Homöopathie bei Arthritis & Arthrose

Homöopathie bei

ARTHRITIS & ARTHROSE

 

 

Arthritis ist nicht direkt eine Senioren-Krankheit wie Arthrose, die auf Abnützung beruht, aber natürlich können unsere Oldies unter beidem leiden. In der Homöopathie gibt es für diese Erkrankungen eine ganze Reihe hilfreicher Arzneien, die wie immer auf die jeweiligen Symptome (und sofern bekannt auch Ursache) abgestimmt sind. Alle aufzulisten wäre nun zuviel des Guten - hier deshalb eine Auswahl jener Mittel, die am häufigsten eingesetzt werden und mit denen wir in aller Regel auch das Auslangen finden.

 

 

VERÄNDERUNGEN ERKENNEN

 

Voraussetzung ist freilich ein bisschen Beobachten, weil die reifen Semester generell mehr schlafen und weniger aktiv sind, weshalb Probleme dieser Art schon mal übersehen werden. Aber irgendwann bewegen sie sich ja doch, und dann offenbart sich das Dilemma mehr oder minder deutlich. Anzeichen gibt’s jedenfalls mehr als genug, beispielsweise wenn die höheren Regionen des Kratzbaums ihre Attraktivität verloren haben (oder das Ding überhaupt). Häufig geht’s runter eher zu Fuß, d.h. sie „seilen“ sich am Stamm ab, vermeiden Sprünge abwärts und/oder suchen nach Zwischenstationen als Treppen-Funktion. Nach dem Aufstehen unterbleibt oft das typische Strecken der Glieder und sie stakst ein bisschen herum, bis sie „warm“ geworden ist.

Mag eine Katze sich so gut wie gar nicht mehr bewegen und quittiert Tellerklappern mit Nachdenken, ob sie hungrig genug ist oder man das nicht doch auf später verschieben kann, waren wir nicht nur hochgradig unaufmerksam, sondern es ist auch allerhöchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Die Wirkung ist jedenfalls unschwer erkennbar, häufig sogar ein Aha-Erlebnis der besonderen Art: Weil’s plötzlich nicht mehr wehtut, glimmt der Lebensfunke wieder auf und es scheint, als wäre Mieze in einen Jungbrunnen gefallen ... Scheint übrigens nicht nur, ist so.

Sollte das Golden Girl bzw. der Golden Boy mit der Leibesfülle kämpfen, wäre nach medizinischer „Wiedererweckung“ der Lebensgeister ein bisschen Training nicht übel. Siehe „Fit & fidel – Fitness für Senioren“.

 

 

ARTHRITIS

 

Darunter versteht man eine akute entzündliche Erkrankung, die mangels Behandlung chronisch werden kann – der deutlichste Unterschied liegt in der Schmerzäußerung. Im Akutfall weist das erkrankte Gelenk (Knie, Schulter, Hüfte) häufig eine mehr oder weniger ausgeprägte Schwellung auf, fühlt sich auffallend warm an und die Katze reagiert schmerzempfindlich (und bewegt sich deshalb weniger bis gar nicht). Charakteristischerweise sind zudem Passivbewegungen schmerzhaft, d. h. wenn wir oder der Veterinär das Gelenk bewegen. Lahmheiten unterschiedlichen Grades sind auch bei der chronischen Form zu beobachten, die indes ohne Schmerzäußerung verläuft – allerdings kann beispielsweise kaltes oder nasses Wetter der Katze sozusagen so in die Knochen fahren, dass die Schmerzen wieder aufflackern.

Auslöser sind verschiedene Ursachen wie Traumen (= Verstauchung, Verrenkung, Prellung, Zerrung, Quetschung), allerdings auch Infektionen über die Blutbahn oder aufgrund äußerer Verletzungen. Vereinzelt werden Gelenke sozusagen zum Giftmülldepot bei Überschwemmung des Organismus mit belastenden Stoffwechselprodukten.

Sehen wir nun, dass die Katze plötzlich lahmt, ohne dass wir die Ursache kennen, kann es nicht schaden, ihr

 

Ø                 einige Gaben ARNICA D30 zu verabreichen, z.B. zweimal im Abstand von einer Stunde; ist nur eine tiefere Potenz zur Hand (D6 oder D12), geben wir dreimal eine Dosis jede Viertelstunde. Erholt sich eine jüngere Katze wie durch Zauberhand, kann es mitunter ausreichen, mit Arnica fortzusetzen = 3mal täglich D30 oder 5-4-3mal täglich bei tieferen Potenzen, jeweils für wenige Tage. Bei einer älteren/alten Katze (bzw. Verdacht, dass die Lahmheit so plötzlich auch wieder nicht aufgetreten sein könnte) würde ich empfehlen, zusätzlich zur Erstversorgung sofort zur Sache zu kommen und

Ø                 BRYONIA D6 und RHUS TOXICODENDRON D12 zu geben, zunächst stündlich im Wechsel, bis sich die Katze sichtlich besser fühlt, und mit zweistündlich im Wechsel für einen (maximal zwei) Tag fortzusetzen; NUR sofern erforderlich danach dreimal täglich bis zur Heilung.

Ø                 Bei chronischer Arthritis fungiert ARNICA als gute Unterstützung der gleichen Arzneien, aber wir müssen die Potenz erhöhen und die Dosierung ändern: Eine Gabe BRYONIA D30 morgens und RHUS D30 abends, bis die Mieze wieder fit ist – was eine Weile dauern kann, sechs bis acht Wochen sind nicht selten, je nach Stadium bzw. Befindlichkeit kürzer oder länger.

 

Bei einer rheumatisch bedingten Arthritis ist meist nicht nur ein Gelenk entzündet, sondern mehrere, z. B. die Fußwurzelknochen. Mieze fühlt sich lustlos, oft bleibt der Appetit aus, manchmal verliert sie an Gewicht und die Schwellungen können stärker ausgeprägt sein, weil sich häufig mehr Gelenkschmiere bildet, was mit heftigeren Schmerzen und oft mit Fieber einhergeht. Chronisches Geschehen macht die Gelenke steif, Wärme (meist auch Bewegung) bessert, Kälte, Nässe oder Wetterwechsel verschlimmern die Symptome.

 

Ø                 Wir beginnen mit BRYONIA D30 und RHUS D30 wie vor, wenn große Gelenke (Schulter, Hüfte) betroffen sind, oder

Ø                 wechseln RHUS D30 mit ACTAEA RACEMOSA D12 bei kleinen Gelenken.

Ø                 Der übermäßigen Gelenkschmiere begegnen wir zusätzlich mit APIS MELLIFICA D30, eine Gabe täglich.

 

 

ARTHROSE

 

Eine chronisch deformierende Gelenkerkrankung/-entzündung, die auf Abnützung basiert. Wir beobachten Lahmheiten unterschiedlichen Grades und Einschränkungen der Beweglichkeit, vereinzelt können auch andere Gelenke durch Überlastung miterkranken. Bei den Hunden relativ verbreitet, ist bei Katzen überwiegend die Wirbelsäule betroffen. Die vorgenannten Mittel sind in der Regel auch bei Arthrose die beste Hilfe, werden freilich etwas unterschiedlich eingesetzt:

 

Ø                 Der „klassische“ Aufstehschmerz, d. h. wenn sich die Katze mühsam hoch rappelt, es ihr nach etwas Bewegung aber besser geht, braucht RHUS D30, eine Gabe täglich, bis sie wiederhergestellt scheint – was natürlich praktisch nicht möglich ist, denn heilen können wir Abnützung nicht. Weshalb danach einmal wöchentlich RHUS D30 bis zum Lebensende nötig sein kann; bei exzellentem Erfolg können die Pausen auf zweiwöchentlich ausgedehnt werden und, stellt sich kein Rückfall ein (heißt, zurück zum Start), nach einigen Monaten auf einmal monatlich D200 umgestiegen werden. Rhus ist DAS ideale Tonikum für die Wirbelsäule.

Ø                 Wenn Bewegung jedoch verschlimmert und sich die Katze am liebsten gar nicht mehr rühren mag, sich außerdem bevorzugt auf die kranke Seite legt, dann wählen wir BRYONIA D30 und geben es wie vor täglich, danach wöchentlich in erhöhter Potenz.

 

Da der Teufel sozusagen nicht schläft und mitunter Maßnahmen orthopädischer oder chirurgischer Natur erforderlich werden könnten (wiewohl selten), sollte der Oldie in jedem Fall dem Doc vorgestellt werden. Und auch wenn alle hier genannten Arzneien samt Bilanz auf Erfahrungswerten beruhen, heißt das keineswegs, dass der Veterinär nicht gleichfalls mit einer guten Idee aufwarten kann. Außerdem können Homöopathie und Schulmedizin durchaus Hand in Hand gehen. Garantien werden wohl beide keine abgeben können, also bleiben Sie wachsam.

 

 

 

Noch ein paar Tipps:

 

1 Gabe/Dosis = ½ Mokkalöffel (entspricht einer gehäuften Messerspitze) Pulver oder 1 aufgelöste/zerpulverte Tablette oder 5-10 Globuli-Kügelchen (wie viele halt grad rausfallen – eine Überdosierung ist jedenfalls nicht möglich).

Bitte keine Tropfen (enthalten Alkohol, eklig!)

 

Wie bringt man’s in die Katze rein?

Homöopathische Arzneien schmecken absolut neutral, abgesehen von einem Hauch von Süße (den Katzen aber nicht schmecken). Allerdings kann auch ein nicht durch Tabletteneingeben vorgeschädigter Senior beim Versuch, ihm etwas direkt „einzufüllen“, die Kiefer wie einen Schraubstock zusammenpressen. Es ist indes gar nicht nötig, ihn derart zu vergrämen: Ist er Alleinherrscher, können die Arzneigaben in Futterrationen versteckt werden – in kleinen bitte, sozusagen als Appetithäppchen vor der Mahlzeit, damit Sie sicher sein können, dass nicht just das „präparierte“ Löffelchen übrigbleibt.

Ist es kein Solotiger, müssen Sie in die Trickkiste greifen. Da sich freilich jeder Oldie über die zusätzliche Aufmerksamkeit freut, wären Leckereien wie kleine Kügelchen aus Leberwurst, ein Löffel Joghurt oder süße Sahne, etwas Butter, Eigelb oder Vitaminpaste (oder worauf er halt abfährt) in jedem Fall sicher sehr willkommen sein.

 

Bringen Sie homöopathische Arzneien nicht mit Metall in Verbindung (Plastiklöffel, Plastik- oder Steinmörser oder mangels solcher zwischen einem Blatt Papier platt machen. Tabletten bringen aber auch 2 Tropfen Wasser zum Auflösen, während sich Globuli generell leicht „verstecken“ lassen.

 

 

 

 

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