Interessantes aus der Katzenwelt

 

 

 

 

INTERESSANTES AUS DER KATZENWELT

 

 

Jeder, der sich auf Streifzug begibt und ein bisschen Geduld mitbringt, wird fündig werden. Nicht nur im Internet, sondern beispielsweise genauso in (Tages-) Zeitungen. Hier eine kleine Sammlung querbeet durch die Medien – und die Zeit. Also ohne Anspruch auf Aktualität.

 

 

SINNESTAUMEL ... Familienfilme machen’s vor und so manchen Europäer schaudert’s angesichts des seltsamen Reglements, wenn es ums amerikanische Liebesleben geht. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Im Staate Florida jedoch wacht das Auge des Gesetzes auch über dem der Katzen – diesen wird nämlich strikte untersagt, sich im Rausch der Begierde einem Hund hinzugeben. Whow! Welche Strafe einer linken Bazille droht, sollte sie sich trotzdem mal vergessen, ist in der Verordnung allerdings nicht verankert. Da haben die selbsternannten Gralswächter wohl wieder mal geschlafen ...

 

JURISTISCHER WILDWUCHS ... In Maryland/USA ist es gleichfalls nicht einfach, eine Katze zu sein, wird ihnen doch per Strafe verboten, auch nur eine einzige Pfote auf Friedhöfe zu setzen. Ob sie dann wohl ein Strafmandat auf die Stirn gepappt bekommen? Oder exkommuniziert? Knüppeldick trifft’s dort aber vor allem ihre großen Verwandten, die Löwen. Vermutlich werden sich eher wenige in Haushalten tummeln (aber was wissen wir schon?), im Zoo schon. Jedenfalls ist Löwen per Gesetz untersagt, sich zwecks Auflockerung ihres tristen Alltags gelegentlich mal einen Kinobesuch zu gönnen. Da dürfen sie nämlich nicht rein! Wer nach einer möglichen Erklärung dürstet: Vielleicht liegt es der Vorherrschaft von Gewalt und Horror in den Movies - und wer möchte schon die stattlichen Miezen auf dumme Gedanken bringen?

 

RETTUNGSMANÖVER ... Ernsthaft Erfreuliches gibt’s aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten freilich auch zu berichten: Die seltenen Nebelparder, von den Wissenschaftlern mittlerweile zu einer eigenen Großkatzenart erklärt, standen kurz vor dem Aussterben, weil sie in ihrer Heimat (Asien) bevorzugt auf der Abschussliste standen. Weshalb der Smithonian National Zoo in Washington in Zusammenarbeit mit einer Tierschutzorganisation in Thailand ein Zuchtprojekt zur Rettung dieser wunderschön gefleckten Tiere gestartet hat – der Khao Kheow Open Zoo in Chonburi (Thailand) vermeldet nun bereits stolz die Nachzucht von zehn Jungtieren! Eins davon heißt Max und sieht ziemlich beeindruckend aus.

 

LIEBE IST ... sich nicht mit dem Erstbesten einzulassen. Weil wir schon bei den „Wilden“ sind: Eine Geparden-Hochzeit geht auch nicht so hopp und drauf vonstatten, weil die Damen so ihre Ansprüche haben. Denn ein Weibchen im Salzburger Zoo ließ die Herren regelrecht Revue passieren: Die ersten beiden wurden lediglich als Spielpartner angesehen, dem Charme des extra aus dem französischen Peaugres Angereisten erlag sie aber dann doch. Die stolzen Eltern vermeldeten vier stramme Jungs.

 

RESTAURANT MIAU ... Was eigentlich als Werbegag gedacht war, beschert den New Yorker Miezen die weltweit erste Katzenkneipe: Zwei Wochen lang standen in einem speziell für Katzen eingerichteten Lokal nahe dem Times Square Leckereien wie „Deep Sea Delight“ oder Kalbsfilet „meow“ auf der Speisekarte – das Interesse war derart überwältigend, dass der Veranstalter, ein US-Hersteller von Katzenfutter (wer hätte das gedacht?), mittlerweile daraus eine Dauereinrichtung gemacht hat. Allerdings in einer etwas kostengünstigeren Gegend ...

 

LUXUSLEBEN ... Amerikas Millionärs-Katzen haben nach dem epochalen Erfolg des Fünf-Sterne-Etablissements für Hunde, wo diesen bei kurzfristiger Verhinderung der betuchten Herrschaft auf mehrere Stockwerke verteilt alle nur erdenklichen Annehmlichkeiten vom eigenen Pool über Gymnastik-Spiele bis zu den feinsten Köstlichkeiten á la Carte geboten werden, offenbar eine Kampagne gestartet. Mit Erfolg – eine ebenbürtige Luxusbleibe für Katzen wurde errichtet. Ein Hotel für den fashionablen feliden Wohlstandsurlaub gibt es ja schon ...

 

ORTSKAISER ... Die 900 Bewohner der Ortschaft Talkeetna in Alaska konnten sich mit den Kandidaten fürs Bürgermeisteramt nicht anfreunden und überredeten eine ausreichend große Wählerschar, für Stubbs zu stimmen. Kandidiert hat Stubbs zwar nicht, war ja auch grade mal ein paar Wochen jung – und ein Kater. Er regiert offenbar mit sanfter Pfote, nämlich seit 15 Jahren! Ob der Ortskaiser seither für eine Auswahl entsprechender Nachfolger gesorgt hat, ist freilich nicht bekannt.

 

FEURIG ... Kater Luzifer (nomen est omen), im Saarland beheimatet und offenbar frustriert, pinkelte im Ehegemach auf die Liegestatt. Der zwecks Trocknung aufgestellte Heizlüfter löste einen Brand aus und die Feuerwehr musste anrücken. Das Bett war zwar hinüber, aber Luzifer Gott sei Dank wohlauf ...

 

TRAMP CAT ... Bei ihrem Umzug überließ eine Frau aus Kwailin (China) ihre Katze einem Freund, welcher es da offenbar nicht gefiel und sich daher mutig auf den Weg machte – in 40 Tagen soll sie über 100 Kilometer zurückgelegt und bei der Ankunft grade mal ein halbes Kilo auf die Waage gebracht haben. Das gerührte Frauchen hat sie wieder aufgepäppelt.

 

EXOTISCHE WÜRSTCHEN ... Die Meldung ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, für das Wohlbefinden unserer Miezen aber dennoch elementar: In Japan wurde ein absolut exquisites Katzenklo entwickelt, bei dem dank einer Infrarotstrahlung die Spülung (!) erst in Gang gesetzt wird, wenn die Katze ihr Örtchen verlassen hat. Anschließend wird die Sitzfläche (?) schonend getrocknet. Der Palast kostet umgerechnet satt über eintausend Euro ... Da staunt selbst der Fachmann – und Mieze pieselt still und leise vielleicht doch lieber aufs Plumeau?

 

REKORDKATER ... Kater Mickey erledigte in seiner ungewöhnlich langen Dienstzeit von mehr als 20 Jahren in der Fabrik von Sheperd & Sons Ltd. in Lancashire (Großbritannien) abgerundet 22.000 Mäuse. Über diese Zahl scharrt Tigerweibchen Minnie aus dem Londoner White-City-Stadion nur gelangweilt mit der Pfote: Auf ihr Konto gingen 12.480 Ratten in nur sechs Jahren! Nüchtern betrachtet muss Madame Mimis Heimstatt ziemlich nagerverseucht sein, oder was herrschen dort für Zustände?

 

REKORDPREIS ... Die teuerste Katze der Welt gehört einem Franzosen, der für das zart auf Leinwand gehauchte „Junge Mädchen mit Katze“ mehr als eine halbe Millionen Euro hinblätterte. Der Maler, Auguste Renoir, ist als großer Katzenliebhaber in die Geschichte eingegangen, sodass wir Katzenfreunde natürlich cool davon ausgehen, das „Junge Mädchen“ hätte nur als Staffage für die Mieze gedient ... Pablo Picasso’s „Chat et oiseau“, im gleichen Jahr entstanden wie sein berühmtes „Guernica“, war indes nur unwesentlich billiger ...

 

REGIERUNGSMITGLIED ... Im österreichischen Parlament logiert seit wenigen Jahren eine Mieze mit unkündbarem, lebenslangem Arbeitsvertrag zwecks Eliminierung der Mäuseplage. Das erfolgreiche Beispiel sollte Schule machen – der Deutsche Bundestag hat sich Ähnliches zur Entlastung der rauchenden Politikerköpfe überlegt. Leider konnte ich nicht herausfinden, ob die Herrschaften schon fertig sind mit überlegen ...

 

STUDIENOBJEKT ... Im Auftrag der Vereins Deutscher Katzenfreunde kam ein Institut für Motivforschung in einer Studie über „Frauen und Katzen“ zu dem wahnsinnig unglaublichen Ergebnis, dass es, Zitat: „... eine hohe Übereinstimmung zwischen dem Konzept (?) Katze und dem Weiblichkeitskonzept (??) unserer Kultur“ gibt (Zitat Ende). Die Studie klärt uns weiters darüber auf, dass die meisten Frauen gern wie Katzen wären: Großäugig, geschmeidig und dickschädelig ... Irgendwie schad ums Geld, oder?

 

DIE KATZE AUS DEM SACK ... der Ursprung dieses Sprichwortes ist beinahe uralt und lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Damals wurden kleine Ferkel für den Transport zum Markt, wo der Bauer hoffte, sie verkaufen zu können, einfach in einen Sack gesteckt. Diese Tradition machten sich Gauner zunutze, steckten eine Katze in den Sack und behaupteten, sie könnten das vermeintliche Ferkel aber nicht zeigen, weil es zu lebhaft wäre und sich möglicherweise aus dem Staub machen würde. Bestand der Käufer aber darauf oder setzte sich die malträtierte Katze so zur Wehr, dass der Schurke ums Öffnen nicht herumkam, flog der Schwindel auf.

 

NEUN LEBEN ... werden unseren Katzen nachgesagt. Man könnte nun meinen, dieses Sprichwort gründe auf der Idee, dass ein scheinbar so unverwüstlichen und zähes Tier mehr als nur ein einziges lausiges Leben haben müsse. Und neun halt eine beliebige Zahl wäre. Stimmt aber nicht. In alten Zeiten (und vielen Kulturkreisen heute noch) hielt man die Neun für eine ganz besondere Glückszahl, weil sie die „Trinität der Trinitäten“ (= Dreieinigkeit bzw. Dreifaltigkeit im christlichen Sprachgebrauch) ist und deshalb für eine Katze – unbestreitbar ein „glückliches“ Tier – besonders geeignet schien. Dürfte man im Mittelalter noch nicht gewusst haben. Oder waren Scheiterhaufen & Co. bloß ein Test?

 

GENMANIPULIERTE US-KATZEN ... Sie sieht eigentlich ganz normal aus, wie eine Hauskatze mit ein bisschen Einmischung undefinierbarer Herkunft. Aber sie ist es nicht, denn „Atchoo“ (Hatschi) wurde in den Labors des Biotech-Unternehmens Allerca in San Diego, US-Bundesstaat Kalifornien, gezüchtet. Und Nina Greenberg, ihre künftige New Yorker Besitzerin, hat jede Menge Dollars für sie springen lassen: Viertausend (rund 3.100 Euro) für die Mieze, zweitausend an Express-Gebühr für den Versand und noch mal eintausend Versicherungskosten. Für diese stolze Summe wechseln derzeit brandneu die allerersten „Lifestyle-Haustiere“, wie sie von ihren Herstellern genannt werden, den Besitzer. Anfang des Jahres 2007 soll dann der Markt flächendeckend bedient werden und ab 2009 jährlich 10.000 dieser Kätzchen zur Verfügung stehen. Übersee-Exporte sind derzeit noch nicht konkret in Planung, aber wer weiß? Vielleicht wird der neue Lifestyle - der von einem (nicht beteiligten) Forscher sinnigerweise als “unkritischer Konsum“ definiert wurde – früher oder später bei eBay versteigert?

Und was macht diese Laborkatzen nun so besonders? Dass es sich dabei nach eigenen Angaben der kalifornischen Forscher um die ersten hypoallergenen Katzen der Welt handelt. Das heißt, sie sollen bei Menschen, die auf den im Speichel der Katze vorhandenen Eiweißstoff Glykoprotein „Fed d 1“ sensibilisiert sind und z.B. mit Atembeschwerden bis hin zu Asthma, Anschwellen der Lidbindehäute und Ekzemen reagieren, keine Allergien mehr auslösen. Und zwar weil es gelungen sei, das verantwortliche Gen zu eliminieren. Genauer: Durch gezielte Züchtung im Verlauf mehrerer Generationen wurde es gentechnisch so verändert, dass nur mehr eine harmlose Variante des Eiweißstoffes produziert wird. Laut einer Firmenmitteilung (New York Daily News) hat Allerca auch Tests mit Allergikern durchgeführt um sicherzustellen, dass die Katzen auch tatsächlich keine allergischen Reaktionen hervorrufen. Angeblich mit durchschlagendem Erfolg, dadurch untermauert, dass bei den Testpersonen sämtliche der üblichen Symptome erst dann neuerlich aufgetreten sind, als sie wieder mit „normalen“ Katzen zusammengebracht wurden.

US-Tierschutzorganisationen reagierten übrigens zunächst zurückhaltend auf die Antiallergie-Katze, räumten zwar ein, dass nun möglicherweise weniger Katzen von allergischen Besitzern ausgesetzt würden – meldeten jedoch zugleich Bedenken an, weil trotz Jahre langer Forschungsarbeit bislang noch immer nicht geprüft worden sei, welche Auswirkungen das Ausschalten des betreffenden Gens auf die gesundheitliche Entwicklung der Tiere haben kann. Spätfolgen seien spekulativ, aber immerhin nicht auszuschließen und auch nicht tolerabel. Wenigstens ist nicht alle Vernunft dahin ... das meiste aber wohl schon ...

 

Fortsetzung folgt

 

 

 

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