Catfancy go space

CATFANCY GO SPACE

 

MERK-WÜRDIGES UND VISIONÄRES

 

Ausstellungs-Rückblicke und Modernisierungsvorschläge –

total erstgemeint natürlich

 

Finden Sie alles gut so, wie’s ist? Oder haben Sie sich nicht auch schon mal Gedanken darüber gemacht, was man an den Ausstellungen ändern könnte/sollte/müsste? Ich meine jetzt nicht, die Konkurrenten per Mausklick in den Wendekreis des Krebses zu beamen oder ähnlich hilfreiche Ideen, obwohl sich für derlei zweifellos jede Menge Interessenten fänden – nein, sondern schlicht der Zeit anpassen ... ?

 

 

IM ZEITALTER DER AUFKLÄRUNG

 

Eigentlich wird damit ein Abschnitt unserer Geschichte bezeichnet, aber im Grunde gilt das für die Höhlenmenschen genauso wie für uns heute – wir müssen ständig dazulernen. In gewisser Weise ist die Evolution eine ziemlich überstürzte Angelegenheit (und so mancher konnte nicht mithalten, drum gibt’s immer noch welche) ... selbst in der vergleichsweise winzigen Welt der Catfancy. Sehen wir einmal von den gleichsam prähistorischen englischen Katzenshows ab (wiewohl nicht mal einen Wimpernschlag in der Geschichte zurückliegend = grade mal lausige 140 Jahre), bei welchen Mieze an der Leine vorgeführt wurde, während sich die Ladys zwischen Tee und Gurkensandwiches dem Smalltalk hingaben – so liegt zum Beispiel die „moderne“, von den Geflügelzüchtern entlehnte Idee der Präsentation in Käfigen gar nicht so lange zurück. In manchen Ländern müssen heute noch Hamster, Hasen, Hühner und Katzen in denselben Konstruktionen gastieren, freilich nicht gleichzeitig, zum Bedauern manch aufgeweckter Mieze. Jeder Drogeriemarkt hätte sich damals mit einem Verkaufsstand auf diesen Shows eine goldene Nase verdient, denn die Katzenbesitzer opferten Unsummen für ein Arsenal an Sprays und Putzutensilien, um der Geruchsorgie samt hin und wieder ziemlich eindeutiger „Reste“ auf den Käfigböden Herr zu werden.

Geräumiger wurden die Dinger zunächst trotzdem nicht. Wer erinnert sich noch an das ungläubige Staunen der ersten Maine Coon-Züchter, die angesichts der Vogelbauer-Ausmaße stimmlich in den Micky-Maus-Bereich wechselten? Und der braven Trüppchen Mitfühlender, die nicht geizten mit Ratschlägen à la „wir nehmen wir ihn denn – müssen wir den 15-kg-Brocken zusammenfalten oder stellen wir ihn hochkant?“ Damals herrschte nämlich sehr wohl noch das heute so schmerzlich vermisste Miteinander, jawohl! Und während beherzte Demolishen Men versuchten, die mittlere Trennwand aus den Angeln zu reißen, trotzte echt klassische Wertarbeit allem Bemühen. Übrig blieben bis zur Unkenntlichkeit verbogene Gebilde (die maximal auf einer heutigen Kunstausstellung Furore gemacht hätten) - zur unbändigen Begeisterung der Veranstalter ... Die sich indes lernfähig als auch kostenbewusst um Alternativen bemühten: Für die nachfolgende Generation hätten schon die Heimwerker mit Motorsäge und Hacke antraben müssen, denn sie bestand aus massivem Holz und hatte vorne eine Glaswand, um das Opfertier nicht dem zahlenden Betrachter zu entziehen. Das Raumvolumen blieb freilich unverändert, allerdings ließ sich die Glaswand entfernen, was die Frage aufwarf: Steigen wir schon wieder auf die Barrikaden oder lassen wir etliche Kilo Katze heraushängen und pflanzen uns gottergeben daneben ein? Eingedenk des kätzischen Bestrebens, sich aus ungemütlichen Situationen höflich und unauffällig zu empfehlen ...

 

 

AB DURCH DIE MITTE

 

Worin so manche Katze ja bereits Übung hatte, weil’s schon für die Gittertürchen vordem häufig keine Verschlüsse gab und daher im Sekretariat Ratespiele an der Tagesordnung waren, wenn wieder ein ehrlicher Finder samt unter den Arm geklemmtem Flüchtling aufkreuzte. Oder auch nicht. Immerhin unbestritten die günstigste Art, zu einer schönen Katze zu kommen. Dass Katzen geklaut werden, notfalls auch direkt aus dem Käfig heraus, ist ja nun in der Tat nicht neu. Wie aber gelangt der Mensch samt Katze ungeschoren aus dem Saal?

Tja, wie kam jene Chartreux durch fünf (meistens) geschlossene Türen auf den Parkplatz vor der Halle in XY, an deren Suche ich seinerzeit selbst beteiligt war? Wie konnte dereinst ein Abessinier übers Feld hoppeln und sich auf Nimmerwiedersehen in die Büsche schlagen, noch dazu unter Beobachtung staunender Aussteller (finaler Tenor: „Wahnsinn, was die in dem Land für tolle Hauskatzen haben ...“)? Durch welche Mysterien landete eine ausgewachsene und gar nicht so kleine Perserin unter einem parkenden Auto im Nachbarort? Und wie fand eine Siamesin durch den Wirrwarr von Gängen und Räumen eines venezianischen Palazzo den Ausgang – immerhin saß sie direkt davor in der Sonne auf einem Stein und blinzelte verträumt in die Lagune ... Dass einmal ein Russisch Blau und ein andermal ein Colourpoint Perser von der Rezeption gnadenlos aus der Hotelhalle auf die Straße gescheucht wurde, weil „Streuner“ in den heiligen Entrees unerwünscht waren - obwohl jeweils gut an die zwanzig Aussteller samt vom Personal aufs heftigste bewunderter Feliden in diesen Häusern logierten - ist wieder eine andere Geschichte, aber mit solcherlei Storys ließen sich Seiten füllen ...

Nun, zumindest die Showkäfige sollten eine Mindestanforderung von Sicherheit und Komfort gewährleisten, also trat Daniel Düsentrieb in Aktion: Durch geniales Entfernen von vier Häkchen wurde das schwenkbare Mittelgitter erfunden. Damit schien allerdings das Potential der Ganglien ausgereizt, und mangels zündender Idee für einen vernünftigen Tür-Verschluss wurde erst gar keine konzipiert. Gibt’s keine Tür, braucht’s auch keine Öffnung, logisch. Um Fluchtversuche von vorneherein zu vereiteln, lautete die heldenhafte Erklärung. Um Mieze einzufüllen, musste also das über einen Doppelkäfig reichende „Dach“ aufgeklappt werden. Die Aussteller jubelten, vor allem jene, welche jenseits hünenhafter Körpermaße respektive affenartig langer Arme (ohne diese schon das Dekorieren des Käfigs so gut wie unmöglich war) ihr Dasein zu fristen hatten. Das volle Ausmaß der eigentlichen Problematik wurde freilich erst in dem Moment offenbar, als das Richten begann: Reingesprungen war die Katze notgedrungen ja von alleine, aber wie kriegen wir sie bloß wieder raus?

Während Frauchen nämlich bei aufgeklapptem Dach ihren Liebling anflötete, er möge ihr doch in die Arme springen, lustwandelte die Käfignachbarin bereits drei Reihen weiter einer aufregenden Zukunft entgegen ...

 

 

SHOW TOTAL

 

Technische Begabung und Akrobatik seitens der Stewards/Besitzer waren gefragt und so gab es denn auch mannigfaltig Kreatives zu beobachten. Die Königsidee bestand aus Dach anheben, Kopf zum Halten darunter klemmen, beidhändig nach der Katze rudern und sodann an allem zerren, was das unvorbereitete Tierchen nicht rechtzeitig außer Reichweite bringen konnte – meist war’s ein Ohr, das langgezogen wurde, bis die zweite Hand das Genick erreichte ... der Erfolg richtete sich nach Nervenkostüm respektive Überraschungsmoment des Opfers und nicht zuletzt danach, wie schnell der Mensch den Kopf wieder aus dem Gitter bekam. Der Blessuren waren jedenfalls einige zu verarzten und nachtragend, wie stinksaure Katzen seltsamerweise manchmal sein können, kriegte auch noch so mancher Umstehende sein Fett weg.

Und während Kurzgewachsene den verblüfften Gästen einer nahen Cafeteria die Sessel unterm Allerwertesten wegzogen, bekam ein jugendlicher Held vermittels hilfreicher „Räuberleiter“ zu viel Schwung und fiel in den Käfig – der daraufhin (logischerweise plus Inhalt) in sich zusammenkrachte und dabei die Nachbarkäfige mit in den Abgrund riss. Das hörte sich nicht nur an wie der Weltuntergang, sondern sorgte auch für ein dementsprechend auserlesenes Getümmel samt verbaler Noblesse. Glücklicherweise kam zumindest äußerlich keine Katze zu Schaden, bloß die Gitter und der kleine Steward wurden ziemlich verbeult.

Die ganz Cleveren erklommen indes den Gipfel der Inspiration, der sie den Käfig unten anheben und so die Katze am Genick oder einer Pfote ohne sonstige Kunststücke mehr oder minder lässig hervorziehen hieß. Allerdings ungeachtet dessen, dass die Nachbarin derweil genügend Zeit hatte, sich ohne Hektik auf und davon zu machen. Was wiederum eine Horde von kreuz und quer durch die Halle hastenden und daher ausnehmend hilfreichen Jägern auf den Plan rief ... Dass angesichts dieses in Wahrheit unbeschreiblichen Tohuwabohus schlussendlich keine Katze verletzt wurde oder verloren ging, zählt zu jenen unergründlichen Mysterien, derer die wir einfach nur dankbar gedenken können.

Und dass an jenem unvergesslichen Wochenende, welches keineswegs meiner schrulligen Phantasie entsprungen ist, wie die geneigten (jüngeren) LeserInnen sicherlich mutmaßen, überhaupt eine Katze je den Richtertisch erreichte, beweisen einige nicht minder unauslöschliche Richterberichte - diese fabelhafte Käfig-Konstruktion war nämlich in der Tat absolut funkelnagelneu ... frisch gestrichen ... und leider noch nicht überall komplett trocken ... weshalb nicht nur allerlei Kleidsames attraktive, frisch-grüne Karomuster aufwies, sondern auch etliche Katzen ...

 

GOOD VIBRATIONS

 

Haben wir’s da heute nicht wahrlich gut? Sollte man meinen, aber wir sind ja nie zufrieden und jede Epoche schafft sich ihre eigenen unheimlichen Begegnungen der seltsamen Art – und sei es nur, um sich über das Outfit nicht genügend aufgebrezelter Aussteller zu mokieren. Oder Abhandlungen über die Lasterhaftigkeit selbiger zu verfassen ... Ja, das bringt die Volksseele fürwahr zum Kochen und manchmal kommt man aus dem Staunen nicht heraus, wer aller sich berufen fühlt, wenn es um die wirklich wesentlichen Dinge des Lebens geht.

Als da wäre so etwas längst Alltägliches wie eine Katzenausstellung. Nun wissen wir spätestens seit „Men in Black“, dass die Erde über Jahrzehnte immer wieder von Aliens heimgesucht wird. Viele von ihnen leben friedlich und unerkannt unter uns. Manche outen sich. Freilich machen auch Gutmenschen Fehler, und lässt sich der Sitz des Gedächtnisses mangels Oberstübchen nicht orten, bleiben finstere Machenschaften bisweilen ungesühnt. Allerlei selbstgestrickte Skandale und böse Gerüchte erschüttern die Nationen, aber sind wir das nicht eigentlich schon gewohnt? Schließlich lässt sich anhand geistiger Raffinesse so gut wie alles manipulieren, vom Voting über die Präsentation und die nicht immer altersbedingte Reife bis (in gewisser Weise) zum Geschlecht. Der Katzen selbstredend (!), nicht der Aussteller und schon gar nicht der ehrwürdigen Richterschaft, hier werden kaum Welt bewegende Unklarheiten herrschen. Oder?

Angesichts solcher Dramatik währt Verlustangst nur einen Wimpernschlag ...

 

 

SCHLICHTE INTERESSENSLAGE

 

Sofern man sich solcher Situation überhaupt bewusst ist. Und natürlich macht es einen Unterschied, was man verliert respektive vergisst. Kein Schirm beschließt sein Dasein ohne diese Erfahrung, zählt heute aber kaum zu den Aufregern, Schlüssel und Scheckkarten schon eher. Irgendwie blöd ist es indes schon, wenn man in den Tiefen einer Herberge einen friedlich über seinem Frühstück meditierenden Richter verliert, während in dessen Gemach das Telefon rotiert und in der Showhalle das wartende Ausstellervolk grimmig den Verantwortlichen mit Harakiri bedroht. Ein Charterbus, bis zum Kragen vollgefüllt mit Ausstellern, Katzen und Gepäck, der fern der Heimat und seltsamerweise immer nächtens an unwirtlicher Grenze an der Weiterreise gehindert wird, weil einer seinen Pass vergessen hat (ja, es gibt auch Leben außerhalb der EU), macht sich dagegen harmlos aus. Gewöhnliche Erdenbürger kann man schließlich jederzeit und überall aussetzen.

Findet sich bei der obligaten Säuberungsorgie am Ende eines Ausstellungstages allerdings eine Katze im ansonsten ausgeräumten Käfig, wird’s ungleich diffiziler. Nachdem übereifrig bereits alle Käfignummern entfernt wurden, mutierte die Fahndung zu Sherlock-Holmes-Reife: a) könnte die Mieze eine Siam sein?, b) sie sitzt einsam frierend (wenigstens) auf einer italienischen (hurra!) Zeitung, c) welche/r Italiener/in hat eine Katze dieser Farbe (ist das blau?) und dieses Geschlechts (Entschuldigung, dürfen wir kurz nachschauen?) gemeldet und war auch anwesend (gewesen), d) und welches ist der aktuelle Aufenthalt dieses kopflosen Huhnes?

Ausgesprochen praktisch gestaltete sich dagegen die Zuordnung einer freundlich maunzend durch die Hotelgänge wandernden Katze, die noch ihr Nummernschildchen um den Hals trug. Die Besitzer auswärts beim Abendmahl wähnend wurde die Rezeption samt Nachschlüssel bemüht ... und da standen dann ein verdutzter Hotelpage und eine ziemlich feuchtfröhliche Horde rechtschaffener Finder vor dem Ruhelager der längst schnarchenden Zweibeiner, die sich rüde aus dem Tiefschlaf gescheucht mit Überfall, Mord und Totschlag konfrontiert wähnten.

Eine dänische Ausstellerin wiederum kam immerhin beinahe bis vor ihre Haustür, ehe ihr dämmerte, dass sie bloß vier Kennel dabei hatte – dieweil eine still verdatterte Mieze im fünften unter dem sorgsam ausgeräumten und durchaus vorbildlich gesäuberten Käfig warten würde ... hätte sie nicht eine aufmerksame (wie ehrliche) Seele derweil zuhause versorgt ... an die tausend Kilometer entfernt. Die Vergesslichkeit der Wiederholungstäterin wurde indes europaweit aktenkundig, weshalb man später darauf achtete, dass die Lady erst nach penibler Übereinstimmung des Katzen-Sortiments mit den Katalog-Einträgen (unter Berücksichtigung sämtlicher Nachträge) Richtung Heimat entfleuchen konnte.

 

SCHEIDUNG – SHOWREIF

 

Unbestrittener Gipfel der Skurrilität war ein vergessener Ehemann. Ich kann mich zwar eines gewissen Verständnisses nicht erwehren (ich kannte ihn), aber ihn einfach auf einem Klappsessel vor dem leeren Käfig auszusetzen kann nicht wirklich zielführend sein. Dass sich die bereits kurz vor den heimischen Toren angelangte liebende Gemahlin, per Handy verständigt, weigerte, noch mal zurückzufahren, erhärtete jedenfalls den Verdacht, dass eine auf diesem Weg praktische Dauer-Entledigung angedacht war. Eine Katze vorübergehend einquartieren ja, klapprige Ehemänner eher weniger, Mildtätigkeit hat ihre Grenzen.

Also wurde der Ratlose (noch dazu bar jeder Münze) im nahen Restaurant eingelagert und der freundliche Gastwirt spendierte eine Runde Gratis-Hamburger samt Sprite. Als selbiger freilich die Pfoten zu schließen gedachte, war Not am Mann. Sozusagen. Das Gelände war mittlerweile komplett verwaist, der Oberbefehlshaber und der LKW-Chauffeur mit den Show-Utensilien schickten sich als letzte Überlebende grad zur Heimreise an, als der aufgelöste Herbergsvater angerannt kam und zu wissen begehrte, was mit dem Lebenddepot zu geschehen habe. Nun wäre das Männle nicht einmal säuberlich zusammengefaltet in die präsidiale Karosse reingegangen, also wurde es auf den Beifahrersitz des LKW gehievt, worauf selbiger in die Finsternis entschwand. Wo die Fracht letztlich gelandet ist, entzieht sich dem Wissen des Chronisten, aber ich kann mich an kein Wiedersehen erinnern ...

 

 

LOST IN SPACE

 

Schreit alles dieses bitteschön nicht wirklich lauthals nach Modernisierung? Immerhin kann man in den USA seine Zeugenaussage vor Gericht in nicht gravierenden Fällen bereits in Schlafanzug und Filzpantinen ablegen – nämlich per Internet. Wieso schicken nicht auch wir ein Rundschreiben per Mail an eine ausgewählte Richtercrew, mit dokumentierenden Fotos und allen Daten der jeweiligen Katze, leisten via eBanking oder wie auch immer den Obolus und dürfen alsdann die Titelbestätigung downloaden. Da Richterberichte häufig sowieso kaum zu entziffern sind, wären sie durchaus entbehrlich. Wer trotzdem drauf steht, kann sie ja gegen eine Zusatzgebühr anfordern und durch den Translator jagen. Es gibt immerhin sogar ein Übersetzungsprogramm für Runen.

Die Vorzüge sind kaum fassbar, für alle Beteiligten. Keine stressigen Reisen mehr zu Ausstellungshallen, die zu eng, zu groß, zu kalt, zu viel geheizt, zu wenig belüftet, mit zu kleiner Cafeteria oder gar keiner, in der Pampa kaum zu finden und somit ohne Besucher oder mitten in der Stadt mit vielen Besuchern und ohne Parkplätze sind. Die Clubs müssten nicht mehr nach leistbaren Hallenmieten fahnden, könnten sich Hotels, Flüge und sonstiges Service ersparen, extra Urlaubstage und der ganze Behördenkram wäre Vergangenheit, genauso wie der nachträgliche Nachtrag zum Nachtrag im Katalog ... Mal abgesehen davon, dass die Mieze nur ein einziges Mal für ein paar läppische Fotos präsentabel aussehen muss und sich ansonsten, selbst wenn sie mittlerweile ausschaut wie ein Besen, genüsslich dem Nichtstun hingeben und trotzdem „abräumen“ könnte,... Klingt das nicht einfach himmlisch?

Uns über ungebührliche Beurteilung aufregen oder an sämtlichen Mitgeschöpfen, seien sie nun zwei- oder vierbeinig, kein gutes Haar lassen können wir schließlich auch per Internet. Foren gibt’s dafür wie Sand am Meer, wo vom Liebesleben der Society bis zur Sockengröße des nachbarlichen Wellensittichs alles penibelst erörtert werden kann. Und das auch noch inkognito !!

Aber nein, wir dümpeln weiter so dahin wie bisher und der Unmut über allerlei Unzulänglichkeiten potenziert sich. Noch mehr ausgeklügelte Titelmöglichkeiten, noch mehr „Anreize“, die das müde Volk hinterm Ofen hervorlocken sollen (wo es sich sowieso nicht befindet, sondern sich lieber der Wellness, Walken, Surfen, Bungeejumping oder sonstig Unverzichtbarem hingibt). Mal ehrlich, wo wird das enden? Schießen wir den künftigen Worldchampion ins All? Na ja, warum eigentlich nicht? Man kommt dabei zwar nicht unbedingt unter die Leute, aber man kann in jedem Fall auf sie heruntersehen, das hat was. Freilich könnt’s unter Umständen auch peinlich enden, denn wie heißt es doch so schön: Wenn man weit genug reist, kann man am Ende sich selbst treffen.

Aber solange der präsumtive Sieger unterwegs nicht den Parkplatz vor der Halle verfehlt, werden wir knallhart auch damit fertig ...

 

 

 

 

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