja gern auch etwas tun. Außerdem können die Dinger ganz amüsant sein.

Aber eigentlich bin ich mir selbst jetzt viel zu weit vorausgeeilt, vorerst wäre ja noch die Sache mit dem Hund aufzuklären.

 

 

WIE WIR AUF DEN HUND KAMEN

 

Aufgrund eines total verkorksten Übersetzungsfehlers gilt der Hund heute als bester Freund des Menschen. Wahr ist vielmehr, dass sie in der Provinz Shar Pei im alten China als bester Freund ihrer Menschen selbige ernährten!! Der Überlieferung zufolge ging unserer Ahnfrau Ming Va-se deren Schicksal so zu Herzen, dass sie die Hunde in die Reihe der höheren Mitgeschöpfe aufnahm und sie so von ihrem elenden Dasein befreite. Aus Dankbarkeit gelobten die Kläffer ewige Unterordnung und schworen, sich niemals an unseren Futternäpfen zu vergreifen und uns stets die besten Schlafplätze vorzuwärmen. Ha – und was ist daraus geworden? Wie viele Hunde hatten trotz tiefster Verzweiflung das Gelöbnis seither gebrochen in der irrigen Annahme, ihre Menschen wären höhere Wesen als wir? Nun, es sei ihnen verziehen, sie können nichts dafür, sind ja bloß Hunde. Glücklicherweise gibt es außerdem viele unter ihnen, die nicht so leicht zu blenden und unserer Freundschaft würdig sind. Oder sich zumindest als Schleppenträger bewähren.

Ming Va-se jedenfalls soll so gerührt gewesen sein, dass sie den Klügsten Unterricht gewährte und in einige der niedrigeren Mysterien des Feng Shui einweihte. Als äußeres Zeichen dieser höheren Weihen trugen sie besonders viele Falten im Gesicht, was sich freilich im Laufe der Zeit gewandelt hat, bis hin zu ganz glatten Schnauzen. Seither dürfen an unserer Seite auch Hunde ihre (natürlich sehr viel begrenzteren) energetischen Kräfte zum Wohle des Universums einsetzen.

Als aufgeklärte Katzen stehen wir Hunden also mit nachsichtiger Freundlichkeit gegenüber und kümmern uns um ihr Wohlergehen. Beispiel: Klau alles, was nicht angenagelt ist und schieb‘ den Hund vor, wenn Mensch es bemerkt. Das ist seine natürliche Bestimmung und macht ihn glücklich.

 

 

GOOD VIBRATIONS

 

Eine weitere Irrlehre der Menschen, die vor allem von Tierfreunden unterstützt wird, ist, dass alle Tiere gutes Feng Shui besitzen, besonders Fische. Das ist nett gedacht, aber ein wenig einfältig und stimmt definitiv nur bedingt, denn das ganze Kleinzeugs wie Mäuse, Ratten, Hamster, Hasen und Vögel sind ganz miese Energielieferanten. Wie sollten sie auch, die kleinen Pupser? Allerdings haben sie durch ihr bemerkenswertes Fress-Chi allemal einen Fixplatz innerhalb der kosmischen Ordnung. Wildtiere sind übrigens generell nicht geeignet, während domestizierte Tiere wie Rinder, Schweine, Hühner & Co in die Kategorie Fress-Chi fallen und Pferde hauptsächlich nur groß sind.

Mit den Fischen verhält es sich etwas komplizierter: Fische ohne Wasser haben nur Fress-Chi, Fische mit Wasser aber gelten als Quelle des Reichtums, weshalb Aquarien ein exorbitant fabelhaftes Chi nachgesagt wird. Ich kann das bestätigen, allerdings solltet ihr eure Menschen bei der Wahl des passenden Platzes für das Aquarium über die richtigen Tsei-Wei-Regeln aufklären – sie denken nämlich, damit wäre eine Ecke im Wohnzimmer diagonal gegenüber der Tür gemeint, wo es total still ist (also weit weg vom Fernseher) und wo sich gar nichts tut. Was in der Regel total sinnwidrig interpretiert wird, denn ein Aquarium neben unserem Kratzbaum zum Beispiel ist absolut genial, weil allein unsere Nähe bekanntlich das gute Chi verstärkt.

Womit wir auch schon bei der eminenten Bedeutung der richtigen Art von Abdeckung sind, dem absoluten A und O für perfektes Tsei-Wei. Also: Gar nicht abgedeckt verursacht meist gröbere Überschwemmungen beim Spring-Kampf-Angeln, ferner könnten wir während aufregender Träume von der Liege hinunter und ins Wasser plumpsen – nicht auszudenken, was da passieren kann! Mal abgesehen davon, dass wir bestenfalls elendslang brauchen, um unseren Pelz wieder trocken zu kriegen, ist jegliches Chi gänzlich abgesoffen. Vollkommen abgedeckt ist gleichfalls indiskutabel, denn damit wird verständlicherweise die Fangfrische unterbunden. In logischer Konsequenz kann ideales Tsei-Wei also nur dann erzielt werden, wenn das Aquarium zur Hälfte und außerdem so stabil abgedeckt ist, dass wir bequem darauf Platz haben und ohne ins Rutschen zu kommen agieren können. Wobei die offene Hälfte natürlich niemals unterhalb eines unserer Schlafplätze sein darf!!

 

 

DAS FÜNFTE ELEMENT

 

Für die Feng Shui-Lehre ist das Chi der Beginn von allem. Dieses Chi teilt sich und bildet zwei Pole: Yin und Yang, das hatten wir ja schon. Aus Yin & Yang wiederum wurden zum Zwecke der Arbeitsteilung die fünf Grundelemente geschaffen, welche von den Menschen Wasser, Feuer, Holz, Metall und Erde genannt werden. Das bedarf freilich näherer Erläuterung, weil die ursprüngliche Form dieser Elemente nur in kosmischer Gesamtheit begrifflich ist, womit heute keine moderne Katz‘ etwas anfangen kann.

Für unser in der Regel räumlich begrenztes, alltägliches Dasein auf den Punkt gebracht handelt es sich dabei also um Aquarium, Kaminsofa, Kratzbaum, Futternapf und Blumentopf. Geblieben ist selbstverständlich die tiefere Bedeutung:

 

Ø                 Ein Aquarium enthält Wasser und Fische = Wasser fließt, Fisch ernährt, alles klar. Es steht außerdem für Ruhe, das heißt, es soll gefälligst keiner unsere Konzentration beim Angeln stören. Als kaltes Element repräsentiert Wasser den Winter, seine Farbe ist Blau. Es wird von Metall genährt (= Wassernapf) und hält das Feuer im Zaum.

Ø                 Durch das Kaminsofa erfährt das wärmende Feuer seine Bestimmung, das überdies für Trockenheit zuständig ist = sehr wichtig für unsere im Aquarium nass gewordenen Füße. Feuer symbolisiert den Sommer, seine Farbe ist Rot. Es nährt sich von Holz (also niemals am Kratzbaum rauchen!) und macht aus eurem Futternapf ein verbeultes Etwas, weil es Metall zerstören kann (durch Schmelzen).

Ø                 Grün ist die Farbe des Holzes, das den Frühling und das Wachstum verkörpert, also empfangt eure Lover auf dem Kratzbaum! Davon, das Klettermöbel Richtung Kamin zu kippen, wenn ihr gern ein neues möchtet, wird abgeraten, weil das ein ziemlich schlechtes Chi für‘s gesamte Umfeld bringen kann. Holz wird von Wasser genährt Freunde, weshalb sich das Aquarium als bessere Alternative anbietet.

Ø                 Metall ist ein ziemlich unterschätztes Element für Katzen, weil es uns häufig in Form von Kämmen malträtiert. Aber wer schon mal seine Mahlzeiten in diesen billigen Plastiknäpfen serviert bekommen hat, wird seine Nützlichkeit anerkennen! Metall wird genährt von Erde (= Messing-Blumentöpfe) und kontrolliert das Holz = vermittels der Nägel, damit unser Kratzbaum nicht zusammenkracht. Seine Farben sind Weiß, Silber, Grau und Gold, seine Jahreszeit ist der Herbst.

Ø                 Das Element Erde steht uns in diesen modernen Zeiten leider meist nur mehr sehr begrenzt zur Verfügung, weshalb wir auch so vehement auf möglichst vielen Pflanzen bestehen sollten. Lebendem Grünzeug selbstverständlich, denn nur dieses bringt uns der Erde näher! Versuchen Menschen euch und sich selbst mit Seidenblumen oder diesen meist pieksenden, getrockneten Staubfängern zu betrügen – rupft sie aus, zerkaut sie, lasst euch etwas einfallen. Vergrabt notfalls die Reste im Bett oder spuckt die Brösel aufs Tischtuch, wenn eure Leute wieder mal ihr Gehirn nicht eingeschaltet haben.

Die Farben der Erde sind Gelb und Braun, sie wird genährt durch die Asche des Feuers und kann durch Aufsaugen Wasser zerstören. Weshalb, wie schon erwähnt, die Blumentöpfe unbedenklich als Klo benutzt werden können. Darüber hinaus lässt sich in diesen beengten Verhältnissen nicht viel damit anfangen – außer umgraben und im gesamten Wohnbereich kunstvoll verteilen vielleicht. Das geht übrigens auch mit Lecca-Steinchen.

Die Erde symbolisiert außerdem nicht nur die Mitte und die Ruhe, sondern steht auch für den Spätsommer, die Zeit der Ernte, für Fruchtbarkeit und Wachstum. Durftet ihr also nicht im Frühjahr schon ausreichend fruchtbar sein – schreit das Haus zusammen! Es ist euer angestammtes Recht, zu ernten. Auf dass der Zyklus sich vollende.

 

 

DER ATEM DES LEBENS

 

Ihr seht also, wie wichtig Feng Shui ist und wieviel Einfluss ihr auf das Leben eurer Menschen nehmen könnt, um selbst in Harmonie mit euch und dem Kosmos leben zu können. Auch wenn ich euch hier nur die wichtigsten Grundregeln nahebringen konnte, so reichen sie dennoch für den alltäglichen Gebrauch. Die unzähligen Feinheiten sind freilich den Meistern vorbehalten.

Nachzutragen wäre noch, dass „Feng“ mit Wind und „Shui“ mit Wasser zu übersetzen ist. Das haben wir aber bloß für die Menschen erfunden, weil sie einfach für alles einen Namen brauchen, um die Weisheit des Universums wenigstens annähernd zu begreifen. Wir Katzen wissen, dass jede Bewegung eines Lebens mit jeder Bewegung der Natur korrespondiert, woraus Chi entsteht, der Atem des Lebens. Und wir sind seine Hüter und sein Gefäß.

Apropos Gefäß – ich orte wahrhaft kosmische Düfte und muss jetzt mal in die Küche. Entschuldigt mich also, macht‘s gut, Freunde! Das Chi sei mit euch ...

 

 

 

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