BARFen für Anfänger

WÜRDEN KATZEN WIRKLICH MÄUSE KAUFEN?

 

BARFEN FÜR ANFÄNGER

Ein Alternativvorschlag

 

 

Am Anfang stand BARF. Dann wurde das Dosenfutter erfunden und teilweise vom Trockenfutter abgelöst. Nun kehren wir zum Anfang zurück ... oder wie?

 

 

Das Wesentlichste vorweg: Wenn Sie sich bereits intensiv mit der Methode des Barfens beschäftigt haben und nun im Bilde sind – sind Sie hier falsch. Denn dieser Artikel richtet sich nicht an Strenggläubige. Selbige wären, sofern interessiert, eindeutig besser aufgehoben bei www.savannahcat.de/katzenernaehrung

 

 

 

DIE TÜCKE DES OBJEKTS

 

Neulich traf ich bei meinem Fleischer, der sich auf Tierfutter spezialisiert hat, eine junge Frau, die auf die höfliche Frage nach ihrem Begehr antwortete: „Ich habe zwei Katzen und ein Buch übers Barfen gelesen.“ Mittlere Pause. „Und was darf ich Ihnen geben?“ Lange Pause, nach welcher, erfüllt vom sichtlichen Widerstreit der Gefühle, der Ärger überhand nahm: „Ja ... das müssen SIE doch wissen, Sie verkaufen das doch!“ Worauf der Mann, der Fleisch verkauft und keine Philosophie, erst mal tief Luft holte und im Verlauf des folgenden Wortwechsels die Gesichtsfarbe beider Parteien ins Ungesunde wechselte, sodass ich mich schließlich einmischte und eine Empfehlung abgab. Zugegeben nicht zuletzt, um trotz Amüsement den Warteprozess abzukürzen. Während ich dann meine Bestellung aufgab, fragte ich (erfolglos) nach Buchtitel und/oder Autor, was indes den Frust auf das Werk zu verlagern schien. Ob das irgendwie nicht so umwerfend informativ gewesen war oder es schlicht an Interpretationsproblemen lag kann ich also nicht sagen.

Aber falls Sie nicht aus gesundheitlichen oder anderen Gründen von jetzt auf gleich komplett aufs „Original-Barfen“ umstellen wollen/müssen, könnten Sie hier vielleicht fündig werden. Und dann halt mal später die Reifeprüfung anpeilen. Um die Sie andernfalls mehr oder weniger nicht herumkommen werden.

 

 

WÜRDEN KATZEN BARFEN ...

 

... oder Mäuse oder doch Whiskas kaufen? Ja nun, das kommt darauf an, was ihnen besser schmeckt. Oder andersherum, ob ihnen das schmeckt, was sie bekommen bzw. gewohnt sind. Und ob sie Ungewohntes akzeptieren – viele Katzen stehen dem ersten Stück rohen Fleisches ihres Lebens ratlos gegenüber, andere wiederum interessiert das lebenslang nicht die Bohne, obwohl es die Kumpels täglich begeistert mampfen. Will heißen: Barfen ist definitiv und ohne jeden Zweifel ein guter Schritt in die richtige Richtung (den ich etwas abgewandelt selbst seit ewig gehe)! Aber wenn ich dann Anleitungen lese, wie man eine gesunde Katze, die bisher keinerlei Klagen äußerte, weil’s schmeckte und sie es auch problemlos vertragen hat, umstellen kann/sollte – dann klappe ich ein bisschen die Ohren herunter. Denn was ist morgen? Schrotgewehr schultern und täglich im Morgengrauen Mäuse erschießen, weil (wie längst bekannt) doch nur frisch erlegt tauglich? Unseren Katzen Gutes zu tun heißt auch, auf dem Teppich zu bleiben und ihre Welt nicht ohne zwingenden Grund auf den Kopf zu stellen. In diesem Sinne lassen Sie uns nun endlich loslegen.

 

 

HOME MADE

 

Viele Katzenbesitzer, die selbst oder deren Katze industriell hergestelltes Futter ablehnen, schwingen alternativ den Kochlöffel. Nicht zuletzt aufgrund der lange Jahre recht konsequent vorherrschenden (und auch von Tierärzten vehement vertretenen) Meinung, Rohes sei ungesund, weil ... und dann pflegte eine endlose Liste von Gefahrenquellen zu folgen. Die nicht jeder zu negieren wagte im Bestreben, es absolut richtig zu machen. Mit dem neuen Trend des Barfens ist die Diskussion wieder aufgeflammt und – logischerweise – umstritten, denn da sind ziemlich viele fette Mäuse im Spiel ...

Häufig wird Barfen lapidar mit selbstgemacht übersetzt, was freilich weder korrekt ist noch den Kern der Sache trifft: Selbstgemacht heißt in der Regel, dass Gekochtes (Fleisch etc.) angeboten wird, beim Barfen ausschließlich Rohes. Beiden Methoden gemeinsam ist das unerlässliche Anreichern der Mahlzeiten mit Nährstoffen und dass deren Zusammensetzung unserer eigenen Verantwortung unterliegt. Was einige Kenntnisse voraussetzt, um den Bedarf einwandfrei abzudecken und weder Mängel noch Überschuss zu riskieren. Welche immerhin Auslöser verschiedener, teilweise nicht zu unterschätzender Krankheiten sein können.

Bevor Sie jetzt doch das Kind mit dem Bade ausschütten und sich frustriert ausklinken: Ich versprach Alternativen, also gemach, gemach ...

 

 

„NEUER“ TREND AUS ÜBERSEE

 

Mit „Barf“ wird eine in den USA ursprünglich für Hunde entwickelte Ernährungsstrategie bezeichnet, die sich an den Gewohnheiten wild lebender Verwandter orientiert und danach auf die Katzenwelt übergriff. Es liegt auf der Hand, dass dieser neue Trend dort seinen Ausgang nahm und durchschlagende Erfolge verzeichnen konnte: Zum einem wurde in Amerika über Jahrzehnte Trockenfutter als alleinseligmachende Universalernährung propagiert und vielen europäischen Züchtern wird noch erinnerlich sein, dass sie zwangsläufig umdenken mussten, weil die US Katzen etwas anderes weder kannten noch akzeptierten. Zudem war die Einfachheit dieser Methode natürlich bestechend, und da sich auch unsere Katzen relativ problemlos damit anfreunden konnten, wurde das Angebot entsprechend aufgerüstet (in gleichem Maße wie das von Fertigfeuchtnahrung, das in den USA allerdings vergleichsweise eher ein Schattendasein führt). Zum anderen schwappt die Bio- und Zurück-zur-Natur-Welle an allen Ufern, die den entsprechenden Markt dafür haben (was jetzt nicht negativ gemeint ist, zumindest nicht in diesem Fall), weshalb es vermutlich wohl nur eine Frage der Zeit war, wann die Popularität der „Trockenperiode“ nachlassen würde. Das letzte Stündlein wird ihr dennoch nicht geschlagen haben, aber wie auch immer, die Trendumkehr wird die Futter-Multis sicher nicht in die Knie zwingen und soll auch unsere Sorge nicht sein.

 

 

BARFEN – UNTER DIE LUPE GENOMMEN

 

Das Kürzel stand zunächst für „Born Again Raw Feeders“, wurde dann in „Bones And Raw Foods“ umgetauft und schickt sich an, hierzulande als „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ Furore zu machen.

Ob die Bezeichnung nun korrekt widerspiegelt, worum es sich handelt, darüber ließe sich trefflich streiten: Ist das Angebot tatsächlich Bio zertifiziert, d. h. die Futtertiere wurden ihrerseits biologisch artgerecht gehalten und gefüttert und die Packungen schmücken keine hübschen, selbst kreierten Aufkleber? Immerhin reicht das in speziellen Fachgeschäften (oder auch via Internet) zur Auswahl stehende Angebot von tiefgekühltem Muskelfleisch oder Rinderherz über Kaninchen und Fisch bis hin zur „Hardcore“-Ware, nämlich gefrostete Babymäuse bzw. Springmäuse sowie Ratten (ursprünglich für Halter von Reptilien gedacht). Oder andersherum, wie passt ein Rindvieh ins Beuteschema einer Katze? Aber wir wollen ja nicht päpstlicher sein als der Pabst, zumal uns solche Zoohandlungen das Pilgern zur Geflügelfarm abnehmen, weil sie zumeist auch Eintagsküken im Sortiment haben - die als „klassischer Mäuseersatz“ bei zahlreichen Züchtern seit jeher mit auf dem Menüplan stehen. Igitt? Na ja, man gewöhnt sich dran. Vorgefrostet sind sie jedenfalls definitiv tot.

 

BARFEN IN DER PRAXIS – TEIL 1

 

Freilich spricht nichts dagegen, dass Sie Frisches bei Ihrem Fleischer kaufen. ABER in jedem Fall muss es bei Alleinfütterung, sofern Ihre Katze einverstanden ist, unter anderem zwecks klagloser Gewährleistung der Stoffwechselfunktion mit Mineralstoffen und Beikost angereichert werden – weil wir Kuh & Hase etc. ja ohne Haut und Knochen servieren, die einen wichtigen Teil der natürlichen Beute ausmachen. Also, nicht Kuh und Hase per se, aber Beutetiere wie Mäuse halt, die mit Ausnahme der Galle mit Butz und Stängel verspeist werden (ja gut, der Stängel = das Schwänzchen, bleibt bisweilen übrig). Das heißt, auch der bereits vorverdaute Magen-Darminhalt gehört zum Menü, weshalb Beikost mit Ausnahme einiger Gemüse nicht roh gegeben werden sollte.

 

Ø                 Beikost wäre beispielsweise ein Teil gekochter Reis und zwei Teile Gemüse (siehe Grundrezept). Gemessen an den Maus-Innereien ergibt sich die Menge fast von selbst, d.h. Katzen brauchen nicht viel davon, weil sie ja in erster Linie Fleischfresser sind. Das Verhältnis von Beikost zu Fleisch liegt in etwa bei 1:4 oder 1:5, richtet sich aber letztendlich danach, wie Mieze es am besten verträgt und es ihr schmeckt;

Ø                 die tägliche Dosis Mineralstoffe & Vitamine sollte abhängig vom Wachstum, dem Alter, der Leistung (Deckkater, tragende/säugende Katze, Freigänger) und der Körpermasse variiert werden. Ebenso zu berücksichtigen ist, ob die Katze gesund oder krank ist. Was sich komplizierter anhört als es ist.

 

Nährstoffe – welche sind wofür gut?

 

Ø                 Ballaststoffe (Gemüse) werden zwar unverdaut wieder ausgeschieden, sind aber absolut unerlässlich für eine klaglose Verdauung;

Ø                 Kohlenhydrate (= Stärke, in Getreide, Reis Kartoffeln) sind nur gekocht sinnvoll und Katzen brauchen auch nur ganz wenig davon;

Ø                 tierisches Fett ist ein wichtiger Energielieferant und außerdem zur Verwertung fettlöslicher Vitamine notwendig. Eine Katze braucht zwischen sieben und zwölf Prozent Fett täglich. Pflanzenöle können den Bedarf an essenziellen Fettsäuren nicht decken und sollten nur in Kombination gegeben werden;

Ø                 tierisches Eiweiß (Proteine) ist unentbehrlich für die Bildung und zur Erhaltung der Körpersubstanz. Katzen benötigen vergleichsweise ungewöhnlich viel Eiweiß, das hochwertig sein und ausreichend essenzielle Aminosäuren enthalten muss (Muskelfleisch, Fisch, Innereien, Eier, Milch und Milchprodukte);

Ø                 Vitamine sind lebenswichtige organische Verbindungen. Vermeiden Sie ein Überangebot an fettlöslichen (A/D/E/K), weil es, in der Leber gespeichert, zu Vergiftungserscheinungen kommen kann. Wasserlösliche hingegen (B-Komplex, C) werden mit den Harn ausgeschieden und müssen frisch zugesetzt werden, da sie im Gegensatz zu den fettlöslichen auch nicht hitzebeständig sind. Vitamin C wird in Eigensynthese hergestellt und muss in der Regel nur bei Kranken gegeben werden;

Ø                 Mineralstoffe sind enorm wichtig für Knochen, Zähne, Muskeln und Blut.

 

Besonders wesentlich ist, den Taurinbedarf abzudecken (etwa 25 bis 50mg/kg KM = Körpermasse), sowie die ausgewogene Versorgung mit Calcium (Ca) und Kochsalz (NaCl – Bedarf ca. 1g/100g Futter) zu gewährleisten. Außerdem muss auf das Verhältnis von Calcium zu Phosphor (P) geachtet werden = ein Ca-P-Verhältnis von 0,9 : 1 gilt als optimal. Bei reiner Fleischfütterung verschiebt sich dieses Verhältnis zugunsten von Phosphor und muss ausgeglichen werden, um irreversible Skelettveränderungen zu vermeiden. Beispiel: 100g mittelfettes Rindfleisch enthalten 12mg Calcium und 208mg Phosphor = das entspricht einem Verhältnis von 0,9 : 16,2.

 

 

ALSO DOCH PROMOVIEREN?

 

Nein. Wer nun nicht ständig mit Waage und Rechenstift hantieren will, greift am besten auf bewährte Vitamin-Mineralstoffmischungen von erstklassigen Herstellern zurück und beachtet sowohl Dosierung als auch Zusammensetzung - der Tierarzt kann/sollte umfassend beraten bzw. „übersetzen“. Mein Lieblingsdoktor pflegte zu sagen (und hat Recht behalten): „Wenn eine Katze wirklich á la ‚Abwechslung ist das halbe Leben’ gefüttert wird, besteht weder die Gefahr einer Über- noch einer Unterversorgung“. Siehe dazu auch „Gesunde Zusätze“.

Empfinden Sie das als indiskutabel weil zu allgemein, müssen Sie entweder doch auf die Universität oder einen Ernährungsberater aufsuchen, der für individuell zugeschnittene Empfehlungen zuständig ist.

 

 

BARFEN IN DER PRAXIS – TEIL 2

 

Um das eingangs erwähnte Erlebnis aufzugreifen: Welches Teil von welchem Vieh denn nun? Wenn Sie’s frisch erwerben, können Sie im Prinzip logischerweise alles anbieten, das für den menschlichen Verzehr geeignet ist. Mit einigen Einschränkungen, auch hinsichtlich der „Teile“, denn

 

Ø                 für Lunge z. B. werden sich nicht viele Katzen begeistern. Falls doch, dann gemixt oder nur selten, sie hat keinen Nährwert und dient höchstens zum „Strecken“ bei Dickerchen;

Ø                 ideal und am meisten roh gegeben wird Muskelfleisch vom Rind, z. B. Gulasch oder Wange, marmoriert und durchzogen, wo Sie das Fett dranlassen. Luxuriöser (aber weder wohlschmeckender noch sinniger) wäre Siedefleisch oder Rostbraten; Trockenes wie Schnitzel oder Steak (?) ist bloß was für die Feiertage. Nur beim Rinderherz (= hoher Eiweißgehalt, reich an Vitaminen und Phosphor), sollten Sie Fett und Sehnen etc. abmachen, weil’s nicht schmeckt;

Ø                 Kalbfleisch hat in der Regel kaum Eigengeschmack und kein Fett und gibt auch sonst nicht viel her. Wenn Sie unbedingt wollen, dürfen Sie’s natürlich nehmen, von welchem Teil auch immer, und roh geben;

Ø                 hochwertiges Schweinefleisch sollte, wenn überhaupt, sicherheitshalber dennoch nur relativ fettfrei und gekocht verwenden werden!

Ø                 alle Teile vom Lamm (nur wenig Fett dranlassen, Herz wie vor säubern) oder Wild (ist fettfrei) sind gut geeignet, ebenso Kaninchen;

Ø                 Geflügel: Herzen können Sie roh geben, Fleisch sollte gedämpft werden;

Ø                 andere Innereien: Leber hat roh unter anderem eine stark abführende Wirkung und ist daher nur in sehr kleinen Mengen geeignet. In der Regel am besten vertragen wird leicht überbrühte Hühnerleber. Nieren sind Filterorgane für Schadstoffe und sollten entweder nicht roh verfüttert oder (auch vor dem Garen) etwa zwei Stunden in Milch eingelegt werden.

 

 

„PROBLEMZONE“ FISCH

 

Ein immer wieder aufflammender Streitpunkt, nicht nur hinsichtlich des „wie oft“. Um diversen Problemen vorzubeugen wird empfohlen, Fischmahlzeiten nicht häufiger als zweimal pro Woche zu reichen und vorher zu garen. Wenn Sie wissen, wo er herkommt und Sie der Quelle vertrauen, können Sie ihn mal roh servieren (meine Katzen finden das eklig) – wobei er vorher einige Tage bei minus achtzehn Grad gefrostet und vorzugsweise nur die Filets verwendet werden sollten. Natürlich penibel entgrätet!!! Als Schmankerl darf Mieze auch mal den Kopf bekommen, wenn sie drauf gesteigerten Wert legt und Sie sicher sein können, dass kein Teil im Hals stecken bleibt.

Bedenken Sie jedoch: Thunfisch z.B. ist in der Regel stark mit Schwermetallen belastet und enthält, wie viele anderen Fische auch (etwa Seelachs), Thiaminase, ein Enzym, das Vitamin B1 im Körper zerstört und zugesetzt werden muss. Das Enzym ist nicht hitzestabil, aber zu Tode gekocht verliert das Teil mehr als nur den Geschmack. Thiaminase-freie Alternativen wären beispielsweise Schellfisch, Tintenfisch, alle Salmonidae (Forelle, Lachs), (See-) Hecht, Barsch, Kabeljau, Heilbutt, Seezunge und Scholle, wobei Wildfänge bevorzugt werden und Sie beachten sollten, dass häufige Fischmahlzeiten eine Art Suchtfaktor erzeugen können, sodass die Katze etwas anderes nicht mehr annimmt. Gesunde Abwechslung ade ...

 

 

GRUNDREZEPT

 

Es eignet sich, damit Sie auch hin und wieder aus der Küche herauskommen, hervorragend, um Portionsweise tiefgefroren zu werden – auch gemeinsam mit der Rohfleischration – natürlich nur, wenn Sie Frisches gekauft haben. Andernfalls frosten Sie nur die Beikost. Am besten schmeckt’s ganz frisch aufgetaut und handwarm. Wenn’s schnell gehen soll, den Portionsbeutel entweder in die Mikrowelle (Funktion „Auftauen“) bzw., sofern wasserdicht, in ein Töpfchen sehr warmes Wasser legen. Die Dauer richtet sich logischerweise nach der Menge, das müssen Sie halt testen. Nur Kartoffelbrei eignet sich schlecht zum frosten, er sollte stets frisch zubereitet werden.

 

Ø                 Ein Teil Reis (oder Hafer-, Getreideflocken, Maisgrieß) mit zwei Teilen klein geschnittenem Gemüse = Karotten, Tomaten, Brokkoli, Spargel, Kürbis, Gurken, Zucchini - Spinat nur gelegentlich - etc., je nach Wunsch der Katze bzw. Eigengeschmack mehr oder weniger, aber niemals Blähendes (Kohl & Co) oder Lauch/Zwiebelgewächse. Alles zusammen mit einer Prise Salz und einem Esslöffel Butter sowie eventuell ein bisschen frische Petersilie oder andere Kräuter weich garen - keinesfalls zu Tode kochen. Viele Sorten eignen sich auch für nur Al Dente gegart = bissfest = extra Topf; geraspelte Karotten, Salate oder Sprossen können auch roh später zugefügt werden. Danach alles gut vermischen, mit dem Garwasser die wunschgemäße Konsistenz herstellen und mit der Rohfleischration portionsweise einfrieren. Oder das Frische vor dem Servieren untermischen;

Ø                 NACH dem Auftauen Mineralstoff-Vitaminmischung jeweils frisch zusetzen und handwarm kredenzen. Sie können auch Vitamin-Hefeflocken untermischen oder (besser) drüberstreuen, die meisten Katzen lieben sie sehr.

 

Ihrer Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Abwechslung erreichen Sie durch variierende Gemüsesorten je nach Saison und natürlich, wenn Sie einmal Reis nehmen und ein andermal Haferflocken etc. Wenn Ihre Katze ein Faible für Kräuter hat (niemals Zwiebelgewächse!!), lassen sich damit genauso verschiedene Geschmacksnuancen erzielen. Was akzeptiert oder verweigert wird, müssen Sie probieren, notfalls wechseln Sie nur das Frische. Oder umgekehrt.

 

 

GESUNDE ZUSÄTZE

 

In vertretbaren Maßen angeboten bzw. bei Neigung zur Korpulenz in die tägliche Gesamtfuttermenge eingerechnet, versorgen diese die Katze mit zusätzlichen Nährstoffen und haben auch sonst einige angenehme „Nebenwirkungen“.

 

Ø                 Milchprodukte: Täglich 1 Löffelchen Quark, Joghurt, Frischkäse etc. unterstützt auch die Verdauung;

Ø                 Milch: Ist KEIN Getränk, sondern Nahrung! Von klein auf daran gewöhnt, wird sie auch später meist gut vertragen. Löst der Milchzucker jedoch Durchfall aus, oft sogar bei der speziell laktosereduzierten Katzenmilch: Versuchen Sie’s mal mit leicht verdünnter süßer Sahne.

Ø                 Butter: ½ bis 1 Teelöffel pro Tag hält den Stuhlgang in Schwung (ebenso hin und wieder z.B. ein paar Tropfen Sardinen-/Öl). Achtung: Bei Darmkatarrh jegliches Fett streichen!

Ø                 Eigelb: Entfällt, wenn Sie Küken füttern! Sonst reicht ein Löffel (roh oder halbweich) wöchentlich; Eiweiß niemals roh geben!

Ø                 Käse: Einige oder mehrere Stückchen, wie Mieze und ihre Linie es vertragen. Manche Käsefreaks schätzen etwas Parmesan auf dem Futter ...

Ø                 Kräuter: Eine Prise davon im Futter, manche mögen es, manche nicht. Keine Zwiebelgewächse wie z. B. Schnittlauch.

Ø                 Vitamin-Hefeflocken werden fast ausnahmslos geschätzt und jede Mahlzeit darf damit herzhaft „gezuckert“ werden. Tipp: Kennt/liebt Mieze den Geschmack, lässt sie sich damit leichter zu Neuem überreden.

Ø                 „Richtige“ Leckerchen von Vitaminpaste bis zu Trockenfisch und was es sonst noch alles gibt an käuflichem Glück, müssen (in empfohlener Menge) nicht fehlen – einzeln geworfen sorgen sie außerdem für etwas Bewegung und kommen dem Jagdtrieb des Stubentigers entgegen.

Ø                 Katzengras ist natürlich obligat und ein absolutes Must-Have!

 

 

ALSO DOSE & CO ADE?

 

Wenn Sie ausschließlich Barfen möchten bzw. müssen: Ja. Aber womit haben Sie Ihre Katze bisher vor dem Hungertod bewahrt? Eine rigorose Umstellung ist jedenfalls nur in seltenen Fällen das Gelbe vom Ei, denn sie würde den Verdauungstrakt aus dem Ruder laufen lassen und pflegt zudem am Veto der Katze zu scheitern. Zweifellos ist es auch nicht sinnvoll, Trocken- bzw. Feuchtfutter aus der Dose komplett vom Speisezettel zu streichen, wenn sie daran gewöhnt ist, es mehr oder weniger mag und bisher gut vertragen hat. Womit wir wieder am Anfang wären.

Wofür Sie sich entscheiden, bleibt natürlich Ihrem Gutdünken (vor allem dem Ihrer Katze) überlassen, aber wie wär’s mit einem Kompromiss? Einen, der Sie noch dazu der (vielleicht lästigen?) Pflicht enthebt, ständig, kochen, wiegen, dosieren, würzen, probieren oder was auch immer zu müssen? Inklusive möglicherweise wegschmeißen, weil die Katze streikt?

 

 

DIE GOLDENE MITTE – EIN FRIEDENSANGEBOT

 

Für die alten Hasen unter den Züchtern bzw. Katzenhaltern keineswegs eine Neuigkeit, dürfte der feine Mittelweg etwas in Vergessenheit geraten sein, nämlich Vielfalt durch Mixen bzw. abzuwechseln, also mal Dose, mal roh. Eine gängige Variante, besonders für eine Gruppe, wäre das ganze Programm täglich. Beispiel: Bis zu maximal zwei Drittel jeder Mahlzeit, die ich seit (elend vielen) Jahren zweimal täglich anbiete, besteht aus Rohem (außer Fisch und Huhn, das wird gegart), überwiegend Muskelfleisch vom Rind mit etwa 25 Prozent Herz und/oder (extra gereicht) Eintagsküken (selbige für die Senioren in der Moulinette gehäckselt). Das letzte Drittel besteht zu mehr oder weniger gleichen Teilen aus Trocken- und Dosenfutter. Da zumindest eines der beiden Fertigfutterangebote von allen Katzen genommen wird und Leckereien á la Gesunde Zusätze den Menüplan bereichern, deckt dies den Beikost-, Mineral- und Vitaminbedarf komplett ab und die Katzen dürfen Rohes pur genießen (Miau!). Wir sind also sozusagen „Fast-Barfer“... und ich hab’s total leicht ... Mag ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber meinen Schätzen schmeckt’s, sie machen den Tierarzt brotlos und altern lustig Richtung Methusalem. Mehr wollen wir gar nicht.

 

 

 

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