Die "Menschen"-Katze - Burma

 

 

 

Selbstverständlich sind nicht nur die Burmesen so besonders menschbezogen und so ideale Familienmitglieder, aber das Potenzial ist schon beeindruckend. Zumal es ja nicht nur das ist, was diese Rasse so berührend und faszinierend macht, sondern eher das, was sich nur unvollkommen beschreiben lässt – das gewisse Etwas ... Und auch von dem haben sie ziemlich viel ...

 

 

 

CHARAKTER – WIDERSTAND ZWECKLOS

 

Wer einer Burma zum ersten Mal auf einer Show begegnet, wird in den meisten Fällen die unglaubliche Selbstsicherheit bemerken, mit der sie auf dem Richtertisch steht. Sofern erwachsen. Da bleibt der Schalk im Nacken vornehm bedeckt. Bei Jungtiere nicht, sie klauen dem Juror sein Schreibgerät oder benutzen ihn als Kletterbaum, denn das Glück liegt allemal in der Höhe: Auf den Schultern sitzend ist die Welt in Ordnung ... oder sich in irgendeine Kleider- oder Pulloverfalte hineinzukuscheln. Hauptsache Körperkontakt. Weil nur sehr selten solo auf einer Show, lässt sich das auch im Käfig beobachten: Da stehen zwar meist mehrere Körbchen herum, trotzdem stapeln sich im kleinsten quasi fast alle übereinander und geben Rätsel auf, welches Bein wohl zu welcher Katze gehört. Darum ist’s auch daheim erst so richtig nett im Bett, wenn’s eng wird im Gehäuse, denn jeder ist willkommen. Weshalb es total sinnlos wäre, ein größeres zu kaufen – „Platz“ ist nicht gefragt. Aber Nähe.

Der Familiensinn von Burmakatzen ist schon fast legendär und umfasst großzügig jeden, der dafür zu haben ist, kleine wie große Menschen, Hunde, Artgenossen. Logisch, dass dazu zumindest ein felider Gefährte (tunlichst gleichen Temperaments) unerlässlich ist! Auch ein kleines Rudel ist willkommen, sofern keins der Mitglieder zu kurz kommt und alle ausgiebig beschmust werden können. Denn egal wie groß die Gruppe/Familie ist, die Nummer eins bleibt immer der Mensch.

Und der wird zum Burmatraum, wenn er mehr drauf hat als gutmütige Nachgiebigkeit, weil sie Partner auf Augenhöhe schätzen. Freilich pflegen sie sich in der Regel bravourös anzupassen, da sie aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Intelligenz die Belastbarkeit des jeweiligen Gegenübers ziemlich gut ausloten können - aber richtig Spaß macht’s halt erst, wenn man sich gegenseitig fordern kann. Andernfalls wird man „den“ Burmacharakter, der sie in gewisser Weise so einzigartig macht, nur schaumgebremst erleben. Als da wäre Mittelpunkt beim Kindergeburtstag oder sonstigem Entertainment zu sein, beispielsweise. Sicher, Ausnahmen bestätigen die Regel (wie immer), aber gewöhnlich ist der angebetete und über alles geliebte Zweibeiner zumindest kurzfristig ein wenig abgemeldet, wenn Gäste kommen. Die, wie alle Menschen, in erster Linie auf ihre vielfältige Verwendbarkeit getestet werden. Was bei Jungtieren (manchmal nicht nur bei diesen) etwa bedeutet: Ran ans Bein (egal ob bekleidet oder nicht) und mit einem Affenzahn hoch, bis sie das Ziel ihrer Begehrlichkeit erreicht haben – eine Schulter als Aussichtsplatz. Denn der Burma-Grundsatz ist sowohl gleichbedeutend mit einem gerüttelt Maß an unbezähmbarer Neugier als auch beinahe unerschütterlich herzlicher Liebenswürdigkeit.

Was freilich keineswegs bedeutet, dass sie’s nicht anders könnten. Doch der Toleranzpegel ist hoch und sie ziehen sich lieber zurück, bevor sie „aufdrehen“. Provozieren würde ich sie trotzdem nicht, das könnte ungemütlich werden. Kurz, aber gnadenlos ...

Die kuschelsüchtigen Bett- und Schoßkatzen bevorzugen die Leichtigkeit des Seins und benutzen uns lieber zum Bewohnen. Oder zum Landen. Wobei man angesichts der Höhenunterschiede, die sie wie schwerelos meistern, eher an Fliegen denn an Springen denkt. Doch obwohl sie gern und viel „fliegen“ und schon mal das gesamte Revier dafür nutzen, muss keineswegs auf dekorativen Schnickschnack verzichtet werden, weil sie schnell heraus haben, woran unser Herz so hängt und dem durch höfliche Achtsamkeit nachsichtigen Respekt zollen. Punktgenau landen können zwar viele Katzen, aber in Haushalten, wo mehr Nippes herumstehen als eine Wiese Grashalme hat, hab ich das nur mit Burmesen erlebt. Wer diese Bewegungsfreude eher zielgerichteter sehen möchte, braucht ja bloß ausreichend Kletter- und Kratzbäume anzuschaffen. Oder aufs Alter hoffen ... na ja. Denn wiewohl der gemütlich-faulen Seite des Lebens allezeit zugetan, verliert „Wer rastet, der rostet“ auch bei Senioren seine Gültigkeit nicht (es sei denn, sie wurden gemästet). Freilich wohldosiert, das schon. Den Turbo zünden nur die Jüngeren und auch nur beim Spielen.

Wen wundert’s, dass Kenner aus dem Schwärmen nicht herauskommen und die Burma auf eine beträchtlich große Fangemeinde blicken kann. Die ihr die Treue hält, was heutzutage nicht direkt selbstverständlich ist. Aber so vielen Pluspunkten kann man auch nur schwer widerstehen ... Und schön ist sie ja auch noch. Und pflegeleicht ...

 

 

PFLEGE – LÄSSIG

 

Das sehr kurze, eng am Körper anliegende Pelzchen adrett zu halten, „schafft“ eine Burma in der Regel allein, weil sie zudem kaum Unterwolle hat. Während des Fellwechsels wäre freilich pflegliche Unterstützung willkommen (damit nicht zu viele Haare abgeschluckt werden) – wie Bürsten generell, weil’s halt so schön und angenehm und mit Aufmerksamkeit verbunden ist. Auch ein kurzer, runder Kamm hilft, abgestorbenes Fell zu entfernen. Aber rupfen Sie nicht zuviel weg, immer hübsch behutsam. Hinterher kräftig mit feuchten Händen in Fellrichtung abstreifen, um letzte lose Haare zu verhaften, und das war’s schon.

Showtiere werden nur vereinzelt gebadet, etwa wenn sie ein Gehege haben und zu Grabungsarbeiten neigen. Mitunter werden Pflegesprays verwendet, oft nur ein Rehleder, um die stark glänzende, satinartige Textur zu unterstreichen.

 

 

AUSSEHEN UND FARBEN

 

„Kleiner Puma“ ist eine der liebevollen Bezeichnungen für Burmakatzen und das trifft’s auf den Punkt. Eine elegante, exotisch wirkende Erscheinung, deren Geschmeidigkeit und kraftvolles Muskelspiel nur zu ahnen sind – beim Anfassen indes zu fühlen: Der mittel-lange Körper (gerader Rücken, kräftige Brust) fühlt sich hart, kompakt und muskulös an und die Katze ist schwerer, als sie wirkt. Der „Rest“ ist, in Kurzfassung, Standard-„Chinesisch“, und die Fotos vermutlich aussagekräftiger: Die Beine sind in Proportion verhältnismäßig schlank, der Schwanz von mittlerer Länge. Der Kopf oben leicht gerundet, am Übergang zur Nase mit einem deutlichen Break; kräftiges Kinn/Unterkiefer; die weit gesetzten Backenknochen laufen zu einem kurzen, stumpfen Keil aus; die Ohren sind mittelgroß, breit am Ansatz, mit gutem Zwischenraum, Spitzen leicht gerundet. Augen groß und weit auseinander, in allen Schattierungen von gelb bis bernsteinfarben.

Der – charakteristische, klassische - Kleiderschrank mag sich vielleicht ein wenig begrenzt anhören, ist freilich keineswegs armselig: Sealbraun (genetisch schwarz), Chocolate, Rot, dazu die jeweilige Verdünnung: Blau, Lilac, Creme und die damit möglichen Schildpatt-Varietäten. Gibt in Summe zehn prächtige Outfits.

Aber die Burma gehört zu einer der wenigen Rassen mit einem ganz speziellen Erbgut, einer einzigartigen Genkombination, die sie zu einer begehrten Spielwiese für kreative Züchter macht, sodass sie als Ahnfrau ihre Pfötchen auf vielfältige Weise im Spiel hatte und hat – etwa bei der Schöpfung einer neuen Rasse. Und das macht ein Extrakapitel erforderlich.

 

 

TYPISCH BURMA – ODER?

 

Ursprünglich kleidete sie sich ausschließlich zobelfarben (= sable, seal, braun), erst lange danach kamen (offiziell) die anderen, oben erwähnten Farben hinzu, die über Jahrzehnte und bis heute als allein anerkannt den Kleiderschrank dieser Rasse bestimmen. Weltweit. Im Prinzip. Zu Deutsch: Es gibt immer wieder Versuche, das Eiland zu entern, was nicht ganz zu Unrecht auf erbitterten Widerstand trifft.

Die wesentliche Gemeinsamkeit dieser Grundfarben ist, dass sie Non-Agouti sind, das heißt die Katzen tragen kein Gen für die Wildfärbung (Agouti) im Erbgut. Agouti wiederum ist die Grundlage für Silber oder Tabbymuster, und weil die rassetypisch gekleidete Burma dieses Gen nicht hat, gibt es sie auch weder in Silber noch mit Tabby. Die frühen Burmesen zeigten zwar noch das, was wir Geisterzeichnung nennen, beispielsweise mehr oder weniger dunkle Streifen an den Beinen oder an Hals/Brust, die sich sehr hartnäckig vererb(t)en. Daher waren die Züchter quasi ewig und drei Tage darum bemüht, diese mittels mühsamer Selektion herauszuzüchten, um die klaren, sauberen Farben zu bekommen, die uns heute begeistern – und die untrennbar mit dem einzigartigen Look dieser Rasse verbunden sind.

Verständlich, dass sich ihre Züchter rund um den Globus mit Händen und Füßen dagegen wehren, mit Silber oder Tabby das Agouti einzubringen und nicht nur alle sauer erarbeitete Perfektion den Bach runtergehen zu sehen, sondern damit auch gravierend in das Original-Erbgut einzugreifen. Es mag sich engstirnig anhören, aber eine typische Burma ist nun mal eine Non-Agouti-Katze, ebenso wie eine Chartreux, Korat oder Russisch Blau eben nur blau sind und nicht weiß oder schwarz oder grüngetupft.

An diesen Grundfesten zu rütteln ist auch nicht zwingend erforderlich, denn Züchter haben und werden wohl allezeit damit beschäftigt sein, Versuchsballons zu starten, um diese besonderen Gene für weitere neue Kreationen zu nutzen. Und haben, ohne ihnen das Burma-Schildchen umhängen zu wollen, attraktive Alternativen hervorgebracht: Wen’s nach einer silbernen Burma gelüstet, der wird mit einer Burmilla sehr glücklich sein. Auch die Singapura, Bombay, eher unbekannte Rassen wie Mandalay oder Russet oder die sogenannte Asian-Group, in welcher der britische GCCF verschiedene kurz- und langhaarige Varianten zusammengefasst hat, kommen unterschiedlichen Burma affinen Geschmäckern entgegen – sie alle sind (mehr oder weniger) mithilfe der Burma entstanden. Haben sich indes abgenabelt und stehen über Generationen auf eigenen Füßen - per Definition das Wesen einer Rasse.

Das mussten auch die Pioniere erst lernen ...

 

 

GESCHICHTE

MANCHMAL BLUMIG, IMMER SPANNEND

 

Nun, ignorieren wir beim Trip in die Vergangenheit, dass die Burma ursprünglich wohl nicht aus dem Land stammt, dessen Namen sie trägt, landen wir im Nationalmuseum von Bangkok bei einem Pergament namens „Smud Koi“, welches interessierten Besuchern auch zugänglich ist. In der Zeit zwischen 1350 und 1727 entstanden (als Ayutthaya Residenz von Siam war), gilt es als der älteste historische Hinweis auf das regionalen Vorkommen von Katzenarten – 16 an der Zahl und in Bild und Vers beschrieben - die einander im Typus zwar gleichen, aber unterschiedliche Fellfärbungen zeigen. Grenzüberschreitend haben freilich nur einige Furore gemacht, vor allem die Siamesen, Korat oder Tonkanesen, die somit in gewisser Weise zu einer Familie gehören und die Spekulation einer gemeinsamen Herkunft stützen.

Der der Burma zugedachte Vers lautet: „Die Charaktereigenschaften der Thong Daeng (Thong = Gold, Daeng = Rot, frei übersetzt wurde daraus die Kupferkatze) übertreffen die Charaktereigenschaften aller existierenden Katzen. Die Farbe ihres Fells glänzt hell wie Kupfer. Ihre Augen leuchten wie die Sonne, wenn sie am höchsten steht. Alle gefährlichen Dinge werden vertrieben und alles Böse in Wohlwollen verwandelt.“

Jenseits dieser bezaubernden Prosa beginnt die eigentliche Geschichte der Rasse freilich mit einer Katze, die tatsächlich aus Burma (heute Myanmar, Nachbar von Thailand) kam, nämlich „Wong Mau“, die Anfang der 1930er Jahre im Gepäck des frühpensionierten Marinearztes Dr. Joseph Thompson San Fransisco erreichte. Das niedliche Souvenir hatte ein glänzendes braunes Pelzchen, dessen „kalte“ Regionen = analog den Siam-Points als dunkler beschrieben wurden. Wehalb die Mieze gemäß den bescheidenen genetischen Erfahrungen dieser Zeit als „schlechte“ Siam galt. Der Doktor, mitnichten überzeugt, ließ sich davon wenig beeindrucken und beschloss, den Gegenbeweis anzutreten.

Mithilfe von Züchtern und Genetikern der Harvard Medical School startete er eine Reihe von Testpaarungen, beginnend mit „Tau Mau“, einem Siam seal, danach durfte Mama mit einem Sohn aus dieser Verbindung Hochzeit halten. Auch der Nachwuchs in weiterer Folge bestätigte die Vermutung einer besonderen „Art“ von Katze, denn über mehrere Generationen hinweg gab es immer wieder Jungtiere in drei verschiedenen Varietäten: Solche mit ganz heller Körperfarbe und dunklen Point-Abzeichen = Siam. Solche mit brauner Körperfarbe, aber deutlich sichtbar abgegrenzten Abzeichen wie Wong Mau selbst (man nannte diese Färbung anfangs Golden Siam, heute kennen wir sie als Tonkanesen), was sie als ebensolche „enttarnte“. Der dritte Farbschlag zeigte einen völlig dunkelbraunen Körper ohne jedes Abzeichen – allein sie wurden für die Weiterzucht ausgewählt und eine neue Rasse war geboren: Die Burma.

Leider ging es nicht so schnurgerade weiter. 1936 nahm die CFA die Burma ins Zuchtbuch auf, zog die Anerkennung zehn Jahre später aber wieder zurück, weil unerfahrene Züchter aus Unverständnis und vermutlich auch Gewinnsucht mittels Einkreuzung weiterer Siamesen das gewünschte Erscheinungsbild gefährdeten. Und auch deutlich machten, dass eine Reinzucht nicht möglich zu sein schien. Ein harter Schlag für die seriösen Züchter, deren langjährige Arbeit leichtfertig zunichte gemacht wurde und die nun vereint für die Rehabilitation kämpften. Damit nicht genug, trugen die Pionierkatzen offensichtlich auch das Gen für Verdünnung, denn es lagen immer wieder mal Kitten im Nest, die nicht die ursprüngliche braune „Einheitsfarbe“ zeigten. Und um die Sache schön zu komplizieren, grenzte man diese Farben (häufig blau) als eigenständige Rasse ab und taufte sie „Malayan“ (die Roten/Cremes heißen heute noch so). Nach etlichen Umwegen und Palavern kam aber endlich doch Ordnung in die Rasse, zunächst mittels grundlegender Reformierung des Standards – dessen Neufassung angeblich dem ersten Grand Champion der CFA, Mizpah Clancy, auf den Leib geschrieben wurde – sodann 1957 Anerkennung mit vollem Status in Sable (Zobel = Braun), Champagne (Chocolate), Blue und Platinum (Lilac).

Aber wie’s halt so ist, gingen im Laufe der Jahre die US Züchter neuerlich verschiedene Wege. Während die einen bei der traditionellen Burma, wie auch wir sie kennen, blieben, wünschten sich andere einen neuen Look – mit fatalem Ergebnis. Die Köpfe der (durch z.B. eingekreuzte Exotic Shorthair) in den 1970ern entstandenen Contemporary Burmese wurden immer runder und flacher und die Augen standen mehr und mehr hervor. Doch wenn sich Züchter hin zum Extremen orientieren, geht das nie gut und sie bekommen früher oder später die Rechnung präsentiert. In diesem Fall war es Brachyzephalie (Missbildungen im Kopfbereich, die nichts mit der Nase zu tun haben), die nicht lange danach die US-Burma aufgrund der zahlreichen Totgeburten auf die Liste der aussterbenden Rassen katapultierte. Das daraufhin ins Leben gerufene Burmese Cooperation Research Project, ein tierärztlich gestütztes Zucht- und Kontrollprogramm, sollte diese Entwicklung aufhalten. Und wenngleich das Thema noch nicht ganz vom Tisch ist (weil eben nicht alle am gleichen Strang ziehen), ist der Erfolg nicht zu übersehen: Die Burma sieht wieder aus wie eine Burma und nicht wie E.T. Indes wurde mit der Trennung in amerikanische und europäische (oder auch traditionelle) Burma dem differenten Look Rechnung getragen.

Womit wir schon beim Sprung übers große Wasser angelangt wären, denn einige klassische Burmesen hatten sich schon lange vor diesen Desaster, unbeeindruckt von den heimischen Querelen, auf Wanderschaft Richtung Abendland begeben. Und da wandelten die Züchter traditions- und damit letztendlich auch gesundheitsbewusst auf moderaten Wegen.

 

 

GESCHICHTE

EUROPA UND DER REST DER WELT

 

1949 schipperten die ersten vier Burmesen über den Atlantik nach England zu Mrs. France. Einer der beiden Kater, „Casa Gatos Darkee“, gilt als Urvater all unserer Blauen, während der Bruder auf andere Weise für Aufsehen sorgte: Das Debüt von „Casa Gatos da Foong“ auf einer Londoner Show verursache einen derartigen Tumult, dass ihn die BBC in der Wochenschau zeigte und damit den bezaubernden US-Import im ganzen Land bekannt machte. Und die Briten fackelten nicht lange, gründeten eine Interessengemeinschaft, setzten 1952 die Anerkennung im GCCF durch und übernahmen die erste Fassung (traditioneller Typ) des US Standards, der mit wenigen Adaptionen z.B. auch innerhalb der FIFe heute noch verbindlich ist. Lediglich die Farbpalette = Braun/Blau, Chocolate/Lilac wurde um Rot/Creme und die daraus resultierenden Schildpatt Varietäten erweitert, welche vorwiegend englischen Ursprungs sind und über Siam redpoint und rote Hauskatzen gezogen wurden.

Von da war’s aufs Festland nicht mehr weit und gegen Ende der 1960er Jahre lagen den attraktiven Herzensbrechern zunächst einmal weite Teile von Holland, Deutschland und Skandinavien zu Füßen – und ihrem weltweiten Siegeszug stand nichts mehr im Wege.

Und zwar ganz im Sinne des Uralt-Slogans: Wo Burma draufsteht, ist auch Burma drin. Nur Burma ... Weil wir sie lieben, so wie sie sind.

 

 

Fotos: Bormann, Laca Pál, privat

 

 

 

Einige Verwandte zum Vergleich:

 

Burmilla (immer Silber), Singapura (ticked Tabby), Bombay (immer schwarz), Tonkinese (hier pointed)

 

 

 

 

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