zuechterbrevier 1. Teil

Z Ü C H T E R B R E V I E R

1. Teil

 

 

HOMÖOPATHIE

für Zuchtkatzen, Kater und Kitten

 

 

Dem „natürlichen“ Ablauf im Katzen- und Katerleben folgend finden Sie Tipps für die im jeweiligen Zeitraum möglichen Hindernisse:

 

Die Last mit der Lust
Paarungszeit - Tragezeit - Geburt
Kinderkrankheiten
 

 

Wichtiger Hinweis

Alle Angaben in diesem Nachschlagewerk sind gewissenhaft geprüft. Aber sowohl Gesetzesregelungen als auch die Medizin sind, wie jede Wissenschaft, ständigen Entwicklungen unterworfen. Jeder Benutzer ist daher angehalten, sich durch sorgfältige Prüfung und gegebenenfalls nach Konsultation eines Spezialisten von der Korrektheit der gegebenen Empfehlungen und Ratschläge zu überzeugen. Jede Dosierung, Applikation oder Anwendung erfolgt auf eigene Gefahr.

Impressum:

Copyright © first published 2009/11 by Christine Klinka, update 2012 für KatzenJournal

Alle Rechte vorbehalten. Jegliche Form der Wiedergabe nur mit schriftlicher Genehmigung!

 

 

 

 

Abschnitt 1:

DIE LAST MIT DER LUST

 

 

Dass Herr oder Frau Katz nicht wollen oder können, kommt weitaus seltener vor als das Gegenteil, nämlich dass sie nicht dürfen oder sexuell überaktiv sind. Letzteres allerdings nicht zwingend „von Natur aus“, weil das auch mit Unterforderung zu tun haben kann, da Züchter ihren Herrschaften nun mal aus unterschiedlichen Gründen ins natürliche Handwerk pfuschen (müssen). Und weil Züchterhaushalte eine Art Biotop sind, zwingen wir den Lords und Ladys ein Reglement auf, mit dem nicht alle zurechtkommen. Was dazu führen kann, dass einige halt nur Sex im Kopf haben ... und andere wiederum halt weniger. Sozusagen.

 

 

NUR WER DIE SEHNSUCHT KENNT

Vom Wollen und nicht Dürfen – Alltag einer/s Zuchtkatze/Katers

 

Nun, nicht jede Katze, die permanent rollig wird, ist hypersexuell veranlagt, sondern tut damit eigentlich nur kund, dass wir der „Stimme der Natur“ kein Gehör schenken. Freilich gibt es solche und solche, was in vielen Fällen viel mit der Rasse zu tun hat, aber nicht immer. Von einer lebhaften Siamesin oder Abessinierin, wie von Schlankrassen fast generell, erwartet man geradezu einen, sagen wir mal, ausgeprägten Geschlechtstrieb. Zumal sie ja in der Regel schon früh anfangen und quasi noch in den Kinderschuhen hinter jedem Rockzipfel her sind beziehungsweise sich an jeden Galan ranschmeißen, sofern zur Verfügung. Oder alternativ ihre Sehnsucht lautstark zum Ausdruck bringen und uns sowohl die Nachtruhe als auch den Nerv rauben. Während Perserkatzen, sozusagen das andere Ende der Rassen-Fahnenstange, so ein hormongesteuertes Verhalten kaum unterstellt wird. Ja, kann sein. Oder nicht. Jedenfalls kann eine Perserlady genauso drei Tage nach der Geburt ihrer Babys schon wieder Lustgefühle zeigen. Unabhängig von der Rasse hat das häufig auch mit der Wurfgröße zu tun oder aber auch damit, inwieweit die mütterlichen Instinkte ausgeprägt sind – von der Übermutter bis zur „Schlampe“ ist ja alles drin.

Wie gesagt, Mädels sind nicht wahnsinnig häufig hypersexuell, was freilich nicht heißt „Sag niemals nie“. Der Unterschied, ob oder ob nicht, ist meist am Verhalten abzulesen, denn eine solche Katze (gilt auch für Kater) reizt nicht nur unser Aggressionspotential aus, sondern auch ihr eigenes: Hypersexualität macht zickig, mürrisch und streitsüchtig bis ernsthaft feindselig und angriffslustig, soll heißen, sie kann schon bei Kleinigkeiten ausrasten. Und letztendlich krank werden – die Möglichkeiten reichen von Depressionen über Verweigerung des Deckaktes oder Linksliegenlassen des Nachwuchses bis hin zur Gebärmutterentzündung.

Vorwiegend liegen jedoch die Casanovas im Clinch mit den Hormonen, weil sie eben immer „können“ und daher bisweilen regelmäßig ihren Harem abklappern und mit Anfragen beschäftigt sind, ob’s denn endlich mal genehm sei. Oder aber, weil sie halt nicht dürfen und/oder die ständigen Belästigungen der Damen die häusliche Harmonie stören respektive das Katerparfum mitnichten animiert, sondern in uns eher Mordgelüste aufkommen lässt, „ruhig gestellt“ werden. Heutzutage vermehrt beispielsweise mit Suprelorin, von dem später noch die Rede sein wird. Die weniger Glücklichen müssen mit einem Katerzimmer vorlieb nehmen und eben zusehen, wie sie mit der gestauten Sinneslust fertig werden.

Jedenfalls wäre es immerhin eine Überlegung wert, ob wir wirklich einen eigenen Pascha brauchen, wenn etwa sein Damenflor oder Gastspiele fremder Ladys, sagen wir mal höflich, so überschaubar bleiben, dass sich die Freudensprünge sozusagen schwer in Grenzen halten. Was sich zudem ziemlich negativ auf Gemüt und Verhalten auswirken kann.

Wie auch immer, Homöopathie kann sehr oft helfen – Wunder wirken kann sie freilich keine, auch wenn’s mitunter so ausschaut.

 

 

 

WENN SIE NUR AUFHÖREN KÖNNT’ ...

Dauerrolligkeit

 

Gleich vorweg: Das lässt sich weder unterdrücken noch ausknipsen wie ein Lichtschalter, wir sollten uns schon bewusst sein, dass es sich dabei um ein hormonelles Ungleichgewicht handelt und mittels Homöopathie „nur“ die Balance wiederhergestellt, also normalisiert werden kann. Das klappt auch nicht immer von jetzt auf gleich, außerdem sind Katzen Individuen und nicht jede spricht auf die gleiche Arznei genauso an wie eine andere, selbst wenn’s die Schwester ist. Und wiewohl wir durchaus regulierend eingreifen können, hat das in der Regel, wie erwähnt, nichts oder eher selten etwas mit Hypersexualität zu tun – weshalb im gesamten Verlauf einerseits einige Arzneien mehrfach vorkommen als auch empfohlen sei, alle Abschnitte zu lesen und zu prüfen, welches Mittel am besten passen könnte. Und tunlichst nicht ungeduldig zu switchen, sondern die angegebene Dauer einzuhalten. Es sind ja keine Kopfschmerzpulver mit promptem Resultat, jedes Regulativ braucht Zeit, um seine Wirkung zu entfalten.

 

Ø                 SEPIA OFFICINALIS (Tintenfisch) steuert den gesamten Hitzezyklus und kann bei Mädels, die zu extrem kurzen Abständen zwischen den Rolligkeiten neigen oder sehr rasch nach einer Geburt wieder rollig werden, auch vorbeugend gegeben werden: D200 ein- bis zweimal wöchentlich drei Wochen lang;

Ø                 einen gestörten Hormonhaushalt gut wieder einrenken können wir auch mit einer wöchentlichen Gabe PLATINUM D200 und 4mal täglich MUREX (Purpurschnecke) D6 in den Tagen dazwischen;

Ø                 mit 2mal täglich PULSATILLA (Küchenschelle) D12 und 3mal täglich ARISTOLOCHIA (Pfeifenblume) D3, zusammen zehn Tage lang nach Abklingen einer Rolligkeit gegeben, lässt sich ebenfalls ein unregelmäßiger Zyklus ins Gleichgewicht bringen;

Ø                 bei Dauerrolligkeit verabreichen wir der kleinen Nymphomanin 1mal täglich PLATINUM D200 und 2mal täglich ARISTOLOCHIA D12 bis zum Abklingen der Symptome;

Ø                 eine weitere Möglichkeit zur Normalisierung besteht darin, Mieze entweder ab sofort einmal täglich etwa zehn Tage lang MUREX D30 zu geben oder – was ich eher empfehlen würde - ab Beginn einer Rolligkeit für den gleichen Zeitraum, weil dann leichter erkennbar ist, ob sie darauf anspricht, das heißt, nach diesen zehn Tagen sollte Ruhe eingekehrt sein. Sind wir mit der Wahl der Arznei richtig gelegen, wird bis zur nächsten Rolligkeit etwas mehr Zeit vergehen bzw. wird diese deutlich milder ausfallen – worauf wir die Kur flugs wiederholen. Vorausgesetzt, an den Eierstöcken haben sich noch keine Zysten gebildet (andernfalls das Mittel nicht oder nicht zuverlässig genug wirkt), lässt sich auf diese Weise der Zyklus gut einpendeln.

 

Übrigens: Eine gesunde Katze soll schon drei-, höchstens viermal im Jahr für jeweils wenige Tage rollig werden „dürfen“. Normal-natürliches Verhalten ständig zu unterdrücken versuchen kann’s nicht sein. Und: Wird sie häufiger rollig und wir lassen sie, weil sie relativ bald wieder damit aufhört, sind die Weichen des Hormonhaushaltes insofern komplett falsch gestellt, als Zysten an den Eierstöcken die Ursache dafür sind. Die wir auch provozieren können, wenn wir unreflektiert nach Lust und Laune eingreifen, wie es uns eben grade in den Kram passt. Was auch zur Folge haben kann, dass der dermaßen ins Chaos gebrachte Zyklus auf gar nichts mehr anspricht und wir schlimmstenfalls sogar die Mieze als Zuchtkatze „abschreiben“ müssen.

 

 

 

KATER SEIN DAGEGEN SEHR

Übermäßiger Geschlechtstrieb

 

Sind wir nun mit einem Potenzprotz „gesegnet“, der sozusagen nicht weiß wohin mit sich selber, weil er zu selten darf oder tatsächlich hypersexuell veranlagt ist – was übrigens (genauso wie bei den Damen) häufig Hand in Hand mit einem gern so bezeichneten „starken Charakter“ einhergeht, soll heißen, der/die Gute neigt zum Alphatier-Verhalten – sollten wir in jedem Fall eingreifen und versuchen, das in Konfusion geratene hormonelle Gefieder wieder zu glätten. Weil er nämlich definitiv nicht glücklich ist und vielleicht schlussendlich aufgibt und in Stumpfsinn verfällt oder aggressiv wird. In jedem Fall ist es eine Quälerei.

„Aufreiten“ beispielsweise kennen wir nicht nur von Rüden, Kater können das auch. Und wenn’s nicht gerade unsere Beine oder die von Besuchern sind, gibt es tatsächlich Leute, die lediglich belustig zur Kenntnis nehmen, dass ein Kissen oder ein Plüschtier solcherart beglückt wird. Hallo? Jemand zuhause da oben? Der Geplagte wird’s uns zu danken wissen, wenn wir

 

Ø                 unverzüglich zu einmal wöchentlich PLATINUM D200 greifen und in den Tagen dazwischen 4mal täglich ORIGANUM (Dost) D6 geben, bis wieder Ruhe im Karton ist;

Ø                 PLATINUM D200, ebenfalls einmal wöchentlich eine Dosis, aber über mehrere Wochen (bis es nicht mehr nötig ist) gegeben, kann einen Kater gleichfalls wieder auf die Reihe bringen; ebenso wird

Ø                 1mal monatlich STAPHISAGRIA (Stephanskörner) D200 empfohlen, wobei ich persönlich hier im ersten Monat für 1mal wöchentlich plädieren würde und erst danach zu reduzieren;

Ø                 gibt sich der Casanova indes recht gelassen, gerät aber völlig aus dem Häuschen, wenn er einer willigen Dame ansichtig wird (genauer: riechen kann), sie aber nicht haben darf, sorgt AGNUS CASTUS (Mönchspfeffer) D3 (oder D6) für schnelle Beruhigung: 3mal täglich eine Woche lang;

Ø                 falls nicht (auch Kater sind Individuen, also müssen wir hin und wieder testen), versuchen wir in einem solchen Fall unser Heil mit GELSEMIUM (wilder Jasmin) D6, gleichermaßen wie vor verabreicht;

Ø                 greifen beide Mittel (selten) nicht wunschgemäß, gibt’s noch eine weitere Alternative mit Kurcharakter: USTILAGO MAYDIS (Maisbrand) D12, 5mal am ersten Tag; 4mal am zweiten und ab dem dritten Tag 3mal täglich, bis sich der Gute wieder eingekriegt hat.

 

 

 

SELBST IST DER MANN

Onanie

 

Ja, das gibt’s auch, wenn sich das Opfertier einfach nicht mehr zu helfen weiß. Allerdings gilt es zu unterscheiden, ob er lediglich als Saubermann unterwegs oder bereits zum Fanatiker mutiert ist. Wie? Am Verhalten. Wachsen einem Kater die Hormone quasi schon zu den Ohren heraus, hat er verständlicherweise meist üble Laune, ist leicht reizbar, angriffslustig und schnell auf Hundert. Etliche sind interessanterweise besonders morgens total schlecht drauf – in jedem Fall in aller Regel aber berührungsempfindlich an der Hinterfront.

Entwickelt sich eine Gewohnheit daraus, wird sein bestes Stück logischerweise überbeansprucht und das kann in eine Entzündung münden. Auch eine chronische Prostatitis kann daraus entstehen. Also nicht zuschauen oder womöglich „pfui“ sagen, weil er weder eine Ahnung hat, was das soll, noch es ihm hilft.

 

Ø                 Das Heilmittel, das ihn von seinem Elend erlösen kann, heißt STAPHISAGRIA, das wir in der D4 entweder 3mal täglich geben oder in der D30 1mal täglich - falls er schon so übellaunig ist, dass er fürs Einwerfen wenig übrig hat, was allerdings auch via präpariertem Leckerli (Vitaminpaste?) oder Futterkügelchen für uns gefahrlos erfolgen kann;

Ø                 in seltenen Fällen kann die Onanie mit Krämpfen einhergehen, dann greifen wir zu BUFO RANA (Erdkröte) D15 und geben es 2mal täglich. Anzeichen einer Besserung respektive Heilung muss ich ja wohl nicht auflisten ...

 

 

 

KING OF QUEENS

Katerhaltung

 

So gut wie alle potenten (bisweilen auch die kastrierten) Kater markieren, die einen früher, die anderen später. Und die himmlischen Ausnahmewesen, die es nicht tun, scheinen irgendwie immer bei anderen Leuten zu wohnen, derweil der eigene unverdrossen seine Visitenkarten verteilt. Manchmal mit einem Eifer, als gelte es das Höllenreich zu füllen bis Luzifer Schwimmhäute wachsen. Trifft es bloß die Badewanne/Duschtasse, schätzen wir uns glücklich und nehmen gottergeben in Kauf, dass aus ungeklärten Gründen zudem besonders gern die Badematte dran glauben muss. Auch das Keyboard darf heute zu den beliebten Tatorten gezählt werden, wahlweise der Rechner oder auch der Fernseher, je nachdem wie gezielt scharf geschossen wird. Das Sofa war immer schon ziemlich beliebt und ich kenne einen Kater, der Frauchens Handy schneller einweicht als sie es nach einem Gespräch wegstecken kann. Und das Ding bei Bedarf auch punktgenau in ihrer Handtasche trifft, sogar wenn selbige am Garderobehaken freischwebend nur mittels atemberaubender Akrobatik erreichbar ist.

Kommt das jemand aus der verehrten Leserschaft bekannt vor? Nun, aus Sicht des jeweiligen Sünders an sich keineswegs ungewöhnlich, geht es dabei nämlich meist um eine Art Mitbesitz an jenen Dingen, welchen wir offenbar zu viel Aufmerksamkeit widmen. Territorialer Anspruch, egal ob es Mitbewerber gibt oder bloß markiert wird (falls sich einer ins Revier verirrt) samt Einladungskarten für den Damenflor macht natürlich das Deponieren an zahlreichen anderen strategisch wichtigen Stellen erforderlich. Da keimt schon bisweilen der Wunsch, das Stinktier am langen Arm aus dem Fenster zu hängen oder die Verantwortung über seine Gene bleiben dem Tierarzt zu überlassen.

Wiewohl Abstellkammer und Keller noch nicht völlig ausgedient haben, sind Herz und Hirn erfreulich auf dem Vormarsch und auf der Suche nach der idealen Alternative, um dem King of Queens jeden Freiraum zu gewähren und nach Herzenslust verwöhnen zu können, ohne Heim und Geruchsvermögen zu opfern.

 

 

 

PAMPERSBRIGADE

Trick mit Schick ... oder so

 

Pampers heißt eins der Zauberworte, mit dem relativ viele Züchter die Gefahr im Zaum halten, wofür ich sie zutiefst bewundere – weil sie technisch ungleich begabter sind als ich. Mein Probekater hat nämlich bereits beim Versuch des Anlegens eine Vielzahl bislang unbekannter Beine hervorgezaubert und absolut gar nichts brachte das Ding dazu, dort zu verbleiben, wo es angedacht und nützlich gewesen wäre.

Variante zwei könnte gleichfalls für gewisse Heiterkeitseffekte sorgen, sofern das Thema für derlei geeignet ist, hat aber auch so ihre Tücken. Man(n) trägt nämlich Tanga! Die als Katerhöschen firmierenden Dinger sind von derart neckischer Winzigkeit, dass Ahnungen von Bodypainting durchs Gemüt geistern würden, wäre da nicht so viel Pelz. Also – im Vergleich ... Die amerikanische Erfindung (logisch) hat längst die Weltmeere gequert und die Dessous sind auch hierzulande keine Novität mehr. Das moderne Design ermöglicht dem fashionablen Träger – im Unterschied zu den Pampers, sofern selbige nicht mittels Schere umgestylt wurden, wobei ich hinsichtlich der Zielgenauigkeit am stillen Ort so meine Zweifel habe - immerhin einen ungehinderten Kotabsatz. Nur Urin landet in einer wasch- und wechselbaren Mini-Klebebinde, sodass mittels gut gesicherter Kronjuwelen unbotmäßiges Vergnügen verhindert und auch unser Riechorgan nicht beleidigt wird.

Na ja, wie man’s nimmt. Einerseits wirkt das Fassungsvermögen ziemlich bescheiden (wenn ich so an die Klumpen in unseren Streukästen denke) und die Einlage muss sicherlich häufiger als bei den Pampers gewechselt werden. Andererseits hängt ein gewisser Hygiene-Effekt nicht zuletzt von der Felldichte ab, die, gleichermaßen durchtränkt, beispielsweise einen Perserkater pökeln lassen könnte wie eine öffentliche Bedürfnisanstalt. Rituelle Waschungen sind daher zweifellos unerlässlich – und damit ein mehr oder weniger rund um die Uhr anwesender Bademeister. Was sich berufsbedingt nicht immer realisieren lässt und das Katertier daher bisweilen nur zeitlich begrenzten Ausgang hat. Zumal sich Findige, wie mir berichtet wurde, mangels Aufsichtperson schon mal aus den Dingern herauswinden, es mit den Zähnen aufreißen oder sich sonst wie unkooperativ verhalten. Aber: Die meisten gewöhnen sich daran – möglicherweise auch deshalb, weil sie gelernt haben, dass andernfalls Verhaftung droht? Prinzen sind ja nicht blöd.

 

 

 

DON’T PLAY, BOY

Der Suprelorin®-Chip

 

Mitnichten blöd ist dieses etwa reiskorngroße Implantat, das über einen bestimmten Zeitraum in kontinuierlichen Dosen den Wirkstoff Deslorlin freisetzt und einen Kater sozusagen zum Kastrat auf Zeit macht. Für Hunde erfunden, getestet und nur für Rüden zugelassen, gibt es zwar unterdessen erfolgreich abgeschlossene Studien über den Einsatz sowohl bei der Hündin als auch bei Kater und Kätzin, ist aktuell jedoch noch nicht für den Markt freigegeben. Was freilich viele Züchter nicht daran gehindert hat, es schon seit längerer Zeit bei ihren Samtpfoten einzusetzen und ihre Erfahrungen im Internet Interessierten zugänglich zu machen.

Sicher, Kater „funktionieren“ im Wesentlichen zwar genauso, dennoch stellen die Begleitumstände eine gewisse Herausforderung dar und verursachen mancherlei Ratlosigkeit. Das kann schon mit dem Einsetzen der Wirkung beginnen, welche mit sechs Wochen nach Setzen des Implantats angegeben wird und während welcher der Gigolo natürlich noch erfolgreich zugange sein kann. Dass manchem bereits am Folgetag nicht mehr nach Avancen zumute, muss ja kein Fehler sein, sollte aber bedacht werden. Wird nun das 4,7 mg-Präparat (es gibt seit kurzem auch eine 9,4 mg-Variante mit doppelter Mindestlaufzeit) verwendet, ist sechs Monate lang Ruhe im Karton, was auch klappt. In der Regel. Vereinzelt scheint nämlich der Halbjahres-Schutz unterschritten worden zu sein, was einen Züchter natürlich nicht zwingend froh macht. Am anderen Ende, sozusagen, kann’s gleichfalls nicht direkt im Sinne des Erfinders verlaufen, weil die Wirkdauer ziemlich variabel ist und weit über 24 Monate hinaus die Küche kalt bleiben kann. Selbst wenn sich der Gute trotzdem fürs andere Geschlecht wieder erwärmt haben sollte.

Schlechte Idee ist es wohl dennoch keine, wiewohl Interessierte tunlichst viele Infos einholen sollten, damit sie abschätzen können, was auf sie zukommen kann.

 

 

 

 

Abschnitt 2:
PAARUNGSZEIT

 

Jeder Züchter wünscht sich reichen Kindersegen, der neben atemberaubend schön natürlich auch gesund und proper sein sollte. Man gönnt sich ja sonst nichts. Manchmal sind die Hauptdarsteller allerdings anderer Meinung oder aus verschiedenen Gründen will’s einfach nicht klappen.

 

 

 

NATÜRLICHES ABLAUFDATUM

Rentner-Action oder der Unterschied zwischen können und können

 

Damit es später nicht heißt „Hätte ich das früher gewusst“ ... Weil ja auch Zuchtanfänger mitunter mit einem älteren Tier starten und/oder weil Mehrwissen nie schaden kann. Erfahrenere wissen jedenfalls bei ihren ebensolchen Mädels und Jungs in der Regel, nach welchem Ritus sie bei der Hochzeit zur Sache kommen und sehen dem mit Gelassenheit entgegen. Na ja, mehr oder weniger, aufregend ist es trotzdem immer. Allerdings können wir durchaus einen möglichen Flop heraufbeschwören, wenn die Herrschaften sozusagen schon überreif oder gar jenseits von Gut und Böse sind. Zwar kann/könnte sogar noch ein Tattergreis gezwungenermaßen seine Pflicht erfüllen und die Braut beglücken, aber nicht nur die Samenqualität nimmt ab, auch der Strom versiegt und dann ist nix mit Alimente. Soll heißen, die Katze bleibt leer. Die Ladys wiederum neigen im vorgerückten Alter vermehrt zu Fehlgeburten, Schwergeburten, Geburtsstörungen, Missbildungen, nehmen gar nicht mehr auf oder pressen grade mal ein einzelnes Kitten raus. Das nicht immer überlebt.

Altersmäßig festsetzen lässt sich das übrigens nicht, weil derlei im genetischen Bauplan unsichtbar gespeichert ist ähnlich der Lebenserwartung. Die Vorfahren lassen indes schon vorsichtige Rückschlüsse zu, letztendlich hängt es aber von vielen Faktoren ab – Aufzucht, Ernährung, Lebensqualität, seelische Stabilität, Belastungen wie Mutterschaft, Deckakt, Ausstellungen oder andere Stresssituationen. Vor allem die Mädels haben da ein ziemliches Mammutprogramm zu absolvieren und erreichen ihr natürliches Ablaufdatum weitaus früher als Kater. Die mit zehn oder mehr Jahren noch „voll da“ sein können – aber mal ehrlich: Muss das sein?

Ja nun, nichts währt ewig, sodass trotz eines glücklichen, ausgeglichenen Lebens bei normalen Alterserscheinungen auch keine Homöopathie was ausrichten kann. Das gehört in die Kategorie Herzensbildung und gesunder Menschenverstand, wie das folgende Kapitel.

 

 

 

JUNGES GEMÜSE

Aller Anfang kann auch bei Katzen schwer sein

 

Das „ersten Mal“ kann gleichfalls bisweilen mit einigen Hindernissen verbunden sein, denn auch wenn beide Partner instinktiv wissen wie’s geht, kann sie schon mal die Realität einholen – mit möglicherweise unerfreulichen Folgen. Die sich später homöopathisch meist kaum ausbügeln lassen, aber nicht unerwähnt bleiben sollten á la „Wehret den Anfängen“. Und um zu verhindern, dass vorschnell mit faulen Eiern geschmissen wird, statt sich an die eigene Nase zu fassen, wenn’s mal nicht nach Wunsch verläuft. Besonders Deckkaterbesitzer können ein Lied davon singen, was ihren Don Juans so alles angedichtet wird, weshalb nicht ganz zu Unrecht viele für hausfremde Ladys gar nicht mehr zur Verfügung stehen. Zweifellos sind nicht alle unschuldig, aber das gilt für die Braut“eltern“ genauso. Drum heißt es ja so schön: Es prüfe, wer sich (ewig) bindet.

Nun, gerade bei der Premiere der Nachwuchskünstler plagt uns die Ungeduld besonders, was zur Folge hat, dass wir unsere zukünftigen Queens und Kings häufig viel zu früh ins Rennen schicken. Zuchtreife und Geschlechtsreife können nämlich durchaus zwei verschiedene Paar Schuhe sein, sodass Alter und äußere Entwicklung nur scheinbar „passen“. So kann ein Mädel, wird es am Beginn der Geschlechtsreife = z.B. im Verlauf der ersten Rolligkeit eingedeckt, zugunsten des Wachstums der Embryonen in der eigenen Entwicklung zurückbleiben, die später nur ungenügend oder gar nicht mehr aufgeholt wird. Bei den Jungs ist es insofern ein bisschen anders, als bei zu frühem Einsatz gleichfalls das Risiko besteht, dass sie sich nicht mehr richtig „auswachsen“ und femininer bleiben – in der Regel aber nur bei übermäßiger Belastung. Also wenn der Damenflor bereits auf der Matte Schlange steht. Soll ja schon vorgekommen sein, dass Besitzer wie hausfremde Züchter dem erfolgreichen Debüt entgegenfiebern. In welchem Fall uns die Natur indes einen weiteren Strich durch die Rechnung macht, denn der jugendliche Held ist zwar eifrig am Werken, aber die Angebetete bleibt leer, wenn noch nicht genügend reife Samenzellen ausgebildet sind.

Dass ein Youngster trotz mehrfacher Peilung das gelobte Land verfehlen kann, weil die Braut zwar kooperativ ist, es aber an dienlichen Positionen mangeln lässt, ist eine andere Geschichte und meist mittels Geduld und Übung zu beheben. Dazu ein Tipp: Kommt ein zugekaufter junger Kater ins Revier eines eher dominanten Altgedienten, der trotz Kastration über seinem Harem wacht (in der Regel ohne dass wir’s mitkriegen), traut sich der Junge oft nicht an die Damen ran oder hampelt nur nervös halbherzig herum – da kann ein ruhiges Separee ohne Blickkontakt Abhilfe schaffen.

Allzu oft nicht beheben lässt sich der Schock, den (nicht nur, aber besonders) eine unerfahrene Katze erleidet, wenn seltener Damenbesuch oder zu geringer Sozialkontakt aus einem Kater einen Rüpel gemacht hat, der die Kandidatin einfach niederbügelt. Die dann unter Umständen gar nicht aufnimmt, die Früchte vorzeitig abstößt und/oder sich später sogar Paarungsversuchen anderer Galane widersetzt. Um dieses Thema ranken sich ja zahllose Storys und es werden definitiv nicht nur Gerüchte sein. Denn Hormone sind nicht alles, zumal die Steuerzentrale im Kopf sitzt und auch Instinkt und Verhalten bestimmt. Unter Zwang haben wir doch auch keinen Spaß an der Freud. Seelischen Schaden zu reparieren ist, sofern noch möglich, sehr kompliziert, und nur manchmal kann die Homöopathie dabei ein wenig unterstützen. Sehr viel mehr allerdings, wenn’s darum geht, einer Katze oder einem Kater einen funktionellen Schubs zu geben, um den (möglicherweise verzögerten) Normalzustand herzustellen, also regulierend einzugreifen.

Gleich vorweg: Was nicht ist, kann auch nicht reguliert werden. Soll heißen, bei einem organischen oder genetischen Manko werden wir nichts ausrichten können. Und nun kommen wir zur Sache.

 

Zuvor einige Tipps, wenn sich „nichts tut“

 

  1. Bevor wir eine private Diagnose erstellen und probehalber halt mal ein paar Globuli einwerfen, stellen wir die Katze oder den Kater dem Tierarzt vor, um organische Ursachen ausschließen zu können, deren Behandlung sich entweder homöopathischer Hilfe entziehen oder die nicht behandelbar sind (kommt vor). Gibt er grünes Licht,
  2. sollten vorher alle Kapitel durchgelesen werden, denn auf diese Weise kann etwas zutage treten, an das man gar nicht gedacht hat;
  3. bitte nicht halbherzig (und ungeduldig) herumwerkeln, sondern das am besten passende Mittel auswählen und das Programm durchziehen. Ist keine Reaktion erkennbar oder der erhoffte Erfolg bleibt nach dem angegebenen Absetzen aus, gönnen wir dem Opfertier eine (zumindest) mehrwöchige Pause, bevor wir mit einer anderen Arznei einen Neustart versuchen, um „innere“ Konfusionen zu vermeiden;
  4. Homöopathie ist kein Lichtschalter, und wiewohl sie im Akutfall sehr schnell wirken kann, gehören die hier angesprochenen Probleme überwiegend nicht dazu. Ohne eine Portion Geduld wird’s also kaum gehen. Außerdem sprechen nicht alle Tiere auf jedes Mittel gleichermaßen an, wenn also eines bei der Katze der besten Freundin geholfen hat, muss das mitnichten bei unserer genauso sein;
  5. Und: Homöopathie ist weder eine Religion noch eine Glaubensfrage, sondern eine ernstzunehmende, fundierte Heilkunde, die in vielen Fällen eine gute (bisweilen sogar bessere) Alternative zur Schulmedizin sein kann. Heißt: Es sind Medikamente, die selbstverständlich mit der gleichen gebotenen Sorgfalt gewählt und verabreicht werden müssen wie chemische Präparate;
  6. bitte beachten, dass die Reihung der Arzneien nicht nach Wirksamkeit, sondern willkürlich erfolgt.

 

 

 

SEX? NEIN DANKE!

Verringerte Paarungsbereitschaft

 

Kommt aus verschiedenen Gründen gar nicht mal so selten vor, nicht zuletzt weil beim Züchten vielfach ja immer noch so lange Schönheit vor allem anderen zählt, bis uns halt ein Mangel aufmerken lässt. Nun, wenn unter Ausschluss gesundheitlicher/erblicher Ursachen bei Kater oder Katze einfach keine Lust aufkommen will, bieten sich folgende Therapien an:

* = Die Arzneien in den Ampullen sind in einer neutralen Trägersubstanz und eignen sich sowohl zum Injizieren als auch zum oralen Verabreichen.

 

Ø                 DAMIANA (Turnera aphrodisiaca) ist die Pflanze der Wahl, die, wie der Name schon verrät, zur Steigerung der Libido eingesetzt wird: D3 3mal täglich für zumindest zehn Tage;

Ø                 einem Kater kann auch DAMIANA D1 zusammen mit ACIDUM PHOSPHORICUM D6 ganz gut auf die Sprünge helfen: Jeweils drei Gaben täglich (morgens nüchtern beziehungsweise ½ Stunde vor den Mahlzeiten)

Ø                 AGNUS CASTUS (Eisenkrautgewächs) wirkt gleichfalls in erster Linie auf die Sexualorgane und sollte vor allem dann gegeben werden, wenn Begleiterscheinungen wie Schwäche, verhärtete Hoden oder (typisch für das Mittel) Ausfluss von Sekreten der Vorsteherdrüse (Prostata) aus der Harnröhre beobachtet werden; ebenso unerklärliche Sterilität bei weiblichen Tieren: D6 3mal täglich zwei Wochen lang;

Ø                 TESTIS COMPOSITUM ist ein Mix von Heel, von dem die Herren der Schöpfung vor der Erfindung von Viagra Anregung ihrer Organfunktionen erhofften und das genauso dem Kater dient: 2mal wöchentlich oral ½ Ampulle vier Wochen lang (oder 1mal wöchentlich eine Ampulle unter die Haut gespritzt, sofern der Veterinär dafür zu haben ist);

Ø                 HORMEEL (Mix von Heel) ist das „weibliche Gegenstück“ dazu, das funktionelle Störungen des Zyklus beheben kann und ebenso zur Behandlung von Sterilität eingesetzt wird: vier Wochen lang 3mal täglich oral zehn Tropfen oder 2mal wöchentlich ½ Ampulle oral wie beim Kater;

Ø                 das ausgesprochen breite Wirkspektrum von LYCOPODIUM CLAVATUM (Kolbenbärlapp) hat zwar keinen direkten Bezug zur Sinneslust, kann aber durchaus förderlich sein, wenn es sich um ein sehr schlankes Tier mit wenig Appetit handelt: D30 1mal täglich drei Wochen lang – im Anschluss daran können wir bei Bedarf mit einer der vorgenannten Arzneien fortsetzen;

Ø                 ein schwach ausgeprägter oder gar nicht vorhandener Geschlechtstrieb kann bei einer Lady auch mit SEPIA OFFICINALIS (Tintenfisch) angegangen werden, das positiv auf sämtliche Fortpflanzungsorgane wirkt und die Hormonaktivität steuert: D200 1mal wöchentlich drei Wochen lang;

Ø                 da homöopathische Arzneien auch etwas mit dem Charakter zu tun haben (können), empfiehlt sich bei schlanken, aktiven Mädels á la Siamesen PLATINUM D30, 3mal wöchentlich zwei Wochen lang; das Mittel wird auch (allerdings mit wechselhaftem Erfolg) bei Dauerrolligkeit eingesetzt.

 

Freilich gibt’s zudem allerlei geschlechtsgebundene Widrigkeiten, und wiewohl die Damen dabei mehrfach „hier“ gerufen haben, verständlicherweise, weil sie ja für den Hauptpart alleinverantwortlich sind, haben es auch die Herren nicht immer einfach.

 

 

 

MÄNNERSACHE

Probleme mit den Kronjuwelen

 

Hodenentzündung

Das ist mit das Schlimmste, was einem Kater passieren und logischerweise jegliche Liebeslust vermiesen kann. Eine Hodenentzündung ist äußerst qualvoll und jede Bewegung fällt schwer. Bestenfalls kommt das arme Opfertier etwas steif und breitbeinig daher wie John Wayne kurz vor dem Showdown oder es sieht aus, als hätte er „die Hosen voll“: Mag er sich aber so gut wie gar nicht mehr bewegen, haben wir’s eindeutig verschlampt. Sicher, wir gucken nicht ständig nach, besonders wenn etwa langes/dichtes Fell Einblicke so nebenbei verwehrt oder er, weil ein begnadeter Stinker, kaserniert leben muss. Aber so an uns vorbei dürfen Bewegungsabläufe und Befindlichkeiten einfach nicht gehen! Also riskieren wir einen gezielten Blick – aber sehr vorsichtig und mit viel Gefühl, denn der/die prall geschwollenen, deutlich vergrößerten Hoden verursachen ihm so große Schmerzen, dass schon den Spazierstock zur Seite schieben unangenehm sein kann. In welchem Fall er ein Abtasten nicht zulässt. Falls doch: Die Hoden fühlen sich sehr, sehr warm an. Fieber und Apathie vervollständigen das Krankheitsbild.

 

Ø                 Wir versuchen mit ARNICA D6 und BELLADONNA D12 (Tollkirsche) je 3-4mal täglich im Wechsel die Schmerzen zu lindern, ebenso hat sich

Ø                 BELLADONNA HOMACCORD (Heel), wie bei allen lokalisierten Entzündungen, gut bewährt: Oral ½ Ampulle täglich bis zur Besserung, danach 1mal wöchentlich, bis der Gute wieder wie neu ist;

Ø                 bieten die Hoden das Bild von Röte und Hitze, geben wir 3mal täglich ARNICA D6 zusammen mit PULSATILLA D6 (Küchenschelle). Nach dem Abklingen kann, falls erforderlich, mit SPONGIA D6 (Meerschwamm) gleichermaßen fortgesetzt werden;

Ø                 einseitige Hodenentzündung rechts erfordert CLEMATIS D4 (Waldrebe), einseitig links RHODODENDRON D4, 3-4mal täglich bis zur Heilung;

Ø                 meist etwas weniger dramatisch, trotzdem schmerzhaft, verläuft eine chronische Hodenentzündung (die oft eine Geschwulst zur Ursache haben kann), dann geben wir CONIUM D6 (gefleckter Schierling) bei harter Konsistenz, sonst ist THUJA D6 (Lebensbaum) das Hauptmittel. Auch CALCIUM JODATUM D6 gilt als vorzügliche Hilfe, das neben Conium und Thuja zur Trias der Drüsengeschwulstmittel gehört und zusätzlich gegeben werden kann.

 

Hat der Geplagte trotz Schwellung jedoch keine Schmerzen, wäre das ein Hinweis auf einen möglichen Tumor, besonders wenn der Herr nicht mehr so ganz der jüngste ist. Geschwülste entstehen allmählich und nehmen nur sehr langsam an Größe und Umfang zu, es ist in jedem Fall dringend angeraten, einen Tierarzt zu konsultieren!

 

Hodenfehler

Natürlich kann auch die Entwicklung den normalen Geschlechtstrieb behindern, allerdings sind kleine Glöckchen nicht zwingend ein Indiz für mangelnde Zeugungsfähigkeit. Im Verlauf einer Hochzeit wird ja auch nicht das gesamte Pulver verschossen ...

Manchmal indes fehlt dem Herrscher ein Zacken in der Krone, heißt, ein oder beide Hoden sind nicht abgestiegen und wir haben es fast immer mit Kryptorchismus zu tun. Das ist nun gar nicht gut, weil ein rezessiv erblicher genetischer Defekt, das heißt, die Anlage dafür wurde ihm von beiden Elternteilen in die Wiege gelegt! Und der homöopathische Anstoß zur normalen Entwicklung kann nur fruchten, wenn eben keine erbliche Belastung vorliegt, außerdem muss das Problem bereits im frühen Jungtieralter (siehe Kinderkrankheiten) angegangen werden. Zu Deutsch: Für den erwachsenen Lover ist diese Chance in aller Regel vorbei.

Einen winzigen Lichtblick gibt es indes noch. Bevor also, wie in dieser unserer schnelllebigen Zeit häufig üblich, der Unvollständige schneller gewechselt wird wie die Unterwäsche, noch ein Tipp: Haben wir beim Baby/Kitten beide Glöckchen definitiv gefühlt, aber auf der nächsten Show kann der Richter eins plötzlich nicht mehr finden, inszenieren wir zunächst mal keinen Aufstand, bevor wir uns nicht selbst überzeugt haben: Pendelhoden heißt das Problem und der Defekt liegt am gleichen Chromosomenpaar wie Kryptorchismus. Nun, ist der Kater erwachsen und sie bimmeln noch immer/schon wieder (?) nicht im Duett, liegt in aller Regel tatsächlich ein genetischer Defekt vor – und wie bei jeder Regel gibt es freilich Ausnahmen, also hoffen wir mal und versuchen unser Heil:

 

Ø                 BARIUM CARBONICUM (Bariumcarbonat) D200 1mal alle 14 Tage, zusammen mit MAGNESIUM CARBONICUM D30, 1mal jeden zweiten Tag, fördern den Hodenabstieg – ohne Garantie: Bleibt der Erfolg nach einer Kurdauer von zwei bis 2½ Monaten aus, sollten wir abbrechen und uns geschlagen geben.

 

 

 

DAMENWAHL - MAL LIEBT SIE IHN, MAL NICHT

Probleme mit dem weiblichen Zyklus

 

Da wir mitunter dazu neigen, die felide Familienplanung á la „Was nicht passt, wird passend gemacht“ (siehe auch das Startkapitel) unseren Wünschen unterzuordnen (und mit Chemie werkeln), kann der Rhythmus total aus dem Ruder laufen und dann geht auf einmal gar nichts mehr. Und/oder Madame legt sich Allüren zu und lässt den Bräutigam nicht seines Amtes walten. Das braucht eine Sonderbehandlung, beispielsweise wenn

 

Ø                 der Zyklus einer Lady bekannt (respektive relativ vorhersehbar) ist/war, aber plötzlich ausbleibt. Da ist etwas Geduld angesagt, denn zur Anregung werden die besten Ergebnisse erzielt, wenn etwa ab drei Wochen vor Beginn der nächsten zu erwartenden Rolligkeit ARISTOLOCHIA D3 (Osterluzei) oder D15 (das müssen wir leider testen) zusammen mit CIMICIFUGA D6 (Wanzenkraut) gegeben wird: 2mal täglich je eine Gabe;

Ø                 als guter Auslöser/Regulator bei Unregelmäßigkeiten hat sich PULSATILLA D30 erwiesen: 3mal täglich eine Woche lang. Nach diesem Stoß mit einer Hochpotenz ins System warten wir ab, wie der Organismus darauf reagiert. Eine Wiederholung nach vier Wochen ist angezeigt, falls die erste Kur nicht zyklusgerecht war;

Ø                 bei manchen Katzen kommen nicht nur die zeitlichen Abläufe der Rolligkeiten in Konfusion, sondern diese verlaufen auch sehr intensiv, das heißt die Damen sind extrem aufgedreht und schreien permanent die halbe Nachbarschaft zusammen. Das lässt sich mit ARISTOLOCHIA D3 (D15), PULSATILLA D3 und APIS MELLIFICA D3 oft gut regulieren: Gemeinsam 3mal täglich drei Wochen lang und danach zehn Tage pro Monat gegeben, bis sich alles eingependelt hat;

Ø                 eine besondere Kombination, die sozusagen an mehreren Fronten eingesetzt werden kann, ist PULSATILLA D12, 2mal täglich, das zusammen mit ARISTOLOCHIA D3 (alternativ D15) 3mal täglich, insgesamt zehn Tage lang verabreicht wird. Und zwar bei Ausbleiben der Rolligkeit ODER bei unregelmäßigem Zyklus (beginnend zehn Tage nach Abklingen der vorherigen Rolligkeit) ODER wenn die Katze zwar rollig wird, sich aber nicht decken lässt;

Ø                 Alternative fürs letztere Problem: Katze wird rollig, schlägt aber trotz ausreichender Gewöhnungsphase (für die’s keine Norm gibt, aber zwei Tage sollten wir ihr als Minimum schon einräumen) den Kater in die Flucht: Dann geben wir ebenfalls drei Wochen vor der nächsten zu erwartenden Rolligkeit 3mal täglich SEPIA D6 oder

Ø                 wenn Madame nicht nur grimmig reagiert, sondern zusätzlich kaum, selten oder unregelmäßig rollig wird, dann kann SEPIA D6 zusammen mit ARISTOLOCHIA D3 (oder D15), 3mal täglich im Wechsel, alles wieder ins Lot bringen.

 

Klingt alles kompliziert und ist es natürlich auch, erfordert zudem gutes Beobachten, Sensibilität und viel Geduld ... Die unterschiedlichen Potenzen bei gleichbleibender Arznei mit Wirkung je nach Situation und Individuum weisen übrigens überdeutlich darauf hin, wie wichtig es ist, sich daran zu halten ...

Außerdem möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass so mancher Braut schon die Lust vergeht, wenn sich hinter ihr unsere Haustür geschlossen hat. Oder während der Reise. Und die fremde Umgebung im „Herrenhaus“ samt ebensolcher Gerüche, Geräusche, Menschen, was auch immer, auch nicht direkt Leidenschaf fürs Angedachte aufkommen lässt – und es passieren kann, dass die Rolligkeit schlicht vorbei ist. Entweder gänzlich oder temporär, soll heißen, dass so manche bei kehrt-schwenk, rein in den Korb und seufzend wieder retour ins traute Heim, bereits auf der Autobahn wieder ein Liedchen anstimmt. Weshalb Madame, sofern möglich und (vor allem!) dem nicht abgeneigt, bisweilen sozusagen zwecks Urlaub im Katerhaushalt verbleibt, bis sie wieder Paarungsbereitschaft zeigt. Manche brauchen auch einfach mehr Zeit und eine Art Heimatgefühl, also etwas länger (beispielsweise eine Woche), bis sie den Lover seines Amtes walten lassen. Und, verhält sich selbiger höflich abwartend, diese Woche durchaus in friedlicher Zweisamkeit absolvieren. Andere wiederum finden einen One-Night-Stand völlig ausreichen. Alles ist möglich. Katzen sind auch nur Menschen ...

Manchmal gründet die Verweigerung allerdings in der Tat auf Abneigung dem Herrn gegenüber – das wird leider häufig unterschätzt -, oder kann gleichermaßen psychisch bedingt sein, weil Frau Katz‘ Probleme mit ihrem Umfeld hat und in „diese Welt“ einfach keine Kinder setzen will. Ähnlich wie eine Hamstermutter, die ihre Babys tötet, wenn der Käfig zu klein für eine ganze Familie ist, widersetzt sich der Instinkt einer Katze gleich von vornherein der Fortpflanzung. Auch wenn es uns schwer fällt, das zu glauben. Ist so!

Und um dem noch eins draufzusetzen: Fehlt die Bindung zum Menschen, fehlt auch das Vertrauen, und wenn’s doch Kinder gibt, werden die das „erben“ – geprägt durch das Verhalten einer sich einsam fühlenden Mutter, die ihnen Zurückgezogenheit vorlebt und dass Menschen eben „auch da“ sind. Uns aufs simple Versorgen zu reduzieren ist einer Katze nicht gegeben, aber unten durch sind wir trotzdem. Klar könnten wir die Winzlinge ihrem Einflussbereich entziehen und von Hand aufziehen ... statt uns um ein besseres Verhältnis zu bemühen ... oder nicht mit allem zu züchten, das vier Beine hat und nicht bei drei auf dem Baum ist. Was nützt es schon, wenn die atemberaubende Schönheit einer Katze nur die äußere Hülle einer unglücklichen Seele ist? Wie auch immer, jedenfalls ist der Erfolg homöopathischer Unterstützung mehr als fraglich, wenn eine seelische Blockade für das Ausbleiben des Kindersegens verantwortlich sein kann.

 

 

 

ABSPANN

Feiern, bis der Arzt kommt?

 

Ja nun, das Liebesleben ist nun mal ein kompliziertes und es liegt an uns, das zu berücksichtigen. Jedenfalls wenn wir Nachwuchs haben wollen. Und nur glückliche Mütter bringen glückliche Kinder, das liegt irgendwie auf der Hand, oder? Freilich feiern die meisten Paare artgemäß und überwiegend in Harmonie bis zur Abreise der Braut, die übrigens trotz seliger Eintracht nicht zu lange hinausgezögert werden sollte. Weil einige Tage nach dem Marathon (der Zeitraum lässt sich schwer eingrenzen, kann auch eine Woche oder mehr sein, Beobachtung bringt’s) häufig ein Rollentausch erfolgt, bei welchem die Geliebte Werbung und Animation übernimmt, während der Galan durch erlöschende Aktivität glänzt und oft bloß gnadenhalber der Aufforderung nachkommt. Na und?

Tja, lassen wir diesen idealen Zeitpunkt, die traute Zweisamkeit zu unterbrechen, einfach verstreichen, könnte Ungemach drohen. Weil die Lady mit dem Rollentausch mitnichten anzeigt, dass sie nicht genug kriegen kann, sondern einen Neustart signalisiert. Und bei dieser zweiten Rolligkeit genauso aufnahmebereit ist wie bei der ersten, sodass die Gefahr einer zeitversetzten weiteren Belegung besteht – die „Sicherheitsgrenze“ wäre nämlich mit drei Tagen nach der ersten Deckung erreicht und alles darüber hinaus geht zulasten der Entwicklung. Soll heißen,

 

Ø                 trägt Mama Kitten unterschiedlichen Alters aus, wird sie entweder übertragen und kriegt die älteren, viel zu großen Kitten nicht raus, oder sie gebärt zum ersten Termin und die später gezeugten sind nicht lebensfähig.

 

Das gilt selbstverständlich auch oder besonders dann, wenn sich der Kavalier mitsamt seinem Harem Kondomfrei im ganzen Revier bewegen darf, aus welch wunderbar männerfreundlichem Grund auch immer. Bei „Folgen“ wie vor erwähnt ist sowohl jede Homöopathie machtlos als wir auch, schlägt sich etwas Pech dazu, möglicherweise den gesamten Wurf verlieren können und noch dazu sogar das Leben der Mutter riskieren. Oder es unter Umständen nur per Kaiserschnitt retten können – ein Eingriff, der einer Katze eigentlich höchstens einmal im Leben zugemutet werden sollte. Nicht nur aufgrund des enormen Stressfaktors, sondern weil sich’s keine verdient hat, dass an ihr wiederholt herumgeschnippelt wird, schon gar nicht wenn der Grund so leicht vermeidbar wäre.

 

 

 

 

 

Abschnitt 3:
TRAGEZEIT/TRÄCHTIGKEIT

 

 

Nach der Hochzeit bleibt die Frage aller Fragen, nämlich ob Madame aufgenommen hat, mitunter Erfahrenen vorbehalten, derweil noch nicht Geübte vermeinen, eine traumhafte Zeit des entzückten Zuschauens vor sich zu haben. Die Mutter brütet doch friedlich vor sch hin bis zur Geburt, bei der sie ja auch alles alleine macht ... denn was gibt es Natürliches als eine Katzengeburt? Nun, vielleicht eine Reise zum Mond - theoretisch ist sie möglich, praktisch könnten da ein paar Hindernisse auftauchen. So kann auch die Tragzeit nicht ganz ohne verlaufen und es wäre gut, aufzuwachen ...

Damit wir vorbereitet sind, falls sich doch etwas anbahnt, und wissen, welche Probleme homöopathischer Hilfe zugänglich sind und wo ihre Grenzen liegen – und wie wir Mama auf die Geburt vorbereiten können, damit tunlichst alles glatt läuft.

 

 

Die Sache mit dem „ist sie oder ist sie nicht“ überspringen wir daher salopp, weil sie in aller Ausführlichkeit im 3. Teil (Management) beantwortet wird, sodass wir ungesäumt zu den weniger lustigen Möglichkeiten kommen. Denn auch wenn Mieze tatsächlich schwanger ist, heißt das eben leider noch lange nicht, dass sie’s auch bleibt. Allerdings können wir, selbst wenn sich unsere Hoffnungen quasi in Luft aufgelöst haben, bisweilen homöopathisch was ausrichten. Oder einrichten, wie’s beliebt.

 

 

 

OH, WIE SO TRÜGERISCH

Scheinschwangerschaft

 

Manchmal war alle Liebesmüh vergeblich, manchmal provozieren wir Mühe ohne Liebe und dann kann es zu einer Scheinschwangerschaft kommen. Zwar eher selten, aber doch, etwa wenn ein Kastrat deckt oder befremdlicherweise mit einem Fieberthermometer in der Katze herumgefummelt wird in der Hoffnung, einen Eisprung auszulösen und damit die Rolligkeit zu unterbrechen. Damit sie endlich die Klappe hält und alle wieder ruhig schlafen können.

Eine Scheinträchtigkeit ist vom Verlauf her von einer normalen nicht zu unterscheiden und endet erst mit Einsetzen einer erneuten Rolligkeit. Für gewöhnlich ist eine spezielle Behandlung nicht notwendig, sollte aber - wie jede Abweichung von der Norm – gut beobachtet werden. Zumal es durchaus möglich ist, dass dadurch der Zyklus aus dem Takt kommt und Regulierung erforderlich macht. Das heißt zurück an den Start, siehe die Kapitel zuvor.

Auf natürlichem Wege angegangen, kann’s mitunter trotzdem nicht klappen, dann kommt die Homöopathie ins Spiel:

 

Ø                 Hat das Paar eifrig seine Pflicht erfüllt, aber die Trächtigkeit bleibt aus, weil es zu keinem Eisprung kam (was sich ohne Test schwer herausfinden lässt = Tierarzt), kann PULSATILLA D30, dreimal wöchentlich in den ersten vier Wochen nach der Hochzeit gegeben, sehr hilfreich sein;

Ø                 sind die Ursachen unklar, warum Mieze nicht aufgenommen hat, kann der Doc regulierend eingreifen, indem er eine Ampulle FERTILISAL unter die Haut spritzt - eine Hälfte unmittelbar vor, die zweite Hälfte kurz nach der Hochzeit.

 

Leider gibt es auch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die eine Trächtigkeit verhindern, wo wir nicht eingreifen können und auch der Doc mit seinem Latein in der Regel am Ende ist – siehe Management. Um einen Abort abzuwenden, haben wir indes wieder eine Chance.

 

 

 

GLÜCK UND GLAS

Fehl- oder Frühgeburt

 

Darunter versteht man das Ausstoßen der Frucht/Früchte vor dem Erreichen der unteren Grenze der physiologischen Trächtigkeitsdauer. Wobei es, wiewohl bei Katzen nicht direkt selten vorkommend, keineswegs einen „Totalausfall“ geben muss. Häufig werden nicht alle Früchte abgestoßen, die verbleibenden entwickeln sich normal weiter und werden zum regulären Termin geboren. Je nach Gewichtigkeit des Auftretens sollte uns ein Abort aber doch nachdenken lassen, ob die Mieze Zuchtkatze bleiben soll. Gesicherte Erkenntnisse habe ich nun nicht zur Hand, aber viele Züchter berichten über „Wie die Mutter, so die Tochter“, sodass gewissermaßen eine Art erbliche Neigung dazu nicht komplett auszuschließen ist. Darüber, ob auch Söhne die Belastung weitergeben können, hat sich wohl noch niemand Gedanken gemacht. Wie auch immer, bis zu einem gewissen Grad können wir was tun:

 

Ø                 Hat die Mama schon einmal/wiederholt Kinder verloren, gilt VIBURNUM OPULIS als bestes schwangerschaftsförderndes Mittel, um dem entgegenzuwirken: Eine Ampulle D200 in der ersten Trächtigkeitswoche, vom Doc unter die Haut gespritzt, wie beim Impfen. Hat der Gute für Homöopathie wenig übrig oder wir möchten ihn ungern konsultieren, geht’s oral auch: Die D30, zweimal wöchentlich in den ersten vier Wochen, leistet die gleichen Dienste;

Ø                 droht ein Frühabort in der Vorgeburtszeit, ausgelöst durch äußere Einflüsse wie Stoß, Sturz, Quetschung oder Unfall, ist ARNICA D3 angesagt, halbstündlich eine Gabe, bis sich die Katze erholt hat und die Gefahr gebannt ist. Auch SABINA D6 kann in ähnlicher Weise helfen, wird aber vielleicht in der Hausapotheke nicht vorrätig sein, um das Übel unverzüglich angehen zu können – während Arnica ein unverzichtbares Muss ist und notfalls auch in einer anderen Potenz in gleicher Weise zum Einsatz kommen darf.

 

Alle Details, was unter Fehl- bzw. Frühgeburt zu verstehen ist und woran sich was erkennen lässt (oder nicht), werden im Management-Teil beschrieben. Ist das Unglück aber schon passiert und Probleme wie nachstehend beschrieben treten auf, können – müssen! – wir etwas tun:

 

 

 

BLUTUNGEN & AUSFLUSS

 

Siehe auch Blutungen nach einer Geburt. Bei allen Blutungen während (und nach) der Trächtigkeit gilt grundsätzlich: Solange das Blut hell/rot und sauber aussieht und nicht riecht, müssen wir die Nerven nicht wegschmeißen. Ist die Mutter unverdrossen gut drauf, wird sich die Ursache schwer herausfinden lassen und in der Regel ohne üble Folgen bleiben. Starker/andauernder Blutverlust gehört allerdings unverzüglich in ärztliche Behandlung.

Wird es dunkel/bräunlich/schmierig mit üblem Geruch, der an Aas erinnern kann, meist mit einem Nickhautvorfall und heißen Ohren verbunden, wird’s ebenfalls heikel und wir dürfen weder grübeln noch zaudern, sondern müssen fix den Doktor aufsuchen (besser einmal zu viel als zu spät) – oder uns zügig und beherzt ans Werk machen. Gradmesser ist immer der Allgemeinzustand der Mutter UND dass die einsetzende Besserung nach wenigen Gaben deutlich wird. UND dass bei guter Befindlichkeit der Ausfluss definitiv nach spätestens zwei Wochen ausgeheilt sein muss!

Der ausschlaggebende Zeitraum für jede, besonders aber die homöopathische Hilfe sind die ersten zehn Tagen nach einem Abort, da es sonst zu einer Gebärmutterentzündung kommen kann!

 

Ø                 Was die Wahl der Mittel betrifft, macht es nicht viel Unterschied, ob die Entzündung im Anfangsstadium ist (die Katze mehr oder weniger ausgeprägt angeschlagen wirkt, Ausfluss und Temperatur eher gering) oder bereits eine dramatischere Form angenommen hat (stinkend-eitriger Ausfluss, harter Puls, Fieber, verwaschene Lidbindehäute): Wir geben stündlich PULSATILLA D4 oder D6 (Hauptsache schnell zur Hand), bis das Sekret, das die Gebärmutter erheblich anfüllen kann, abfließt, wodurch diese gereinigt wird und ausheilt. Zusätzlich einmal täglich PYROGENIUM D200 (Extrakt aus faulendem Fleisch, so anrüchig das klingt, das Mittel ist enorm wichtig) und dreimal täglich zu gleichen Teilen LACHESIS D30 und ECHINACEA D3 (Sonnenhut), um die lebensbedrohende Infektion aufzuheben;

Ø                 bei milderem Verlauf mit nicht beeinträchtigem Befinden, aber sichtbarem Ausfluss kann auch vier- bis dreimal täglich SEPIA D30 helfen;

Ø                 ist die Katzer fidel und wir finden nur hin und wieder ein Tröpfchen, etwa wenn sie sich aus der Sitzposition erhebt, unterstützen wir mit ECHINACEA D3, dreimal täglich für etwa drei Tage.

 

Langsam nähern wir uns dem Finale und lassen die großen Dramen erst einmal hinter uns – bis auf ein mögliches (siehe Kapitel-Ende: Eklampsie). Zuvor, quasi zum Durchatmen, aber noch ein paar kleinere Problemchen, die uns nicht gleich den Schlaf rauben und sich gut aus der Welt schaffen lassen. .

 

 

 

OLIVEN UND SAHNETÖRTCHEN

Wenn Magen und Darm „schwanger gehen“

 

Wie eingangs erwähnt, bleiben auch Katzen trotz sonst bilderbuchmäßig verlaufender Tragezeit von klassischen Beschwerden á la Menschenfrauen nicht verschont und/oder legen unübliche Neigungen an den Tag. Kurz: Mieze ist buchstäblich zum Kotzen oder zeigt seltsame Gelüste, wobei beides nicht zwangsläufig ursächlich im Zusammenhang stehen muss. Weil Schwangerschaften generell eine Umstellung für den Organismus sind und vor allem der Verdauungstrakt gern ein bisschen durcheinander kommt.

 

Ø                 Das erste Mittel der Wahl ist IPECACUANHA D6 (Brechwurzel), das im Akutfall (also jedes Mal, wenn die werdende Mama die Mahlzeit oder Teile davon auf den Teppich legt) dreimal in kurzen Abständen (zehn bis 30 Minuten) das Übel beseitigen hilft; ist diese Arznei nicht zur Hand oder

Ø                 es gibt sich auch der Darm beleidigt, geben wir NUX VOMICA D6 (Brechnuss) wie vor; bei heftigeren Attacken danach zweistündlich oder bei anhaltender Übelkeit nach diesem ersten Tag dreimal täglich, bis alles wieder im Lot ist;

Ø                 NUX VOMICA D6 (anfangs fünf/viermal, danach dreimal täglich) ist zudem ein gutes Regulativ, wenn die Katze „nur“ unter Blähungen leidet;

Ø                 ist sie jedoch regelrecht aufgeblasen und der gespannte Hinterleib bretterhart, bringt viertelstündlich MAGNESIUM PHOSPHORICUM D6 Erleichterung, danach etwa eine Woche lang täglich ein, zwei Gaben NUX VOMICA D6 zur Beruhigung der Darmflora.

 

Was das Verlangen nach der sonderbaren Bereicherung ihres Speisezettels betrifft, so dürfen wir diesem durchaus nachkommen und es wird ihr, sofern es beim Leckerli-Charakter bleibt, nicht schaden – kann aber natürlich besonders bei einem Überangebot an Fett sehr wohl Durchfall auslösen. Bisweilen laboriert eine Katze über ein, zwei Wochen hinaus an leichten Darmbeschwerden, ohne indes ernsthaft beeinträchtigt zu sein. Lässt sich das nicht wie vor empfohlen in den Griff bekommen und der Durchfall steht im Vordergrund, wählen wir im Anschluss – jeweils vier- bis dreimal täglich gegeben – je nach Konsistenz, Farbe und Geruch zwischen

 

Ø                 PULSATILLA D6, wenn der Durchfall immer anders aussieht: mal grün, mal gelb, mal wässrig, mal fester, aber immer schleimig (und die Katze trotzdem auffällig wenig trinkt)

Ø                 ARSENICUM ALBUM D6: Kleine Mengen, meist nachts und öfter abgesetzt, riechen nach Aas, können mit Blut und Schleim durchzogen sein. Die Katze trinkt oft, aber wenig, wechselt häufig das Lager und sucht die Wärme. Arsen wird bei diesem Krankheitsbild zweistündlich gegeben, aber nie länger als zwei Tage, weil danach die Wirkung ausgereizt ist. Das heißt, dass bei nicht zufriedenstellendem Erfolg die Arznei gewechselt werden muss;

Ø                 MERCURIUS SOLUBILIS D6 (Quecksilber): Grünlich-gelb-schleimig, eventuell mit Blutstreifen durchzogen. Auffallend ist der heftige Drang, der die Katze fortwährend aufs Klo rennen lässt und mitunter auch Anflüge schlechter Laune zeigt. MERCUR kann auch in höheren Potenzen und bei anderen Durchfallbildern (oder wenn sich diese nicht genau eruieren lassen) eine unschätzbare Hilfe sein! Wir beginnen (D30) mit drei Gaben im Abstand von je zwei Stunden und warten ab, ob eine Fortsetzung (zwei/einmal täglich) für wenige Tage erforderlich wird;

Ø                 nimmt der Durchfall die Katze sehr her, sie wirkt erschöpft und geschwächt, geben wir – und nur dann – einige Tage lang CHININUM ARSENICOSUM D6, drei-zwei-einmal täglich.

 

 

 

ENDLICH: ECHT SCHWANGER

Das letzte Drittel vor dem Countdown = Geburtsvorbereitung!

 

Nun wechselt Mama ihre Birnenform allmählich in Richtung Tonne und wir werden sie bei der Körperpflege unterstützen müssen, wenn sie an die Hinterfront nicht mehr rankommt. Bitte mit Gefühl, nicht plagen und die Verschreckte stressen. Erscheint sie eher figurbewusst, ist das übrigens kein Grund für voreilige Schlüsse auf ein kleines Nest - meine fettesten Matronen mühten gnadenhalber oft bloß zwei Kinderchen heraus, während die Schlankeren offenbar eilig ihren übervollen Termeinkalender abarbeiten mussten und so nebenbei sieben auf einen Streich in der Wurfkiste deponierten – um sich dann freilich hingebungsvoll und mit unerschütterlicher Ruhe aus selbiger nur noch herauszubegeben, wenn die Notdurft es erforderte.

Bis dahin bleiben wir indes nicht untätig, denn ab der sechsten Woche beginnt die enorm bedeutsame Phase der Geburtsvorbereitung:

 

Ø                 Die wichtigste Arznei ist PULSATILLA D6, die zusammen mit CAULOPHYLLUM D6 (Frauenwurzel) die ideale Grundlage bildet. Beide Mittel einmal täglich bis zur Geburt, eins morgens, das andere am Abend. Damit sorgen wir für die notwendige Durchblutung und Erweichung der Geburtswege, beugen einer eventuellen Wehenschwäche und dem Zurückhalten der Nachgeburt(en) vor und können außerdem eine mögliche Fehllage der Feten rechtzeitig korrigieren. Kurz: Die Geburt sollte nun glatt verlaufen;

Ø                 einen Tag vor dem errechneten Termin bis zur tatsächlichen Geburt kommt einmal täglich ARNICA D30 hinzu, das unterstützt den Kreislauf, lindert den mechanischen Stress und kann die Auflösung von Narbengewebe (beispielsweise von früheren Geburten) beschleunigen und Blutungen verhindern.

 

Mehr können wir nicht tun, außer natürlich von Mama jeglichen Stress fernzuhalten. Also keine Shows, kein grundloses zum Veterinär-Schleppen und keine Medikamente, vor allem keine Antibiotika!, außer das Leben der Mutter wäre ernsthaft gefährdet.

Nun heißt es warten.

Und schon wieder hoffen, denn mit etwas Pech könnte es übel weitergehen ...

 

 

 

EKLAMPSIE

Laktationstetanie – oder die Sache mit dem Kalkmangel

 

Überwiegend tritt Eklampsie bis zu fünf Wochen nach der Geburt auf, soll aber auch bereits drei Wochen davor oder während dieser vorkommen können (möglicherweise auch bei einer Scheinträchtigkeit), daher möchte ich dieses Kapitel vorziehen.

Als Ursache gilt eine Unterversorgung mit Calcium während der Trächtigkeit, die den Kalkhaushalt nachhaltig aus der Balance bringt. Weshalb die Notmaßnahme des Veterinärs in einer intravenösen Calciuminfusion und, falls erforderlich, Korrektur einer begleitenden Hypoglykämie (stark herabgesetzter Zuckergehalt des Blutes) besteht. Achtung: Um derlei zu vermeiden, werden oft reine Kalkräparate unters Futter gemischt, was aber NIE in den ersten sechs Wochen einer Trächtigkeit erfolgen darf (um andere Probleme zu vermeiden) und zudem kein Garant ist, weil viele Katzen Kalk oral verabreicht nicht verwerten können.

Das plötzlich auftretende Fieber könnte noch relativ unbemerkt bleiben (seltener auch ausbleiben), die krampfhaften Muskelzuckungen ohne Störung des Bewusstsein aber nicht. Die Gliedmaßen werden schräg auseinandergespreizt, der Kopf krampfhaft nach hinten gezogen, die Katze liegt auf der Seite und atmet schnell und keuchend, die Pupillen sind geweitet, Kollaps droht. Wir brauchen einen Tierarzt, und zwar so was von fix, weil das Leben der Mutter auf dem Spiel steht! Entsprechend gut gerüstet, können wir auch homöopathisch eingreifen:

 

Ø                 Vorbeugend geben wir a) bei begründetem Verdacht ab dem kritischen Zeitraum (also in den letzten drei Wochen vor dem Geburtstermin), b) ohne einen solchen Verdacht etwa zehn bis drei Tage vor der Geburt täglich einmal CALCIUM PHOSPHORICUM D30. Nach der Geburt setzen wir für zumindest zwei bis maximal sechs Wochen fort mit einer Gabe dreimal wöchentlich (oder jeden zweiten Tag, wie’s beliebt);

Ø                 kündigt sich das Unglück schon an und der Doc ist nicht erreichbar, kann – sofern wir das Mittel unverzüglich zur Hand haben (?) - HYOSCYAMUS D30 (Bilsenkraut) helfen, alle zehn Minuten eine Dosis. Zusätzlich leisten viertel- bis halbstündlich einige Gaben FERRUM PHOSPHORICUM D6 (Eisen) und/oder im Wechsel mit MAGNESIUM PHOSPHORICUM D30 wertvolle Dienste.

Ø                 Beide letztgenannten Mittel können auch, wie etwa auch BELLADONNA D30 (sollte Hyoscyamus nicht vorrätig sein) zur Überbrückung gegeben werden, bis wir die rettende Praxis erreicht haben. Nachsorge siehe nächstes Kapitel: Magnesiummangel.

 

Jetzt sollte endlich Ruhe im Karton sein, jedenfalls bis zum Tag X. Und wann ist der? Neun Wochen später, im Idealfall also nach 63 Tagen.

 

 

 

 

Abschnitt 4:
MUTTERTAG – HAPPY BIRTHDAY

 

 

Ungeachtet dessen, ob bisher alles wunderbar gelaufen ist oder ein Hindernisrennen war – wir sind noch nicht aus dem Schneider. Genaugenommen noch eine ziemliche Weile nicht, aber eins nach dem anderen. Dieser Teil beginnt mit der „Einstimmung“ auf den Countdown, und im Anschluss daran beschäftigen wir uns damit, inwieweit wir Mutter samt Kindern während und nach der Geburt natürlich helfen können, falls Sand ins Getriebe kommt.

 

 

 

DIE SPANNUNG STEIGT

Lässt sich erkennen, wann Muttern loslegt?

 

Ja und nein. Selbst langjährige Züchter fiebern meist dem Tag X entgegen, mit mehr oder weniger Sorgenfalten auf der Stirn, je nachdem, welche Erfahrungen sie gemacht haben. Besorgte mit Vorahnung oder einschlägigen Erlebnissen, wohlwissend, dass es die Mutter gern spannend macht oder aber auch, weil sie noch unerfahren ist, nehmen oft rund um den Geburtstag einige Tage Urlaub. Das ist zweifellos eine exzellente Idee, leider aber keine Garantie, die „richtige“ Zeitspanne gewählt zu haben. Sind Katze und Mensch einander sehr zugetan, kann die Mutter die Geburt indes tatsächlich hinauszögern, bis der nervöse Berufstätige nachhause kommt. Liegen die Kleinen dann schon (hoffentlich) wohlversorgt im Nest, könnte sich natürlich die Frage nach dem Warum stellen – lässt die Bindung zueinander zu wünschen übrig, haben wir uns als zuwenig verlässlich erwiesen, ist für sie keine Regelmäßigkeit erkennbar, wann wir aufzutauchen pflegen? Oder war sie instinktsicher genug zu wissen, das kriegt sie auch alleine hin? Oder nichts von alledem?

Die meisten Geburten finden jedenfalls am späten Nachmittag/Abend oder in den mehr oder weniger frühen Morgenstunden statt, pauschal gesehen also nachts. Oder wenn der Mond auf- respektive untergeht, welcher ja angeblich Einfluss darauf haben soll, was ich nun weder bestreiten noch bestätigen kann, weil mir in dieser Situation nichts ferner lag, als aus dem Fenster zu gucken ... Aber nichts Genaues weiß man nicht, manche finden Mitternacht ideal, andere legen vormittags um elf los. Wann die Stunde schlägt, hat erfahrungsgemäß auch nichts damit zu tun, ob rund um die Uhr jemand zu Hause ist oder nicht. Wenig hilfreich, ich weiß, aber immerhin gibt’s einige Signale, die ein vorsichtiges Eingrenzen gestatten. Das wohl Untrüglichste ist, wenn die Mutter ihrem Lieblingsmenschen auf dem Fuße folgt, ihm ständig hinterher rennt und zu animieren versucht, sich zu ihr zu setzen - und zu bleiben. Folgsame müssten freilich viel Sitzfleisch beweisen, denn Mama kommt selten ungesäumt zur Sache. Sich ins Büro zu verabschieden könnte freilich mitunter riskant sein.

Unverkennbar: Das ist ein Roman für sich und hier dafür kein Platz ...

 

 

 

AKTIVE GEBURTSHILFE

Was können/dürfen wir tun und worauf ist zu achten?

 

Ist die im vorhergehenden Teil beschriebene Vorsorge unterblieben, hängt unser Eingreifen jedenfalls davon ab, ob und welchen Regelwidrigkeiten es zu regulieren gilt (die kein ärztliches Eingreifen erfordern).

 

Ø                 Ging dem Ereignis eine Schwergeburt oder ein Kaiserschnitt voraus, wird eine einzige Gabe CAULOPHYLLUM (Frauenwurzel) D30 am Vortag der zu erwartenden Geburt vor Schwierigkeiten schützen (ganz besonders bei Zweitgebärenden);

Ø                 ist vier Stunden nach Abgang des Fruchtwassers kein Junges geboren worden und/oder die Presswehen bleiben aus, geben wir CAULOPHYLLUM D30, maximal vier Gaben im Abstand von 15 bis 30 Minuten; dazwischen CALCIUM PHOSPHORICUM D30 hilft die Kontraktion zu verstärken und beides kann auf sanfte, sehr effektive Weise die Wehenspritze ersetzen;

Ø                 werden die Babys ohne erkennbares Geburtshindernis in zu langen Abständen geboren, können wir gezielt mit CIMICIFUGA (Wanzenkraut) D6, halbstündlich, die Geburt und die normalen Wehen aktivieren;

Ø                 liegt eine Wehenschwäche vor (Mama hat gepresst und dann allmählich aufgehört), geben wir CAULOPHYLLUM D6 und SECALE CORNUTUM (Mutterkorn) D6, viertel- bis halbstündlich im Wechsel, um die Wehen wieder kräftig aufleben zu lassen. Secale hilft auch bei reichem Kindersegen der erschlaffenden Gebärmutter, sich zu regenerieren.

 

Wird im Verlauf einer Wehe ein Stückchen der Fruchtblase sichtbar, die wieder verschwindet, ist meist der Geburtskanal noch nicht genug geweitet oder das Kitten zu groß, oft daran erkennbar, dass die Wehen nicht dicht auf dicht folgen. Zieht sich das hin und kostet Mama Kraft, greifen wir wie vor ein. Solange die Fruchtblase geschlossen ist, ist nur „gemäßigter“ Alarm angesagt, aber wir müssen natürlich wachsam bleiben.

Ist die Fruchthülle jedoch gerissen, wird’s extrem haarig, wenn nur Köpfchen, Hinterbeine oder bloß das Schwänzchen erscheint (gut die Hälfte kommt so herum auf die Welt), wobei das Kitten ersticken kann, wenn’s nicht zügig weitergeht. Sofern es noch lebt.

 

Ø                 NIE am Schwanz oder Kopf ziehen! Ist quasi ein Stück Körper dran, den wir mit Küchenpapier umfassen können, dürfen wir immer nur MIT einer Wehe sachte ziehen;

Ø                 andernfalls wir das Teilchen mit gefetteten Fingern (Vaseline) behutsam zurückschieben, um in der Scheide etwas Spielraum zu haben und den Körper umfassen zu können. Hängt aber von der Beschaffenheit unseres „Werkzeugs“ ab –zwei schlanke Finger mit ganz kurzen Nägeln sind kaum ein Problem, notfalls versuchen wir’s mit einem oder müssen es lassen, um die Mutter nicht zu verletzen.

Ø                 GANZ WICHTIG, weil lebensrettend: Hören wir Rasselgeräusche oder sehen Wasserblasen an der Nase beim Atmen – siehe Power für die Kleinen, Seite 31

 

Retour zu Mama; „Abwarten und Tee trinken" setzt jedenfalls immer voraus, dass sie definitiv wohlauf ist, also klare Augen, kein Fieber, keinen eklatanten Kräfteverfall oder undefinierbare (übelriechende) Blutungen hat – Tipps Seite 25/26. Das Blatt kann sich indes schnell wenden, sodass es nie schadet, den Doc Stand-by zu haben.

ABER: Geht trotz Homöopathie nichts weiter, liegt mit großer Wahrscheinlich keine Wehenschwäche vor! Dann wäre zügig der Doc gefragt. Das ist die Regel, die wie immer ihre Ausnahme hat – denn viele Mütter legen in der „Halbzeit“ eine Pause ein, innerhalb welcher keine Wehentätigkeit zu beobachten ist und die schlimmstenfalls mehrere Stunden dauern kann (bis zu 24). In dieser Zeit spricht die Gebärmutter auf wehenfördernde Mittel NICHT an, also auch nicht auf eine Wehenspritze (die in diesem Fall eher Schaden anrichtet)! Bei Erstgebärenden können schon zwischen dem ersten und dem zweiten Kitten bis zu 24 Stunden liegen.

 

Ø                 Macht die Mutter nun einen erschöpften (nicht apathischen!) Eindruck, die Ohren fühlen sich zu warm an oder die Nickhaut rutscht ein klein wenig vor, geben wir unverzüglich VERATRUM ALBUM (Weiße Nießwurz) D4 als Unterstützung für den Kreislauf; mehr als drei Gaben in viertelstündlichem Abstand sollten genügen, um die Erholung sichtbar zu machen.

 

 

 

NACHZÜGLER

Alle Kinder da? Alle Nachgeburten auch?

 

Bisweilen liegt die kleine Familie zufrieden im Nest und die Kleinen nuckeln um die Wette, aber wir sind nicht sicher, ob bereits alle geboren worden sind, weil Mama irgendwie ausgebeult wirkt oder wir Bewegungen sehen/spüren. Oder es glauben. Ein guter Hinweis kann sein, dass Mama den jetzt unerlässlichen (im Wurfkorb angebotenen) Stärkungscocktail ablehnt. Kann! Muss nicht. Manche nehmen sogar zwischendurch mal ein Schlückchen.

Also, auch wenn wir nur einen Nachzügler vermuten, machen wir nichts falsch, wenn wir

 

Ø                 halbstündlich CIMICIFUGA D6 geben, insgesamt fünfmal. Das löst nochmaliges Pressen aus und bringt ihn ans Licht der Welt. Kann freilich auch eine fehlende Nachgeburt sein.

 

Die wir im Verlauf der Geburt natürlich gezählt haben. Oder sogar vorbildlich in der (= Management) Tabelle vermerkt. Haben wir nicht, weil nicht zuhause oder die Übersicht verloren, weil in kurzen Abständen ein Kitten nach dem anderen gefolgt ist und wir mithelfen mussten, unser Talent für Multitasking ausgereizt war ... Wie auch immer, etwas haben wir schon, nämlich ein Problem. Denn wenn nicht alle Nachgeburten vollzählig ausgeschieden wurden oder auch die Möglichkeit besteht, dass Reste im Körper verblieben sind, ist eine Gebärmutterentzündung nicht weit – und wir sollten nicht lange fackeln.

 

Ø                 Je nach Situation wäre CIMICIFUGA wie vor Variante 1. Hat sich in diesen zwei Stunden trotz Pressen gar nichts getan, ist Mama mit großer Wahrscheinlichkeit leer (Gewissheit gäbe es erst nach etwa 24-48 Stunden, wenn Muttern keinerlei Anzeichen eines gestörten Befindens zeigt);

Ø                 möchten wir sichergehen oder waren nicht immer dabei oder überhaupt nicht zuhause und haben z.B. trotz größerer Kinderschar keine Reste gefunden (in welchem Fall nämlich nur sehr selten alle gefressen werden), sind wir mit Variante 2 besser beraten: CIMICIFUGA wie vor und/oder mit SABINA (Sadebaum) D6 im Wechsel mit PULSATILLA D12 in zwei- bis dreistündigen Intervallen.

 

 

 

 

POWER FÜR DIE KLEINEN

Erste Hilfe und allgemeine Starthilfe

 

Das Wichtigste zuerst:

Ø                 Hat ein Kitten Fruchtwasser geschluckt (Rasselgeräusche beim Atmen, halten Sie das Körperchens ans Ohr, man hört es deutlich), müssen wir es mittels Pendelbewegungen ausschütteln (KEINE kurzen Schüttelbewegungen, sondern im Halbkreis nach unten schwenken und unbedingt dabei das Köpfchen/Nacken stützen!!!) oder die Flüssigkeit durch Mund-zu-Mund bzw. per Einwegspritze absaugen – WICHTIG: Details auf Seite 88 beachten!

In den meisten Fällen sind wir freilich auch homöopathisch ausreichend gut aufgestellt

Ø                 mit APIS D30, anfangs zwei/drei Gaben (= ein/zwei Globuli auf die Zunge legen), in 30 Minuten bis stündlichen Abständen bzw. zumindest dreimal täglich (bis wir nichts mehr hören, oft reichen indes die ersten Gaben schon aus). Das Mittel ist ideal, um Restflüssigkeit aufzusaugen.

Ø                 Oft sind nur Wasserblasen beim Atmen zu sehen = abtupfen und sicherheitshalber auf Lungengeräusche (wie vor) abhorchen.

 

Nach der Erstversorgung durch Mama oder uns sollten wir jedes Baby (bevor es an der Bar andocken kann) wiegen und das Gewicht nebst Geschlecht und Geburtszeit aufschreiben – und ihm als erstes Geburtstagsgeschenk ein bisschen Homöopathie überreichen:

 

Ø                 Gleich oder spätestens nach der ersten Stärkung an Mamas Bar schieben wir ein paar Bröselchen einer zerdrückten Tablette CALCIUM CARBONICUM D12 hinter die winzigen Lefzen. Oder legen ein Globulus auf die kleine Zunge. Das Mittel ist der beste Start ins Leben für alle Babys, denn es steigert die Abwehrkräfte und fördert den Einbau der in der Muttermilch enthaltenen Nährstoffe, besonders der Mineralstoffe in den Knochen. Dann sollte der Einsatz von

Ø                 SILICEA (Kieselsäure) D12 eigentlich nicht mehr nötig sein, es sei denn, das Kleine wirkt schlaff und müde oder etwas schwächlich (oder bleibt in den folgenden Tagen in der Gewichtszunahme zurück), dann geben wir einige Tage lang einmal täglich ein bis drei Gloubli oder die Prise einer zerdrückten Tablette, bis es sich sichtlich erholt hat.

 

 

 

FINALE

Nachsorge für die Mutter und Nachgeburtsblutungen

 

Ist alles glücklich vorüber, alle Kinder geboren, alle Nachgeburten auch, freuen wir uns über die Maßen, vergessen aber die Nachsorge für die Mutter nicht:

 

Ø                 Eine Gabe ARNICA D30 oder D200 nach dem letzten Kitten stabilisiert den Kreislauf, unterstützt die Erholung und ist auch als Antiseptikum nicht zu unterschätzen; nachfolgend geben wir für einige Tage viermal täglich ARNICA D6 (oder einmal täglich D30) im Wechsel mit BELLIS PERENNIS (Gänseblümchen) D6, um einer Erschöpfung vorzubeugen und um die überdehnten Geburtswege zu normalisieren, bis der Wochenfluss abgeklungen ist.

 

Nachgeburtsblutungen

Solange das Blut hell ist, nicht riecht und der Ausfluss nicht länger dauert als drei, maximal vier Tage, müssen wir keine Sorge haben – allerdings gut beobachten und das passende Mittel zur Hand haben, falls es übers Normale hinausgeht.

 

Ø                 Um normale Nachgeburtsblutungen zu minimieren, geben wir entweder einen Tag lang SABINA D6 in dreistündigen Intervallen, sowie zwei Tage lang dreimal täglich PULSATILLA D12, wodurch eventuell verbliebene Nachgeburtsreste abgestoßen werden. Oder, etwa wenn die Geburt in den späten Nachmittag oder die Abendstunden fällt, drei Gaben im Abstand von ¼ Stunde und danach wie vor;

Ø                 bei Verdacht auf erhöhter Temperatur oder einer Infektion hat sich zusätzlich zweimal täglich LACHESIS (Buschmeisterschlangengift) D8 sehr bewährt, allerdings MUSS die Befindlichkeit innerhalb von zwölf Stunden deutlich Erholung anzeigen.

Ø                 Tropft das (helle) Blut kontinuierlich heraus, hilft COTALUS HORRIDUS D12 (Klapperschlange) oder VIPERA D12 (Kreuzotter), 4-5 Gaben im Abstand von 1-2 Stunden

Ø                 IPECACUANHA D6 (Brechwurzel) ist angezeigt, wenn das hellrote Blut schubweise herausspritzt, mit Pausen, aber intensiv (und Mama manchmal erbricht). Allerdings sollte nach fünf Gaben im 1-2stündlichen Abstand alles wieder im grünen Bereich und zumindest eine Beruhigung nach der zweiten Gabe erkennbar sein. Scheint die Mutter „davonzuschwimmen“, beginnen wir mit drei Gaben ¼-stündlich und kontaktieren den Doc;

Ø                 dunkelrotes Blut verlangt nach SECALE CORNUTUM D30 (ein Mutterkornpilz), gleichfalls 4-5 Gaben im Abstand von 1-2 Stunden – und unbedingt nach einem Sicherheits-Check durch den Doc, falls dunkle Schmierblutungen mit starkem Geruch auf eine Sepsis schließen lassen.

 

Ist der Mediziner nicht gleich erreichbar, können wir zur Überbrückung Arzneien wie im Kapitel Tragezeit erwähnt einsetzen – tritt die Besserung nach wenigen Gaben ein, KANN das Problem mit weiteren in den Griff zu bekommen sein. Trotzdem ist es wichtig, den Doc zu kontaktieren, um kein Risiko einzugehen. Definitiv in Windeseile bei starkem, nicht zu stillendem Blutverlust und/oder zunehmender Mattigkeit der Mutter, deren Leben auf dem Spiel stehen kann.

 

 

NACHWEHEN, KÄLTE ODER WARUM ZITTERT SIE SO?

Magnesiummangel

 

Manchmal läuft ein Zittern über Mamas Körper, als würde sie frieren. Auslöser ist häufig ein Magnesiummangel im Blut. Heißt: Entweder Doc oder wir geben

 

Ø                 MAGNESIUM PHOSPHORICUM D6, vier-drei-zweimal täglich, also bei eindeutiger Besserung seltener, bis der Spuk vorbei ist. Was sich in sehr seltenen Fällen bis zum Ende der Säugeperiode hinziehen kann.

 

Achtung: Muskelzittern, Krämpfe, erweiterte, starre Pupillen zusammen mit starkem Hecheln sind ein Hinweis auf Eklampsie – inwieweit wir dagegen angehen können, wurde auf Seite 27 ausführlich beschrieben. Manche Tierärzte/Züchter haben gute Erfahrungen mit FRUBIASE Ampullen gemacht, die gut zusammen mit MAGNESIUM (wie vor) verabreicht werden können. Wichtig ist die rasch einsetzende Besserung und dass nach spätestens 24 Stunden alles wieder im Lot ist, andernfalls wir den Turbo zünden und zum Doc rasen müssen. Ist das lebensgefährliche Eklampsie-Problem behoben,

 

Ø                 wird 1-2mal wöchentlich eine Gabe CUPRUM D30 einen Rückfall verhindern helfen.

 

 

 

DILEMMA AN DER BAR

Milchmangel und Milchüberschuss

 

Gibt es schöneres Bild als das einer zufriedenen Katzenmutter mit ihren wohlig schmatzenden Kindern? Leider wird die Idylle manchmal getrübt, denn Milchmangel oder ein Stau sind gar nicht mal so selten. Da können wir natürlich helfen: Wichtig ist, sich unbedingt an die angegebenen Potenzen zu halten, da einige Mittel in beide Richtungen wirken, also sowohl bei Milchstau als auch bei einem Mangel.

Bei allen genannten Arzneien muss zumindest täglich die Wirkung kontrolliert werden, um rechtzeitig absetzen oder wechseln zu können und den Erfolg nicht zu gefährden.

 

Milchstau

Ø                 Ist das Gesäuge so voller Milch und prall gespannt, dass sie nicht abgesaugt werden kann, lässt sich mit je einer Gabe BRYONIA D6 in Abständen von 15-30-60-120 Minuten die Spannung lösen. Meist ist bereits nach der zweiten/dritten Gabe die mütterliche Milchleiste geöffnet;

Ø                 alternativ lässt sich das auch mit PHYTOLACCA D1 regulieren, wobei das Gesäuge zwar prall, heiß und oft schmerzempfindlich ist, aber Mama die Kleinen meist trotzdem (quasi mit zusammengebissenen Zähnen) andocken lässt (je nach Schmerz mal ja, mal nein), die sich aber recht plagen und um jeden Tropfen kämpfen müssen. Und weil das immens anstrengend ist, geben vor allem die Schwächeren mitunter auf, der Hunger macht sie unruhig und/oder sie fiepen laut und klagend – und werden natürlich noch schwächer. Solange sollten wir indes nicht warten: Mama bekommt 4-5 Gaben über den ersten Tag verteilt, das sollte rasch Linderung bringen, danach drei-zweimal täglich das Problem innerhalb weniger Tage komplett aus der Welt schaffen;

Ø                 falls aus irgendwelchen Gründen die Zwerge nicht alle Milch benötigen, lässt sich die Produktion mit URTICA URENS D1 einschränken; wir geben es alle sechs Stunden, bis sich Angebot und Nachfrage eingependelt haben und reduzieren eventuell die Wassermenge in Mamas Futter;

Ø                 ist nur eine einzelne Zitze betroffen, überprüfen wir vorsorglich die Gewichtstabelle (vielleicht nuckelt ein Kleines ja nicht richtig und nimmt zuwenig zu, steht oder verliert sogar Gewicht) und geben Mama halb-, ein-, zweistündlich BELLADONNA D4 (oder D6). In der Regel sind diese drei Gaben ausreichend, ist die Schwellung jedoch innerhalb eines Tages nicht komplett zurückgegangen, geben wir’s danach vier-, drei-, zweimal täglich zusammen mit LACHESIS D12, bis der Normalzustand eingetreten ist;

Ø                 sieht das Gewebe wässrig-verquollen aus, hat sich zusätzlich APIS D3 (dreimal täglich) sehr bewährt;

Ø                 in der Regel nuckeln die Kinder bis Ende nie, auch wenn sie längst selbständig sind und Festes futtern. Weil’s halt so kuschelig ist und natürlich Sozialkontakt pur. Manchmal empfindet die Mutter das nicht so und hat andere Interessen, oder aber die Kinder sind schon aus dem Haus – und die Milch fließt immer noch. Das ist selten, kommt aber vor. Genauso wie bisweilen keins der Kinder überlebt und die Quelle nicht benötigt wird. Dann geben wir mehrmals täglich URTICA URENS D6, um die Milchproduktion zu stoppen.

 

Milchmangel (ohne eine krankhafte Veränderung)

Ø                 Kommt die Milchproduktion nicht in Gang (beispielsweise nach einem Kaiserschnitt), wird sie mit einer einzigen Dosis URTICA URENS D30 angeregt; vereinzelt kann eine Gabe täglich darüber hinaus erforderlich sein, aber meist ist das ein Hinweis, dass die Mutter auf dieses Mittel nicht oder nur ungenügend anspricht;

Ø                 in welchem Fall wir alternativ (oder sofort) eine Kombination aus PHYTOLACCA D3 und PULSATILLA D4 geben, jeweils gemeinsam drei-zweimal täglich, wobei sich nach etwa vier, fünf Tagen alles eingependelt haben sollte;

Ø                 PULSATILLA D12 kann gleichfalls helfen, ist aber vor allem angezeigt bei offensichtlich unterentwickelten Milchdrüsen;

Ø                 ist die Milch aufgrund einer infektiösen Entzündung ausgeblieben oder der Milchfluss zurückgegangen, entlastet LACHESIS D30 den gestauten Drüsenkörper; theoretisch sollten zwei, drei Gaben in zweistündlichen Intervallen die Milch wieder zum Fließen bringen, praktisch kann indes eine Fortsetzung mit PHYTOLACCA D3 & PULSATILLA D4, wie vor angegeben, erforderlich sein. Oder wir geben bei begründetem Verdacht sofort beide Mittel und fügen einmal täglich LACHESIS hinzu, bis alles wieder gut ist.

 

Nun sollte eigentlich nichts mehr schief gehen. Verlief freilich sowieso alles bilderbuchmäßig - herzlichen Glückwunsch!

 

 

 

 

 

Abschnitt 4:
KINDERKRANKHEITEN

 

 

Eigentlich wär’s endlich mal an der Zeit, die Freuden des Züchtens zu genießen und sich nicht ständig mit Problemen herumschlagen zu müssen. Zwar gehören Abweichungen von der Idealversion nicht unbedingt zum Züchteralltag, sonst hätten schon viel mehr das Handtuch geworfen (?), aber es gibt sie. Und in etlichen Fällen können wir überraschend Hilfreiches dazu beitragen.

 

 

 

HINWEIS

 

Sowohl aufgrund der komplexen Thematik – alles ist möglich - als auch aus Gründen der Übersichtlichkeit bleibt dieser Teil begrenzt auf die wichtigsten Arzneien für alle jene Kinderkrankheiten, mit welchen wir am meisten konfrontiert werden. Erbkrankheiten wie etwa Gaumenspalte, Schädelmissbildungen, Nabelbruch oder ein offener Bauch treten sofort zutage, über andere ließe sich an dieser Stelle nur spekulieren und allesamt entziehen sie sich homöopathischer Hilfe. Im Rahmen einer Züchterfibel kann dieser Bereich freilich nicht ausgespart bleiben und so wäre es einerseits nicht verkehrt, diesen Bericht zuerst zu lesen, andererseits kann die Lektüre durchaus den Zuchtwunsch im Keim ersticken – nun, es wäre unverantwortlich, derlei Schattenseiten auszublenden, aber nur durch Wissen können wir Fehler vermeiden. Und wer’s richtig machen will, muss auch da durch ...

Bevor wir uns unseren kleinen Wonneproppen widmen, um ihnen bei den mit Abstand am häufigsten auftretenden Leiden aus der Misere zu helfen, noch einen kleinen Sidestep.

 

 

 

DER WURM IM GETRIEBE

Oder: Welchen Sinn hat die Schuldfrage?

 

Eine nicht unwesentliche Voraussetzung, etwas bewirken zu können, ist die nüchterne Betrachtung der Ausgangslage, das heißt, den Fokus auf die eigenen Reihen zu richten statt das Problem auf den Deckkaterbesitzer, die Nachbarkatze im Ausstellungskäfig, die kürzlich Neuerworbene oder ein umgefallenes Fahrrad in China zu schieben. Wehklagend die Schuldfrage zu erörtern, wenn irgendein Stolperstein im Weg liegt, kostet nur Zeit - und die haben wir nicht, wenn kleine Kätzchen leiden.

Definitiv an die eigene Nase fassen müssen wir uns jedenfalls, wenn es nicht bei therapierbaren Einzelfällen bleibt, Krankheiten mit unschöner Regelmäßigkeit immer wieder auftauchen und Kitten mehr oder weniger „einfach so“ ihr Leben aushauchen. Bisweilen sogar reihenweise, weil ein Träger/Ausscheider die gesamte Truppe so verseucht hat, dass die Kleinen dem sich dadurch potenzierenden Infektionsdruck nicht standhalten können. Meist ist es „Schnupfen“, der ihnen sogar das Lebenslicht ausblasen oder das Augenlicht rauben kann, sehr oft nicht in den Griff zu kriegender Durchfall. So reicht es bei weitem nicht, von Gesundheit als dem wichtigsten Gut zu reden und dass diese absolute Priorität habe, ohne entsprechend zu handeln. Weshalb mitunter zu beinharten Maßnahmen gegriffen wird, wie etwa dem Muttertier kurz vor der Geburt ein entsprechendes Serum reindonnern zu lassen. Oder der Gefahrenträger wird unter brutalem Ignorieren dessen, dass er längst nicht mehr alleinverantwortlich ist, vor die Tür gesetzt. Aufwachen und eine Sanierung von Grund auf wäre dienlicher.

Doch ist der Karren noch nicht total verfahren, können wir uns freilich homöopathisch „wichtig“ machen:

 

 

 

SCHNUPFEN – ODER SCHNUPFEN?

Das ist die erste Frage

 

Dramen wie die vorerwähnten gehen in der Regel auf das Konto des sogenannten Katzenschnupfens, der aus einem Komplex verschiedener Herpes- und Caliciviren besteht, die mindestens für dreiviertel aller feliden Atemwegserkrankungen verantwortlich sind und dem geschwächten Immunsystem Tür und Tor für Trittbrettfahrer öffnen können. Auch Chlamydien (Bakterien) sind gern beteiligt. Daher lassen wir unsere Katzen und Kätzchen ja auch regelmäßig impfen. Waren Letztere bereits infiziert, kann es beim ersten Mal zum sogenannten Impfdurchbruch kommen, weil der Organismus einerseits eine Weile braucht, um sich damit auseinander zu setzen, andererseits der volle Impfschutz erst nach Abschluss der Grundimmunisierung (Wiederholungsimpfung) greift. Ein Restrisiko bleibt trotzdem, denn einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht – eine bessere Alternativer auch nicht, also bitte nicht am falschen Platz sparen!

Mitunter wird’s auch zu einem Wettlauf mit der Zeit, nämlich wenn kleine Kätzchen innerhalb der unterschiedlich kurzen Zeitspanne zwischen nachlassendem Mutterschutz und erstem Impftermin erkranken. Wann die mit der Muttermilch aufgenommenen Antikörper schwächer werden und nicht mehr ausreichen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, das weitere Vorgehen davon, ob wir präventiv schützen möchten oder bereits Gefahr im Verzug ist – und ob es nicht sinnvoller wäre, den Doc zu konsultieren.

Weil: Homöopathisches Impfen ist kein Kindergeburtstag und die folgenden Ratschläge für erfahrene Anwender gedacht. Anfängern würde ich empfehlen, sich mit dem Doc kurzzuschließen, damit er bei der Umsetzung ein wachsames Auge auf die Kleinen hat.

 

Vorsorge:

Ø                 Katzenschnupfenkomplex: SINUSITIS-Nosode D200 = ab der 4. Lebenswoche zwei Mal eine Gabe im Abstand von vier Wochen (danach eine Wiederholung alle sechs Monate, sollte in der Zwischenzeit keine konventionelle Impfung erfolgen können, der definitiv der Vorzug zu geben ist)

 

Die beiden ersten Gaben entsprechen einer Grundimmunisierung (wie von den Impfungen her bekannt) und die Wiederholungen der sogenannten Auffrischung, die lebenslang beibehalten werden müssen – müssten, denn noch einmal: Bloß aus Sparsamkeit sollten wir Mieze eine herkömmliche Impfung keinesfalls verweigern (zumal nur diese vor dem Gesetzgeber Gültigkeit hat).

Die Schutzwirkung setzt in dem Moment ein, in dem die Katze die Arznei geschluckt hat, allerdings noch nicht in komplettem Ausmaß. Dem vollen Infektionsdruck hält sie erst drei Tage nach der zweiten Gabe stand.

 

Behandlung:

Gleiches Mittel, andere Dosierung:

Ø                 Eine Gabe morgens und abends, drei Tage lang

Ø                 danach eine Gabe pro Woche, vier Wochen lang

Ø                 danach eine Gabe pro Monat, sechs Monate lang

 

Diese Variante wird empfohlen, wenn das zur Impfung vorgesehene Kätzchen schon erkrankt oder der Infektionsdruck im Umfeld (Ausscheider, Epidemie) gegeben ist. In letzterem Fall kann/sollte vorsorglich in der ersten Lebenswoche begonnen werden beziehungsweise zwei Wochen nach Immunisierung der Mutter.

Ist eine homöopathische Impfung nicht angedacht, etwa weil’s ein Einzelfall ist, bietet das Kapitel „Schnupfen – Erkältung“ Behandlungsmöglichkeiten nach Symptomen.

 

 

 

KLARTEXT

Was noch wichtig zu wissen ist

 

Die Immunisierung via Homöopathie erfolgt selbstverständlich oral!!! – wer käme je auf die Idee, einem beinahe frischgeschlüpften Winzling eine Nadel reinzujagen? Eine Messerspitze Pulver hingegen kann ganz leicht auf der Zunge platziert werden. Weiters sind störende Wechselwirkungen mit den von der Mutter stammenden Antikörpern über die Milch oder Plazenta nicht zu befürchten! Solider Schutz ist insofern gegeben, als (im Unterschied zur konventionellen Impfung) sämtliche Abwehrmechanismen (inklusive der Mandeln und lymphatischen Organe) des Körpers mobilisiert und mit jeder weiteren Dosis verstärkt werden. Was einer „natürlichen Abwehr“ entspricht, ähnlich einer Infektion, die unbemerkt verläuft, weil der Organismus selbst damit fertig geworden ist.

In der Regel kann übrigens jede Nosode, die bereits einmal mit Erfolg angewendet wurde, neuerlich eingesetzt werden. Sollte die gewünschte Wirkung nur unzureichend erzielt worden sein, empfiehlt sich der Einsatz (respektive Wechsel zu) einer sogenannten Autonosode. Diese wird im Unterschied zu Ersterer ausschließlich aus Substanzen des kranken Tieres hergestellt, das in Folge damit therapiert werden soll. Autonosoden bleiben indes hartnäckigen Fällen vorbehalten, die sich der Behandlung präzise gewählter Arzneien entziehen – und erfordern selbstverständlich Teamwork mit dem Tierarzt.

Aber: Es kann auch beim homöopathischen Impfen zu einer Reaktion kommen, analog der sogenannten Erstverschlechterung am Beginn einer Therapie. Kann, muss nicht, das heißt, die Mieze kann kurzfristig etwas angeschlagen wirken. Heftige und/oder tagelang dauernde Abwehrreaktionen sind bislang nicht bekannt und würden ein Absetzen bedingen. Zur Stabilisierung kann je nach Symptom behandelt werden.

 

 

 

SCHNUPFEN = ERKÄLTUNG

Ein harmloses Problem? Mitnichten

 

Weil selbst eine simple Erkältung einem Kätzchen ans Leben gehen oder zumindest an selbigem verzweifeln lassen kann – besonders wenn die Atmung aufgrund verstopfter Nase erschwert oder unterbunden wird. Kriegen wir in einem solchen Fall keine Luft, lassen wir halt den Mund offen, aber Katzen sind nicht gewohnt, durchs Mäulchen zu atmen und das irritiert sie dermaßen, dass sie sozusagen lieber fast ersticken, statt es mal á la Mensch zu versuchen. Und das Kunststück, Atmung und Futteraufnahme zu koordinieren, wird natürlich zur unüberwindlichen Hürde. Sie verschlucken sich leicht, husten und röcheln und lassen’s daher gleich ganz. Sofern ihnen der Appetit nicht sowieso vergangen ist.

Soweit müssen wir es aber gar nicht erst kommen lassen. Zwar wird uns Europäern nachgesagt, mit der Vorsorge auf Kriegsfuß zu stehen und erst mehr oder weniger eilig den Doktor aufzusuchen, wenn das schon eingetreten ist, was wir hätten verhindern können ... aber vielleicht erinnern wir uns rechtzeitig und werfen beispielsweise

 

Ø                 nach den ersten Niesattacken ACONITUM D30 ein, und zwar drei Gaben im Abstand von etwa 15 bis 30 Minuten, eventuell nach zwei/drei Stunden noch eine oder zwei weitere, je nach Erfordernis. Damit wird die Entzündung im Anfangsstadium gekappt, also bevor sie sich ausbreiten kann;

 

Gut möglich, dass das voreilig war, weil Katzen schon mal niesen, ohne dass „etwas draus wird“, vor allem weil die Kleinen ja gern überall herumstromern, wo wir nicht permanent mit dem Staubwedel unterwegs sind. Aber es schadet nicht, denn das Mittel hat auch eine vorbeugende Wirkung, sodass wir’s sozusagen als Cattery-Management

 

Ø                 in Krisenzeiten (Winter, Wechsel der Jahreszeiten) einmal wöchentlich geben können, entweder jeder Katze direkt oral oder bei einer größeren Truppe im Trinkwasser aufgelöst;

Ø                 Gleiches können wir mit wöchentlich einer Ampulle ECHINACEA COMPOSITUM (ein Mix von Heel) im Trinkwasser erreichen, wodurch die körpereigene Abwehrkraft gestärkt bzw. die Selbstheilungstendenz bei verschiedenen (auch grippalen) Effekten angeregt wird. Die Methode eignet sich zudem gut, wenn eine Katze/Gruppe/Wurf aus unerfindlichen Gründen immer wieder mal niest oder zur Anfälligkeit neigt, ohne dass das Problem aus dem Ruder läuft. Tut es das allerdings, das heißt

Ø                 wir kämpfen ständig mit „klassischen“ Schnupfensymptomen bei der ganzen Crew und kriegen das irgendwie nicht in den Griff, bietet sich (gerne auch zusätzlich) eine Kur an: Täglich ECHINACEA D1 ins Trinkwasser, dazu drei Tage lang LACHESIS D30, danach drei Tage lang HEPAR SULFURIS D30 und abschließend drei Tage lang SILICEA D30 – wie viel davon eine Katze aufnimmt ist unwesentlich, wichtig ist nur, dass. Die Kur kann selbstverständlich auch zeitgleich erfolgen, wenn eine einzelne Katze stärker betroffen ist und zusätzlich versorgt werden muss.

 

Übrigens: Hat es uns selber erwischt – aber die Katze/n noch nicht - und wir niesen, husten und krächzen vor uns hin, sind also die Quelle der Ansteckung, würde ich täglich eine Gabe ACONITUM D30 empfehlen (für die Katze/n, für uns wär’s zu spät), vorsorglich, bis wir mit Sicherheit keine Gefahr mehr darstellen. Heißt auch: Katze nicht küssen, punktgenau ins Taschentuch niesen und dieses katzensicher entsorgen (Kleine finden es oft lustig, damit zu spielen und Findige schaufeln es auch locker unterm Kopfkissen hervor ...).

 

Ø                 Zuvor ein Tipp: Geöffnete Ampullen sind im Kühlschrank gut aufgehoben und können, wenn sie umfallsicher stehen (Eierbecher?), mit einem winzigen Pfröpfchen Küchenpapier verschlossen werden.

Ø                 Im Akutfall = Anfangsstadium ist jedenfalls ACONITUM das beste Mittel der Wahl, es gibt aber auch eine Alternative, falls wir ein betroffenes Einzelkind haben und die Erwachsenen (vor allem die Mutter) clean sind: Variante 1: Der Doc appliziert dem Kätzchen ½ oder 1 Ampulle ECHINACEA COMPOSITUM unter die Haut (je nachdem, wie viel Katze schon da ist), eine zweite/die zweite Hälfte am Folgetag. Variante 2: Aufgrund der neutralen Trägersubstanz darf’s auch oral sein (aber ein bisschen mehr, Injizieren erhöht die Wirkung): Vier Gaben = 1-2 Ampullen, je mit einem Löffelchen Wasser verdünnt, alle zwei Stunden eine, sollte genügend Anstoß geben und eine Wiederholung am nächsten Tag entbehrlich machen. Sollte die Heilung nicht vollständig sein, würde ich diese Arzneimischung solo darüber hinaus nur bei sehr schwach ausgeprägten Symptomen empfehlen (z.B. 2mal täglich); oder 1mal täglich zur Unterstützung eines gezielt gewählten Mittels (siehe ff), falls die Erkrankung schon Fuß gefasst hat.

 

Achtung: In diesem/jedem Fall, also wenn sich die Entzündung bereits ausgebreitet hat, sodass z.B. die Nase schon läuft oder die Augen tränen etc., wirkt Aconitum nicht mehr und wir greifen zu

 

 

PLAN B

2. Phase = wenn der Schnupfen voll zugeschlagen hat

 

Alle nachfolgende genannten Mittel werden, sofern nicht anders angegeben, am ersten Tag in kurzen Abständen dreimal hintereinander, danach dreimal täglich gegeben. Mit Besserung seltener. Ist diese nicht vollständig oder die Symptome wechseln, wechseln wir auch die Arznei, indem zwei-, dreimal beide gemeinsam gegeben und danach umgestiegen wird. Auch Kombinieren (nicht mehr als zwei) ist möglich.

 

Ø                 BELLADONNA D4 oder D6 ist das Heilmittel der zweiten Phase nach Aconitum. Sofern zur Hand, kann vorab eine/zwei Dosis D200 (oder D30) sehr nützlich und bisweilen sogar ausreichend sein. Es hilft beim klassischen Schnupfenbild und wenn die Entzündung etwa auch bereits in den Rachen gewandert ist;

Ø                 wässriger, wundmachender Nasenausfluss ohne weitere Symptome braucht ALLIUM CEPA D3;

Ø                 dicker, cremig-gelber (mitunter grünlicher) Ausfluss, immer mild und reichlich, erfordert PULSATILLA D4;

Ø                 komplett verstopfte Nasenlöcher, Reizhusten, veränderte Stimmlage: STICTA PULMONARIA D12 (wird auch bei chronischer Sinusitis gegeben);

Ø                 das eigentliche Einsatzgebiet für ENGYSTOL (Mix von Heel) wäre Katzenschnupfen, erweist sich aber bei entsprechender Symptomatik auch jenseits dieses als ausgesprochen nützlich; wozu einer kleinen Katze ein (große zwei) Milliliter injiziert und bei Bedarf täglich wiederholt werden muss, mit Besserung seltener. Täglich zum Doc ist Stress pur, wir können es auch oral versuchen (mit etwas Wasser verdünnt); oder geben es ebenfalls täglich ins Trinkwasser, wenn mehrere Katzen laborieren und die Symptome nicht so gravierend sind (weil injiziert eine höhere Wirkung hat).

 

Hat sich die Entzündung weiter ausgebreitet, die Schleimhäute glänzen rot, die Katze krächzt, würgt und speichelt, wäre

 

Ø                 BELLADONNA wie vor die Nummer eins, nun ideal in Hochpotenz (30/200), ebenso MERCURIUS SOLUBILIS D6 (bei weniger heftig ausgeprägten Symptomen) oder MERCURIUS CORROSIVUS D6 (sehr heftig); auch D30 ist akzeptabel, falls im Arzneischrank vorrätig.

Ø                 ist die Zunge in Mitleidenschaft gezogen = glänzend-rote, „glatte“ Stellen, Mieze hat starken Speichelfluss, sitzt wie ein unglückliches Häufchen Elend herum bzw. neben dem Futternapf und mag nichts fressen (weil’s so weh tut), dann schlägt die große Stunde von BAPTISIA – D3/12/30, die Potenz spielt keine Rolle, das Mittel hilft absolut zuverlässig;

Ø                 Bronchitis mit steiler Fieberkurve braucht BRYONIA D6 und PHOSPHORUS D12, unbedingt zweistündlich im Wechsel am ersten Tag.

 

Sollten die Augen beteiligt sein, werden milde homöopathische Augentropfen (die wir auch zum Reinigen verwenden können), ausreichend gute Dienste tun.

 

 

 

SCHAU MIR IN DIE AUGEN, KLEINES

Wenn nur die Augen betroffen sind

 

Eine Neigung zum Tränen, weinende Kitten oder eins, das ohne ersichtlichem Grund plötzlich mit einem Triefauge herumsitzt (meist weil ein Artgenossen zu gut gezielt hat), das kommt öfter mal vor und ist mit etwas Glück therapierbar – soll heißen, Augenentzündungen, die sich trotz Wechsel der Präparate hartnäckig jeglicher Behandlung widersetzen, haben in der Regel leider meist einen bösartigen Hintergrund und werden, beispielsweise, als Hinweis auf FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) diskutiert. Aber wir wollen jetzt nicht gleich die Pferde scheu machen.

Jedenfalls gehören Augensalben oder Augentropfen beinahe zur Grundausstattung heimischer Arzneischränkchen in Katzenhaushalten. In der Regel antibiotische, die in der Tat regelrechte Wunderwerke der Schulmedizin sein können. Weshalb wir leider dazu neigen, diese ohne lange zu fackeln relativ unreflektiert einzusetzen, bestärkt dadurch, dass wir ja sehr oft damit erfolgreich sind und nach zwei-, dreimaliger Anwendung alles wieder paletti ist. Wobei die Ursache in den meisten Fällen als sekundär unbeachtet bleibt. Werden wir jedoch mit schöner Regelmäßigkeit damit konfrontiert oder der Erfolg bleibt aus, greifen wir schon mal beherzt zur Cortison-Bombe. Die zwar (meistens) Abrakadabra die Misere vordergründig verschwinden lässt, sie aber nicht immer zu heilen vermag und nach Absetzten der Salbe weint sich Mieze neuerlich die Seele aus dem Leib. Selbst ärztlich verordnet kommt die Geschichte gelegentlich nur zähe ins Lot, entweder es tut sich gar nichts oder das beleidigte Auge beginnt zu blühen wie eine wuchernde, fleischfressende Pflanze ...

Deshalb gleich etwas Grundsätzliches zu Beginn: Wenn wir solcherlei Salben oder Tropfen verwenden, die zudem in den meisten Fällen aus der Humanmedizin stammen, dann bitte ausschließlich aufgrund aktueller ärztlicher Verschreibung, das heißt nach Präsentation der Patientin beim Tierarzt! Keine Telefon-Order (sofern sich der Doc auf derlei überhaupt einlässt) oder weil Nachbars Mieze oder unser Mäxchen im letzten Jahr so gut darauf angesprochen haben ... Und niemals den Inhalt bzw. Reste eine bereits angebrochenen Tube verwenden, die seit irgendwann im Schränkchen vor sich hingammelt, selbst wenn das Ablaufdatum noch nicht erreicht ist. Das Auge ist ein verflixt diffiziles Organ und verzeiht Herummurksen ausgesprochen schlecht.

Dabei hat hier auch die Homöopathie allerlei Hilfreiches zu bieten – sowohl in Salben- als auch in Tropfenform (die solo oder als Unterstützung sehr dienlich sind) und natürlich auch eine ganze Reihe von Arzneien, die oral eingegeben werden und allesamt gar nicht mal so selten deutlich bessere Erfolge zeitigen ... Ausgestattet mit dem nicht zu unterschätzenden Vorzug, dass wir bei unkorrekter Anwendung das Auge selbst nicht schädigen können – in vereinzelten Fällen indes die rechtzeitige Hilfe durch den Tierarzt verhindern/hinauszögern. Es gilt also gut zu überlegen, tunlichst nicht zu lange, wofür wir uns entscheiden, damit nichts „ins Auge geht“. Womit ich nun nicht Unsicherheit schüren will, sondern nur fürs Problem sensibilisieren. Wann der Doc ins Spiel kommen muss, wenn eine Behandlung nicht greift wie sie soll, wird daher auch wie immer angegeben.

 

Für die DOSIERUNG der nachfolgenden Behandlungsvorschläge gilt, wenn nicht anders angegeben, die gleiche Regelung wie unter PLAN B Seite 38:

 

 

 

AUGEN-TROST

Unscheinbares Pflänzchen mit großer Wirkung

 

Als das wohl bekannteste Mittel, das bei einer Vielzahl von Augenleiden zur Anwendung kommt und seit alters her Bestandteil der Volksmedizin ist, gilt Euphrasia = der Augentrost aus der Familie der Braunwurzgewächse. Kein Homöopathie-Buch, in dem es nicht vorkommt. Interessanterweise gilt es nicht als Heilpflanze und im pharmazeutischen Sinn als völlig wirkungslos – hilft aber trotzdem. Wie das? Immerhin gibt es bei Katzen bekanntermaßen keinen Placebo-Effekt ...

Auch wenn’s ein bisschen weithergeholt klingt, mag die simple Erklärung in der präzisen Auslegung des Namens liegen: Euphrasia heilt nicht, es „tröstet“ und bringt dadurch Linderung für eine leicht beleidigte Bindehaut - entstanden beispielsweise durch Zugluft oder Fremdkörper (Staub, Pollen), ätzende Dämpfe (Farben, Reiniger), Autoabgase. Es beruhigt Juckreiz, wirkt hemmend auf Entzündungen und ist vor allem als Augenwasser zum Säubern schlichtweg ideal. Und zwar mit deutlich besserem Erfolg als die übliche Kamille, bei der hin und wieder Hautreizungen auftreten können. Hilfreich auch für Kitten auf Entdeckungsreisen durch scheuerlappenresistente Gefilde.

 

Ø                 EUPHRASIA D3 also (oral natürlich!), wenn wir derlei vermuten, einige Gaben ein- bis zweistündlich. Haben wir’s nicht rechtzeitig bemerkt und die Entzündung ist schon im Anmarsch = siehe folgendes Kapitel, wobei sicherheitshalber vorweg ein paar Gaben ACONITUM D30 nicht schaden können;

Ø                 gleichermaßen famos geeignet (oder zusätzlich) wäre EUPHRASIA COMPOSITUM, eine milde, homöopathische Tropfen-Mischung (natürlich äußerlich angewendet), die das Auge beruhigt und sich auch gut zur Reinigung eignet (weil’s weder Wimpern noch Fell verklebt, wird’s auch gern bei Showtieren verwendet, die beim Autofahren oder in einer zugigen Halle plötzlich zu weinen anfangen);

Ø                 vermehrter Tränenfluss ohne Rötung, entstanden durch Zugluft oder Wind, lässt sich auch fein mit PULSATILLA D6 und EUPHRASIA D3 aus der Welt schaffen: 4-3mal täglich gemeinsam gegeben.

 

Ist keine deutliche Besserung zu bemerken oder eine Bindehautentzündung kündigt sich an, muss – spätestens ab dem dritten Tag – das Mittel gewechselt (oder der Doc aufgesucht) werden. Wobei Euphrasia Augentropfen durchaus als Unterstützung/zur Reinigung beibehalten werden können.

 

 

 

AUG’ UM AUGE

Heulsuse mit/ohne Bindehautentzündung

 

Die zarte Lidbindehaut umschließt als Schleimhaut schützend das Auge und ist, wenn gesund, nicht sichtbar. Haben wir eine anfängliche Beleidigung durch Ursachen wie vor (z.B.) übersehen, können sich Bakterien entwickeln und in Folge eine Entzündung. Bleibt sie auf ein Auge beschränkt, ist also „nur“ einseitig, kann auch ein Fremdkörper die Ursache sein, dann wäre der Doc gefragt (oder SILICEA, siehe „Augen-Schmaus“, das lässt sich nur individuell entscheiden und hängt davon ab, wie sehr das Kätzchen betroffen ist bzw. leidet). Im Akutstadium können Antibiotika einen Bindehautkatarrh meist rasch abheilen lassen, kehrt er freilich wieder oder erweist sich als kompliziert, kommt die Homöopathie zum Zug:

 

Ø                 Sind die Bindehäute geschwollen, aber nicht gerötet und verursachen keinerlei Schmerzen, kann eine Allergie der Auslöser sein: APIS (Honigbiene) D3;

Ø                 eine allergische Reaktion kann auch zugrunde liegen, wenn die Tränen so scharf sind, dass die Härchen rund um die Lider ausfallen: RHUS TOXICODENDRON (Giftsumach) D30;

Ø                 EUPHRASIA D3, wenn die Bindehäute schon gerötet und geschwollen sind und die Tränen heiß, scharf (wundmachend) und reichlich fließen. Manchmal reagiert die Katze auch empfindlich auf Licht: Ein- bis zweistündlich wie vor, danach 4mal täglich für wenige Tage sollte ausreichend sein;

Ø                 ALLIUM CEPA D3 (Zwiebel) wählen wir, wenn die Tränen auffällig heiß sind (leicht zu fühlen, wenn wir sie mit einem Finger plus Taschentuch drum herum, abtupfen), der Tränenfluss aber wässrig und mild, ohne merkbare Reizung. Eher selten gesellt sich Nasenausfluss dazu, der dann allerdings scharf ist und eine wunde Nase macht. Die Ursache kann auch eine beginnende Erkältung sein = unter Beobachtung halten;

Ø                 Kitten mit einer Tendenz zu vorgenannten Symptomen sind ebenfalls mit ALLIUM wie vor wohlversorgt, sollten jedoch zusätzlich SILICEA (D12 1mal täglich oder D30 1mal wöchentlich) für einige Zeit bekommen, vor allem, wenn sich eins nicht ganz so proper entwickelt wie die Geschwister;

Ø                 PULSATILLA D4 ist angezeigt, wenn die Lider rot und geschwollen sind und der Tränenfluss aufgrund von Sekundärinfektionen dick und gelbgrün ist. Die gleichen (eitrigen) Absonderungen gäbe es auch bei einem chronischen Verlauf;

Ø                 bei rascher Vereiterung greifen wir zügig zu HEPAR SULFURIS D6/D12;

Ø                 absolut wahre Wunder vollbringen MERCURIUS SOLUBILIS oder MERCURIUS CORROSIVUS (siehe auch folgendes Kapitel), beides Arzneien, die generell hilfreich und ausgesprochen effektiv sind. Ganz besonders, wenn Licht schmerzt, die Katze Angst vor Berührung hat und die Absonderungen grünlich (grün ist typisch für Mercur) aussehen. Häufig vergesellschaftet mit starkem Durst, feuchtem Maul oder stark riechendem Atem;

Ø                 liegt’s aber an einer Verletzung (Stichwunde, Kralle), dann muss zunächst mal ARNICA her (egal in welcher Potenz, ideal: D30) und danach geben wir LEDUM D6 bis zur Abheilung. Ist diese nicht vollständig oder Ledum scheint nicht zu greifen (z.B. weil wir uns bei der Einschätzung der Ursache vertan haben) oder die Verletzung ist gravierender, muss MERCUR her wie vor bzw. wie folgt:

 

 

 

PLÖTZLICH UND UNERWARTET

Verletzungen von Augapfel/Hornhaut

 

Ein „Freigänger“-Leiden, das selbstverständlich in einem Mehrkatzenhaushalt genauso vorkommt. Nämlich dass einem Miezlein scheinbar von jetzt auf gleich ein Auge zuwächst und zwischen den vorgewölbten (als wär’ eine Murmel drunter) geschlossenen Lidern die geschwollenen Bindehäute wie ausgestülpt herausquellen. Meist fließen reichlich eitrige und schleimige Absonderungen, manchmal läuft aus dem inneren Augenwinkel nur ein dick-cremiges oder auch wässrig wirkendes Bächlein die Nase lang, manchmal wirkt das lädierte Auge anfangs noch halbwegs trocken, was im Prinzip keinen Unterschied macht. Die Hornhaut wäre jedenfalls in der Regel – so wir sie denn sehen könnten - mit Geschwüren übersät oder sieht milchig-trüb aus ...

Vor Jahren wurde ich selbst einmal mit solch einem Schreck-lass-nach-Erlebnis konfrontiert: Nach der Verabschiedung eines Gastes fand ich wenige Minuten später das halbblinde Bild des Jammers mitten im Wohnzimmer sitzen. Klarer Fall von eins übergebraten bekommen. Bei deutlich weniger rasantem Verlauf wäre allerdings als Ursache ebenso eine Herpes-Virus-Infektion oder etwa gar ein Vitamin-A-Mangel möglich. In welchem Fall wir unbedingt den Tierarzt mitspielen lassen sollten. An der Behandlung des Auges selbst ändert das nichts und wir schreiten forsch zur Tat, auch wenn uns das Herz ziemlich tief gerutscht ist. Denn schnelle Hilfe (samt Nerven bewahren) ist das A und O:

 

Ø                 HEPAR SULFURIS (Kalkschwefelleber) ist das Mittel Nr. 1, das wir sofort geben, in welcher Potenz auch immer wir es vorrätig haben. Ideal: D6, 12 oder 30, zunächst drei Gaben in 10/15-Minuten-Abständen, danach 4-3mal täglich für einige Tage;

Ø                 ab dem 2./3. Tag (oder sofort, falls Hepar sulfuris nicht zur Hand) geben wir zusätzlich MERCURIUS CORROSIVUS oder MERCURIUS SOLUBILIS (D6, 12 oder 30) und setzen nach 2-3 Tagen schließlich allein damit fort, bis die Schwellung abgeklungen ist und das Äuglein wieder strahlt;

Ø                 sobald Mieze es zulässt, reinigen wir vorsichtig mit EUPHRASIA Augenwasser oder halten kurz und sachte einen triefend satt getränkten Wattebausch dran und tupfen hinterher trocken. Wobei es in keinem Fall schadet, wenn ein bisschen ins Auge rinnt. Hilfreich wäre auch, das Fläschchen etwa eine Stunde vorher in den Kühlschrank zu stellen – kühl (nicht kalt!!) tut gut;

Ø                 famos wäre in jedem Stadium ein Augenbad bzw. Augenspülungen, oft eher toleriert, weil kein Druck ausgeübt wird: Variante 1: Eierbecher mit zwei Löffel Augenwasser (diesmal handwarm) vorsichtig übers Äuglein stülpen und dranlassen, solange sie es zulässt. Variante 2: 10 Tropfen EUPHRASIA Tinktur auf ½ Glas handwarmes Wasser, oder (ideal) isotonische Kochsalzlösung (1EL Salz auf 1l Wasser). Trockentupfen nicht vergessen (Zugluft!)

 

MERCURIUS (Solubilis) = Quecksilber, für weniger dramatische Fälle; Corrosivus = Quecksilberchlorid, bei korrodierenden = zersetzenden Vorgängen;). Haben wir beides im Schränkchen, wählen wir danach aus, also je nachdem wie übel dran die Katze ist. Und nehmen andernfalls, was zur Hand ist – der Unterschied in der Wirkung ist in diesem Fall nicht so gravierend. Beide Arzneien erneuern die Schleimhaut und lassen das Auge schnell wieder gesunden. Bei meinem lädierten Schätzchen war der Spuk innerhalb einer Woche vollkommen vorbei.

Im Extremfall kann es allerdings mehrere Wochen dauern, denn die Hornhaut regeneriert sich nur sehr langsam. Ist die Besserung deutlich, sollten wir nicht zu früh das Handtuch werfen, sondern die Kur geduldig durchziehen. Manchmal können nach Ablauf der Krankheit Narben auf der Hornhaut zurück bleiben oder kleine, wolkig-trübe Pünktchen. Die schmelzen wir weg mit

 

Ø                 CONIUM D6 (Gefleckter Schierling) 3mal täglich für etwa 10 Tage und danach mit CALCIUM CARBONICUM D6 (Austernschalenkalk), gleichermaßen verabreicht, bis auch die Augen des Betrachters wieder fröhlich blicken ...

 

In Wahrheit überhaupt nichts mit „plötzlich“ zu tun, wiewohl unerwartet, kann eine Entzündung auf den Augapfel übergriffen haben, wenn wir etwa die rechtzeitige Behandlung versäumt haben (z.B. das im vorigen Kapitel erwähnte Stadium des Pulsatilla-Bildes) oder unsachgemäß zugange gewesen sind. Wie auch immer, sehen wir eine deutlich gerötete Gefäßzeichnung, die Katze hat große Schmerzen und ist hochgradig lichtscheu, haben wir noch eine Chance auf Wiedergutmachung und greifen eiligst zu

 

Ø                 BELLADONNA D4 (oder D6) und geben es stündlich im Wechsel mit APIS D3, mit Besserung wie immer in etwas größeren Abständen, bis sich der Spuk in Wohlgefallen aufgelöst hat.

 

 

 

AUGEN“SCHMAUS“

Verstopfte oder verwachsene Tränenkanäle

 

Krümel in den Augenwinkeln gehören vielfach zum Katzenalltag und bedürfen lediglich eines sauberen Taschentuches. Eine gewisse Neigung zum Weinen wird zwar besonders gern Katzen mit kürzeren Nasen nachgesagt, kann aber genauso gut jede andere treffen – und bevor die Tränenspuren Krater ins Fell brennen, was eigentlich auf schlampiges Pflegepersonal hindeutet, sollten wir was tun. Da wir aber bei „normalen“ Nasen nicht zwingend damit rechnen, fällt es oft erst auf, wenn Mieze weinend überm Futternapf hängt. Weil’s in dieser Situation vermehrt vorkommt und nun wirklich nichts mit einem vielleicht ungenießbaren Menü zu tun hat – sondern mit verstopften oder verwachsenen Tränenkanälen.

Die bei Jungtieren manchmal noch zu eng sind, weshalb sie zum Weinen neigen – bei sonst völlig normalem Auge! Im Laufe des Wachstums regelt sich das zwar meist von alleine, aber trotzdem können wir natürlich eingreifen:

 

Ø                 Mit SILICEA D12, in der ersten Woche 3mal täglich und danach bis zur Heilung 2mal täglich eine Gabe.

 

Eine Kur mit dieser Arznei kann das Problem auch bei einer erwachsenen Katze beheben – oder könnte, das muss man testen. Ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass bei diesen (einem Kitten würde ich das nicht antun) mit einer cortisonhältigen Augensalbe gute Ergebnisse erzielt werden können. Persönlich würde ich zu beidem tendieren: Salbe und Homöopathie-Kur in Begleitung – jedenfalls bevor ich meine Katze zur gern empfohlenen Spülung unter Narkose „freigebe“.

Die Kieselsäure ist eine mehr als erstaunliche Arznei und arbeitet in perfekter Koordination mit ihrem Lieblingsorgan, der Haut. So wird beispielsweise ein Staubkorn, das den Tränenkanal verstopft, zum „Auswandern“ gebracht – gleichermaßen Spelzen, Grashalme oder kleine Fremdkörper aus Nase oder Ohren. Oder die Beißwerkzeuge einer Zecke, wenn diese nach der Entfernung in der Haut verblieben sind, genauso einen Holzsplitter oder Ähnliches – mithilfe von Silicea schließt die Haut den winzigen Fremdkörper zuerst ein, insofern wichtig, weil das eine Entzündung hintan hält, und schiebt ihn danach sukzessive heraus. Im Verlauf ihrer Erneuerung, wir haben ja nicht ein Leben lang „dieselbe“ Haut ... Katzen auch nicht. Funktioniert nachweislich.

 

Ø                 Ist nun ein heikles Organ wie das Auge betroffen oder der Fremdkörper verursacht Schmerzen bzw. eine Beeinträchtigung, dosieren wir wie vor angegeben;

Ø                 ohne Schmerzen oder Störung des Befindens beginnen wir mit ein, zwei Gaben D30 oder D200 (oder am ersten Tagen 3-4mal D12) und bringen das Ding, wenn die Haut den Fremdkörper schon eingeschlossen hat, mit ein-/zweiwöchentlich einer Gabe D30 (oder D200 in größeren Abständen) zum Auswandern. Was meist unbemerkt erfolgt, eines Tagen gucken wir nach und es ist weg. Geduld vorausgesetzt. Ist nur die D12 zur Hand, wird eine Gabe etwa alle drei/vier Tage die gleichen Dienste tun, mit sichtlicher Normalisierung auch seltener.

 

Als eher relativ harmlos kann auch die Reaktion des Körpers gewertet werden, der über die Augenschleimhaut Schadstoffe auszuscheiden versucht – meist eine konstitutionell bedingte Störung im Kochsalzhaushalt, die auch bereits Jungtieren zu schaffen machen kann, weil dem ursächlich Fertigfutter zugrunde liegt. In erster Linie zu beobachten, wenn zu viel oder ausschließlich Trockenfutter gereicht wird und die Katze womöglich sogar mit minderer Qualität vorlieb nehmen muss. Freilich nicht der einzige Grund, bemerken wir indes gleichzeitig starkes Haaren (was bei jungen Katzen definitiv sonst nicht vorkommt) und/oder irgendwie scheint sich das insgesamt aufs Gemüt zu schlagen und Mieze reagiert oft sehr scheu und ängstlich auf Berührungen, ist die Sache eigentlich klar.

Wir sehen in erster Linie

 

Ø                 chronischen, beidseitigen Tränenfluss bei sonst völlig normalem Auge, der hartnäckig jeder Behandlung widersteht, und greifen zu NATRIUM MURIATICUM D12, dem schlichten Kochsalz - das eine gleichzeitige qualitative Futteraufwertung (Frisches wäre angebracht) allerdings nicht permanent ausgleichen kann.

 

Natürlich wäre das längst nicht alles, die Homöopathie hat für alle möglichen Augenleiden etliche weitere wirksamer Arzneien zu bieten, bis hin zur Behandlung von Glaukomen oder Star. Probleme, die freilich nicht zum Alltag kleiner Kätzchen gehören so wie z.B.

 

 

 

SCHWIERIGE GESCHÄFTE

Durchfall

 

Das Wundermittel bei Durchfall in der Kinderzeit ist CALCIUM CARBONICUM, der Austernschalenkalk, eine unschätzbare Hilfe vor allem in der Säugeperiode – häufig auch darüber hinaus. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass Durchfall bei Saugwelpen überwiegend davon abhängt, was die Mutter im Napf vorfindet. Das heißt, die Behandlung der Kleinen allein reicht natürlich nicht aus, respektive kann sich durch einen Futterwechsel erübrigen und/oder dadurch, dass die Mahlzeiten mit (mehr?) Wasser angereichert werden (ja, so einfach kann’s gehen). Abgesehen davon kann auch (Spul-) Wurmbefall bei Mama der Auslöser sein, da muss der Doc ran, der für die Wahl eines entsprechend geeigneten Mittels zuständig ist!

Apropos: Bei ganz plötzlich einsetzender Entzündung mit rapidem Kräfteverfall, sollte (wie immer, bevor es aussieht, als würde das kleine Leben am seidenen Faden hängen oder uns die Panik in die Knochen fährt) unverzüglich der Tierarzt aufgesucht werden, weil die Primärwirkung eines Antibiotikums nicht zu unterschätzen ist. Wir können danach homöopathisch fortsetzen oder bei nicht so lebensgefährlichen Formen zwischen folgenden Arzneien wählen (Dosierung wie bei Plan B):

 

Ø                 Welpenmittel Nr. 1 ist wie erwähnt CALCIUM CARBONICUM D12, das neben den für es typischen hellen, säuerlich riechenden Durchfällen samt Blähungen genauso effizient allerlei andere kleine Ungereimtheiten wieder ins Lot bringen kann. Die Arznei passt (nicht nur, aber besonders gut) für eher kräftige, ruhig-gutmütige Kleine, die oft ein Hängebäuchlein haben – und einen guten Appetit. Schaufeln sie freilich zu ausgiebig, kann die Überfütterung zu Verstopfung führen. Sind sie aus dem Gröbsten raus (und meist anderswo zuhause, weil überwiegend zwischen dem 3. und 5. Monat vorkommend), können sie eine Neigung zu leichteren, aber wiederkehrende Infektion des Rachens und/oder der Atemweg entwickeln – ruft also der Neubesitzer verzweifelt an, schenken wir ihm eine Packung Calcium carbonicum D12 ... die wir uns bei erfolgter Starthilfe möglicherweise hätten sparen können.

Ø                 PULSATILLA D6 bei stets schleimigem Stuhl mit ständig wechselnder Farbe oder

Ø                 ARSENICUM ALBUM D6 bei nächtlicher Verschlechterung, Mattigkeit, Frieren, Geruch nach Aas, kleine Mengen (manchmal mit Blut vermischt) öfter abgesetzt – beide Mittel haben Fütterungsfehler im Arzneimittelbild, das heißt in unserem Fall, dass der Durchfall in der Regel während Zeit der Umstellung auf feste Nahrung auftritt; wobei natürlich

Ø                 lässt sich kein Zusammenhang herstellen, ist MERCURIUS SOLUBILIS D6 wieder einmal eine der wahrscheinlich hilfreichsten Arzneien überhaupt; bei heftigerem Verlauf wird MERCURIUS CORROSIVUS D6 in der Regel besser nützen; beide Mittel helfen auch in Verbindung mit Erbrechen;

Ø                 PODOPHYLLUM D4 geben wir, wenn der faulig stinkende, wässrige (schmerzlose) Durchfall herausschießt wie aus einem Wasserrohr (besonders morgens und nach dem Fressen). Ist die „Hydranten-Phase“ vorbei, lässt die Wirkung des Mittels meist nach und es kann ein Wechsel erforderlich werden;

Ø                 nimmt der Durchfall die kleine Patientin sehr her (Schwäche, Erschöpfung), kombinieren wir mit CHINA D6;

Ø                 verläuft alles weniger dramatisch und/oder es gesellt sich Erbrechen hinzu, ist NUX VOMICA D6 ein gutes Regulativ, das auch bei Verstopfung hilft (mögliche Begleiterscheinungen: Blähungen, Koliken, bisweilen schlechter Appetit). Es kann mit Vorzug zusammen mit CARBO VEGETABILIS D6 gegeben werden, um den Magen-Darmkanal zu kräftigen.

 

Absolut unerlässlich für die kleine Patientin ist Flüssigkeit, um den Verlust wieder auszugleichen und Austrocknung zu vermeiden – ziehen wir vorsichtig das Nackenfell hoch und es bleibt stehen, ist Gefahr im Verzug und Tierarzt im Eiltempo angesagt. Neben Kreislauf- und Nierenproblemen kann Saumseligkeit dem Kätzchen auch ans Leben gehen.

Zum Trinken zwingen kann man es natürlich nicht und Zwangsbeglückung mittels Einwegspritze (ohne Nadel, klar) DARF NUR Tröpfchenweise oder peu á peu in winzigen Schlückchen erfolgen, weil wir sonst eine grandiose Lungenentzündung provozieren können, wenn es sich verschluckt!! Heißt: Breimahlzeiten, die durchaus teilweise Suppencharakter haben dürfen. Dazu noch ein letzter Tipp:

 

Ø                 Erstens bitte nur mit Wasser verdünnen, zweitens überprüfen, ob dessen vorheriges Fehlen nicht Verursacher gewesen sein kann – Wasser macht besonders während der Futterumstellung alles Neue wesentlich verträglicher!

Ø                   Und: Bei Durchfall keine Milch/Sahne, kein Fett!

 

 

 

HEIKLE SONDERFÄLLE

Erbrechen im Alleingang, Katzenseuchesymptome & Schubs für Kümmerlinge

 

„Nur“ Erbrechen tritt bei Jungtieren ausgesprochen selten auf und wird (siehe Mama) in der Regel mit NUX VOMICA D6 oder eventuell IPECACUANHA D6 leicht behebbar sein. Oftmaliges Erbrechen ohne jeden erkennbaren Grund, in dessen weiterem Verlauf als einzige Auffälligkeit relativ schnell die Austrocknung einsetzt, wäre indes ein möglicher Hinweis auf einen Magenpförtnerkrampf – vor allem dann, wenn das kleine Kätzchen schwer Nahrung bei sich behalten kann. Ärztliches Einverständnis vorausgesetzt, versuchen wir

 

Ø                 im Säuge- und Kittenalter mit AETHUSA D30, täglich eine Gabe für einige Zeit, den Spasmus lösen;

Ø                 um der (lebensbe)drohenden Austrocknung entgegenzuwirken, geben wir CHINA D6

 

Erbrechen ist zumeist auch das erste Anzeichen, das wir bei Katzenseuche bemerken würden. Eine Gefahr, die sich freilich mittels Impfschutz hervorragend bannen lässt, den wir keiner Katze vorenthalten dürfen. Kann nun aber ein Kätzchen nicht geimpft werden, weil es nicht gesund genug ist, fällt natürlich auch der Schutz gegen Katzenseuche weg, den die mütterlichen Antikörper (falls das Kitten noch nuckelt) selbstverständlich nicht kompensieren können.

Zum charakteristischen Krankheitsbild gehören weiters Mattigkeit, allmählicher Appetitverlust, wechselnde Temperatur mit jeweils steiler Fieberkurve und später oft auch Durchfall. Diese typische Form (akuter Verlauf) führt ohne Behandlung innerhalb weniger Tage zum Tod, bei perakutem Verlauf innerhalb weniger Stunden durch Schock. Das können wir natürlich keinesfalls riskieren, können aber – und nur dann! und nur in Absprache mit dem Doc - mit einer homöopathischen Impfung vorsorgen:

 

Ø                 Katzenseuche: DIPHTERINUM (Nosode) D 200 = verabreicht wie vor bei Schnupfen.

 

Manchmal sind keine augenfälligen Probleme erkennbar, aber die kleine Mieze scheint sich nicht so recht entwickeln zu wollen, bleibt im Wachstum zurück und wirkt mitunter schwächlich und kränklich, ohne es wirklich zu sein. Meist wechselt der Appetit, sie liebt die Wärme, schläft bisweilen ein wenig zu viel, ist schneller müde und kann auch etwas ängstlich oder leicht zu erschrecken sein. Kurz: Im Vergleich mit den Geschwistern ist es eher ein Kümmerling. Schon bei der Starthilfe angesprochen, kann das Problem freilich auch deutlich später auftreten und durch den Unterschied zu den anderen dann natürlich augenfälliger sein, weshalb das Hilfsmittel hier noch einmal erwähnt sei:

 

Ø                 SILICEA D12 einmal täglich für einige Zeit = bis das Schätzen etwas aufgeholt hat bzw. einen stabilen Eindruck macht und vor allem „kindgerecht“ agil unterwegs ist. Dass es insgesamt komplett mit den Geschwistern gleichzieht, sollten wir freilich nicht erwarten, Katzen sind ja keine Klone.

Alternativ kann übrigens auch eine Hochpotenz (D30/200) zum Einsatz kommen, wobei täglich eine Dosis für einige Tage lang ausreichend sein wird. Selten nötig, kann bei Bedarf danach auch mit einer wöchentlichen Gabe fortgesetzt werden. Da wir in diesem Fall nicht überdosieren können, schadet es jedenfalls nicht.

 

 

 

RIEN N’EST VA PLUS ODER AVEC PLAISIR?

Hodenfehler - nie auf die leichte Schulter nehmen!

 

Hat freilich nichts mit Kinderkrankheiten zu tun, aber weil wir, wenn überhaupt, nur bei Kitten begradigend eingreifen können, bietet sich das leidige Thema als Schlusslicht für dieses Kapitel an.

Das Problem mit den Kronjuwelen kann jedenfalls auch dann eines sein, wenn dem jugendlichen Helden keine Karriere als Samenspender zugedacht ist. Weil einerseits der/die nicht abgestiegene Hoden durch die Wärme im Leistenkanal oder der Bauchhöhle tumorös entarten kann, andererseits der Doktor beim Kastrieren mitunter suchen und sozusagen bis Ende nie immer weiter schneiden muss, bis er fündig geworden ist.

Im Prinzip sind wie erwähnt bei der Geburt beide da, wo sie hingehören, können allerdings im Alter von rund acht Wochen gelegentlich wieder zurückwandern, bevor sie sich endgültig zum Bleiben entschließen. Oder halt nicht. Die erste Frage lautet: Wo ist er denn? Die zweite (oder umgekehrt): Ist es erblich und damit Kryporchismus? In diesem Fall haben wir jetzt insofern schlechte Karten, als das Problem höchstens mittels Eugenischer Kur, nur über das Muttertier und mindestens über zwei Generationen aus der Welt geschafft werden kann. Ein „Aufwand“ den sich heutzutage ein Züchter kaum noch antut, zumal es einerseits ja keine Garantie gibt und Zuchttiere oft für Schnäppchenpreise den Besitzer wechseln, andererseits der nächste Paarungspartner das gleiche Problem verdeckt weitergeben kann. Dann hat zwar der Besitzer der Mama keine üble Nachrede, weil die mittlerweile sozusagen clean ist für den Defekt, dafür steht aber der Käufer eines ihrer Jungtiere mit Zuchtabsicht möglicherweise im Regen. Klingt nun nicht überhaupt nicht nett, aber Tatsache ist, dass derlei einfach gern verschwiegen oder, noch schlimmer, negiert wird.

Um aufs Aktuelle zurückzukommen: Beim bereits geborenen Katerchen kann die Homöopathie einen Anstoß zur normalen Entwicklung geben – aber nur, wenn keine erbliche Belastung besteht. Woher wissen wir das? In der Regel haben wir ja von solch einer keine Kenntnis – aber wir können optimistisch eines der nachfolgenden Mittel einsetzen und hoffen, beim „Glöckchen-Roulette“ zu gewinnen, denn die Wirkung bringt Gewissheit. Weil:

 

Ø                 Liegt das Ergebnis nicht wortwörtlich nach zwei bis drei Wochen vor, ist es erblich.

Ø                 Das bedeutet, nach spätestens drei Wochen heißt es „Rien n’est va plus“ = nichts geht mehr, und die Kur ist zu Ende. Sie wird lediglich vorzeitig abgebrochen, sobald sich „Avec plaisir“ = mit Vergnügen der Erfolg sehen lassen kann ...

Ø                 Extrem wichtig ist zudem der Behandlungsbeginn, nämlich spätestens in der neunten bis zehnten Lebenswoche, danach hätte es weder Sinn noch gäbe es Aufschluss und wir können uns die Prozedur sparen. Und ein Allheilmittel gibt es auch nicht, sondern wir müssen individualisieren (= rechts/links immer vom Kater aus gesehen). Also:

Ø                 Beide Hoden nicht fühlbar: Eine Gabe LYCOPODIUM D200, danach AURUM D3, dreimal täglich;

Ø                 der linke Hoden fehlt: PULSATILLA D6 dreimal täglich;

Ø                 der rechte Hoden fehlt: CLEMATIS D4 und ALUMINIA D8 dreimal täglich;

Ø                 Wanderhoden, mal oben, mal unten: CLEMATIS D4 dreimal täglich;

Ø                 hochgezogener, sehr kleiner Hoden: BARIUM CARBONICUM D6 dreimal täglich;

Ø                 Hoden und Hodensack sind hochgezogen – Leistenhoden (der Hoden bleibt tastbar in der Leiste hängen): BERBERIS D3 dreimal täglich;

Ø                 Leistenhoden rechts: APIS D12 dreimal täglich;

Ø                 Leistenhoden links: LACHESIS D12 dreimal täglich;

 

Ideal wäre natürlich, die Kur mit dem passenden Konstitutionsmittel zu ergänzen, welches dem Typenbild des Katerchens zu diesem Zeitpunkt entspricht (der Typus wechselt so gut wie immer mit fortschreitendem Wachstum, weil Umwelteinflüsse genauso „mitreden“ und ein Lebewesen prägen, sodass sich auch Menschenkinder nicht linear entwickeln) – das würde allerdings hier den Rahmen bei weitem sprengen.

 

 

 

 

Im 2. Teil des Züchterbreviers (in Vorbereitung) finden Sie - auch homöopathische – Tipps und Infos zu den Themen:

 

1.         Zeitbombe Erbkrankheiten. Von Amyloidose bis Taubheit. Was gilt als Erbkrankheit, welches sind die häufigsten, was verursachen sie, welche Symptome können darauf hinweisen und welche Rassen sind wovon am ehesten betroffen

2.         Gesunde Katze – kranke Katze. Was ist „normal“, was nicht, vom Pulsschlag bis zum Fiebermessen, was kann/muss als Anzeichen angesehen werden und wann brennt der Hut

3.         Kleine Gruppentherapie – wenn’s Streit gibt im Katzenhaushalt

 

 

 

WISSENSWERTES, TIPPS UND AUSFÜHRLICHE INFOS ÜBER DIE ANWENDUNG, DOSIERUNG UND WIRKUNG HOMÖOPATHISCHER MITTEL FINDEN SIE IM „LEXIKON DER HOMÖOPATHIE“:

 

Nachfolgend nur die Kurzfassung:

 

 

 

Vor allem Anfängern kann es helfen, Symptome aufzulisten = Verhaltensänderungen, Krankheitsanzeichen und was sonst noch so ins Auge fällt oder vorher anders gewesen ist – und besonders bei einer Umstimmungs-Therapie die Reaktion der Patientin im Verlauf zu dokumentieren. Und bevor Sie’s einfach mal so einwerfen oder ständig die Mittel wechseln, ist die Katze beim Tierarzt besser aufgehoben.

 

Dosierung: 1 Gabe =

1 Tablette (kleine Kätzchen ½) oder

½ gestrichener Mokkalöffel Pulver (entspricht einer gehäuften MSP) oder

5 (kleine Kätzchen) bis 10 Globuli (Kügelchen).

Möglichst KEINE Tropfen!

 

Wie oft?

Die Häufigkeit ist sowohl für akute als auch chronische Fälle jeweils angegeben. Bitte ohne ärztliche Anordnung nicht verändern und nach der Heilung nicht weitergeben.

 

Verabreichung:

In akuten Fällen ist die schnellstmögliche Wirkung gewährleistet, wenn die Arznei über die Mundschleimhaut aufgenommen wird. In allen anderen Situationen können Sie die Gaben auch mit Futterhäppchen, Vitaminpaste etc. geben.

 

WICHTIG:

Homöopathische Arzneien niemals mit Metall in Verbindung bringen = Plastiklöffel! Jede Gabe, auch bei einem Mix, vor dem Verabreichen frisch direkt entnehmen.

 

 

Quellen (u. a.):

Dr.med.vet. Wolfgang Becvar, Naturheilkunde für Katzen (Kosmos)

H.G. Wolff, Unsere Katze, gesund durch Homöopathie (Sonntag)

Dr.med.vet. Barbara Rakov, Der homöopathische Katzendoktor (Kosmos)

Dr. Hans Martin Steingassner, Homöopathische Materia Medica (Maudrich)

Christopher Day, Homöopathischer Ratgeber Heimtiere (BLV)

George McLeod, Homöopathischer Ratgeber Katzen (BLV)

Kraft/Dürr/Hartmann, Katzenkrankheiten (Schaper)

Birgit & Heinz Mehlhorn, Gesunde Katzen (Springer)

 

 

 

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